16. Oktober 2016

Rezension: "Love is for tomorrow" von Michael Karner


Titel: Love is for tomorrow
Autor: Michael Karner
Verlag: Selfpublished
Preis: 3,54€ (kindle)
Seiten: 179

Ich bin ein Fan rasanter Kinofilme und actiongeladenen Agententhrillern. Auch literarisch greife ich gern mal zu einem Werk des Meisters Ian Fleming und folge Bond rund um die Welt. Auf einen Agentenroman bin ich auch mit „Love is for tomorrow“ von Michael Karner gestoßen. Ein rasantes Agentenabenteuer, das seine Schauplätze auf der ganzen Welt verteilt und nicht nur einmal an Helden wie Jason Bourne oder eben James Bind erinnern lässt. Spannend auf jeden Fall, doch auch sehr verwirrend. Denn viele Köche verderben den Brei und auch hier gibt es die ein oder andere Figur zu viel, die das Abenteuer ein bisschen mindert. Unterhaltsam, aber auch anstrengend.

Klappentext


„Love Is For Tomorrow“ handelt von Antoine, einem Mann, der ein neues Leben in Österreich beginnt, um seine Familie zu schützen. Doch während sein früherer Arbeitgeber, die CIA, bemüht ist, ihn endgültig auszulöschen, ist Antoine wild entschlossen, eine russische Agentin vor einem Angriff auf ein unvorstellbares Ziel zu stoppen: ihr eigenes Mutterland. Eine Verfolgungsjagd quer durch Europa beginnt.

Meinung


Man sollte den angegeben Klappentext auf jeden Fall aufmerksam lesen, bevor man das Buch beginnt. Denn es setzt sofort und unmittelbar ein. Als Leser befindet man sich vom ersten Moment an mitten in der Handlung und versucht den Faden nicht zu verlieren. Anfangs gelingt das auch sehr gut, doch dann wird es immer verwirrender, da es unzählige Figuren gibt. „Love is for tomorrow“ ist ein spannendes Buch, das man sich fast durchgängig als Actionfilm vorstellen kann. Der Stil des Autors ist gut und sehr intelligent gewählt. Karner beschreibt bildreich und zeitdeckend, so dass man sich alles sehr genau vorstellen kann. Mehr als einmal fühlte ich mich wie in einem Film der Bourne-Reihe. Doch so großartig dieser Punkt auch ist, so gibt es einen anderen, der mich als Leser weniger befriedigt hat. Die Vergleiche zu den Actionhelden sind absolut gerechtfertigt, doch leider beschränkt sich das Buch nicht auf einen Helden. Obwohl es im Klappentext heißt, dass Antoine der Protagonist ist, ist das im Buch manchmal schwer zu erkennen. Antoine arbeitet für ein Team, das ohne Nation agiert. Die UNI stellt sich dennoch gegen das Böse in der politischen Welt und verfährt dabei höchst professionell. Das Team ist vielseitig und selbst hier braucht man eine Weile, um den Überblick zu behalten. Doch das kuriose ist die Perspektive, in der das Buch erzählt wird. Denn Antoine ist nicht der Fokus – es gibt gar keinen. Und gleichzeitig hunderte. Jedes Kapitel wird in verschiedene Perspektiven unterteilt und dreht sich um eine andere Person. Es gibt sicher 10 verschiedene Personen, die in den Kapiteln beleuchtet werden und die alle irgendwie in das große Ganze verwickelt sind. So befindet sich der Leser unter anderem in Österreich, Russland, Serbien, China, der Türkei oder Syrien. Und das sind noch nicht einmal alle Schauplätze. Man springt von einem zum nächsten, was natürlich spannend ist. Allerdings fiel es mir sehr schwer dem Geschehen zu folgen. Die Wechsel erfolgen zu schnell und manchmal habe ich nicht einmal verstanden, was gerade passiert. Das ist wirklich schade, denn das Buch hat Potenzial! Mir persönlich hätte es besser gefallen, ein paar Perspektiven wegzulassen und den Fokus mehr auf Antoine und seine Vergangenheit zu legen. So hätte man vielleicht ein wenig von der Filmatmosphäre verloren, doch der Zugang des Lesers wäre erleichtert worden. Man fiebert eben doch mehr mit, wenn es einen Helden gibt, der es auch verdient hat – und so ein Held hätte Antoine durchaus sein können.
Nichtsdestotrotz bleibt die Sache mit der verschwundenen Bombe spannend. Obwohl es mir zu viele Orte waren, gefiel die Rundreise um die Welt mir auch (, ich hätte mir nur ein wenig mehr Beschränkung gewünscht). Die Handlungsidee ist gut und soweit ich es verstanden habe, soll das Buch der Auftakt einer Reihe sein. Dem steht nichts im Wege und man kann nachvollziehen, dass viele Details nicht genauer erklärt werden, wenn man bedenkt, dass eine Reihe vieles davon klären würde. Dennoch bleibt der Faktor des Verwirrens zumindest in diesem Buch bestehen. Am Ende legt sich der schwunghafte Perspektivwechsel und man bleibt zum größten Teil bei Antoine. So hätte ich es mir vorher auch gewünscht, oder aber am Ende erneute Wechsel haben wollen. So ist die Erzählart ein wenig unkonstant. 
Auch wenn vieles negativ klingt, so bleibt das Buch auf jeden Fall eine spannende Lektüre und für jeden Agenten und Hightech-Fan ein Muss. Für mich war es ein wenig zu überlagert.

Fazit




„Love is for tomorrow“ gibt wunderbare Einblicke in das Leben von Geheimagenten, die ihren Job rund um den Globus im Dienste der Menschheit machen. Das Buch ist spannend und rasant. Der Schreibstil sticht angenehm hervor, doch die Fülle der Figuren ließ mich verwirrt zurück. Ich vergebe 3 Spitzenschuhe und hoffe, dass der nächste Band der Reihe mit mehr Fokus aufwarten kann. 



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