13. September 2016

Rezension: "Belle et la magie - Hexenherz" von Valentina Fast


Titel: Belle et la magie - Hexenherz
Autor: Valentina Fast
Verlag: Impress
Preis: 3,99€
Seiten: 388

„Die Schöne und das Biest“ ist so ziemlich mein Lieblingsdisneyfilm. Auch deshalb konnte ich kein Stück widerstehen, als ich den Klappentext von „Belle et la magie – Hexenherz“ gelesen habe. Auch wenn das berühmte Märchen mit keiner Zeile angesprochen wird, verweisen doch schon die Namen „Belle“ und „Gaston“ darauf. Valentina Fast hat allerdings etwas völlig Neues und Eigenständiges erschaffen. Nicht weniger bezaubernd und fantasievoll, manchmal allerdings etwas zu wenig stringent. Eine absolut magische Geschichte, von der ich gern mehr lesen möchte!

Klappentext


Die 17-jährige Isabelle Monvision lebt in den Tiefen eines so geheimen Walds, dass niemand ihn betreten kann, ohne vorher in einen festen Schlaf zu verfallen. Wie alle Hexenmädchen ihres Dorfs muss sie von Kindesbeinen an nicht nur Rechtschreibung und Mathematik lernen, sondern sich auch in der Zauberei üben. Dass das nicht immer so klappt, zeigt sich, als Belle auf einer Pariser Studentenparty den gut aussehenden, aber viel zu arroganten Gaston in eine Kröte zu verwandeln versucht – was ihr nicht ganz gelingt. Doch Belle ist nicht nur irgendeine Hexe, sondern die Tochter der Hexenkönigin, und hat für ihre Fehler geradezustehen. Um den Zauber wieder rückgängig zu machen, muss sie Gaston in den Magischen Wald bringen. Worauf er nur gewartet hat…

Meinung


Vorweg nehmen lässt sich auf jeden Fall, dass wir es hier mit einem wirklich magischen Buch zu tun haben. Der Titel lässt das wohl schon vermuten, allerdings meine ich eher, dass der Leser ebenfalls in einen magischen Bann gezogen wird. Dem war ich mir selbst bis zum Ende des Buches gar nicht bewusst. Erst als ich es beendet hatte und auch die zweite Nacht in Folge von Belle, Gaston und einem verzauberten Wald geträumt habe, habe ich gemerkt, dass das Buch mich gepackt hatte. Die Geschichte um Belle und ihren verzauberten, aber geheimnisvollen Studenten hat mir wirklich gut gefallen. Anfangs suchte ich immer vergebens nach den Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ und gab diese Suche schlussendlich auf. Ich musste akzeptieren, dass „Belle et la magie“ etwas ganz Anderes ist – und das ist auch gut so. Die Welt, die Valentina Fast erschaffen hat, ist vielseitig und wunderschön. Wie vielseitig sie tatsächlich ist, kommt erst nach der Hälfte des Buches heraus. Denn wie das in Reihen immer so ist, müssen  zuerst einmal eine Figureneinfühung und die Vorstellung der Welt vorgenommen werden. So auch hier. Der Leser hat es mit Hexen zu tun, die im magischen Wald leben. Belle ist die Tochter der Hexenkönigin und gerade dabei ihre Fähigkeiten zu erproben. Sie ist eine begabte, aber leicht reizbare Hexe. Man könnte sie impulsiv, aber sehr liebenswert nennen. Ich zumindest kam mit ihr als Protagonistin sehr gut aus. Ihre Mutter hingegen ist ein schwerer Charakter und auch am Ende des Buches weiß man nicht so Recht, was man von ihr denken soll. Dass Gaston der männliche Protagonist ist, muss anfangs erst einmal herausgefunden werden. Denn es gibt noch viele weitere Figuren, die eine Rolle spielen. So etwa Belles bester Freund Vincent und ihre beste Freundin Sandrine. Auch Belles Großmutter ist einen weiteren Blick wert. Gaston rückt erst nach und nach in den Fokus. Von Beginn an ist klar, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Doch was, erfährt der Leser erst sehr spät. Dieser Handlungsstrang muss im zweiten Teil noch deutlich weiter verfolgt werden. Denn insgesamt lässt sich sagen, dass viele Dinge noch geklärt werden müssen. Die Geschichte beginnt mit einem relativ banalen Ereignis. Belle soll Gaston zurückverwandeln. Allerdings beginnt danach eine völlig andere Geschichte, die die Protagonistin an viele Orte im magischen Wald führt und den Handlungsfokus andauernd verschiebt. Und hier bin ich am Punkt meiner Kritik angelangt. Im Allgemeinen hat mir das Buch unglaublich gut gefallen. Es ist spannend und extrem vielseitig. Vor allem steigert es sich zum Ende hin. Doch was wäre eine Rezension ohne das Aber. Meines Erachtens passiert zu viel. Es gibt zu viele Handlungsstränge und einzelne Geschichten. Aus den Ereignissen in diesem Band hätte man auch zwei Bücher machen können. Als Belle ins Dorf zurückkehrt, denkt man eigentlich, dass das Buch vorbei sein müsste, doch dann startet quasi die nächste Geschichte. Das fand ich ein wenig unkonstant. Ebenso wie die wechselnden Erzähler. Grundsätzlich erzählt Belle die Geschichte und man verfolgt sie. Anfangs gibt es aber auch Kapitel aus Gastons Sicht und am Ende kommt Sandrine hinzu. Diejenigen von Sandrine gefielen mir gut, da die Autorin so auch Ereignisse erzählen kann, die nicht in Belles Umgebung stattfinden. Dennoch war mir das zu sprunghaft. Was mich allerdings besänftigt hat, ist das letzte Viertel des Buches. Die Spannung steigert sich, die Welt wird offener und zugänglicher für den Leser. Man lernt viele neue Dinge kennen und so langsam bahnt sich auch an, dass Gaston sehr wohl etwas für Belle empfindet. Diese kleine Schwärmerei hat mir unglaublich gut gefallen und am Ende hätte ich mir gewünscht, noch einmal ein Kapitel ais Gastons Sicht zu haben. Egal ob Wadlnymphen, Sirenen, Zauberer, Wolfsmenschen oder Wicca – man lernt die wirklichen Bewohner des magischen Walds kennen. Ich freue mich schon sehr darauf mehr von ihnen zu erfahren. Denn wenn Valentina Fast etwas wirklich gut kann, dann ist es Handlungsstränge offen zu lassen. Es gibt noch so viele Dinge, die ich wissen muss, so dass ich es kaum erwarten kann Gaston und Belle erneut in den magischen Wald zu folgen.

Fazit



Freundschaft, Liebe, Familie und Magie: All das ist in „Belle et la magie: Hexenherz“ zu finden. Die Protagonistin und ihre Welt schaffen es den Leser gefangen zu nehmen und erst sehr spät zu entlassen. Eine tolle und vielseitige Handlung, die wirklich viele Facetten zu bieten hat. Es ist allerdings eine kritische Überlegung wert, ob es nicht zu viele Handlungen im Buch sind. Das Buch steigert sich zum Ende hin jedoch so sehr, dass ich es innerlich immer noch genieße. Von mir gibt es vier Spitzenschuhe, mit denen ich gern in den nächsten Teil tanzen würde.





Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das schöne Rezensionsexemplar!

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