2. Mai 2017

Rezension: "Paper Prince" von Erin Watt


Titel: Paper Prince - Das Verlangen
Autor: Erin Watt
Verlag: Piper
Preis: 12,99€
Seiten: 368

Ich bekenne mich. Ich gehöre zu der Riege, die den ersten Teil „Paper Princess“ geliebt hat! Ich bin den Royals verfallen und habe die Geschichte gesuchtet. Natürlich bin ich mir der schwachsinnigen und unlogischen Thematik bewusst, aber hey…wenn man zu dem Buch greift, dann sollte man kein Problem mit dem vorkommenden Sexismus haben. Man liest ja auch nicht "Shades of Grey" und ist dann von den Sexszenen überrascht. In Ansätzen verhält es sich bei den Büchern von Erin Watt ähnlich. Ich habe mich unglaublich auf Teil zwei „Paper Prince“ gefreut und habe das Lesen wieder genossen. Leider ist Teil zwei ein bisschen zielloser, aber immer noch gut. Vorausgesetzt, man mochte den ersten Teil, wird man von seinem Nachfolger nicht enttäuscht sein.

Klappentext


Seit Ella Harper in die Villa der Royals gezogen ist, steht das Leben dort auf dem Kopf. Durch ihre aufrichtige, liebenswerte Art hat sie so manches Herz erobert – vor allem das von Reed. Zum ersten Mal seit dem Tod seiner Mutter kann der attraktivste der Royal-Söhne echte Gefühle zulassen. Doch wie groß seine Liebe ist, merkt er erst, als es zu spät ist: Nach einem Streit verschwindet Ella spurlos. Und er trägt die Schuld daran. Seine Brüder hassen ihn dafür, doch er hasst sich selbst am meisten. Wird er Ella finden? Und wenn ja, wird er ihr Herz zurückerobern können?

Meinung


Um „Paper Princess“ gab es eine riesige Diskussion. Entweder war man Fan und konnte den Royals und ihrer Anziehungskraft nicht widerstehen, oder aber man hat die Geschichte gehasst. Frauenfeindlichkeit und Sexismus sind nur zwei Begriffe, die des Öfteren fielen. Ich habe mir diese negativen Rezensionen durchgelesen und konnte sie sogar nachvollziehen. Das sexuelle Vokabular ist tatsächlich etwas schwach und derb. Aber mich konnte die Geschichte einfach verzaubern. Nichtsdestotrotz haben mich all diese Meinungen in gewisser Weise sensibilisiert und ich achtete bei „Paper Prince“ mehr auf diese verissenen Szenen. Natürlich bin ich mir der Thematik und des Vokabulars bewusst und ja…es stört mich tatsächlich an gewissen Stellen. Die Royals sind extrem sexabhängig und auch Ella denkt viel an die schmutzigen Sachen mit Reed. Aber ich bleibe weiterhin ein Fan der Liebesgeschichte. Zwar musste auch ich etwas genauer hinsehen, um sie in diesem Teil zu finden, aber sie ist auf jeden Fall vorhanden.
Das Buch wird zu großen Teilen aus der Sicht von Reed erzählt und beginnt ein paar Momente, bevor der erste Teil endet. Sofort wird der fiese Cliffhänger aufgelöst und man ist direkt wieder in der Geschichte. Man lernt Reed aus einer anderen Perspektive kennen, kommt in Kontakt mit seinen Gedanken und vieles davon ist nicht mal so schlimm, wie geahnt. Ich mag Reed eigentlich ganz gern, genauso wie die anderen Brüder. Easten ist mein Liebling, auch weiterhin. Aber die fiesen Charaktere tummeln sich noch immer in der Geschichte. Brook ist wohl die schlimmste aller Figuren. Dieses intrigante Miststück ist einfach nicht gut für die Geschichte. Andererseits sorgt sie natürlich für sehr viel Wirbel. Reeds Vater hat mich am Ende tatsächlich überrascht, denn eigentlich ist er viel taffer, als man meinen würde. Der andere Teil der Geschichte ist wieder aus Ellas Perspektive. Ich denke, es ist nicht zu viel verraten, wenn man schriebt, dass Ella zurückkehren wird. Sie ist anfangs auch wirklich standhaft und ich konnte sie gut verstehen. Aber natürlich lässt auch sie ihre Mauern fallen. Was will man auch anderes machen, wenn der Junge, den man liebt, um einen kämpft?! Mir gefiel dieser Handlungsaspekt. Allerdings finde ich schon, dass in diesem Buch im Vergleich zum Vorgänger weniger passiert. Man ist inzwischen quasi ein Teil der Geschichte und erwartet ein bisschen mehr. Aber Aufregung gibt es schon genug. Zum Teil ist diese auch dramatisiert – vor allem am Ende. Die letzten Seiten sind dann erneut der Höhepunkt, denn dieses Mal muss man sich sogar auf zwei fiese Cliffhänger einstellen. Aber bald geht es ja weiter. Gutes Marketingkonzept. Die Spannung zwischen Reed und Ella ist auf jeden Fall wieder da und ich bin gespannt, wo es die beiden noch hinführen wird. Die Perpsektivwechsel sind sinnvoll und in Ordnung. Anfangs kann man die beiden Sichten auch wunderbar auseinander halten, zum Ende allerdings werden die Wechsel häufiger und manchmal musste ich noch einmal nachschauen, wer nun eigentlich spricht. Der Stil ist weiterhin flüssig und in gewissem Sinne derb. Trotzdem ist die Geschichte toll. Wie ich schon sagte, man weiß ja, worauf man sich bei dem Buch einlässt. Dennoch ließen mich ein paar Formulierungen schon den Kopf schütteln, wie etwa:

„‘Ich möchte nicht schlecht über deinen Vater sprechen, aber Steve hat jede Frau der Welt gehabt, und glücklich hat ihn das nicht gemacht. Ich muss nicht erst rumvögeln, um zu wissen, was ich will.‘ Seine Worte, ach, seine Worte sind wie Sonnenschein […]“ (S. 268)
Also wirklich. Der Junge hat quasi gerade ihren Vater beleidigt und das in einer derben Art und Weise und sie fühlt sich geschmeichelt?! Hm…Aber diese Passagen halten sich in Grenzen und ich konnte sie ignorieren. Ich finde schon, dass Teil eins besser war, als Teil zwei, allerdings habe ich nun hohe Erwartungen an das Finale.

Fazit



„Paper Prince“ setzt genau da an, wo der erste Teil aufgehört hat. Spannung, Familie und das berühmte Prickeln sind wieder absolut gegeben. Man kann verfolgen, wie Ella und Reed sich wieder annähern und viel über deren Gefühlschaos lernen. Die Geschichte bleibt toll, auch wenn Teil eins etwas stärker war. Lässt man sich auf diese Reihe ein, muss man sich dem sexistischen Stil bewusst sein. Mir allerdings gefällt diese ungewöhnliche Cinderella-Story sehr gut und daher vergebe ich 4 von 5 Spitzenschuhen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen