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26. Oktober 2018

Rezension: "Rebellin der tausend Sterne" von Rhoda Belleza



Titel: Rebellin der tausend Sterne
Autor: Rhoda Belleza
Verlag: cbj
Preis: 15,00€
Seiten: 416

Auf „Rebellin der tausend Sterne“ hatte ich mich in diesem Herbst besonders gefreut. Der Vorgänger war sehr interessant und hat auch dank seiner Unkonventionalität einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das von Rhoda Belleza entworfene Universum ist komplex und wahnsinnig kompliziert. Auch nach dem Lesen des zweiten Bandes hat man das Gefühl, nur einen Zentimeter der Galaxie kennengelernt zu haben. Und das verwirrt den Leser durchaus. Insgesamt liegt dem finalen Teil eine spannende Idee zu Grunde, doch vor allem zu Beginn weist „Rebellin der tausend Sterne“ sich ziehende Längen auf. Ich habe mit Rhee gefiebert, doch für Kara konnte ich mich nicht erwärmen. Das Buch hat mich allerdings sehr überrascht und am Ende unglaublich mitgenommen, so dass meine Gefühlswelt vollkommen auf den Kopf stand. Nicht jede Seite dieses Buches ist umwerfend und dennoch handelt es sich um eine besondere Reihe! Für Star Wars Fans durchaus die richtige Lektüre!

Rhee, zukünftige Herrscherin von Kalu, steht vor Erzfeind Nero, dem Medienstar, der sie ermorden lassen wollte. Schließt sie einen Deal mit ihm oder entlarvt sie Neros perfide Absichten und entfesselt somit einen Krieg, den sie im Alleingang kaum gewinnen kann? Doch am anderen Ende des Universums plant Aly, Rhees gesuchter vermeintlicher Mörder, Nero zu töten, sobald sich die Gelegenheit bietet. Gleichzeitig versucht Alys Freundin Kara, den Overwriter zu vernichten, mit dem Nero die Erinnerung aller manipulieren und sich das Universum untertan machen will. Von alledem ahnt Rhee nichts – und schon gar nicht, dass Kara ihre totgeglaubte Schwester Josselyn ist, und damit die wahre Thronerbin.

Kennt man Band eins, will man nach dem Lesen des Klappentextes sofort zum Finale dieser Dilogie greifen! Denn ganz ehrlich, der Klappentext ist umwerfend! Und so ähnlich verhält es sich auch mit der Idee der Autorin. Ich bewundere Rhoda Belleza für das Konzept der Reihe wirklich sehr. Sie hat etwas gewagt und eine Star-Wars-ähnliche Galaxie erschaffen, die aber doch ihre ganz eigene ist. Dabei wählt sie eine unkonventionelle Vorgehensweise. Denn schon in Band eins fehlt die Einführung in dieses Universum. Zwar gibt es in beiden Büchern ein Glossar, das einen guten Überblick über Personen und Planeten bietet, doch so richtig findet man sich trotzdem nicht zurecht. Mich hat das in „Herrscherin der tausend Sonnen“ überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil – ich fand es erfrischend anders. Die Geschichte konnte man schließlich trotzdem genießen! Direkt zu Beginn des zweiten Teils tritt dieses Problem aber wieder in den Fokus. Es gibt eine Handvoll Planeten, die wirklich wichtig sind. Diese haben Bündnisse miteinander, oder führen Kriege. Es ist nicht ganz einfach, wieder in dieses Konstrukt zu finden, denn einen richtigen Einstieg ins Buch gibt es nicht. Es wird nahtlos an die Geschichte angeschlossen und dem Leser wird keine Zeit zum Verschnaufen gegeben. So ist ein flüssiger Übergang garantiert, erinnert man sich aber nicht so gut an manche Personen oder Planetenbündnisse, ist man als Leser aufgeschmissen. Das als Vorwarnung. Insgesamt finde ich das Universum der Autorin immer noch absolut umwerfend. Doch – ich kann den Grund nicht benennen – irgendwie fehlt der Zugang zu dieser Welt. Eine richtige Identifikation findet nicht statt. Man ist Zuschauer und Besucher, aber nie Beteiligter.

21. September 2018

Rezension: "Gläsernes Schwert" von Victoria Aveyard


Titel: Gläsernes Schwert
Autor: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Preis: 21,99€
Seiten: 576

„Die rote Königin“ war ein umwerfendes Buch, das zurecht in aller Munde war. Aber wie das so oft bei tollen ersten Teilen ist, ist der zweite nicht sofort zur Hand. „Gläsernes Schwert“ erschien und wurde von mir zunächst ignoriert. Erst eineinhalb Jahre nach Lesen des ersten Teils griff ich zum Folgeband: und wurde herbe enttäuscht. Zum einen bestätigte sich die Gefahr, die sich bei Reihen oft anbahnt: der zu große zeitliche Abstand zur Geschichte. Zum anderen konnten mich aber weder die Charaktere und ihre Entwicklung, noch die Handlung selbst, von sich überzeugen. „Gläsernes Schwert“ hat gute Momente, war für mich aber eine sehr zähe Lektüre.

In letzter Sekunde wurden Mare und Prinz Cal von der Scharlachroten Garde aus der Todesarena gerettet. Die Rebellen hoffen, mit Hilfe der beiden den Kampf gegen die Silber-Herrschaft zu gewinnen. Doch Mare hat eigene Pläne. Gemeinsam mit Cal will sie diejenigen aufspüren, die sind wie sie: Rote mit besonderen Silber-Fähigkeiten. Denn auch der neue König der Silbernen, ihr einstiger Verlobter, hat es auf diese Menschen abgesehen. Aber schnell wird klar, dass er eigentlich nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.

Bevor ich mich an diese Rezension gesetzt habe, klickte ich mich zu derjenigen von „Die rote Königin“ durch. Ich habe das Buch wirklich geliebt und das wird in meiner Rezension auch deutlich. Warum ich dann irgendwann nicht mehr das Bedürfnis hatte, weiterzulesen, weiß ich nicht. Aber nun hatte ich es endlich geschafft, der Klappentext sprach mich wieder an und ich wollte erneut in Mares Welt eintauchen. Das erste Problem? Ich wusste überhaupt nichts mehr. Ja, da war die Sache mit den verschiedenen Farben des Blutes. Und Maven…und Cal. Aber wer war noch Julian? Oder welche Fähigkeit besitzt denn Mares Bruder Shane nochmal? Ich stellte mir die ersten 100 Seiten ziemlich viele Fragen. Und leider hat die Autorin Victoria Aveyard auch nur mäßiges Talent bewiesen, wichtige Informationen wieder in den Anfang des Buches fließen zu lassen. Oft kennt man es ja, dass ein kleiner Umriss der vergangenen Ereignisse am Anfang von mehrteiligen Büchern steht. Das war hier nicht der Fall. Und deswegen fühlte ich mich als Leser ganz schön allein gelassen.
Hinzu kam, dass mir jegliche Identifikation fehlte. Gut, an dem zeitlichen Abstand zur Story bin ich ja selbst schuld. Aber die Figuren hatten nichts mehr von ihrer Stärke aus Band eins. Vor allem Mare hat sich zur unsympathischen, selbstbemitleidenden und selbstgerechten Protagonistin gemausert. Ich konnte sie einfach nicht mehr mögen. Sie handelt naiv und egoistisch. Gegenüber geliebten Menschen verhält sie sich vollkommen irrational. Schon klar, dass der Krieg sie verändert hat und ihr Wandel dadurch wahrscheinlich gar nicht so unauthentisch ist. Aber als tragende Persönlichkeit der Geschichte tut sie dem Buch nicht gut. Zwischendurch sagt und denkt sie zwar ziemlich intelligente Dinge, aber diese Momente waren wirklich zu selten. Cal hingegen mag ich immer noch ganz gern, auch wenn ich ihn nicht durchschauen kann. Über Maven lässt sich durch dieses Buch nicht sehr viel sagen, da er doch eher eine repräsentative Rolle einnimmt. Der Rest von Mares Verbündeten sind noch das beste am Buch: Farley, Shane, Kilorn und weitere Neublüter. Aber das ist wieder etwas, das ich einfach nicht verstanden habe. Was ist denn Ziel des Buches? Bis vor kurzem dachte ich auch, es würde sich um eine Trilogie handeln und ich stöhnte auf, als ich erfuhr, dass der letzte Teil nächsten Monat erscheint. „Gläsernes Schwert“ ist bereits etwas dicker. „Goldener Käfig“ steigert das Ganze noch. Und ich frage mich einfach, wieso? Denn in diesem zweiten Teil passiert zwar einiges, aber das wenigste davon trägt zur Handlung bei - und erst recht nicht zur Spannung. Denn spannend waren nur wenige Szenen im Buch. Vieles hätte man weglassen können. Insgesamt ist der Aufbau nicht ganz gelungen, denn man fragt sich ziemlich lange, wo die Geschichte hin will. Das Setting hat sich vollkommen umgekehrt. Denn „Gläsernes Schwert“ handelt eigentlich nur von Krieg. Große Gefühle sind da natürlich fehl am Platz. Und das ist sehr schade, denn die Autorin hat doch ein solches Fingerspitzengefühl in Band eins bewiesen. Doch das, was Mare mit Cal hat, ist eigentlich keiner Erwähnung wert. Und Maven? Er hat zwei Szenen im Buch, mehr sage ich dazu nicht. 
Wenn ich es so resümiere, fehlte mir an dem Buch doch ziemlich viel: Gefühle, Spannung, Story und eine gute Protagonistin. Die Handlung plätschert langsam vor sich hin und das Ziel bleibt lange unklar. Was allerdings gut ist, ist der Schreibstil. Victoria Aveyard schreibt manchmal sehr philosophisch und intelligent. Was ich aber nicht so mochte, ist, dass jedes Kapitel mit einem schlauen Satz enden möchte. Dennoch ist der Stil gut und flüssig.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich die Reihe weiterlesen möchte. Und das ist sehr schade, denn der erste Teil konnte mich begeistern. Nun folgte aber mit „Gläsernes Schwert“ ein unnötig in die Länge gezogener Folgeband, in dem nicht viel passiert und wenn doch, sich die Lage ins Unsympathische kehrt. Ich kam mit Mare nicht zurecht und alle anderen spielen doch eine sehr untergeordnete Rolle. Von Beziehungen und Gefühlen kann man hier kaum sprechen und auch Spannung habe ich oft vermisst. Dennoch hat das Buch auch seine guten Seiten und Szenen. Die waren mir aber deutlich zu wenig und deshalb komme ich auf eine Wertung von 2,5 Spitzenschuhen. Nächsten Monat erscheint Band vier der Reihe. Mal abwarten, ob ich jemals aber zum dritten greifen werde...



4. Oktober 2017

Rezension: "Das Juwel - Der schwarze Schlüssel" von Amy Ewing


Titel: Das Juwel - Der schwarze Schlüssel
Autor: Amy Ewing
Verlag: Fischer
Preis: 18,99€
Seiten: 400

Für mich war die Reihe „Das Juwel“ vor Jahren eine nette Überraschung. Anfangs dachte ich, die Bücher würden lediglich von ihren Covern leben und mich konnte auch der erste Teil nicht vollkommen überzeugen – aber er wartete mit einer tollen Idee auf und deswegen las ich weiter. Der zweite Teil formierte die Idee etwas genauer und so griff ich gespannt zum Finale „Der schwarze Schlüssel“. Für mich ist der Abschluss tatsächlich das beste Buch der Reihe, wobei mir alle ganz gut gefielen. Man fließt toll durch die Geschichte und den Stil und wartet auf das packende Ende. Das Ende gefiel mir wirklich sehr gut. Es gibt Triumphe, Wendungen, Verluste und Tränen. Insgesamt ist dieser dritte Teil ein toller Reihenabschluss, einer intelligenten und durchdachten Reihe!

Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. Doch Violet ist hin- und hergerissen. Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren.

Am Anfang fiel es mir gar nicht leicht, wieder ins Geschehen zu finden. So viele Namen, so viele Gaben…ich hatte ein bisschen den Durchblick verloren. Die Handlung beginnt unmittelbar und plätschert keinesfalls nur so vor sich hin. Nach einer Weile werden dem Leser aber genügend Informationen gegeben, damit er sich wieder an alles Wichtige erinnert. Violet war für mich nie die perfekte Protagonistin und anfangs nahm ich ihr die Liebe zu Ash überhaupt nicht ab. Aber diese wurde auf jeden Fall authentischer und steht in diesem Buch auch keinesfalls im Vordergrund. Warum ich sie nicht wirklich mochte, weiß ich gar nicht. Im Grunde ist Violet sympathisch und stark. Vielleicht ein bisschen zu stark und zu mächtig. Aber natürlich muss genau so ein Charakter in diese Geschichte, damit sie so richtig in Fahrt kommen kann. Eigentlich finde ich, dass Violet authentisch handelt und relativ rational denkt. Nur an zwei, drei Stellen schüttelte ich über sie den Kopf. Aber sie schafft es, den Leser in ihre Geschichte zu ziehen und bleibt die starke Heldin von genau dieser. Auch Ash wurde in diesem Buch endlich mal mit Charakter gefüllt und ich hatte keine Abneigung mehr gegen ihn. Die anderen altbekannten Nebenfiguren treten ebenfalls wieder auf. Mein persönlicher Liebling ist Garnet, aber auch Lucien ist eine tolle Person, die mich in diesem Buch zu Tränen rührte… Die Paladinnen sind ebenfalls toll, auch wenn ich diese immer wieder durcheinander brachte. Um ihre Charaktere wirklich zu durchschauen, hätte man den zweiten Teil unmittelbar vor Band drei lesen sollen. Bei mir lag einige Zeit dazwischen, so dass ich die Mädchen und ihre Fähigkeiten nicht mehr so vor Augen hatte. Für genügend Bösewichte ist natürlich auch gesorgt, das ist ein Punkt, den Amy Ewing wirklich toll ausgearbeitet hat und voller Überzeugung vermittelt. Der gesamte Gedanke der Revolution ist authentisch und gut umgesetzt. In diesem Zusammenhang hat es mir auch richtig gut gefallen, dass sich für das Finale so viel Zeit genommen wird. Die Auktion zieht sich sicher über gute 80 Seiten, aber diese sind auch richtig spannend.
Der Spannungsbogen ist sowieso absolut gelungen. Es gibt keine wirklich langweiligen Stellen im Buch. Andauernd passiert etwas. Das kann actionreich, aber auch emotional verstanden werden. Man muss allerdings damit zurechtkommen, dass eine Revolution immer nach Opfern verlangt. Und davon gibt es in „Der schwarze Schlüssel“ einige. Es sterben nicht nur irgendwelche Nebencharaktere, sondern auch wahre Helden und Heldinnen. Dieser Aspekt ist sehr traurig, nimmt den Leser aber auch emotional mit. Und was wäre es für eine revolutionäre Geschichte, wenn am Ende niemand zu betrauern wäre, der für die Sache sein Leben gelassen hätte?
Es steckt viel Wahres in dieser Trilogie und deswegen gefällt sie mir sehr gut. Vielleicht beginnt der ein oder andere Mensch ja über Gesellschaftsstrukturen nachzudenken, indem er diese Dystopie liest. Es würde sich lohnen.
Der Schreibstil von Amy Ewing ist klasse. Und auch der Aufbau des Buches ist toll. Man kann sich verlieren und merkt gar nicht, wie viele Seiten man schon gelesen hat. „Der schwarze Schlüssel“ trumpft mit Ernsthaftigkeit und Emotionen auf und das gefiel mir sehr gut. Lediglich in ihrer Charakterzeichnung kann Ewing meiner Meinung nach noch Fortschritte machen. Das Finale der Trilogie und das Finale des Finals ist aber wirklich toll und ein reiner Lesegenuss, denn alles fügt sich zusammen und es leuchtet eine gewisse Logik auf.



Ich habe „Der schwarze Schlüssel“ beinahe verschlungen. Die Handlung ist toll und dieses Buch ist wirklich spannend. Amy Ewing zeichnet eine dystopische Revolution nach, die für mich sehr authentisch war. Emotionen, aber auch gefährliche Abenteuer überwiegen in diesem Buch. Der Schreibstil von Ewing ist angenehm und flüssig. Ihre Nebenfiguren sind ebenfalls toll und rühren den Leser zu Tränen. Lediglich in ihrer Protagonistin finde ich Punkte, die mir bis zum Ende nicht gefielen. Dennoch empfehle ich diese Reihe mit einer interessanten Handlungsidee und einer durchdachten Umsetzung bis zum Ende. Das Finale bekommt 4 Spitzenschuhe von mir und die ein oder andere Wendung werde ich sicher niemals vergessen...



12. Januar 2017

Rezension: "Das Juwel - Die Weiße Rose" von Amy Ewing


Titel: Das Juwel - die Weiße Rose
Autor: Amy Ewing
Verlag: Fischer
Preis: 16,99€
Seiten: 400

Als ich das Buch „Das Juwel – die Gabe“ entdeckte, dachte ich, es mit einer „Selection-ähnlichen“ Geschichte zu tun zu haben. Doch dem war nicht so. Die Autorin Amy Ewing verfolgt ein ganz anderes Thema, das mich wirklich mitreißen konnte. Die Gesellschaft, in der die Protagonistin Violet lebt, ist so abstoßend und erschreckend real, dass die Geschichte rund um „Das Juwel“ absolut gelingt. Der zweite Teil „Die weiße Rose“ stand zwar nicht ganz oben auf meiner Wunschliste und dennoch erlöste ich ihn schnell von meinem SuB – zu Recht. Denn es geht viel besser weiter, als ich erwartet hatte. Mir gefiel die platte Liebesgeschichte aus Teil eins nicht und auch wenn sie mich noch immer nicht voll und ganz überzeugt, finde ich dieses Buch einfach nur gut. Die Geschichte entwickelt sich, es wird spannend und klarer. Wieder einmal ein Beispiel einer Reihe, in der der zweite Teil besser ist als ein Vorgänger. Sehr gut!


Klappentext


Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben?

Meinung


Ich habe mir den Klappentext gar nicht genau durchgelesen, da er in diesem Fall sehr viel von der Handlung verrät. Da man das erste Buch kennt, ist dies auch nicht nötig. Wichtig sind die Eckdaten, dass Violet auf der Flucht ist und beginnt gegen das Juwel zu kämpfen. Der altbewährte Machtkampf: Das Gute gegen das Böse. Das Volk gegen den Adel. Ich fiebere dieser Revolution wirklich entgegen. Denn diese ist es, die durch „Die weiße Rose“ vorbreitet wird. Eigentlich haben wir es hier mit dem klassischen Mittelteil zu tun, der oftmals die Schwäche einer Reihe ist. Nicht so bei „Das Juwel“. Für mich hatte der Vorgänger die große Schwäche der platten Liebesgeschichte. Mir ging das Ganze zu schnell, mir fehlte die Authentizität. Aber sie ist für den zweiten Teil nicht mehr der wichtigste Faktor. Ash und Violet lieben sich, keine Frage. Und von ihrer Liebe ist auch in diesem Buch viel zu spüren, sie ist wichtig und konstant. Aber eigentlich geht es um die Flucht, um die Rebellion und die Auflehnung gegen den Adel zu kämpfen. Wir haben die ungerechte Welt des Juwels kennengelernt, in denen die Menschen ungleich behandelt werden. Die Leben, die nicht zum Adel gehören, sind in ihren Augen sowieso nichts wert. Menschen werden nicht als Menschen gesehen. Sondern als Surrogates oder Gefährten, oder einfach nur als Abschaum. Diese Weltordnung ist nicht neu und gerade das macht das Buch spannend und interessant. Denn so unrealistisch ist die Gesellschaft des Juwels gar nicht. Für mich war also das große Thema das Beste an diesem Buch. Der Autorin ist es gut gelungen diese wichtige Handlung aufzubauen und richtig einzuordnen. Man glaubt, dass Violet beginnt, an diese Sache zu glauben. Und nicht nur sie.
Es gibt viele tolle Charaktere im Buch. Violet war noch nie mein Liebling, aber ihr Charakter ist stark. Auch Ash schafft es nicht zu meinen Favoriten, aber wer weiß, was ich gegen die beiden habe. Gut gefallen haben mir vor allem Lucien und Garnet. Die beiden Männer gehören zum Motor der Revolution und hinterließen Eindruck. Raven ist die liebenswerte Figur im Buch. Ihre Gabe fand ich besonders interessant und ich hoffe, dass dieses Mädchen überleben wird. Auch Sil, die anfangs merkwürdig rüberkommt, kann helfen. Sie ist noch viel stärker als Violet, allerdings nicht so empathiefähig.  Die neue Macht von Violets Gabe fügt sich gut in die Geschichte und lässt alles in einem logischen Licht erscheinen. Nichts ist mehr gekünstelt oder vorhersehbar und das gefiel mir sehr gut. 
Man fliegt geradezu durch das Buch. Der Stil ist sehr leicht und fließend. Zwar hatte ich nicht immer das dringende Bedürfnis weiterzulesen, aber die Ereignisse entwickeln sich schnell, so dass es nie langweilig wird. Es gibt somit keine Leerstellen im Buch, das Tempo ist wirklich gut gewählt. Allerdings wird das Buch dadurch auch sehr kurzweilig. Am Ende haben wir es mit einem kleinen Cliffhänger zu tun. Ich bin wirklich gespannt, wie diese Geschichte zu Ende gehen wird.

Fazit




Was vielversprechend begann, wurde wirklich gut. Nachdem der erste Teil „Das Juwel – Die Gabe“ noch Schwächen hatte, merzt „Die weiße Rose“ diese aus. Das Buch ist wirklich spannend und hat ein sehr interessantes Thema. Die Entwicklung  von sowohl der Geschichte als auch den Figuren ist gelungen und macht Lust auf mehr! Der zweite Teil dieser Reihe ist besser als sein Vorgänger. Ich hoffe sehr, dass das Finale noch einmal anknüpfen kann und alles toppt. Ich vergebe 4,5 Spitzenschuhe. 



30. August 2016

Rezension: "Requiem" von Lauren Oliver


Titel: Requiem
Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Preis: 8,99€
Seiten: 400

Als ich das Buch „Delirium“ begann, war ich mir sicher, dass Lauren Oliver die Schöpferin einer neuen und fantastischen Buchreihe ist. Der erste Teil der Amor-Reihe war innovativ und interessant, liebevoll und spannend. „Pandemonium“ veränderte die Szenerie und verlagerte die Handlung. Allerdings blieb es spannend. Man konnte auf einen furiosen Abschluss hoffen. Doch „Requiem“ kann diesen Abschluss leider nicht bieten. Was mit einer schönen, aber verbotenen Liebe begann, endet in einer Revolution. Soweit ok. Aber eine Revolution ohne Auflösung. Eine nervige Protagonistin, zwei Kerle, von denen keiner genau weiß, was er will und eine Gesellschaft, die gespalten ist. Für mich war „Requiem“ eine Enttäuschung.

Klappentext


Lena und Julian konnten entkommen. Sie sind wieder in der Wildnis bei den Rebellen. Alles könnte gut sein, aber etwas hat sich verändert zwischen den beiden. Denn da ist noch Alex, der wieder aufgetaucht ist. Lena spürt, dass sie eigentlich zu ihm gehört, doch er ist seltsam abweisend. Hana dagegen, Lenas Freundin von früher, führt ein geordnetes Leben ohne Liebe mit dem für sie ausgewählten Partner. Und während sich der Kampf um Freiheit und Liebe weiter zuspitzt, muss Lena sich ihrer Vergangenheit stellen

Meinung


Schon bei „Pandemonium“ hatte ich so meine Probleme. Aber ich mochte Julian und auch die kämpferische Entwicklung der Geschichte. Am Ende von Teil zwei taucht Alex wieder auf, doch er verhält sich einfach nicht mehr wie Alex. Mir hat dieser Kerl in Band zwei ganz furchtbar gefehlt und es war klar, dass es auf einen Showdown zwischen Alex und Julian hinausläuft. Oder? Die Antwort ist Nein. Denn Alex räumt schnell das Feld. Aber Lena kann es nicht akzeptieren, dass sie trotzdem einen tollen Kerl hat. Und damit wäre ich bei einem entscheidenden Punkt: Lena hat mir als Protagonistin überhaupt nicht mehr gefallen. Sie ist gemein und launisch. Sie tut stark, ist aber eigentlich nur egoistisch, außer es geht um Grace. Sie hat mich genervt. Natürlich ist die Situation, mit der sie fertig werden muss furchtbar, aber ihre Art damit umzugehen, missfiel mir. Außerdem hatte ich das Gefühl, als wenn im gesamten Buch nicht sonderlich viel passiert. Die Rebellen bereiten einen Angriff vor, ziehen ihn durch und dann ist das Buch auch vorbei. Klar, es gibt noch so Kleinigkeiten, aber im Grunde war es das. Traurig.
Das Einzige, was ich interessant und gut fand, waren die Kapitel aus Hanas Sicht. Auch hier muss ich kritisieren, dass Hana in den Bänden zuvor nicht annähernd so eine große Rolle gespielt hat und plötzlich fast die Hälfte des Buches erzählt, aber das ist ok. Es ist ein nützliches Mittel von der Autorin, um dem Leser zu zeigen, was innerhalb der Mauern abgeht. Und Hana hat eine interessante Stellung in der Gesellschaft. Ihre Denkweise hat mir gefallen. Schade finde ich allerdings, dass man am Ende nicht weiß was mit ihr passiert. Nein, ich korrigiere mich. Man weiß eigentlich von niemandem, was am Ende passiert. Denn das Ende, das Lauren Oliver gewählt hat, hinterlässt nichts als offene Fragen. Ich fand dieses Ende ehrlich gesagt ziemlich feige. Immer habe ich darauf gewartet, für wen Lena sich am Ende entscheiden würde und geraten. Aber hey…Raten macht ja auch Spaß. 
Der Stil von Oliver ist gut. Das Thema ist eigentlich auch echt toll und der Titel „Requiem“ also „Messe für die Verstorbenen“ ist total passend und irgendwie poetisch. Aber ich finde, dass dieser Band völlig unnötig war. Die Beziehungen unter den Figuren entwickeln sich kaum. Die neuen Figuren sind nicht sonderlich wichtig. Und jeder, der das Buch liest, um endlich Antworten auf offene Fragen zu bekommen, wird enttäuscht sein. Ich war es zumindest.

Fazit




Voller Freude begann ich „Requiem“ und voller Enttäuschung legte ich es aus der Hand. Es geht nicht mehr um Alex und Lena, was okay ist, weil ein wichtigeres Thema in den Fokus gerückt ist. Aber selbst dieser Fokus ist nicht zielführend umgesetzt und hinterlässt am Ende mehr offene Fragen als alles andere. Mein einziger Lichtblick waren die Kapitel aus Hanas Sicht. Ich habe mich durch das Buch gequält und vergebe deshalb lediglich zwei Spitzenschuhe.



31. Dezember 2015

Rezension: "Die Bestimmung - Letzte Entscheidung" von Veronica Roth


Titel: Die Bestimmung - Letzte Entscheidung
Autor: Veronica Roth
Verlag: cbt
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Seiten: 512

Meinung


Man will nicht bei jedem Buch im Hinterkopf behalten, eine Rezension im Anschluss verfassen zu müssen. Und deshalb hatte ich mir vorgenommen für den Abschlussband von Veronica Roths Trilogie „Die Bestimmung – letzte Entscheidung“ auch keine zu verfassen. Nun sind meine Gefühle nach dem Lesen dieses Buches allerdings sehr gemischter Art und irgendwie so überwältigend, dass ich um eine kleine Äußerung  nicht drum rum komme. Ich möchte nichts über die Handlung verraten. Jeder, der sich bereits für dieses Buch interessiert hat, weiß, dass etwas Schockierendes passieren wird. Nicht umsonst haben sich viele Fans beschwert. Ich nehme auch an, dass es in Zukunft eine Menge Fanfictions geben wird, man darf gespannt sein.
Der Grund, warum ich mich nun zum Buch äußere, ist eigentlich einfach. Ich finde es ziemlich gut! Es ist von Beginn an sehr spannend und man hat mehr Einblick in die Charaktere als zuvor. Im dritten Band sind Kapitel auch aus Tobias Sicht geschrieben. Die Idee gefiel mir gut, wenn auch die Sicht von Tris und Tobias nicht immer eindeutig zu trennen war. Hier hätte die Autorin ihren Stil verändern müssen. Es gibt neue Charaktere, ganz in der Art von „Die Bestimmung“ und auch auf die bekannten Gesichter kann man sich freuen. Dennoch…die Handlung war spannend (, wenn auch nicht unbedingt passend zu den Vorgängern). Und was am wichtigsten ist: Ich habe dieses Buch wirklich gern gelesen! Es ist sehr schwer meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ohne etwas vom Ende zu verraten. Ich versuche es so: „Die Bestimmung“ lief schon immer auf eine Revolution hinaus und in einer Revolution gibt es Opfer. Veronica Roth stellt eine brutale und doch so reale Geschichte dar und bleibt der Geschichte durch das Ende eigentlich nur treu. 

Fazit


Ich habe viele Seiten durch geweint…so richtig geweint…nicht nur ein Tränchen oder so. Nein, mich hat der Abschluss der Trilogie sehr bewegt und vor allem berührt! Was sagt das nun über dieses Buch und die gesamte Reihe aus? Ja, das Buch ist traurig und das Ende überschattet die sonst so hoffnungsvolle Geschichte. Aber dennoch fand ich das Buch sehr gut und ich werte meine Gefühle als Ausdruck der Betroffenheit. Nur eine Trilogie, die man geliebt hat, kann einen so zurücklassen.

Der letzte Teil ist ein passender Abschluss der Reihe. Traurig, aber wahr! Volle Punktzahl.




ACHTUNG SPOILER (einfach markieren, wenn ihr es lesen möchtet):
Das einzig wirklich schlimme an der Geschichte ist, dass Tris und Tobias nie eine Chance hatten. Diese Liebe, um die sie solange kämpfen mussten, wird zerstört. Und das ist wirklich schlimm. Nicht unbedingt das, was man in einem Jugendbuch lesen will. Aber wie ich schon sagte: Revolution….