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17. November 2017

Review: "Mord im Orientexpress"


          Titel: Mord im Orientexpress

          Regie: Kenneth Branagh

          Länge: 1h 54m

          FSK: 12

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2017



Jeder hat schon einmal etwas von der großen Agatha Christie gehört. Inzwischen habe ich viele Bücher von ihr gelesen und mein Herz ein kleines Bisschen an den Detektiv Hercule Poirot verloren. „Mord im Orientexpress“ war mein erster Christie-Roman und natürlich freute ich mich dementsprechend sehr, als bekannt wurde, dass es 2017 eine Neuverfilmung geben würde. Und dann auch noch mit dieser Besetzung! Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Daisy Ridley und Penelope Cruz sind nur einige der bekannten Namen. Der Film musste also gut sein! Allerdings bin ich immer skeptisch, wenn der Regisseur auch gleichzeitig die Hauptrolle übernimmt und Kenneth Branagh kannte ich nur aus Harry Potter, wo er eine vollkommen andere Rolle mimt (Gilderoy Lockhard). Doch Branaghs Interpretation von Poirot gefiel mir erstaunlich gut und insgesamt bietet der Film gelungene Unterhaltung. Ein paar Abstriche gibt es leider trotzdem. Doch ein Film ist nie so gut, wie seine Buchvorlage…

Für die Rückreise von einem seiner Fälle nimmt Hercule Poirot (Kenneth Branagh) den legendären Orient-Express. An eine gemütliche Zugfahrt ist aber nicht lange zu denken, stattdessen hat der berühmte Meisterdetektiv bald wieder Arbeit: Ein Passagier wird ermordet und damit ist klar, dass einer der übrigen Reisenden der Täter sein muss. Die spanische Missionarin Pilar Estravados (Penélope Cruz), die Gouvernante Mary Debenham (Daisy Ridley), Professor Gerhard Hardman (Willem Dafoe), die Witwe Mrs. Hubbard (Michelle Pfeiffer) und der Doktor Arbuthnot (Leslie Odom Jr.) sind alle verdächtig. Doch bald wird Poirot klar, dass er den Fall nicht lösen wird, wenn er mehr über die möglichen Täter erfährt. Er muss mehr über das Opfer herausfinden – und sich beeilen, damit der Killer nicht nochmal zuschlägt…
Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/225870.html


Es gibt sicher kaum einen Krimi, der so ausgeklügelt ist, wie „Mord im Orientexpress“. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen, denn es ist von vorne bis hinten ununterbrochen spannend und endet so vollkommen anders, als man erwartet. Niemand kann auf die Lösung kommen – außer Poirot. Doch es sei angemerkt, dass Poirot meistens auch zwei, drei Informationen mehr hat als der Leser und in diesem Fall der Zuschauer.
Der Film beginnt sehr bildgewaltig in Jerusalem und mit einem tollen Einstieg in Poirots Arbeit. Man wird auf das Kommende wunderbar eingestimmt und lernt den Charakter von Poiroit kennen. Ein bisschen arrogant, ein bisschen exzentrisch und überaus intelligent und rechtschaffend. Wo Poirot auftaucht, haben Verbrecher das Nachsehen. Sehr imposant ist übrigens der Bart, den Banagh im Film trägt. Poirot hat schon immer viel Wert auf seinen Gesichtsschmuck gelegt, doch in dieser Verfilmung ist der Schnurrbart überaus auffällig. Aber warum nicht? Eigentlich hat in meiner Vorstellung der belgische Meisterdetektiv das Gesicht von David Suchet und deshalb traute ich Banagh diese Rolle wirklich nicht zu. Ihm fehlt das Gemütliche, der dicke Bauch…aber tatsächlich nicht die Überheblichkeit. Zwar mag ich Suchet deutlicher lieber, aber ich finde auch, dass Banagh Poirot trotzdem richtig interpretiert hat. Des Weiteren fand ich ihn sehr humorvoll. Insgesamt gibt es immer mal wieder kleine Passagen und Dialoge, über die man lachen oder zumindest lächeln kann. Doch der Film lebt weder übermäßig von Humor, noch von Action. Obwohl es zwei, drei rasante Szenen gibt, ist Poirot eben kein Action-Held. Und das ist gut so. Der Film unterhält lediglich durch klassische Detektivarbeit. Ich fand ihn zu keiner Zeit langweilig, meine Kinobegleitung kämpfte aber sehr wohl mit Müdigkeit. Es kommt also vielleicht drauf an.
Im Grunde gefielen mir die Verhöre, das langsame Erarbeiten der Aufklärung und vor allem die endgültige Aufklärung gut. Aber irgendwie kommt die Ermittlung auch zu kurz. Liest man das Buch, wird dem Leser immer wieder vor Augen gehalten, dass er auf dem Holzweg ist. Meiner Meinung nach gibt es im Film zu wenige Hinweise für den Zuschauer, um mitzuraten. Er ist nicht so sehr gefordert, weil Poirot einfach feststellt, so kann es sein und so ist es nicht. Mir hat die Denkarbeit, die bei Christie eigentlich immer auf den Plan tritt, gefehlt. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich wusste wer der Mörder ist. Mir gefiel es aber nicht, immer nur vor vollende Tatsachen gestellt zu werden. Natürlich ist die Aufklärung von Poirot genial und die Inszenierung gefiel mir im Film wirklich gut. Aber der Zuschauer konnte sich selbst kein Bild machen. Auch, weil ein paar Charaktere und Verdächtige sehr, sehr kurz kommen und man gar nicht die Chance hat, über sie nachzudenken. 
Es gibt kleine Änderungen von Buch zu Film. Der Orientexpress wird von einer Lawine überrascht und steht deswegen in einer Winterlandschaft. Während dieses ungeplanten Aufenthalts muss Poirot den Fall lösen. Dadurch ändert sich manchmal die Kulisse und kann mit atemberaubenden Schneelandschaften aufwarten. Diese Änderung  war mir daher willkommen, denn sie bietet viele ästhetische Bilder und mehr Spielraum. Die ein oder andere Kameraeinstellung fand ich aber unpassend. Wenn Poirot das Opfer untersucht, wird die Vogelperspektive verwendet – über mehrere Minuten. Das fand ich ziemlich anstrengend, ist aber wahrscheinlich Geschmackssache. 
Die Schauspieler gefielen mir alle wirklich gut! Johnny Depp macht einen tollen Job, auch wenn sein Part eher klein ist. Ich bin ein großer Fan von Daisy Ridley und fand sie einfach nur niedlich. Auch die anderen Schauspieler sind sehr überzeugend und ich muss Kenneth Branagh wirklich loben. Auch Judi Dentch hat eine überzeugende Rolle und es gefiel mir, dass viele Stars ja nur kleine Rollen haben. Solche Berühmtheiten in artigen Nebenrollen waren wirklich sehr interessant.




Alles in allem hat mich „Mord im Orientexpress“ gut unterhalten und viele Bilder haben mich wirklich beeindruckt. Der Film hat einen gewissen Humor und Poirot wird sehr überzeugend von Branagh verkörpert. Auch wenn man Poirot vielleicht anders gewohnt ist, macht der Hauptdarsteller seine Rolle gut. Auch der restliche Cast ist mehr als überzeugend! Leider darf der Zuschauer nicht sehr viel miträtseln und wird von Poirot immer in eine bestimmte Richtung gestoßen – den Fall Armstrong. Im Buch ist das tatsächlich anders und daher fand ich es sehr schade, immer vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Dennoch habe ich den Film sehr gern geguckt und die Einstellung der 12 Passagiere an einem Tisch bei der Aufklärung des Verbrechens ist ein sehr einprägsames und gelungenes Bild. Ich vergebe ganz knappe 4 Sterne für die Neuverfilmung von „Mord im Orientexpress“ und bin gespannt, ob Branagh noch einmal in die Rolle des Poirot zurückkehren wird. Ich hoffe es! Denn vielleicht werden so ja auch die klassischen Romane wieder mehr gelesen.

30. März 2017

Kurzrezension: "Der Club der toten Dichter"


Titel: Der Club der toten Dichter
Autor: N. H. Kleinbaum
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 6,99€
Seiten: 160

Eines Sonntagmorgens lag ich wach im Bett, aber es war noch früh. Zu früh um meinen Freund zu wecken und aufzustehen. Also was tun? Zum Glück lag mein Kindle neben dem Bett und zum Glück hat er eine Lichtfunktion. Ich scrollte also durch die Bücher und suchte nach etwas, das nicht zu lang ist und man zwischendurch lesen kann. Meine Wahl fiel auf „Der Club der toten Dichter“. Ich habe den Film nie gesehen, aber immer gehört, dass er toll sein soll. Und da ich meinen SuB abbauen muss, ging ich schnell ran ans Werk. „Der Club der toten Dichter“ ist ein gutes Buch, dem eine gute Geschichte zu Grunde liegt. Dennoch glaube ich, dass der Film sehr viel stärker ist.

Klappentext


Todd Anderson und seine Freunde vom Welton Internat können kaum glauben, dass sich ihr Schulalltag völlig verändert hat, seit ihr neuer Englischlehrer John Keating sie aufgefordert hat, aus ihrem Leben etwas Besonderes zu machen.
Von Keating ermutigt, lassen sie den vor Jahren gegründeten Club der toten Dichter wiederaufleben - einen Geheimbund, in dem sie frei von Zwängen und Erwartungen ihren Gefühlen freien Lauf lassen können. Als Keating ihnen die Welt der Dichter erschließt, entdecken sie nicht nur die Schönheit der Sprache, sondern auch die Bedeutung des Augenblicks.
Doch schon bald stellt sich heraus, dass die neugewonnene Freiheit tragische Konsequenzen hat ...

Meinung


Ich musste ein Weilchen nach dem roten Faden und dem Höhepunkt des Buches suchen. Schon das erste Kapitel macht Eindruck und man gewinnt einen Blick für das regelkonforme Welton. Die Geschichte spielt in den 50er oder 60er Jahren. Es ist alles sehr elitär, sehr abhängig vom Elternhaus – wenig frei. Von Anfang an ist der Stil von Kleinbaum sehr bildreich. Würde man den Film kennen, wäre das sicher noch extremer. Wie ich bereits erwähnte, ich kenne den Film nicht. Und dennoch erkennt man sofort, dass es eher eine Nacherzählung ist, als ein eigenständiges Buch. Die Sprache ist filmgerecht und die Beschreibungen sind relativ kurz. Vor meinem inneren Auge lief so ebenfalls ein Film ab und ich bin darauf gespannt, ihn mit dem echten Film zu vergleichen.
Die Geschichte handelt vor allem von Selbstfindung und Freiheit. Von der Gestaltung des eigenen Lebens. Der Gedanke dahinter ist toll. Mr. Keating ist ein grandioser Lehrer und vielleicht schaue ich mir die ein oder andere Methode seines Unterrichts ab. Er ist das absolute Gegenteil von den strengen Eltern der Jungen. Im Buch geht es um 6 Jungen (, vielleicht auch 7, ich kam öfter durcheinander), die den Club der toten Dichter wieder aufleben lassen. Sie alle sehen sich nach einer gewissen Freiheit, die ihnen der Zwang nicht lässt. Keating zeigt ihnen einen Ausweg.
Problematisch waren für mich diese Jungen. Sie sind unglaublich schwer voneinander zu unterscheiden und man verliert leicht den Überblick, wer jetzt wer ist. Es wird nicht leichter, indem die Autorin mal den Vor-, mal den Nachnamen der Jungen verwendet. Ich zumindest hatte das gesamte Buch über nur zwei Jungen von den anderen getrennt. Das verwirrte mich als Leser und ist wirklich nicht gelungen. Wahrscheinlich ist es leichter, kennt man die Gesichter zu den Namen, aber das sollte in einem Buch dennoch nicht passieren. Der Stil ist, wie erwähnt, etwas eigentümlich, aber man kommt gut durchs Buch.
Vor allem zum Ende hin wird es spannend. Ich musste schlucken, als kurz vor Ende etwas Unerwartetes passierte. Ich hatte wirklich sehr auf ein Happy End gehofft, finde es aber gut, dass es Abstriche gibt. Das macht die Geschichte authentischer. Die 60er waren schon eine ganz andere Zeit, was Autoritätten betrifft. Ich denke die Moral von der Geschichte vermittelt das Buch sehr gut.

Fazit



Ich freue mich sehr darauf, den Film zu sehen. Denn nachdem ich das Buch „Der Club der toten Dichter“ gelesen habe, bin ich bereits der Meinung, dass der Film besser sein muss. Das Thema des Buches ist wirklich gut. Mr. Keating ist eine tolle Figur, alle anderen bleiben sehr blass. Der Lyrikanteil ist gering, aber nett. Ich vergebe 3 Spitzenschuhe für ein gutes Buch, von dem mir aber etwas gefehlt hat.



17. Oktober 2016

Ein Phänomen? Mein erstes Re-Read in diesem Jahr!

Hallo ihr Lieben 



Draußen beginnt sich so langsam der Herbst in seinem schönsten Gewand zu zeigen und eine Tasse Tee ist genau das Richtige. Man kann gar nicht glauben, wie die Zeit verfliegt. Mit großen Schritten nährt sich tatsächlich der erste Jahrestags dieses schnuckeligen Blogs - kaum zu glauben. Mitte November ist es so weit und auch wenn ich noch keine Pläne dafür habe, denkt mein kleiner Kopf des Öfteren darüber nach, was ich in diesem Jahr mit "Geschichtentänzer" so erlebt habe. (Dazu werde ich dann aber im nächsten Monat noch ein paar Worte verlieren.) 


Heute geht es mir um das Phänomen des Re-Readens (, was für eine merkwürdige Mischung aus Neologismus und Anglizismus :D Ich bin mir sicher, es gibt ein besseres Wort dafür!). Denn mir ist aufgefallen, dass ich gerade gestern das erste Buch meiner Bloggerzeit beendet habe, das ich vorher bereits gelesen habe. Verwundert hat es mich nicht so recht. Denn mal im Ernst: Es gibt so viele tolle Bücher, die man noch nicht gelesen hat und unbedingt lesen möchte, dass man kaum die Zeit für alte Lieblinge findet. Hinzu kommt noch, dass man sich selbst einen gewissen Druck macht. Klar, ist das falsch, aber obwohl ich mir dessen bewusst bin, kommt immer wieder so eine fiese Stimme, die mir mitteilt, wie groß mein SuB noch ist. Dumm...ich weiß. Aber jetzt kommt der Punkt, an dem ich mir selbst so ein ganz klein bisschen auf die Schulter klopfen möchte. Denn ja...einmal war mir diese Stimme egal. :D Und ich griff zu einem Buch, von dem ich ganz genau wusste, was mich erwartet. Nicht, weil ich es bereits einmal oder zweimal gelesen habe. Nein, ich habe es tatsächlich bereits dreimal gelesen. Aber was soll ich sagen. "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" ist und war mein Lieblingsbuch. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Ich weiß, was ihr denkt. Dieser Weltbestseller ist nun wirklich keine Besonderheit als Lieblingsbuch. So gut wie jeder hat es wohl gelesen. Dafür muss man kein Blogger sein. Aber die Geschichte hat mich einfach so geflasht, dass sie mich noch immer fasziniert.



Unbedingt lesen wollte ich es eigentlich wieder, nachdem mein Freund und ich die ersten beide Filme hintereinander an einem Wochenende gesuchtet haben. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es sich bei "Die Tribute von Panem" um gute Buchverfilmungen handelt! Lediglich die Tatsache, dass sie vier Filme drehen mussten, gefällt mir nicht so gut. Aber auch dieses Phänomen ist ja nicht mehr neu. Mehr Geld für die Macher - mehr Zeit für die Fans. Hat also auch alles sein Gutes. Aber zurück zum Buch:
Zweimal habe ich das Buch gelesen, bevor die Verfilmung draußen war. Schon lustig, dass man sich die Figuren damals noch ganz anders vorgestellt hat. Ich finde es immer schwer, die Bilder der Schauspieler im Buch auszublenden, wenn es einen Film dazu gibt. Bei diesem Mal konnte ich mir Katniss und Peeta einfach nicht anders vorstellen, als mit den Gesichtern von Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson.
2013 las ich das Buch zum letzten Mal und oh mann...DAS IST 3 JAHRE HER! Es ist gruselig, dass man sich bereits in dem Stadium befindet, weshalb man seine Eltern früher ausgelacht hat: "Ach, wie die Zeit vergeht", genau Mama. Aber Recht hatten sie. 

Vor Kurzem sah ich also erneut den Film und da dachte ich mir: "Das Buch hast du geliebt!" Und irgendwie wollte ich unbedingt wissen, ob das immer noch der Fall ist. Ich wollte wissen, ob der Film wichtige Sachen weglässt, wo er Änderungen vorgenommen hat und so weiter. Denn den Film habe ich weitaus öfter als dreimal gesehen und so spielt mir mein Gedächtnis gern den Streich, dass ich mich zwar an die Filmszenen, nicht aber an die Originale im Buch erinnern kann. Tja, und so kam es, dass "Tödliche Spiele" wieder in meinen Händen landete und verschlungen wurde. 
Ich hatte vor dem Lesen ein wenig Angst, dass es mir nicht mehr so gut gefällt, wie früher. Wie furchtbar wäre es bitte, wenn mir diese Erinnerung genommen worden wäre?! Doch bereits das erste Kapitel beruhigte mich. In diesem Buch steckt ein unglaublicher Stil, der viele junge Menschen geprägt hat - dessen bin ich mir sicher. Suzanne Collins hat mit Katniss eine unkonventionelle und unvergessliche Protagonistin erschaffen. Die Erzählart ist nüchtern und gleichzeitig so emotional, dass ich das Buch noch heute kaum aus der Hand legen konnte.


Natürlich gibt es Unterschiede zwischen dem Buch und dem Film. Daran könnt ihr euch sicher auch erinnern. Ich persönlich finde es sehr cool, dass der Film nicht nur auf Katniss Sicht beschränkt ist, sondern auch die Spielmacher, Haymitch und Snow zeigt. Im Buch muss man sich wirklich fragen "Wie kommt es, dass es jetzt zwei Sieger geben soll?" oder "Schickt Haymitch Katniss wirklich Botschaften mit den Geschenken?". Im Film gibt es diesbezüglich Änderungen. Die Zettel bei den Geschenken existieren nicht. Und außerdem gibt es noch viel mehr Geschenke für Katniss. Schade, dass das Brot aus Distrikt 11 im Film gar nicht vorkommt. Auch das Gespräch zwischen Tresh und Katniss am Füllhorn ist im Film deutlich kürzer, als im Buch. Das fiel mir erst auf, als mein Freund mich beim Schauen des Film fragte, "Woher weiß er jetzt, dass sie Rue so sehr geholfen hat?". Tja...Katniss sagt es ihm im Film nicht - im Buch schon. Natürlich gibt es hunderter solcher Abweichungen. Und dennoch hat der Film das Buch sehr gut eingefangen. Aber dieses Buch macht den alten Umstand umso deutlicher: 

Keine Verfilmung kommt im Normalfall an seine Buchvorlage heran.

Ich hatte so viel Spaß mit dem Buch. Es fesselte mich fast genauso sehr, wie beim ersten Lesen. Ich bin froh, dass ich mich an das Re-Read getraut habe. Und ich werde die gesamte Reihe erneut lesen, dessen bin ich mir sicher. So viele kleine Details muss ich noch einmal genießen und sie im Nachhinein analysieren. Tja..viele wissen ja nicht, dass Lesen durchaus eine Wissenschaft ist ;)

Nachdem ich festgestellt habe, dass es wirklich mein ersten Re-Read in diesem Jahr war, musste ich erst einmal nachsehen, wann ich das letzte Mal ein Buch erneut gelesen habe. Immerhin war dies im letzten Jahr, aber welches das war, darf man gar nicht sagen (hust...SOG...hust). Da ist meine diesjährige Wahl doch durchaus besser gelungen, nicht wahr?! ;)



Was ist mit euch? Kommt ihr regelmäßig dazu Bücher nochmal zu lesen? Oder reizt es euch gar nicht? Ist euer Sub für solche Aktionen zu groß oder ist euch das total egal? 
Habt ihr auch ein Buch, dass ihr schon unzählige Male gelesen habt? Könnt ihr mich bezüglich "Die Tribute von Panem" vielleicht sogar verstehen? 


Ich würde mich über eure Meinung freuen! :)


In diesem Sinne,
eure Julia

10. April 2016

Review: "Die Bestimmung - Allegiant" oder: "Diese miese Geldmacherei..."

  

          Titel: Die Bestimmung - Allegiant

          Regisseur: Robert Schwentke

          Länge: 120 Minuten

          FSK: 12

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016





Eigentlich ist es relativ sinnlos von mir diese Review zu schreiben. Und noch viel sinnloser ist es, zu Beginn des Textes anzukündigen, wie sinnlos das Ganze ist. Vielleicht solltet ihr trotzdem weiterlesen, wenn ihr euch für die Buchreihe von Veronica Roth oder die Filme um Tris und Four interessiert – so wie ich. Doch ich beging einen schrecklichen Fehler, als ich den dritten Teil der Filmreihe im Kino ansah: Ich dacht es sei der letzte und somit das Finale (, wie das Buch eben auch). Ganz offensichtlich war ich einfach nur schlecht vorbereitet und fehlinformiert, was dazu führte, dass mir der gesamte Film kaputt gemacht wurde. Meine Erwartungen wurden absolut nicht erfüllt, was gar nicht mal daran lag, dass der Film irgendwie schlecht gewesen ist, sondern an meiner herben Enttäuschung! Wenn man denkt, dass es nach den nächsten zwei Stunden vorbei ist mit der Filmreihe und dann ein Ende geliefert bekommt, das einen nächsten Film herausfordert, dann ist das bitter. Aber vielleicht mal zum Inhalt…

Darum geht's...


Das alte Regierungssystem Chicagos mit seiner strengen Aufteilung der Bevölkerung in Fraktionen ist zusammengebrochen, Evelyn (Naomi Watts), die Anführerin der Fraktionslosen, hat die Herrschaft an sich gerissen. Doch mit der Auflösung der Gesellschaftsordnung verschwinden keinesfalls die alten Konflikte. Besonders zwischen denen, die schon immer zu den Fraktionslosen zählten, und den Handlagern des alten Unterdrückungsapparats herrschen Feindseligkeit und Rachegelüste. Manche kämpfen sogar dafür, das alte System wiederherzustellen. Derweil weiß Tris (Shailene Woodley), dass die Zivilisation nicht hinter den Mauern ihrer Heimatstadt endet. Gemeinsam mit ihrem Freund Four (Theo James), ihrem Bruder Caleb (Ansel Elgort), ihren Komplizinnen Christina (Zoe Kravitz) und Tori (Maggie Q) sowie dem unzuverlässigen Peter (Miles Teller) will sie die Grenzanlagen überwinden und aus der Stadt fliehen ...

(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/225920.html)


Meine Meinung


Mein Problem, das in meinen Erwartungen bestand, habe ich ja eingangs beschrieben. Stellt man dies hintenan und geht davon aus, dass der Zuschauer weiß, dass es sich hier lediglich um Teil 3 von 4 handelt, ist der Film gelungen. Ich persönlich empfand „Insurgent“ als nicht so stark, wohingegen „Allegiant“ auf jeden Fall eine Steigerung ist. Das Vorangegangene wird in den ersten Minuten des Films gut geschildert, so dass man in die Handlung gut hereinkommt. Die Welt und die Kulisse sind bekannt und auch wenn ich mich im ersten Teil an die Umsetzung des Buches gewöhnen musste, fühlt man sich als Zuschauer inzwischen wohl. Allerdings verlässt man diese Wohlfühlzone relativ schnell. Tris und ihre Freunde fliehen über den Zaun, hinter dem eine ungekannte Welt wartet. Meiner Meinung nach ist diese sehr gut gelungen. Ich muss gestehen, dass ich mich wirklich an das Wenigste aus dem Buch erinnere und somit leider nicht beurteilen kann, ob der Regisseur sich an die Vorgabe hält. Ich bezweifle es allerdings. Jedenfalls ist die atomar-verseuchte Zone sehr interessant dargestellt und die sichere Zone typisch kalt und militärisch. Wunderschön hingegen ist die Stadt, in der der Rat tagt. Die Kulisse empfand ich in jedem Fall als überzeugend. 
Alles andere ist für mich schwer beurteilbar. Meiner Meinung nach braucht der Film eine ganze Weile, bis er sich aufgebaut hat. Natürlich hat er ein Finale, das auch relativ spannend dargestellt wird, allerdings zieht es sich. Das ist ein völlig subjektiver Eindruck, denn mein Freund nahm das völlig anders wahr. Ich ertappte mich dabei, wie ich mehrfach auf die Uhr schaute, um zu sehen wie viel Zeit noch bleibt, bis das Ende kommt. Er hingegen fand den Film spannend und stringent. In jedem Fall hat „Allegiant“ einen roten Faden – nur habe ich einfach die ganze Zeit auf den großen Knall gewartet, VERDAMMT! 
Der blieb aber aus und so ging ich ziemlich aggressiv aus dem Kino. 
Shailene Wooddley wächst mit ihrer Rolle. Ich finde Tris relativ naiv und oftmals ziemlich dumm. So ist es natürlich auch im Film – immerhin etwas, an das ich mich erinnere. Interessant fand ich den Kontrast zu schwarz und weiß. Tris trägt als Ferox ihre enge schwarze Lederkleidung. Sobald sie aber in der sicheren Zone ist und als „Reine“ deklariert wird, trägt sie plötzlich nur noch weiß. Meiner Meinung nach ist das ein schönes Mittel, dass die Reinheit und Unschuld von Tris unterstreichen soll. Und gleichzeitig ist es ein Tipp für den Zuschauer, dass auch diejenigen außerhalb des Zauns in Kategorien zu denken scheinen und nicht alles so perfekt ist. Das muss auch Four erfahren (sorry Leute, aber ich weigere mich ihn Tobias zu nennen. Viel zu unmännlich für den Kerl, wenn ihr mich fragt!). Das Buch war in verschiedenen Perspektiven geschrieben und Four lernt die militärische Seite kennen, während Tris sich Tests unterzieht. Ich glaube kaum, dass diese Passage im Buch genauso war, aber hey – filmerische Freiheit und so. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, was man aber auch so erwartet. Sie mimen ihre Charaktere treu und die Neuen haben mir auch gefallen. Die Jugendlichen sind gereift und auch die schauspielerische Leistung ist erwachsener. Insgesamt ist die Umsetzung der Dystopie auf jeden Fall gelungen. 
Kommen wir aber mal zu dem Punkt, der mich so stört. Ja, im Film gibt es Action. Aber nicht so viel, wie ich erwartet hätte. Ich ärgere mich einfach gewaltig, dass ich nichts von den vier Teilen wusste. So wurde aus „Allegiant – Part 1“ nämlich nur einer der berühmten „Pufferfilme“, von denen ja angeblich alle profitieren. Und irgendwie stimmt es ja auch. Jeder der die Filme sehen will (bis zum Ende), schaut sich alle an. Die Produktionsfirmen, Schauspieler und Kinos profitieren so. Und die Hardcore-Fans haben so ja auch länger was von der Handlung. Aber das ist doch die reinste Abzocke!!! Vor allem, wenn das letzte Buch auch locker in einen Teil gepasst hätte. Ich hatte mich jedenfalls sehr darauf gefreut, zu sehen wie das Ende von „Die Bestimmung“ umgesetzt wurde – und genau das bekam ich nicht. Zum Glück kommt das ja noch im nächsten Jahr. Yeah….Ich finde das jedenfalls unnötig.

Also...


„Allegiant“ ist ein Film, der der Struktur seiner Vorgänger treu bleibt. Die Charaktere wachsen und reifen und die Kulisse wandelt sich noch einmal gekonnt. Die Spannung lässt zu wünschen übrig und die Handlung des Buches wurde auch nicht so richtig aufgefrischt. Zumindest konnte ich mich nur an Teilpassagen durch den Film erinnern, wer weiß, wie viel dazu gedichtet wurde... Meiner Meinung nach hätte man diesen netten Zwischenakt auch einfach weglassen und gleich zum Finale übergehen können. Aber wer hört schon auf kleine und gut zahlende Kinobesucherin?! Aufgrund meiner Enttäuschung (, auch wenn der Film da ja nicht viel für kann) vergebe ich 3 von 5 Sternen. Wehe, das Finale wird nicht gut!


13. Februar 2016

Review: "Die 5. Welle"



     Titel: Die 5. Welle

     Regie: J. Blakeson

     Länge: 117 Minuten

     FSK: 12

     Produktionsland: USA

     Erscheinungsjahr: 2016




Wieder eine Buchverfilmung! Jedes Mal wenn es dazu kommt schlägt mein Herz höher. Bei „Die 5. Welle“ war ich allerdings ziemlich schlecht vorbereitet, da die Info, dass die Story auf einem Buch beruht, lange nicht zu mir durchdrang. Das lag wohl daran, dass ich mich eigentlich nicht für Scify interessiere und  mir die Story im Allgemeinen zu brutal vorkam. Allerdings wollte ich wenigstens dem Film eine Chance geben, nachdem ich das Buch schon nicht gelesen hatte. Ich ging mit sehr niedrigen Erwartungen ins Kino, da viele Bekannte sagten, dass der Film schlecht sei. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen tatsächlich sooo niedrig waren, aber ich war absolut positiv überrascht! Für mich war „Die 5. Welle“ umwerfend und ein toller Film! Und wie es aussieht, werde ich jetzt wohl doch zum Buch greifen…


Darum geht's...


Aliens haben mehrere Angriffswellen auf die Erde geschickt und die Weltbevölkerung so weit dezimiert, dass nur wenige Menschen übrig blieben. Welchen Grund die Außerirdischen hatten, weiß niemand. Vier Wellen mussten die Erdbewohner bereits ertragen und die fünfte, apokalyptische, steht kurz bevor. Cassie (Chloë Grace Moretz) verlor ihre Familie und Freunde bei den Angriffen, ihr kleiner Bruder Sam (Zackary Arthur) wurde entführt. Sie schaffte es bisher, zu überleben, weil sie streng eine goldene Regel befolgte: vertraue niemandem. Denn die außerirdischen Invasoren können sich als Menschen tarnen und so ist jede Begegnung mit einem anderen Menschen eine potentielle Gefahr. Also bleibt Cassie allein – bis sie andere Überlebende trifft: den mysteriösen Evan Walker (Alex Roe), die Scharfschützin Ringer (Maika Monroe) und Ben Parish alias Zombie (Nick Robinson), auf den Cassie stand, als die Highschool-Welt noch heil war…

(Quelle:http://www.filmstarts.de/kritiken/204646.html)


Meine Meinung



Wie ich bereits sagte, war ich an der Thematik des Films nicht wirklich interessiert. Vielleicht auch, weil mir die Vorstellung, dass Aliens unsere Welt übernehmen Angst macht. Möglich wär’s. Hinzu kam, dass Freunde zu mir sagten, dass sie total enttäuscht gewesen seien. Und ich muss zugeben, dass ich ein paar Kritikpunkte sogar verstehen kann. Der Film ist kein rasanter Acrionstreifen. Nein, meine Lieben: Es ist eine Buchverfilmung! Für mich persönlich hat es absolut Sinn gemacht, dass es zwar Action gibt, aber dass zuallererst einmal eine Geschichte aufgebaut werden muss. Es wird noch zwei weitere Teile geben, zumindest laut Buchvorlage. Da kann man nicht erwarten, dass bereits alles aufgeklärt wird. Der Film hat auch meiner Meinung nach keinen richtigen Höhepunkt. Allerdings hat er ein Ziel, auf das hingearbeitet wird. Wirklich toll umgesetzt war für mich die Umsetzung der ersten vier Wellen. Der Überblick über die Welt und ihre Katastrophen war beeindruckend und erdrückend zugleich.
Die meiste Zeit über verfolgt der Zuschaue Cassie auf ihrer Suche nach ihrem Bruder. Hierzu streift sie durch die Wälder auf dem Weg zum Militärstützpunkt. Die Kulisse hat mir gut gefallen, ist allerdings nichts Besonderes. Außerdem finde ich, dass ein paar zu viele Klischees bedient werden – Stichwort Patriotismus Amerika oder Hight School Schwarm…Aber über diese Kleinigkeiten konnte ich wunderbar hinwegsehen, da Cassie, und somit auch Chloe Grace Moretz, es geschafft hat, mich in ihre Welt zu entführen. Eine Welt in der nichts mehr zählt, als die Liebe zu ihrem kleinen Bruder Sam. Diese Liebe konnte ich von der ersten Sekunde an spüren. Meiner Meinung nach hat Moretz einen guten Job gemacht. Leider verfolgt mich ihre Leistung aus „Carrie“ noch immer, aber ich versuche zu vergessen, dass sie auch mal in so einem gruselig schlechten Film eine Hauptrolle gespielt hat. In „Die 5. Welle“ war sie eine authentische Hauptfigur, der ich ihre Suche wirklich abgenommen habe. Dass Cassie Tagebuch schreibt finde ich sehr schön und ich nehme an, dass dies im Buch auch noch eine größere Rolle spielt. 
Die Kaltblütigkeit des Krieges und der Army wird ebenfalls gut herübergebracht. Für mich kam die Wendung nicht überraschend, aber gelungen war sie trotzdem! Mir hat die Szene, in der „Zombie“ oder auch Ben die Lage begreift sehr gut gefallen. Auch dass die Jugendlichen zu Soldaten ausgebildet werden, fand ich sehr authentisch. Die Szenen sind gelungen und haben mich in den Kriegsmodus katapultiert. Die rebellische Ringer übernimmt hier auch eine tolle Rolle. Als etwas fehlbesetzt empfinde ich Ben Parish mit Nick Robinson. Für mich stellte er zumindest nicht den High School Schwarm dar, sondern eher einen kleinen High School Bubi. Da ist Alex Roe, der Evan Walker spielt, doch die deutlich bessere Wahl. Ich persönlich finde Roe einfach nur – soll ich es sagen, oder macht es mich unprofessionell?! – heiß. Von Anfang an ahnt man, dass er ein paar Geheimnisse hat, dennoch gefiel mir die Spannung zwischen Cassie und Evan. Die schauspielerische Leistung fiel mir nur positiv und in keinster Weise negativ auf. Auch der kleine Bruder von Cassie war einfach nur niedlich. Ihn allerdings mit einer Schusswaffe zu sehen war verstörend. Und dies ist ein Bild, das nun einmal besser in einem Film, als in einem Buch gezeichnet werden kann. 


Also...


Ich könnte noch stundenlang so weiter schreiben. Aber ich denke ihr habt inzwischen einen Eindruck von meiner Meinung gewonnen. Ich bin tatsächlich ziemlich begeistert und absolut positiv überrascht. „Die 5. Welle“ hat es geschafft mich für die Geschichte zu begeistern, die zwar noch im Aufbau ist, von der ich aber jetzt schon wissen möchte, wie sie weiter geht. Daher werde ich in jedem Fall zum Buch greifen (, was ich mir gleich heute bestellt habe). Ich bin gespannt, ob es eine Dreiecksentwicklung zwischen Ben, Evan und Cassie geben wird. Aber das nur mal so. Die jungen Schauspieler bestehen in ihren Rollen sehr gut und bringen einen authentischen und spannenden Film auf die Leinwand! 
Leider saßen mit mir die verschiedensten und dähmlichsten Menschen im Kino. Die kreischige Mädchengruppe hat mir leider alle romantischen Szenen kaputt gemacht, während der Hardcore-Analytiker nach dem Film kritisierte, dass es unzählige Fehler im Film gäbe. Tja…mir sind sie nicht aufgefallen und so vergebe ich sehr gern 4,5 Sterne für die Truppe, die bitte unsere Welt retten muss!

27. November 2015

Review: "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2"






Titel: Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2
Regie: Francis Lawrence
Länge: 137 Minuten
FSK: 12
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2015


(Ach...in London wird ja so viel mehr Filmwerbung gemacht...)


„Die Tribute von Panem“ sind eine meiner absoluten Lieblingsreihen in der Buchwelt. Die Idee ist einfach atemberaubend und zugleich traurig realistisch, weshalb ich dieser Dystopie schon immer verfallen war. Meiner Meinung nach haben die Macher der Filmreihe vieles richtig gemacht und das vom ersten Teil an. Das große Finale „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ (wirklich unglaublicher Titel…man spürt richtig den Finalmodus….NICHT) ist ein gelungener Kinofilm und der Reihe würdig. Meiner Meinung nach allerdings nicht der beste Film der Reihe, obwohl es doch das große Finale ist.

Darum geht’s:


Während sich ganz Panem im Kriegszustand befindet, kommt es zur finalen Auseinandersetzung zwischen Katniss und Präsident Snow. Zusammen mit ihren engsten Freunden, darunter Gale (Liam Hemsworth), Finnick (Sam Clafin) und Peeta (Josh Hutcherson), begeben sich Katniss und die Distrikt 13 Einheit gemeinsam auf eine lebensgefährliche Mission, um das Leben aller Bürger Panems zu retten. Gleichzeitig bereitet sie einen Plan zur Ermordung Präsident Snows vor, der mittlerweile besessen davon ist, sie zu zerstören. Tödliche Fallen, Feinde und schwierige Entscheidungen warten auf Katniss und werden sie weitaus mehr herausfordern als alle Arenen, in denen sie während der Hungerspiele bestehen musste. (Quelle: http://www.thehungergames.movie)

Meine Meinung


Der Film schließt ganz genau an den letzten Teil an. Ich saß allerdings im Kino und musste kurz überlegen, was überhaupt noch einmal passiert war. Der zweite und dritte Teil enden schließlich sehr ähnlich (Kahle Wände, Krankenhausatmosphäre…ihr wisst schon). Man kommt allerdings wieder schnell in die Story. 

Der gesamte Film beinhaltet eine gute Mischung aus ruhigen Szenen und Action. Ich persönlich finde den politischen Aspekt in der Handlung des letzten Panem-Teils sehr gut. In mancher Hinsicht kommt einem das Geschehen gar nicht so unreal vor. Ich finde, dass die Macher diese Kriegs-/Revolutionsatmosphäre wirklich gut eingefangen haben. 

Zum Rest etwas zu sagen ist gar nicht so leicht, denn eigentlich weiß jeder Zuschauer, was er zu erwarten hat. Und genau das bekommt er auch. Die Charaktere samt Schauspielern sind bekannt, genauso wie die Handlung und die Situation. Der Zuschauer kennt die aufwendigen Kostüme, er kennt die Kulissen und weiß an welchen Orten der Film spielt. Nichtsdestotrotz sind all diese absolut beeindruckend. Auch wenn ich mir das Kapitol früher immer anders vorgestellt habe, bleibt sich die Filmreihe sehr treu und zieht ihre Linie bis zum Ende durch. (Die Wandlung innerhalb der Reihe von pompösen Auftritten zum Guerillakrieg ist allerdings sehr interessant!)
Das Gleiche lässt sich über die schauspielerische Leistung sagen. Jennifer Lawrence hat nicht umsonst einen Oscar gewonnen, wenn auch in einer völlig anderen Rolle. Katniss bleibt die kämpferische Rebellin, die manchmal nicht ganz nachvollziehbar und gefühlskalt scheint. Jede Besetzung ist gelungen, aber dass die Schauspieler ihre Sache gut machen, ist auch im vierten Teil nicht überraschend. Die Nebenrollen sind großartig besetzt, aber man lernt auch niemand Neues kennen. Ich war sehr gespannt, wie der Verlust von  Philip Seymour Hoffman (Plutarch) gelöst wird. Mir fiel allerdings nicht auf, dass er in nicht allzu vielen Szenen mitspielt, der Handlung schadet der traurige Umstand jedenfalls nicht.

Die Actionszenen haben mir ebenfalls gut gefallen! Die Power des Buches kommt durch und wurde wunderbar umgesetzt. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass dieser Film wohl vor allem die Buch-Fans befriedigt, denn er hält sich sehr genau an die Vorlage. Für andere Kinogänger könnte die Handlung (und vor allem das Ende) so allerdings sehr in die Länge gezogen sein. Wir Leser wissen natürlich, dass am Ende noch ein bisschen was Ruhiges zu erwarten ist. Allerdings gibt es vor allem zu Beginn die ein oder andere Abänderung. So ganz genau kann ich das gar nicht mehr beurteilen, da es einige Zeit her ist, dass ich das Buch las. Was mir aber gut gefiel und so im Buch glaube ich nicht ganz herauskommt, ist dass die Straßeneroberung wie eine Art „Hungerspiele“ dargestellt wird. 
Leider ist in diesem Teil etwas weniger Humor zu finden, als noch in den Vorgängern. Aber immer wenn Haymitch die Fläche betritt (, was leider viel zu selten der Fall ist!), kann der Zuschauer lachen oder wenigstens ein kleines Schmunzeln nicht unterdrücken.

Also...



Letztendlich bekommt man aber genau das, was man auch will (und erwartet). Tolle Kulissen, ein spannendes Finale mit packenden Szenen, in denen man sich erschreckt, ekelt, mitfühlt und mitfiebert. Die große Entscheidung zwischen Peeta und Gale muss gefällt werden, viele Menschen müssen in der Revolution ihr Leben lassen und Katniss wird Snow gegenüber stehen müssen. Der Film ist sein Eintrittsgeld durchaus wert und ein würdiges Finale. Für mich fühlte es sich nicht wie 137 Minuten an. Ich bin ein bisschen traurig, dass die Reihe nun auch filmerisch abgeschlossen ist, denke aber auch, dass der Wandel innerhalb der Reihe sehr radikal ist. Für mich sind „Die Tribute von Panem“ auch im Kino ein absoluter Muss. Der Film ist gut und ich weiß gar nicht, was genau mich gestört hat. Aber irgendwas fehlte dann doch. Oder andere Teile haben die Erwartungen einfach sehr hoch werden lassen. Dennoch: absolut keine Enttäuschung!


Ich vergebe 4 von 5 Sternen.