16. Oktober 2016

Rezension: "Love is for tomorrow" von Michael Karner


Titel: Love is for tomorrow
Autor: Michael Karner
Verlag: Selfpublished
Preis: 3,54€ (kindle)
Seiten: 179

Ich bin ein Fan rasanter Kinofilme und actiongeladenen Agententhrillern. Auch literarisch greife ich gern mal zu einem Werk des Meisters Ian Fleming und folge Bond rund um die Welt. Auf einen Agentenroman bin ich auch mit „Love is for tomorrow“ von Michael Karner gestoßen. Ein rasantes Agentenabenteuer, das seine Schauplätze auf der ganzen Welt verteilt und nicht nur einmal an Helden wie Jason Bourne oder eben James Bind erinnern lässt. Spannend auf jeden Fall, doch auch sehr verwirrend. Denn viele Köche verderben den Brei und auch hier gibt es die ein oder andere Figur zu viel, die das Abenteuer ein bisschen mindert. Unterhaltsam, aber auch anstrengend.

Klappentext


„Love Is For Tomorrow“ handelt von Antoine, einem Mann, der ein neues Leben in Österreich beginnt, um seine Familie zu schützen. Doch während sein früherer Arbeitgeber, die CIA, bemüht ist, ihn endgültig auszulöschen, ist Antoine wild entschlossen, eine russische Agentin vor einem Angriff auf ein unvorstellbares Ziel zu stoppen: ihr eigenes Mutterland. Eine Verfolgungsjagd quer durch Europa beginnt.

Meinung


Man sollte den angegeben Klappentext auf jeden Fall aufmerksam lesen, bevor man das Buch beginnt. Denn es setzt sofort und unmittelbar ein. Als Leser befindet man sich vom ersten Moment an mitten in der Handlung und versucht den Faden nicht zu verlieren. Anfangs gelingt das auch sehr gut, doch dann wird es immer verwirrender, da es unzählige Figuren gibt. „Love is for tomorrow“ ist ein spannendes Buch, das man sich fast durchgängig als Actionfilm vorstellen kann. Der Stil des Autors ist gut und sehr intelligent gewählt. Karner beschreibt bildreich und zeitdeckend, so dass man sich alles sehr genau vorstellen kann. Mehr als einmal fühlte ich mich wie in einem Film der Bourne-Reihe. Doch so großartig dieser Punkt auch ist, so gibt es einen anderen, der mich als Leser weniger befriedigt hat. Die Vergleiche zu den Actionhelden sind absolut gerechtfertigt, doch leider beschränkt sich das Buch nicht auf einen Helden. Obwohl es im Klappentext heißt, dass Antoine der Protagonist ist, ist das im Buch manchmal schwer zu erkennen. Antoine arbeitet für ein Team, das ohne Nation agiert. Die UNI stellt sich dennoch gegen das Böse in der politischen Welt und verfährt dabei höchst professionell. Das Team ist vielseitig und selbst hier braucht man eine Weile, um den Überblick zu behalten. Doch das kuriose ist die Perspektive, in der das Buch erzählt wird. Denn Antoine ist nicht der Fokus – es gibt gar keinen. Und gleichzeitig hunderte. Jedes Kapitel wird in verschiedene Perspektiven unterteilt und dreht sich um eine andere Person. Es gibt sicher 10 verschiedene Personen, die in den Kapiteln beleuchtet werden und die alle irgendwie in das große Ganze verwickelt sind. So befindet sich der Leser unter anderem in Österreich, Russland, Serbien, China, der Türkei oder Syrien. Und das sind noch nicht einmal alle Schauplätze. Man springt von einem zum nächsten, was natürlich spannend ist. Allerdings fiel es mir sehr schwer dem Geschehen zu folgen. Die Wechsel erfolgen zu schnell und manchmal habe ich nicht einmal verstanden, was gerade passiert. Das ist wirklich schade, denn das Buch hat Potenzial! Mir persönlich hätte es besser gefallen, ein paar Perspektiven wegzulassen und den Fokus mehr auf Antoine und seine Vergangenheit zu legen. So hätte man vielleicht ein wenig von der Filmatmosphäre verloren, doch der Zugang des Lesers wäre erleichtert worden. Man fiebert eben doch mehr mit, wenn es einen Helden gibt, der es auch verdient hat – und so ein Held hätte Antoine durchaus sein können.
Nichtsdestotrotz bleibt die Sache mit der verschwundenen Bombe spannend. Obwohl es mir zu viele Orte waren, gefiel die Rundreise um die Welt mir auch (, ich hätte mir nur ein wenig mehr Beschränkung gewünscht). Die Handlungsidee ist gut und soweit ich es verstanden habe, soll das Buch der Auftakt einer Reihe sein. Dem steht nichts im Wege und man kann nachvollziehen, dass viele Details nicht genauer erklärt werden, wenn man bedenkt, dass eine Reihe vieles davon klären würde. Dennoch bleibt der Faktor des Verwirrens zumindest in diesem Buch bestehen. Am Ende legt sich der schwunghafte Perspektivwechsel und man bleibt zum größten Teil bei Antoine. So hätte ich es mir vorher auch gewünscht, oder aber am Ende erneute Wechsel haben wollen. So ist die Erzählart ein wenig unkonstant. 
Auch wenn vieles negativ klingt, so bleibt das Buch auf jeden Fall eine spannende Lektüre und für jeden Agenten und Hightech-Fan ein Muss. Für mich war es ein wenig zu überlagert.

Fazit




„Love is for tomorrow“ gibt wunderbare Einblicke in das Leben von Geheimagenten, die ihren Job rund um den Globus im Dienste der Menschheit machen. Das Buch ist spannend und rasant. Der Schreibstil sticht angenehm hervor, doch die Fülle der Figuren ließ mich verwirrt zurück. Ich vergebe 3 Spitzenschuhe und hoffe, dass der nächste Band der Reihe mit mehr Fokus aufwarten kann. 



12. Oktober 2016

Rezension: "Opposition" von Jennifer L. Armentrout


Titel: Opoosition - Schattenblitz
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Carlsen
Preis:19,99€
Seiten: 414

Im letzten Jahr konnten Katy und Daemon mein Herz erobern und so ist es nicht verwunderlich, dass die Veröffentlichung vom fünften Teil der Lux-Reihe in meinem Kalender vermerkt war. Doch als „Opposition“ dann herauskam, hatte ich nicht mehr das Bedrüfnis es zu lesen. Teil drei und vier gefielen mir immer weniger und ich hatte Angst davor, die Reihe mit einem schwachen Abschluss beenden zu müssen. Doch zum Glück ist dieser Umstand nicht eingetreten! Denn „Opposition“ ist ein wirklich tolles Buch, das von Anfang an mit Spannung glänzen kann und mich als begeisterte Leserin zurückgewinnen konnte!

Inhalt


Daemon, Dee und Dawson haben sich den Lux angeschlossen. Und Katy ist allein mit Archer und Luc ohne zu wissen, was passiert ist. Steht Daemon tatsächlich auf der anderen Seite und hat ihre Liebe völlig vergessen? Nein, niemals! Doch sie weiß auch, dass mit der Invasion der Lux ein weiterer Krieg in der Geschichte der Menschheit bevorsteht. Aber wie kann dieser ausgehen, wenn die Gegner so ungleich sind? Kann Katy Daemon wieder zur Vernunft bringen und an seiner Seite gegen die übermächtigen Lux gewinnen? Ein rasantes Finale nimmt Fahrt auf!

Meinung


Jennifer L. Armentrout hat ein Händchen für tolle Geschichten. Allerdings war ich nach „Origin“ absolut enttäuscht. Das Buch war nicht schlecht. Doch Daemon benahm sich wie ein verliebter Depp und die Handlung machte solch eine Wendung durch, dass ich nicht mehr ganz hinterherkam. Das Ganze fühlte sich auch noch so an, als wenn eigentlich gar nichts passiert, was nie gut für ein Buch ist. Umso gespannter war ich auf das Finale der Lux-Reihe und zögerte das Lesen hinaus. Zu viel Angst hatte ich davor, dass „Opposition“ mich auch enttäuschen würde. Doch umso glücklicher war ich, als ich das Buch beendete. Denn der fünfte Teil ist nach „Obsidian“ absolut das beste Buch der Reihe. Dabei sind die beiden Bücher kaum noch miteinander zu vergleichen. So viel hat sich zwischen den beiden Bänden getan und verändert. Ging es früher noch um eine buchliebende Teenagerin, die etwas Unglaubliches entdeckt, geht es nun um die Rettung der gesamten Menschheit, die von Aliens ausgelöscht werden könnte.
 „Opposition“ beginnt sofort mit Tempo und Spannung. Von der ersten Seite an gefiel mir das Buch. Katy steht anfangs allein da und braucht eine Weile, bis sie wieder auf Daemon trifft. Anfangs weiß der Leser absolut nicht, was er glauben soll, bis sich die Dinge klären. Nicht einmal die wechselnden Erzählperspektiven haben zu viel verraten und so machten sie für mich zum ersten Mal wirklich Sinn. Im Allgemeinen konnte man Katy und Daemon besser auseinanderhalten, da beide durch andere Emotionen gezeichnet wurden. Daemon ist der gleiche verliebte Trottel, doch kam es mir nicht so übermächtig vor, wie in Teil vier. In diesem Buch kommt der Kämpfer in ihm wieder mehr zum Vorschein und auch Katy ist sehr viel reifer geworden. Sie ist an ihren Aufgaben gewachsen und ein völlig anderer Mensch, als noch zu Beginn der Lux-Reihe. Die beiden ergänzen sich noch immer sehr gut und sind wohl ein absolutes Vorzeige-Liebespaar. Mir persönlich beinhaltete das Buch allerdings zu viele leidenschaftliche Bettszenen. Zwar werden diese nicht in einem erotischen Maße geschildert, doch die beiden haben schon verdammt viel Sex…
Das ist aber auch so ziemlich das Einzige, was ich kritisieren möchte. Die liebgewonnenen Figuren aus den Vorteilen sind alle mit von der Partie und spielen eine wichtige Rolle. Wirklich gut gefiel mir die Wandlung von Dee, die nun für die böse Seite kämpft und der Handlung den nötigen Biss verleiht. Einer meiner Lieblinge bleibt Luc, doch er ist nun einmal nur eine Nebenfigur. Auch die grausame Nancy Husher ist wieder an Bord und bleibt bedeutend für die Geschichte. Gemeinsam (oder eben auch nicht) müssen sie in den letzten großen Kampf ziehen, damit die Menschheit noch eine Chance hat. Doch was wollen die Lux eigentlich? Wirklich, simpel wie es klingt, die Weltherrschaft? Oder steckt mehr dahinter? Fragen, die sich Katy, Dameon und ihre Familie fragen müssen. Was mir noch sehr gut gefiel ist, dass es nicht das absolute Vorzeige Happy End gibt, sondern durchaus Verluste hingenommen werden müssen. Und auch, dass die Arum endlich wieder ein Rolle spielen, war klasse. Warum nicht vorher mehr davon?
Zum Stil von Armentrout brauche ich glaube ich nicht mehr viel sagen. Er ist bildreich und emotional und macht einen Großteil der Lux-Reihe aus.

Fazit




„Opposition“ ist ein grandioser Abschluss einer etwas zu lang geratenen Buchreihe, die ihr Thema innerhalb der Reihe verlagert und weiterentwickelt. Doch das, was in „Opposition“ bleibt ist spannungsgeladen und actionreich. Ein toller, aber auch liebevoller Abschluss einer coolen Jugendbuchreihe. Ich vergebe 4,5 Spitzenschuhe, die hoffentlich im Kampf gegen die Aliens helfen.



10. Oktober 2016

Rezension: "Poetry Love" von Petra Steckelmann


Titel: Poetry Love
Autor: Petra Steckelmann
Verlag: Jumpbooks
Preis: 4,99€
Seiten: 289


„Das Leben ist ein Zeichnen ohne die Korrekturmöglichkeiten des Radiergummis.“ 
Oskar Kokoschka (Kapitel 3)

Was der österreichische Maler mit diesem Satz sagen wollte, können wir uns wohl alle vorstellen. Wie oft wollten wir schon Dinge rückgängig machen, weil wir uns bis auf die Knochen blamiert hatten oder nichts so lief, wie wir es wollten?! Kein Wunder also, dass dieses Zitat eines derjenigen ist, die vor jedem Kapitel in „Poetry Love“, dem neuen Jugendbuch von Petra Steckelmann, stehen. Ein wundervolles Buch, das mich mit seinen Themen des Poetry Slams, der jungen Liebe und all ihren Problemen begeistern konnte. Für Fans des Slams ein romantischer Muss und für jeden anderen hoffentlich eine Inspiration!

Klappentext


Schmetterlinge im Bauch? Damit kann die 16-jährige Laura genauso wenig anfangen wie mit Poetry Slams. Aber dann passiert das Unerwartete: Als sie ihre beste Freundin Anna zu einem dieser Wettbewerbe begleiten muss, verliebt sie sich Hals über Kopf – ausgerechnet in den Slammer Leo! Laura folgt ihrem Schwarm sogar bis nach London, ohne zu wissen, ob er ihre Gefühle erwidert. Die Katastrophe ist vorprogrammiert … und hat für Laura, die sich nie für eine Wortakrobatin gehalten hat, ungeahnte Folgen!

Meinung


Normalerweise entscheide ich mich gern dagegen Klappentexte in eine Rezension zu kopieren. Aber nachdem ich drei Mal meine Satzanfänge löschte, weil mir beim besten Willen keine bessere Formulierung einfallen wollte, musste die Copy-and-Paste-Taste herhalten. Denn die Inhaltsangabe trifft den Kern des Buches sehr gut. Man bekommt eigentlich genau das, was man auch erwartet, wenn auch in anderer Proportionierung. Aber von vorn.
Ich bin ein wahrer Poetry Slam Fan, schreibe ab und zu einen Text und besuche die Dichterschlachten sehr gern. Ich würde behaupten, dass „Poetry Love“ für Leute wie mich durch den Plot noch attraktiver ist, doch ich denke auch, dass jeder, der sich in dieser Szene gar nicht auskennt, viel aus dem Buch mitnehmen kann. Dabei dachte ich anfangs gar nicht so. Ich fand die ersten drei Kapitel nicht so recht in die Geschichte. Mir war die Protagonistin Laura zu distanziert und in ihrem Denken nicht altersgerecht. Keine Ahnung, warum ich so empfand. Doch, Aufatmen! Dieses Gefühl legte sich, sobald ich ins Buch fand. Laura ist kein ganz einfacher Charakter. Auf der einen Seite ist sie schüchtern und naiv, auf der anderen Seite stark und mutig. Eigentlich ist sie einfach nur ein typisches Mädchen, das sich verliebt und das rationale Denken von diesem Moment an so völlig ausschaltet. Meines Erachtens können sich viele Mädchen mit Laura identifizieren, was ich persönlich nicht so gut konnte. Und dennoch ist ihr Wandel im Buch erstaunlich. Denn sie steigert sich gemeinsam mit der Geschichte und kann am Ende auf eine arge Entwicklung zurückblicken. Das gefiel mir sehr gut. Ihr Pendant, Leo, ist eher der unnahbare, coole Typ, der von vielen jedoch falsch eingeschätzt wird. Man kann gut nachvollziehen, was Laura an ihm findet, auch wenn diese sich wirklich Hals über Kopf in den jungen Slammer verliebt. Aber gut…ist schon ein Weilchen her, dass ich 16 war. Hätte ich vielleicht damals auch so gemacht...
Auch wenn wir damit bei einem Punkt wären, der mich ein bisschen gestört hat. Laura macht sich nach London auf, was dem Buch neben dem schönen Hamburg einen weiteren wunderschönen Handlungsort verleiht. Leo wurde für einen Nachwuchswettbewerb in der englischen Hauptstadt angeheuert und rief auf seinem Blog auf, ihm zu folgen. Gesagt, getan. Ein bisschen Abenteuer muss sein. Ich selbst fand die Aktion leicht überhastet, denn obwohl Laura und Leo ein paar schöne Momente miteinander hatten, ist völlig unklar, ob sich zwischen den beiden eines Tages etwas entwickeln kann. Ich musste wirklich überlegen, ob ich Laura mutig oder dumm finden sollte. Aber gut, das verleiht der Story Spannung. Ein junges Mädchen, allein in der großen fremden Stadt, auf der Suche nach Poesie und Liebe. Und ersteres soll sie auf jeden Fall finden. Auch wenn es nicht in jedem Kapitel um einen Slam gehen kann, kommen doch insgesamt mindesten sieben Gelegenheiten zum Vortragen der Texte vor. So lässt sich in „Poetry Love“ einiges Kreatives finden, was zum Teil von wirklich berühmten Slammern und zum Teil von der Autorin selbst verfasst wurde. Zum Ende hin häufen sich die Texte, was ich einfach nur geliebt habe. Genauso wie das Finale im Allgemeinen! Das Buch steigert sich – und zwar rasant. Anfangs war ich noch unsicher, ob das Buch so toll sein kann, wie ich mir erhoffte. Doch das Finale ließ mich absolut befriedigt zurück. Laura entdeckt die Bedeutung des Textens und Slammens für sich und macht dadurch eine enorme Entwicklung durch. Am Ende steht Poetry Slam im Mittelpunkt und mit ihm alles, was er bedeuten kann. Und natürlich ist auch die Liebe ein bedeutender Teil davon. 
Mir gefiel die Liebesgeschichte gut, auch wenn ich manchmal an der Zurechnungsfähigkeit verliebter Teenager zweifeln musste. Auch hier sei noch einmal das Ende erwähnt, das die Autorin erstaunlich normal und bodenständig verfasste – eindeutig ein Pluspunkt! Es muss nicht immer der typische Kitsch sein, aber ein bisschen Kitsch kann auch nie schaden ;)
Die Nebenfiguren sind ebenfalls wahre Schätze. Lauras quirlige Freundin Anna ist ihre bessere Hälfte und trägt in diesem Buch viel Verantwortung. Meine wahren Lieblinge waren aber Lauras Eltern, die voneinander getrennt sind. Ihre Mutter ist ein Goldstück, doch ihr Vater toppt einfach alles.
Petra Steckelmanns Schreibstil ist leicht und flüssig. Ein wenig störten mich zu Beginn vereinzelte Smileys, aber wie ich gerade gesehen habe, habe ich in dieser Rezension ebenfalls bereits einen verwendet...(Wer im Glashaus sitzt...) Der Stil passt gut zu einem Jugendbuch, auch wenn ich anfangs das Gefühl hatte, dass selbst die Autorin erst einmal ins Buch finden musste. Mit der Zeit wird an diesem Buch aber einfach alles toll.


Fazit



Und so komme ich auch schon zum Ende. Liebt ihr Poesie oder einfach moderne Wortspielereien? Habt ihr eine Schwäche für niedliche Liebesgeschichten, die auch noch in wunderschönen Städten spielen? Mögt ihr es, wenn die Protagonisten einen wichtigen Teil von sich selbst entdecken, wo sie ihn nie zu finden glaubten? Dann solltet ihr zu „Poetry Love“ greifen. Das Buch nahm mich mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Emotionen werden hier wirklich großgeschrieben: Mut, Frust, Trauer, Zusammenhalt, Freundschaft und natürlich Liebe – verpackt in wunderschöne Worte. Eines der schönen Zitate vor Kapitelbeginn erwähnte ich bereits. Mit einem anderen möchte ich schließen:
„Geld ist rund und rollt weg. Bildung bleibt.“ 
Heinrich Heine (Kapitel 7)

Lasst euch ein auf ein romantisches Abenteuer, das euch vielleicht genauso sehr Lust auf Worte macht, wie mir. Denn das erste, was ich tun wollte, nachdem ich das Buch beendet hatte, war, einen Text zu schreiben. Denn Texten kann man durchaus als Bildung bezeichnen, oder nicht? Und die ist bekanntlich unbezahlbar. Ich vergebe jedenfalls 4,5 Spitzenschuhe für einen wunderschönen Ausflug in die berauschende Slamszene.



7. Oktober 2016

Rezension: "Essenz der Götter II" von Martina Riemer


Titel: Essenz der Götter II
Autor: Martina Riemer
Verlag: Impress
Preis: 3,99€
Seiten: 370

„Auf in den Kampf, Divinus! Aber wer ist eigentlich der wahre Gegner?“ Mit diesen Worten schloss ich meine Rezension zu „Essenz derGötter I“ ab. Es verging eine Weile, doch endlich kam ich dazu die Fortsetzung des Götterromans von Martina Riemer zu lesen. Band eins gefiel mir gut. Über manche Schwächen konnte ich dennoch nicht hinwegsehen: Naivität, zu plötzliche Gefühle und unlogische Handlungsmuster. Von Teil zwei erwartete ich mir also um einiges mehr: Und das bekam ich! „Essenz der Götter II“ verzichtet auf verwirrende Handlungsstränge und offenbart mehr Logik, als nach dem Vorgänger zu erwarten war. „Der wahre Gegner“ wird enthüllt und die Protagonisten reifen. Dieses Buch ist ein wunderbares Beispiel für eine ordentliche Portion Steigerung innerhalb einer Reihe. Lasst den Kampf beginnen!


Klappentext


Eine dunkle Gefahr braut sich am Horizont zusammen. Größer noch als der seit Jahrtausenden tobende Krieg zwischen den Abkömmlingen der Götter und Titanen, in den Loreen seit wenigen Monaten verwickelt ist. Verstoßen aus dem Dorf der Divinus, ist sie als göttliche Nachfahrin plötzlich auf sich allein gestellt und fürchtet nichts mehr, als von ihren Feinden entdeckt zu werden. Bis auf den Verlust ihrer große Liebe Slash, dessen Überleben ungewiss ist. Doch Loreen steht vor einer weit größeren Prüfung, denn die aufziehende Dunkelheit bedroht nicht nur das Leben der Divinus und Titanus, sondern auch das eines jeden Menschen. Und es gibt nur einen Weg, die Welt zu retten…

Meinung


Im ersten Teil stand Loreens Charakterentwicklung und die Ausreifung verschiedener Beziehungen im Vordergrund. Zwischendurch kam es zwar zu Kämpfen zwischen den Titanus und Divinus, doch ich würde nicht sagen, dass diese am Wichtigsten waren. In einem solchen Showdown endet auch Teil eins und so ist man als Leser zu Beginn des zweiten Teils völlig ahnungslos, wie die große Schlacht ausgegangen ist. Das Buch startet rasant – und das gefiel mir wirklich gut. Nachdem ich bei Band eins so einige Probleme hatte ins Buch zu kommen, beginnt nun sofort die Geschichte und der Leser findet sich von Anfang an zurecht. Man ist mitten im Geschehen und es wird darauf verzichtet eine Art Eröffnungsakt zu inszenieren. Der Handlungsübergang ist nahtlos und Loreen wird unmittelbar aus dem Dorf der Divinus verbannt: Denn sie ist keine von ihnen. Die Handlung macht im Vergleich zu Band eins einen ordentlichen Handlungsschwung. Denn nun stehen die Titanus und die Divinus im Mittelpunkt und genauso soll es sein. Zuvor erfuhr man nicht sehr viel über die Titanus, doch das ändert sich nun. Loreen muss feststellen, dass sie keine Divinus und keine Titanus ist. Denn sie ist beides zu gleichen Teilen. Und deshalb hat nur sie die Macht, ihren Gegner zu besiegen. Doch wie genau, müsst ihr selbst herausfinden.
In diesem Buch geht es emotional her und nichts anderes hätte ich von Martina Riemer erwartet. Des Weiteren werden aber Werte wie Zusammenhalt und Freundschaft betont. Manchmal suchte ich in Band eins nach dem Ziel, doch dieses wird nun völlig klar. Der rote Faden ist gegeben und wunderbar stringent verarbeitet. Hier hat die Autorin alles richtig gemacht. Der Leser weiß relativ schnell, dass es wieder auf einen alles verändernden Kampf hinausläuft. Doch bis dahin werden erneut die Beziehungen untereinander beleuchtet. Natürlich stehen Loreen und Slash weiterhin im Zentrum. Die Liebe der beiden ist in „Essenz der Götter II“  greifbar und zieht den Leser mit sich. Manchmal ist sie arg überdimensional und allumfassend. Aber hey…was erwartet man bei Nachfahren der griechischen Götter?! Es gibt einige erotische Szenen, von denen ich persönlich nicht so viele gebraucht hätte, die den Lesefluss aber auch nicht stören. Die Szenen sind gut geschrieben und entsprechen dem Denken der Figuren. 
Es sind aber nicht nur Slash und Loreen, um die sich die Handlung dreht. Bereits zuvor eroberten vielmehr die Nebenfiguren mein Herz und so auch hier. Sky und Pure nehmen mehr Raum ein, als ich gehofft hatte und auch ihre Beziehung wird beleuchtet. Genauso Kate und Melo. Ein Faktor, der in diesem Buch hinzugefügt wird, sind die Titanus und das bringt die Handlung ordentlich voran. Denn die beiden Völker müssen zusammenhalten, wenn sie den wahren Feind besiegen wollen. So tauchen neue und liebenswerte Figuren auf, die zwar schon einmal vorkamen, aber natürlich dem anderen Lager angehörten. Rion ist das Paradebeispiel und seinetwegen setzte mein Herz an einer bestimmten Stelle kurz aus. Er ist der starke Anführer, der aber einen weichen Kern hat und für seine Ideale einsteht. Die kleine Ria ist natürlich ein weiterer Juwel und auch die Kämpfer der Titanus waren wunderbar. 
Martina Riemer erschafft wieder einmal Charaktervielfalt und bündelt diese mit tollen Beziehungsmustern. Doch die Autorin ist auch mutig, denn sie geht sehr konsequent vor. Mir gefiel die Idee des wahren Feindes sehr gut und das Ende war toll ausgearbeitet. Doch bei so einer weltverändernden Schlacht, ist es nur logisch, dass Verluste hingenommen werden müssen. Charaktere sterben. 
Und das ist hart. 
Aber logisch. 
Und das war mein größter Kritikpunkt zu Band eins, weshalb ich Band zwei umso mehr loben muss. Ich war zum Teil fassungslos, aber die Autorin schafft es die Szenen authentisch darzustellen, weshalb ich als Leser besänftigt bin.
Zum Schreibstil bleibt nur zu sagen, dass er flüssig und emotional ist. Die Liebe zu Details ist auch hier dominierend, was die Geschichte lebendig macht. Man lernt sehr viel über die beiden Völker und die Handlung ist überzeugend. Teile der Geschichte werden nicht nur von Loreen oder Slash erzählt, sondern auch von Sky und Pure. Mir gefiel das sehr gut, da man so noch ein wenig über den Tellerrand blicken konnte. Diese beiden sind sowieso meine Lieblinge, weshalb ich es begrüßte, zu erfahren, was in ihnen vorgeht.

Fazit




„Essenz der Götter II“ ist ein rasantes und emotionales Buch mit Charaktervielfalt und Betonung wichtiger Werte. Der Handlungsfaden ist wunderbar verstrickt und macht Sinn. Das Finale des Romans ist rasant, spannend und verlustreich. Man muss wirklich sagen, dass diese Dilogie sich abnormal steigert und mich die Autorin nicht enttäuscht hat. Hier wird wenig hinausgezögert und zumeist stringent erzählt. Ich vergebe göttliche vier Spitzenschuhe für eine sehr lesenswerte Fortsetzung.



6. Oktober 2016

Review: "Die glorreichen Sieben"

          



          Titel: Die glorreichen Sieben

          Regisseur: Antoine Fuqua

          Länge: 133 Minuten

          FSK: 16

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016


Ich bin ein Fan von Puzzlen. Meine Mutter ist ein Fan von Western. So war es nicht verwunderlich, dass ich vor Jahren von ihr ein Puzzle geschenkt bekam, auf dem „Die glorreichen Sieben“ abgebildet waren. Ich hatte absolut keine Ahnung, wer das sein sollte. Meine Mutter erklärte mir die Story des Films von 1960 in groben Zügen, aber mal ehrlich: Teile kann ich auch ohne Story-Zusammenhang zusammensetzen. Das Puzzle war schnell gelegt und erst Jahre später sollte ich mich wieder daran erinnern. Nämlich als ich den Trailer zur Neuverfilmung von „Die glorreichen Sieben“ mit Denzel Washington und Chris Pratt sah. Mal im Ernst: Ein Western mit solchen Helden? Den musste ich sehen! Und ich wurde nicht enttäuscht.

Darum geht's:


Angst, Schrecken, Tod – der fiese Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) herrscht mit eiserner Kontrolle über die Stadt Rose Creek. Weil sie seine Drangsalierungen nicht länger ertragen können, engagieren die Einwohner in ihrer Verzweiflung sieben Männer mit fragwürdigen Geschäftsfeldern: den Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington), den Spieler Josh Farraday (Chris Pratt), den Gesetzlosen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), den Fährtenleser Jack Horne (Vincent D'Onofrio), den Scharfschützen Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), den Krieger Red Harvest (Martin Sensmeier) und den Auftragskiller Billy Rocks (Byung-Hun Lee). Die sieben Herren sollen Bogue ausschalten. Doch noch während sie die Stadt auf eine Schlacht einschwören, finden die Söldner heraus, dass für sie weit mehr als nur Geld auf dem Spiel steht…

(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/207874.html)

Meine Meinung


Die Beschreibung klingt jetzt nicht so cool (und die ganzen Namen der Schauspieler stören auch). Allerdings ist die Geschichte schnell erzählt und man kann verschiedene Werte bemerken. Natürlich geht es um Gerechtigkeit. Aber auch Rache, Ehre und Freundschaft. Schon die erste Szene, in der Denzel Washington als Sam Chisolm auftaucht, ließ mich grinsen. Ein schwarzer Cowboy reitet durch die Prärie auf ein kleines Dorf zu und heizt im Saloon ordentlich ein. Dieser Film hat sehr viel vom klassischen Western, aber wurde natürlich mit Special Effects der heutigen Zeit aufgebrezelt. Wie ich sagte, die Story ist simpel. Eine Reihe (un)ehrenwerter und gaunerhafter Männer will ein Dorf verteidigen und steht für dieses ein, da es Ungerechtigkeit erfahren hat. Anfangs geht es dabei um Geld, doch später steht dies nicht mehr im Vordergrund. Die Männer sind sich dessen bewusst, dass nicht alle überleben werden. Und das ist ein Fakt, den man als unwissender Zuschauer vielleicht nicht erwartet. Man kennt von heutigen Actionfilmen zumeist ein Happy-End. Oder wenn dies nicht eintritt, muss man zumeist keinem Protagonisten hinterher trauern. Anders hier. Durch meine Oma wusste ich, dass die glorreichen Sieben am Ende eben nicht mehr zu siebt sind. Doch in der abschließenden Schlacht um Rose Creek, fiebert man deshalb umso mehr mit und hofft, dass es nicht den jeweiligen Liebling trifft. 
Der Film braucht eine Weile, um sich aufzubauen. Anfangs sucht Sam sich die Glorreichen zusammen. Denn sie sind anfangs keinesfalls ein Team – doch zu diesem werden sie. In dieser bunten Mischung ist eigentlich für jeden etwas dabei. Meine Lieblinge waren Goodnight, Billy und Farraday. Chris Pratt hat eine wirklich tolle Rolle, die ihm wie auf den Leib geschneidert ist. Ein bisschen ironisch, ein bisschen ernst und am Ende absolut heldenhaft. Ich mag die Filme mit ihm immer sehr gern, da er vielen Handlungen Witz verleiht. Und so auch hier. Der Film glänzt mit Humor, auch wenn er nicht allzu oft vorkommt. Ein paar Sprüche musste ich mir einfach merken und jeder der den Film sieht, wird an der Stelle lachen, wenn Farraday feststellt, dass alles „soweit, so gut“ ist. 
Es gibt kleine Nebenhandlungen, die vor allem die Beziehungen der Figuren untereinander thematisieren. So kommt über Goodnight noch etwas heraus und auch Sams Vergangenheit kommt ans Licht. Vor allem handelt der Film aber davon, wie die sieben Männer sich formieren und ein wehrloses Dorf zu Kämpfern machen. Alles läuft auf einen großen Showdown hinaus, der es in sich hat. Die Kampfszenen sind nicht zu lang und nicht zu kurz. Manche empfinden die Handlung zuvor vielleicht als zu lang, mir gefiel dieser Abschnitt mit mehr Tiefgang allerdings sehr gut - die Frage wie viel Tiefgang in diesem Abenteuerfilm steckt, ist allerdings berechtigt. Als dann aber die „Schlacht“ folgt, halten wohl mehrere Menschen im Kino den Atem an. So gut wie jeder Schuss der Glorreichen ist ein Treffer und man kann immer nur beobachten, wie ein weiterer Mann vom Pferd fällt. Im Allgemeinen würde ich gern wissen, wie viele Menschen in diesem Film sterben. Sagen wir so: Es sind unglaublich viele. Da müssen die Macher ordentlich Statisten bezahlt haben…Und das bei der Gagen der Stars…
Nichtsdestotrotz ist der Kampf genau eins: glorreich. Es werden harte Geschütze aufgefahren und bis zum Tode gekämpft. Die Männer beweisen Mut und Ehre, genauso wie Cleverness und Strategie.
 Die Bildgewalt am Ende ist beeindruckend. Mir persönlich war es auch nicht zu viel. Die letzte halbe Stunde macht den Actionteil des Films aus. Die Kulisse empfand ich als großartig. Die amerikanische Steppe ist faszinierend und ich ertappte mich mehr als einmal dabei, wie ich darüber nachdachte, dass die Menschen mal so gelebt haben. Lange ist’s her… Denzel Washington spielt ebenso überzeugend und  ist ein wunderbarer Ruhepol in der Mitte der Männer. Die schauspielerische Leistung gefiel mir bei eigentlich jedem Charakter. Umso mehr trauere ich den Gefallenen hinterher. Erwähnenswert ist noch die Rolle der verwitweten jungen Frau Emma Cullen. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob Jennifer Lawrence in diesem Film mitspielt. Die Ähnlichkeit der Damen ist verblüffend. Auch sie passte wunderbar in die Geschichte, da sie ein gewisser Gegenentwurf zu den starken Männern ist und dennoch bereit ist, alles was sie hat zu geben.

Also...




Mir hat „Die glorreichen Sieben“ sehr gut gefallen. Der Film bietet großartige Unterhaltung mit einer gut abgewogenen Dosis Witz und Humor. Die Figuren sind authentisch, auch wenn von manchen von ihnen etwas wenig herauskommt. Der Zuschauer muss die verschiedensten Emotionen durchmachen, um am Ende Stolz und Trauer in sich selbst zu finden. Die Mischung aus klassischem Western und modernem Actionfilm gefiel mir prächtig und deshalb vergebe ich glorreiche 4,5 Sterne. 

5. Oktober 2016

Mein Monatsrückblick: September


Hallo ihr Lieben :)


Was brachte nicht alles der September? Selten, vielleicht sogar noch nie, verbrachte ich meinen Geburtstag mit meiner Familie auf der Terrasse bei 30°C. Eher untypisch für einen Spätsommertag....schaue ich nun aber hinaus aufs Termometer, muss ich beinahe erzittern. Inzwischen herrscht der Herbst (mit gerade einmal 8°C) und das ist auch gut so. Der September war für mich einer der schönsten Monate in diesem Jahr. Denn es ist der einzige Monat, in dem ich absolut frei und ungebunden war. ICH HATTE ZEIT! Oh mein Gott...ein Satz, den ich in den letzten Jahren eher selten sagte. Wenn ich an das letzte Sommersemester zurückdenke, schaudert es mir und umso dankbarer bin ich, dass ich in diesem Jahr Glück hatte! Meine letzte Hausarbeit vor der abschließenden Masterarbeit ist geschrieben, die Hip Hop Saison ist abgeschlossen und auch privat habe ich eine Verschnaufpause. Aber schon wieder stehe ich vor dem Problem, dass ich mit meiner Freizeit eher lektüreferne Dinge anstelle. Ich puzzle. Oh ja..klingt doof, aber ich bin ein wahrer Puzzle-Master. Und das braucht Zeit. Genauso wie mein Hobby, das Laufen. Seit ich mich von meiner Krankheit erholt habe, werden meine Laufzeiten immer besser! Aber auch dafür bracht man eben Zeit...naja...und die geht von der Lesezeit ab. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hätte durchaus ein paar Bücher mehr schaffen können. Aber wollen wir erst einmal sehen, was ich denn geschafft habe ;)




Insgesamt habe ich 9 Bücher geschafft:


Mederia: Aufziehende Dunkelheit - Sabine Schulter (353 Seiten) [Rezension]

Witch Hunter - Virginia Boecker (400 Seiten) [Rezension]

Belle et la magie: Hexenherz - Valentina Fast (388 Seiten) [Rezension]

Emba: Magische Wahrheit - Carina Zacharias (338 Seiten) [Rezension]

Die H. ist Jüdin - Ingbert Lindemann (116 Seiten)

Das Spiel von Liebe und Tod - Martha Brockenbrough (400 Seiten) [Rezension]

Shadow Falls Camp: Entführt in der Dämmerung - C. C. Hunter (544 Seiten) [Rezension]

Harry Potter und das verwunschene Kind - J. K. Rowling (u.a.) (336 Seiten) [Rezension]

Selection: Die Krone - Kiera Cass (352 Seiten) [Rezension]


Seiten gesamt: 3227



Schön, schön. Vor ein paar Tagen habe ich "Die glorreichen Sieben" im Kino gesehen (Review folgt) und da gibt es so einen Running-Gag:"Soweit, so gut". Also...: soweit, so gut. Da muss ich mich anschließen. Mit mehr als 3000 gelesenen Seiten bin ich sehr zufrieden! Ich würde ja gern auch mal in diesem Jahr einen Monat haben, in dem ich tatsächlich 10 Bücher schaffe. Aber ich befürchte, das ist mir nicht vergönnt. Meine Bücherliste unterstreicht aber den tollen September. Denn ich selbst habe im Moment eine tolle und entspannte Zeit und in der habe ich wirklich viele Wunschbücher gelesen. Ein tolles Buch jagte im September eigentlich das nächste. Nicht ein einziges Mal habe ich drei Spitzenschuhe oder weniger vergeben. Daher gibt es den allerersten Monat, in dem ich keinen Flop präsentiere! Jiha!
Laut Wertung das schwächste Buch ist "Emba: Magische Wahrheit", das sich den Platz aber mit "SFC: Entführt in der Dämmerung" teilt. Und beide Bücher gefielen mir trotzdem ganz gut! "Emba" ist eine Dilogie, die nun abgeschlossen ist. Das Buch hatte durchaus etwas und wurde zum Ende hin rasant, allerdings bleibt es doch deutlich hinter dem ersten Teil zurück, was ich sehr schade fand. "SFC 3" gefiel mir ebenfalls. Allerdings mag ich es nicht, wenn Bücher mit mehr als 500 Seiten auch kürzer hätten erzählt sein können. Das Buch zog sich ein bisschen, aber dennoch beobachte ich die Handlung mit wachsendem Interesse. Positiv überrascht hat mich "Belle et la magie", das ich über netgalley.de angefordert habe. Ich stellte mir unter dem Klappentext etwas anderes vor, allerdings war die Geschichte, die sich letztendlich ergab ebenfalls sehr schön. Hier warte ich gespannt auf den zweiten Teil! Eine Geschichte voller Fantasie und Vielseitigkeit.
"Das Spiel von Liebe und Tod" schickte mir die liebe Lisa, die es selbst nicht sonderlich mochte und dem Buch mit einer neuen Leserin eine zweite Chance geben wollte - denn das Buch stand auf meiner Wunschliste. Anfangs war auch ich enttäuscht. Allerdings hat mich das Ende so sehr überzeugen können, dass ich es mit Tränen zuklappte und somit doch ziemlich zufrieden mit der ungewöhnlichen Geschichte von Liebe und Tod war.
Was soll ich zum Rest sagen?! Der Monat begann sofort mit einem Highlight in Form des neusten Romans von Sabine Schulter: "Mederia - Aufziehende Dunkelheit" ist ein wahnsinnig tolles Fantasy-Buch, das mich sofort überzeugen konnte! Der Fokus auf einer neuen, fantastischen Welt war so hervorragend gesetzt, dass man keine Liebesgeschichte vermisst. Hut ab, dafür! 
"Witch Hunter" war ebenfalls ein Wunschbuch, an das ich aber mit gemischten Gefühlen ging. Ein paar Blogger fanden es nicht so gut und ich war gespannt. Ich selbst flog durch dieses wunderbare Buch, als wenn ich verhext worden wäre ;) Eine tolle und rasante Geschichte, die sich gelohnt hat.

Bleiben noch drei, von denen zwei absolute Highlights und Wunschbücher waren. "Selection: Die Krone" war ein würdiger Abschluss, der mich wieder in meine kleinen Mädchenträume versetzt hat. Hach...wie gern wäre ich Prinzessin...allerdings hat der Teil auch vieles Ernsthafte an sich, so dass er ein sehr runder Abschluss geworden ist. Ein Traumbuch! 
Aber nichts toppt in diesem Monat "Harry Potter und das verwunschene Kind"! Für mich das absolute Highlight in diesem Monat!!! Viele fanden es nicht wirklich gut, was mich nicht verwunderte, da ich als Skeptiker an diese Bucherscheinung ging. Nachdem ich das Buch aber bei der tollen Carlsen-Lesenacht bekommen habe, verlor ich mich sofort in den Seiten und fühlte mich wieder absolut zu Hause in Hogwarts. Ich betrachte das Buch allerdings auch als Theaterskript, das einfach phänomenal ist. Ich muss dieses Stück sehen!
Bleibt noch das einzige Buch in diesem Monat, das ich weder bewertet noch rezensiert habe. Nicht, weil es das nicht verdienen würde. Sondern weil ich es primär aus bildungstechnischen Gründen gelesen habe. "Die H. ist Jüdin" ist ein Buch, über die ermordeten Juden aus einer Region aus meiner Nähe. Ich selbst hatte ein ähnliches Thema in meiner Bachelorarbeit, weshalb ich mich für diesen Themenkomplex interessiere. Das Buch ist sehr interessant, allerdings nicht wissenschaftlich erarbeitet, was es als historische Quelle eher schwer brauchbar macht. Dennoch zeigt es so viel Emotionalität, dass ich furchtbare Träume danach hatte. Jeder sollte sich mit der Deutsche Geschichte auseinandersetzen, auf welche Art auch immer. Bücher sind dafür wunderbare Wege!

Tja...das war es dann auch schon wieder von meinem Monatsrückblick. Ich bin sehr glücklich mit den gelesenen Büchern. Allerdings habe ich jetzt nach meinem Geburtstag auch wieder so viel Lesestoff, dass es beängstigend ist. Aber mal gucken, was der Oktober bringt. Hoffentlich schaffe ich es, trotz freier Zeit auch wieder mehr zu posten. Man sollte meinen, es ist ein Paradoxon, dass wenn man viel Zeit hat, man wenig postet. Aber wie ich schon sagte...solche Puzzle legen sich nicht von allein ;) Spaß! Ich hoffe, in den nächsten Tagen dazu zu kommen, die ein oder andere Review zu posten und auch mein Reisebericht aus Barcelona steht noch auf dem Programm. Mal gucken, wann ich auch wieder einen kleinen Tanz aufnehmen werde ;)


Wie sah euer September aus? Hattet ihr Highlights oder Flops dabei? Was erwartet ihr euch für den Oktober? :)

Eure Julia

4. Oktober 2016

Rezension: "Emba. Magische Wahrheit" von Carina Zacharias


Titel: Emba - Magische Wahrheit
Autor: Carina Zacharias
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 4,99€
Seiten: 338

Die Geschichte um Emba nahm am Ende des ersten Teils eine deutliche Wendung. Die Welt, wie man sie kennen lernte, veränderte sich vollkommen. Und nun muss der Leser sich mit dem Beginn des zweiten Teils in einer neuen zurecht finden. Das ist ok. Am Ende des ersten Buches hatte ich viele Fragen. Doch es ist eher schade, wenn man sich als Leser in der Handlungsverlagerung nicht wohl fühlt und die lang ersehnten Auflösungen fast schon unspektakulär sind. „Emba. Magische Wahrheit“ hat mich anfangs wirklich enttäuscht. Zum Ende hin wird das Buch sehr viel besser, doch leider bleibt es hinter seinem Vorgänger zurück.


Klappentext


Nachdem Emba die Wahrheit erkannt hat, muss sie sich in einer vollkommen neuen Welt zurechtfinden. Sie schließt sich den "Abtrünnigen" an und ist fasziniert von deren einzigartigen Lebensweise. Voller Eifer lernt sie den Umgang mit ihren magischen Kräften. Doch wie können sie dem Rest der Welt die Wahrheit begreiflich machen? Es gibt einen Plan. Doch der ist sehr gewagt, mit vielen Risiken verbunden und die Zeit ist knapp. Wird es trotzdem gelingen?

Meinung


Es fällt mir schwer zu erklären, warum mich das Buch nicht vollkommen zufrieden stellen konnte. Grundsätzlich entspricht die Handlung absolut dem Klappentext und setzt genau dort ein, wo Teil eins aufgehört hat. Das ist für den Leser wirklich hilfreich und er kann sich orientieren. Für mich war allerdings schon am Anfang das Problem, dass die Welt, an die man sich gewöhnt hatte, gar nicht mehr existiert. Emba gelangt in ein völlig neues Umfeld, in eine völlig andere Wahrheit und in dieser leben ganz andere Menschen. Es kam mir fast so vor, als wenn Teil eins in gewissem Maße ausgelöscht war. Klingt härter, als es gemeint ist. Allerdings startet man noch einmal von vorn. Zu Beginn geht es vor allem um das Erlernen der Magie und das neue Leben für Emba. Der Umgang mit den Runaren ist weiterhin für sie neu. Die Beziehung zwischen Baldur und ihr gefiel mir gut und entsprach absolut den Erwartungen. Im Allgemeinen sind es die Runare, die die Geschichte besonders machen. Mehr als einmal wünschte ich mir, auch einen Runaren zu Hause zu haben. Denn dieser ist ja kein Haustier, sondern sozusagen ein bester Freund, mit dem man auch kuscheln kann – ach ja…und Magie wirken natürlich. Die Magie ist in diesem Buch sehr wichtig. Alles, was man kannte, wird quasi umgeworfen. Im Grunde gefiel mir der kämpferische und revolutionäre Aufbau. Und auch, dass Runare eine viel größere Rolle spielen, ist klasse. Ich habe mich an den vielen verschiedenen Figuren gestört. Weder Embas Mutter, noch ihr Bruder oder ihr Stiefvater konnte mich berühren. Die einzig niedliche ist Fipsi. Der kleine Wirbelwind sorgt für eine positive Grundstimmung im Buch. Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, als wenn nicht jeder Schachzug der Autorin geplant gewesen wäre. Soll heißen: Ich glaube nicht, dass alles, was in Teil zwei passiert, schon geplant war, als Teil eins geschrieben wurde. Nehmen wir das Beispiel Fynn: In „Magische Wahrheit“ muss man ihm von Anfang an misstrauen. Bereits vorher wurde ich nicht so ganz warm mit ihm, aber diese Wendung kam mir zu plötzlich zwischen den Teilen. Auch die Gefühle von Bakari erschienen mir eher so, als wenn man noch irgendwas fürs Herz zaubern musste. Dabei hat das Buch doch schon allein durch die Runare genug Herz! Liebestechnisch gefiel mir das Buch wirklich gar nicht. Des Weiteren fand ich manche Kapitel unnötig für die Handlung. Allerdings steigert sich das Buch. Bis zur Mitte musste ich mich zum Lesen kriegen, das letzte Drittel ging dann schon besser von der Hand. Obwohl mir auch hier Embas „Ausflug“ zu einem der Urvölker nicht wirklich gefallen hat, klärt er vieles und bringt die Magie des Buches zurück. Das Finale gefiel mir gut und war der Story entsprechend authentisch. Mir hat einfach die Jägerschule irgendwie gefehlt und das ständige Überfordertsein, das von Emba ausging, mochte ich auch nicht. Wenn man das hier so liest, könnte man denken, mir hat das Buch gar nicht gefallen. Das stimmt aber zum Glück nicht. Das letzte Drittel konnte einiges rausreißen. Die Spannung nimmt zu, die Zeit drängt und die Magie kommt zum Vorschein.

Fazit



Ich ging mit zu großen Erwartungen an dieses Buch und habe nicht bedacht, dass die Handlung natürlich eine große Wende vornehmen muss. Die vielen neuen Charaktere konnten mein Herz nicht erobern – die Runare und das Finale aber konnten es. Insgesamt vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe, da das Buch leider nicht an Teil eins herankommt.