27. Dezember 2015

Rezension (2014): "Die Sache mit meiner Schwester" von Anne Hertz


Titel: Die Sache mit meiner Schwester
Autor: Anne Hertz
Verlag: Pendo
Preis: 14,99€
Seiten: 336

Jeder, der Geschwister hat, kennt es: Das ständige Auf und Ab, die Streitphasen und dann eben doch die Einsicht: Ohne den anderen wäre das Leben doch völlig trist und sinnlos. Genau von dieser Liebe handelt der Roman von Anne Hertz: Die Liebe unter Geschwistern. 
Die Hertz-Schwestern haben mit „Die Sache mit meiner Schwester“ eine wunderbare Geschichte über Familie und Liebe geschaffen. Von der ersten Seite an, besticht dieses Buch und versüßt dem Leser den Tag durch seinen humorvollen Sprachstil. 

Inhalt


„Die Sache mit meiner Schwester“ ist eine Geschichte zweier Schwestern (logischerweise). Heike und Nele schreiben gemeinsam Romane und haben eigentlich alles, was man sich wünscht. Zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen ist nämlich weder das idyllische Familienleben von Heike mit Mann und drei Kindern so idyllisch, noch Neles abwechslungsreiches glücklichmachendes Partyleben so abwechslungsreich und glücklichmachend. Außerdem können sich die Schwestern schon eine Zeit lang gar nicht mehr leiden und lassen ihre berühmten Bücher von einer Ghostwriterin schreiben. Erst als eine kleine Katastrophe eintritt und das Leben seinen Lauf nimmt, kommt die Zeit, um über alles noch einmal nachzudenken. Aber haben die Schwestern diese Zeit?

Meinung


Das faszinierendste an diesem Roman ist wohl der Realitätsfaktor. Wie auch die Autorinnen Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz unter dem Synonym Anne Hertz gemeinsam schreiben, arbeiten auch die Schwestern Heike und Nele unter einen Synonym – Sanne Gold. Auch die biographischen Hintergründe der Schwestern ähneln doch den realen Lebensläufen der Hertz-Schwestern schon sehr. Alles künstlerische Freiheit? ;) Hm…schwer zu sagen. Auf jeden Fall ein sehr interessanter Fakt, der das Lesen gleich noch spannender macht. 
Die Geschichte wird aus Neles Perspektive erzählt, die kleine Schwester, die überall den Ruf einer „Partymaus“ hat. Neles Humor ist einfach wundervoll und der Leser schließt sie sofort ins Herz. Auch die anderen Charaktere sind wirklich gelungen. Da wäre Neles Schwager Oliver, der etwas zu steif ist, ihre liebenswerte Nichte Emma, die urkomische Mutter der beiden und natürlich auch der egomanische und verheiratete Liebhaber von Nele. Jede Figur hat ihre eignen Stärken und keine von ihnen erscheint blass. Des Weiteren zeichnet das Buch neben seinem großartigen Humor eine kleine Reihe von Flashbacks aus, die in Form von Tagebucheinträgen geschehen. Es ist für den Leser eine tolle Perspektive in die 15-Jährige Nele hineinschauen zu können und den Dingen so vielleicht doch eine andere Bedeutung zu verleihen. Der Schreibstil ist umgangssprachlich und perfekt so wie er ist. Nele muss sich durch alltägliche Dinge durchhangeln und versucht das Leben so irgendwie zu managen. Auf eine verdrehte, aber liebevolle Art und Weise, bekommen die Schwestern so (vielleicht) doch noch ihre zweite Chance. 

Fazit


Einen Roman wie „Die Sache mit meiner Schwester“ sollte man wirklich lesen. Es ist sicher nicht das nächste Nobelpreisträgerwerk, aber einfach herzlich. In vielen Szenen malen die Autorinnen eben doch ein reales Bild, das vielen von uns sicher bekannt vorkommt und zum Schmunzeln bringt. Leider ist man viel zu schnell mit diesem Buch fertig und auch das plötzliche Ende macht die Sache nicht besser. Aber genau das will man doch, oder? Ein spritziger und lustiger, liebevoller und gut geschriebener Roman, mit dem man abschalten kann und der einen einfach gut unterhält. Von mir gibt es 4 von 5 Spitzenschuhen für diese chaotische Schwesterngeschichte, die uns allen noch einmal bewusst macht, wie wichtig Geschwister sein können.







Mein absolutes Lieblingszitat übrigens:
Aber wer mit dreizehn in Ralph-Lauren-Hemd (der Kragen natürlich in bester Graf-Dracula-Manier hochgestellt) und brauner Cordhose rumläuft, ist ohnehin schon ein Opfer."
Nele über einen Mitschüler ihres Neffen Jakob

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