13. Juni 2016

Rezension [Klassiker]: "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint- Exupéry


Titel: Der kleine Prinz
Autor: Antoine de Saint-Exupéry
Verlag: Anaconda
Preis: 4,95€
Seiten: 96

Als ich 7 Jahre alt war, spielte ich Flöte in einer Musikschule. Jede Woche hatte ich Unterricht und jede Woche wanderte mein Blick zum Poster an der Tür. Denn dort hing ein Plakat, auf dem „Der kleine Prinz“ stand – natürlich zusammen mit einer der berühmten Zeichnungen von Antoine de Saint-Exupéry. Ich war fasziniert und frustriert zugleich. Jeder schien diese Geschichte zu kennen – jeder bis auf mich. Letztes Jahr zum Geburtstag (mehr als 15 Jahre später) wollte ich dieser Frustration ein Ende bereiten und wünschte mir das Buch. Ich schob es ein wenig auf, doch nun kann ich sagen: Was für eine wunderbare Geschichte! Mit ihr habe ich ein Stück Kindheit nachgeholt….bezaubernd!

Inhalt


Der kleine Prinz lebt auf seinem kleinen Planeten. Doch dort ist er allein. Nur seine Blume leistet ihm Gesellschaft. Doch er möchte mehr von der Welt sehen und so macht er sich auf die Reise, um Freunde zu finden. Auf seinem Weg begegnen ihm allerlei seltsame Figuren und letztendlich landet er auf der Erde. Der kleine Prinz lernt allerlei übers Leben, doch auch, wo er eigentlich hin möchte und was ihm fehlt. 
Ein modernes Märchen, das uns allen vor Augen führt, dass wir unsere Kindlichkeit verloren haben, diese aber jederzeit zurückgewinnen können.

Meinung



Selten konnte mich ein Buch so berühren, wie es „Der kleine Prinz“ getan hat. Der Autor schuf im Jahr 1943 eine ganz besondere Geschichte. Seine Illustrationen machen das kleine Büchlein so wertvoll und vervollständigen die Geschichte. Das Buch ist dünn – keine 100 Seiten. Dazu kommen die vielen Zeichnungen, selten gibt es eine Doppelseite ohne Zeichnung. Die Geschichte wird so kindlich und so ehrlich erzählt, dass man das Gefühl hat, dass alles wahr ist, was uns der Erzähler berichtet. Denn jedes Szenario ist lebendig. Der Erzähler ist möglicherweise ein Gegenstück zum Autor. Eigentlich kann ich ihnen kaum Gemeinsamkeiten unterstellen, bis auf den Pilotenberuf, doch so erträume ich es mir. Die Geschichte wird von einem Piloten aus der Ich-Perspektive erzählt, der die Abenteuer des kleinen Prinzen aus dem Universum wiedergibt. Er erzählt so liebevoll und bildreich, dass man seine Gefühle für den kleinen Prinzen in jeder Zeile wiederfinden kann. Es ist einfach bezaubernd. Dazu kommt, dass der Stil von einer gewissen Intelligenz und Lebensweisheit geprägt ist. So fand ich viele Zitate, die ich mir einfach notieren musste. Wie zum Beispiel:

„Das Land der Tränen ist sehr rätselhaft.“ (S. 29)

oder

„Dann richtest du eben über dich selbst", antwortete der König. "Das ist das Schwerste. Es ist viel schwerer über sich selbst zu richten, als über andere." (S. 41)

Das Buch ist philosophisch und pädagogisch zugleich. Ich habe das Gefühl, als wenn ich eine Menge gelernt hätte. Der kleine Prinz ist ein herrlicher, wenn auch manchmal sehr melancholischer Protagonist, der sich letztendlich nur nach Liebe und Freundschaft sehnt. Erst auf seiner Reise merkt er, dass er das was er braucht – seine Blume – längst hatte. Er ist immer neugierig und herzlich. Zusammen mit unserem Erzähler bilden die beiden eine unglaubliche Freundschaft. Auch die Nebenfiguren sind lehrreich und liebevoll. Ich werde niemals den Fuchs vergessen, der gezähmt werden wollte. Er ist es auch, der wohl die berühmtesten Zeilen des Buches spricht, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie aus „Der kleine Prinz“ stammen:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (S. 71)

Fazit



Was soll ich noch groß sagen? Wirklich jeder sollte dieses Buch gelesen haben, denn ich glaube jeder kann einen Teil von sich selbst darin wiederfinden. Manchmal war ich zu Tränen gerührt, manchmal musste ich lachen, da einige Dinge so kindlich niedlich oder einfach nur lustig sind. Die Zeichnungen im Buch machen es zu einem wahren Schatz. Ich habe großen Respekt vor diesem Werk und empfehle es jedem, mal einen Blick in die Welt des kleinen Prinzen zu werfen. Es lohnt sich! Vielleicht kann der kleine Prinz mit meinen fünf Spitzenschuhen ja zurück zu seinem Planeten tanzen – ich traue es ihm jedenfalls zu.



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