30. März 2016

Rezension: "Wie Schnee so weiß" von Marissa Meyer


Titel: Wie Schnee so weiß
Autor: Marissa Meyer
Verlag: Carlsen
Preis: 24,99€
Seiten: 848 


Vor ein paar Tagen war Vollmond. Ich kam nicht umhin meinen Blick dem Mond zuzuwenden und plötzlich tauchte der Gedanke an „Luna“ in meinem Kopf auf.  Ich ertappte mich dabei, wie ich die Kuppeln der Mondstadt suchte und natürlich Cinder und ihre Freunde vor Augen hatte. „Die Luna-Chroniken“ waren schon vor dem letzten Band eine ganz besondere Reihe, denn mit jedem Buch wurde sie einfach besser. Kein Wunder also, dass auch „Wie Schnee so weiß“ ein grandioses Buch ist! Die Länge von 850 Seiten kann man der Autorin nicht einmal übelnehmen – im Gegenteil, man ist dankbar, dass man noch etwas länger etwas von dieser wunderbaren Welt hat. Der finale Band toppt noch einmal alles Dagewesene und befriedigt den Leser voll und ganz.

Inhalt


Die Welt und das Universum befinden sich im Chaos. Offiziell wurde Imperator Kai von der Schwerverbrecherin Cinder und ihren Komplizen entführt, damit die Hochzeit mit der lunarischen Königin Levana nicht stattfinden kann. Inoffiziell befürwortet der Herrscher des Asiatischen Staatenbundes das durchaus, da es sich bei den Entführern um seine Freunde handelt. All die lieb gewonnen Figuren lassen sich hier finden und der Kreis der Verdächtigen wird noch erweitert: D
Ihre schöne Stieftochter Winter ist Levana ein Dorn im Auge. Das Volk vergöttert sie und mit jedem Tag wächst die Gefahr. Nicht nur, dass Levana sich um die Probleme auf der Erde kümmern muss, auch Winter soll verschwinden. Zu Aschenputtel, Rotkäppchen und Rapunzel gesellt sich nun das Märchen Schneewittchen und das Finale der Luna-Chroniken wird eingeläutet. Kann Cinder es schaffen die Hochzeit von Levana und Kai weiterhin zu verhindern? Kann sie ihre Tante stürzen und den Anspruch auf ihren Thron verwirklichen? Und werden dabei all ihre Freunde überleben? Der Abschlussband erzählt packend das Ende der Luna-Chroniken. Und wenn sie nicht gestorben sind…

Meinung


Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an „Wie Schnee so weiß“ gegangen und habe mich eine ganze Weile nicht getraut es zu lesen, da ich befürchtete enttäuscht zu werden. Des Weiteren schreckten mich die vielen Seiten ab. Im Nachhinein bin ich für diese Masse an Kapiteln allerdings sehr dankbar und jede meiner Sorgen war unnötig! Marissa Meyer ist eine so talentierte Autorin, dass ich jedes Kapitel genossen habe. Der Schreibstil ist flüssig und träumerisch. Viel bemerkenswerter finde ich allerdings Meyers Liebe zum Detail. Schon in den Vorgängerbänden war ich fasziniert von der Umsetzung der Märchen, die Verlagerung und den Figuren. Es sind die Kleinigkeiten, die diese Reihe so besonders machen. Schneewittchen liegt kurz vor Ende in einem gläsernen Sarg, was ich bereits völlig vergessen hatte. Doch mit einer für die Geschichte absolut logischen Wendung schafft die Autorin es, solche Details mit einzubinden, ohne sich komplett von dem Märchen abzuwenden und gleichzeitig ihre eigene Geschichte zu schreiben. So etwas ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen und deshalb bleiben „Die Luna-Chroniken“ in gewisser Weise unerreicht. Eine der besten Reihen überhaupt!
Die Geschichte hat viele, viele Handlungsstränge ausgelegt. Und in diesem finalen Abschluss finden sie nun alle wieder zusammen. Auch wenn nicht alle unsere Lieblinge immer beieinander sind, wird von jedem einzelnen berichtet. Die Kapitel sind weiterhin in wechselnden Perspektiven verfasst, so dass der Leser seinen Fokus mal auf Cinder, mal auf Cress oder auch Jacin und Winter legt. Jeder Charakter wird aufgegriffen und begleitet. Es ändert sich andauernd, welche Geschichte gerade die spannendste ist. Aber letztendlich finden doch alle wieder zusammen. Andauernd fragt man sich als Leser, was denn noch alles passieren soll und oftmals denkt man, dass das doch jetzt der Höhepunkt gewesen sein muss, allerdings bleiben dann immer noch hunderte von Seiten.
Was soll ich eigentlich Großartiges sagen?! Jeder der den vierten Teil dieser Reihe liest, wird die Vorgänger kennen. Und somit weiß man auch, worauf man sich einlässt. Der Figurenradius wird erweitert und die Märchen ergänzen sich unglaublich gut. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber diese Reihe - und im Besonderen der letzte Teil – ist die beste Märchenadaption, die ich je gelesen habe.
Das Ende befriedigte mich allerdings nicht hundertprozentig. Es ist passend und gut. Dennoch blieb ich mit ganz kleinen Fragezeichen zurück. Zwischenzeitlich ist „Wie Schnee so weiß“ tragisch und traurig, manchmal sehr niedlich und einfach wunderbar. Man taucht in die Welt von Luna ein, die übrigens ausschließlich Schauplatz ist und lernt so erneut eine andere Seite des Universums kennen. Des Weiteren gibt es immer wieder humorvolle Stellen, denn Thorne bleibt der Story erhalten.

Fazit


Unsere Helden bestreiten ihr letztes Abenteuer, in welchem viele Gefahren lauern. Es warten Spannung, Gefühl und Action in einem. Unerwartete Wendungen tauchen auf und einige Figuren müssen sich ihrem Schicksal stellen. Nicht immer endet alles gut. Dennoch kann man einfach nicht aufhören den  großartigen Charakteren zu folgen und ihre Geschichte zu genießen. „Wie Schnee so weiß“ ist ein wunderbarer Abschluss, in dem so viel steckt, dass ich es jahrelang beschreiben könnte. Eine grandios gestaltete Geschichte, die wunderbar ausgearbeitet wurde und in einem epischen Finalband endet. Man kann nichts anderes als 5 von 5 Spitzenschuhen für dieses Buch zu vergeben.


 


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