9. Februar 2016

Rezension (2014): "Warte auf mich" von Philipp Anderen und Miriam Bach


Titel: Warte auf mich
Autoren: Philipp Andersen & Miriam Bach
Verlag: Pendo
Preis: 16,99€
Seiten: 320


Subjektive Inhaltsangabe und subjektive Meinung


Als ich im Buchladen den Roman „Warte auf mich“ in einem riesigen Haufen von Büchern entdeckt hatte, war ich davon überzeugt eine schöne Liebesgeschichte in den Händen zu halten. Das schöne Cover und ein erster Blick ins Buch hatten es geschafft, so dass ich mich kurz darauf an der Kasse wieder fand. Die Kritiken für dieses Buch waren sehr gut und naja…ich freute mich darauf es zu lesen.  Wenn ich mir nun im Nachhinein Kritiken ansehe, kann ich sie einfach nicht nachvollziehen. So leid es mir tut, aber dieses Buch ist grausam!
Der Roman ist von zwei Autoren geschrieben, wahrscheinlich unter Pseudonymen, die ihre „eigene“ Geschichte erzählen. Aus der Widmung geht hervor, dass die Autoren ihre eigenen Charaktere in die Fiktion überließen und schauten, was dabei herauskam. Die Kapitel sind immer im Wechsel verfasst. Aus der Perspektive der Frau (Sie-Sicht) und aus der Perspektive des Mannes (Ich-Erzähler).
Ganz ehrlich: Was für eine wundervolle Idee!! Ich liebe den Gedanken, eine Liebesgeschichte in einer Art Briefroman zu lesen, die einem einen besonderen Einblick in die Figuren gewährt. Außerdem beginnt der Roman mit einem Kapitel bei einem Verleger, der ein Manuskript vorliegen hat: und zwar genau den Roman, den man selbst gerade in der Hand hält. Dies ist eine ganz großartige Idee und macht Lust auf mehr. Aber, Hallo?! Das Thema?! Um nun einen Einblick in meine Figur zu geben, werde ich kurz die Handlung schildern.

Philipp Andersen und Miriam Bach sind Autoren, die sich flüchtig kennen. Auf einem Verlagsjubiläum treffen sie sich und beginnen zu flirten. Miriam ist 39 Jahre alt und geschieden, Philipp ist 17 Jahre älter – sprich 56 – und VERHEIRATET. Die beiden empfinden von Anfang an etwas Besonderes füreinander und landen im selben Hotelzimmer. Sie schlafen nicht miteinander, allerdings so etwas in der Art. (Bereits hier begeht Philipp meiner Ansicht nach Betrug. Aber okay…ist ja noch nicht viel passiert.) Ab jetzt plätschert die Handlung so dahin. Die beiden leben in der modernen Welt und was ich dem Roman zusprechen muss, ist dass er sehr realistisch ist. Soziale Netzwerke wie Skype, Facebook oder Whatsapp spielen eine große Rolle für die Kommunikation der beiden. Da sie aber an den anderen Enden von Deutschland leben, ist das Treffen etwas  komplizierter. Wie auch immer, irgendwann klappt`s halt und obwohl sie ja gar nichts miteinander anfangen wollten (jaja….) passiert`s eben doch. Achtung SPOILER, könnte aber lustig werden ;)! (leere Zeilen einfach markieren) Zusammenfassend: Sie lieben sich ja sooo sehr. Und sie können einfach nichts dagegen tun. Aber er ist ja verheiratet und liebt seine Frau genauso dolle, obwohl sein „Mirchen“ (wenn ich diesen Namen noch einmal lese werde ich verrückt) ja sein „Süßkind“ ist (kein viel besserer Kosename, wenn man mich fragt), ohne dass er nicht leben kann. Achja…Philipp hat auch schon eine Tochter und beichtet seine zweite große Liebe natürlich nicht. Über gefühlte 300 Seiten geht es dann darum, ob sie sich trennen sollen, oder nicht und irgendwie tun sie`s dann schließlich nicht und bla bla bla….Kurz vor Ende gibt’s dann nochmal den absoluten Schocker, denn Miriam würde gern schwanger werden. Ja, super Idee, wenn der Kerl verheiratet ist.
Naja. Das Ende ist nicht ganz so schlimm, wie es hätte sein können, aber trotzdem einfach nur doof.
Wie oft habe ich das Buch in der Hand gehabt und einfach nur den Kopf geschüttelt. Wie kann man so eine tolle Idee nur so in den Sand setzen? Und da dürfen gern ganz viele Stimmen zu dem Buch sagen:  „Berührende Liebesgeschichte aus dem realen Leben…“ Was viele Leute als tiefgründig und emotional betitelt haben, empfinde ich als langweilig und oberflächlich.

Am meisten habe ich mich aber an dem Thema Ehebruch aufgehalten. In meiner Familie gibt es leider einen solchen Hintergrund und dass Philipp im Alter meines Vaters ist, machte es nicht besser. Dieses ständige Hin und Her ließ mich das Buch teilweise zuschlagen und ich konnte mich einfach nicht damit abfinden, dass die beiden Menschen sich wie verliebte Teenager verhalten.
Bei den Schreibern handelt es sich sicher um zwei gute Autoren. Das Buch lässt sich gut lesen. "Ihr" Stil gefiel mir sehr viel besser, denn "er" schreib oft irgendwie…schleimig?! Loben muss man auch die ständigen Wechsel der Perspektiven und die kurzen Kapitel, was mir immer gut gefällt. Außerdem darf ich noch einmal die Idee hinter diesem Roman loben. Aber ich kann ihn beim besten Willen nicht empfehlen! Die Charaktere sind gut und tiefgreifend, aber man fragt sich doch: Was sind das für Menschen, die mit Betrug überhaupt kein Problem haben und sich einfach nicht entscheiden wollen? Wie kann man so einen Roman verfassen? 

Fazit


Sicher, es ist bestimmt nah an der Realität, aber absolut nichts für mich. Auch wenn Gefühle in diesem Buch wohl die wichtigste Rolle spielen. Ohne jemanden beleidigen zu wollen…vielleicht ist dieses Buch besser für die älteren Generationen geeignet, die mit den Härten des Lebens schon oft zu kämpfen hatten.

Dank der tollen Idee und dem furchtbaren Thema, habe ich mich für 2 von 5 Spitzenschuhen entschieden. Das Buch lässt sich schnell lesen, aber ich habe einfach eine Abneigung entwickelt, die wirklich stark mit dem Thema Betrug zu tun hatten!



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