19. März 2017

Rezension: "Phase Null - Die Auserwählten" von James Dashner


Titel: Phase Null - Die Auserwählten
Autor: James Dashner
Verlag: Chicken House
Preis: 19,99€
Seiten: 440

Selten konnte mich eine solch brutale Buchreihe, wie es „Die Auserwählten“ sind, begeistern. Aber Thomas und seine Freunde faszinierten mich von der ersten Seite an. Beim ersten Teil hatte ich keine Ahnung, wie weitreichend die Geschichte von James Dashner noch werden würde, doch sein Handlungsgerüst wurde äußerst komplex. Somit war klar, dass ich auch die Prequel-Bücher lesen würde. Denn wie hat alles begonnen und was passierte wirklich in der Vergangenheit von Thomas und Teresa? Voller Erwartungen startete ich mit „Kill Order“ und das Buch enttäuschte mich gewaltig. Beinahe hätte ich „Phase Null“ gar keine Chance mehr gegeben, aber dieser Klappentext versprach mir das, was ich wissen wollte. Also los! Und dieses Prequel-Buch lohnt sich tatsächlich! Man bekommt Informationen und staunt über den ein oder anderen Fakt. Ein gutes Buch, das es mit der Trilogie aber dennoch nicht aufnehmen kann.

Klappentext


Du weißt, was im Labyrinth, in der Brandwüste und der Todeszone passiert ist?
Ganz sicher nicht!
Sie sind die Auserwählten. Dazu erkoren, eine Welt zu retten, die längst verloren scheint. Sie sind die Zukunft der Menschheit und ihre einzige Hoffnung. Das glauben sie zumindest. Denn noch ahnen sie nichts von geheimen Allianzen, schockierenden Geheimnissen und unverzeihlichen Lügen.
Sie wissen nur, dass sie von ANGST auf die erste Phase des Experiments vorbereitet werden.
Das macht die Auserwählten zu Freunden – und damit beginnt der Verrat an Thomas.

Meinung


„Phase Null“ beginnt direkt bei den Figuren, die man durch die Trilogie lieben gelernt hat. Keine neuen Unbekannten, von denen plötzlich die Handlung getragen wird. Nein. Wir lernen Thomas, Newt, Alby, Minho und Teresa noch einmal völlig neu kennen. Das war ein schönes Gefühl und es ist interessant für den Leser die Entwicklungsschritte der einzelnen Figuren zu verfolgen. Wie war Minho als Kind, wie ist er als Teenager? Was wissen die Jungs über das Experiment und ihr eigenes, zurückgelassenes Leben? All dies sind Dinge, die geklärt werden. Zum Teil blutete mir das Herz mit dem Wissen, das ich aus den folgenden Büchern hatte. Ich konnte nicht fassen, dass die Geschehnisse so grausam sind. Denn das ist ein Punkt, der in diesem Buch sehr gut zur Geltung kommt: Grausamkeit. Natürlich ist der Brand die schlimmste Konstante, von der die „Maze Runner“ im Labyrinth nichts wissen. Aber zu was er die Menschen führt, ist noch schrecklicher. In diesem Zusammenhang muss ich die Mitarbeiter von ANGST erwähnen. Thomas ist ein starker Junge, der sehr schnell erwachsen werden musste. Er weiß früh, dass er den ANGST-Mitarbeitern nicht trauen darf und begeht diesen Fehler dennoch immer wieder. Dr. Page, die spätere Leiterin der Forschungszentrale, tritt sehr früh auf – doch wir wissen, dass es ihr um mehr geht als nur Thomas Wohlergehen. Und da kommt mit Brutalität zum Tragen. Die sogenannte „Säuberungsaktion“ ließ mich mit offenem Mund zurück. Glaubt mir, nicht alles in diesem Buch ist etwas für schwache Nerven. Und dennoch ist es wirklich gut. Brutal, real, zum Teil derb und absolut vernichtend. Anders kann ich es nicht sagen. Ich finde, dass Dashner das von ihm geschaffene Szenario wirklich beherrscht und logisch auseinander nimmt. In der Trilogie weiß man nie, wer jetzt der Böse ist, aber nach diesem Buch weiß ich immerhin, dass zumindest Thomas immer zu dem stand, was er sagte. Anders als gewisse anderen Menschen, gegen die ich schon immer etwas einzuwenden hatte. 
Nach dem Lesen hatte ich das Bedürfnis die Reihe noch einmal zu beginnen. Ich glaube, dass sich die Sicht auf die Geschehnisse verändert. Besonders heftig fand ich den Punkt, dass den Lichtern die Gedächtnisse gelöscht werden – klar, das war auch in der Trilogie hart. Aber nun zu wissen, was die Charaktere wussten, macht den Leser zu einem aktiven und somit leidenden Beobachter. Und außerdem verändert es die gesamte Sicht auf Teresa.
Dashner bleibt seinem harten Stil treu. Die Kapitel sind relativ kurz, aber schon besser als noch bei „Kill Oder“. Der Stil ist flüssig und da Thomas wieder der Erzähler ist, ist das gesamte Konzept ruhiger.


Fazit



Mir hat dieses Buch genau das gegeben, was ich haben wollte. Es ist eine logische und gleichzeitig tragische Ergänzung zu der Geschichte der Auserwählten. Man sollte auf brutale Geschehnisse vorbereitet sein, wenn man zu diesem Buch greift und der ANGST ins Auge blicken. Ich fand es toll, noch mehr über die verschiedenen Charaktere zu erfahren und ihnen erneut zu begegnen – vor allem, wenn man weiß, wer das Alles nicht überleben wird. Ein wirklich gutes Buch, das für mich lediglich nicht auf Augenhöhe der Trilogie steht. Dennoch: vier Spitzenschuhe.


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