4. Oktober 2016

Rezension: "Emba. Magische Wahrheit" von Carina Zacharias


Titel: Emba - Magische Wahrheit
Autor: Carina Zacharias
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 4,99€
Seiten: 338

Die Geschichte um Emba nahm am Ende des ersten Teils eine deutliche Wendung. Die Welt, wie man sie kennen lernte, veränderte sich vollkommen. Und nun muss der Leser sich mit dem Beginn des zweiten Teils in einer neuen zurecht finden. Das ist ok. Am Ende des ersten Buches hatte ich viele Fragen. Doch es ist eher schade, wenn man sich als Leser in der Handlungsverlagerung nicht wohl fühlt und die lang ersehnten Auflösungen fast schon unspektakulär sind. „Emba. Magische Wahrheit“ hat mich anfangs wirklich enttäuscht. Zum Ende hin wird das Buch sehr viel besser, doch leider bleibt es hinter seinem Vorgänger zurück.


Klappentext


Nachdem Emba die Wahrheit erkannt hat, muss sie sich in einer vollkommen neuen Welt zurechtfinden. Sie schließt sich den "Abtrünnigen" an und ist fasziniert von deren einzigartigen Lebensweise. Voller Eifer lernt sie den Umgang mit ihren magischen Kräften. Doch wie können sie dem Rest der Welt die Wahrheit begreiflich machen? Es gibt einen Plan. Doch der ist sehr gewagt, mit vielen Risiken verbunden und die Zeit ist knapp. Wird es trotzdem gelingen?

Meinung


Es fällt mir schwer zu erklären, warum mich das Buch nicht vollkommen zufrieden stellen konnte. Grundsätzlich entspricht die Handlung absolut dem Klappentext und setzt genau dort ein, wo Teil eins aufgehört hat. Das ist für den Leser wirklich hilfreich und er kann sich orientieren. Für mich war allerdings schon am Anfang das Problem, dass die Welt, an die man sich gewöhnt hatte, gar nicht mehr existiert. Emba gelangt in ein völlig neues Umfeld, in eine völlig andere Wahrheit und in dieser leben ganz andere Menschen. Es kam mir fast so vor, als wenn Teil eins in gewissem Maße ausgelöscht war. Klingt härter, als es gemeint ist. Allerdings startet man noch einmal von vorn. Zu Beginn geht es vor allem um das Erlernen der Magie und das neue Leben für Emba. Der Umgang mit den Runaren ist weiterhin für sie neu. Die Beziehung zwischen Baldur und ihr gefiel mir gut und entsprach absolut den Erwartungen. Im Allgemeinen sind es die Runare, die die Geschichte besonders machen. Mehr als einmal wünschte ich mir, auch einen Runaren zu Hause zu haben. Denn dieser ist ja kein Haustier, sondern sozusagen ein bester Freund, mit dem man auch kuscheln kann – ach ja…und Magie wirken natürlich. Die Magie ist in diesem Buch sehr wichtig. Alles, was man kannte, wird quasi umgeworfen. Im Grunde gefiel mir der kämpferische und revolutionäre Aufbau. Und auch, dass Runare eine viel größere Rolle spielen, ist klasse. Ich habe mich an den vielen verschiedenen Figuren gestört. Weder Embas Mutter, noch ihr Bruder oder ihr Stiefvater konnte mich berühren. Die einzig niedliche ist Fipsi. Der kleine Wirbelwind sorgt für eine positive Grundstimmung im Buch. Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, als wenn nicht jeder Schachzug der Autorin geplant gewesen wäre. Soll heißen: Ich glaube nicht, dass alles, was in Teil zwei passiert, schon geplant war, als Teil eins geschrieben wurde. Nehmen wir das Beispiel Fynn: In „Magische Wahrheit“ muss man ihm von Anfang an misstrauen. Bereits vorher wurde ich nicht so ganz warm mit ihm, aber diese Wendung kam mir zu plötzlich zwischen den Teilen. Auch die Gefühle von Bakari erschienen mir eher so, als wenn man noch irgendwas fürs Herz zaubern musste. Dabei hat das Buch doch schon allein durch die Runare genug Herz! Liebestechnisch gefiel mir das Buch wirklich gar nicht. Des Weiteren fand ich manche Kapitel unnötig für die Handlung. Allerdings steigert sich das Buch. Bis zur Mitte musste ich mich zum Lesen kriegen, das letzte Drittel ging dann schon besser von der Hand. Obwohl mir auch hier Embas „Ausflug“ zu einem der Urvölker nicht wirklich gefallen hat, klärt er vieles und bringt die Magie des Buches zurück. Das Finale gefiel mir gut und war der Story entsprechend authentisch. Mir hat einfach die Jägerschule irgendwie gefehlt und das ständige Überfordertsein, das von Emba ausging, mochte ich auch nicht. Wenn man das hier so liest, könnte man denken, mir hat das Buch gar nicht gefallen. Das stimmt aber zum Glück nicht. Das letzte Drittel konnte einiges rausreißen. Die Spannung nimmt zu, die Zeit drängt und die Magie kommt zum Vorschein.

Fazit



Ich ging mit zu großen Erwartungen an dieses Buch und habe nicht bedacht, dass die Handlung natürlich eine große Wende vornehmen muss. Die vielen neuen Charaktere konnten mein Herz nicht erobern – die Runare und das Finale aber konnten es. Insgesamt vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe, da das Buch leider nicht an Teil eins herankommt.



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