27. Januar 2017

Rezension: "Dark Village - dreht euch nicht um" von Kjetil Johnson


Titel: Dark Village - Dreht euch nicht um
Autor: Kjetil Johnson
Verlag: Coppenrath
Preis: 9,95€
Seiten: 272


Ich gebe es ganz offen zu. Ich habe die Dark-Village-Reihe lediglich wegen einer Challenge begonnen. Und der erste Teil hat mich mehr als enttäuscht. Meine Motivation, den zweiten Teil zu lesen, war gering. Aber was tut man nicht alles, um seinen SuB abzubauen. Also nahm ich mir „Dark Village – Dreh dich nicht um“ vor. Ich war erleichtert, dass ich das Buch nicht mehr so furchtbar fand, wie seinen Vorgänger. Man kann also von einer klaren Steigerung sprechen. Und dennoch ist es noch immer kein Buch, das mir gefällt.

Klappentext


Das Unausweichliche rückt näher, unheimlich, schnell. Bald wird eine der vier Freundinnen sterben.
Trine und Vilde haben ihre Liebe füreinander entdeckt, doch äußere Umstände bringen die beiden wieder auseinander. Nora sucht währenddessen das Gespräch mit Nick und erzählt ihm von Benedictes Behauptung, er habe sie vergewaltigt. Weitere Verwicklungen, die auch Nicks Familienumstände betreffen, sorgen für großen Nervenkitzel. Niemand bemerkt, dass Nora sich in Nick verliebt. Auch Benedicte geht ihren eigenen Weg. Sie trifft sich mit einer Internetbekanntschaft, um Nacktfotos zu machen, und begibt sich in große Gefahr. Dann finden Nora und Nick das ermordete Mädchen im See. 

Meinung


Ein großer Pluspunkt dieses Buches ist, dass man es sehr schnell lesen kann. Der Stil ist nicht meins, aber eben flüssig. Die Kapitel sind extrem kurz, so dass man schnell eben zwischendurch eins lesen kann. Aber: Es passiert auch einfach nichts. Vielleicht ist das Wort „nichts“ übertrieben, aber im Großen und Ganzen betrachtet, wäre dieses Buch nicht wirklich nötig gewesen. Man taucht tiefer in die Charaktere und die Story ab. Es kommen ein paar Punkte mehr ans Tageslicht, die Ereignisse verdichten sich. Aber am Ende weiß man noch nicht einmal, wer jetzt eigentlich tot ist. Eigentlich ist dieser Aufbau sehr klug gewählt und auch konsequent durchgesetzt. Vieles ist dennoch vorhersehbar und kommt daher nicht unerwartet. Der Stil hat etwas von einer Soap, und integriert seine eigene Spannung. Allerdings kommt davon auch nicht zu viel auf. Ich fand den Handlungsverlauf in diesem Buch besser, als noch zuvor. Dennoch gefällt mir die Zentrierung des Themas Sex überhaupt nicht. Was alles im Leben der vier Mädchen und in ihrem Umfeld passiert, ist einfach unlogisch und abwegig. Aber gut, Bücher müssen auch nicht realistisch sein.  Intrigen, Affären der Elternteile untereinander, Drogen, Sexfotos im Netz, generelle Besessenheit von Sex, gleichgeschlechtliche Liebe, Mord, Vergewaltigung…ich meine…muss ich wirklich noch weiter machen?!
Die Charaktere sind alles keine Sympathieträger. Mir fehlte jegliche Identifikation, was bei der Themenwahl wohl nicht schwer zu verstehen ist. Nora nervte mich extrem. Vilde ist noch ganz okay, Trine ist pubertär und Benedicte ist das vernachlässigte Mädchen, das sich in Äußerlichkeiten flüchtet. Interessant bleibt Eline und auch Nick ist ein guter Charakter. Trym ist jemand, der neu auftauchte, der aber auch keine allzu große Rolle hat. Im Grunde ist dieses Buch lediglich dazu da, um Beziehungen weiter aufzuzeigen und die Handlung zu vertiefen. Da noch drei Teile folgen, kann man wohl kaum erwarten, dass der Mord im nächsten Buch bereits geklärt wird. Was man dem Buch lassen muss, ist, dass obwohl ich es nicht mochte, ich gern wissen würde, wer wen ermordet hat. Aber ob ich mir dafür drei weitere Teile mit Themen und einem Vokabular antue, das ich verachte? Das weiß ich noch nicht.

Fazit


Die Dark Village-Reihe hat etwas Faszinierendes. Allerdings wird es durch Provokation erschaffen. Die Themenwahl dieser Reihe ist für mich völlig verfehlt. Sex, Sex, Sex…das ist mit Abstand das wichtigste in dieser Reihe, und ich finde nicht, dass das die richtigen Jugendwerte repräsentiert. Aber gut…der Autor schafft es dennoch ein spannendes Handlungskonstrukt zu erschaffen und folgt dem konsequenter, als noch in Teil eins. Für mich war „Dark Village – Dreht euch nicht um“ eine Steigerung, was bei dem Vorgänger aber auch nicht schwer war. Ich vergebe 2,5 Spitzenschuhe.



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