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1. August 2023

Rezension [Hörbuch]: "Arielle die Meerjungfrau"


Titel: Arielle die Meerjungfrau
Sprecherin: Rieke Werner
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Dauer: 3h 33m
 

Schon als kleines Mädchen habe ich Arielle geliebt. Ich weiß nicht, wie oft ich den Disneyfilm, die dazugehörige Serie oder sogar den zweiten Teil mit ihrer Tochter Melody gesehen habe. Die rothaarige Prinzessin steht sogar heute noch als Funko bei mir im Bücherregal. Die Liebe zu dieser Figur besteht also schon lange. Daher war es absolut klar, dass ich auch die neue Realverfilmung von Disney sehen muss. Als ich aber sah, dass es ein dazugehöriges Hörbuch gibt, wusste ich, dass ich dieses unbedingt zuerst hören muss. Denn das Medium des Hörbuchs hat definitiv auch Vorteile gegenüber dem Film. Aber konnte „Arielle die Meerjungfrau“ diese auch ausspielen? Oh ja! Mit diesem Hörbuch bekommt man nämlich die wundervoll magische Welt der kleinen Meerjungfrau und gleichzeitig alle Emotionen und versteckten Gedanken, die vielleicht im Film nicht ganz klar sind. Absolute Hörempfehlung!

Die Meerjungfrau Arielle lebt mit ihrer Familie in einem Meeresreich, das von ihrem Vater, König Triton, regiert wird. Sie singt gerne und sehnt sich heimlich nach dem Leben auf der Wasseroberfläche. Immer wieder bricht das junge Mädchen mit der schönen Stimme die Regeln und nähert sich der Welt der Menschen. Arielle ist fasziniert von den Menschen, ihren Sitten und Gebräuchen, und dem Menschenprinzen Eric. Und auch Eric bekommt die schöne Stimme des Mädchens nicht aus dem Kopf, die er aus dem Meer hörte. Arielle geht einen Pakt mit einer bösen Meerhexe ein, um das Leben an Land kennenzulernen, der sie aber letztlich in Lebensgefahr bringt.

Die Geschichte von Arielle ist ja bekannt. Trotzdem war ich gespannt, ob es Änderungen gegeben hat. Das Original ist schließlich das Märchen von Hans Christian Andersen und das ist bekanntlich in vielen Aspekten ganz anders als das, was Disney später aus der kleinen Meerjungfrau machte. Aber Fans können hier aufatmen: Bis auf kleine Änderungen ist die Geschichte dieselbe wie im Zeichentrickfilm. Diese Änderungen betreffen ein paar Charaktere, wie zum Beispiel Erics Mutter oder dass der Koch Louis keine Rolle spielt. Auch die Handlung ist in kleinen Teilen anders, vielleicht etwas „realistischer“. Skuttle zum Beispiel ist eine weibliche Möwe (, was ich wirklich gut finde, denn es gibt einfach zu viele männliche Charaktere in Disneyfilmen!) und Fabius spielt natürlich keine so große Rolle. Das Handlungsgerüst ist und bleibt aber das gleiche: Arielle verliebt sich in einen Menschen und möchte selbst ein Mensch sein. Die böse Meerhexe Ursula hilft ihr bei diesem Vorhaben und hat ihre ganz eigenen Hintergedanken. Zur Geschichte selbst brauche ich also nichts weiter sagen. Mir gefielen diese winzigen Änderungen wirklich sehr und irgendwie waren sie auch nötig, damit der Film eigenständig ist. Die Geschichte ist total unterhaltsam und sehr humorvoll. Ich konnte mir beim Hören gut vorstellen, wie die Szenen im Film wohl aussehen. Sebastian ist auch in dieser Version ein sehr lustiger Charakter, der mir sehr gut gefiel. Auch der sensible Eric ist wirklich interessant. Und mir gefiel auch diese neue Version von Arielle selbst. Sie ist natürlich naiv – das muss sie für die Geschichte auch sein – aber sie ist selbständiger als früher. Insgesamt ist die Handlung sehr kurzweilig und entführt in die wundervolle (Unterwasser-)Welt. Ich habe mich allerdings gefragt, ob es im Film Lieder gibt. Diese sind im Hörbuch nämlich nicht, obwohl angedeutet wird, dass es sie geben könnte. Das tut dem Unterhaltungsfaktor aber keinen Abbruch.
Das allerbeste an diesem Hörbuch aber ist die Sprecherin. Ich habe gelesen, dass Rieke Werner auch die Synchronstimme von Arielle ist. Das finde ich wirklich wundervoll, denn ich kann mir keine bessere Stimme für die Meerprinzessin vorstellen. Werner liest die Geschichte hervorragend und sorgt dafür, dass man sich als Hörer sofort fallen lässt. Sie interpretiert die Geschichte einfach toll und hat eine sehr schöne Stimme. Auch dank ihr hatte ich das Gefühl, die Charaktere richtig gut zu kennen. Denn dies ist der große Vorteil des Hörbuchs: Der Hörer bekommt einen Einblick in das Innenleben der Figuren. Denn  - wie in einem Buch auch – die Autorin beschreibt natürlich die Gefühle der Hauptpersonen. Man weiß genau und kann nachempfinden, wann Arielle nervös ist oder an sich zweifelt. Man weiß, dass Eric unzufrieden ist und fühlt mit ihm. All das kann sicher auch durch schauspielerische Leistungen zu erkennen sein, aber im Hörbuch werden die Emotionen ganz deutlich. Und das war wirklich schön.
Ein paar Sätze möchte ich noch zur bekannten Debatte fallen lassen. Ich will den Film auf jeden Fall sehen! Und das auch, obwohl ich mit der rothaarigen, weißen Arielle aufgewachsen bin. Ich bin mir nämlich sicher, dass auch eine farbige Arielle ganz zauberhaft sein wird. Ich finde es toll, dass Disney hier eine Offenheit an den Tag legt, die längst überfällig ist.

Das Hörbuch „Arielle die Meerjungfrau“ hält genau, was es verspricht. Es ist kurzweilig, sehr unterhaltsam und wirklich humorvoll. Man verliert sich sehr schnell in dieser Welt, die allen Disneyfans bekannt und trotzdem hier wieder ganz neu ist. Ich kann die Geschichte nur empfehlen und vergebe volle fünf Sterne für diese schöne und emotionale Interpretation mit einer überragenden Sprecherin.


28. März 2023

Rezension [Hörbuch]: Disney Twisted Tales - Collection


Titel: Disney - Twisted Tales (Collection)
Autor: Jen Calonita, Liz Braswell, Elizabeth Lim
Sprecher: Heidi Honert u.a.
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 19,99€
Dauer: 48h 47min

 

Ich bin ein großer Disney-Fan. Meine Sammlung an Filmen, aber vor allem auch Fanartikeln ist riesig. Hinzu kommt meine große Hörbuch-Liebe, sodass ich um die Hörbuchsammlung „Disney – Twisted Tales“ keinen Bogen machen konnte. Sie besteht aus fünf Geschichten von insgesamt drei Autorinnen, die sich alle zur Aufgabe gemacht haben, ursprüngliche Disney-Geschichten umzuschreiben. Es geht düsterer und brutaler einher, doch irgendwie bleibt immer der Kern der Klassiker erhalten. Zugrunde gelegt ist immer die Frage "Was wäre wenn...?" Diese Phrase bietet nicht nur innovative Ideen, sondern auch eine Menge Spannung.
Ich habe natürlich eine Weile gebraucht, um alle fünf Geschichten zu hören. Und dann fragte ich mich auch noch, wie ich eine Sammelrezension schreiben soll, wenn es doch eigentlich fünf Werke zu bewerten gibt. Verzeiht mir deshalb, dass ich im Folgenden zu jedem einzelnen Hörbuch eine Mini-Rezension schreibe. Insgesamt kann ich aber eines sagen: Diese düstere Sammlung der etwas anderen Klassiker lohnt sich definitiv!

Was wäre, wenn … ? Die neue Reihe »Disney – Twisted Tales« gibt bekannten Klassikern eine völlig neue Wendung! Fünf Titel aus der »Twisted Tales«-Reihe als mp3-CDs im Schmuckschuber mit Goldfolie und Spot-Lack, perfekt zum Verschenken und zum Sammeln.

Enthält:

»Spieglein, Spieglein« Was wäre, wenn die böse Königin den Prinzen vergiftet hätte?

»Die Schöne und ihr Geheimnis« Was wäre, wenn Belles Mutter das Biest verflucht hätte?

»Elsas Suche« Was wäre, wenn Elsa und Anna sich nie kennengelernt hätten?

»Dunkle Schatten« Was wäre, wenn Mulan in die Unterwelt hätte reisen müssen?

»Wie ein unendlicher Traum« Was wäre, wenn Dornröschen niemals mehr erwacht wäre?



Das erste Buch der Sammlung ist „Elsas Suche“ von Jen Calonita. Auf dieses Buch habe ich mich tatsächlich am wenigsten gefreut. Woran genau das liegt, kann ich gar nicht sagen. Als Einstieg in die Twisted Tales war es aber doch sehr schön. Die Handlung ist definitiv die „freundlichste“ unter diesen fünf Büchern. Annas und Elsas umgedichtete Geschichte ist nicht so düster wie die anderen Hörbücher. Es geht vor allem um zwei Protagonistinnen und diese Geschwisterliebe steht eben auch im Fokus. Die Geschichte gefiel mir insgesamt ganz gut. Sie hat viele Elemente, die sich an den Film halten und erzählt eben eine Alternative, landet aber am Ende doch beim gleichen Ergebnis. Kristoff und Sven finde ich in dieser Version ebenfalls sehr schön. Kritisieren muss ich allerdings die Sprecherin Heidi Honert. Grundsätzlich liest sie gut und flüssig, gibt sich aber meiner Meinung nach zu viel Mühe, die einzelnen Figuren unterschiedlich zu lesen. Das schadet vor allem Olaf, dessen Stimme unglaublich quietschig und dadurch nervig wird. Ich konnte wirklich kaum hinhören, wenn Olaf sprach. Ich verstehe zwar die Absicht dahinter, für mich persönlich war es aber zu viel des Guten.

Die zweite Geschichte, der ich mich widmete, war „Spieglein, Spieglein“, die ebenfalls von Jen Calonita verfasst wurde. Man merkt schon, dass beide Bücher von der gleichen Autorin sind, denn sie hat natürlich die gleiche Herangehensweise, die Klassiker umzuschreiben. Auch hier ist die Handlung wirklich sehr alternativ. Sie beginnt ganz anders und endet aber dann genauso, wie man es kennt. Jedenfalls so ziemlich. Im Vergleich zu „Elsas Fluch“ ist die Geschichte von Schneewittchen aber deutlich düsterer. Es wird aber ebenfalls über zwei Figuren berichtet, deren Perspektive der Hörer auch einnimmt. Einmal ist das die Prinzessin Schneewittchen, die allerdings nur „Schnee“ genannt wird (fand ich nicht gut, muss ich sagen) und dann ihre Tante, die böse Königin. Es war wirklich interessant, mehr über die böse Königin zu erfahren, die im Original ja nicht einmal einen Namen hat. Hier heißt sie Ingrid und ist die Schwester der eigentlichen Königin. Der Handlungsstrang hat mir durchaus gefallen und dieses Hörbuch ist auch kurzweilig. Ich fand Schnee als Protagonistin aber etwas schwach. Die Sprecherin Anja Gräfenstein macht ihre Sache recht gut. Auch sie versucht die Charaktere verschieden zu lesen. Das gelingt ihr aber besser als Heidi Honert. Hier werden vor allem die Zwerge stimmvariabel. Für mich war dieses Buch das kurzweiligste, was definitiv für den flüssigen Handlungslauf spricht. Thematisch konnte es mich aber nicht ganz catchen und vor allem die fehlende Sympathie sorgte dafür, dass ich dieses Hörbuch als das schwächste der Reihe einschätze.

Mit „Wie ein unendlicher Traum“ ging es dann erstmals an eine Geschichte einer anderen Autorin, nämlich Liz Braswell. Und jetzt wurde es richtig düster. Die Geschichte von Dornröschen ist anders aufgebaut, als die Geschichten von Jen Calonita. Hier setzt die Geschichte quasi an einem Punkt des Originals ein und schreibt sie dann um. Bis dahin ist aber alles passiert, wie auch im Film. Dornröschen wacht allerdings nicht auf, sondern befindet sich in einer Traumwelt, aus der sie ausbrechen muss. Es war anfangs nicht ganz leicht, die Handlung zu verstehen. Wer jetzt Gut und Böse ist, war ebenfalls unklar. Irgendwann macht die Handlung aber doch eine Wendung Richtung roter Faden und „Rose“ begibt sich auf die Suche nach dem Ausweg aus ihrem unendlichen Traum. An ihrer Seite steht dabei der Prinz Philip. Beide werden von Maleficents Schergen verfolgt und immer wieder aufzuhalten versucht. Interessant hierbei ist der Charakter der Prinzessin. Denn Rose schwankt immer wieder in ihrer Sichtweise und kritisiert eine ganze Menge, vor allem ihre eigene Geschichte, bzw. den Disney-Film. Anfangs ist man etwas überrascht ob der harten Worte. Und trotzdem gefiel mir das ganz gut, denn irgendwo hat sie ja Recht. Welche Eltern geben ihr Kind für 16 Jahre in die Obhut von Feen, lernen sie dann erst an ihrem Geburtstag kennen und am nächsten Tag soll die Tochter einen Wildfremden heiraten? Schon ein bisschen skurril. Und was bringen ihr eigentlich Gaben wie Schönheit oder eine Singstimme? Tja. Schon etwas oberflächlich das Original, was meint ihr?! Ich fand diesen Ansatz überaus interessant und auch durchaus berechtigt. Es nimmt der Geschichte aber natürlich ihren Märchencharakter und das Romantische. Des Weiteren ist die Geschichte doch ziemlich, ziemlich lang. Sie erscheint manchmal wirklich „unendlich“, weil es immer wieder Hindernisse auf Roses Reise gibt. Nicht jedes kleine Abenteuer ist dabei spannend. Die Sprecherin Sandrine Mittelstädt passt allerdings gut zur Geschichte und transportiert die schaurige Atmosphäre. Für seichte Gemüter ist diese Handlung übrigens nichts. Hier geht es wirklich blutig her!

Das schönste der fünf Hörbücher war für mich „Dunkle Schatten“ von Elisabeth Lim. Die Autorin hat einen ganz anderen Ansatz für die Geschichte von Mulan gewählt, als die anderen beiden. Und zwar steigt sie zu einem Zeitpunkt in den Film ein und füllt einfach eine mögliche Lücke. Mulan ist bereits in der Armee des Kaisers und gerade tobt die finale Schlacht am schneebedeckten Pass. Alle wissen, dass Mulan die Armee der Hunnen aufhält, indem sie mit einer Kanone eine Lawine auslöst. Shang wird dabei aber verletzt. Wie durch ein Wunder überlebt er – auch im Film. Doch in diesem Buch ist das nicht so selbstverständlich. Eigentlich soll Shang nämlich an dieser Stelle sterben. Doch Mulan begibt sich mit seinem Beschützer in die Unterwelt, um ihn aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Wie schon bei „Wie ein unendlicher Traum“ handelt es sich hier um eine Art Abenteuer-Roadtrip. Denn Mulan, Shang und sein Beschützer Shishi müssen einen Weg aus der Unterwelt finden und dabei viele Gefahren meistern. Aber diese Reise ist wirklich spannend und abwechslungsreich. Außerdem sind die Charaktere sehr authentisch und liebenswert. Mulan bleibt ihrem Charakter treu und die Geschichte bietet viel Abwechslung. Dieses Hörbuch kann ich wirklich ohne Einschränkung empfehlen. Auch die Sprecherin Anja Stadtlober glänzt und ist für mich genau die richtige Wahl.

Das letzte der fünf Hörbücher befasst sich mit der Geschichte „Die Schöne und das Biest“ und heißt nun „Die Schöne und ihr Geheimnis“. Verfasst hat sie wieder Liz Braswell, die Ähnlichkeit zu „Wie ein unendlicher Traum“ ist aber nicht wirklich vorhanden. Hier hat die Autorin eine ganz neue Herangehensweise gewählt. Das Setting ist das gleiche, wie im Disney-Klassiker. Belle lebt mit ihrem Vater in einem Dorf und das Biest wurde in seinem Schloss verflucht. Da enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Entstanden ist hier eine Geschichte rund um Magiebegabte und deren Verfolgung. Denn es war Belles Mutter, die den Prinz verwandelt hat. Nun ist es an ihr, den Fluch zu lösen. Was halbwegs ähnlich zur ursprünglichen Story erscheint, ist doch ziemlich anders. Man kommt nicht umhin, an die Verfolgung von Minderheiten in der Realität zu denken, denn die „Charmant“, also die Magiebegabten, werden in dieser Geschichte verfolgt und ermordet. Somit gewinnt die Geschichte nicht nur an Brutalität, sondern auch – trotz Magie – an Realitätssinn. Mir gefiel die Charakterzeichnung hier sehr gut. Das Biest und Belle haben beide ihre Schwächen. Das gleiche gilt für die Nebenfiguren, wie etwa Maurice und seine Freunde. Es gibt recht viele kleine Handlungsstränge, die aber am Ende alle wieder zusammen kommen. Das Ende war für mich ein wenig skurril. Doch wer „Wie ein unendlicher Traum“ bereits kennt, weiß dass die Autorin nicht an Happy Ends gebunden ist. Sie findet eine interessante Lösung, auf die man als Hörer durchaus gespannt sein kann. Die Sprecherin Gabrielle Pietermann liest sehr gut und passend. Auch sie interpretiert einige Charaktere sehr individuell, meines Erachtens passen diese Stimmvarianten aber gut. Das Hörbuch hat mich wunderbar unterhalten!

Abschließend und zusammenfassend kann ich noch sagen, dass die Aufmachung der einzelnen Hörbücher sehr schön ist. Die Cover sind nicht nur aufeinander abgestimmt, sie passen auch super zu den Geschichten. Es wurde vollkommen auf Plastik verzichtet und es gibt schöne goldene Ornamente, die diese Sammlung zu etwas ganz Besonderem machen.

Die „Disney – Twisted Tales“ –Hörbuchsammlung besteht aus fünf recht verschiedenen und wirklich schönen Hörbüchern. Wer ein wahrer Disney-Fan ist, sollte sich diese Sammlung unbedingt genauer ansehen. Doch man sollte eben auch Lust auf düstere Settings und verdrehte Geschichten haben. Dann hat man definitiv seinen Spaß an allen fünf Hörbüchern. Das Hören lohnt sich wirklich und man bekommt eine Menge Stoff mit dem Kauf dieses Sets. Denn jedes Hörbuch geht um die zehn Stunden. Ihr könnt nicht genug von Disney bekommen? Dann seid ihr hier richtig. Meiner Meinung nach sind die Geschichten sehr liebevoll gelesen und vertont worden. Die Cover sind toll und die Handlungen interessant. Natürlich gefiel mir die ein oder andere besser, aber für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Einzeln hätte ich die Hörbücher zwischen drei und fünf Sternen bewertet. Deswegen komme ich hier zum Zwischenergebnis und vergebe für die komplette Sammlung vier Sterne. Trotzdem spreche ich eine klare Empfehlung aus, vor allem, wenn ihr die ursprünglichen Fassungen gern mögt!



12. Januar 2021

Rezension [Hörbuch]: "Die schönsten Disney-Klassiker"


Titel: Die schönsten Disney-Klassiker
Autor: Constanze Steindamm
Sprecher: Reinhard Scheunemann
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 8,99€
Dauer: 1h 5min
 

Als Kind hat man seine Lieblingsgeschichten. Ob diese von den Eltern vorgelesen werden, man sie als Hörspiel hört oder als Film sieht, ist Kindern oft egal. Hauptsache die Geschichten sind gut. Und dass jegliche Disney-Klassiker die Herzen von Kindern erobert haben und immer noch erobern, ist ebenfalls kein Geheimnis: Zu spannend sind die Handlungen, zu liebenswürdig die Charaktere und zu schön die erdachten Welten!
Ich habe alle Disney-Geschichten als Kind geliebt und deswegen konnte ich auch nicht widerstehen, mir die wunderbare Lesungs-CD „Die schönsten Disney-Klassiker“ aus dem Hörverlag anzuschaffen. Diese CD bietet genau das, was sie verspricht: die schönsten Klassiker in sehr kurzer Hörfassung, die nicht nur für Kinder zum Einschlafen einfach wunderbar, sondern auch für Erwachsene zum Schwelgen in Erinnerungen geeignet sind.

In neun lustigen und spannenden Geschichten tauchen schon ganz kleine Hörer ein in die fantastische Welt der Disney-Zeichenstrickklassiker. Ein Hörvergnügen für die ganze Familie! Die kurzen Geschichten zwischen fünf und zehn Minuten erzählen jeweils einen Film nach und werden einfühlsam von Reinhard Scheunemann gelesen.

Der primäre Adressat der CD sind definitiv Kinder! Die CD enthält neun Disneyklassiker, die insgesamt nur etwas länger als eine Stunde sind. Wie der Klappentext schon sagt, sind die einzelnen Geschichten immer zwischen fünf und zehn Minuten lang. Deswegen musste ich beim Hören auch sofort an die typischen „Gute-Nacht-Geschichten“ denken, denn dafür eignet sich diese CD perfekt. Gesprochen werden alle Geschichten von Reinhard Scheunemann, der eine sehr angenehme und ruhige Stimme hat. Besonders gut gefiel mir seine Stimme in der Geschichte von „Pinoccio“. Scheunemann liest sehr kindgerecht und passend zur jeweiligen Geschichte vor, was mir gut gefiel. Ebenfalls gelungen ist die Auswahl der verschiedenen Klassiker. Denn hier tummeln sich keine Prinzessinnen-Geschichten. Auf diese wird sogar absichtlich verzichtet. Stattdessen ist die CD auch sehr geeignet für Jungen, aber auch Mädchen werden ihre Freude haben. Auf der CD lassen sich Geschichten finden, in denen das Abenteuer im Vordergrund steht, manchmal kommt aber auch die Liebe hinzu. Enthalten sind „101 Dalmatiner“, „Alice im Wunderland“, „Aristocats“, „Bambi“, Das Dschungelbuch“, „Der König der Löwen“, „Pinoccio“, „Robin Hood“ und „Susi und Strolch“. Mir hat am allerbesten „Pinnoccio“ und „101 Dalmatiner“ gefallen. Woran genau das lag, kann ich aber leider nicht sagen. Aber eines ist sicher: Für jeden großen und kleinen Disneyfan wird die richtige Geschichte mit dabei sein!

Egal, ob man seinen Kindern die Disneyklassiker abends vorspielen oder einfach mal selbst wieder in die Kinderwelt abtauschen möchte, „Die schönsten Disney-Klassiker“ bieten dafür die perfekte Möglichkeit. Reinhard Scheunemann zieht Groß und Klein in seinen Bann und nimmt uns alle noch einmal auf die Riese zu Alice, Simba, Klopfer oder Mogli mit. Ich vergebe für diese kleine, aber feine CD die vollen fünf Sterne, da das Konzept einfach voll und ganz aufgeht und sehr gelungen ist.

 


19. März 2020

Rezension [Hörbuch]: "Mulan"



Titel: Mulan
Autor: Claudia Armor (Übersetzerin)
Sprecher: Anja Stadlober
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Seiten: 296
Dauer: 5h 10m


Ich hatte das Glück, in einer Zeit groß zu werden, in der Disney noch Zeichentrickfilme produzierte und so wahre Legenden schuf. Meine Erinnerungen an den Kinobesuch von „Mulan“ sind noch sehr präsent. Denn ich habe den Film so sehr geliebt! Diese starke, schöne, junge Frau, die mit Mushu und Kriki an ihrer Seite eine ganze Armee besiegt. Das Hörspiel hörte ich als Kind rauf und runter, die Lieder kann ich noch heute fehlerlos mitsingen. Und dann die Nachricht: „Mulan“ kommt als neuer Blockbuster heraus. Was das für eine hörbuchliebende Bloggerin heißt? HER MIT DEM HÖRBUCH. Und so ließ ich mich von der bezaubernden Stimme von Anja Stadlober in das ferne China entführen und verfolgte dort eine doch ganz andere Mulan, als zunächst erwartet. Denn die Zeichentrickversion und die Kinoheldin unterscheiden sich in manchen Belangen stark voneinander…

Die actiongeladenen Neuinszenierung von Disneys Animationsklassiker »Mulan« ist die Geschichte einer jungen, furchtlosen Frau, die aus Liebe zu ihrer Familie und ihrer Heimat alles riskiert und sich auf eine abenteuerliche Reise macht. Durch zahlreiche harte Prüfungen lernt sie auf ihre innere Stärke zu vertrauen und entdeckt ihr wahres Potenzial. So wächst Mulan am Ende ihres aufregenden Wegs zur tapfersten und mutigsten Kriegerin heran.

Mulan war eine meiner Kindheitsheldinnen. Ich hatte alles: vom Hörspiel bis zur Brotdose. Für mich ist der Zeichentrickfilm sehr wertvoll, da er viele wichtige Werte vermittelt und auf starke Frauen setzt. Ein Punkt, der heute genauso wichtig ist, wie vor 20 Jahren. Doch natürlich muss eine Realverfilmung anders aussehen, als ein „heile-Welt-Disneyklassiker“. Daher war ich sehr gespannt auf die „neue“ Mulan. Normalerweise wäre ich nach dem Hören eines Hörbuchs, das passend zu einem Film erschien, erst einmal ins Kino gegangen. Das ist derzeit nicht möglich, da der Filmstart verschoben wurde. Doch natürlich hat sich meine Neugier auf den Film durch das Hören extrem gesteigert. Denn…ich kann mir vorstellen, dass der Film der Hammer sein muss. Doch nicht jeder Actionfilm funktioniert auch mit schlichten Worten…
Was ich damit meine ist sicher schnell ersichtlich. Sieht der Mensch rasante Bilder, actiongeladen Kämpfe und extravagante Kulissen, ist das Auge gefesselt und der Zuschauer wird optimal unterhalten. Doch wie funktioniert das, wenn dieses Bild fehlt und stattdessen die Vorstellungskraft gefragt ist? Die Antwort lautet: immer noch gut. Doch gleichzeitig wird hier eine Schwäche des Hörbuchs ersichtlich. In der Geschichte spielt der Krieg eine große Rolle, viele Kämpfe werden ausgefochten. Und anhand der Beschreibungen im Hörbuch kann man sich vorstellen, wie rasant der Film tatsächlich sein muss. Doch die Beschreibung vieler Kriegsszenen ist es nicht, was ein Hörbuch ausmacht, weshalb ich es als übermächtig empfand. Für mich hätte man hier durchaus ein wenig kürzen können. Mulan bewegt sich immer "so schnell, dass man es beinahe nicht mehr sehen kann", was irgendwann dann auch langweilig wird.
Von einer Schwäche aber auch zu großen Stärken des Hörbuchs: Die Protagonistin, ihre Werte und die Authentizität! Denn was im Zeichentrickfilm natürlich kindgerecht und humorvoll dargestellt wird, funktioniert so nicht 20 Jahre später in Hollywood. Deswegen hat man sich dazu entschieden, die Geschichte realer zu gestalten. Und diese Authentizität ist absolut gelungen! Man kann sich während des Hörens wirklich vorstellen, dass es ganz genauso war. Schluss mit Verherrlichung, her mit realen Handlungsverläufen. Und gleichzeitig leidet die Handlung nicht unter diesem Realismus (, hier gibt es noch eine Ergänzung, dazu aber später). Und im Mittelpunkt dieser Handlung steht natürlich Mulan. Mulan ist eine herausragende Protagonistin. Sie ist ein Vorbild und das nicht nur hinsichtlich ihrer Kampfkünste. Vielmehr vertraut sie auf wichtige Werte: Treue, familiäre Liebe, Stärke und Aufrichtigkeit. Mulan braucht eine Weile, bis sie an sich selbst glaubt. Sie wächst zu einer reifen Persönlichkeit heran, die nicht nur mutig, sondern letztendlich auch aufrichtig ist. Sie zeigt, wozu eine Frau in der Lage sein kann – Hut ab. Mulan ist mehr als eine starke Protagonistin, sie ist ehrenhaft, wenn ich das so sagen darf. Und damit ist sie eine perfekte Hauptfigur für einen Disneyspielfilm. Selbst, wenn dieser vor Actionszenen nur so strotzt.
Die Handlung ist im Vergleich zum Zeichentrickfilm übrigens durchaus anders. Die kaiserliche Armee kämpft nicht gegen die Hunnen, Mulan verliebt sich nicht in ihren Ausbilder, es gibt keinen kleinen Drachen oder eine Grille und Mulan ist nicht mal Einzelkind. Der grobe Rahmen jedoch bleibt der gleiche: China wird von einem mächtigen Feind bedroht (gute Bösewichte, nebenbei bemerkt), Mulan will ihren Vater retten und begibt sich zur Ausbildung in die kaiserliche Armee. Dort findet sie Freunde und ihre wahre Stärke und steht letztlich dem Feind im Kampf gegenüber. Auch die Ahnen haben Mulan in dieser Version mit einem Helfer bedacht, den ich vergöttert habe: den Phönix. Der anfangs gerupfte Vogel sorgt für einige lustige Momente und ist gleichzeitig eine Art Maskottchen, das der Handlung wirklich gut tut. Die Handlung selbst war mir manchmal etwas zu monoton, was aber glaube ich an den vielen Kampfbeschreibungen liegt, die ich anfangs erläuterte. Was mir aber richtig gut gefallen hat, ist die Emotionalität der Geschichte. Ich hatte des Öfteren Tränen in den Augen, da die Autoren so wahre Worte gefunden haben. Mulan hat sich alles selbst verdient und das wird in dieser Geschichte sehr deutlich. Die Handlung watet also durchaus mit der ein oder anderen Überraschung auf und belässt dennoch alles im bekannten Rahmen, was mir gut gefiel. Eine Neuerung ist allerdings ein Hauch von Magie. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Doch in der Welt der neuen Mulan gibt es Hexen und magische Kräfte, die durchaus einen Teil der Handlung ausmachen. 
Wer auf eine Liebesgeschichte in all dem Kampfgetümmel hofft, wird nicht völlig enttäuscht. Zwar verliebt Mulan sich nicht in den Ausbilder, dafür gibt es aber doch jemand anderes. Und ohne zu viel zu verraten, finde ich, haben die Macher des Buches und des Filmes dieses kleine Liebesintermezzo sehr schlau und authentisch gelöst. Was das heißt? Das müsst ihr selbst herausfinden.
Zuletzt sei die tolle Leistung der Sprecherin Anja Stadlober erwähnt. Sie liest sehr ruhig und passend zum Charakter von Mulan. Ihre Stimme kennt eigentlich jeder aus diversen Synchronisationen und nicht umsonst hat diese Frau so viele Aufträge: Ihre Stimme ist fabelhaft. Und deswegen macht sie aus diesem Hörbuch auch ein wirklich gutes.


Ich habe mich gern gemeinsam mit Mulan in den Kampf um China gestürzt und sie bei ihrer unglaublichen Entwicklung begleitet. Das Hörbuch zum neuen Film ist gleichzeitig klassisch und innovativ und entspricht dem heutigen Zeitgeist mit der herausragenden weiblichen Protagonistin. Des Weiteren besitzt die Handlung genug Details fürs Herz, sodass jeder Hörer zufrieden sein muss. Lediglich die manchmal vorkommende Monotonie hat mich etwas gestört, da an diesen Stellen deutlich wird, dass es sich eben doch primär um einen Film handelt. Die Authentizität und die tolle Sprecherin machen einiges wieder wett und deswegen vergebe ich gute vier Sterne für diese weibliche Vorbildrolle. Ich freue mich, wenn ich Mulans Geschichte auch im Kino sehen kann…20 Jahre nachdem ich das schon einmal getan habe.




23. Dezember 2017

Rezension [Hörbuch]: "Disney Prinzessin - Rapunzel & Arielle"


Titel: Disney Prinzessin: Arielle, die Meerjungfrau/ Rapunzel - Neu verföhnt
Sprecher: Anna Carlsson/ Alexandra Neldel
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 8,95€
Dauer: 4h 37m

Solange ich denken kann, war ich tief in meinem Herzen immer eine kleine, rosa Prinzessin. Oder ich wäre es zumindest immer gern gewesen – auch heute noch. Aber wenn man Mitte zwanzig ist, ist es eher unwahrscheinlich, noch in den Prinzessinnenstatus aufzusteigen. Und dennoch liebe ich Märchen und Disney und Rosa und Mädchenkram. Deswegen habe ich eine ziemlich große Disneyfilm-Sammlung und deswegen musste ich auch sofort zuschlagen, als die „Zwei-Titel-Box“ von „Rapunzel“ und „Arielle“ beim Hörverlag erschien. Derzeit bin ich ziemlich süchtig nach Hörbüchern und da kamen mir die beiden Disneyversionen der Märchen absolut recht. Die Box wirbt mit den beiden beliebtesten Disney Prinzessinnen und wer bin ich, dem zu widersprechen? Beide Geschichten sind bekannt und erzählen die Zeichentrickfilme noch einmal wunderbar nach. Die Geschichten sind sehr kindgerecht gelesen und einfach toll anzuhören. Ich freue mich schon heute auf den Tag, wenn ich Kinder habe und die CDs an diese weiterreichen kann. Genau das Richtige für Kinder, wenn ihr mich fragt!

Meerjungfrau Arielle rettet bei einem Sturm Prinz Eric das Leben und verliebt sich in ihn. Um ihn wiedersehen zu können, verpfändet sie ihre schöne Stimme an die böse Meerhexe Ursula. Mit Hilfe ihrer Freunde, der scheuen Flunder Fabius und der Reggae-singenden Krabbe Sebastian, versucht sie in einem Wettlauf mit der Zeit die Liebe des Prinzen zu gewinnen.
Seit sie als Baby von einer bösen Hexe entführt wurde, lebt die schöne Rapunzel eingesperrt in einem Turm. Doch eines Tages taucht überraschend ein junger Mann bei ihr auf. Er heißt Flynn Rider, ist Abenteurer, Dieb und ein verwegener Frauenheld. Mit seiner Hilfe befreit sich Rapunzel und macht sich auf den Weg, ihren sehnlichsten Traum zu erfüllen.

In meiner DVD-Sammlung lässt sich sowohl „Arielle“, als auch „Rapunzel“ finden und ich mag beide Filme sehr gern. Ich liebe die Lieder aus „Arielle“ und kann einfach alle mitsingen, aber genauso zuckersüß finde ich die naive und herzliche Rapunzel. Zwischen beiden Geschichten konnte ich mich kaum entscheiden, ich begann aber mit „Rapunzel“. „Rapunzel“ wird von Alexandra Neldel gelesen und sie macht es gut. Ich fand es ein bisschen schade, dass die Lieder der Filme nicht im Hörbuch sind, allerdings ist das durchaus die richtige Entscheidung. Denn es handelt sich tatsächlich um zwei Hörbücher und nicht etwa um Hörspiele und somit sind die Lieder nicht Teil der Geschichte. Im Grunde wird der Film gelesen. Es gibt keine zusätzlichen Szenen in der Geschichte aber dennoch gewinnt man noch ein bisschen mehr Einblick in das Innenleben der Figuren. Gerade die Gefühlswelt wird im Hörbuch sehr deutlich. Alexandra Neldel liest gut, manchmal hätte sie aber ruhig noch etwas emotionaler lesen können. Die Geschichte ist dennoch toll und man kann sie wunderbar hören. Insgesamt gibt es zwei CDs zu Rapunzel und die Laufzeit beträgt insgesamt ca. zwei Stunden. Mir gefiel das Finale besonders gut. Eine tolle Geschichte, vor allem zum Vorspielen für Kinder. Ich habe früher immer Kassetten gehört, wenn ich schlafen gegangen bin. Für genau so etwas ist das Hörbuch einfach ideal! Es ist außerdem humor- und gefühlvoll und das ein oder andere Mal musste ich schmunzeln.

„Arielle“ ist einer der absoluten Disney-Klassiker. Die Geschichte orientiert sich am Märchen von Hans Christian Andersen, nur dass die Disney-Version ein Happy-End hat. Dennoch würde ich sagen ist „Arielle“ vom Stoff her etwas härter, als "Rapunzel". Bei "Rapunzel" gibt es zwar die böse Mutter, aber der bösen Hexe Ursula kann diese nicht das Wasser reichen. Wie auch „Rapunzel“ erstreckt sich die Geschichte von „Arielle“ auf zwei CDs und geht insgesamt aber 2h 45m, also doch etwas länger als „Rapunzel“. Gelesen wird diese Geschichte von Anna Carlsson, die ich bisher nicht kannte. Aber sie hat mich von der ersten Minute an überzeugt. Gegen Anna Carlsson liest Alexandra Neldel deutlich schwächer. Anna Carlsson hat mich sofort in die Unterwasserwelt entführt. Sie liest gekonnt, gibt den Charakteren tolle Stimmen und Charakterzüge und sorgt dafür, dass die Geschichte zu etwas ganz Besonderem wird. Das hat mir bei Neldel ein bisschen gefehlt. Im Grunde mag ich „Rapunzel“ eigentlich lieber als „Arielle“, aber mein Favorit unter den beiden Mini-Hörbüchern ist aufgrund der Sprecherin in jedem Fall „Arielle“. Ich fand es toll, wie Carlsson Fabius und Sebastian, aber auch Skuttel gesprochen hat. Sie bringt noch eine ganz eigene Note und viel Witz in die Geschichte und deswegen verging das Hörbuch wie im Flug. Es hat ein paar grausame Züge, aber am Ende steht eben doch das Happy End. Auch hier gibt es die tollen Songs leider nicht, auch hier ist das verständlich. Das Hörbuch bietet Humor, Spannung, Abenteuer und die ganz große Liebe. Also durchaus Werte, die Kindern beigebracht werden sollten und deswegen kann ich auch dieses Hörbuch für die Jüngeren unter uns absolut empfehlen! „Arielle“ ist sehr kindgerecht gelesen und auch für mich war das Hören eine wahre Freude.


Beide Geschichten sind bekannt, weshalb es nicht ganz leicht ist, sie zu rezensieren. Die Hörbücher sind Abbilder der Disney-Filme und wer diese liebt, wird auch die Hörversionen lieben. Zwar kann man nicht mitsingen, da die Songs nicht Teil der Hörbücher sind (, was ich absolut richtig finde), aber man kann dennoch sehr viel Spaß mit ihnen haben! Sie sind beide lustig und dennoch spannend. Beide sind toll gelesen, wobei ich Alexandra Neldels Leistung im Vergleich zu der von Anna Carlsson schwächer fand. Sowohl „Arielle“, als auch „Rapunzel“ entführen uns zurück in die Märchen und man kann sie einfach nur genießen. Ich vergebe für die Box 4,5 Sterne und werde sie ganz sicher in ein paar Jahren wieder hervor holen! Meine absolute Empfehlung für Kinder!



8. März 2016

Review: "Zoomania"





          Titel: Zoomania

          Regie: Byron Howard, Rich Moore

          Länge: 108 Minuten

          FSK: 0

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016




Wer hat ihn nicht gesehen: Den überaus lustigen Trailer vom Animationsfilm „Zoomania“, in dem das Faultier Flash die kleine Polizistin Judy Hopps zur Weißglut treibt?! Schon als ich diese Szene das erste Mal gesehen hatte, war mir klar, dass ich mit meiner Kino-Crew in diesem süßen Kinderfilm landen würde. Ein gelungener Disney-Film, der mit seinen tierischen Witzen besticht und in jedem Alter genossen werden kann.

Darum geht's:


Zoomania, eine gigantische Stadt voller Möglichkeiten: Hier leben die unterschiedlichsten Tierarten Seite an Seite, sei es in Sahara-Wolkenkratzern oder Iglu-Appartements. Für jede Vorliebe findet sich der passende Wohnraum. Mitten in den Trubel dieser Großstadt wird die junge Polizistin Judy Hopps  versetzt, die hofft, nun endlich einmal einen großen Fall lösen zu dürfen. Aber als kleiner Nager zwischen lauter großgewachsenen Kollegen wird sie nur belächelt und so darf Judy lediglich Parksündern nachjagen. Als ihr Chef sie endlich mit einem spannenden Auftrag betraut, stellt die clevere Häsin schnell fest, dass sie Hilfe braucht, um die mysteriöse Verschwörung aufzudecken, die die Bewohner von Zoomania in Atem hält. Notgedrungen lässt sie sich auf eine Zusammenarbeit mit dem vorlauten Fuchs und Trickbetrüger Nick Wilde  ein.



Meine Meinung


Ich gebe zu, dass ich ein bisschen mehr von „Zoomania“ erwartet hatte. Im Nachhinein kann ich allerdings gar nicht mehr so genau sagen, warum das der Fall war. Bei diesem Film handelt es sich um einen niedlichen Disney-Film, der primär für Kinder oder Familien gemacht wurde. Wie es bei Disney aber nun einmal der Fall ist, gibt es auch Witze im Verlauf, die man nur als Erwachsener versteht. So auch hier. Im Grunde geht es um die kleine Hasendame Judy, die fest an sich glaubt und ihre Träume verwirklichen will. Das gefiel mir sehr gut, denn das ist ein tolles Vorbild für unsere Jugend. Die kleine Judy glaubt ganz fest daran, dass sie Polizistin werden kann, obwohl das normalerweise nur Tiere wie Löwen, Nashörner, Wölfe oder ähnlich große und gefährliche Tiere machen. Sie will sich beweisen und bekommt unerwartet von dem Fuchs Nick Hilfe – allerdings anfangs eher unfreiwillig. Nick ist mein absoluter Liebling im Film. Er tut so cool und hat eine harte Schale, doch was wäre das für ein Kinderfilm, wenn er nicht doch einen ganz weichen Kern hätte? Nick sorgt für viele tolle Sprüche und eine wunderbare Freundschaft. Ich musste herzlich lachen, als Judy herausgefunden hat, was seine Masche mit dem anderen kleinen Tier ist und wie sie ihn übers Ohr gehauen hat. Ich sage nur: „Mohrrübenstift“. Glaubt mir, dieser Stift hat im Film eine ganz besondere Bedeutung.
Judy ist ein sehr niedlicher und ehrenwerter Charakter. Wie ich bereits sagte: Ein absolutes Vorbild. Sie ist süß und unschuldig und handelt immer mit guten Absichten. Ich fand es sehr süß, wie durch ihre Ohren ihre Stimmungen dargestellt wird. Ist sie aufgeweckt und fröhlich, stehen ihre Löffel ab, während sie sie bei Trauer und Enttäuschung hängen lässt. Im Allgemeinen sind die tierischen Charakteristika gut eingebaut worden. Mir gefiel die Welt von Zoomania, die natürlich ganz leicht auf unsere übertragbar ist. Toll war auch die Szene, im Nudistenclub – ist auch echt grausam, wenn Tiere keine Klamotten tragen ;) :D
Meiner Meinung nach hat der Film zwei Wendungen. Diese hatte ich so nicht erwartet und gefielen mir daher gut. Das große Finale kann man als Zuschauer der gut aufpasst allerdings voraussehen. Im Film gibt es nämlich einen kleinen Hinweis, durch den man schnell wissen kann, wer der eigentliche Übeltäter ist. Man könnte sagen, dass es die ganze Zeit darum geht herauszufinden, was mit den verschwundenen Tieren passiert ist. Und sind diese gefunden, geht der Film in die zweite Phase. Ich finde den Spannungsaufbau gelungen, wenn auch zu wenig theatralisch. Allerdings steht natürlich der Humor im Fokus. Der Film ist wie gesagt sehr süß und hat auch ein paar gute Scherze parat, allerdings lacht man jetzt nicht pausenlos. 
Die Kinder, die mit uns im Kino saßen, schienen sich aber alle ganz wunderbar amüsiert zu haben und das ist ja irgendwie die Hauptsache, oder? Toll waren übrigens auch die Nebenfiguren. Am allerbesten gefiel mir da der Empfangschef, der immer auf der Suche nach Donuts ist. Auch „Big“ und seine Tochter waren tolle Charaktere, die ich sofort lieb gewonnen habe. Ein Faktor, der mir in den modernen Disney-Filmen leider zumeist fehlt, ist die Musik. Wo sind die wunderbar gezeichneten Filme mir ihren wunderschönen Liedern hin? „Zoomania“ hat natürlich einen passenden Titelsong, der auch im Film vorkommt und noch in besonderer Weise eingearbeitet wurde, aber dennoch fehlen mir die Songs der Hauptfiguren. Shakira singt den Titelsong „Try everything“ und hat sogar noch eine kleine Rolle als Sängerin „Gazelle“ übernommen. Das hört man in der deutschen Synchronisation natürlich nicht, allerdings finde ich es trotzdem gut!


Also...




„Zoomania“ ist ein toller Film über Freundschaft und Vielfalt. Er soll uns zeigen, dass wir alles sein können, was wir wollen, wenn wir nur genug an uns arbeiten und dass egal wie verschieden wir sind, wie doch alle zusammen gehören. Diese Botschaft ist einfach herzzerreißend und da es neben der niedlichen Kindergeschichte auch ein paar tolle Gags gab, vergebe ich tierische 4 Sterne für Detective Hopps und den schlauen Fuchs Nick. Im Übrigen: Natürlich eine wunderbare Anlehnung an „Der Hase und der Fuchs“, woran ich schon während des ganzen Films denken musste. Sehr gelungene Interpretation.