7. Oktober 2016

Rezension: "Essenz der Götter II" von Martina Riemer


Titel: Essenz der Götter II
Autor: Martina Riemer
Verlag: Impress
Preis: 3,99€
Seiten: 370

„Auf in den Kampf, Divinus! Aber wer ist eigentlich der wahre Gegner?“ Mit diesen Worten schloss ich meine Rezension zu „Essenz derGötter I“ ab. Es verging eine Weile, doch endlich kam ich dazu die Fortsetzung des Götterromans von Martina Riemer zu lesen. Band eins gefiel mir gut. Über manche Schwächen konnte ich dennoch nicht hinwegsehen: Naivität, zu plötzliche Gefühle und unlogische Handlungsmuster. Von Teil zwei erwartete ich mir also um einiges mehr: Und das bekam ich! „Essenz der Götter II“ verzichtet auf verwirrende Handlungsstränge und offenbart mehr Logik, als nach dem Vorgänger zu erwarten war. „Der wahre Gegner“ wird enthüllt und die Protagonisten reifen. Dieses Buch ist ein wunderbares Beispiel für eine ordentliche Portion Steigerung innerhalb einer Reihe. Lasst den Kampf beginnen!


Klappentext


Eine dunkle Gefahr braut sich am Horizont zusammen. Größer noch als der seit Jahrtausenden tobende Krieg zwischen den Abkömmlingen der Götter und Titanen, in den Loreen seit wenigen Monaten verwickelt ist. Verstoßen aus dem Dorf der Divinus, ist sie als göttliche Nachfahrin plötzlich auf sich allein gestellt und fürchtet nichts mehr, als von ihren Feinden entdeckt zu werden. Bis auf den Verlust ihrer große Liebe Slash, dessen Überleben ungewiss ist. Doch Loreen steht vor einer weit größeren Prüfung, denn die aufziehende Dunkelheit bedroht nicht nur das Leben der Divinus und Titanus, sondern auch das eines jeden Menschen. Und es gibt nur einen Weg, die Welt zu retten…

Meinung


Im ersten Teil stand Loreens Charakterentwicklung und die Ausreifung verschiedener Beziehungen im Vordergrund. Zwischendurch kam es zwar zu Kämpfen zwischen den Titanus und Divinus, doch ich würde nicht sagen, dass diese am Wichtigsten waren. In einem solchen Showdown endet auch Teil eins und so ist man als Leser zu Beginn des zweiten Teils völlig ahnungslos, wie die große Schlacht ausgegangen ist. Das Buch startet rasant – und das gefiel mir wirklich gut. Nachdem ich bei Band eins so einige Probleme hatte ins Buch zu kommen, beginnt nun sofort die Geschichte und der Leser findet sich von Anfang an zurecht. Man ist mitten im Geschehen und es wird darauf verzichtet eine Art Eröffnungsakt zu inszenieren. Der Handlungsübergang ist nahtlos und Loreen wird unmittelbar aus dem Dorf der Divinus verbannt: Denn sie ist keine von ihnen. Die Handlung macht im Vergleich zu Band eins einen ordentlichen Handlungsschwung. Denn nun stehen die Titanus und die Divinus im Mittelpunkt und genauso soll es sein. Zuvor erfuhr man nicht sehr viel über die Titanus, doch das ändert sich nun. Loreen muss feststellen, dass sie keine Divinus und keine Titanus ist. Denn sie ist beides zu gleichen Teilen. Und deshalb hat nur sie die Macht, ihren Gegner zu besiegen. Doch wie genau, müsst ihr selbst herausfinden.
In diesem Buch geht es emotional her und nichts anderes hätte ich von Martina Riemer erwartet. Des Weiteren werden aber Werte wie Zusammenhalt und Freundschaft betont. Manchmal suchte ich in Band eins nach dem Ziel, doch dieses wird nun völlig klar. Der rote Faden ist gegeben und wunderbar stringent verarbeitet. Hier hat die Autorin alles richtig gemacht. Der Leser weiß relativ schnell, dass es wieder auf einen alles verändernden Kampf hinausläuft. Doch bis dahin werden erneut die Beziehungen untereinander beleuchtet. Natürlich stehen Loreen und Slash weiterhin im Zentrum. Die Liebe der beiden ist in „Essenz der Götter II“  greifbar und zieht den Leser mit sich. Manchmal ist sie arg überdimensional und allumfassend. Aber hey…was erwartet man bei Nachfahren der griechischen Götter?! Es gibt einige erotische Szenen, von denen ich persönlich nicht so viele gebraucht hätte, die den Lesefluss aber auch nicht stören. Die Szenen sind gut geschrieben und entsprechen dem Denken der Figuren. 
Es sind aber nicht nur Slash und Loreen, um die sich die Handlung dreht. Bereits zuvor eroberten vielmehr die Nebenfiguren mein Herz und so auch hier. Sky und Pure nehmen mehr Raum ein, als ich gehofft hatte und auch ihre Beziehung wird beleuchtet. Genauso Kate und Melo. Ein Faktor, der in diesem Buch hinzugefügt wird, sind die Titanus und das bringt die Handlung ordentlich voran. Denn die beiden Völker müssen zusammenhalten, wenn sie den wahren Feind besiegen wollen. So tauchen neue und liebenswerte Figuren auf, die zwar schon einmal vorkamen, aber natürlich dem anderen Lager angehörten. Rion ist das Paradebeispiel und seinetwegen setzte mein Herz an einer bestimmten Stelle kurz aus. Er ist der starke Anführer, der aber einen weichen Kern hat und für seine Ideale einsteht. Die kleine Ria ist natürlich ein weiterer Juwel und auch die Kämpfer der Titanus waren wunderbar. 
Martina Riemer erschafft wieder einmal Charaktervielfalt und bündelt diese mit tollen Beziehungsmustern. Doch die Autorin ist auch mutig, denn sie geht sehr konsequent vor. Mir gefiel die Idee des wahren Feindes sehr gut und das Ende war toll ausgearbeitet. Doch bei so einer weltverändernden Schlacht, ist es nur logisch, dass Verluste hingenommen werden müssen. Charaktere sterben. 
Und das ist hart. 
Aber logisch. 
Und das war mein größter Kritikpunkt zu Band eins, weshalb ich Band zwei umso mehr loben muss. Ich war zum Teil fassungslos, aber die Autorin schafft es die Szenen authentisch darzustellen, weshalb ich als Leser besänftigt bin.
Zum Schreibstil bleibt nur zu sagen, dass er flüssig und emotional ist. Die Liebe zu Details ist auch hier dominierend, was die Geschichte lebendig macht. Man lernt sehr viel über die beiden Völker und die Handlung ist überzeugend. Teile der Geschichte werden nicht nur von Loreen oder Slash erzählt, sondern auch von Sky und Pure. Mir gefiel das sehr gut, da man so noch ein wenig über den Tellerrand blicken konnte. Diese beiden sind sowieso meine Lieblinge, weshalb ich es begrüßte, zu erfahren, was in ihnen vorgeht.

Fazit




„Essenz der Götter II“ ist ein rasantes und emotionales Buch mit Charaktervielfalt und Betonung wichtiger Werte. Der Handlungsfaden ist wunderbar verstrickt und macht Sinn. Das Finale des Romans ist rasant, spannend und verlustreich. Man muss wirklich sagen, dass diese Dilogie sich abnormal steigert und mich die Autorin nicht enttäuscht hat. Hier wird wenig hinausgezögert und zumeist stringent erzählt. Ich vergebe göttliche vier Spitzenschuhe für eine sehr lesenswerte Fortsetzung.



Kommentare:

  1. Hallo und vielen Dank für deine Rezi! Habe sie auf meiner Seite verlinkt, hoffe das war okay?

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  2. Hey :)
    Aber sicher! Da freu ich mich natürlich drüber, danke!

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