30. Juli 2016

Rezension: "Zorn und Morgenröte" von Renée Ahdieh


Titel: Zorn und Morgenröte
Autor: Renée Ahdieh
Verlag: 1one (Bastei Lübbe)
Preis: 16,99€
Seiten: 400

„Einst hatte ich tausend Wünsche, doch in meinem Wunsch, dich zu kennen, schmolzen sie alle dahin." 
Jalal al-Din Rumi

Dieses kleine Zitat findet sich vor dem Prolog des Buches „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh. Nicht sofort vermag man es in Verbindung zum grausamen Kalifen von Chorasan bringen, der täglich seine neue Braut hinrichten lässt. Doch hat man das Buch beendet, findet man nichts so schön, wie die unbeschreibliche Liebesgeschichte zwischen Chalid und Shahrzad. Und so kann man auch verstehen, was das Zitat am Anfang des Buches bedeutet: die unermessliche Liebe. Ein traumhaftes Buch mit einer faszinierenden Geschichte!

Klappentext



Das ganze Volk von Chorasan lebt in Angst und Schrecken seit der junge Herrscher Chalid begonnen hat, jeden tag ein anderes Mädchen zu heiraten, nur um sie am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang hinrichten zu lassen. 
Shahrzad hat auf diese Weise ihre beste Freundin Shiva an den Kalifen verloren. Nun will sie nur noch eins: ihre Freundin rächen. Sie meldet sich freiwillig als Braut und hat doch nur ein Ziel: überleben und den Mann töten, der ihr die Freundin genommen hat. 
Im Angesicht der Morgenröte beginnt Shahrzad, Chalid eine Geschichte zu erzählen. Und tatsächlich: Sie bekommt einen Tag Aufschub. 
Doch mit den Geschichten und den Nächten, die vergehen, muss Shahrzad erkennen, dass der junge Kalif nicht der Tyrann ist, für den ihn alle halten. Und dass in seinem prächtigen Palast Geheimnisse verborgen liegen, die noch schrecklicher sind als seine Taten.

Meinung



Ich habe nur sehr schwer ins Buch gefunden und hatte wirklich nicht erwartet, dass es mir derart gefallen würde! Sicher, die meisten Rezensionen waren wirklich positiv, aber die ersten Kapitel enttäuschten mich. Es war nicht nur die Begegnung einer fernen Welt. Dass man kurze Zeit benötigt, um sich an die arabischen Namen, Bezeichnungen und Orte zu gewöhnen ist verständlich. Aber mir war alles zu wirr. Zu viele Figuren, zu viele Handlungsstränge. Hinzu kam noch, dass mir weder die Protagonistin Shahrzad, noch der tollkühne Adelige Tarik besonders gut gefallen haben.  Doch mit der Zeit änderte sich das. Plötzlich entführte Renée Ahdiehs Stil mich ins Morgenland und ließ mich einfach nicht mehr gehen. 
Der Schreibstil der Autorin ist sicher mitverantwortlich, dass ich mich im Buch nach den ersten Kapiteln doch sehr wohl fühlte. Sie beschreibt die Szenarien und die Geschichten authentisch und lebhaft. Es gibt mehr als einen Handlungsfokus. Im Zentrum steht natürlich Shahrzad, die nur den einen Wunsch hegt: ihre Freundin zu rächen und den Kalifen zu töten. Shazi ist eine Kämpferin. Sie ist sehr mutig und gewagt, ehrlich und neugierig. Allerdings hat sie auch einige arrogante Züge. Sie war keinesfalls mein Lieblingscharakter. Denn eigentlich ertrug ich Shazi nur, wenn sie gemeinsam mit Chalid auftauchte. Denn der kühle und vielleicht wahnsinnige Herrscher schlug mich in seinen Bann. Was ist der Grund dafür, dass er seine frisch angetrauten Bräute bei Morgenröte hinrichten lässt? Was verbergen seine so ruhigen Augen? Chalid ist ohne Frage das größte Geheimnis des Buches und es ist interessant Shahrzads Konflikt zu beobachten. Sie will ihn töten – und kann es doch nicht. Denn auch sie will wissen, warum all die anderen Mädchen sterben mussten und sie nicht. Genauso sehr will Chalid aber wissen, warum Shazi sich freiwillig für den Tod entschied. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach. Und für mich mutierten sie ab der Hälfte des Buches zu einem meiner liebsten Liebespaare der letzten Jahre. Die Gefühle zwischen beiden sind so echt und das, obwohl beide dagegen ankämpfen. Die Geheimnisse machen die Situation nicht leichter und hinzukommen natürlich die verschiedensten Intrigen. Denn wer denkt, dass es mit einer einfachen Liebesgeschichte getan ist, irrt gewaltig. Es gibt Menschen, die Chalid den Thron streitig machen wollen. Und es gibt diejenigen, die Shahrzad unbedingt aus den Fängen des furchtbaren Herrschers befreien wollen. Allen voran ihre Jugendliebe Tarik. Der junge Mann ist anfangs relativ sympathisch, was mit der Zeit allerdings abnimmt. Die Abschnitte, die von ihm erzählen, empfand ich im Vergleich zu denen von Shazi und Chalid als langweilig. Deplatziert erschien mir auch die Geschichte von Shahrzads Vater und seine Magie. Man bekommt als Leser nur sehr wenige Informationen zu diesem Handlungsstrang, was für viel Verwirrung sorgt. Man erahnt verschiedene Dinge und tappt doch weiterhin im Dunkeln. Im zweiten Teil der Reihe wird hier sicher sehr viel Zeit drauf verwendet werden. 
Natürlich machen die Abschnitte über die anderen Figuren die gesamte Geschichte runder und spannender. Doch ich befand mich irgendwann in einem Wahn, der mich auf die Szenen zwischen Shazi und Chalid fiebern ließ. Ich habe das Buch verschlungen und das, obwohl ich anfangs wirklich nicht damit gerechnet hatte. Es passt einfach so vieles in dieser Geschichte, dass ich immer noch völlig verzückt bin. Als Leser befindet man sich aber auch nach Beenden des Buches in einem kleinen Gewissenskonflikt, den eben auch die Protagonistin durchmacht. Denn auch wenn Chalid seine Gründe hat, so starben eine Vielzahl junger Frauen. Und wofür? Gibt es Gründe, die das rechtfertigen? Ich zumindest kann Chalid sogar verstehen…auch wenn mich das ebenfalls zu einem Monster macht.


Fazit



Obwohl es Stellen im Buch gab, die ich gern überlesen hätte, senkt sich mein Fieber, das dieses Buch ausgelöst hat nur langsam. Die Autorin hat es geschafft mich in eine ferne Welt zu entführen und neugierig zu machen. Die Liebesgeschichte war für mich etwas ganz Besonderes. Tragend ist für mich der Charakter von Chalid, ohne den das Buch nicht funktionieren würde. Nach ungefähr 100 Seiten wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste mich regelrecht dazu zwingen. Auch wenn es kleine Makel oder eben Unverständlichkeiten gibt, fiebere ich Teil zwei sehr entgegen. Gebt mir mehr von dieser Liebesgeschichte aus 1001 Nacht. Verdiente fünf Spitzenschuhe!




29. Juli 2016

Die kleinen Freuden des Lebens: Die Lovelybox - endlich hab ich sie!


Jaaah...Jaaaaah...Jaaaaaaaaaah!

 Meine Jubelrufe ähnelten diesen Ausdrücken doch ziemlich genau, als ich vor ein paar Tagen die Mail in meinem Postfach fand, die mir die frohe Botschaft verkündete: "Du hast die Lovelybox gewonnen". 



JA! ENDLICH! 

Bisher hatte ich bei der tollen Aktion meiner geliebten Leseplattform Lovelybooks noch gar kein Glück. Und jeden Monat durfte ich traurig auf mein kleines Laptop-Fenster schauen und die Bilder der verpassten Boxen bewundern. Aber dieses eine Mal...hach...war meine Glücksfee gnädig und bescherte mir diese spannende Box :) Ich war total glücklich, als ich sie gestern dem Briefträger aus der Hand nahm. Sie heiterte mich sofort auf! Was auch daran lag, dass ich schon seit zwei Stunden vor wissenschaftlichen Texten über das implizite Lernen für meine Hausarbeit hing...nicht sonderlich spannend. Da kam mir die Klingel gerade Recht. Und was für Spannung sie mir doch beschert hat! Kein Vergleich zum impliziten Lernen, wenn ihr mich fragt ;)





Voller Freude öffnete ich die Box und entnahm den Brief an mich :) Es ist immer wieder süß zu sehen, wie viel Arbeit und Mühe sich das Lovelybooks-Team macht und da freut es einen schon, wenn der eigene Name auf dem Umschlag steht. Es sind die kleinen Gesten, nicht wahr? ;) Absolut umwerfend finde ich den kleinen Beutel aus dem Ullstein-Verlag, die ebenfalls in der Box war. "Du kannst dich nicht verstecken" ist die subtile Botschaft dahinter und ich freue mich schon sehr, ihn in der Praxis auszuprobieren. Aus dem Ullstein-Verlag ist natürlich auch ein Buch vertreten, welches eben genau diese Satz als Untertitel birgt. Insgesamt lassen sich drei tolle, spannungsgeladenen Thriller finden. "Anklage", "Justins Heimkehr" und "Night Falls" heißen die drei Werke und wenn sie euch interessieren, könnt ihr unten einen Blick auf die Klappentexte werfen. Ich kann nur sagen, dass alle drei Bücher super spannend klingen und ich mich ebenfalls auf alle freue! "Justins Heimkehr" macht verdammt viel her, von John Grisham habe ich bisher nur ein Buch gelesen, also wird es höchste Zeit und "Night falls" macht mich ebenfalls sehr neugierig. 


Wie siehts bei euch aus? Hattet ihr vielleicht auch Glück? Mit welchem der drei Bücher würdet ihr beginnen? :) Also Entscheidungshilfe also hier die Klappentexte:





Jenny Milchman - Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken

Denk nicht, du hast alles hinter dir gelassen Sandra hat alles. Ein Traumhaus mitten in der Natur. Einen Mann, der sie auf Händen trägt. Eine 15-jährige Tochter, ihr großes Glück. Bis aus dem Traum ein Alptraum wird: Zwei Fremde dringen in ihr Haus ein, schlagen ihren Mann brutal nieder und nehmen Mutter und Tochter als Geiseln. Draußen tobt ein Sturm. Es gibt keinen Ausweg. Schon gar nicht für Sandra. Denn sie kennt einen der Männer — und wollte ihn um jeden Preis vergessen.



John Grisham - Anklage

Als New Yorker Anwältin hat es Samantha Kofer binnen weniger Jahre zu Erfolg gebracht. Mit der Finanzkrise ändert sich alles. Samantha wird gefeuert. Doch für ein Jahr Pro-Bono-Engagement bekommt sie ihren Job zurück. Samantha geht nach Brady, Virginia, einem 2.000-Seelen-Ort, der sie vor große Herausforderungen stellt. Denn anders als ihre New Yorker Klienten, denen es um Macht und Geld ging, kämpfen die Einwohner Bradys um ihr Leben. Ein Kampf, den Samantha bald zu ihrem eigenen macht und der sie das Leben kosten könnte



Bret Anthony Johnston - Justins Heimkehr


Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden. Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden - der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf „nicht schuldig" plädieren will? Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.



Ich sage Danke an das Lovelybooks-Team und hoffe, ihr hattet auch so viel Glück wie ich :)
Liebst,
Eure Julia

28. Juli 2016

Rezension: "Solo für Clara" von Claudia Schreiber


Titel: Solo für Clara
Autor: Claudia Schreiber
Verlag: Carl Hanser Verlag
Preis: 16,90€
Seiten: 272


„Solo für Clara“ ist ein Buch, das mich tief beeindruckt hat. Ich bewundere Pianisten und liebe es ihrer Musik zu lauschen. Doch bis zu diesem Buch hatte ich nicht einmal in Ansätzen eine Ahnung, was es heißt, sein Leben der Musik zu widmen. „Solo für Clara“ ist ein Buch über eine unermessliche Leidenschaft  und einen großen Traum. Um diesen Traum zu erreichen, muss viel überstanden werden und das nicht nur von der jungen Clara – sondern von jedem in ihrem Umfeld. Das Buch wurde in der kurzen Zeit die ich es las ein Teil von mir und ließ mich nicht mehr los. Taucht ein in eine virtuose Welt voller Musik, die man dank moderner QR-Codes im Buch sogar während des Lesens genießen kann. Für mich ein absolutes Highlight!

Klappentext


Das Porträt eines musikalischen Talents: Die Geschichte eines Mädchens, das mit Ehrgeiz und Leidenschaft seinen Traum verfolgt, Pianistin zu werden
Mit fünf sitzt Clara zum ersten Mal am Klavier. Eigentlich soll sie nur das Instrument kennenlernen, doch Clara zeigt eine außergewöhnliche musikalische Neugier und Begabung. Bald erhält sie professionellen Musikunterricht und verbringt jede freie Minute am Flügel. Sie weiß, dass sie es mit Fleiß, Disziplin und ihrer großen Liebe zur Musik zur Konzertpianistin schaffen könnte. Doch sie ahnt nicht, wie sehr ihr die vielen Reisen, der Neid und die Intrigen ihrer Konkurrentinnen sowie der Verzicht auf ein normales Leben zu schaffen machen. Dennoch lässt Clara sich nicht entmutigen und kämpft entschlossen für ihre Ziele, bis ihr großer Traum von einer Karriere als Solistin greifbar nahe ist …


Meinung


Ich habe mir das Buch aus persönlichem Interesse nach der Lesung von Claudia Schreiber auf der Buchmesse in Leipzig gekauft. In meiner Freizeit höre ich sehr gern klassische Musik und mein Lieblingsinstrument ist dabei das Klavier. Aber so gerne ich es auch höre, so wenig Ahnung habe ich davon. In meiner Jugend habe ich Querflöte gespielt, was vielleicht nicht unbedingt mit einem Piano gleichzusetzen ist – vor allem nicht, wenn von einem Kind mit Hochbegabung die Rede ist. Denn das ist Clara ohne Frage: hochbegabt. 
Für mich war „Solo für Clara“ etwas ganz Besonderes. Das begann bereits beim Cover. Von weitem dachte ich tatsächlich, dass ein verkrüppeltes Herz zu sehen wäre, bis ich das Klavier und das Mädchen mit den wehenden Haaren erkannte. Dazu der Hintergrund von Notenlinien und das raue Hardcover. Für mich ist das Buch bereits äußerlich perfekt. Aber dazu kommt natürlich der Inhalt. Claudia Schreiber erzählt nach wahren Vorbildern die Geschichte eines Kindes, das nichts anderes im Kopf hat als das Klavier. Zwar gibt es keine konkrete biographische Vorlage für Clara, dennoch ist sie sehr authentisch! Die Autorin ließ sich von verschiedenen Musikern zu diesem Roman inspirieren und somit gelingt ihr ein unglaublich hohes Maß an Authentizität. Dies liegt zum größten Teil an der Thematik, die sehr professionell vermittelt wird, zum anderen aber auch an Claras Art zu erzählen. Das junge Mädchen erzählt seine Geschichte selbst. Der Stil von Claudia Schreiber ist somit vor allem zu Beginn sehr kindlich, jung und naiv. Aber dennoch ist immer eine starke und disziplinierte Note vertreten, die Clara zu dem Mädchen machen, das sie ist. Der Stil ist absolut gelungen und altersgerecht.
Die Geschichte beginnt bei einem Wettbewerb, als Clara 12 Jahre alt ist. Die Kapitel sind immer mit der Formel „Als ich … Jahre alt war“ eingeleitet und schildern Claras Erfahrungen in diesem Jahr. Obwohl die Handlung bei 12 Jahren einsetzt, macht sie einen Sprung zurück, als Clara fünf war und geht von 8 Jahren an regelmäßig aufwärts, so dass das Buch endet, als Clara 16 Jahre alt ist. Obwohl wir hier als Leser also nur eine relativ kurze Spanne verfolgen, offenbart die Protagonistin doch ihre gesamte Kindheit vor uns. Und diese ist keinesfalls normal. Als junges Kind denkt Clara an nichts anderes als das Spielen, denn sie will einfach nichts anderes. Schnell entwickelt sich der Wunsch in ihr, Konzertpianistin zu werden. Doch was das wirklich heißt, wird erst im Verlauf des Buches klar. Der anfängliche Spaß und die dazugehörige Disziplin werden überschattet von harter Arbeit, Ausblenden des realen Lebens und purer Konzentration auf das Ziel. Der Druck nimmt zu, die Konkurrenz wird stärker – doch Clara wird auch besser. Ich war fasziniert davon, was dieses kleine Mädchen alles auf sich nimmt, um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. Wahre Helden sind hierbei auch ihre „Erwachsenen“, wie Clara ihre Eltern gern nennt. Beide arbeiten selbst gern und hart, doch mit einem hochbegabten Kind – ja, soll man sagen „Wunderkind“? (dieser Begriff wird im ganzen Buch jedenfalls vermieden) – müssen sie erst einmal zu Recht kommen. Clara braucht einen Flügel, der Unterricht muss bezahlt werden, ein zweites Instrument muss her, die Reisen zu den Meisterkursen kommen dazu und dort muss sie außerdem begleitet werden. Es geht in diesem Buch nicht nur um Clara. Sondern um all das, was getan werden muss, damit das „Solo für Clara“ überhaupt erst möglich wird. Zum Teil war ich schockiert, zum Teil fasziniert. Es ist schwer zu beschreiben. Clara ist nicht unbedingt sympathisch. Oftmals ist sie rücksichtslos und egoistisch. Vor allem ihre Eltern müssen mit ihr kämpfen. Doch sie hat auch viele positive Eigenschaften und eine sehr luxuriöse Situation. Denn ihre Eltern zwingen sie zu nichts, wollen sie sogar zum Aufhören bewegen. Aber sie WILL Klavier spielen, denn nichts anderes auf der Welt macht sie so glücklich, wie der Applaus nach einem schweren Stück, an dem sie stundenlang gearbeitet hat. 
Ich könnte noch stundenlang über den komplizierten Charakter des jungen Mädchens schreiben, oder über die familiäre Situation, die mehr als einmal unter Claras Ambitionen leidet. Aber für irgendetwas müsst ihr das Buch ja auch selbst lesen.
Interessant ist sicher noch der Aspekt der Konkurrenz untereinander. Für mich war es sehr nachvollziehbar, dass sich unter den kleinen Wunderkindern mehr als nur ein Biest versteckt. Ein interessanter und ambivalenter Charakter ist außerdem Claras Musikprofessor Eisenstein. Nutzt er es aus, mit so jungen Menschen zu arbeiten? Oder lebt er lediglich für die Musik?
Die Themen des Buches sind für mich überaus interessant gewesen, allerdings sind sie auch speziell. Jeder, der Musik liebt, wird sich in diesem Buch wiederfinden und vielleicht ebenso fasziniert sein. Eine tolle Innovation, wenn auch nicht unbedingt revolutionär, sind die QR-Codes, die sich oft im Buch finden lassen. Immer wenn Clara sich mit einen neuen und komplizierten Stück beschäftigt, findet man am Seitenrand einen Code. Wenn man ihn scannt, kommt man zu Youtube-Videos, die einem Claras aktuelles Stück vorspielen. Die Musik während des Lesens laufen zu lassen, schafft eine atemberaubende Atmosphäre und bringt uns der Protagonistin ein kleines Stück näher. Für mich war es sehr interessant, allerdings bin ich mir auch dessen bewusst, dass QR-Codes auch Schwächen haben. Dennoch gefällt mir die Idee.

Fazit




Ich schreibe schon viel zu lang, was daran liegt, dass ich das Buch selbst noch verarbeite. Es ist so vielschichtig, so authentisch, tragisch und irgendwie wunderschön. Ich finde es faszinierend und kann es jedem ans Herz legen, der sich für das Thema Musik interessiert. Claudia Schreiber zeichnet hier ein besonderes Porträt eines speziellen Lebensweges, der zwar viel Negatives mit sich bringt und dennoch Großes hervorbringen kann. Ich kann nur  5 Spitzenschuhe vergeben, während ich dem Klang des „Glöckchens“ weiter lausche.



26. Juli 2016

Geschichtentänzer tanzt! No. 3 Solo von der Deutschen Meisterschaft


Hallo ihr Lieben!


Ich hatte es euch schon vor einer ganzen Weile versprochen, aber wie das so ist, hat es doch erst jetzt geklappt. Schon im Juni war ich mit meiner Hip Hop Formation und ein paar Duos bei der Norddeutschen Hip Hop Meisterschaft. Anfang Juli fanden die Deutschen Meisterschaften in Mannheim statt. Eigentlich wollte ich euch unser Duo von der NDM hochladen, habe mich jetzt aber vorerst für die erste Runde Solo auf der Deutschen entschieden.

Was seht ihr hier also eigentlich? 

Natürlich gehört das Video zu "Geschichtentänzer tanzt", allerdings seht ihr hier keine Choreographie, die ich mir ausgedacht und nett beim Training gefilmt habe. Ich tanze hier bei einer Meisterschaft und zwar Freestyle. Im Solo und Duo ist es so, dass mehrere (bis zu 10 ungefähr) Tänzer auf einer Fläche stehen und dann irgendein Lied angemacht wird. Die Tänzer wissen nicht welches, sondern nur das ungefähre Tempo. Im Duo trainiert man dann zu zweit eine Choreo, die man dann auf jedes Lied tanzen können muss. 
Im Solo ist das noch ein wenig anders. Zwar kann man sich hier vorher auch eine Choreo oder bestimmte Schritte zurecht legen - macht aber keiner. Manchmal hat man nämlich Glück und man kennt das Lied eben doch und wenn markante Stellen auftauchen, kann man als Tänzer darauf reagieren. Also freestylen die meisten von uns, sprich: Wir tanzen, was unser Körper gerade will. So zumindest mache ich das und so seht ihr es auch auf dem Video. Kein Schritt war geplant oder sonstiges.


Ich muss sagen, dass es keine sonderlich starke Runde von mir war und es war auch noch nicht die Finalrunde. Insgesamt wurde ich sogar 5. auf der Deutschen Meisterschaft, was ziemlich okay ist. Vor mir waren nur Jungs (leider wird nicht nach Geschlechtern getrennt und irgendwie werden die Jungs immer bevorzugt :P ) und daher war ich sehr zufrieden :)

Insgesamt sehr ihr hier ein wenig Meisterschaftsatmosphäre, wobei die DM echt niedlich und gesittet war. Normalerweise kann man den Ton auf den Videos vor lauter Gekreische gar nicht mehr hören und ständig rennt jemand ins Bild. Das haben wir hier leider auch, aber vielleicht bekommt ihr ja so einen kleinen Einblick in Hip Hop Meisterschaften und auf das kleine Mädchen mir dem weißen T-Shirt: Das bin nämlich ich ;) Aber selbst wenn ihr die anderen Tänzer interessanter findet, bin ich auch zufrieden ;)

Viel Spaß!

Tut mir übrigens leid, dass es so klein und schwer erkennbar ist, aber beim Solo herrscht Chaos :D


video


Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen von euch! Wie gefällt euch das Meitserschaftssystem? Wie findet ihr den Typen im gelben Pulli? :D Er wurde übrigens 4. Wart ihr schon einmal auf einer Hip Hop Meisterschaft oder würdet gern mehr davon sehen? Oder gefallen euch die Choreos viel besser? Egal, was ihr mir mitteilen wollt, ich würde mich über euren Kommentar freuen! :)

Eure Julia


25. Juli 2016

Rezension: "Jane & Miss Tennyson" von Emma Mills


Titel: Jane & Miss Tennyson
Autor: Emma Mills
Verlag: Königskinder
Preis: 18,99
Seiten: 480

Als ich 15 war, begann ich die Jane Austen Romane zu lesen. Ich wusste nicht wieso, aber ich fand sie schon damals fesselnd. Jane Austens Stil ist romantisch und höflich, man taucht ein in eine andere und längst vergangene Zeit. Als ich von Emma Mills Roman „Jane & Miss Tennyson“ erfuhr, war ich Feuer und Flamme. Ein Roman, der nach Austens Konzept aufgebaut und mit heutigem Stoff gefüllt wurde, eine junge Teenagerin, die sich für nichts Besonderes hält und trotzdem eine überaus spannende Geschichte erzählen kann. Das Buch hat mich überrumpelt – denn es ist großartig! Seit heute muss ich es zu meinen Lieblingsbüchern zählen und ich kann es jedem romantischen Mädchen nur ans Herz legen.

Klappentext


Devon würde eigentlich nichts an ihrem Leben ändern. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und die Zukunft zu ignorieren. Aber das Leben macht nicht mit. Erst zieht ihr Cousin Foster, ein unverbesserlicher Sonderling mit einem überraschenden Talent für Football, bei ihnen ein. Dann taucht der unausstehliche, überhebliche und unerträglich attraktive Ezra auf. Und Devon muss feststellen, auch im 21. Jahrhundert können Stolz und Vorurteil einem im Weg stehen und erste Eindrücke täuschen…

Meinung


Schon bei einem näheren Blick auf den Klappentext, kann man ein Konzept von Austen erahnen. Allerdings will ich betonen, dass es keinesfalls unübersehbar ist. Wir haben es hier nicht mit einem billigen Abklatsch zu tun, sondern mit einer klugen Umsetzung einer wunderbaren Idee. 
Es gibt an diesem Buch so viel zu loben! Der Schreibstil von Emma Mills ist wunderbar. Er ist absolut authentisch und mit Devon als Erzählerin sehr schön. Manchmal ist er poetisch, dann wieder total lustig. Ich habe Devon jeden Satz abgenommen, den sie dem Leser erzählt, der teilweise auch angesprochen wird. Man merkt Devon an, wie ehrlich sie mit vielen Dingen ist, aber eben genauso, dass gewisse Vorurteile einem auch heute im Weg stehen können.  Oftmals fand ich ihre Beruteilung wirklich lustig.
Als Charakter ist die Ich-Erzählerin ebenfalls klasse. Sie ist völlig normal und eigentlich finde ich das immer blöd, wenn dieses Bild einer Protagonistin ausgepackt wird. Denn zumeist ist sie dann eben doch nicht normal usw., aber hier ist das anders. Devon ist seit Jahren heimlich in ihren besten Freund verliebt. So heimlich ist das für den Rest der Schule zwar nicht, aber so ist das ja meistens. Ihre Noten sind okay, sie hat keine außerschulischen Aktivitäten, guckt gern Football und geht zu der ein oder anderen Party. Ich meide es, mich mit Figuren zu identifizieren, aber bei Devon konnte ich das tatsächlich. Anfangs unsympathisch erschien mir ihr Cousin Foster, ein ziemlicher Nerd. Allerdings hat er eine harte Vergangenheit und mit der Zeit des Romans entwickelt er sich, wie kaum eine andere Figur. Bis zu einem gewissen Punkt im Buch, wusste ich nicht, wer der männliche Held der Geschichte sein würde (- denn ich las den Klappentext vorher nicht nochmal). Cas, Devons bester Freund, ist sympathisch und irgendwie cool. Zwischenzeitlich dachte ich wirklich, er würde seine Liebe für Devon entdecken à la Jane Austen, allerdings hatte ich die Rechnung ohne Ezra gemacht. Dadurch, dass man Devons Perspektive einnimmt, kommt anfangs auch Ezra nicht sonderlich gut weg. Aber auch er macht eine starke Entwicklung durch und irgendwann war ich ihm total verfallen. Er ist DER Star in der Football-Liga und somit in gewisser Weise unnahbar. Die Beziehung zwischen beiden reift und dann gibt es wieder Probleme und wie das auch bei Jane Austen manchmal ist, läuft einfach alles schief. Es gab keine Figur, die nicht ihren Sinn hatte. Die meisten konnte ich sehr gut leiden und wenn das mal nicht der Fall war, hatten sie dennoch ihre Existenzberechtigung.
Eigentlich passiert nicht großartig viel im Buch und dennoch konnte ich es nicht aus der Hand legen. Das Schriftbild und der Stil unterstützen den rasanten Lesefluss, aber daran lag es nicht. Es lag an dieser zarten Liebesgeschichte, an diesem tollen Mädchen, das nicht genau weiß, was sie in ihrer Zukunft erreichen will. Das Thema Football nimmt einen großen Platz im Buch ein, aber keine Sorge, solltet ihre keine Sportfans sein, macht das auch nichts. Emma Mills bekommt es gut hin, das Spiel zu integrieren und es trotzdem nicht zu groß werden zu lassen.
Neben Liebe steht auch das Thema Familie sehr im Fokus. Fosters Geschichte ist tragisch und wichtig für die Handlung. Durch ihn lernt Devon völlig neue Seiten an sich kennen und man kann über den kleinen Kicker nur staunen. Außerdem macht er die Geschichte lustiger, indem er einfach er selbst ist. Jane Austen und ihre Bücher stehen gar nicht so sehr im Mittelpunkt. Miss Tennyson – also Devon – vergleicht nur manchmal ihre und Janes Welt miteinander, verliert sich in ihren Geschichten und denkt an ihre Lieblingsautorin. Aber man braucht keinesfalls die Geschichten von Austen zu kennen, um dieses tolle Buch zu genießen.
Ein paar Worte noch zur Ausgabe. Es ist kein Geheimnis, dass die Bücher von Königskinder wunderschön gemacht sind. Der Schutzumschlag ist wirklich besonders, aber das Hardcover darunter ist noch viel bezaubernder. Das Format ist relativ klein und sorgt ebenfalls dafür, dass man schnell vorankommt. Ich rechne es dem Verlag hoch an, dass im Buchrücken nicht nur ein paar Worte zur Autorin zu finden sind, sondern auch zur Übersetzerin! Wir vergessen einfach viel zu oft, dass die Arbeit der Übersetzer unglaublich wichtig ist und es eigentlich ihr Stil ist, den wir oftmals lesen. Versteht mich nicht falsch, Emma Mills hat diesen wunderbaren Roman erschaffen, aber ich könnte ihn ohne Katharina Diestelmeier nicht in den Händen halten.

Fazit




Ich liebe dieses Buch. Sehr viel mehr brauche ich nicht sagen. Es hat die perfekte Mischung aus Liebesgeschichte und Familiendrama. Die Protagonistin ist klasse und authentisch und erzählt von ihrem eigenen Leben in einem Stil, der mich einfach gefangen gehalten hat. Ich zähle dieses Buch zu den Schätzen des Jahres und er bekommt einen besonderen Platz in meinem Regal. Natürlich: 5 Spitzenschuhe und das Attribut Schatz.



22. Juli 2016

Interview mit Sabine Schulter

Hallo ihr Lieben!


Heute habe ich wieder etwas besonders Schönes für euch, auf das ich mich selbst sehr gefreut habe! Vielleicht haben die ganz Aufmerksamen unter euch schon bemerkt, dass sich die Rezensionen der Bücher von Sabine Schulter hier häufen. Nachdem ich die Azur-Dilogie von ihr gelesen habe, bin ich ein wahrer Fan. Zu den Rezensionen von Band eins und zwei kommt ihr übrigens hier mit einem Klick.
Umso größer war die Freude, als Sabine sich bereit erklärt hat, ein kleines Interview mit mir zu machen. Inzwischen habe ich all ihre Bücher gelesen und kann sie jedem Fantasy-Fan nur empfehlen. Vor Kurzem ist erst ihr erster Einzelband "Die Hüterin der Welten" erschienen und inzwischen arbeitet sie an einer Vampir-Reihe. Vielleicht habt ihr ja schon einmal etwas von ihr gelesen oder möchtet die sympathische Autorin einfach etwas besser kennen lernen. Dann hoffe ich, dass ihr genauso viel Spaß beim Interview haben werdet, wie ich es hatte. Denn Spaß kann man mit Sabine Schulter auf jeden Fall eine Menge haben :)



1. Findest du in deinem Alltag auch mal die Zeit zu lesen? Was liest du dann? Wie bekommst du ansonsten den Kopf frei?

Früher habe ich für mein Leben gern gelesen, doch seit ich selbst schreibe ist es überraschend schwer geworden, überhaupt die Lust auf andere Bücher aufkommen zu lassen. Es gibt viele Bücher, die mich interessieren und ich mir auch kaufe, aber dann stehen sie meist sehr lang in meinem Regal. Das finde ich sehr schade, aber es ist im Moment nun einmal so.
Besonders gern lese ich reinen High Fantasy und habe davon auch wirklich viele Bücher in meinen Regalen stehen.


2. Du hältst sehr nahen Leserkontakt und machst tolle Aktionen über die Social Media Kanäle. Wie wichtig findest du das als Autorin?

Wahrscheinlich gibt es kaum etwas Wichtigeres als Autorin. Der Kontakt mit dem Leser hält einen nicht nur auf gleicher Ebene und verhindert Höhenflüge, sondern man kann so gut miterleben, wie sie die eigenen Bücher finden, was man besser machen könnte oder was sie sich wünschen. Für mich gibt es nichts Schöneres, als aus einer Nachricht eines Lesers richtiggehend zu spüren, wie sehr ihm mein Buch gefallen hat :)


3. Wie entscheidest du, welchen Namen du einem Charakter gibst?

Uff, eine gaaaanz schwere Frage. Die Namen für meine beiden Protagonisten fallen mir oft sehr schnell und spontan ein. Meist kommt es bei ihnen tatsächlich auf den Charakter jedes einzelnen an, denn nicht jeder Name passt zu jeder Person.
Bei den Nebencharakteren durchforste ich sehr gern das Internet, schreibe mir Namen auf, die mir gefallen und verwende sie, wenn sie zum Char passen. Inzwischen habe ich sogar Listen, wo ich interessante Namen aufschreibe.


4. Gibt es jemanden aus deinen Büchern, mit dem du dich selbst sehr identifizierst? Miriam mag Kissen ja beispielsweise ebenso sehr wie du ;)

Ja, meine Sin und Miriam-Reihe besitzt schon sehr viel von mir selbst ;)
Aber in alle meine Bücher fließt immer mal eine Kleinigkeit von mir. Ich mag es beispielsweise gar nicht, auf dem Boden oder Gras zu sitzen, weil ich immer an die Flecken und die Krabbeltiere denke – genauso wie Néle aus meiner Hüterin.
Auch ich habe neben dem Studium in einem Dekoladen gearbeitet – so wie Jess aus Azur, selbst wenn ich nachts nicht Träume stehle ;)
Es sind oft Kleinigkeiten, die ich aus meinem Leben einfließen lasse, aber ich finde, dass die Geschichten dadurch authentischer werden.


5. Gibt es bestimmte Situationen, in denen dir die besten Ideen für Geschichten kommen? (Ich bekam beim Spaziergehen mit meinem Hund immer tolle Choreoideen)

Ehrlich gesagt? Nein. Meine Ideen kommen immer sehr spontan und zu den unterschiedlichsten Momenten. Meist aber, wenn ich mal den Kopf frei bekomme. Also beim Autofahren, Fernsehschauen oder Putzen.


6. Hast du ein Lieblingsbuch unter deinen Eigenen?

Meine Lieblingsbücher sind immer diejenigen, an denen ich gerade schreibe. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich da gerade so tief in der Geschichte drin stecke, dass ich völlig hin und weg bin :D
Im Moment ist mein Liebling eindeutig The Melody of Eden, also mein noch nicht erschienener Vampirroman. Gott, ich liebe Eden <3


7. Wie recherchierst du für Bücher? Lässt du die Handlung an Orten spielen, die du kennst (, wenn sie nicht fiktiv sind) oder suchst du dir vorher Informationen über alles, über das du schreiben willst?

Wenn ich denn wirkliche Orte verwende (was ich selten tue), dann recherchiere ich wirklich so gut es geht. Erst im Internet und wenn es mir möglich ist dann vor Ort. Wenn man reale Orte benutzt, sollte man immer gut recherchieren, denn es gibt genug Leser, die aus den Städten kommen oder sie gut kennen. Da sollte man ihnen Authentizität bieten ;)


8. Hast du mit Schreibblockaden zu kämpfen und wenn ja, sind diese für dich leicht zu überwinden oder ein richtiges Hindernis?

Schreibblockaden habe ich nur, wenn ich zu viel Stress drumherum habe. Also wenn Deadlines anstehen, viel im Privatleben los ist oder sich die kleinen Arbeiten so angehäuft haben, dass ich gar nicht zum Schreiben komme. Dann fehlt mir oft die Lust zum Schreiben.
Aber in solchen Fällen muss man diszipliniert genug sein, um sich trotzdem hinzusetzen. Ich habe eine festgelegte Mindestzahl an Worten, die ich jeden Tag zu schreiben habe – außer wochenends natürlich. Im Moment liegt diese Zahl bei 2000.


9. Wie fühlst du dich als Autorin, wenn du Rezensionen zu deinen Büchern liest? Muss man sich zuerst ein dickes Fell zulegen, um professionell zu bleiben?

Um professionell zu bleiben, sollte man kein dickes Fell haben, sondern Manieren. Andere für ihre Meinung zu verurteilen darf in unserem Bereich einfach nicht sein und hat etwas mit Höflichkeit zu tun. Aber um schlechte Rezensionen annehmen und verarbeiten zu können, braucht man definitiv erst einmal ein dickes Fell.
Als ich meine erste 2 Sterne Rezension erhalten habe, hat mich das mehrere Tage aus der Bahn geworfen. In den Momenten sind die Dutzenden guten Rezensionen wie weggeblasen und man fragt sich, ob man wirklich so schlecht geschrieben hat…
Aber das geht vorbei. Man muss sich einfach klarmachen, dass man es nicht jedem recht machen kann. Und solange die guten Rezensionen überwiegen und sich die Bücher verkaufen, weiß man ja, dass nicht alles verkehrt sein kann ;)


10. Du wirst demnächst bei einem tollen und bekannten Verlag veröffentlichen. Was ändert sich dadurch für dich?

Vor allem mein Zeitplan ;)
Ich habe vorher noch nie eine Deadline gehabt, die nicht von mir selbst gesetzt wurde. Das macht mich schon etwas nervös. Ansonsten freue ich mich unglaublich darauf, mit richtigen Profis, was das Verlagswesen angeht, zu arbeiten. Ich bin einfach gespannt, was das alles bei mir wirklich verändern wird. Kommt das Buch gut an? Wird es gekauft? Bekomme ich dadurch mehr Stammleser? Wie ist die Arbeit mit einem richtigen Lektor?
Viele Fragen, auf deren Beantwortung ich gespannt bin :)


11. Gibt es etwas, das du noch unbedingt erreichen willst – privat oder als Autorin?

Ich möchte meine Bücher unbedingt in den Buchhandlungen sehen! Das ist mein Traum. Und vielleicht irgendwann mal bei Blanvalet veröffentlichen ;)
Privat bin ich absolut zufrieden! Da fehlt nur noch Haus und Kind.



Entweder Oder Fragen:


High Heels oder Turnschuhe?
Turnschuhe

Tee oder Kaffee?
Kaffee

Hund oder Katze?
Katze

Stadt oder Land?
Stadt

Rock oder Hip Hop?
Definitiv Rock!

Konzert oder Theater?
Konzert

Liebesgeschichte oder Thriller?
Liebesgeschichte


Vielen, vielen Dank an Sabine für dieses schöne Interview!


Ich habe mit den Büchern von Sabine immer sehr viel Freude und bin froh sie inzwischen als Autorin und Menschen besser zu kennen. Ein Blick auf ihre Autorenseite lohnt sich unbedingt! Und schaut doch auch ruhig mal bei Facebook rein, wo gerade ihr Jubiläumsjuli läuft, bei dem ihr viele Infos zu den Büchern bekommt und tolle Dinge gewinnen könnt! Danke, dass ihr hier hängengeblieben seid und wenn ihr mögt, hinterlasst doch einen kleinen Kommentar :)

Eure Julia

21. Juli 2016

Rezension: "Der Kampf der Wächter" von Sabine Schulter


Titel: Die Geschichte von Sin und Miriam - Der Kampf der Wächter
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Books on Demand
Preis: 13,99€
Seiten: 408

Selten sind sie geworden, doch sie existieren. Liebespaare, die sich entwickeln, die füreinander sterben würden und die wir als Leser über erzählte Jahre hinweg begleiten dürfen. Denn so sehr wir auch die Tragik à la Romeo und Julia lieben, so ist unser Herz doch erst befriedigt, wenn ein Paar zusammenbleibt. Ein solches Paar sind Miriam und Sin, die Protagonisten der gleichnamigen Reihe, die in Band drei „Der Kampf der Wächter“ noch einmal alles geben. Doch nicht nur ihre Liebe steht in diesem Finale im Fokus, sondern eine Bedrohung, die nicht nur die Erwachten tot sehen will. Die Organisation der Limare ist gespalten und teilt sich in pro und contra gegenüber den Erwachten. Miri und ihre Wächter müssen bis ans Äußerste gehen um die Erwachten zu retten. Befindet sich der Verräter etwa in den eigenen Reihen? Ein spannendes und emotionales Finale nimmt seinen Lauf, wenn die Wächter beginnen miteinander zu kämpfen…

Inhalt


Neun Monate sind vergangen seit Miri in Ägypten von Anhängern der Anti-Erwachten-Bewegung angeschossen wurde. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt -zumindest in Ägypten- und Miri und Sin sind mit all ihren Freunden in München ihrem Alltag nachgegangen. Doch plötzlich ereignet sich in Deutschland ein Mord an einem der neun Erwachten. Die Bewegung scheint auch hier seine Anhänger gefunden zu haben und das bedeutet Gefahr für Miri und die anderen Erwachten. Doch etwas ist komisch an den Ereignissen. Obwohl sich die Taten gegen die Erwachten richten, scheinen auch andere Ziele ins Visier der Gegner zu geraten und warum greifen die Suchenden sie nicht an? Steckt vielleicht viel mehr dahinter, als anfangs erwartet? Miri, Sin, Fire und Co. geraten mitten hinein, wenn der Kampf der Wächter beginnt – und nicht alle kommen heil davon. Kann es Sin und Miri gelingen den Verräter zu finden und die Erwachten zu retten?


Meinung


Ich bin mit viel Freude an „Der Kampf der Wächter“ gegangen und das nicht nur, weil es ein Reihenabschluss ist. Sin und Miri sind auch mir ans Herz gewachsen, obwohl ich beide Charaktere in der Vergangenheit oft kritisiert habe. Beide waren mir zu perfekt und zu verliebt. Ich muss sagen, dass sich diese Umstände auch im dritten Band nicht wirklich ändern, aber irgendetwas war anders. Vielleicht habe ich die beiden einfach akzeptiert wie sie sind, oder aber der Stil von Sabine Schulter hat die Sache besser verkauft. Denn eines muss man gleich zu Beginn festhalten: Dieses Buch ist das absolut beste der Reihe und das liegt vor allem daran, dass die Autorin mit ihren Figuren gemeinsam gereift ist. Der Schreibstil ist flüssiger, authentischer und einfach ausgereifter. Es gibt nicht mehr so viele Längen im Buch, sondern vor allem spannende und nötige Passagen. Es lässt sich darüber streiten, ob Miri und Sin wirklich soo viele Liebesszenen nötig haben, aber okay – das gehört eben auch zu dieser Reihe dazu. Mich hat das jedenfalls von Anfang an überrascht und begeistert. Ich kam dadurch viel besser voran als noch in den ersten beiden Teilen. Dabei war Sabine Schulters Stil auch damals schon gut. Aber nun ist er besser. Und auch die Betrachtung der Figuren ist dadurch interessanter. Beispielsweise gibt es ein paar Kapitel, die weder aus Miris Ich-Perspektive, noch aus Sins Sicht geschrieben sind, was dem Ganzen Abwechslung verschaffte. Man lernt andere Charaktere viel besser kennen und bleibt neugierig. 
Des Weiteren war die Handlung sehr gut ausgearbeitet. Teil eins uns zwei bauen eine tiefe Geschichte auf, die zwar ihren Fokus hat, aber oftmals sehr familiär bleibt. Das Familiäre findet sich auch in diesem Buch, doch es gibt viel mehr Höhepunkte. Szenen, in denen der Leser einfach wissen muss, wie es weitergeht, folgen aufeinander und das Endziel bleibt trotzdem immer klar vor Augen. Ich finde es auch gut, dass das Buch etwas dünner ist als seine Vorgänger. Die Autorin hat sich auf die wichtigen und wesentlichen Dinge beschränkt und ist damit ein wenig vom Konzept abgewichen. Aber genau das war meiner Meinung nach die richtige Entscheidung.
Es gibt also ein paar Neuerungen. Aber genauso sehr steht das Alte im Mittelpunkt. Die Liebe zwischen Sin und Miri wird noch einmal gesteigert und ich konnte sie in diesem Buch auch besser nachvollziehen. Auch wenn ich die Vernarrtheit manchmal kindisch fand, war eine gehörige Portion Drama dabei, die Sinn ergab. Toll sind wie immer die Nebenfiguren. Ich finde, dass es die Geschichte nach vorn gebracht hat, dass Miris beste Freundin Sophie ein wenig in den Hintergrund tritt und die anderen Wächter und Jäger einen größeren Teil einnehmen. Ihre Freundschaft kommt nicht zu kurz und dennoch fangen die anderen Charaktere die kleine Lücke auf. Hurrikan und Thunder waren weiterhin meine Lieblinge, meine absolute Favoritin ist aber Dust. Ich war dankbar für die neue Figur, die mehrfach beweist, wie wichtig sie für die Story ist. Vergessen sollte man aber den tollsten Charakter der Reihe nicht: Der Drache Alerand. Auch er taucht weiterhin auf und ich liebe die Gespräche zwischen Miri und ihm.

Und ein weiterer großer Pluspunkt ist die Spannungskurve. Denn die Geschichte bleibt spannend und der Leser kann sich bis zum Ende nicht sicher sein, wie es ausgeht. Ich erfasste erst sehr spät, wer der Verräter ist. Zwischenzeitlich taucht auch eine neue Suchenden-Königin auf, die ebenfalls für kuriose Gespräche sorgt. Apropos Suchenden-Königin. Mirassa und Tomerien bleiben der Geschichte erhalten und bereichern diesen ebenso.

Fazit



Man merkt schon, dass ich finde, dass die Reihe ein wunderbares Finale hingelegt hat. Sabine Schulter hat ordentlich dazu gelernt und den dritten Teil nicht einseitig auf Sin und Miri und deren Liebe ausgelegt. Obwohl die beiden die Protagonisten bleiben, rücken anderen Dinge in den Mittelpunkt und machen „Der Kampf der Wächter“ zu einem phänomenalen Abschluss. Ich finde das Buch spannend, emotional, gut durchdacht und mit Feinschliff umgesetzt. Im Vergleich zu den anderen beiden Teilen ist er einfach großartig und ich bin froh die wunderbaren Figuren (und hier meine ich vor allem die Nebenfiguren) mit 5 Spitzenschuhen loslassen zu können.



20. Juli 2016

Mein SuB kommt zu Wort #3

Hallo ihr Lieben!


Wir haben wieder den 20. eines Monats und bereits zum zweiten Mal in Folge habe ich es pünktlich geschafft! Pünktlich zur Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" die die liebe Anna von annasbuecherstapel.de betreut und ins Leben gerufen hat. Vielleicht habt ihr ja Lust mal bei Anna vorbei zu schauen und vielleicht ja auch das ein oder andere Wort mit eurem SuB zu wechseln :)



Ich liebe diese Aktion, vor allem, da sie mir meinen kleinen (manchmal auch großen) und heißgeliebten Karli näher gebracht hat :) Denn so heißt er, mein SuB. Und das ist unser nächstes, kleines Gespräch. Let's go!


1. Karli, wie groß/dick bist du aktuell?

Hallihallo, es freut mich wider mit dabei zu sein! Es ist nicht leicht bei Julia zu Wort zu kommen, aber immerhin darf ich einmal im Monat ran. Und auch wenn es nur ist, um mich zu fragen, ob ich dicker geworden bin :/ :P Ich habe doch schon letzten Monat gesagt, dass ich "Größe" präferieren würde. Aber okay....Also...wie groß bin ich im Moment? Ich habe zugenommen :( Julia war böse und hat den Vorsatz sich nach der letzten Prüfung ein paar Bücher zu kaufen, wahr gemacht. Das war böse. Und das weiß sie auch. Aber ich freue mich trotzdem ein bisschen, jedenfalls über meine neuen Schätze. Nur nicht über die Zahl. Im letzten Monat war ich 95 Bücher groß, jetzt sind es 97. Das klingt jetzt vielleicht gar nicht so viel, aber Julia hat auch viel von meinem Stapel vernichtet. Wir hatten 8 Neuzugänge und trotzdem bin ich nur 2 Bücher gewachsen. Das ist ja eigentlich gut, oder?! ;)

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Wie ich bereits angedeutet habe, läuft die SuB-Pflege sehr gut. Julia will immer soviel wie möglich streichen. Und daher nimmt sie viele Bücher von mir. Damit komme ich wunderbar klar. Aber jetzt gerade hat sie sich ein paar Bücher zugelegt und die habe ich herzlich willkommen geheißen. Ich wäre ein schlechter SuB, wenn ich mich immer beschweren würde :P
Wenn ich zeitlich vorgehe, dann kommen auf meine Liste nicht einmal diejenigen, die Julia sich nach der Prüfung gekauft hat, sondern eher Spontankäufe. 


 

Letzte Woche war Julia mit ihrem Freund für ein paar Tage in Weimar. Ein kleiner Kultur- und Geschichtstrip, von dem sie auch noch einen Reisebericht schreiben möchte. Da Weimar die Heimat von Goethe und Schiller ist und es eine bestimmte Buchhandlung gibt, in der diese beiden bereits Bücher kauften, konnte Julia nicht widerstehen und kaufte sich DEN Klassiker von Goethe. Natürlich hat sie ihn schon einmal gelesen, aber jetzt besitzt sie ihn. Mal sehen, ob dieses Büchlein mich jemals verlassen wird. 
Dann fand "Book Elements - Die Magie zwischen den Zeilen" zu uns. Das Buch soll gerade angeblich bei Thalia günstig zu haben sein, weshalb es nun bei Julia auf dem Reader gefangen gehalten wird. Aber eigentlich gehört es trotzdem mir :P
Und nicht zu vergessen, der dritte Teil der Sin und Miriam Reihe, den Julia gerade liest. Ob er also noch zu mir gehört, weiß ich gar nicht. Aber bisher scheint es gut zu laufen.



 

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Verlassen hat mich gerade ein Buch, das schon ein Weilchen bei mir hauste. "Shadow Falls Camp: Geboren um Mitternacht". Es hat Julia richtig gut gefallen und hier kommt ihr zu Rezension. Es lag bestimmt zwei Jahre bei mir, daher hat es den Titel "SuB-Leiche" sicher verdient. Aber nun hat Julia gemerkt, dass dieses Buch da weg musste. Und dieses kleine Märchen ist gut ausgegangen :)


4.  Lieber Karli, was sind deine drei schlimmsten SuB-Leichen (oder SuB-Senioren) und wie alt sind sie?


Oha...stellt mir einfachere Fragen. Das kann ich jetzt wirklich nur schätzen und ich beschränke mich mal auf die Print-Exemplare, da der Ebook-Stapel doch irgendwie schwerer zu sortieren ist. 
Ich denke, dass der Klassiker "Anna Karenina" von Leo Tolstoi schon sehr lange bei mir ist. Verständlich...vor dem Wälzer hat Julia wirklich Respekt. Und ich auch. Ich wäre gar nicht mehr ich selbst, wenn ich dieses Büchlein abgeben müsste :D
Ebenfalls sehr lang sind noch "Die Eismalerin" von Kristin Marja Baldursdottir und "Es sol Liebe sein" von Kate Saunders bei mir. Ehrlich gesagt zweifle ich daran, dass eines der drei Bücher mich in Kürze verlässt. Sie sind auch noch nicht ewig bei mir...wobei ich mich auch gar nicht erinnern kann, wann genau ich angefangen habe zu existieren. Hm..komplizierte Situation. Naja, das weiß wohl nur der Himmel, wann Julia nach diesen Exemplaren greift. 

Ach mann...schon wieder sind die vier Fragen vorbei. Das geht einfach immer viel zu schnell :( Ich komme gerade erst in Plauderlaune...Naja...aber jetzt muss ich wohl zu meinen Büchern zurückkehren. Also ihr Lieben, es war toll, dass ihr mir wieder zugehört habt! Ich hoffe wir sehen uns bald wieder :)

Euer Karli



Mein süßer, kleiner Schatz...man könnte meinen ich rede nicht genügend mit ihm, so wie er sich hier von euch verabschiedet :P Aber keine Sorge, Karli hat es gut bei mir. Mal sehen, ob ich ihm nicht eins auswische, indem ich einfach mal eine der drei SuB-Leichen im kommenden Monat lese. Wir werden sehen. 

Was haben eure SuBs in diesem Monat so zu sagen gehabt? Welche Bücher sind bei euch diejenigen, die bereits am längsten vor sich hin weilen? Lasst mir gern ein paar Links da und ich schau bei euch vorbei :)

Liebst, 
eure Julia

19. Juli 2016

Rezension. "Shadow Falls Camp - Geboren um Mitternacht" von C. C. Hunter


Titel: Shadow Falls Camp - Geboren um Mitternacht
Autor: C. C. Hunter
Verlag: Fischer Tachenbuch
Preis: 9,99€
Seiten: 512


Vampire, Werwölfe, das Übernatürliche. Irgendwann denkt man, hat man alles gelesen. Spätestens seit der Verfilmung von Twilight hat man doch so ein paar Vorurteile. Aber hey…ich muss mich ja als Fan der Biss-Reihe outen (, ist ja auch schon ein Weilchen her) und daher wage ich mich auch ganz gern an die übernatürlichen Wesen heran. Gott sei Dank! Denn wenn nicht, hätte ich C. C. Hunters Shadow Falls Camp-Reihe niemals angefangen. Und das wäre garantiert ein Fehler gewesen! Denn „Geboren um Mitternacht“ ist nicht nur innovativ, sondern ließ auch mein tief verborgenes Teenie-Herz höher schlagen.

Inhalt


Für Kylie könnte es nicht schlechter laufen. Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat mit ihr Schluss gemacht, und dann sieht sie auch noch überall diesen mysteriösen Stalker. Ihre Probleme häufen sich und als ihre Mutter sich nicht mehr zu helfen weiß, schickt sie Kylie in ein Sommercamp. Doch nach Shadow Falls kommt nicht jeder. Jeder der Campbesucher ist ein übernatürliches Wesen: Vampir, Werwolf, Gestaltwandler oder Fee. Auch Kylie soll eine Fähigkeit haben. Doch welche? Lange bestreitet sie, dass sie selbst übernatürlich ist, doch da hat sie die Rechnung ohne die Geister gemacht, die sie sehen kann. Gerade als Kylie beginnt sich selbst und ihre neu gewonnenen Freunde zu akzeptieren, droht dem Camp Gefahr. Doch nur gemeinsam können sie die Feinde bekämpfen…

Meinung


Ich war von „Geboren um Mitternacht“ wirklich mehr als überrascht. Ich hatte es schon längere Zeit im Regal stehen, doch es reizte mich nicht richtig. Jetzt allerdings bin ich ganz hibbelig, an den zweiten Teil heranzukommen. Denn das Buch hat mich mehr als überzeugt und das, obwohl es sicher kleiner Schwächen hat. Das beginnt damit, dass in Kylies Leben tatsächlich alles schief geht. Vielleicht nicht ganz realistisch, aber manchmal kommt eben doch alles auf einmal. Es quält die starke Protagonistin, die eine deutliche Entwicklung durchmacht sehr, dass sich ihre Eltern scheiden lassen werden. Sie ist ein Papa-Kind und bezeichnet ihre Mutter immer als die Eiskönigin. Dazu ist auch noch ihre Großmutter vor kurzer Zeit gestorben und immer wieder sieht sie diesen komischen Soldaten, den aber außer ihr aber niemand anderes sehen kann. Es ist der Beginn einer ganz normalen Teenie-Geschichte, die dann eben doch nicht ganz normal ist. Das Buch hat wirklich alles, was man von einem Jugendbuch erwartet: Spannung, Liebe, Freundschaft und Veränderungen.
Als Kylie im Camp ankommt, muss ihr erst einmal erklärt werden, dass sie nicht „normal“ ist, doch sie will es ewig nicht akzeptieren. Vielleicht ganz logisch, dass man sich selbst nicht für eine Fee oder ähnliches halten will. Sie braucht einige Zeit, um sich an die Struktur des Camps und seine Bewohner zu gewöhnen. Vor allem mit dem Bluttrinken der Vampire zum Essen hat sie das ein oder andere Problem. Doch dann merkt sie, dass die anderen gar nicht solche Freaks sind, wie sie dachte. Da wären ihre beiden Mitbewohnerinnen Miranda und Della. Die quirlige Hexe und der unscheinbare Vampir schleichen sich unglaublich schnell ins Herz des Lesers. Denn sie alle sind nicht in erster Linie das übernatürliche Wesen in sich, sondern einfach ganz normale Teenager. Und deshalb wird im Camp auch stark geflirtet und auch Kylie fühlt sich gleich zu zwei Jungen hingezogen. Das Problem: Der eine kann Gefühle manipulieren und der andere war in ihrer Kindheit ihr Nachbar und hat Kylies Katze damals getötet. So ist das wohl als Werwolf. Aber wie soll man sich denn da entscheiden? Erst Recht wenn plötzlich auch der Exfreund im Camp auftaucht. 
Ihr merkt schon, Kylies Leben wird durch das Camp nicht unbedingt leichter, vor allem, als sie begreift, dass ihr Stalker ein Geist ist und ihr offenbar etwas mitteilen will. Doch ihre Freundinnen und die Campleiterin Holiday stehen ihr zur Seite und so taucht Kylie in diese neue Welt ein.
Die Struktur des Camps ist unglaublich spannend und ich war immer wieder neugierig, was passieren würde. Ein recht großer Teil des Buches wird von Della und Miranda eingenommen, die einfach herzerweichend sind. Sie haben Humor und sind sehr liebevoll. Jeder im Camp hat seine eigenen Probleme, doch es dauert, bis Kylie das begreift und sich selbst nicht mehr über die anderen stellt. Als Protagonistin macht sie einen deutlichen Wandel durch, der sie reifen und wachsen lässt. Sie ist ein völlig anderer Mensch als zu Beginn des Buches und das nicht nur, weil sie sich selbst endlich akzeptiert. Wirklich gut gefallen haben mir Derek und Lucas. Ich habe wirklich für beide eine Menge übrig und ich möchte Kylie die Entscheidung, die wohl irgendwann auf sie zukommen wird, nicht abnehmen. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie die Dinge sich entwickeln werden. 
Meiner Meinung nach trifft C.C. Hunter viele Jugendliche mit dieser Geschichte ins Herz. Darunter auch ich – und ich darf mich gar nicht mehr als Jugendliche bezcihnen. Ich konnte mich dennoch mit Kylie und ihren Freundinnen identifizieren und außerdem gefielen mir der Schreibstil und die Sprache der Autorin sehr gut. Er ist spritzig und jugendlich, dabei humorvoll und manchmal eben too much – genauso wie das bei Jugendlichen sein muss. Im ganzen Buch lässt sich viel Witz finden und zweimal musste ich laut auflachen. Die Konstellation der Jugendlichen, die damit klarkommen müssen, dass sie übernatürlich sind, ist manchmal einfach urkomisch. Zum Beispiel wenn ein Gestaltwandler sich als süßes Kätzchen zeigt, nur damit die Mädels mit ihm kuscheln.
Zwei kleine Kritikpunkte hatte ich dennoch, die mich aber nicht allzu sehr gestört haben. Kylie erfährt das ganze Buch über nicht, was für ein Wesen sie ist. Das wird ein wenig unnötig in die Länge gezogen, aber der Handlung schadet es nicht. Das zweite war die angekündigte Bedrohung des Camps. Ja, das Camp wird die ganze Zeit von der Regierung beobachtet, doch die benannte Bedrohung taucht erst relativ spät auf und wird verhältnismäßig schnell geklärt. Richtig gut gefallen haben mir aber deren Auflösung und die abschließende Aussprache zwischen Kylie und ihrer Mutter. Das Ende hat Lust auf mehr gemacht. Noch erwähnenswert ist die schöne Ausgabe des Buches. Obwohl ich ein Mängelexemplar besitze, sind auch in meiner Ausgabe die verspielten Verschnörkelungen an den Seitenzahlen und auf der Seite jedes Kapitelanfangs die Hintergrundzeichnung des Baums vom Cover. Das erhöht noch einmal den Lesespaß.

Fazit




„Geboren um Mitternacht“ ist ein Buch voller toller Ideen aus den verschiedensten Bereichen. Ich habe die Geschichte von Kylie gesuchtet, da einfach immer etwas passiert. Ob dies nun etwas mit Freundschaft, Liebe oder sogar übernatürlichen Fähigkeiten zu tun hat, ist egal und ändert sich andauernd. Die Entwicklung der Figuren ist spürbar, der Schreibstil ist mehr als passend und als Leserin habe ich mich einfach nur fallen lassen können und genoss die Show. Ich vergebe die volle Punktzahl, denn mein kleines Herz wollte die Geschichte einfach nicht loslassen.