11. Dezember 2016

Rezension: "Maskierte Weihnachten" von Regina Meißner


Titel: Maskierte Weihnachten
Autor: Regina Meißner
Verlag: neobooks
Preis: 0,99€
Seiten: 1
74


Derzeit bin ich noch nicht in Weihnachtsstimmung. Also dachte ich mir, sei eine weihnachtliche Geschichte genau das Richtige, um dies zu ändern. Da kam mir der neue Roman von Regina Meißner gerade Recht, der kurz vor Nikolaus den Weg auf meinen Reader fand. Pünktlich zum 6. Dezember beendete ich ein Buch und obwohl ich noch Anderes lesen muss, schob sich diese Geschichte einfach dazwischen. Es hat einfach so gut gepasst, dass ich „Maskierte Weihnachten“ am gleichen Tag starten musste, wie es auch die Geschichte tut. Ich wurde belohnt: Mit einer zauberhaften Liebesgeschichte mit der man absolut nichts falsch macht.


Klappentext


Am 6. Dezember wird Amber von ihrer Mitbewohnerin überredet, eine Studentenparty zu besuchen. Dort trifft die 18-Jährige auf einen maskierten Mann in Prinzenverkleidung. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut, doch nach einem schicksalshaften Kuss verschwindet er plötzlich. Erfolglos versucht Amber, hinter die Identität des Fremden zu kommen – bis eines Tages ein mysteriöses Päckchen auf sie wartet und zu einem Poetry Slam einlädt. Was folgt, ist eine weihnachtliche Schnitzeljagd, die Masken fallen lässt, Herzen bricht und für viele Überraschungen sorgt.

Meinung


Regina Meißner ist eine Autorin, die ihre Geschichten immer mit sehr viel Liebe angeht. Ihr Stil ist einfach, authentisch und schnell zu lesen. Dennoch glänzt er manchmal mit Tiefgang und sehr schönen Beschreibungen. Man empfindet sofort ähnlich wie die Protagonisten, was den Leser schnell in die Geschichte zieht. Den einzigen Punkt, den ich bei Meißner kritisieren muss, ist dass ihre Geschichten viel zu kurz sind. Generell. Bei „Maskierte Weihnachten“ handelt es sich um ein Buch, das keine 200 Seiten lang ist. Das ist einerseits sehr schön, da es sich so um eine schnelle Lektüre handelt, die man zwischendurch genießen kann. Andererseits haben ihre Figuren so viel Potenzial, dass ich sie gern noch länger begleiten würde. So ist es auch hier. Das Buch ist allerdings sehr schön und auch klug aufgebaut. Es besteht aus 24 Kapiteln, die zumeist nicht sehr lang sind. Anfangs findet man den Hinweis, dass das Buch als „Adventskalender“ gelesen werden kann. Allein diese Idee fand ich großartig. Ich bin aber viel zu sehr Leseratte, als dass ich so einen Rat befolgen könnte. Und es funktioniert auch einfach nicht. Denn viele Kapitel schreien geradezu danach weiterzulesen! 
Ein wenig gestutzt habe ich über den Prolog der Geschichte. Die Handlung beginnt mit dem leidenschaftlichen Kuss zwischen der Protagonistin Amber und ihrem Märchenprinzen auf der Party. Kapitel eins setzt am gleichen Abend, aber ein paar Stunden zuvor an. Der Prolog ist sehr leidenschaftlich, was schon fast nicht ins Setting gepasst hat. Daher war ich ein wenig verwundert. Das löste sich allerdings schnell und ich konnte in der Geschichte abtauchen. Amber ist ein bodenständiges und auch ein bisschen klischeehaftes Mädchen. Sie ist die gute Studentin, die lieber ein Buch liest, als auf eine Party zu gehen. Das Abenteuer sucht sie nicht und dennoch findet sie ihr ganz persönliches in dieser Geschichte. Sie ist der Ruhepol innerhalb der Handlung. Für viel Energie sorgt ihre Mitbewohnerin und spätere gute Freundin Rachel. Rachel gefiel mir als Charakter sehr gut. Sie ist völlig anders als Amber, aber genauso liebenswert. Die beiden verbindet eine wunderbare Freundschaft, die sich erst innerhalb des Buches richtig entfaltet. Charakterlich betrachtet bleibt fast nur noch der mysteriöse Prinz. Ich mochte ihn sehr und seine Ideen lassen die Erwartungen hoch steigen.
Das gesamte Buch ist eine Art Schnitzeljagd und diese ist einfach nur toll. Auf der Weihnachtsparty sind Amber und ihr Prinz beide maskiert. Amber möchte danach herausfinden wer er ist. Doch sie hat keine Chance. Der Prinz hingegen denkt sich kleine Aufmerksamkeiten aus, die zu Amber passen. Eine Einladung zum Poetry Slam ist da nur eine Sache. Es gibt noch viele weitere kleine romantische Aufmerksamkeiten, in die der Leser sich verlieben muss. Mir haben die beiden Chatgespräche der Protagonisten gut gefallen. Und auch wenn das finale Spektakel nicht unbedingt logisch ist, ist es einfach nur traumhaft schön. Die Demaskierung war toll. Meißner schafft es, dass der Leser relativ hohe Erwartungen an den Prinzen hat und trotz Auflösung nicht enttäuscht wird. Sie hat hier einen guten Weg gewählt. Die Geschichte endet so unmittelbar, wie sie begonnen hat, was dem Stil getreu ist.

Fazit


Insgesamt ist „Maskierte Weihnachten“ ein sehr kurzweiliges, aber wirklich traumhaft schönes Vergnügen. Die Chemie des Buches stimmt einfach. Man bekommt eine zarte und romantische Liebesgeschichte, in der sich jedes Mädchen wie eine Prinzessin fühlen würde. Die Protagonisten konnten mich überzeugen. Regina Meißner hat eine wirklich schöne Weihnachtsgeschichte erschaffen, die einem die Festtage versüßt. Leider war sie viel zu kurz. Mal wieder. Ich vergebe weihnachtliche 4,5 Spitzenschuhe.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen