24. März 2026

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #97

Hallo ihr Lieben!

Tja. Das ist jetzt peinlich. Ich hatte wirklich vor, mich 2026 zu bessern. Also so richtig. Ich wollte ganz brav sein und das SuB-Interview jeden Monat pünktlich schreiben. 
Gute Vorsätze halten bekanntlich ungefähr den Januar lang. Bei mir hat nicht einmal das funktioniert. Denn als ich am Wochenende angefangen habe, diesen Post vorzubereiten, ist mir erst klar geworden, dass ich drei Interviews verpasst habe. DREI! Wir haben einfach schon März. Ist das zu fassen? Die Zeit fliegt an mir nur so vorbei. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen.
Aber natürlich war in den ersten Monaten des Jahres schon so allerlei los bei uns. Unser Großer ist vor kurzem drei Jahre als geworden. Jetzt kommt er in den Kindergarten. Unser Kleiner wird in wenigen Tagen schon acht Monate alt. Er brabbelt und robbt und ist ein super liebes und aufgewecktes Kind. Beide zu betüdeln kostet natürlich viel Zeit. Und trotzdem kann ich mich nicht beschweren, denn dank meines Mannes habe ich auch viel Qualitytime. Ich mache wieder Sport, gebe Hip Hop Training, treffe Freunde und habe diverse Konzerte und Musicals in letzter Zeit besucht. Bisher läuft mein Jahr also tatsächlich sehr gut. Ob das auch auf das Lesen zutrifft? Najaaaaaa....sagen wir so: Ich bin nicht unzufrieden. Aber ich bleibe auch ein bisschen hinter meinen eigenen Erwartungen zurück. Ich bin mir sicher, dass es hier jemanden gibt, der euch darüber Genaueres berichten kann. Bereit, Karli? Na dann wollen wir mal!



Bevor wir starten, kommt hier natürlich wie immer den Hinweis auf den wunderbaren Blog von Melli, die diese Aktion ganz liebevoll leitet! Dankeschön, Melli!



1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Huch! Ich bin wieder da. Ich fasse es nicht. Ich hatte schon gedacht, dass ich auf ewig in der Versenkung verschwinden würde. Aber scheinbar hat meine Besitzerin sich nochmal aufgerafft. Danke dafür. ;) Ich bin also wieder am Start. Das ist ein schönes Gefühl. Natürlich habe ich auch einiges zu berichten. In drei Monaten sammelt sich schließlich so einiges an. Bin ich zum Beispiel kleiner geworden? Das wäre hier ja die entscheidende Frage. Man sollte meinen, dass das in drei Monaten geklappt hat. Mit 138 Büchern bin ich in dieses Jahr gestartet. Julia versucht wirklich regelmäßig zu lesen. Und sie hat ein hübsches neues Buch angefangen, um auch ihre Bewertungen zu vermerken. Sie ist ein Listenmensch. Da kann man nichts machen. Trotzdem schläft sie abends eben auch oft ein, bevor das Buch ergriffen wird.
Mein heutiger Stand beträgt 130 Bücher. Also ja! Ich bin kleiner geworden. Sieben Bücher sind in drei Monaten zwar wirklich kein zu feierndes Ereignis, aber für die Verhältnisse meiner Besitzerin ist es dann eben doch okay. Ein Gruß an die Kinder an dieser Stelle.


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Julia ist ja schon seit Jahren eher im Team "wenig anschaffen". Das hat sie in den letzten Monaten wieder sehr ernst genommen, weshalb ich euch kaum etwas zeigen kann. Sie hat es sogar so ernst genommen, dass ganz viele Bücher aussortiert wurden. Keine von meinem Stapel versteht sich. Aber sehr viele Bücher haben die Regale in unserem Haus verlassen und suchen derzeit ein neues Zuhause (vinted und so). Das ist etwas befremdlich, aber irgendwie finde ich es gar nicht mal so schlecht.
Ich schweife ab. Bisher sind dieses Jahr insgesamt drei Bücher bei mir eingezogen. Natürlich sind zwei davon Hörbücher. Das erste hat mich schon wieder verlassen, weshalb der zweite Teil neu eingezogen ist:




"Ich und die Walter Boys - Die zweite Chance" hat meine Besitzerin gestern begonnen. Der erste Teil wurde bereits rezensiert und natürlich hat Julia die Serie geschaut. Nun überprüft sie also, ob die Serie auch nah am zweiten Buch ist.
Ebenfalls eingezogen ist der neuste Teil der Percy Jackson-Reihe. Julia hat nicht schlecht gestaunt, als sie "Der Zorn der dreifachen Göttin" entdeckt hat. Es ist Jahre her, dass sie "Percy Jackson" gelesen hat. Von den nachfolgenden Reihen hat sie einen Großteil gelesen. Und nun also das: ein erwachsener Percy Jackson. Meine Besitzerin ist gespannt, wie es dem Halbgott ergehen wird. Eigentlich gehört das Buch übrigens ihrem Mann. Aber wir wissen beide, dass sie es sich irgendwann einfach nimmt. Vermutlich, bevor er es selbst gelesen hat...

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Derzeit bin ich ein wenig in Trauer. Um das zu erklären, muss ich ein bisschen ausholen. Julia hat anfangs erwähnt, dass das Baby dieses Hauses immer größer wird. Tatsächlich ist es nun schon so groß, dass es gar nicht mehr gestillt wird. Und ich trauere dieser Stillzeit hinterher. Warum? Ganz einfach. Julia hatte sich angewöhnt, während des Stillens über die Kindle App zu lesen. Das Handy war dabei deutlich handlicher als der Kindle selbst. Als der Kleine noch mehrfach am Tag gestillt wurde, hat sie es so geschafft, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu lesen. Ich weiß wirklich nicht mehr, wann das das letzte Mal der Fall war. Aber umso größer unser Baby eben wird, desto weniger Stillmahlzeiten gab es. Und nun ist diese wunderbare, großartige Zeit einfach vorbei (wunderbar wegen des Lesens, nicht wegen des Stillens selbst). Ihr könnt euch den Umkehrschluss denken: das Lesen auch. Zumindest das auf dem Kindle. Es ist unglaublich, was das Stillen gebracht hat. Julia hat sechs Bücher über diesen Zeitraum gelesen, die zum Teil seit JAHREN bei mir waren. Da konnte ich also wirklich von Abbau sprechen. Es war ein sehr befriedigendes Gefühl. Das letzte Buch, das mich durch das Stillen verlassen hat, war "Daisy - Campus Wallflowers". Julia hat es irgendwann mal umsonst heruntergeladen. Vor zwei, drei Jahren?! Aber sagen wir so: Es hat schon so seine Gründe, wenn Bücher umsonst zu haben sind. Irgendwie hat die Geschichte meine Besitzerin zwar gecatcht. Aber am Ende wurde es so unglaublich absurd, dass sie es gerade mal mit 2,5 Sternen bewertet hat. Puh. 
Jetzt habe ich bei dieser Frage allerdings geschummelt. Denn als letztes wirklich verlassen, hat mich das eben schon erwähnte "Walter Boys"-Hörbuch. 



4. Lieber Karli, zeig uns Bücher ohne Artikel auf deinem Stapel.

So. Jetzt kommen wir also zu den Monatsfragen. Tja und irgendwie sind es so viele, dass ich grade erst Halbzeit hatte. Haltet also durch. Dieses Interview wird offenbar lang.
Um zu sehen, welche Monatsfrage eigentlich die letzte war, die ich beantwortet habe, musste ich ganz schön blättern. Damals musste ich auch schon eine Frage nachholen: Bücher, die mehr als 400 Seiten haben und Klassiker. Abeeeeer: Hier habe ich positive News. Julia hat in diesem Jahr tatsächlich bereits "Sturmhöhe" von Emily Bronte gelesen (und ja - auch den Film gesehen. Bitte fragt nicht, wie sie ihn fand). Klassiker sind also schon abgehakt. Und bei den gezeigten Büchern mit über 400 Seiten hat sie "My Lady Jane" als erstes Buch in diesem Jahr beendet. Ich habe euch damals auch "Nothing like the movies" gezeigt. Das liest Julia gerade und ist auf den letzten 80 Seiten. So viel ich mich also auch über sie beschwere....Sie hat mich schon irgendwie im Blick...

Und jetzt zur richtigen vierten Frage. Bücher ohne Artikel... Habe ich. Einige. Auch das sind meistens Klassiker, ehrlich gesagt.



Eines davon wollte Julia sowieso demnächst mal anfangen. Es geht also ins Grusel-Genre: "Dr. Jekyll & Mr. Hyde - und weitere Geschichten" oder "Dracula" stehen zur Wahl. Ich hätte euch auch "Rebecca" zeigen können. Aber nur Eigennamen auszusuchen, wäre ja auch langweilig. Deswegen habe ich mich noch für "Tote Friesen rächen sich" entschieden. Den ersten Teil fand Julia ehrlich gesagt ziemlich mies, weshalb sie dieses Buch noch nicht gelesen hat, obwohl es schon lange bei mir ist. Trotzdem will sie ihm noch eine Chance geben.


5. Lieber Karli, Reihen fühlen sich oft wie eine unendliche Geschichte an. Zeig uns deswegen Reihenfolgebände von deinem Stapel.

Da Julia nicht mehr viel hortet, habe ich euch hier gar nicht so viel zu zeigen. Das war mal anders, glaubt mir. Meistens hat meine Besitzerin bei angefangenen Reihen aber einfach nicht mehr alle Bücher zu Hause, bevor sie nicht zum Lesen kommt. Oder sie liest inzwischen einfach weniger Reihen...Ich habe diese drei für euch:



Da wir gerade bei Rick Riordan waren, zeige ich euch mal den Band, bei dem Julia bei "Helden des Olymp" feststeckt. Es ist der vierte mit dem Titel "Das Haus des Hades". Ich weiß gar nicht, wann Julia den dritten Teil gelesen hat. Es ist auf jeden Fall so lange her, dass sie absolut keine Ahnung mehr hat, worum es überhaupt geht. Beste Voraussetzungen.
Leichter ist es da schon bei "James Bond - Kernschmelze". Hierbei handelt es sich um den 16. Band der James Bond Reihe. Julia hat tatsächlich alle 15 vorherigen gelesen. Bei mir auf dem Stapel warten aber auch noch alle bis Band 26 - und das sind noch nicht alle. Das Schöne an der Reihe ist aber, dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen kann.
Anders ist das bei "City of Fallen Angels", dem letzten Teil (der sechste) der Chroniken der Unterwelt. Diese Reihe liest Julia tatsächlich schon eeeeeewig! Und eigentlich mag sie die Bücher sehr! Sie schreckt die Dicke der Bände nur ab. Trotzdem bin ich guter Dinge, dass dieses Buch dieses Jahr noch gelesen wird!


6. Lieber Karli, der Frühling steht vor der Tür und deine Besitzerin ist möglicherweise wieder öfter draußen unterwegs - natürlich mit Buch in der Tasche. Welche Bücher liegen im Taschenbuchformat auf deinem Stapel?

Ähm. Viele. Also ich würde behaupten, die meisten meiner Bücher sind Taschenbücher. Eigentlich kann man es sich heutzutage ja auch kaum noch anders leisten. Hardcover sind so unglaublich teuer geworden. Wobei...Julia lässt sich die einfach immer schenken. Stimmt also nicht. Egal, genug der Vorrede. Ich zeige euch mal diese - vielleicht liest sie ja eines davon bald.


"Ein letzter Brief von dir" liegt seit mindestens 10 Jahren bei mir. Ungelogen. Wahrscheinlich länger. Dabei sieht es so süß aus. Julia könnte es also wirklich mal lesen, findet ihr nicht? Und dieses Jahr muss mich "Ein ganzes halbes Jahr" auch unbedingt verlassen! Das habe ich mir verdient, so oft, wie ich es bereits gezeigt habe! Noch nie gezeigt habe ich euch "Der Tangospieler". Das Buch ist auch erst seit ein paar Jahren bei mir. Natürlich war es ein Geschenk. Aber es soll angeblich ganz gut sein. Wird also Zeit, dass Julia sich auch mal ernster Lektüre stellt ;)


Wow. Jetzt habe ich es auch geschafft. Es hat tatsächlich lange gedauert, das Interview zu tippen. Julia hat eingangs erwähnt, dass sie den Post am Wochenende vorbereitet hat. Naja, jetzt ist Dienstagabend...Aber egal. Es hat geklappt und das ist die Hauptsache. Ich freue mich jedenfalls, dass ich zurück bin und bin guter Dinge, dass ich dieses Jahr kleiner und kleiner sein werde. Drückt mir die Daumen! Ich denke, ich habe so viel geredet, wie sonst selten. Daher kann ich mich nun guten Gewissens verabschieden. Ich hoffe, wir hören vor dem Sommer wieder voneinander ;)

Alles Liebe,
euer Karli


Ja. Asche auf mein Haupt. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Es ist wirklich eine Schande, dass ich Karlis Interview so vernachlässigt habe. Trotzdem denke ich sehr viel an ihn und wähle meine Lektüre natürlich nach seinen Tipps. Denn trotz der manchmal schleppenden Beziehung, funktionieren wir doch ziemlich gut miteinander. Ich glaube, ich sollte jetzt aber auch Schluss machen. Auf mich warten noch 80 Seiten eines sehr schönen Buches ;)

Habt ihr auch so viel mehr Taschenbücher auf euren Stapeln? Und wie sieht es bei Titeln ohne Artikel aus?

Liebst,
eure Julia

17. März 2026

Rezension [Hörbuch]: "Ich und die Walter Boys" von Ali Nowak



Titel: Ich und die Walter Boys
Autorin: Ali Novak
Sprecherin: Aileen Wrozyna
Verlag: der Hörverlag
Preis: 22,95€
Seiten: 448
Dauer: 11h 8m

 

Obwohl ich inzwischen auf dem Papier wohl zu alt für Teenieserien und große Liebesdramen bin, bin ich in meinem Herzen noch immer das Mädchen, das in den 2000ern keinen Romance-Film ausgelassen hat. Wohl auch deswegen schaue ich noch immer voller Leidenschaft alle Neuveröffentlichungen, in denen die Storyline simple ist: Sie - unscheinbar. Er - der Star. Hinderungsgrund der Beziehung - variabel. Wichtig - Happy End.
In dieses Beuteschema passt natürlich auch die Serie "My life with the Walter Boys". Die Serie war solide. Aber wie so oft, war ich neugierig auf die Buchvorlage. Ist sie besser oder schlechter als die Serie? Meine Antwort? Zusammen sind sie perfekt!


Jackie hasst unvorhersehbare Ereignisse. Als perfekte Tochter hat sie ihr Leben in New Yorks High Society fest im Griff und sonnt sich in der Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft. Doch dann schlägt das Schicksal zu. Mit einer Lawine unvorhersehbarer Ereignisse: 1. Jackie steht plötzlich alleine da. 2. Sie muss zu ihrer Vormundfamilie, den Walters, nach Colorado ziehen. 3. Die Walters haben nicht nur Pferde, sondern auch zwölf Söhne! Mitten in der Pampa, allein unter Jungs von 6 bis 21, für die Privatsphäre ein Fremdwort ist, lautet Jackies erster Gedanke: Nichts wie weg. Und ihr zweiter: Moment...ein paar der Kerle sehen unfassbar gut aus!


Hat man zuerst eine Verfilmung gesehen, hat man immer ein Problem mit der Buchvorlage: Man stellt sich die Charaktere und die Handlungsorte genauso vor, wie im Film oder in diesem Fall wie in der Serie. Man ist eben nicht mehr unvoreingenommen. Jackie Howard sieht im Buch beispielsweise vollkommen anders aus, ebenso Alex. In meinem Kopf waren es trotzdem die Gesichter der Schauspieler. Doch man sollte "Ich und die Walter Boys" nicht an der Serie messen. Bleiben wir also beim Buch.
Woran ich mich allerdings zuerst gewöhnen musste, war der Umstand, dass es im Buch noch mehr Kinder sind, als in der Serie. Insgesamt leben bei den Walters 12 Kinder/heiße Jugendliche. Über die Absurdität dieser Vorstellung brauchen wir glaube ich nicht zu diskutieren. Doch im Buchkontext funktioniert das tatsächlich sehr gut. Eigentlich ist es schade, dass einige Figuren später gestrichen wurden.
Da mir das Setting und die Handlung gewissermaßen vertraut waren, fühlte ich mich in der Geschichte sofort wohl. Jackie ist eine unverbesserliche Perfektionistin, die ich trotzdem als erfrischend empfand. Irgendwie hat man gemerkt, dass die Erstausgabe der Geschichte schon zehn Jahre alt ist. Denn Jackie ist eine Protagonistin, die viel zweifelt. Die auch oft falsche Schlüssel zieht und total subjektiv handelt. Von außen denkt man immer wieder "Wiesoooo?", aber irgendwie hat mir das typische Teenagerverhalten von ihr gefallen! Denn heute sind mir viele Protagonistinnen zu selbstbewusst und straight. Alle wissen immer, was sie wollen und insgesamt geht es viel zu sehr um Sex. Das ist hier ganz anders und dafür war ich dankbar! 
Jackie ist ein ganz gewöhnlicher Teenager, der mit einem grausamen Schicksalsschlag zurecht kommen muss. Dieses Thema wurde meiner Meinung nach gut umgesetzt und passte in die Geschichte. Neben der Trauerbewältigung sind Themen wie Freundschaft, Verliebtsein, Eifersucht und Familie sehr wichtig. Zusammenhalt wird bei den Walters großgeschrieben. Das imponierte mir. Insgesamt hat mir die Welt, in die Jackie geworfen wird, sehr gut gefallen. Das liegt natürlich vor allem an den "Boys". Bei dieser Vielzahl an verschiedenen Jungstypen ist natürlich für jedes Mädchenherz etwas dabei. Auch deswegen funktioniert die Geschichte ja so gut. Mein Herz hatte direkt Danny erobert. In der Serie muss ich ja auch gestehen, dass ich Cole gegenüber sehr distanziert war. Im Buch sind die Lager da schon klarer. Alex ist ein super süßer Kerl. Dass Jackies Herz aber für Cole schlägt, ist nicht zu übersehen. Und ich muss zugeben, dass Cole in "Ich und die Walter Boys" auch wirklich süß ist. Er hat sich seinen Status irgendwie nicht ausgesucht, sondern hat eben dieses Charisma. Er wäre wohl auch ein komischer Typ, würde ihm das nicht gefallen.
Ich fand die Szenen zwischen den beiden schön und authentisch. Da Jackie die Ich-Erzählerin ist, weiß man aber auch sehr schnell, dass Alex eher eine Art Notlösung ist. Die Spannung dahingehend war also eher schwach. Trotzdem bleibt bis zum Ende nicht klar, wofür Jackie sich entscheiden wird. Einen Jungen oder doch eben sich selbst?
Die Charaktere im Buch sind vielseitig und spannend. Wie ich schon sagte, ist für jeden etwas dabei. Schön waren auch die Szenen, in denen Jackie neue Freunde gefunden hat. Es ist wirklich schade, dass einige der Mädchen es nicht in die Serie geschafft haben, wie Heather zum Beispiel. Gleichzeitig muss man sich aber nichts vormachen. Die Autorin spielt natürlich auch mit Klischees. Ich bin keine Hörerin, die das stark hinterfragt. Denn solange die Figuren die Handlung nach vorn bringen, bin ich fine damit. Trotzdem sei hier erwähnt, dass viele Figuren Stereotypen entsprechen.
Der Schreibstil von Ali Nowak ist flüssig und jugendlich. Er passt super zum Buch und ist ein weiterer Wohlfühlfaktor. Die Sprecherin des Hörbuchs Aileen Wrozyna macht ihre Sache ebenfalls toll. Ihre Stimme hat super zu Jackie gepasst. Sie fängt die Atmosphäre gut ein, sodass man sich schnell mit Jackie identifiziert.
Zum Schluss noch ein letztes Thema. Lohnt es sich, das Buch zu lesen, wenn man die Serie schon kennt? Wenn einem die Serie gut gefallen hat, dann auf jeden Fall! Die Serie hat tatsächlich den Vorteil, komplexer sein zu können. Das Buch ist auf Jackies Sicht beschränkt. Die Serie kann die Gefühle vieler Figuren einfangen und baut so neue Handlungen auf, die es im Buch tatsächlich gar nicht gibt. Daher ist die Serie irgendwie eine schöne Ergänzung zum Original. Denn natürlich bietet auch "Ich und die Walter Boys" Szenen, die es eben nicht in der Serie gibt. Ich persönlich kann Jackie nach dem Hören der Geschichte viel besser verstehen, schaue aber auch die Serie wirklich gern weiter. Teenie forever.


"Ich und die Walter Boys" ist eine schöne Geschichte für vor allem jugendliche Hörerinnen, die nicht zu viel nachdenken wollen. Natürlich ist das Setting nicht immer realistisch und abgesehen von Jackies fürchterlichem Schicksalsschlag fehlen große Probleme. Aber ist man ein Teenager und zum ersten Mal verliebt, ist eben genau das das große Problem. Jackie meistert das im Kontext der 12 Jungs ziemlich gut und hat mich die ganze Zeit gut unterhalten. Als Hörbuch funktioniert die berühmte Geschichte ebenfalls klasse, weshalb ich vier von fünf Sternen vergebe.