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17. November 2020

Rezension: "Escape Book - Tutanchamuns Geheimnis"

 


Titel: Pocket Escape Book - Tutanchamuns Geheimnis
Autor: Vincent Raffaitin
Verlag: Ullmann Verlag
Preis: 5,99€
Seiten: 128

Rätsel! Die meisten von uns mögen sie sehr gern. Die einen mehr, die anderen weniger. Doch das Herumraten, Knobeln und Nachdenken finden die meisten Menschen sehr spannend. Und deswegen gibt es inzwischen auch die „Rätsel-Indurstrie“, die früher aus einfachen Heften bestand und heute sogar interaktive Schnitzeljagden via Handy-App möglich macht. In diese Industrie gehören auch die sogenannten „Escape-Books“, von denen ich hier auf dem Blog bereits ein paar Mal berichtet habe. 
Nachdem mein erstes Escape Book mich und meinen Freund extrem überfordert hat, wagten wir uns – samt unserer gesammelten Erfahrung – an ein neues Abenteuer: „Tutanchamuns Geheimnis“. Selber Verlag, selber Autor wie unser erstes Abenteuer („Rätsel um Leonardo“). Und doch…SO VIEL BESSER!

Stellen Sie sich vor, es gäbe im Tal der Könige, in der Grabkammer des Tutanchamun ein ungelöstes Geheimnis… und Sie können derjenige sein, der es lüftet und der Öffentlichkeit zugänglich macht! Sie müssen nur die Hieroglyphen richtig interpretieren, die Ihnen ein geheimnisvoller Fremder zugespielt hat…

Für alle, die nicht genau wissen, was das Medium „Escape Book“ meint, erkläre ich es noch einmal kurz. „Escape Books“ sind quasi schriftliche Escape Rooms. Man begibt sich also in eine Art Spiel, das man alleine, aber auch mit mehreren Personen lösen kann. Ziel ist es „von einem Raum in den nächsten zu kommen“, bevor die Zeit abläuft. In jedem „Raum“ gibt es ein Rätsel, das gelöst werden muss und erst, wenn dies geschehen ist, kommt man weiter. 
In schriftlicher Form bewegt man sich zwar statt durch Räume nur durch Seiten, doch wer glaubt, dass es dadurch weniger interaktiv wäre, der täuscht sich. Denn diese kleinen, dünnen Büchlein warten mit der einen oder anderen Überraschung auf. Haltet also Stift, Kleber, Schere, Lupe oder Licht bereit, wenn ihr euch auf Rätseljagd begeben solltet! Ihr könnt diese Dinge gut gebrauchen!
Für die Escape Books aus dem Ullmann-Verlag  hat man 60 Minuten Zeit. Ob die Lesezeit darin enthalten ist, frage ich mich leider bis heute. Denn um das Escape BOOK zu lösen, muss man natürlich eine erhebliche Menge Text LESEN. Das kann dauern, je nach Leser. 
Insgesamt sind in „Tutanchamuns Geheimnis“ ca. 15 Rätsel auf 120 Seiten in fünf Kapiteln enthalten. Am Anfang des Buches findet man eine Art Spielanleitung, in der erklärt wird, wie die Rätsel ungefähr aufgebaut sind und welche Möglichkeiten man hat. Zu jedem Rätsel gibt es die Möglichkeit zwei Hinweise anzufragen, die unter einem Code hinten im Buch zu finden sind. Im besten Fall benutzt man diese Hinweise nicht. 
Bei meinem ersten „Escape Book“ war ich zutiefst frustriert! Die Rätsel waren unglaublich schwer, ich habe die Zeit um mehr als das Doppelte überschritten und fühlte mich ehrlich gesagt ziemlich dämlich. Vielleicht liegt es an der Erfahrung, die ich mit dem ersten Buch dieser Art gemacht hatte, aber „Tutanchamuns Geheimnis“ war so viel besser! Und tatsächlich auch leichter zu lösen. Am Ende war ich nur ca. bei 80 Minuten, statt bei 140. 
Ob dies ein subjektiver Eindruck ist, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht weiß man nach dem ersten Buch, worauf man ungefähr achten muss. Ich glaube das allerdings nichts. Die Rätsel in „Tutanchamuns Geheimnis“ sind sehr viel visueller, als in „Rätsel um Leonardo“. Oft bekommt man Bilder oder Gegenstände zur Hand, auf denen man etwas entdecken muss. Diese Gegenstände sind in sehr guter Qualität im Buch abgedruckt, zum Teil muss man sie auch ausschneiden. Man kann sich recht gut in die Rätsel denken und die Lösungen sind logisch. Dabei will ich nicht behaupten, dass sie super einfach sind. Das nicht. Aber das nötige Hintergrund- und Allgemeinwissen hält sich in Grenzen. Es geht eher um Logik, als um Wissen. 
Mich hat allerdings auch das Thema des Buches total gefesselt! Ich bin ein großer Fan des Alten Ägyptens und weiß sehr viel über Tutanchamun (, deswegen kann übrigens das Ende auch nicht realistisch sein). Die Aufmachung des Buches hat so viele tolle Details aus dem Alten Ägypten, dass es einfach nur Spaß macht, sich in ebendieses gedanklich zu begeben. 
Ich habe das Buch wieder gemeinsam mit meinem Freund gelöst und wir waren beide total begeistert! An der einen oder anderen Stelle waren wir tatsächlich verwundert, dass des Rätsels Lösung „so einfach“ war – schließlich waren wir anderes gewohnt. Ich würde dieses Escape Book definitiv als einfacher einstufen, als „Rätsel um Leonardo“, das ebenfalls von Vincent Raffaitin erarbeitet wurde. Vielleicht kam ich deswegen besser damit zurecht. Es gibt allerdings auch ein Rätsel im Buch, das mein Freund und ich auch nach den beiden Hinweisen und dem Lesen der Lösung nicht verstanden haben. Nun ja. Auch das kommt vor.
Man kann sich auf jeden Fall sicher sein, dass man mit „Tutanchamuns Geheimnis“ für ca. 6€ wirklich nichts verkehrt machen kann! Die Gestaltung ist absolut hochwertig. Es gibt tolle Darstellungen, Rätsel und Farbseiten in dieser gut erzählten Geschichte, sodass man unbedingt auf seine Kosten kommt. Und vor allem möchte man ja eines: Rätsel lösen! Und davon bietet dieses Escape Book reichlich!

Ich bin mit „Tutanchamuns Geheimnis“ total zufrieden! Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, sich auf die Reises dieses Buchs zu begeben und das Geheimnis um den jungen Pharao zu lösen! Man kann wirklich fast alle Rätsel aus eigenem Antrieb schaffen und das auch ungefähr in der angegeben Zeit. Davon sollte man sich allerdings nicht hetzen lassen, sondern ruhig das Setting und die Aufmachung des Buches genießen. Ich kann dieses Escape Book nur empfehlen und wünsche allen Abenteurern und Rätseljägern da draußen ganz viel Spaß mit diesem 5-Sterne Buch!


20. September 2020

Rezension: "Escape Book - Rätsel um Leonardo"


Titel: Pocket Escape Book - Rätsel um Leonardo
Autor: Vincent Raffaitin
Verlag: Ullmann Verlag
Preis: 5,99€
Seiten: 128


In unserer Gesellschaft gibt es unzählige Trends. Einer, der sich durchgesetzt hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „rätselhafter“. In den letzten Jahren sind viele „Escape Rooms“ entstanden und natürlich begeben die Menschen sich gern auf die Jagd nach Abenteuern und Rätseln! Ich selbst war leider noch nie in einem Escape Room, doch das Format reizt mich sehr.  Und deswegen war ich sehr gespannt, als ich in der Vorschau des Ullmann-Verlags die Reihe der „Escape Books“ entdeckte. Der Name ähnelt sich nicht ohne Grund – denn ein „Escape Book“ ist sozusagen ein „Ecape Room“ in schriftlicher Form. Für mein allererstes Escape-Abenteuer entschied ich mich für ein toll aufgemachtes Heft mit dem Namen „Rätsel um Leonardo“ vom Autor Vincent Raffaitin, in dem der Leser die hinterlassenen Geheimnisse des großen Leonardo da Vinci entschlüsseln muss. Ich war Feuer und Flamme! Und ich wurde überrascht…sowohl in positiver als auch negativer Form.


Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Möglichkeit, Leonardo da Vincis letztes, größtes Geheimnis zu lüften… und Sie können derjenige sein, der es entdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich macht! Sie müssen nur die kryptischen, verschlüsselten Hinweise richtig interpretieren, die er hinterlassen und die Ihnen ein geheimnisvoller Fremder zugespielt hat. 

Wie ich bereits beschrieben habe, war „Rätsel um Leonardo“ mein allererstes „Escape Book“. Das Konzept hinter einem solchen Buch scheint einfach. Man liest das etwa 120 Seiten dünne Büchlein linear, also von vorn bis hinten. Anfangs wird man in die Geschichte eingeführt, – in diesem Fall in man ein junger Journalist, der einen Tipp zugesendet bekommt – anschließend tauchen alle paar Seiten Rätsel auf. Als Journalist muss man sich an verschiedene Orte begeben und dort Rätsel lösen. Diese Rätsel sind ganz verschiedener Natur. Zu jedem Rätsel gibt es zwei Hinweise. Diese sind mithilfe von Nummern im Buch gekennzeichnet und ganz hinten lässt sich ein Verzeichnis dieser Nummern finden. Sie sind übrigens nicht chronologisch, sodass man nicht aus Versehen einen weiteren Hinweis mitliest. Die Hinweise sollen natürlich helfen, das Rätsel zu lösen und „in den nächsten Raum“ zu kommen. Manche Rätsel bestehen auch aus einer Art Suchseite. In diesen Suchbildern verbirgt sich dann zumeist ein Buchstabe, der mit dem „Decodierer“ entschlüsselt werden muss. Der Decodierer ist ebenfalls eine Seite ganz hinten im Heft, der quasi weitere Anweisungen gibt. In den Regeln der Einleitung steht, dass man für das gesamte Buch nur 60 Minuten Zeit hat (man soll die Zeit stoppen) und dass man theoretisch nur fünf Hinweise insgesamt nutzen darf. Hat man drei Mal ein Rätsel nicht lösen können, ist die Geschichte theoretisch vorbei. Das Schöne ist aber ja, dass dies niemand kontrollieren kann.
So viel zu den Regeln und der Theorie.
Und dann kommt die Praxis.
Zuallererst muss man sagen, dass dieses dünne Heft wirklich toll aufgemacht ist! Von außen macht es bereits eine Menge her und der Klappentext ist absolut fesselnd. Man hat sofort Lust, die verschiedenen Rätsel zu lösen. Die Zeichnungen, Bilder und Hinweise im Büchlein sind hochwertig und sehen toll aus. Es gibt keine Rechtschreib- oder Druckfehler, sodass man theoretisch alle Rätsel lösen kann. Und da sind wir an einem problematischen Punkt: ich konnte die meisten Rätsel nicht ansatzweise lösen.
Mein Freund und ich haben und „Rätsel um Leonardo“ an einem Freitagabend geschnappt und uns gemeinsam ins Abenteuer gestürzt. Wir waren voller Vorfreude und stellten unseren Timer. Und irgendwann waren wir zutiefst frustriert. Denn die einzelnen Rätsel waren so, so, so schwierig! So blöd es klingt: ich halte mich für nicht auf den Kopf gefallen und dachte wirklich, ich könnte diese Rätsel lösen. Aber der Schwierigkeitsgrad ist unglaublich hoch und man muss oft mehr als nur um die einfache Ecke denken! Leider gibt es keine Angabe über einen Schwierigkeitsgrad, was ich wirklich schade finde. Wenn man vielleicht eine Zuordnung von drei Levels vorn auf das Cover hinzufügen würde, sodass der Leser sofort sieht „Aha, es ist ein schweres Escape-Book“, wäre glaube ich schon vielen geholfen. Denn mein Freund und ich waren schon beim ersten Rätsel überfordert. Bei nur zwei Rätseln (von insgesamt 19) haben wir nicht in die Hinweise geschaut. Oft ist der erste Hinweis auch unnötig, da man von selbst auf diesen Ansatz kommt, er aber eben nicht weiter hilft. Und obwohl in der Einleitung steht, dass der zweite Hinweis immer sehr eindeutig sei, waren wir nach dem Lesen noch immer ratlos.
Es mag sein, dass viele unserer Probleme mit unserer Unerfahrenheit zusammenhängen. Kennt man das Konzept und den Aufbau eines solches Buches, mag es einfacher sein. Doch auch so braucht man einen unglaublich hohen Grad an Vorwissen und Allgemeinbildung, um die Rätsel zu lösen. Mit anderen Worten: Man muss wirklich verdammt klug sein! Deswegen finde ich die Altersangabe von „ab 12 Jahren“ auch absolut verfehlt. Ich persönlich kenne zumindest keinen 12-Jährigen, der dieses Buch hätte lösen können. Ein weiterer Kritikpunkt ist meines Erachtens die Zeitangabe. Nach 75 Minuten waren mein Freund und ich gerade in Kapitel drei von fünf, uns fehlte also noch gut ein Drittel des Buches. Dabei haben wir bei den Rätseln gar nicht so lange verweilt oder uns groß Zeit genommen. Aber allein die Textmenge zu bewerkstelligen, kostet einen geübten Leser viel Zeit. Deswegen sind die 60 Minuten wirklich unrealistisch. Rechnet man die Lesezeit aus, kann es allerdings gut funktionieren!
Nach viel Kritik folgt natürlich auch etwas Positives: Die Geschichte ist wirklich cool und die Sache an sich macht wirklich Spaß! Kann man die Rätsel lösen, bestimmt noch viel mehr, als wenn man (wie wir) immer wieder auf dem Schlauch steht. Das Setting ist toll, die Grundlage des Rätsels ebenfalls und auch der Schreibstil ist flüssig. Kritisieren würde ich wiederum die Auflösung des Rätsels, da der Autor hier relativ unlogisch wird. Bei den Rätseln selbst herrscht allerdings die Logik vor! Und man muss bei einigen Rätseln auch wirklich kreativ werden! Manchmal bietet es sich an, im Heft herumzumalen, Seiten zu knicken oder auch das ein oder andere Hilfsmittel aus dem Haushalt zu benutzen…klingt spannend? Ist es auch definitiv!

Ein Fazit zu diesem wirklich toll gestalteten „Escape-Book“ zu fällen, erscheint mir schwer. Denn ich bin überzeugt, dass „Rätsel um Leonardo“ richtig, richtig viel Spaß machen kann! Das hat es auch immer dann, wenn man das Gefühl hatte, auf der richtigen Spur zu sein. Blickt man aber immer wieder auf die fortschreitende Zeit und kommt einfach nicht auf des Rätsels Lösung, setzte schnell ein gewisser Grad an Frustration ein. Mein Freund und ich haben insgesamt über zwei Stunden, ca. alle Hinweise und viele Nerven gebraucht, um dieses Büchlein zu lösen. Aber wir hatten trotz allem viel Spaß und ich konnte dem Konzept an sich sehr viel abgewinnen. Auch dieses spezielle „Escape-Book“ hat eine faszinierende Geschichte, die sicher viele Rätselfreunde in Zukunft erfreuen wird. Deswegen vergebe ich vier Sterne und freue mich schon auf das nächste Rätselabenteuer! Wer weiß, vielleicht werde ich dank meiner Erfahrung das nächste Mal besser abschneiden…


           




Vielen Dank an den Ullmann-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!