20. Juni 2017

Rezension: "Being Beastly - Der Fluch der Schönheit" von Jennifer Alice Jager

 

Titel: Being Beastly - Der Fluch der Schönheit
Autor: Jennifer Alice Jager
Verlag: Impress
Preis: 3,99€
Seiten: 272

Mit der Disney-Verfilmung von „Die Schöne und das Biest“ war die Geschichte wieder in aller Munde. Wieso auch nicht? Schließlich ist sie eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt und besitzt eine gute Moralbotschaft. Kein Wunder also, dass das Grundkonzept auch in der Literatur bereits adaptiert wurde. Als im letzten Jahr „Being beastly – Der Fluch der Schönheit“ von Jennifer Alice Jager erschien, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Es dauerte eine Weile, bis es tatsächlich den Weg zu mir fand. Und nun bereue ich, dass ich es nicht bereits früher gelesen habe. Denn diese Geschichte ist zwar eine Adaption, aber auch etwas sehr Eigenständiges. Einfach märchenhaft und wunderschön konzipiert!

Klappentext


Als die schöne Valeria erfährt, wen sie heiraten soll, ist ihr wohlbehütetes Leben auf einen Schlag vorbei. Um den jungen Grafen Westwood ranken sich Schauergeschichten von einem Fluch und ihr neues Heim gleicht eher einer Ruine als einem herrschaftlichen Herrenhaus. Auch Westwood selbst benimmt sich ihr gegenüber mehr wie ein eiskaltes Biest und nicht wie der Mann von Stand, der er eigentlich sein sollte. Doch dann stößt Valeria in einem verstaubten Raum auf magische Windlichter, die jedes für sich ein Geheimnis bergen. Sie zeigen Valeria einen ganz anderen Grafen, voller Freundlichkeit und Güte…

Meinung


Der Klappentext klingt schon ein wenig, wie die berühmte Vorgängergeschichte. Aber wir sollten uns nicht täuschen lassen. Jennifer Alice Jager hat wirklich eine ganz eigene Geschichte mit neuen Ideen geschaffen. Das Grundkonzept ist das gleiche: Schönes Mädchen kommt in dunkles Herrenhaus mit verschlossenem Grafen. Sie ist unglücklich, entdeckt aber mit der Zeit, dass der Hausherr nicht immer so furchtbar war... Lord Westwood ist allerdings keinesfalls ein Biest vom Äußeren. Er ist ein normaler Mensch, der Valeria aber scheinbar loswerden will. Das junge und anfangs naive Mädchen weiß damit nicht umzugehen. Doch ein sehr schöner Punkt ist die Entwicklung von Valeria. Sie bekam ihr Leben lang nur gesagt, wie schön sie sei und dass sie es deshalb zu etwas bringen würde. Als sie dann in die abgelegene Grafschaft geschickt wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Doch mit der Zeit wird sie stärker und reifer. Es dauert eine Weile, bis sie hinter die Fassaden blicken kann und reflektiert, aber der Prozess ist sehr authentisch. Manchmal ist sie sehr naiv und unbedarft, aber Valeria ist ein guter Charakter für diese Geschichte. Ihre anfängliche Arroganz fängt sich zum Glück – denn anfangs hat sie nicht viel mit der schönen und bescheidenen  Belle zu tun, wenn man mich fragt. Jayden Westwood war von Anfang an interessant und mysteriös. Aber irgendwie mochte ich diesen Fiesling. Dass er etwas zu verbergen hat, ist schnell klar. Wie sollte dem in einer Welt, in der auch Magie vorherrscht, auch anders sein?! Man erfährt in vielen Flachbacks etwas über die Vergangenheit des jungen Lord Westwoods. Das ist sehr interessant und baut die Geschichte gut auf. Dennoch waren mir ein paar der Flashbacks etwas zu lang. Ein weiterer wichtiger Charakter ist Liam, der Hausarzt. Dass auch er mehr zu verbergen hat, scheint klar. Dennoch spielt er den herzensguten Menschen…was will er also wirklich? Valerias beste Freundin Belletaine ist eine gute Nebenfigur, die die Protagonistin als Zofe unterstützt. Auch der Stallbursche Tyren oder die Köchin gehören einfach in diese Geschichte. Naja…und dann wäre da noch Kiara. Ein toller Name für eine fiese Figur, wenn ihr mich fragt. Sie besitzt magische Fähigkeiten…aber was hat sie mit dem Fluch zu tun?!
Man merkt schon, dass die Geschichte einfach gestrickt zu sein scheint. Aber das scheint nur so, denn ein gibt unerwartete Wendungen. Der Aufbau weicht an gewissen Stellen stark von seiner Vorlage ab und das gefiel mir sehr gut. So wird „Being beastly“ zu etwas völlig Eigenständigem mit tollen Charakteren. Die Handlungsentwicklung ist aber das wirklich tolle, was ich loben möchte. Ich fand die Geschichte sehr authentisch. Zwischenzeitlich dachte ich „Das kann doch jetzt nicht wahr sein, tu das nicht!“, und dann kommt alles nochmal ganz anders. Mich konnte die Handlung jedenfalls durchaus überraschen.
Natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle. Denn darum geht es doch irgendwie, oder? Wie ich schon sagte, schwärmte ich für Jayden. Dass Valeria das aber gar nicht tut und sich eher Liam zuwendet, brach mir fast das Herz. Die Liebesgeschichte, die sich dann aber entwickelt, ging mir trotz ihrer Plötzlichkeit sehr unter die Haut. Ich hätte nicht gedacht, dass ich sie als so authentisch empfinden würde, aber das tat ich. Für mich war sie ein wahres Highlight. Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Jugendliebe, Hass und Magie spielen auch große Rollen. Das Finale ist wirklich fulminant und auch damit hatte ich nicht gerechnet. Ihr seht also: Das Buch steckt voller Überraschungen. Der Stil von Jager passt wunderbar ins Märchen. Es war nicht mein erstes Buch von ihr und daher kann ich sagen, dass der Stil viel blumiger und träumender ist, als normal. Die Märchenelemente kommen gut zum Tragen und die Charaktere werden in typischer Märchenart ausgeschmückt.

Fazit



Viele Geheimnisse warten in diesem Buch auf euch. Das Grundkonzept von „Die Schöne und das Biest“ wurde übernommen, aber zu etwas völlig Neuem gemacht, das den Leser wirklich überrascht. Starke Charaktere, eine schöne Liebesgeschichte und ganz viel Magie sind Teil dieses Buchs. Lasst euch entführen und von dieser Geschichte verzaubern. Ich vergebe volle 5 Spitzenschuhe, da mich das Buch unterhalten hat und mich leiden & lieben ließ.




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