21. September 2022

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #64

 Hallo ihr Lieben!


Oh. Mein. Gott. Ihr könnt euch den Aufstand, der hier gerade geprobt wird, nicht vorstellen. Denn ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich seit fünf (!) Monaten kein SuB-Interview durchgeführt habe. Ich glaube, der Zug, auf dem ich mich bei Karli hätte entschuldigen können, ist definitiv abgefahren. Und trotzdem tut es mir unendlich leid. Das schöne an der SuB-Besitzer-Beziehung ist ja, dass Karli nicht weglaufen kann. Er bleibt eben mein SuB - auch wenn ich mich wirklich zutiefst verwerflich benommen habe.
Und ob man es glaubt oder nicht: So richtig, richtig böse kann Karli mir doch nicht sein. (Also, nicht falsch verstehen, er bebt vor Zorn.) Ich konnte ihn aber ein kleines bisschen besänftigen. Denn dadurch, dass er ja nun einmal bei mir lebt, hat er mitbekommen, was in den letzten Monaten so los war. Und da gibt es vor allem eine Sache, die den meisten Raum eingenommen hat. Ich darf nämlich glücklich verkünden, dass ich schwanger bin. Tatsächlich bin ich nun im fünften Monat (ja, der Zeitraum mit den SuB-Interviews passt also) und erwarte im Frühjahr 2023 mein erstes Kind. Es ist eine unglaublich aufregende und verändernde, aber auch verunsichernde Zeit. Alles ist neu und der Körper macht ziemlich viel durch. Aber auch mein Alltag ändert sich eben. Und bis so etwas wie Routine eingekehrt ist, hat es einfach gedauert. Als Lehrerin in Corona-Zeiten unterliege ich tatsächlich einer besonderen Regelung, denn die Bildungsbehörde Bremen hat ein Beschäftigungsverbot für Schwangere ausgesprochen. Das heißt nicht, dass ich gar nicht unterrichte, aber dass ich die Schule nicht betreten darf. Ich habe also noch wenige Stunden digital über Videokonferenzen. Ihr könnt euch vorstellen, dass das alles irgendwie komisch ist und sich auch anders anfühlt. 
Ich hatte jedenfalls erstmal mit meinem geregelten Tagesablauf zu kämpfen, nachdem mein Körper denn überhaupt so etwas wie Alltag wieder zugelassen hat ;) Und obwohl ich erwartet hatte, dass ich - sollte ich eines Tages schwanger sein - unglaublich viel Zeit zum Lesen hätte, ich kaum dazu komme. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr Zeit habt, zu denken, ihr müsstet jetzt etwas Produktives tun, statt zu lesen? Denn man muss "ja was schaffen"! Wisst ihr was ich meine? Dadurch, dass ich nur noch zu Hause bin, stellt sich dieses Gefühl bei mir ganz immens ein. Und deswegen mache ich hundert Sachen im Haushalt, statt mich meiner Leidenschaft, dem Lesen, zu widmen. Dumm. Ich weiß. Gebt mir Bescheid, sollte es euch auch schon einmal so gegangen sein. Vielleicht kann ich daraus ja Kraft schöpfen.
Nun kommen wir aber zurück zum Thema des Posts: mein SuB. Für heute habe ich meinen Unterricht bereits hinter mich gebracht und keine Lust auf Haushalt. Daher komme ich endlich zum Tippen. Und es gibt ja reichlich Fragen, die ich nachholen muss. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich in den nächsten fünf Monaten regelmäßig zum Schreiben des Interviews komme. Was nach der Geburt ist, kann ich natürlich noch nicht versprechen. Aber macht euch auf ein extrem langes Interview gefasst. Denn natürlich möchte Karli alle Fragen nachholen. Und das gewähre ich ihm selbstverständlich. Los geht's also!


Die Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" wird von Melli und Vanessa geleitet, die sich (auch nach meiner ewigen Abstinenz) liebevoll darum kümmern.
Vielen Dank dafür! Schaut unbedingt bei ihnen rein.


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Das ich das tatsächlich noch erleben darf: meine Rückkehr! Ihr glaubt nicht, wie sehr ich diesem Tag entgegen gesehnt habe. Und nun ist er endlich da. Hach. Aber vielleicht sollte ich mich heute mit den Begrüßungsworten etwas kürzer halten. Denn es warten ja eine ganze Menge Fragen. Naja. Vielleicht. Aber ihr kennt mich. Ich kann doch nicht einfach gleich anfangen. Vorher muss ich kurz meine Besitzerin rügen. Denn dass sie mein Interview so dramatisch vernachlässigt hat, ist wirklich nicht in Ordnung. Ich meine, okay. Sie hat einen recht guten Grund. Aber es tut es auch weh, wenn man nur aus Seiten statt Fleisch und Blut besteht :P Zu ihrer Verteidigung lässt sich immerhin sagen, dass sie nur das Interview und nicht das Lesen generell vorübergehend eingestellt hatte. Denn ich wurde schon noch gepflegt. Ich durfte euch davon nur nicht berichten :'(
Als ich mich das letzte Mal melden durfte, war ich 150 Bücher groß und das war ein Fortschritt. Allerdings stammt diese Meldung auch aus dem April!!! Traurig!! Seitdem ist viel passiert. Julia hat ihre erste eigene Klasse zum Abschluss geführt und sich verabschiedet, meine Familie hat in den Sommerferien einen Griechenland-Roadtrip gemacht und dann wären da eben noch die großen News der Schwangerschaft. Das sind alles Ereignisse, die mehr oder weniger dazu beitrugen, dass Julia entweder viel oder eben gar nicht las. Aber ihr merkt schon, ich versuche mich zu drücken. Denn gerade letzte Woche kam ja das schlimmste Ereignis von allen, das ich im Jahr fürchte: Julias Geburtstag. Sie ist nun auch noch 30 Jahre alt geworden und hat - natürlich - auch Bücher geschenkt bekommen. Noch nicht alle, die sie sich gewünscht hat, weil die Geschenke ihres Vaters noch nicht da sein, aber eben genug. 
Ich hatte zwischenzeitlich also echt einen tollen Stand, von dem ich euch durch die verpassten Interviews nicht berichten konnte. Und nun muss ich eben den von heute nennen. Er ist immer noch in Ordnung. Denn ich bin aktuell 149 Bücher groß! Yiha! 
Ich bin also sogar kleiner als im April, zwischendurch habe ich aber sogar an den 140 gekratzt und deswegen kann ich mich nicht so doll freuen, wie ich gehofft hatte. Naja. Das SuB-Leben ist kein Wunschkonzert.



2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Die Pflege dümpelt im Moment ein wenig, aber neue Bücher gab es durch den Geburtstag. Außerdem hat Julia sich auch noch ein ebook gegönnt. Stellvertretend zeige ich euch diese drei:




Insgesamt habe ich in diesem Monat sechs Neuzugänge bekommen. Es ist übrigens jetzt etwas schwer, die letzten Monate, mit einzubeziehen. Denn das geht ja leider nicht. Ansonsten wäre die Zahl definitiv größer. Deswegen beschränke ich mich auf den September. Fünf der sechs Schätze waren Geschenke. Insgesamt gab es drei neue Bücher aus der Feder von Agatha Christie, stellvertretend dafür zeige ich euch "Der Todeswirbel". Ich mag die Farben vom Cover total gern. Es handelt sich um einen Poirot-Roman. Man sollte meinen, Julia hätte so langsam alle durch, aber wie ihr seht, findet sie immer noch welche. Dann hat Julia Band zwei und drei der Bridgerton-Reihe geschenkt bekommen (Teil eins schenkt der Papa, das wartet also noch auf mich). Julia hat vor Jahren Band eins bereits gelesen, aber da auch sie der Serie verfallen ist, will sie der Serie jetzt noch einmal eine Chance geben und da sie "Wie bezaubert man einen Viscount?" sowieso noch nie gelesen hat, freut sie sich schon darauf.
Das letzte Buch hat Julia sich tatsächlich selbst angeschafft. "Der kleine Buchsalon am anderen Ende der Welt" war an einem Tag kostenlos auf Amazon erhältlich und für so etwas ist Julia eben anfällig. Es scheint sich um eine süße Geschichte zu handeln, man darf gespannt sein.


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes Buch hat mich "Nathalie küsst" verlassen. Hierbei handelte es sich tatsächlich um ein Buch, das schon lange bei mir hauste. Julia hat es einmal von einer Freundin "vererbt" bekommen und dann erstmal weggelegt. Zu dem Buch gibt es auch einen Film mit Audrey Tatou. Julia kennt ihn aber natürlich nicht. Ihre Wahl fiel sowieso nur auf das Buch, weil sie etwas Schnelles für zwischendurch brauchte (das Buch hat nur etwa 250 Seiten). Denn eigentlich wartete Julia auf ihre Ausgabe von "Purple hearts", die sie offenbar unbedingt brauchte. Denn weil sie den Film so liebt, liest sie nun die englische Ausgabe. Bisher hält sich ihre Liebe für das Buch aber in Grenzen.
"Nathalie küsst" war übrigens etwas skurril, aber irgendwie auch erfrischend und wirklich nett. Vielleicht schaut Julia ja nochmal den Film.


4. Lieber Karli, alles Neue macht der Mai. Welche Reihenanfänge schlummern auf deinem Stapel?

Reihenanfänge. Hm. Julia liest tatsächlich gar nicht mehr so viele Reihen. Oder doch? Also wenn ich so nachschaue, dann finde ich die folgenden:




Ich muss zugeben, dass alle Reihenanfänge schon ziemlich lange bei mir sind. Wie ihr sehen könnt, sind es eben auch keine neuen Reihen. Inzwischen ist Julia eben auch schon so alt, dass sie erstmal versucht, die Bücher, die sie hat, nachzulesen. Deswegen kann ich euch den Auftakt der "Seductio-Reihe" von Regina Meissner zeigen. Außerdem habe ich noch eine schöne Familiensaga komplett auf meinem Stapel, nämlich von Sarah Lark. Und dann lägen da noch die ersten beiden Teile von "Die Sturmkönige" von Kai Meyer. Tatsächlich haben unsere Ausgaben noch völlig andere Cover, das heutige ist wirklich schöner. Vielleicht hätte Julia es längst gelesen, hätte sie dieses hübsche Exemplar zu Hause?!


5. Lieber Karli, welche Bücher sind in diesem Jahr bei dir gelandet und noch ungelesen?

Haha, das ist wohl eine rhetorische Frage, oder?! Soll ich sonst nochmal alle Bücher aus Frage zwei hier anführen? :'D Julia schafft ja, wie gesagt, nicht mehr ganz so viele neue Bücher an. Aber es kommt doch ziemlich selten vor, dass sie sich eines kauft und dann direkt mit dem Lesen beginnt - außer es handelt sich um ein Rezensionsexemplar. Daher liegen hier noch viele. Ich zeige euch also nochmal die komplette Shadowhunter-Reihe ab Band vier. Die musste Julia auch unbedingt dieses Jahr ganz schnell besitzen. Gelesen hat sie natürlich noch keines der Bücher. Ts.




6. Lieber Karli, oh ja, die alten Hasen hier wissen, welche Frage nun folgen wird: SuB-Senioren! Zeige mir deine ältesten drei SuB-Senioren. Und das allerwichtigste: Haben sie sich zum Vorjahr verändert oder sind es noch immer dieselben?

NEEEEEEEIN! Das kann doch nicht schon wieder so weit sein, oder? Vielleicht hätten wir einfach nur den Juli schwänzen sollen, Julia ;'D
Denn dieser Frage stellen wir uns doch Jahr für Jahr ziemlich ungern. Ich traue mich gar nicht, nachzusehen. Aber gut, wir kommen ja doch nicht dran vorbei. Beeilen wir uns also lieber. 



Mist. Es ist traurig und Julia muss sich schämen. Denn...ja. Es sind exakt dieselben drei Bücher wie im letzten Jahr. Vielleicht sollte das ein Zeichen sein und Julia sollte zumindest mal zwei dieser drei Bücher einfach aussortieren. Ich persönlich glaube nicht, dass sie "Die Eismalerin" oder "Das Gold von Malawi" noch jemals lesen wird. Aber sie darf mich natürlich gern eines Besseren belehren. "Anna Karenina" ist wirklich eine Schande! Das muss nun wirklich mal behoben werden. Da kann man doch die Schwangerschaft eigentlich sehr gut für nutzen, was meint ihr?! Oder ist das zu deprimierend?


7. Lieber Karli, im Sommer lässt es sich prima draußen mit längeren Geschichten entspannen. Welche Bücher mit über 400 Seiten hast du auf dem Stapel?

Tja. Hätte ich euch im August berichten können, so wie es geplant war, dann hätte ich euch jetzt schön den dritten Teil von der "Elias und Laia"-Reihe zeigen können. Denn der hat über 500 Seiten und wurde von Julia im Urlaub gelesen. Tatsächlich haben ziemlich viele von meinen Büchern über 400 Seiten. Spontan fällt mir da dieses hier ein:


"Freed" hat Julia letztes Jahr zum Geburtstag bekommen und wollte es dann sogar anfangen. Sie hat nach dem 1. Kapitel aber wieder aufgegeben, weil ein Thema im Buch vorkommt, was Julia zu diesem Zeitpunkt gar nicht gebrauchen konnte. Das hat sich aber wieder geändert, weshalb "Freed" mit seinen 912 Seiten durchaus bald gelesen werden dürfte ;) Ist mir auch egal, ob die Temperaturen Julia jetzt zwingen, es drinnen zu lesen :D


8. Lieber Karli, welche Bücher auf deinem Stapel haben das älteste Erscheinungsdatum?

Oh wow, ich bin bei der letzten versäumten Frage angekommen und damit sogar regulär im September :) Das älteste Erscheinungsdatum ist jetzt wirklich nicht leicht. Da Julia Deutschlehrerin ist, befindet sich auch das ein oder andere Drama auf ihren Reader. Spontan fallen mir "Wilhelm Tell" und "Iphigenie auf Taurus" ein. Während Schiller aber erst 1804 publizierte, ist Goethe damit der Spitzenreiter.


"Iphigenie von Taurus" wurde 1779 veröffentlicht und ist definitiv ein sehr altes Buch. Ob es wirklich das älteste meines Stapels ist, weiß ich nicht. Dafür hat Julia einfach zu viele Klassiker. Aber dieses attraktive gelbe Cover wollte ich euch nicht vorenthalten.


Wir haben es geschafft! Wir haben das XXL-Interview beendet und ich habe alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet. Jetzt musste Julia sich mal wirklich Zeit für mich nehmen ;) Haha. Das macht mich schon ein bisschen stolz. Solltet ihr bis hierhin durchgehalten haben, bedanke ich mich ganz doll bei euch. Und ich hoffe sehr, dass ich mich nächsten Monat melde und dann eben auch nur vier Fragen vorbereitet habe ;)
Macht es gut, lest brav weiter und kümmert euch immer gut um eure SuBs. Es war mir wie immer ein Vergnügen!

Alles Liebe, 
Karli


Und auch von mir kommen nun die Abschiedsworte. Ich glaube selbst für Karli war das jetzt sehr anstrengend ;) Aber ich bin froh, dass wir endlich wieder up to date sind und verspreche, dass wir uns im Oktober melden.

Habt ihr eure SuBs auch schon einmal so lange vernachlässigt? Kennt ihr diese Phasen "ich muss jetzt was Produktives tun" und welches Buch ist euer ältestes?

Liebst,
eure Julia

13. September 2022

Rezension: "Mederia - A kingdom beyond" von Sabine Schulter

 


Titel: Mederia - A kingdom beyond
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Impress
Preis: 4,99€
Seiten: 415

Seit einigen Jahren steht in meinem Bücherregal die „Mederia-Reihe“ von Sabine Schulter. Die drei Bände rund um Lana und Gray hatten dort immer einen besonderen Platz. Deswegen staunte ich nicht schlecht, als ich erfuhr, dass die nächste Generation ihre eigene Geschichte schreibt – und diese auch im Impress-Verlag veröffentlicht wurde. Ich freute mich sehr über die Rückkehr nach Mederia und auf die Reise mit dem Dämonenprinz Nathiel und der Wächterin Arina.
Die ersten beiden Teile gefielen mir super gut, doch nun wartete das große Finale: „A kingdom beyond“. Kann die Herrschaftsfamilie der Dämonen und Ignis das Schicksal wieder zu seinen Gunsten wenden oder wird auch Mederia von einem fremden Gott überrannt? Es beginnt eine abwechslungsreiche Reise, die bis auf wenige lange Passagen sehr spannend ist. Und das Finale? Einfach nur grandios.

Sie teilen ein gemeinsames Schicksal, doch kann dieses eine ganze Welt vor dem Untergang bewahren?
Auch wenn Arina sich nichts sehnlicher wünscht, als ihrer Heimat endlich den lang ersehnten Frieden zu bringen, so weiß sie doch: Mederia steht kurz davor, den Kampf gegen die dunklen Mächte zu verlieren. Ihr und dem Prinzen der Dämonen bleibt nur ein einziger Ausweg, aber dieser wird ihnen alles abverlangen – ihre Hoffnung, ihre Leben und ihre gemeinsame Bestimmung ...

Wie so oft beginnen die Folgebände von Reihen aus der Feder von Sabine Schulter unmittelbar und knüpfen an das letzte Geschehnis des Vorgängerbandes an. So ist es auch in „A kingdom beyond“, sodass man – wenn man Band fünf noch gut im Kopf hat – sofort wieder in der Geschichte drin ist. Viel Verschnaufpause bleibt dem Leser nicht. Denn dieser Reihenband hat es in sich. Die Handlung ist ein Wechselspiel aus actionreichen Kampfszenen und ruhigen Momenten, in denen Freundschaftsbande vertieft werden. Mal geht es hoch her, dann spielt die Liebe eine größere Rolle. Ich muss zugeben, dass mir manche Passagen zwischendurch zu lang wurden. Ich bin eher ein Fan der aufeinanderfolgenden Ereignisse und deswegen empfand ich einige ruhige Szenen als langatmig. Doch das ist Geschmackssache.
Im Grunde ist die Story von der Spannung bestimmt. Aus anfangs noch zwei kleineren Reisegruppen wird eine große, die sich dem bevorstehenden Endkampf stellen will. Diese Kombination gefiel mir unglaublich gut, denn es sind alle wichtigen Charaktere der Reihe mit dabei. Damit meine ich natürlich in erster Linie die Helden dieser Buchserie, nämlich Nathiel und Arina. Sie werden von ihren Freunden Prue, Triss und Iljan begleitet. Aber auch der Assasin Keytha ist mit von der Partie, was mir sehr gut gefiel. Zu diesen jungen Kämpfern gesellen sich die wichtigsten Gesichter der Vorgängerbände, also Lana, Gray und auch Kimire. Gibt es etwas, das man an dieser Reisegruppe kritisieren könnte?! Ich denke nicht. Mir haben die Gespräche zwischen Lana und Gray immer am besten gefallen, nennt mich nostalgisch. Aber tatsächlich waren sie es, um die ich die meiste Angst hatte. Denn die Emotionen des Lesers zu steuern, gelingt der Autorin gut. Meine Angst um manche Charaktere war wirklich immens. Und am Ende musste ich länger als zehn Minuten durchweinen – kein Witz. Weshalb genau, müsst ihr herausfinden.
Die Charaktere erfüllen ihre Aufgabe gut. Sie begleiten den Leser durch das unbekannte Land Karashin und geben alles, um Mederia zu retten. Durch die Vielzahl der Charaktere gibt es aber natürlich auch einige Perspektivwechsel und Sprünge. Den Überblick kann man aber immer gut behalten. Einen richtigen Liebling der Reihe kann ich gar nicht benennen, aber jeder Leser findet mindestens eine Figur, mit der man sich identifizieren kann.
Auf ihrer Reise lernen die Figuren noch weitere neue Völker und Personen kennen. Und das fand ich richtig schön. Denn obwohl ich bereits seit fünf Büchern in Mederia bin, gibt es immer noch Neues und Unentdecktes, sodass die Reihe weiterhin überraschen kann.
Überrascht hat mich übrigens auch die Liebesgeschichte. Ich war mit den Entwicklungen anfangs tatsächlich nicht so glücklich, da mir die offensichtliche Lösung schon gut gefallen hätte. Trotzdem finde ich es gut, welchen Weg die Autorin gewählt hat. Für Liebe ist definitiv gesorgt. Mich konnten die Paare aber nicht zu Hundertprozent überzeugen. Leider kann ich auch nicht sagen, woran das lag.
Man könnte jetzt meinen, dass mir dieser finale Teil gar nicht so gut gefallen hätte. Doch da täuscht man sich. Denn womit ich nicht gerechnet hatte, war das Finale. Die letzten drei Kapitel sind so unglaublich gut, emotional und fesselnd, dass ich beim Lesen sicher kaum geatmet habe. Ich habe gelächelt – und wie schon erwähnt - geweint. Ich fieberte so sehr mit den Protagonisten mit und konnte jede einzelne Wende nicht voraussehen. Es war einfach krass. Und obwohl ich durchaus kleine Kritikpunkte habe, hat mich dieses Ende so sprachlos zurückgelassen, dass ich das Buch einfach nur liebe.
Zum Schreibstil der Autorin muss ich sicher kaum etwas sagen. Sabine Schulter und High Fantasy sind eine Gleichung, bei der am Ende definitiv ein großes Herz bei herauskommt. Sie schreibt bildgewaltig und sehr fließend. Gerade die Kampfszenen liegen ihr wirklich gut, sodass der Stil seinen großen Teil zur Unterhaltung beiträgt. Und auch deswegen ist das Finale so unglaublich gut.

Ich denke, mein Fazit ist überaus klar. Der letzte Teil „A kingdom beyond“ lohnt sich auf jeden Fall und ist ein wirklich gelungener Abschluss dieses großen Epos. Es gibt vielseitige und tolle Charaktere, eine spannende Reise und Spannung pur. Auch die Liebe bekommt ihren Anteil und gemeinsam ergibt diese Mischung eine wahnsinnig tolle Lektüre. Ich werde immer mit einem Lächeln an Mederia denken und vergebe deswegen die verdienten fünf Sterne.




11. August 2022

Rezension [Hörbuch]: "Die Spur - Er wird dich finden" von Jan Beck

 


Titel: Die Spur - Er wird dich finden
Autor: Jan Beck
Sprecher: Florens Schmidt & Nina Reithmeier
Verlag: der Hörverlag
Preis: 21,95€
Seiten: 416
Dauer: 10h 31m

Der Klappentext von „Die Spur – Er wird dich finden“ hat mich sofort angesprochen. Ein Serienmörder, der die Opfer als Kunstwerke ausstellt und über ganz Europa verteilt?! Wäre es nicht so spannend, würde es einfach nur grotesk klingen. Doch so eröffnet Jan Beck das Setting seines Romans und man muss sagen, er hat den Leser bzw. den Hörer damit sofort in seinen Bann gezogen. Es beginnt eine spannende Jagd durch Halbeuropa, die an eine besondere Schule in Bologna führt. Spannung, Nervenkitzel und Gänsehaut sind garantiert. Denn „Die Spur“ ist ein tolles und vielseitiges Hörbuch.


Mitten in Lissabon wird eine Leiche gefunden. Der Anblick ist grotesk: Das Opfer wurde wie eine Statue drapiert. Wenige Tage später folgt ein weiterer grausamer Fund – diesmal am Kapitelplatz in Salzburg, und wieder trägt der Mord dieselbe Handschrift. Über zweitausend Kilometer liegen zwischen den beiden Städten, und doch scheinen die Opfer miteinander verbunden. Europols Topermittler Inga Björk und Christian Brand folgen der Spur des Killers, der noch lange nicht genug hat. Bald wird klar, dass die Taten mit einer jungen, einflussreichen Elite aus Top-Talenten zusammenhängen, die mitten in Europa agieren und deren Geheimnisse tödlich sind...

Wie bereits erwähnt, zog mich hier der Klappentext ganz besonders an. Tatsächlich kenne ich die beiden Vorgängerteile nicht, sodass das Ermittlerduo für mich neu war. Nichtsdestotrotz kommt man auch ohne Vorwissen sehr gut in die Handlung. Es ist sicher sinnvoll, die anderen beiden Bände auch zu kennen, allein damit man Hintergrundwissen über die Ermittler Inga Björg und Christian Brand hat – denn beide sind wahrlich keine leichten Charaktere – aber es geht eben auch so.
Ich habe „Die Spur – Er wird dich finden“ als Hörbuch gehört und zunächst muss ich die Qualität loben. Es gibt verschiedene Sprecher, einen weiblichen und einen männlichen. Beide lesen verschiedene Figuren und Zeitschienen. Sowohl Florens Schmidt als auch Nina Reithmeier machen ihre Sache sehr gut. Beide lesen flüssig, ruhig und angemessen. Man folgt der Geschichte durch diese beiden Stimmen wirklich noch mehr und identifiziert die Charaktere eben damit.
Die Geschichte ist genauso spannend, wie sie auch klingt. Anfangs bekommt man als Hörer nur sehr wenige Brocken, aber man versucht die ganze Zeit selbst zu kombinieren und so auf den Täter zu kommen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Inga Björg und Christian Brand sind beide als Erzähler der eigenen Sicht eingesetzt. Und das ist auch gut so, denn tatsächlich scheint einer der beiden auch persönlich in den Fall verwickelt zu sein. Neben diesen beiden Figuren gibt es aber auch die Perspektiven der Opfer und die einer ehemaligen Schülerin der Toptalente Schule. Amelies Handlungsstrang erzählt Geschehnisse aus der Vergangenheit. Was diese mit der aktuellen Mordserie zu tun hat, ist anfangs natürlich unklar. Und trotzdem entfaltet Jan Beck genau das hervorragend. Sein Schreibstil ist wirklich sehr gut und er weiß die Spannung zu erhalten. An manchen Stellen allerdings fand ich ihn auch zu ausschweifend. Einiges hätte man sicher kürzen können. Andererseits haben mich manche Szenen gerade weil sie so ausführlich geschildert und in die Länge gezogen wurden aufgeregt, was dafür spricht, dass der Autor den Hörer emotionalisiert.
Die Charaktere sind rundum authentisch und sehr verschieden. Es ist ein guter Mix aus Privatem und dem Beruf. Denn natürlich haben auch Björg und Brand ganz persönliche Meinungen übereinander und müssen eben trotzdem zusammenarbeiten. Aber auch die anderen Charaktere sind interessant, allen voran Amelie. Des Weiteren hat mir das Setting außergewöhnlich gut gefallen. Der Roman spielt an vielen verschiedenen Orten in Europa: Den Haag, Salzburg, Paris, Malmö oder Berlin. Das Jetsetten ist zwar etwas abstrus, aber dadurch wird die Geschichte eben auch aufregend.
An der Handlung habe ich tatsächlich nur einen Kritikpunkt: das Ende. Ich hatte dann doch etwas mehr erwartet und fand die Lösung nicht so toll wie den Rest des Buches. Einfach nicht ganz so würdig. Und wenn ich dabei bin, dann muss ich noch einen letzten Kritikpunkt loswerden: Ich finde den Titel wirklich nicht passend. Das Wort „Spur“ wird glaube ich nie erwähnt und eigentlich fehlen Björg und Brand genau diese für den Fall. Ich verstehe schon die Kürze und den Willen, dass sich der Titel gut in die Reihe fügt, aber trotzdem ist er nichtssagender, als er sein müsste.

Insgesamt bekommt man bei „Die Spur – Er wird dich finden“ einen fesselnden und toll geplanten Thriller, der unglaublich gut unterhält. Die Geschichte ist durchweg spannend und hat eine gute Mixtur zwischen Privatem aus dem Leben der Ermittler und Arbeit an dem Fall. Nur das Ende sorgt für leichten Abzug, weshalb ich vier von fünf Sternen vergebe. Und trotzdem ist es ein richtig tolles Hörbuch, das ich gern empfehle!


22. Mai 2022

Rezension: "A kingdom stolen" von Sabine Schulter

 


Titel: A kingdom stolen (Mederia 5)
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Impress
Preis:4,99€
Seiten: 390

Ich fühle mich in vielen Welten zu Hause, besonders in den literarischen. Eine dieser erschaffenen Welten ist wohl Mederia. Hier spielt eine Fantasy-Saga, die mich schon vor Jahren in ihren Bann gezogen hat. Jeder, der gern Fantasy liest, wird mich verstehen können. Denn zwischen den Dämonen, Elben, Ignis und Magiern fühlte ich mich schon in den Bänden eins bis drei zu Hause.
Einige Jahre, nachdem aber die Geschichte um Lana erschienen ist, hat die Autorin Sabine Schulter sich dazu entschieden, die Geschichte in die nächste Phase übertreten zu lassen: Generation Nr. 2 ist am Start!
Und obwohl man skeptisch sein mag, was solche Fortsetzungen angeht, hat mich der vierte (oder sollte man sagen erste?) Band der Reihe „A kingdom fears“ schon absolut überzeugt. Aber wie sieht es mit dem Mittelteil „A kingdom stolen“ aus? Tja. Ganz ehrlich? Er ist noch viel besser als der Vorgänger!

Als Wächterin der Shaas sind Arina mächtige göttliche Wesen nur allzu vertraut. Doch die Bedrohung, die beinahe ihre imposante Heimatstadt Hamesta fallen ließ, ist weitaus gefährlicher und droht ganz Mederia in Dunkelheit zu tauchen. Entschlossen, alles für die Rettung der Welt zu tun, ist sie sogar bereit, sich mit dem Prinzen der Dämonen zum Ursprung der Finsternis zu begeben ...

Okay, ich finde den Klappentext ehrlich gesagt nicht so gelungen. Andererseits wüsste ich auch nicht, wie ich den Inhalt eines Folgebandes formulieren sollte, ohne dabei zu viel zu verraten. Aber vielleicht habt ihr ja auch das Gefühl, dass ihr nach dem Lesen des Klappentextes nicht wirklich wisst, worum es geht. Das kann ich ändern.
Nachdem die Wächterin der Shaas Arina im ersten Band eine Reise an der Seite des Dämonenprinzen Nathiel und dem Drachenweibchen Triss erlebt hat, um ihre Heimat Hamestra zu schützen, begibt sich der Reisetrupp (, der noch etwas erweitert wird) nun auf die Suche nach dem Ursprung des dunklen Nichts. Das dunkle Nichts besteht aus dunkler Magie und ist dazu fähig, die Göttlichkeit aus Mederia zu ziehen. Das hätte den Untergang des Landes zur Folge und muss daher natürlich verhindert werden. Die drei werden vom jungen Magier Iljan begleitet. Ihr Weg führt sie in die Tiefen Mederias und vor allem an einen Ort, den niemand erwartet hätte.
Parallel zu dieser Geschichte macht das Buch eine zweite Handlung auf. Diese dreht sich um die Helden der ersten Trilogie: Lana, Gray, Famir, Kimire und so weiter. Solltet ihr vor dieser Reihe zurückschrecken, weil ihr die ersten drei Bände nicht kennt, kann ich euch beruhigen. Die Ereignisse von vor 20 Jahren spielen keine Rolle in „A kingdom Stolen“. Für Liebhaber der Reihe ist es aber grade dieser Erzählstrang, der das Herz höher schlagen lässt. Wer trifft schließlich nicht liebgewonnene Charaktere gern wieder?
Beide Reisetrupps erleben auf ihrer Suche nach dem Ursprung des dunkeln Nichts eine Menge und vieles davon ist gefährlich. Tatsächlich empfand ich es immer so, dass wenn ich gerade die eine Gruppe begleitete, ich lieber bei der anderen gewesen wäre, denn die Kapitelenden sind so gemein! Beide Gruppen müssen gegen unbekannte Gegner bestehen und es kommt zu vielen Kämpfen. Nicht immer überstehen dies alle Charaktere schadlos. Aber diese Kämpfe sorgen vor allem für eines: Spannung. Es ist durchaus ein Talent der Autorin, Kampfszenen gut schildern zu können. Man ist immer mitten im Geschehen und erlebt die Dramatik hautnah.
Durch die beiden Handlungsstränge gibt es natürlich eine Reihe an wichtigen Charaktere. Lana, Gray und Co. sind zwar die Protagonisten des einen Stranges, stehen aber trotzdem ein wenig im Hintergrund der zweiten Generation. Das fand ich persönlich wirklich gut, denn Arina und Nathiel sind irgendwie noch viel spannender. Zwar sind Lana, Gray, Famir und alle weiteren Altbekannten ihrem bekannten Charakter treu geblieben und dem Leser sympathisch, Nathiel und seine Gruppe stellen dies aber in den Schatten. Ich mag den jungen Dämonenprinzen aufgrund seiner loyalen, aber auch schon recht reifen und zielorientierten Art. Er ist niemand, den man ins Wanken bringen kann, denn er weiß sehr genau, was von ihm erwartet wird. Gleichzeitig gefiel es mir aber auch gut, dass er mit seiner Rolle an sich nicht hadert. Man kennt es ja aus unzähligen Büchern, dass gerade die nächste Herrschergeneration einfach nur normal sein will und das eigene Abenteuer erleben will. Aber so ist Nathiel nicht und das ist einfach was Neues. Arina, die Wächterin der Shaas, ist impulsiver und hat ihren eigenen Kopf. Eigentlich habe ich fest mit einer Liebesgeschichte zwischen den beiden gerechnet, aber bisher ist diese noch nicht aufgetaucht. Was das angeht, lässt uns die Autorin nämlich definitiv noch im Unklaren. Ich persönlich habe zwar eine Theorie zur Liebe dieser Protagonisten, aber ob ich richtig liege, werde ich wohl erst in Band drei erfahren. Zu den Figuren lässt sich auf jeden Fall sagen, dass sie mit Liebe ausgearbeitet wurden und keinesfalls oberflächlich sind. Einige Namen sind sich recht ähnlich und gerade durch die beiden Erzählstränge kann man vielleicht durcheinander kommen. Da ist es gut, dass das Buch ein Glossar besitzt, in dem man alle Namen noch einmal nachlesen kann. Übrigens gibt es – wie es sich für eine Fantasy-Reihe gehört – auch eine Karte der Welt am Anfang des Buches. Diese ist total schön und zieht den Leser sofort in ihren Bann, sodass man Lust hat, das Buch gleich zu starten.
Das hatte ich aber sowieso schon, denn Band eins endet ja unglaublich gemein. Die Handlung von Teil zwei setzt glücklicherweise genau dort an, sodass man als Leser wieder gut in die Geschichte kommt. Insgesamt ist die gesamte Handlung von „A kingdom stolen“ sehr spannend und es passiert die ganze Zeit etwas. Das ist meiner Meinung nach in Band eins noch anders gewesen. Und natürlich hat Band zwei ein total tolles Finale, das den Leser schon wieder mit offenem Mund zurück lässt. Am Ende ist wirklich viel passiert und bevor ich die Wendungen alle verarbeitet habe, kommt der gemeine Cliffhanger. Eigentlich sind es sogar zwei: einer fürs Herz und einer für das große Ganze.
Zum Schreibstil von Sabine Schulter kann ich nur immer wieder das gleiche sagen. Ich lese ihre Bücher richtig gern, denn man kann der Geschichte einfach gut folgen. Alles ist flüssig, Dinge werden toll beschrieben und den Charakteren wird Zeit zur Entwicklung gelassen.

Alles in allem war ich total begeistert von „A kingdom stolen“. Es gibt tolle neue Charaktere, spannende Wendungen und viele Actionszenen. Ich freue mich sehr auf das Finale von Nathiel, Arina und Co. und bin noch gespannter, was mit der Liebesgeschichte passieren wird. Insgesamt ist es ein richtig toller Mittelteil und deswegen vergebe ich fünf Sterne.



20. April 2022

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #63

 Hallo ihr Lieben!

Nach einer (erneuten) einmonatigen Pause melden Karli und ich uns zurück. Ich finde das mit diesen SuBs wirklich faszinierend. Durch die schöne Aktion von Melli und Vanessa habe ich meinen SuB Karli wirklich immer auf dem Schirm. Und wenn ich es nicht schaffe, den Post zu schreiben, meldet sich das schlechte Gewissen. Selbst mein Mann weiß, wer Karli ist und auch er weiß ganz genau, dass Karli schnell böse wird, wenn er sein Interview nicht bekommt. Wie konnte es also schon wieder passieren, dass ich es im letzten Monat nicht geschafft habe? Ach, egal, was ich jetzt anführen würde -  es wären ja doch nur Ausreden. Klausurenphase, grundsätzlicher Schulstress, zu viele Freizeittermine...sucht euch was aus. Eine gute Entschuldigung gibt es eben nicht.
Aber in diesem Monat holen Karli und ich die Frage des letzten Monats nach. Und eigentlich ist mein lieber SuB auch gar nicht so, so böse auf mich. Denn gestern sind die Osterferien zu Ende gegangen und mein Mann und ich waren eine Woche in Dänemark. Für Karli bedeutet das übersetzt: Julia hat viel gelesen *.* Und das habe ich tatsächlich. Außerdem habe ich den Urlaub total genossen und konnte abschalten. Die Ostertage danach waren dann ganz schön stressig, weil man so viele Leute gesehen hat. Das kenne ich schon gar nicht mehr. Es war super schön, so viele Termine zu haben, aber ich komme doch tatsächlich langsam in ein Alter, wo ich auch dankbar für ruhige Minuten bin.
Eine solche habe ich gerade. Und deswegen wird sie ohne weitere Umschweife für das SuB-Interview genutzt. Los geht's Karli, du bist dran!


Wie ich eben schon sagte, ist Karli dank Melli und Vanessa total präsent bei mir. Schaut unbedingt auf den Blogs der beiden vorbei.


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Hallo liebe Welt! Ich melde mich auch endlich zurück - und zwar nicht nur aus dem Urlaub, sondern fast schon aus der Versenkung. So. Das bleibt dann auch der einzige Haken Richtung Julia, ich werde mich jetzt für den restlichen Beitrag benehmen. Zumindest werde ich es versuchen ;)
Das letzte Mal haben wir im Februar voneinander gehört. Hach, ist das alles wieder lang her. Seitdem ist bei uns zu Hause aber auch nicht ganz so viel passiert. Das Leben geht so seinen Weg und ich versuche, so gut es geht, Julia in schwereren Zeiten zur Seite zu stehen. Und das, obwohl die Zeiten für mich ja auch schwer sind. Als so großer SuB wie ich, hat man es schließlich auch nicht leicht.
Kommen wir also zum routinierten Ablauf. Im Februar konnte ich eine Abnahme von einem ganzen Buch verkünden, sodass ich 153 Bücher groß war. Nun hat Julia schon vorweg genommen, dass sie im Urlaub war. Dänemarkurlaube nutzt Julia immer, um viel zu lesen. Und deswegen ist eine Abnahme ja auch schon zu erwarten. Sie ist zwar leider nicht so groß, wie ich gehofft hatte, aber es ist in Ordnung. Meine neue Höhe beträgt nämlich 150 Bücher. Ja! Ich drücke ganz doll die Daumen, dass im nächsten Monat die 150 endlich unterschritten wird!


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Im letzten Monat kann ich mich durchaus als "verwöhnt" bezeichnen. Julia hat für ihre Verhältnisse viel gelesen und vor allem auch relativ dicke Bücher geschafft. Da ich aber auch Neuzugänge hatte, ist mein Größenverlust eben nicht ganz so groß, wie ich es gern hätte. Im letzten Monat habe ich folgende Bücher neu bei mir begrüßen dürfen:



Nachdem Julia endlich die Serie "Shadowhunter" auf Netflix beendet hat, hat sie das Fieber plötzlich gepackt. Die ersten drei Bände kannte Julia ja bereits beim Schauen der Serie. Allerdings hatte sie nie so richtig auf dem Schirm, dass die folgenden Bände der "Chroniken der Unterwelt" immer noch von den gleichen Figuren handeln. Und deswegen wollte sie eben nicht weiter lesen. Nun wurde sie aber schwach und sie hat sich den Schuber der Teile vier bis sechs bestellt. Bisher wurde die Reihe von Cassandra Clare noch nicht weiter gelesen, aber ich denke, Band vier ist bald an der Reihe. Fand Julia die Serie übrigens so überragend, dass jetzt die Bücher wieder gelesen werden müssen?! Keineswegs. Und obwohl die Serie irgendwie ziemlich schlecht war, war sie wieder gut. Julias Worte - nicht meine. So etwas scheint meinen SuB-Horizont zu übersteigen.
Im Moment wird unser anderer Neuzugang gelesen. Auch hierbei handelt es sich um eine Reihenfortsetzung, nämlich um Band fünf von sechs. "A kingdom stolen" ist der neuste Mederia-Band aus der Hand von Sabine Schulter. Er erscheint erst im Mai, aber Julia darf ihn vorab lesen. Bisher ist sie ziemlich glücklich und findet ihn sogar besser als den Vorgänger. Allerdings ist sie auch erst bei einem Drittel der Highfantasy-Reihe. Insgesamt bin ich mit der Pflege übrigens zufrieden ;) Ich versprach ja, brav zu sein.


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ebenfalls ein Reihenteil verlassen, sogar ein Reihenabschluss. Julia hat die "Save-Reihe" von Mona Kasten beendet und "Save us" durchgelesen. Leider war sie wahrlich nicht begeistert. Das ist aber leider auch das gesamte Reihenfazit. Während Julia den ersten Teil noch recht gut fand, waren Band zwei und nun leider auch drei relativ schwach. Die ständigen Perspektivwechsel waren nervig und generell gab es eigentlich gar keinen Problemfokus mehr in der Geschichte. Schade. Immerhin war die ganze Reihe nur gelesen, sodass mich tatsächlich auch mal physisch Bücher verlassen haben. ;)
Julias Highlight der gelesenen Bücher aus dem Urlaub war übrigens "Eine Handvoll Worte" von Jojo Moyes. Wäre das das letztgelesene Buch gewesen, hätte ich jetzt schwärmen dürfen.


4. Lieber Karli, der Frühling beginnt. Zeig uns passend dazu Bücher mit Blumen oder Pflanzen auf dem Cover oder im Titel. Welche würdest du deiner Besitzerin empfehlen?

So. Kommen wir nun erst einmal zum Update aus dem Februar. Julia sollte besonders kurze Bücher lesen und ich stellte ihr zwei zur Wahl. Ich bedaure, dass sie "Romeo und Julia auf dem Dorfe" nicht gelesen hat. Ts. Allerdings hat sie die Alternative "Ein unerwarteter Gast" gehört. Eines der beiden Bücher hat mich also verlassen, womit ich die Februar-Aufgabe wohl als abgeschlossen zählen kann. Übrigens hat Julia im Urlaub auch endlich "Madame Bovary" gelesen, welches ich ebenfalls schon des Öfteren bei Frage vier benannt hatte. Von diesem Klassiker war Julia aber ziemlich enttäuscht. Eigentlich schon wieder schade, dass sie das Buch ausgerechnet jetzt gelesen hat. Denn es hätte Blumen auf dem Cover gehabt.
Das leitet mich natürlich zur aktuellen (naja...fast aktuellen) Frage über.

 

Hach, was für eine schöne März-Auswahl! Schon wenn ich diese drei Cover ansehe, bekomme ich furchtbar Lust, sie zu lesen. Ich hoffe, es ergeht Julia genauso! Die Schmuckausgabe von "Stolz und Vorurteil" kann sich wirklich sehen lassen. Und ich weiß, dass Julia immer mal wieder Sehnsucht nach dieser Geschichte hat. Vielleicht wird sie also schon bald gelesen. Bei "Heartless" finde ich, können die Blätter durchaus als "Pflanzen" durchgehen. Julia hat schon seit Jahren nicht mehr auf Englisch gelesen. Es wird also dringend Zeit! Und welches Buch hoffentlich auch bald gelesen wird, hat eine Blume im Titel, nämlich "Snow Rose". Das ist der dritte Teil der Elfen-Reihe von Amy Erin Thyndal. Meine Besitzerin hat die ersten beiden Bücher durchaus mit Freude gelesen, ich denke also, dass sie mit Teil drei nichts verkehrt machen kann. Ich bin immer noch ganz stolz auf meine Auswahl *.*


5. Lieber Karli, in diesem Monat wollen wir die Autorinnen unterstützen. Welche Bücher auf deinem Stapel wurden von Frauen verfasst?

Aber damit ist es ja noch nicht vorbei. Denn ihr wollt ja auch Bücher von Autorinnen sehen! Tatsächlich muss ich sagen, dass die meisten meiner Bücher von Frauen geschrieben wurden. Frauenpower und so! Julia scheint da Wert drauf zu legen. Wer weiß.
Aber hier habe ich mal sehr geringe Ansprüche und nehme wieder das Buch, das Julia bereits gerade liest (ach kommt, irgendwie muss sie die doppelten Aufgaben ja erfüllen; lassen wir ihr diesen Vorsprung):


"A kingdom stolen" wurde von Sabine Schulter geschrieben, eine Autorin mit der Julia eng verbunden ist. Wenn es also darum geht, weibliche Autorinnen zu unterstützen, dann muss Julia das einfach bei ihr machen. Außerdem verbindet Julia eine tiefe Liebe zur Fantasie-Welt Mederia. Ich bin mir also ganz sicher, dass dieses Buch bald gelesen sein wird :)

Und damit bin ich schon wieder am Ende angekommen. Das frustriert mich ja schon immer ein bisschen. Aber immerhin sind wir heute pünktlich, auch wenn ich das selbst kaum fassen kann. Drückt Julia und mir weiterhin die Daumen, dass sich unsere persönliche Lage bald normalisiert. Ich drücke euch alle doll mit meinen ganzen Seiten!

Alles Liebe,
euer Karli


Hätte ich so viele Seiten, würde ich euch natürlich auch drücken. Aber auch ich schicke an euch ganz liebe Grüße und hoffe, dass ihr eine schöne Zeit habt. Was haben eure SuBs so erzählt? 

Habt ihr auch mehr Autorinnen auf dem Stapel oder doch eher die männlichen Vertreter? Und findet ihr, dass es wirklich einen Unterschied macht?

Liebst,
eure Julia

18. April 2022

Rezension [Hörbuch]: "Ein unerwarteter Gast" von Agatha Christie


Titel: Ein unerwarteter Gast
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Hans Eckhardt
Verlag: der Hörverlag
Preis: 7,95€
Dauer:4h 21m


Zur Entspannung gibt es nichts Besseres, als ein Agatha Christie-Hörbuch. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Dabei ist es ganz egal, wer der Ermittler ist. Die Queen of crime hat immer einen ganz eigenen Charme in ihre Bücher gebracht, sodass eigentlich jeder Krimi aus Christies Hand lesens- bzw. hörenswert ist. So langsam wird es aber immer schwieriger, Hörbücher zu finden, die ich noch nicht kenne. Deswegen bin ich auch dem Hörverlag überaus dankbar, der so unglaublich viele Christie-Bücher vertont hat. Mittlerweile bin ich bei den eher unbekannten Fällen angekommen und so stieß ich auch auf „Ein unerwarteter Gast“. Der Klappentext hat mich wirklich beeindruckt, also führte kein Weg an diesem Werk vorbei. Nach dem Hören muss ich aber sagen, dass es sich tatsächlich um eines der schwächeren Hörbücher handelt, sodass „Ein unerwarteter Gast“ zwar durchaus interessant ist, aber Luft nach oben bleibt.

Ein Fremder verunglückt im dichten Nebel mit seinem Wagen und kommt auf der Suche nach Hilfe zu einem Haus, in dem offensichtlich wohl gerade ein Mord geschehen ist. Er überrascht dort eine Frau bei ihrem toten Mann — eine Pistole in der Hand. Ist sie die Mörderin oder spricht nur der Augenschein gegen sie? Versucht sie einen der übrigen Hausbewohner, die alle ein Motiv haben, zu decken? Und welche Rolle spielt der unerwartete Gast bei der Lösung des Falles?

Das Hörbuch geht ca. viereinhalb Stunden und startet durchaus vielversprechend. Die Atmosphäre ist von Anfang an geheimnisvoll und angespannt. Wie der Klappentext schon erwähnt, kommt ein Fremder in ein Haus, in dem offensichtlich gerade ein Mord geschehen ist. Die Frau steht neben ihrem verstorbenen Mann und der „unerwartete Gast“ ruft nicht etwas die Polizei, sondern wird ziemlich schnell Teil der Geschichte. Relativ lange spielt die Geschichte im Salon des Hauses und nur die beiden erwähnten Personen (und die Leiche) sind anwesend. Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass „Ein unerwarteter Gast“ zunächst als Theaterstück konstruiert und später umgearbeitet wurde. Tatsächlich merkt man dies beim Hören. Ich habe mich beispielsweise lange gefragt, ob es sich um ein sogenanntes „Zwei-Mann-Stück“ handelt oder ob noch mehr Personen irgendwann mitspielen. Zunächst hatte ich nämlich den Eindruck, dass dies nicht geschehen würde. Tatsächlich kommen aber nach und nach die weiteren Hausbewohner ‚auf die Bühne‘. Es entwickelt sich eine durchaus spannende Geschichte, die viele Fährten legt und Raum für Spekulation lässt. Ich hatte ziemlich schnell eine Vermutung, wer der Mörder sein müsste. Aber auch mich verwirrten die vielen Fährten, sodass ich mir eine weitere Alternative überlegte. Wie der Fall dann tatsächlich ausgeht, hat mich leider nicht überrascht. Und auch das Ende empfand ich als nicht wirklich befriedigend, aber durchaus nachdenklich. Ich habe zumindest auch lange nach dem Hören immer mal wieder an diese Geschichte gedacht.
Die Figuren sind leider alle relativ farblos, sodass ich mich schon jetzt nicht mehr an ihre Namen erinnere. Im Grunde lässt sich sagen, dass jeder der Beteiligten ein Motiv hatte und das macht die Geschichte definitiv spannend. Auch der Schreibstil ist wirklich gut und der Sprecher Hans Eckardt hat eine angenehme Stimme, die der Geschichte die richtige Atmosphäre einhaucht. Insgesamt ist „Ein unerwarteter Gast“ wirklich kurzweilig und abgesehen vom Anfang passiert wirklich viel. Langeweile kommt zumindest keine auf! Und doch ärgerte mich, dass meine erste Vermutung in Bezug auf des Rätsels Lösung korrekt war.

„Ein unerwarteter Gast“ ist ein netter Zeitvertreib und auch bei mir führte die Geschichte dazu, mich zu entspannen. Allerdings gibt es wirklich bessere Christie-Fälle. Denn trotz vieler gelegter Fährten überrascht das Ende keineswegs. Als Bühnenstück würde mich das Werk sehr interessieren. Als Hörbuch vergebe ich dank Kurzweiligkeit und guten Sprechers dann doch noch vier von fünf Sternen.