2. August 2017

Review: "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"


Titel: Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Regie: Luc Besson

Länge: 138 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: Frankreich

Erscheinungsjahr: 2017




„Valerian“ wird als aktueller Blockbuster gepriesen und beworben – doch so gut soll er nicht sein. Mein Bruder und ich wollten uns selbst ein Bild von dem Film machen, der zwar für seine Effekte gelobt, aber für seine Handlung verspottet wird. Also ab ins Kino. Und man muss sagen: „Valerian – Stadt der tausend Planeten“ biete wirklich gute 3D-Unterhaltung und ist nett anzuschauen – in die Tiefe geht der Film aber nicht. Einige Fehlbesetzungen lassen den Zuschauer außerdem den Kopf schütteln. Hätte man in der Hauptrolle jemand glaubwürdigeres gewählt, wäre meine Meinung vielleicht eine andere.




Im 28. Jahrhundert sorgen der Spezialagent Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) für Recht und Ordnung in der Galaxis. Gerade haben sie ein wertvolles kleines Alien sichergestellt (einen Transmulator, der Gegenstände kopiert), da führt der Weg der ungleichen Gesetzeshüter in die gigantische Weltraum-Metropole Alpha, wo unzählige verschiedene Spezies friedlich zusammenleben. Die Bewohner haben ihr Wissen vereint und nutzen es zum Vorteil für alle. Doch auf der riesigen Weltraumstation stimmt etwas nicht. Kommandant Arun Filitt (Clive Owen) glaubt, dass sie von einem Virus zerfressen wird – Valerian und Laureline sollen herausfinden, was los ist. Als Laureline dann auf Alpha vom verrückten Diktator Boulan Bathor III (Roman Blomme) gekidnappt wird, führt die Spur für Valerian ins Rotlichtviertel Paradise Alley. Dort begegnet er der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna), die bei der Befreiung seiner Kollegin eine große Hilfe sein könnte…



Der größte Kritikpunkt an diesem Film war für mich von Anfang an die Besetzung der Rolle Valerian mit Dane DeHaan. Selten habe ich einen bubihafteren Superagenten gesehen. Ich konnte ihm diese Rolle einfach keine Sekunde lang abnehmen, was sehr schade war. Aber wirklich: Der Mann ist vielleicht ganz nett, weil er so normal aussieht, aber dann kann man ihm doch nicht eine Rolle eines Mannes geben, der an jedem Finger 10 Frauen hat, ein Draufgänger und Macho ist. Egal wie süß oder nett er auch gespielt hat – Dane DeHaan passt leider gar nicht in diesen Film. Es ist nicht mal seine Schauspielerei, sondern diese Unauthentizität. Die weibliche Hauptrolle Laureline ist mit Cara Delevingne auch nicht unbedingt ideal besetzt, aber bei ihr macht das weniger. Das schöne Liebchen, das eher eine Nebenrolle spielt, nimmt man ihr wunderbar ab. Außerdem ist das Model natürlich etwas fürs Auge und oft zeigen ihre Outfits auch durchaus die Vorzüge der jungen Frau. Gegen sie als Laureline hatte ich nichts, wenn man mal davon absieht, dass sie zu gut aussieht. Die Chemie zwischen Valerian und Laureline konnte mich nicht ganz überzeugen, die Geschichte zwischen ihnen passt aber zum Film. Dass Valerian aber schon sehr früh vom Heiraten spricht, nervte mich dann schon. Die Nebenfiguren sind gut besetzt, diese spielen aber auch quasi keine Rolle. Insgesamt sind die animierten Figuren sehr viel interessanter als die menschlichen. So zum Beispiel der süße Transmulator oder die drei komischen Vögel. Schauspielerisch ist dieser Film keine Glanzleistung. Auch Rihannas Auftritt macht die Sache nicht unbedingt besser. Ihr Varieté-Auftritt ist klasse. Ansonsten musste die Gute aber auch nicht viel tun.
Kommen wir von den Schauspielern mal zu Handlung. Die ist ganz ok. Von Spannung kann man nicht unbedingt reden, denn es wird ungefähr sieben Mal stark angedeutet, wenn nicht sogar offensichtlich gezeigt, wer der Bösewicht im Film ist. So kann dann auch wirklich jeder Kinozuschauer folgen. Immerhin. Manchmal ist die Handlung durch die verschiedenen Welten dann doch verwirrend. Das Zwischengeplänkel von Valerian und Laureline sorgt durchaus für Schmunzler. Man kann sich von der Geschichte gut berieseln lassen und es ist nicht die andauernde Ballerei wie beispielsweise bei den Avengers. Dennoch fehlt ein wenig der Biss in der Geschichte. Gelangweilt habe ich mich allerdings nie und die Zeit kam mir nicht so lang vor, wie sie eigentlich war. Daher hat der Film schon etwas richtig gemacht.
Nachdem ich nun eher mittelmäßige Sachen angerissen habe, komme ich mal zum grandiosen Teil des Ganzen: die Effekte. Mein Bruder sagte nach dem Film zu mir: „Hallo Greenscreen“. Und er hatte natürlich Recht mit dem, was er meinte. Denn viel können die Schauspieler nicht vor richtigen Kulissen gedreht haben. Der Greenscreen war sicher ständiger Begleiter. Das heißt aber auch, dass der Film quasi für 3D gemacht wurde und deswegen in jeder Minute etwas passiert, was für das Auge interessant ist. Die Schauplätze sind bildgewaltig, farbenprächtig und somit sehenswert. Die Bilder sind wirklich aufregend und das 3D lohnt sich sehr. Ohne 3D sollte man den Film besser nicht gucken, denn erst durch die Effekte wird er zu guter Unterhaltung.




Als „Blockbuster“ kann man das Weltraumabenteuer „Valerian“ nicht unbedingt bezeichnen. Der Film ist von der Handlung her ganz ok, wenn man sich berieseln lassen möchte. Die schauspielerische Leistung reicht leider nicht aus, was aber schon mit der Besetzung beginnt. Wirklich toll sind aber die Bilder, die 3D Effekte und die farbenprächtigen Kulissen. Es ist kein sinnloser Ballerei-Film, aber eben auch nichts Tiefgreifendes. Der Film hat mich dennoch gut unterhalten, weshalb ich im 3,5 Sterne gebe. Ich hatte einen amüsanten Kino-Abend. Und wenn ich ein Mann wäre, hätte Delevingne mich sicher noch mehr überzeugt.

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