24. Mai 2017

Rezension: "Deutschland - Ein Wintermärchen" von Heinrich Heine


Titel: Deutschland - Ein Wintermärchen
Autor: Heinrich Heine
Verlag: Insel Verlag
Preis: 6,50€
Seiten: 129


Schon sehr lange stand „Deutschland – Ein Wintermärchen“ bei mir im Regal. Spätestens seit 2006 und einem weniger nennenswerten Fußballfilm, kennt man den Titel von Heinrich Heine erst Recht. Und seitdem wollte ich das Werk tatsächlich lesen. Als ich dann vor kurzem Lust auf einen Klassiker für Zwischendurch hatte, griff ich zum Poem von Heine. Und das habe ich nicht bereut. Ein schnell gelesenes Gedicht oder auch „Loblied“ auf Deutschland aus der Feder eines begnadeten Dichters. Zwar weiß ich über Heine viele verschiedene und ambivalente Dinge, doch schreiben konnte er. Und nachdem ich „Deutschland – Ein Wintermärchen“ gelesen habe, habe ich das Gefühl den Menschen Heine besser zu kennen.

Inhalt


Eine Reise durch Deutschland von Paris aus nach Hamburg im Jahre 1843 nimmt Heine zum Anlass einer ironischen Bestandsaufnahme der sozialen und politischen Wirklichkeit seiner Zeit. Das -Wintermärchen- ist in Wahrheit ein tief pessimistisches Bild des deutschen -politischen Winters- und ein höchst engagiertes sozialrevolutionäres Programm gegen Nationalismus und religiöse Bevormundung. Für ein erfülltes Leben in Frieden und Freiheit.


Meinung


Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die etwas für Lyrik überhaben. Schon in der Schule mochte ich Gedichtinterpretationen und nun, wo ich selbst unterrichte, widme ich mich sehr gern der Lyrik. Ich kann nicht unbedingt nachvollziehen, warum Gedichte so unbeliebt sind, drücken sie für mich doch etwas sehr Künstlerisches und Schönes aus. Aber wenn man Gedichte nicht mag, dann sollte man auch nicht unbedingt „Deutschland – Ein Wintermärchen“ lesen, obwohl auch die Thematik spannend ist. Mag man aber die Verse und Strophen, die Reime und den Rhythmus – dann muss man das Buch wohl gelesen haben.
Mich hat es einfach entspannt. Heine erzählt  in eine Art Reisebericht durch Norddeutschland, wie er sein Land wahrnimmt. Hier kommen viele kritische Themen auf den Plan (und ich bin mir sicher, dass man tolle Unterrichtseinheiten aus dem Buch machen kann). Denn Heine schreibt aus dem Exil heraus und muss seine eigene Heimat demnach auch kritisch reflektieren. Das Schöne an dem Buch ist seine Authentizität. Ich habe dem Erzähler, den ich durchaus mit Heine verbunden habe, alles geglaubt. Jedes Gefühl, jede Geschichte. Ich glaube wirklich, dass man Heines Weltbild in gewissem Sinne hier wiederfindet – ist seine Meinung doch manchmal nur allzu offenkundig geschildert. Er kritisiert den aufkommenden Nationalismus, es wird deutlich, dass seine Zukunftsentwürfe beängstigend sind. Ja und auch die Tradition muss unter seiner Feder leiden. Alles in allem sind die Themen aber vielfältig und man hat es auch nicht ausnahmslos mit Kritik zu tun. Denn irgendwie kommt gleichzeitig die Liebe für das Land durch. Eine sehr interessante Mischung. 
Zwar machte der Dichter diese Deutschlandreise tatsächlich, aber letztendlich ist es ein fiktiver Erinnerungsbericht, in dem auch Sagencharaktere vorkommen. Für mich war besonders schön, dass die Reise durch den Norden geht und ich die Orte aus der heutigen Zeit kenne. Leider erwähnt er Bremen nicht (, obwohl die Reise über diese Stadt ging), aber auch Hamburg oder Köln sind interessant dargestellt. 
Der Schreibstil ist wunderschön. Das Reimschema wird gut eingehalten und man kann die Zeilen im Kopf mitsprechen, um den Klang zu genießen. Der simple Kreuzreim und die vierzeilige Strophe werden strikt durchgehalten. Außerdem ist das Gedicht in 27 Caputs eingeteilt, also in kleine Kapitel. Das entspannt das Lesen ungemein, auch da die Caputs sich thematisch unterscheiden. Am Ende meiner Ausgabe, die wirklich nicht die neuste ist, sind viele Anmerkungen zum Text beinhaltet, die mir beim Lesen geholfen haben. Das Nachwort war in Ordnung, hätte aber auch noch besser sein können. Der Nachtrag hingegen von Heine selbst ist überaus gelungen und ich bin froh, dass sein Herausgeber dieses weitere kleine Gedicht ans Ende gestellt hat.



Fazit


Ich bin sehr gern mit Heine durch Deutschland gereist und schwelgte in klangvollen Melodien, die der Dichter mit diesem Poem erschaffen hat. Man kann viel aus diesem Büchlein ziehen und lernen, kann sich aber auch berieseln lassen. Heines Charakter wird auf jeden Fall deutlich und ich empfinde es als Bereicherung „Deutschland – Ein Wintermärchen“ nun zu kennen. Auch historisch ist es überaus interessant und deswegen vergebe ich volle 5 Spitzenschuhe.



23. Mai 2017

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #12

Meine Lieben!


Oh nein, oh nein, oh nein, oh nein....
Ich sollte mich ohrfeigen, ja zumindest mal in eine Ecke stellen und schämen. Verdient habe ich es auf jeden Fall! Und das muss ich ganz offen zugeben. Denn ich habe Karlis Beitrag im letzten Monat nicht verfasst und auch in diesem Monat bin ich spät dran mit dem SuB-Interview. Es tut mir ja so leid, lieber Karli :( Ich hoffe, du kannst mir noch verzeihen. Das im April lief einfach etwas schief, da ich nicht im Land war, als der Bericht hätte online gehen müssen. Außerdem arbeitete ich stetig an Karlis Abbau, als ich im Urlaub war. Aber ich beginne schon, mich in Ausreden zu flüchten...das sollte nicht so sein. Also ein letztes Mal: Es tut mir aufrichtig leid, mein liebster Karli! Aber nun hast du Zeit und Raum, durch die schöne Aktion von Anna, deinem Ärger Luft zu machen. Und immerhin holen wir die April-Frage nach. Bitte, sei nicht allzu sauer und lasse Gnade walten! ;)






1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Hallo ihr Menschen, die ich grade alle lieber habe, als meine unausstehliche Besitzerin Julia. Ich weiß auch nicht, was in sie gefahren ist. Anfang April war sie total motiviert und lieb zu mir und dann das: absolute Funkstille, über einen Monat lang. Da kann sie lange drum bitten, Gnade walten zu lassen. Ein bisschen Grausamkeit hat sie schon verdient >.< Will mal wissen, wie sich sich fühlen würde, wenn ich sie einen Monat lang ignoriere...tz...wer soll denn dann mit tollen Buchvorschlägen aufwarten?! Sie selbst kriegt es ja nicht mal auf die Reihe sich Socken auszusuchen...Aber nun gut. Ich werde wohl immer mal wieder eine Hake für Julia bereit haben, aber im Grunde geht es ja nicht um sie. Sondern um mich! Und das ist viel wichtiger ;)
Also...jetzt endlich zur Frage. So ganz kann ich das ja nicht beantworten, ohne Julia wieder in die Pfanne zu hauen. Als das letzte Interview online ging, war ich 119 Bücher groß. Dann kam der tolle Thailand-Urlaub und Julia konnte mich auf 111 runterschrauben. Aber wenn ihr glaubt, dass das lange gehalten hat, dann habt ihr euch  getäuscht. Denn...HA...im Moment bin ich noch viel riesiger, als ich je sein wollte. Das liegt zum Teil auch daran, dass Julia schon den ganzen Mai über eine Leseflaute und zu gute Freunde hat, die immer mal wieder Bücher verschenken. Aber was rede ich lang drumrum...ich bin aktuell 124 Bücher groß...Oh ja...man kann mich einen Hühnen nennen...*schnief*




2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Wenn ich jetzt "so gar nicht" antworte, finde ich das sehr zutreffend :P Und von nur drei neuen Schätzen würde ich ja gern sprechen. Aber in den letzten zwei Monaten ist einfach so viel Neues zu mir gestoßen, dass ich schon wirklich Platz finden muss. Ich sprach von den lieben Freunden von Julia, die immer mal wieder Bücher hier lassen. Allen voran meine altbekannte Feindin Elif. Immer wenn sie unsere Wohnung betrifft, bricht bei mir das Zittern aus. Und da Elif Julia bei ihrer Masterarbeit als Co-Raterin unterstützt hat, war sie des Öfteren hier. Das waren Vormittage für mich...das glaubt ihr gar nicht. Und ich hatte zurecht Angst. Denn schon wieder hat Julia gebettelt und drei schöne Bücher von Elif geschenkt bekommen...die sollte sich ehrlich mal revanchieren...Außerdem kam dann noch so eine Freundin/Schwägerin, die ebenfalls ein Buch anschleppte...jaja...mit mir kann man es ja machen...und dann. Oh ja, dann noch Julias Oma. Eine sehr disziplinierte Frau, die ich wirklich sehr bewundere. Aber auch sie brachte zwei Bücher mit, die Julia doch mal lesen sollte...Tja...und so sind das irgendwie mehr als nur drei neue Schätze. Dabei hab ich Julias dreistes Zuschlagen bei den Ebooks noch gar nicht erwähnt. Fünf neue Ebooks hat Julia sich einfach mal gegönnt (und mich dabei offenbar völlig vergessen...). Das wären dann auch die neusten Schätze, also zeige ich sie euch mal.





Zugegeben: Hübsch, sind sie ja. Und alle so schön in Blautönen. Ich kann Julia ja auch verstehen...in gewisser Weise. Zu diesen drei Neuzugängen sage ich ganz gerne was. "Mederia - Kampf um Tetra" ist ein zweiter Teil, auf den Julia und ich uns beide sehr gefreut haben. Es ist ein Vorab-Exemplar. In den nächsten Tagen wird es begonnen, weil der erste Teil absolut umwerfend war. Ich bin gespannt, wie lange Julia braucht. Das Buch hat nämlich ordentlich viele Seiten :P
"Soweit uns Träume tragen" war ein Spontankauf. Julia hat schon einmal etwas von der Autorin gelesen und mochte es. Dieses Buch spielt nun auf der Titanic, also eine unglaublich interessante Kulisse. Außerdem war das Buch für 99 Cent zu haben. Was sollen gute Autoren noch tun, damit man das Buch kauft?! So dachte wohl Julia und schwupps...Schon wieder ein Buch mehr. "Belgravia" ist ein Hörbuch, das neu bei mir eingezogen und aktuell gehört wird. Bisher ist es ganz ok. Das Schöne bei den Hörbüchern ist ja wirklich immer, dass Julia sie im Arbeitszimmer hört, wo ja mein Arbeitsplatz ist. Da bekomm ich dann ganz viel mit ;) Schöner wäre es aber noch, wenn sie sich mit meiner Reduzierung mal beeilen würde und nicht immer nur Bücher anschleppt :P




3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Mannomann...da muss ich wirklich mal in den Kalender gucken, wann mich das letzte Mal ein Buch verlassen hat. Die beschämende Statistik des Mais ist nämlich, dass Julia erst 4 Bücher gelesen hat. Lachhaft, wenn ihr mich fragt. Ich liste jetzt mal nicht noch einmal alle Neuzugänge auf...
In der letzten Woche hat mich ein niedliches kleines Büchlein verlassen, das wohl auch zu den dünnsten auf meinem Stapel zählt. "Deutschland - Ein Wintermärchen" von Heinrich Heine wurde gelesen. Julia hat die Rezension bereits geschrieben, doch sie geht erst morgen online. Das Buch hat ihr sehr gut gefallen - "ein Klassiker für Zwischendurch" lautet wohl ihr Fazit. Naja...mir ja egal, ob dick oder dünn, Hauptsache ich werde kleiner :P




4.  Nachgeholte Frage: Lieber Karli, zeige uns doch mal dein dickstes und dein dünnstes Buch.

Sehr gerne doch, wo wir gerade beim Thema waren ;) Das dünnste Buch ist wohl "Rosaly - Dornröschens Tochter" mit 154 Seiten (, die auch wirklich dick sind und ein großes Schriftbild aufweisen). Das dickste hingegen ist nicht ganz so leicht zu ermitteln. Ziemlich sicher ist es ein Werk von Tolstoi. Der Einfachheit halber nehme ich nun nur den Prin-SuB. Dann ist es nämlich "Anna Karenina" mit 1285 Seiten. Ein Klacks, wenn ihr mich fragt ;)


  


5. Lieber Karli, bei welchen Büchern von dir denkst du, dass sie deinen Besitzer zum Weinen bringen werden und warum?

Interessante Frage. Ist ja nicht so, als wenn ich selbst schon alle Bücher gelesen habe, die sich bei mir so tummeln :D Aber ich habe dennoch zwei Favoriten, die wohl auch sehr nahe liegend sind. Zum einen ist das "Ein ganzes halbes Jahr" und zum anderen "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Beide Werke sollen unglaublich traurig sein. Außerdem wissen Julia und ich bereits, wie diese Bücher ausgehen - schließlich sind ja auch beide verfilmt. Und da das nun wirklich traurig ist, wird Julia ganz sicher weinen. Wegen meiner aktuellen Situation sollte sie ruhig auch noch mal ein paar Tränchen verdrücken :P


Ach man...das war's schon wieder?! Obwohl ich eine Frage mehr beantworten durfte als sonst, ging wieder alle so schnell :( Ich habe mich noch gar nicht so richtig über Julia beschwert...aber gut...ich halte es ihr ja schon tagtäglich vor :P Und ja...sie hat ja auch viel zu tun. Leider so viel, dass sie im Moment kaum zum Lesen kommt. Aber nun ja...ein guter SuB ist für seinen Besitzer da. In guten, wie in schlechten Tagen: Also - ich verziehe dir ja, Julia ;) Zusammen schaffen wir es schon aus der Leseflaute ;) Hauptsache du vergisst mich nie wieder :P Denn ich brauche ganz viel Pflege <3 
In diesem Sinne! Bis zum nächsten Monat!

Euer Karli



Jaaaah! Habt ihr gehört, wie mein kleiner Karli mir verziehen hat?! :) Na, Gott sei Dank! Ohne den Kleinen würde ich mich auch ganz schlecht fühlen. Nun muss ich nur dran arbeiten, dass er sich nicht mehr so schlecht fühlt...denn er hat schon richtig gesagt, dass ich im Moment nicht zum Lesen komme und auch wenig Lust habe. Meine Masterarbeit steht kurz vor der Fertigstellung, die Wochenenden sind voll mit Hip Hop Meisterschaften und Tennispunktspielen und dann gibt es ja eben auch noch Freunde und Familie. So viel Zeit habe ich also nicht für meine Bücher. Aber ich hoffe, dass mein Schnitt in nächster Zeit besser wird ;) Ich glaube ganz fest daran!


Wie sieht es bei euch un eurem SuB aus? Ist er manchmal auch so böse auf euch, wie meiner auf mich?


Eure Julia

21. Mai 2017

Rezension: "Paper Palace" von Erin Watt


Titel: Paper Palace - Die Verführung
Autor: Erin Watt
Verlag: Piper
Preis: 12,99€
Seiten: 416

Für mich war die „Paper“-Reihe von Erin Watt eine wahre Überraschung in diesem Jahr. „Paper Princess“ hat mich trotz diskutablem Thema und Stil absolut umgehauen und auch die Fortsetzung gefiel mir. Besonders fies sind die Cliffhänger, die die beiden Autorinnen am Ende immer einbauen mussten. Und genau wegen jener musste ich sehr bald den finalen Band „Paper Palace“ lesen. In meinen Augen ist das Buch solide und passend zur Reihe. Dennoch ist es das schwächste der drei Bücher, da Einiges zu vorhersehbar war. Gut, aber nicht umwerfend.

Klappentext


Kaum haben sich Ella und Reed wiedergefunden, werden sie schon wieder getrennt – und Reeds Leben steht auf dem Spiel. Ist er dieses Mal zu weit gegangen? Ist ihm sein aufbrausendes Temperament zum Verhängnis geworden? Ella ist eine Kämpferin. Sie ist bereit, alles zu tun, um Reed zu schützen, und den Royals zur Seite zu stehen. Doch dann wird sie plötzlich von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Sie muss feststellen, dass ihr Leben eine einzige Lüge war. Werden die Royals sie am Ende doch ruinieren? Oder kann es ein Happy End für Ella und Reed geben?

Meinung


Ich muss dem Klappentext wirklich ein Kompliment machen. Denn er verrät nichts, was in Band zwei vorkommt und trifft dennoch vollkommen zu! Wer die ersten beiden Bücher nicht kennt, sollte nicht weiterlesen, da ich auf die vorherigen Ereignisse eingehen werde.
Wie mies war bitte das Ende von „Paper Prince“?! Brooke ist tot und Steve wieder lebendig. Zwei einschneidende Ereignisse im Leben der Royals, zu denen sich Ella inzwischen auch zählt. Das Buch startet unmittelbar, keine Sekunde nach dem Ende des zweiten Teils. Sofort befindet man sich wieder im Kreise der Royals. Alle wollen Reed helfen. Und trotzdem ist sich nicht einmal Ella sicher, dass er wirklich nichts mit dem Mord zu tun hat. Die Ereignisse sind verworren genug und die Beweislage spricht absolut gegen Reed. Dass dann auch noch Steve in Ellas Leben plötzlich eine Rolle spielen will, kann sie gar nicht gebrauchen.
Das Ganze Buch kann als eine einzige Übertreibung betrachtet werden. Denn die Ereignisse sind wirklich krass und scheinen ausweglos. Dass die Reihe nicht sonderlich realistisch ist, weiß man ja. Daher braucht man über diesen Punkt nicht weiter streiten.
Als Leser zweifelt man nicht an Reeds Unschuld, auch, weil man sowohl Ellas als auch Reeds Sicht verfolgt. Und dennoch bleiben nicht viele andere Möglichkeiten. Durch den kleinen Kreis der Verdächtigen kommt man als Leser aber auch nicht umhin zu grübeln und wenn man das geschickt anstellt, kommt man eben doch zur richtigen Lösung. Zumindest war ich am Ende des Buches keineswegs überrascht. Neben der Mord- und der Vatergeschichte bleibt aber ja immer noch die Liebe zwischen Reed und Ella. Die beiden gehen inzwischen vollkommen offen miteinander um und das gefiel mir. Ella hat Reed wirklich verändert und das mochte ich. Ella selbst ist leider nicht mehr in jeder Situation die coole und selbstbewusste Frau, wie noch in Teil eins. Ihre Entwicklung ist ein wenig zurück gegangen. Auch spielen meine Liebelingscharaktere aus der Reihe im dritten Buch kleinere Rollen. Easton hätte deutlich öfter auftauchen können und selbst Val kam etwas kurz. Die Geschichte zwischen Wade und ihr gefiel mir zwar wirklich gut, aber manchmal war es mir zu fixiert auf Reed und Ella. Und die beiden sind ja sowieso sehr körperbezogen. Die Szenen haben nicht mehr den gleichen Biss, wie noch in „Paper Princess“, aber sie entsprechen der gleichen Manier und ich empfand sie dennoch authentisch (im Sinne von: zu den Charakteren passend). Natürlich lernen wir Steve und Dinah nun etwas besser kennen, was interessant ist. Es ist schwer, sich ein Bild von Ellas Vater zu machen. Und der Leser kann bei diesem Versuch scheitern. Dinah hingegen muss man einfach hassen. Oder?
Die Schauplätze des Buches sind weiterhin gut und es gefiel mir, etwas mehr von der Astor Park mitzubekommen. Überhaupt kehrt man in eine gewohnte Umgebung zurück und kann die Geschichte abschließen. Das war gut.
Das Ende ist in Ordnung. Es passt zu der Reihe und sprüht natürlich vor Dramatik, aber auch Romantik. Ich bin mir der Kritik um diese Reihe bewusst und kann sie auch verstehen. Dennoch bleibt es ein unterhaltsames Leseerlebnis, wenn man sich an den bekannten Themen nicht stört. Der Stil von Erin Watt ist flüssig und an manchen Stellen derb. Reed und Ella sind jederzeit gut zu unterscheiden. An manchen Stellen wünscht man sich mehr Finesse, aber dennoch liest man das Buch sehr schnell weg.
Gestört hat mich das Tempo der Geschichte. Ich hatte das Gefühl, als wenn erst auf den letzten 100 Seiten so richtig viel passiert. Dann gibt es jede Menge Action und Spannung.  Vor allem was den Mordverdacht betrifft, trudelt das Buch aber nur vor sich hin, was schade ist. Es gibt auch neue Aspekte, wie etwa die Tanzgruppe, aber ich hätte mir noch mehr gewünscht. Auch habe ich Gideon nie vertraut und ich finde, dass seine Geschichte weiterhin unklar ist (, schreit ein wenig nach Spinn-Off, wenn ihr mich fragt).

Fazit




Alles in allem gefiel mir das Finale der Reihe und dennoch muss ich sagen, dass mich an „Paper Palace“ mehr gestört hat, als noch an den Vorgängern. Die Liebesgeschichte und Reeds Entwicklung finde ich gut. Auch kommt der Aspekt des Familienzusammenhalts wunderbar zu tragen. Aber gerade die Mordgeschichte, die in gewisser Weise ein anderes Genre eröffnet, ist nicht besonders gut umgesetzt. Lange Zeit über passiert nicht sehr viel – nicht einmal die liebenswerten Nebencharaktere kommen oft zum Zug. Das war sehr schade. Die letzten  100 Seiten haben es dennoch in sich und ich bin auch gern wieder in die Welt der Royals gegangen. Insgesamt vergebe ich 4 Spitzenschuhe. Denn irgendwie haben die Royals mich eben doch vernichtet…



19. Mai 2017

Besondere Neuerscheinungen: "Empire of Ink" von Jennifer Alice Jager

Hallo ihr Lieben!



Es ist schon Mitte Mai! Wahnsinn... Beinahe ist sogar schon die erste Hälfte des Jahres 2017 rum. Wir Bücherliebhaber schauen ja immer gern zurück, was wir bereits Tolles gelesen haben. Aber natürlich werfen wir genauso gern einen Blick nach vorn, um zu sehen, was uns in Balde erwartet. Und genau das möchte ich heute machen. Denn im Juni kommt mehr als nur ein tolles Buch auf den Markt. 
Heute möchte ich mich erst einmal dem neuen Roman "Empire of Ink" von der bezaubernden Jennifer Alice Jager widmen. Der erste Teil der Dilogie erscheint pünktlich zum Monatsstart am 1. Juni und ist natürlich bereits vorbestellbar.  



Auf folgenden Plattformen könnt ihr euch das Buch bereits vorbestellen:



Mir persönlich reicht ja schon ein Blick auf den Titel und das Cover und meine Entscheidung, das Buch zu lesen, steht fest. Aber für alle, die sich buchtechnisch nicht von Äußerlichkeiten leiten lassen, gibt es hier schon einmal den Klappentext:


** Wenn Tinte Magie birgt, wird Fantasie zur Wirklichkeit **


Die 17-jährige Scarlett hält nicht viel von Schule oder Verpflichtungen. Am liebsten verfolgt sie ihre eigenen Ziele und die bestehen zum größten Teil aus Träumereien. Schon immer hatte sie eine ungewöhnlich lebhafte Fantasie, für die sie oft belächelt wurde und die sie zu verstecken versucht. Bis Scarlett dem draufgängerischen Soldaten Chris Cooper begegnet, der ihr erklärt, dass ihre Fantasien Einblicke in die Wirklichkeit sind. Er erzählt von einem Reich, das durch die Kraft des geschriebenen Wortes erschaffen wurde und dessen Grundpfeiler die Magie der Tinte ist. Eine Macht, die mehr und mehr aus der Welt verschwindet …


Ich hoffe, dass der Klappentext auch diejenigen überzeugen konnte, die sich nach dem Sehen des Covers noch unschlüssig waren. Denn es ist eine Geschichte über das Geschriebene, über Tinte, Magie und hach...wahrscheinlich auch Liebe, wenn wir mal ehrlich sind. Ich finde zumindest, dass das Buch sehr interessant klingt und freue mich sehr auf den Erscheinungstermin. Jennifer Alice Jager ist eine tolle Autorin, von der ich bisher die "Witches of Norway"-Reihe gelesen und rezensiert habe. Auch andere Geschichten aus ihrer Hand reizen mich und ich kann euch ihre Bücher nur empfehlen. Das Buch umfasst übrigens 300 Seiten und liegt somit in einem schönen Rahmen.

"Empire of Ink" ist eine Neuerscheinung, auf die ich mich im Juni sehr freue. In den nächsten Tagen werde ich euch noch eine weitere vorstellen...denn wir Lesesüchtigen bekommen einfach nie genug ;) 

Vielleicht ist "Empire of Ink" ja auch etwas für euch?



Liebst,
eure Julia

15. Mai 2017

Rezension: "Raven's Blood - Pechschwarze Schwingen" von Sylvia Steele


Titel: Raven's Blood - Pechschwarze Schwingen
Autor: Sylvia Steele
Verlag: Dark Diamonds
Preis: 4,99€
Seiten: 355

Ich habe nie viel über Raben nachgedacht. Und dennoch kann ich das Geheimnisvolle, das diese Tiere umgibt, nicht abstreiten. Ein Hauch Angst ist bei Raben aber auch im Spiel und deswegen ist dieses Tier so überaus interessant. Kein Wunder also, dass Sylvia Steele sich mit diesen Wesen in ihrem neuen Roman „Ravens’s Blood - Pechschwarze Schwingen“ beschäftigt. Es wäre mehr als untertrieben, zu sagen, dass es in diesem Buch nur um Raben und die damit verbundenen Geheimnisse geht. Denn es geht um so viel mehr. Das Buch hat mich wirklich überrascht und das im absolut positiven Sinne! Was wie eine ganz normale Liebesgeschichte im New Adult Bereich beginnt, entpuppt sich als fantastischer Handlungsturn, der ganz eindeutig im Bereich Fantasy anzusiedeln ist. Das überraschende Thema hat mich sofort für sich eingenommen und es macht die Geschichte sehr spannend. Viel Gefühl, starke Charaktere und einige Überraschungen: ein toller Auftakt!

Klappentext


Seitdem die 21-jährige Alexa Schwester und Mutter durch einen Autounfall verloren hat, scheint ihr der Boden unter den Füßen wie weggerissen. Erst mit Hilfe ihres Onkels kann sie wieder so etwas wie Glück empfinden. Doch dann taucht ausgerechnet Jake auf – der Mann, mit dem alles angefangen hat und der nicht nur Alexas alte Gefühle, sondern auch die vergangenen Ereignisse wieder aufleben lässt. Alexa weiß nicht, ob sie Jake noch einmal vertrauen kann, und auch der mysteriöse Rabe, dem sie seit seiner Ankunft immer wieder begegnet, wirft bei ihr weitere Fragen auf. Der Ruf des Raben wird es aber schließlich sein, der Alexas Schicksal offenbart und eine Macht hervorruft, die tief verborgen in ihr schlummert…

Meinung


Schon vor seinem Erscheinungstermin stand das Buch auf meiner Wunschliste, denn ich hatte die Autorin dieses Jahr in Leipzig kennen gelernt. Der Titel, das Cover und die schüchterne Art von Sylvia machten mich neugierig, also ging es los. „Schüchtern“ ist glaube ich so gar kein passender Begriff – weder für „Raven’s Blood“ noch für die Autorin. Aber das konnte ich damals ja nicht wissen.
Das Buch hat mich wirklich überrascht. Zu Beginn unterscheidet sich die Geschichte nicht stark von anderen guten Vertretern aus dem Genre der Liebesgeschichten. Der tragische Unfall, der vor allem zu Beginn stark im Fokus steht , ist das typische Element der Geschichten, in der „–Mädchen-trauert-Mädchen-trifft-Jugendliebe-wieder-Jugendliebe-hilft-ihr-aus-dem-Schmerz-tragischer-Zwischenfall-alles-gut“ – Manier. Daher hatte ich schon fast eine solche Geschichte erwartet. Aber falsch gedacht. Denn es kommt ganz anders, als man denkt. Und wenn ich schreibe „ganz anders“, dann meine ich das auch so. Man kann sich ja viele Dinge vorstellen, die mit Raben zu tun haben. Aber glaubt mir…ihr liegt falsch. Das einzige, was mir an dem Buch nicht so gut gefallen hat, ist der Punkt, dass die Story lange Zeit komplett ohne Andeutungen aus dem Fantasybereich auskommt. Es kam mir so vor, als wenn die Autorin eigentlich eine andere Geschichte schreiben wollte, dann diese Idee bekam und sie in die bestehende Liebesgeschichte eingebaut hat. Auf den zweiten Blick aber ist das ziemlich cool. Denn so beinhaltet „Raven’s Blood“ einen tollen Turn, mit dem man einfach nicht rechnet. Ich hätte mir nur schon zu Beginn ein paar mehr Andeutungen gewünscht.
Aber genug der Kritik. Denn abgesehen von diesem Punkt, kann ich nichts kritisieren. Wir lernen zu Beginn Lexi kennen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die schon viel leiden musste, die aber ein relativ normales Leben führt. Ich mochte sie und sie handelt authentisch. Ich bin auf ihre Entwicklung in den Folgebänden sehr gespannt, denn sie hat viel Potenzial. Manchmal ist sie schon ein bisschen sehr abgeklärt, aber das passt zu ihrer Figur. Lexi ist am Anfang sehr einsam und hat lediglich ihren Onkel Rick. Rick ist eine tolle und auch geheimnisvolle Figur. Ich mochte ihn von Anfang an sehr. Direkt im ersten Kapitel trifft Lexi ihren Bruder wieder, der 4 Jahre lang bei der Army war. Josh ist ein netter Kerl, aber ein bisschen farblos. Dennoch mochte ich die Geschwister. Was Lexi nicht wissen kann, ist, dass Josh seinen besten Freund und damit Lexis Exfreund Jake mitbringt. Alte Wunden platzen auf und das Gefühlschaos bricht aus. Lexis beste Freundin Liv ist ein quirliger und liebenswerter Charakter und fügt sich wunderbar in die Geschichte. Und dann…ja, dann sind da noch so viele tolle Charaktere, über die man nicht viel sagen kann, ohne das große Thema des Buches zu verraten. Ich möchte nicht spoilern, aber das eigentliche Thema, das erst zur Mitte des Buches herauskommt, hat es in sich. Ich fand es einfach großartig! Ein Thema, das noch nicht so oft in Büchern verarbeitet wurde und mich daher wirklich vom Hocker gerissen hat.
SPOILER: Wer weiter lesen möchte, einfach Text markieren
Denn anders als die griechische Mythologie, haben die nordischen Gottheiten noch nicht oft Einzug in Bücher dieser Art gefunden. Jetzt ist die Bombe geplatzt. Lexi ist eine Enkelin von Odin, dem Allvater und daher mit all den liebenswerten Charakteren, wie etwa Thor, verwandt. Ein Teil der Geschichte spielt in Ansgard und das ist ein unglaublicher Handlungsort. Er ist traumhaft beschrieben und dieser Wendepunkt bringt die Geschichte wirklich voran. Jake ist ebenfalls ein Abkömmling der Götter und somit schafft Sylvia Steele es, am Ende wieder alle Fäden zusammenzuziehen und ein logisches Handlungsgerüst aufzubauen. Thor, der eben schon erwähnt wurde, ist übrigens mein Liebling. Der chaotische und lustige Gott sorgt für einige Lacher im Buch. Aber auch der Rest der Familie ist absolut sympathisch – wenn es nicht auch die Bösewichte gäbe…
Lexi hat besondere Fähigkeiten und stellt sich tapfer ihrem Schicksal. An ihrer Seite ist dabei immer ihre Familie und auch Jake. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist niedlich und trotzdem allumfassend. Ich habe jede Sekunde an die beiden geglaubt und fand ihre Liebe authentisch. Neben der Liebesgeschichte gibt es den spannenden Teil der Geschichte. Denn nachdem Lexi erfahren hat, was es mit dem Raben und seiner Kraft auf sich hat, ist sie breit sich ihrem Schicksal zu stellen. Das geht leider nicht ohne Verluste von Statten und gerade am Ende gibt es eine unglaubliche Wendung. Ich war wirklich schockiert und hätte damit nicht gerechnet. An dieser Stelle also ein Lob für den Aufbau der Handlung, vor allem zum Ende hin. Spannung wird hier großgeschrieben und das Finale ist fulminant. 
Der Stil der Autorin ist sehr leicht und liebenswert. Man kommt gut durchs Buch, bekommt viele Beschreibungen geliefert, die aber nicht stören, sondern die Vorstellungskraft des Lesers anregen. Der Stil passt wirklich perfekt ins Buch.


Fazit



„Raven’s Blood – Pechschwarze Schwingen“ ist ein Buch, das es sich lohnt zu lesen. Eine Geschichte, die erst ganz langsam an Fahrt aufnimmt, entpuppt sich als toll aufgebaute Fantasystory mit ungewöhnlichem, dafür aber umso tollerem Thema, in das ich mich sofort verliebt habe. Starke Charaktere, eine süße Liebesgeschichte und eine Macht, die alles verändert, was man kannte. Tolle Elemente und eine tolle Umsetzung. Ich vergebe 4,5 Spitzenschuhe und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.



11. Mai 2017

Rezension: "Regie führt nur die Liebe" von Emma Wagner


Titel: Regie führt nur die Liebe (Klappe, Action und Liebe)
Autor: Emma Wagner
Verlag: Selfpublished
Preis: 0,99€
Seiten: 422

Auf einer Buchmesse habe ich Emma Wagner kennengelernt. Vorher hatte ich schon Einiges über ihre Bücher gehört, weshalb es mich auch zur Lesung von „Regie führt nur die Liebe“ führte. Die Autorin ist der reinste Wirbelwind. Quirlig, lustig und aufgedreht. Was sie tut, das tut sie mit Leidenschaft. Und genau diese Passion lässt sich auch in ihren Büchern finden – Liebesromane mit Humor. „Regie führt nur die Liebe“ war mein erstes Buch von Emma Wagner und es hat mir gut gefallen. Es ist wirklich lustig und niedlich, aber manchmal sind die Ereignisse zu konstruiert – es kommt so schlimm, wie es eben nur sein kann. Das gefiel mir nicht so gut, aber dennoch eine unterhaltsame, humorvolle und solide Liebesgeschichte über eine sympathische und völlig chaotische Protagonistin.

Klappentext


Laura liebt Bollywood-Filme, glaubt an das Schicksal und wartet auf die große Liebe.
Ihr Leben verläuft eigentlich in geordneten Bahnen, nur der intrigante Kollege Kai macht ihr das Leben schwer. 
Doch dann rettet sie einen gutaussehenden Fremden vor dem Ertrinken, und schlagartig ist alles anders. Der Mann ist nämlich kein anderer als der berühmte amerikanische Schauspieler Logan White, dem die Frauenwelt zu Füßen liegt.
Sie und Logan – eine Verbindung, so ewig und schicksalhaft wie aus einem Film, da ist sich Laura sicher. Nur Logans sexy Manager Alex entpuppt sich als Ekelpaket. 
Doch damit nicht genug: Ganz nebenbei muss Laura sich auch noch um ihren heimwehkranken Mitbewohner James und um ihre beste Freundin Moni kümmern, die sie in ihrer Wohnung vor den Vermietern versteckt. Klar, dass sich Lauras Leben schon bald nicht mehr an das Drehbuch hält …

Meinung



Bei vielen Büchern kommt es immer darauf an, was man sucht. Sucht man eine Liebesgeschichte mit Herz und Humor, kann man mit sicherer Hand zu den Geschichten von Emma Wagner greifen. Nervt einen aber ein ständiges Liebeschaos und die kleinen Probleme des Lebens, dann sind diese Bücher nichts für euch. Bei mir ist sowas oft stimmungsabhängig. Bin ich eher genervt, kann mir das Buch auch nicht helfen. Scheint aber die Sonne und alles ist toll – dann kann ich mich in solchen Geschichten verlieren.
Dieses Mal traf beides zu. Ich kam mit dem Buch nicht so schnell voran, wie ich es mir gewünscht hätte. Und das Buch war einfach nicht spannend genug, als dass ich immer unebdingt hätte weiter lesen wollen. Man kann sich ungefähr vorstellen, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Und wenn nicht die ganze Geschichte, dann zumindest Teile von ihr. Denn es gab auch durchaus Handlungsaspekte, die mich überrascht haben. Vor allem, was die Männerfrage betrifft, war ich mir zwischenzeitlich wirklich nicht sicher, wer das Rennen macht. Also kommen wir doch mal zu den Charakteren.
Im Mittelpunkt stehen Laura und ihr reines Chaosleben. Sie ist Lehrerin, weshalb ich mich toll mit ihr identifizieren konnte. Sie muss um ihren Job fürchten, was ziemlich realistisch ist und hat dabei noch den fiesesten Konkurrenten den man sich vorstellen kann. Kai war für mich eine Figur, die wirklich übertrieben dargestellt wurde. Ich kann mir zumindest keinen solchen Lehrer vorstellen – aber als Hassfigur ist er zu gebrauchen. Die Schulsituationen fand ich übrigens authentisch und auch das war nicht unbedingt zu erwarten. Laura macht aber natürlich noch mehr aus, als nur ihr Beruf. Ihre Abhängigkeit von Bollywoodfilmen und Shah Ruh Khan fand ich relativ nervig. Aber ich kann mit Bollywood auch nicht sehr viel anfangen. Andererseits machen solche Macken Laura auch sympathisch. Ich mochte sie wirklich, aber all die Dinge, die ihr im Laufe des Buches unterkommen, waren mir zu konstruiert. Da wäre zum einen Logan, der tolle Schauspieler. Aber so toll ist er wohl doch nicht. Alex, sein Manager dagegen ist gar nicht so schlimm, wie es den Anschein hat und natürlich ist da Anziehungskraft zwischen den beiden. Hui. Und zu guter Letzt wäre da noch James, Lauras Mitbewohner. Ein Physiker, der immer mal wieder in seine Muttersprache verfällt. Er ist süß, witzig und charmant und wohl der Nebenheld des Buches. Moni fand ich nervig und die Vermieter von Laura hätte ich gern zum Teufel geschickt. Insgesamt ergibt sich aber eine bunte Truppe, die man in der Realität wohl niemals anfinden würde. In einem spritzigen Roman wie diesem, macht sie sich aber sehr gut. 
Natürlich hat das Buch ein Happy End. Nichts anderes hatte ich erwartet. Das kam dann auch ein bisschen zu heftig, aber der Weg dahin ist eben auch steinig.
Positiv sind einige Dinge. Mir gefiel die Kulisse sehr gut. Heidelberg hat einfach Charme und passt toll zur Geschichte. Außerdem mochte ich Lauras Art zu denken und der Schreibstil von Emma Wagner ist ebenfalls toll. Er ist sehr fließend und bildreich. Eigentlich passiert ständig irgendetwas - wie aufregend, das liegt im Auge des Betrachters. Der Stil ist außerdem lustig und entspannend. Die Themen haben mir auch gefallen. Das Filmedrehen, die Probleme einer Lehrerin und dazu die Liebe – das ist eine Menge Stoff, den Emma Wagner aber gut verarbeitet.

Fazit




„Regie führt nur die Liebe“ (oder „Klappe, Action und Liebe“ – wie die Neuauflage heißt) ist ein lockerleichter und spritziger Liebesroman, der an der einen oder anderen Stelle arg konstruiert ist. Dennoch kann man ihn genießen, da Emma Wagner vor allem auf Herz und Humor Wert legt. Das ist ihr mit diesem Buch auch gelungen, weshalb ich 4 Spitzenschuhe vergebe. Und Action!



7. Mai 2017

Mein Monatsrückblick, oder: "mein persönlicher Rekordmonat": April


Hallo ihr Lieben :)


Und schon wieder bin ich später dran, als geplant. Der Mai ist schon mehrere Tage alt und nun komme ich endlich zu meinem Monatsrückblick aus dem April. Der April war wirklich toll. Aber nun bin ich wieder in gewohnten Bahnen und das bedeutet vor allem, stressigen Bahnen. Meine Masterarbeit will geschrieben werden, zwei Meisterschaften stehen vor der Tür und die Tennissaison hat auch angefangen. Also kein Wunder, dass ich im Mai noch nicht ein einziges Buch gelesen habe :D Traurig, aber wahr.
Werfen wir also lieber einen Blick zurück in den April. Ich war zwei Drittel des Monats gar nicht zu Hause. Zwei wunderschöne Wochen habe ich in Thailand verbracht. Ich werde noch einen Reisebericht schreiben, denn ich habe so viel erlebt, dass ich davon lieber ausführlich berichten möchte. Ich hatte jedenfalls endlich Zeit zum Entspannen und konnte mich erholen. Der Plan ist also aufgegangen. Leider habe ich den Zeitunterschied von fünf Stunden ein wenig unterschätzt und ich brauchte eine ganze Weile, bis ich wieder im deutschen Zeitrhymtmus war. Tagelang wollte ich gegen halb 5 ins Bett...:D Nachdem ich dann zwei Tage zu Hause war, ging es für drei weitere Tage nach Stuttgart. Ich hatte mir ein Ticket für den Viertelfinaltag des WTA Tennisturniers besorgt, um Angelique Kerber spielen zu sehen. Natürlich hat meine Lieblingsspielerin aber bereits in Runde eins verloren und ich sah sie nicht. Schicksal. War aber nicht so tragisch, immerhin waren auch Halep, Pliskova, Mladenovic und Sharapova da ;) Außerdem bin ich noch zu "Tanz der Vampire" gegangen, was auch wunderschön war! Allerdings sind so drei Tage in einer fremden Stadt ohne Kommunikation schon etwas einsam. Das nächste Mal nehme ich definitiv jemanden mit :) Als ich dann wieder zu Hause war, musste ich mich um Unikram kümmern. Muss ja auch mal fertig werden. Tja und da hänge ich eigentlich immer noch. Daher auch die ernüchternde Tendez im Mai - kein einziges Buch...buh!
Im Urlaub hatte ich allerdings sehr viel Zeit zu lesen und das habe ich auch genutzt. Mein Ziel war zwar höher, aber dafür habe ich nicht ganz dünne Bücher in Thailand und Stuttgart gelesen. Insgesamt bin ich super stolz auf mich, denn so viel habe ich bisher noch nie in einem Monat gelesen (aber auch kein Wunder bei 15 Stunden Flug und folgendem Dauerchillen) :D Aber andere von euch hätten sicher mehr geschafft. Aber kommen wir zu den Fakten.


Insgesamt habe ich 14 Bücher im April gelesen:



Spiegel des Bösen - Björn Springorum (384 Seiten) [Rezension]

Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken - Sabaa Tahir (512 Seiten) [Rezension]

Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger - Robert A. Salvatore (Hörbuch) (352 Seiten/ 10h 46 min.) [Rezension]

Isle of Gods: Die Kinder von Atlantis - Alia Cruz (290 Seiten) [Rezension]

Lieber jetzt als irgendwann - Lauren Graham (432 Seiten) [Rezension]

Hüter der fünf Leben - Nica Stevens (288 Seiten) [Rezension]

Kuss des Tigers - Colleen Houck (544 Seiten) [Rezension]

Dreizehn bei Tisch - Agatha Christie (285 Seiten) [Rezension]

Shatter me - Tahereh Mafi (452 Seiten) [Rezension]

In tödlicher Mission: 007 - Ian Fleming (260 Seiten) [Rezension]

Meeresrauschen - Patricia Schröder (448 Seiten) [Rezension]

Water & Air - Laura Kneidl (480 Seiten) [Rezension]

Paper Prince - Erin Watt (368 Seiten) [Rezension]

Melody of Eden: Blutrache - Sabine Schulter (384 Seiten) [Rezension]


Seiten gesamt: 5479



Mein Freund sagte gerade zu mir: "Oh mann, das ist aber ein neuer Seitenrekord!" Wie Recht er hat! Ich habe fast 2000 Seiten mehr gelesen, als im letzten Monat. Das ist schon echt was. Aber es war auch wirklich ein Ausnahme-Lesemonat. Ich bin froh, wenn ich es im Mai auf 8 Bücher schaffe - und die sind noch in weiter Ferne...
Der Monat war gut, manchmal durchwachsen, aber nie wirklich schlecht. Ich muss es so formulieren, weil es mir nicht besser von der Hand gehen will. Am wenigsten gern habe ich "Meeresrauschen" von Patricia Schröder gelesen. Ich fand den ersten Band schon so schlecht, also ist es kein Wunder, dass auch der zweite Teil mich nicht umhauen konnte. Dennoch ist er besser, als noch der Vorgänger. Ich bin aber definitiv aus dem Alter raus. 
Ganz nett zum Urlaubsstart war "Isle of Gods". Das Buch hat ein schönes Thema und eine wundervolle Kulisse, manchmal war es aber auch ein wenig schwach. Ein kleines bisschen enttäuscht war ich auch von "Hüter der fünf Leben". Klingt jetzt so doof, wenn man das über ein Buch sagt, dem man 4 Sterne gegeben hat. Aber so viele Blogger haben in ihren Rezensionen von dem Buch geschwärmt, dass ich schon fast ein bisschen mehr erwartet hatte. Die Sparte der guten Bücher im April ist wirklich groß. "Star Wars Episode II" habe ich wieder als Hörbuch gehört und Philipp Moog hat mich wieder in seinen Bann gezogen. Allerdings ist auch hier der erste Teil noch ein bisschen besser - und das, obwohl Episode II wirklich mein absoluter Lieblings-Star-Wars-Film ist. Positiv überrascht hat mich das Debüt von Lauren Graham, das ich als wahrer Gilmore Girls Fan natürlich lesen musste. "Lieber jetzt als irgendwann" ist eine zuckersüße Geschichte über das Leben, das auch noch einen tollen Zeitreise-Bonus hat. Ich kann es jedenfalls nur empfehlen. Richtig charmant war auch die Kurzgeschichtensammlung meines geliebten Mr. Bond. Ich muss dringend wieder mehr von 007 lesen. "In tödlicher Mission" war wunderbar entspannend und spannend zugleich. Ebenfalls wirklich gut war "Spiegel des Bösen". Ich treibe mich nicht oft in der Gruselliteratur herum, aber das Buch war schon wirklich spannend und an manchen Stellen musste ich den Mund böse verziehen, weil ich ein bisschen Angst bekam. Sah bestimmt lustig aus, wenn ich im Zug gelesen habe.
Ganz in Ordnung war "Shatter me", mein erstes englisches Buch in diesem Jahr. Es ist ein guter Dystopie-Auftakt, allerdings erwarte ich vom zweiten Teil mehr. Wenn wir schon bei zweiten Teilen sind. "Paper Prince" wurde zum Ende des Monats verschlungen, aber leider war es einen Tick schlechter als sein Vorgänger. Noch immer gut, aber eben auch etwas ruhiger, langatmiger und naja...kritisch muss man ja sowieso bleiben ;)
"Dreizehn bei Tisch" ist der einzige klassische Vertreter im April. Ich finde Agatha Christies Geschichten wirklich immer toll. Dieser Fall von Hercule Poirot ist solide, aber auch ein bisschen stockend zu Beginn. Es gibt definitiv bessere Fälle von ihm, aber gerade das Ende ist überraschend. Stichwort überraschend: "Water & Air" hat mir überraschend gut gefallen. Das Buch ist eine tolle und innovative Umsetzung einer schönen Idee. Man wird wirklich in eine andere Welt entführt, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe - abgesehen von den Morden.
Bleiben noch drei Stück, die auch meine Highlights darstellen. Von "Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" hatte ich sehr viel gehört und ich wurde keinesfalls enttäuscht. Es ist eine magische Geschichte, die das gewisse Etwas hat. Ich bin sehr gespannt, wie es mit den Protagonisten weiter geht und ob sich noch eine richtige Liebesgeschichte entwickeln wird.
Dann kam vor Kurzem das Finale von "Melody of Eden - Blutrache" heraus. Ich habe die Reihe wirklich gern gelesen, da sie innovativ und sehr romantisch ist. Wirklich schade, dass ich diese kleine Vampirfamilie mit diesem Teil verlassen muss...
Und mein absolutes Monatshighlight hat mich selbst verwundert: "Kuss des Tigers" war nicht nur das dickste, sondern auch das beste Buch des Monats. Kelsey und Ren haben mich in ihre Welt voller Magie entführt. Ich wollte nicht mehr aufhören zu lesen und das ist einfach das beste Gefühl, das man beim Lesen haben kann.


So...das waren meine April-Bücher. Schon allein, weil das jetzt so lange gedauert hat, werde ich nie wieder so viel in einem Monat lesen :D 
Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meiner Urlaubsstatistik und den Büchern, die von meinem kleinen Karli heruntergewandert sind. Ich hoffe, ihr hattet auch einen tollen April!


Was habt ihr im letzten Monat so gelesen? Was war euer Highlight? Lest ihr im Urlaub auch immer viel mehr als zu Hause?


Eure Julia

4. Mai 2017

Meine Neuzugänge: April - Ebooks und Überraschungen


Hallo ihr Lieben!


Gedanklich komme ich nun so langsam im Mai an, daher wird es unbedingt Zeit, meine April-Neuzugänge mit euch zu teilen. Im Moment nehme ich mir wirklich immer vor, möglichst wenige Bücher anzuschaffen, aber das funktioniert ja wirklich nie. Zufrieden bin ich dennoch. Im April gab es nur fünf Neuzugänge. Wahnsinnig gut, oder? Drei davon sind inzwischen auch schon gelesen. Beim Rest muss ich mal schauen, wann ich dazu komme.

Was gab es Neues?






Wie ihr sehen könnt (oder auch nicht), sind es wieder vor allem ebooks. "Melody of Eden - Blutrache" durfte ich vorab lesen und ich fand es toll! Außerdem habe ich "Isle of Gods - Die Kinder von Atlantis" angefragt und lesen dürfen. Das Buch ist leider nicht auf dem Bild, aber meine Rezension findet ihr hier. Das letzte ebook war ein Spontankauf. "Malou - Diebin von Geschichten" stand schon ein Weilchen auf meiner Wunschliste und es gab ein Angebot, also muss ich zuschlagen. Auch nicht auf dem Foto ist "Paper Prince". Das Buch habe ich mir mit ein wenig Verspätung gekauft und gleich auf der extrem langen Zugfahrt nach Stuttgart durchgelesen. Zu guter letzt mein Überraschungsneuzugang: "Götterfunke - Liebe mich nicht". Von dem Buch habe ich schon eine Menge gehört und manches davon ist durchaus negativ. Daher bin ich wirklich sehr gespannt auf das Lesen. Das Buch war nämlich im wahrsten Sinne des Wortes eine Überraschung. Mein Freund kam aus dem Einkaufscenter wieder und sagte: "Ich hab dir ein Buch gekauft. Einfach so. Weil ich Lust dazu hatte. Ich hoffe nur, du hast es noch nicht!" Mein Mund stand offen. Denn sowas macht er im Normalfall nicht. Einmal hatte ich das Glück schon, aber dieses Geschenk war wirklich total überraschend. Ich hab mich richtig doll gefreut und er hatte auch ein Buch gefunden, das ich noch nicht besitze. Er war sich nicht sicher, mit dem Argument: "Die sehen ja auch alle gleich aus", womit er als Laie wohl gar nicht so Unrecht hat. Vom Klappentext her passt das Buch jedenfalls sehr gut zu mir und jetzt hoffe ich, dass ich nicht enttäuscht sein werde.

Das war es von meinen neuen Büchern im April. 

Was habt ihr euch so Schönes zugelegt? Habt ihr "Götterfunke" schon gelesen? Auf was soll ich mich einstellen? ;)


Eure Julia

3. Mai 2017

Rezension: "Melody of Eden - Blutrache" von Sabine Schulter


Titel: Melody of Eden - Blutrache
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Dark Diamonds
Preis: 4,99€
Seiten: 384

Schon als ich zum ersten Mal nur von der Vampirreihe „Melody of Eden“ hörte, war ich verliebt. Und zwar in den Titel. Bis heute begeistert mich die Kombination der Namen beider Protagonisten wirklich sehr und so kann man einfach nicht anders, als diese Reihe im Gedächtnis zu behalten. Nachdem Teil zwei „Blutwächter“ einen gemeinen Cliffhänger beinhaltete, war die Freude umso größer, endlich „Blutrache“ in den Händen zu halten. Das große Finale einer gefühlvollen Reihe – und es lohnt sich! Mit dem dritten Teil hat Sabine Schulter ein fulminantes und würdiges Ende hingezaubert, in dem nicht nur Spannung, sondern vor allem die ganz großen Gefühle vorherrschen. Einfach nur zum Träumen!


Klappentext


Rufus' Rachedurst ist nicht zu stillen. Das bekommt vor allem Eden zu spüren, der nach Melodys Verschwinden alle Hoffnung aufgegeben hat. Daher zieht er gemeinsam mit seinem Rudel los, um in den unsäglichen Gängen der Kanalisation endlich das Nest der Wilden zu finden. Doch durch die Trauer um seine geliebte Blutgefährtin beginnt Eden mehr und mehr die Kontrolle über seinen Berserker zu verlieren. Sogar sein Rudel kann ihn kaum noch vor sich selbst schützen. Völlig blind vor Hass hat er nur noch eines im Sinn: Rufus endlich zur Strecke zu bringen – koste es, was es wolle. Denn ein Leben ohne Melody ist für Eden einfach unvorstellbar…

Meinung


In den Büchern von Sabine Schulter werden Gefühle und Emotionen wirklich immer großgeschrieben. Die Autorin schafft es, Geschichten zu schreiben, in denen der Leser sich verlieren kann und zum Träumen angeregt wird. Wenn das überhaupt möglich ist, dann ist „Blutrache“ das gefühlsvollste aller Bücher der Reihe. Die verschiedenen Emotionen überrollen den Leser und das von der ersten Seite an. Der Start ins Buch ist sehr spannend und knüpft genau dort an, wo der zweite Teil aufgehört hat. Eden ist verzweifelt und das merkt man ihm an. Ich fand es sehr interessant zu beobachten, wie Eden sich innerhalb der Geschichte verändert hat, wie er sich geöffnet hat und inzwischen seine Gefühle zulassen kann. Das ist eine tolle und schleichende Entwicklung, die sehr real verarbeitet wurde und dadurch absolut authentisch ist. Die lebensfrohe Melody hat es geschafft, Eden und seinem Rudel neues Leben einzuhauchen und alle zu einer großen Familie werden zu lassen. Das ist es auch, was mir an diesem Buch besonders gut gefiel. Ich hatte das Gefühl, als wenn ich gemeinsam mit Mel zu einem Teil dieser Vampirfamilie wurde. In Familien streitet und provoziert man sich, aber man ist füreinander da und kämpft gemeinsam. All dies trifft auf Eden, Rich, Scott, Ivy, Scarlett und all die anderen Vampire der anderen Rudel zu. Man gewöhnt sich an all die tollen Charaktere und taucht mit ihnen gemeinsam tief in die Handlung ein. Das Beziehungsgeflecht in „Blutrache“ ist komplex, aber keineswegs kompliziert. Durch die Vorgänger sind einfach bereits so viele verschiedene Figuren eingeführt worden, dass man in Band drei ein gewisses Gefühl von „Nach-Hause-kommen“ verspürt. Und dieses Gefühl ist wirklich herrlich. Es ist gar nicht notwendig, dass jede Seite nur so vor Spannung trieft, wenn man diese Gefühle hervorrufen kann. Und das kann dieses Buch. Die Vielfalt der Charaktere ist toll. Außerdem sind sie so detailreich und liebevoll entworfen, dass jeder Figuren findet, mit denen er sich identifizieren kann. Es gefiel mir gut, dass Toja und Karis wieder eine etwas größere Rolle spielen und natürlich bleibe ich ein großer Fan von Rich, dem aufmüpfigen Machovampir. Ivy, das Kücken der Vampire, sorgt auch in diesem Buch für herzzerreißende Szenen, die das Familiengefühl noch unterstreichen. Zu Melody als Charakter muss ich glaube ich nicht so viel sagen. Sie ist die gute Seele der Geschichte und verantwortlich für all die Veränderung. Oft habe ich kritisiert, dass mir die weiblichen Protagonistinnen in Sabine Schulters Büchern zu stark sind. Bei Mel gibt es aber durchaus Ecken und Kanten, was für mich eine Entwicklung darstellt. Dennoch ist sie die typische starke Frau, die diese Geschichte aber auch braucht.
Ich erwähnte, dass ein Großteil des Buches von den Emotionen beherrscht wird. Der andere Teil widmet sich dem spannenden Leben in der Nachtpolizei und der Verfolgung von Rufus. Denn darauf läuft alles hinaus – Rufus muss zur Strecke gebracht werden. Doch dieses Unterfangen ist alles andere als leicht und kann nicht ohne weitreichende Verluste von Statten gehen. Nicht jedes Mitglied dieser großen Familie überlebt dieses Finale, so traurig es auch ist. Aber so wird die Reihe in meinen Augen authentischer. Vor allem die letzten beiden Kapitel machen die Sache so spannend. Mir gefiel das Finale sehr gut. Auch dass danach noch eine kurze romantische Szene zum Ausklang folgt, finde ich sehr passend für das Buch. Denn in erster Linie handelt es sich bei „Melody of Eden“ um eine Liebesgeschichte, die einen manchmal aufseufzen lässt. Hinzu kommen die tolle und innovative Verarbeitung des Vampirstoffes und die vielen außergewöhnlichen Charaktere. Die Chemie zwischen Melody und Eden stimmt von der ersten bis zur letzten Seite und das Prickeln ist garantiert. Für mich ist „Blutrache“ ein würdiger Abschluss einer romantischen und emotionalen Reihe. Natürlich ist der Stil der Autorin ebenfalls sehr romantisch. Sie zeichnet die Szenen mit schönen Beschreibungen aufs Papier und so macht man einen Schritt in ihre Gedankenwelt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm und eine Prise Humor lässt sich immer finden. Das Buch ist immer im Wechsel zwischen Melody und Eden verfasst, was einem die Einsicht in beide Figuren gewährt. Lediglich zum Ende hin musste ich manchmal genau hinschauen, wer der beiden das Kapitel erzählt.

Fazit




„Melody of Eden – Blutrache“ ist ein wunderbar romantischer Roman, der den würdigen Abschluss der Reihe bildet. Melodys und Edens zauberhafte Liebesgeschichte lädt von Beginn an zum Miterleben ein. Man ist so nah an der Geschichte und ihren Figuren. Die vielen verschiedenen und facettenreichen Charaktere ermöglichen das Gefühl einer großen Familie, die man mit diesem Buch nun leider verlassen muss. Spannung und Romantik sind garantiert und all das wird mit großen Gefühlen verpackt. Für mich bedeutet das nur eins: die 5 Spitzenschuhe, die dieses Buch verdient hat.



2. Mai 2017

Rezension: "Paper Prince" von Erin Watt


Titel: Paper Prince - Das Verlangen
Autor: Erin Watt
Verlag: Piper
Preis: 12,99€
Seiten: 368

Ich bekenne mich. Ich gehöre zu der Riege, die den ersten Teil „Paper Princess“ geliebt hat! Ich bin den Royals verfallen und habe die Geschichte gesuchtet. Natürlich bin ich mir der schwachsinnigen und unlogischen Thematik bewusst, aber hey…wenn man zu dem Buch greift, dann sollte man kein Problem mit dem vorkommenden Sexismus haben. Man liest ja auch nicht "Shades of Grey" und ist dann von den Sexszenen überrascht. In Ansätzen verhält es sich bei den Büchern von Erin Watt ähnlich. Ich habe mich unglaublich auf Teil zwei „Paper Prince“ gefreut und habe das Lesen wieder genossen. Leider ist Teil zwei ein bisschen zielloser, aber immer noch gut. Vorausgesetzt, man mochte den ersten Teil, wird man von seinem Nachfolger nicht enttäuscht sein.

Klappentext


Seit Ella Harper in die Villa der Royals gezogen ist, steht das Leben dort auf dem Kopf. Durch ihre aufrichtige, liebenswerte Art hat sie so manches Herz erobert – vor allem das von Reed. Zum ersten Mal seit dem Tod seiner Mutter kann der attraktivste der Royal-Söhne echte Gefühle zulassen. Doch wie groß seine Liebe ist, merkt er erst, als es zu spät ist: Nach einem Streit verschwindet Ella spurlos. Und er trägt die Schuld daran. Seine Brüder hassen ihn dafür, doch er hasst sich selbst am meisten. Wird er Ella finden? Und wenn ja, wird er ihr Herz zurückerobern können?

Meinung


Um „Paper Princess“ gab es eine riesige Diskussion. Entweder war man Fan und konnte den Royals und ihrer Anziehungskraft nicht widerstehen, oder aber man hat die Geschichte gehasst. Frauenfeindlichkeit und Sexismus sind nur zwei Begriffe, die des Öfteren fielen. Ich habe mir diese negativen Rezensionen durchgelesen und konnte sie sogar nachvollziehen. Das sexuelle Vokabular ist tatsächlich etwas schwach und derb. Aber mich konnte die Geschichte einfach verzaubern. Nichtsdestotrotz haben mich all diese Meinungen in gewisser Weise sensibilisiert und ich achtete bei „Paper Prince“ mehr auf diese verissenen Szenen. Natürlich bin ich mir der Thematik und des Vokabulars bewusst und ja…es stört mich tatsächlich an gewissen Stellen. Die Royals sind extrem sexabhängig und auch Ella denkt viel an die schmutzigen Sachen mit Reed. Aber ich bleibe weiterhin ein Fan der Liebesgeschichte. Zwar musste auch ich etwas genauer hinsehen, um sie in diesem Teil zu finden, aber sie ist auf jeden Fall vorhanden.
Das Buch wird zu großen Teilen aus der Sicht von Reed erzählt und beginnt ein paar Momente, bevor der erste Teil endet. Sofort wird der fiese Cliffhänger aufgelöst und man ist direkt wieder in der Geschichte. Man lernt Reed aus einer anderen Perspektive kennen, kommt in Kontakt mit seinen Gedanken und vieles davon ist nicht mal so schlimm, wie geahnt. Ich mag Reed eigentlich ganz gern, genauso wie die anderen Brüder. Easten ist mein Liebling, auch weiterhin. Aber die fiesen Charaktere tummeln sich noch immer in der Geschichte. Brook ist wohl die schlimmste aller Figuren. Dieses intrigante Miststück ist einfach nicht gut für die Geschichte. Andererseits sorgt sie natürlich für sehr viel Wirbel. Reeds Vater hat mich am Ende tatsächlich überrascht, denn eigentlich ist er viel taffer, als man meinen würde. Der andere Teil der Geschichte ist wieder aus Ellas Perspektive. Ich denke, es ist nicht zu viel verraten, wenn man schriebt, dass Ella zurückkehren wird. Sie ist anfangs auch wirklich standhaft und ich konnte sie gut verstehen. Aber natürlich lässt auch sie ihre Mauern fallen. Was will man auch anderes machen, wenn der Junge, den man liebt, um einen kämpft?! Mir gefiel dieser Handlungsaspekt. Allerdings finde ich schon, dass in diesem Buch im Vergleich zum Vorgänger weniger passiert. Man ist inzwischen quasi ein Teil der Geschichte und erwartet ein bisschen mehr. Aber Aufregung gibt es schon genug. Zum Teil ist diese auch dramatisiert – vor allem am Ende. Die letzten Seiten sind dann erneut der Höhepunkt, denn dieses Mal muss man sich sogar auf zwei fiese Cliffhänger einstellen. Aber bald geht es ja weiter. Gutes Marketingkonzept. Die Spannung zwischen Reed und Ella ist auf jeden Fall wieder da und ich bin gespannt, wo es die beiden noch hinführen wird. Die Perpsektivwechsel sind sinnvoll und in Ordnung. Anfangs kann man die beiden Sichten auch wunderbar auseinander halten, zum Ende allerdings werden die Wechsel häufiger und manchmal musste ich noch einmal nachschauen, wer nun eigentlich spricht. Der Stil ist weiterhin flüssig und in gewissem Sinne derb. Trotzdem ist die Geschichte toll. Wie ich schon sagte, man weiß ja, worauf man sich bei dem Buch einlässt. Dennoch ließen mich ein paar Formulierungen schon den Kopf schütteln, wie etwa:

„‘Ich möchte nicht schlecht über deinen Vater sprechen, aber Steve hat jede Frau der Welt gehabt, und glücklich hat ihn das nicht gemacht. Ich muss nicht erst rumvögeln, um zu wissen, was ich will.‘ Seine Worte, ach, seine Worte sind wie Sonnenschein […]“ (S. 268)
Also wirklich. Der Junge hat quasi gerade ihren Vater beleidigt und das in einer derben Art und Weise und sie fühlt sich geschmeichelt?! Hm…Aber diese Passagen halten sich in Grenzen und ich konnte sie ignorieren. Ich finde schon, dass Teil eins besser war, als Teil zwei, allerdings habe ich nun hohe Erwartungen an das Finale.

Fazit



„Paper Prince“ setzt genau da an, wo der erste Teil aufgehört hat. Spannung, Familie und das berühmte Prickeln sind wieder absolut gegeben. Man kann verfolgen, wie Ella und Reed sich wieder annähern und viel über deren Gefühlschaos lernen. Die Geschichte bleibt toll, auch wenn Teil eins etwas stärker war. Lässt man sich auf diese Reihe ein, muss man sich dem sexistischen Stil bewusst sein. Mir allerdings gefällt diese ungewöhnliche Cinderella-Story sehr gut und daher vergebe ich 4 von 5 Spitzenschuhen.