13. Dezember 2015

Rezension: "Gloria und die Liebenden von Verona" von Marlene Klaus


Titel: Gloria und die Liebenden von Verona
Autor: Marlene Klaus
Verlag: Drya Verlag
Preis: 10,95€
Seiten: 220

Das Cover: Ein Augenschmaus. Die Handlung: Interessant. Das Buch: Lesenswert!
„Gloria und die Liebenden von Verona“ ist ein viktorianischer Krimi, der sich vor allem durch seine Authentizität auszeichnet und den Leser in eine andere Zeit entführt, in der es noch keine forensischen Untersuchungen gab. Witz, Stil und Unterhaltung garantiert.

Inhalt



Gloria hat einen schrecklichen Verlust hinnehmen müssen. Um sie abzulenken reist ihre Tante Jo mit ihr durch Europa. Von Paris geht es nach Verona, als ein weiteres schreckliches Erlebnis Glorias Weg kreuzt. Die junge Italienerin Francesca bittet sie auf offener Straße um Hilfe. Ein toter Freund wurde auf dem Duellplatz der Stadt gefunden. Aber das ist nicht das Schlimmste. Hat Francescas Verlobter Luigi erschossen, wie es jeder annimmt? Warum sollte er sonst verschwunden sein? Obwohl alle davon ausgehen, will Gloria die Sache genauer unter die Lupe nehmen und der jungen Frau helfen. Neben Sightseeing, Tee-Gesellschaften und Ankleidemühen ermittelt Gloria gemeinsam mit dem unliebsamen Lord Lyndon, der ihr einfach nicht von der Seite weichen will. Können die beiden die Unschuld von Francescas Verlobtem beweisen?


Meinung


Der Roman ist ein kurzes Lesevergnügen. Anfangs muss man ein wenig in den Schreibstil hereinkommen, denn er ist natürlich dem Zeitalter angepasst. Hat man aber die ersten paar Seiten geschafft, ist der Stil flüssig und passend. Dies gilt auch für die allgemeine Schilderung der Situation, wie auch für die Schauplätze. Die Zeichnung der Charaktere trägt des Weiteren zu der kleinen Zeitreise bei, denn vor allem Lord Lyndon besticht durch das zweifelsfreie Auftreten eines Ehrenmannes. Die adeligen Hauptfiguren bilden den Handlungskern und entwickeln sich innerhalb der Geschichte. Mit fortschreitenden Kapiteln lernt man sie besser kennen und kann ihre Entscheidungen nachvollziehen.
Man sollte keinen großartigen Kriminalroman erwarten und auch nicht so viel Trick und Tücke wie etwa bei Sherlock Holmes, aber dieser Roman hat seinen ganz eigenen Charme. Man verfolgt eine Lady, die rein aus persönlichen Gründen handelt und doch eigentlich auch nur mit der Vergangenheit abschließen will. Gloria ist eine starke Frau und Lord Lyndons anfängliche Überheblichkeit ergänzt dies perfekt. Die kleinen Sticheleien zwischen beiden bringen die Story voran und lassen auf ein Happy-End hoffen.

Fazit



Ich habe „Gloria und die Liebenden von Verona“ sehr gern gelesen. Es ist ein netter Roman für den Sommer, bei dem man sich zurücklehnen kann. Es stecken viele liebevollen Details im Plot und auch die Auflösung des Mordes kann überraschen. Ich vergeben leicht aufgerundete 4 Spitzenschuhe für das neu entstandene Ermittlerduo, dem ich auch weiterhin folgen würde. Denn die letzten Zeilen lauten „Fortsetzung folgt“. Also, auf ein Wiedersehen mit der gutgläubigen Lady Wigfield und dem ehrwürdigen Lord Lyndon. Ich freu mich drauf!



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