14. Juli 2016

Rezension: "Die Hüterin der Welten" von Sabine Schulter


Titel: Die Hüterin der Welten
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Books an demand
Preis: 16,99€
Seiten: 548

Eine starke Protagonistin. Ein verlockendes Cover. Eine fantastische Geschichte. Das sind nur drei Attribute, die „Die Hüterin der Welten“ von Sabine Schulter zu einem tollen Buch machen. Jeder, der sich im Fantasybereich zu Hause fühlt und sich gern in andere Welten träumt, ist hier genau richtig: Neue Welten, neue Wesen, neue Werte – doch genauso neue Feinde und Gefahren. Begebt euch mit der selbstbewussten Néle in ein Abenteuer und seht, ob die Welt wie wir sie kennen, gerettet werden kann. Es lohnt sich!

Inhalt


In Néles Leben wendet sich das Blatt nicht gerade zum Guten. Ihr Freund hat sie betrogen und sie hat ihn auf frischer Tat ertappt. Da gibt es nur eines: Raus aus der Stadt und zwar so schnell wie möglich. Doch als Néle auf dem Weg zu ihrer Schwester ist, geschehen merkwürdige Dinge und plötzlich findet sie sich in einer Welt wieder, die sie einfach nicht erkennt. Was sie nicht weiß: Die Weltenuhr ist beschädigt. Dank ihr befindet sich zwischen den einzelnen Welten ein Schleier, doch dieser droht zu verschwinden. Was gäbe es für ein Chaos, wenn die Welten frei zugänglich wären und fremde Krieger einfallen würden? Die Hüter der Welt Loreen haben es sich zur Aufgabe gemacht dies zu verhindern. Doch nur einer hat die Fähigkeiten ihnen dabei zu helfen - Néle. Wird sie sich in einer neuen Welt zurechtfinden und ihr Schicksal als Hüterin der Welten annehmen?

Meinung


Die Handlung des Romans zusammenzufassen ist nicht leicht. Die Autorin hat sich im fiktiven Bereich hier mal so richtig ausgetobt. Es gibt alles, was das Fantaysherz begehrt: Ein Abenteuer, fremde Wesen und ein bisschen Magie. Manchmal fühlt man sich, als wenn man bei Herr der Ringe wäre und im nächsten Moment ist man wieder in einem Szene- Nachtclub. Die Vielseitigkeit der Kulissen ist ein schönes Detail von „Die Hüterin der Welten“. Dennoch spielt die Handlung zum größten Teil in Loreen, eine Welt die in etwa unserem Mittelalter entspricht, allerdings eine andere Atmosphäre aufbaut. Hier gibt es noch nicht viel Technologie, dafür stehen aber andere Werte wie Freundschaft und Treue sehr viel mehr im Vordergrund. Im Allgemeinen sind dies Themen, die das Buch beherrschen. Im Fokus steht ganz klar die Protagonistin Néle. Sie ist eine starke und unabhängige Frau und findet sich auch in ihrer eigenen Welt wunderbar zurecht. Innerhalb der Geschichte macht sie einen glaubwürdigen Wandel durch und entwickelt sich als Charakter. Das hat mir gut gefallen. Zwar hat sie vor allem positive Eigenschaften, doch ich würde sie nicht als überperfekt bezeichnen. Sie glänzt durch ihre Stärke und ihre Bereitschaft zu helfen. Dennoch bleibt sie sich selbst und in gewisser Weise auch ihrem Lebensstil treu. Damit haben die anderen Bewohner von Loreen ein wenig zu kämpfen. Schnell bildet sich der Kern der Figuren heraus. Da hätten wir die Hauptmänner Mathey und Liam, den Gelehrten Meister Aurellos und die Zofe Sarina. Néles Aufgabe im Buch ist es, die Weltenuhr zu reparieren. Sie trägt nämlich einen Splitter dieser Uhr in sich und muss die übrigen drei finden, um die Weltenuhr wieder zu vervollständigen. Diese Aufgabe ist nicht leicht und ihr sozusagen zugefallen. Mit Hilfe des Splitters hat sie ungekannte Fähigkeiten erhalten, die ihr bei ihrer Aufgabe helfen. Doch nicht nur die Fähigkeiten Weltentore zu öffnen helfen ihr – nein, vor allem sind dies ihre Freunde. Allen voran Mathey, der ruhige und ernste Krieger, Er ist pflichtbewusst und gewissenhaft und wirkt dadurch auf Néle seine ganz eigene Anziehungsraft aus. Die erblühende Liebesgeschichte der beiden gefiel mir gut und als Paar haben sie mich überzeugt. Doch denkt nicht, dass es für die beiden leicht ist zueinander zu finden. Natürlich nicht. Mit viel Witz ergänzt Liam die Geschichte. Auch er ist Hauptmann und ebenso wie Mathey Schüler von Meister Aurellos, welcher das meiste Wissen und ein wenig Magie besitzt. Liam ist frech und unverblümt und ein kleines Highlight unter den Figuren. Bleibt noch die sanfte und liebe Zofe Sarina, die anfangs nur als Dienerin fungiert und sich mehr und mehr zur Freundin mausert. Ebenfalls interessant sind die anderen Hüter. Ob dies die Krieger aus Fey oder die Amazonenstämme sind. Es gibt viel zu entdecken. 
Am besten gefallen haben mir die High-Fantasy-Elemente, wie etwa die Drokate oder Néles Kätzchen Aeriss. Von solchen Szenen hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht. Die Handlung ist alles in allem spannend, beinhaltet aber auch einige Längen. Man muss sich auf die Geschichte einlassen und dann kann ich euch versprechen, dass sie euch auch Tage nach dem Beenden des Buches nicht loslässt. Dennoch will ich die Längen nicht verschweigen, denn zwischenzeitlich plätschert die Handlung auch nur langsam vor sich hin. 
Der Schreibstil von Sabine Schulter ist reif und fantasievoll. Wenn man ältere Bücher von ihr kennt, fällt einem die Entwicklung sehr auf. Das Buch lässt sich leicht und gut lesen. Einige Beschreibungen waren mir zu viel, dennoch gefällt mir der Fokus auf den Figuren, den sie hier setzt. 
Erwähnenswert scheint mir noch das Ende. Obwohl ich nicht immer befriedigt war, musste ich am Ende ein paar Tränchen verdrücken. Das Buch ist emotional, manchmal ein wenig zu sehr, doch mit dem Ende konnte die Autorin mich auf jeden Fall überzeugen.

Fazit




„Die Hüterin der Welten“ ist ein tolles Buch, das an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig mehr Potenzial gehabt hätte. Es ist nicht einfach eine Fantasygeschichte zum Weglesen, sondern eine zum Einleben. Man fühlt mit den Figuren und erlebt neue Welten. Alle geschilderten Abenteuer macht man quasi selbst mit und so bleibt das Buch eine ganz eigene Erfahrung. Es gibt vielseitige Charaktere und interessante Handlungsorte, dominiert von einer sehr gelungenen Protagonistin. Da das Buch allerdings ein paar Längen hat, vergebe ich insgesamt 4 Spitzenschuhe, die die Hüterin von nun an ebenfalls hüten muss. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen