19. Juli 2016

Rezension. "Shadow Falls Camp - Geboren um Mitternacht" von C. C. Hunter


Titel: Shadow Falls Camp - Geboren um Mitternacht
Autor: C. C. Hunter
Verlag: Fischer Tachenbuch
Preis: 9,99€
Seiten: 512


Vampire, Werwölfe, das Übernatürliche. Irgendwann denkt man, hat man alles gelesen. Spätestens seit der Verfilmung von Twilight hat man doch so ein paar Vorurteile. Aber hey…ich muss mich ja als Fan der Biss-Reihe outen (, ist ja auch schon ein Weilchen her) und daher wage ich mich auch ganz gern an die übernatürlichen Wesen heran. Gott sei Dank! Denn wenn nicht, hätte ich C. C. Hunters Shadow Falls Camp-Reihe niemals angefangen. Und das wäre garantiert ein Fehler gewesen! Denn „Geboren um Mitternacht“ ist nicht nur innovativ, sondern ließ auch mein tief verborgenes Teenie-Herz höher schlagen.

Inhalt


Für Kylie könnte es nicht schlechter laufen. Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat mit ihr Schluss gemacht, und dann sieht sie auch noch überall diesen mysteriösen Stalker. Ihre Probleme häufen sich und als ihre Mutter sich nicht mehr zu helfen weiß, schickt sie Kylie in ein Sommercamp. Doch nach Shadow Falls kommt nicht jeder. Jeder der Campbesucher ist ein übernatürliches Wesen: Vampir, Werwolf, Gestaltwandler oder Fee. Auch Kylie soll eine Fähigkeit haben. Doch welche? Lange bestreitet sie, dass sie selbst übernatürlich ist, doch da hat sie die Rechnung ohne die Geister gemacht, die sie sehen kann. Gerade als Kylie beginnt sich selbst und ihre neu gewonnenen Freunde zu akzeptieren, droht dem Camp Gefahr. Doch nur gemeinsam können sie die Feinde bekämpfen…

Meinung


Ich war von „Geboren um Mitternacht“ wirklich mehr als überrascht. Ich hatte es schon längere Zeit im Regal stehen, doch es reizte mich nicht richtig. Jetzt allerdings bin ich ganz hibbelig, an den zweiten Teil heranzukommen. Denn das Buch hat mich mehr als überzeugt und das, obwohl es sicher kleiner Schwächen hat. Das beginnt damit, dass in Kylies Leben tatsächlich alles schief geht. Vielleicht nicht ganz realistisch, aber manchmal kommt eben doch alles auf einmal. Es quält die starke Protagonistin, die eine deutliche Entwicklung durchmacht sehr, dass sich ihre Eltern scheiden lassen werden. Sie ist ein Papa-Kind und bezeichnet ihre Mutter immer als die Eiskönigin. Dazu ist auch noch ihre Großmutter vor kurzer Zeit gestorben und immer wieder sieht sie diesen komischen Soldaten, den aber außer ihr aber niemand anderes sehen kann. Es ist der Beginn einer ganz normalen Teenie-Geschichte, die dann eben doch nicht ganz normal ist. Das Buch hat wirklich alles, was man von einem Jugendbuch erwartet: Spannung, Liebe, Freundschaft und Veränderungen.
Als Kylie im Camp ankommt, muss ihr erst einmal erklärt werden, dass sie nicht „normal“ ist, doch sie will es ewig nicht akzeptieren. Vielleicht ganz logisch, dass man sich selbst nicht für eine Fee oder ähnliches halten will. Sie braucht einige Zeit, um sich an die Struktur des Camps und seine Bewohner zu gewöhnen. Vor allem mit dem Bluttrinken der Vampire zum Essen hat sie das ein oder andere Problem. Doch dann merkt sie, dass die anderen gar nicht solche Freaks sind, wie sie dachte. Da wären ihre beiden Mitbewohnerinnen Miranda und Della. Die quirlige Hexe und der unscheinbare Vampir schleichen sich unglaublich schnell ins Herz des Lesers. Denn sie alle sind nicht in erster Linie das übernatürliche Wesen in sich, sondern einfach ganz normale Teenager. Und deshalb wird im Camp auch stark geflirtet und auch Kylie fühlt sich gleich zu zwei Jungen hingezogen. Das Problem: Der eine kann Gefühle manipulieren und der andere war in ihrer Kindheit ihr Nachbar und hat Kylies Katze damals getötet. So ist das wohl als Werwolf. Aber wie soll man sich denn da entscheiden? Erst Recht wenn plötzlich auch der Exfreund im Camp auftaucht. 
Ihr merkt schon, Kylies Leben wird durch das Camp nicht unbedingt leichter, vor allem, als sie begreift, dass ihr Stalker ein Geist ist und ihr offenbar etwas mitteilen will. Doch ihre Freundinnen und die Campleiterin Holiday stehen ihr zur Seite und so taucht Kylie in diese neue Welt ein.
Die Struktur des Camps ist unglaublich spannend und ich war immer wieder neugierig, was passieren würde. Ein recht großer Teil des Buches wird von Della und Miranda eingenommen, die einfach herzerweichend sind. Sie haben Humor und sind sehr liebevoll. Jeder im Camp hat seine eigenen Probleme, doch es dauert, bis Kylie das begreift und sich selbst nicht mehr über die anderen stellt. Als Protagonistin macht sie einen deutlichen Wandel durch, der sie reifen und wachsen lässt. Sie ist ein völlig anderer Mensch als zu Beginn des Buches und das nicht nur, weil sie sich selbst endlich akzeptiert. Wirklich gut gefallen haben mir Derek und Lucas. Ich habe wirklich für beide eine Menge übrig und ich möchte Kylie die Entscheidung, die wohl irgendwann auf sie zukommen wird, nicht abnehmen. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie die Dinge sich entwickeln werden. 
Meiner Meinung nach trifft C.C. Hunter viele Jugendliche mit dieser Geschichte ins Herz. Darunter auch ich – und ich darf mich gar nicht mehr als Jugendliche bezcihnen. Ich konnte mich dennoch mit Kylie und ihren Freundinnen identifizieren und außerdem gefielen mir der Schreibstil und die Sprache der Autorin sehr gut. Er ist spritzig und jugendlich, dabei humorvoll und manchmal eben too much – genauso wie das bei Jugendlichen sein muss. Im ganzen Buch lässt sich viel Witz finden und zweimal musste ich laut auflachen. Die Konstellation der Jugendlichen, die damit klarkommen müssen, dass sie übernatürlich sind, ist manchmal einfach urkomisch. Zum Beispiel wenn ein Gestaltwandler sich als süßes Kätzchen zeigt, nur damit die Mädels mit ihm kuscheln.
Zwei kleine Kritikpunkte hatte ich dennoch, die mich aber nicht allzu sehr gestört haben. Kylie erfährt das ganze Buch über nicht, was für ein Wesen sie ist. Das wird ein wenig unnötig in die Länge gezogen, aber der Handlung schadet es nicht. Das zweite war die angekündigte Bedrohung des Camps. Ja, das Camp wird die ganze Zeit von der Regierung beobachtet, doch die benannte Bedrohung taucht erst relativ spät auf und wird verhältnismäßig schnell geklärt. Richtig gut gefallen haben mir aber deren Auflösung und die abschließende Aussprache zwischen Kylie und ihrer Mutter. Das Ende hat Lust auf mehr gemacht. Noch erwähnenswert ist die schöne Ausgabe des Buches. Obwohl ich ein Mängelexemplar besitze, sind auch in meiner Ausgabe die verspielten Verschnörkelungen an den Seitenzahlen und auf der Seite jedes Kapitelanfangs die Hintergrundzeichnung des Baums vom Cover. Das erhöht noch einmal den Lesespaß.

Fazit




„Geboren um Mitternacht“ ist ein Buch voller toller Ideen aus den verschiedensten Bereichen. Ich habe die Geschichte von Kylie gesuchtet, da einfach immer etwas passiert. Ob dies nun etwas mit Freundschaft, Liebe oder sogar übernatürlichen Fähigkeiten zu tun hat, ist egal und ändert sich andauernd. Die Entwicklung der Figuren ist spürbar, der Schreibstil ist mehr als passend und als Leserin habe ich mich einfach nur fallen lassen können und genoss die Show. Ich vergebe die volle Punktzahl, denn mein kleines Herz wollte die Geschichte einfach nicht loslassen.



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