Titel: Ich und die Heartbreakers
Autorin: Ali Novak
Sprecherin: Ann-Kathrin Hinz
Verlag: der Hörverlag
Dauer: 9h 57m
Seiten: 416
Preis: 21,95€
Im Dschungel der New Adult-Bücher verirre ich mich
inzwischen oft. Dann bin ich froh, wenn mich das Chaos Richtung Young Adult
leitet und ich bei soliden Autorinnen wie Ali Novak ankomme. Denn für mich muss
es nicht immer explizit werden und am College spielen. Ein relativ unschuldiges
Setting tut es eben auch. Nachdem ich – ich muss es einfach ehrlich zugeben – „Ich
und die Walter Boys“ geliebt habe, war ich sehr gespannt auf Novaks nächste Reihe.
Auch wenn ich den Titel wenig inspirierend finde, hat mir „Ich und die
Heartbreakers“ wirklich wahnsinnig gut gefallen. Spritzige Charaktere, eine
Storyline zum Hineinträumen und natürlich die große Liebe. Perfekt für den
Sommer!

Stella tut alles für ihre kranke Schwester. Sogar bis nach
Chicago fahren und sich stundenlang die Füße platt stehen, um ein Autogramm von
Caras Lieblings-Boygroup zu ergattern, den »Heartbreakers«. Aber da muss Stella
durch – ihr Geburtstagsgeschenk für Cara soll so richtig krachen. Kurioserweise
läuft es dann komplett anders als gedacht: Stella kommt nicht nur mit einem
Autogramm zurück, sondern verliebt bis über beide Ohren. In wen? Ausgerechnet
in Oliver Perry, den Leadsänger der »Heartbreakers«!

Natürlich ist die Grundstory alt: Mädchen von nebenan trifft
Rockstar und verdreht ihm den Kopf. Alles in allem beschreibt das „Ich und die
Heartbreakers“ schon ziemlich gut und trotzdem ist die Geschichte mehr. Das hat
vor allem mit der Protagonistin zu tun. Stella ist ein Drilling. Allein das
fand ich ziemlich cool. Natürlich ist das speziell, aber die
Geschwisterverbundenheit, die dadurch einen großen Teil im Buch einnimmt, ist
einfach toll. Stella hat einen Bruder, Drew, und eine Schwester namens Cara.
Alle drei sind kurz vor ihrem 18. Geburtstag, was das Buch schon einmal in den
Young Adult-Bereich platziert – Pluspunkt bei mir. Drew ist ein sportlicher,
frecher Kerl, der mein Herz sofort erobert hat. Wer Stella aber vielmehr prägt,
ist Cara. Und hier kommen wir zur tragenden Grundstory von „Ich und die
Heartbreakers“. Cara hat eine Form von Krebs. Sie kämpft, aber
selbstverständlich ist das für die Familie sehr belastend. Ich persönlich kann
mir die Situation nicht vorstellen. Es muss grauenhaft sein, wenn ein Familienmitglied
an Krebs erkrankt. Die Welt kann einfach so unfair sein. Das empfindet auch
Stella so. Denn seit Cara krank ist, hat sich ihr Leben um 180 Grad gedreht.
Für sie zählt nichts als Cara. Und nun ist wohl auch jedem klar, warum dieses
Buch eben nicht nur eine heitere Geschichte ist. Natürlich verpackt Ali Novak
die Krankheit in eine Art „Wohlfühlrahmen“ und trotzdem ist das Thema ernst.
Das Buch nimmt es auch ernst, was mir sehr imponiert hat. Alle Charaktere im
Buch kämpfen gegen den Krebs und irgendwie bleibt das immer im Hinterkopf.
Natürlich ist es aber auch Anlass für die schöne Geschichte, die Stella erleben
darf.
Cara schwärmt für die „Heartbreakers“, eine Band, die Stella absolut verachtet. Für Cara wollen sie und Drew aber versuchen, ein Autogramm von den
vier Jungen zu bekommen. Durch Zufall trifft Stella den Frontsänger in einem
Café. Nun beginnen die Klischees, denn natürlich weiß Stella nicht, wer er ist.
Stichwort Meet Cute. Das ein oder andere unlogische Szenario reiht sich an das
nächste und schon ist man mittendrin in einer wunderschönen „Girl next door“-Geschichte
mit Rockstar-Flair.
Mich hat die Geschichte insgesamt an die Teenagerfilme meiner Jugend erinnert.
Nicht viel Nachdenken, süße Liebesgeschichten und Wohlfühlvibes. Genau, wonach
mir gerade war. Wirklich toll an „Ich und die Heartbreakers“ sind die
Charaktere. Stella ist super authentisch. Sie musste durch die Krankheit ihrer
Schwester schneller erwachsen werden und macht sich Gedanken über Dinge, die
das Leben einer 17-Jährigen eigentlich nicht betreffen sollten. Ihre größte
Leidenschaft ist das Fotografieren. Obwohl ich wirklich keine Ahnung von diesem
Sujet habe, fand ich es gut umgesetzt. Ihr Hobby zieht sich durch die ganze
Geschichte und spielt eine große Rolle. Auch ansonsten ist Stella sehr
liebeswürdig. Trotzdem schätzt sie sich nicht falsch ein oder macht auf
schüchternes Mädchen. Ich fand sie sehr selbstbewusst und bodenständig. Für
mich machte es absolut Sinn, dass sie ein Drilling ist, denn sie hat eine
Stärke, die man glaube ich besonders durch so enge Bindungen – wie eben zu
ihren Geschwistern – haben kann. Wenn wir schon bei den Geschwistern sind, auch
Drew und Cara fand ich toll. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein junges
Mädchen, das an dieser Krankheit leidet, genauso ist wie Cara. Manchmal mutig,
manchmal mutlos und trotzdem entschlossen. Dann wären da noch die vier
Heartbreakers. Tatsächlich nehmen alle vier Jungen viel Raum in der Geschichte
ein. Am wenigsten kann ich über Sander sagen. Aber JJ ist der lustige, Alec der
Ruhige und Nachdenkliche und Oliver…tja, Oliver. Oliver ist der Leadsänger und
natürlich Traum aller Mädchen. Die Liebesgeschichte zwischen Oliver und Stella
ist wirklich süß und unschuldig. Es ist kein ewiges Hin und Her, hat aber genug
Aufs und Abs, um spannend zu sein. Mir hat alles daran sehr gut gefallen. Zwischen den Jungen und Stella entwickelt sich eine ernstzunehmende Freundschaft, die wunderbar zur Geschichte passt. Auch das Thema Musik spielt natürlich eine große Rolle.
Das einzige, was meine Wertung ein kleines bisschen runterzieht, ist der Faktor
Logik. Denn natürlich ist unglaublich vieles an „Ich und die Heartbreakers“
eher unlogisch oder sagen wir zumindest unwahrscheinlich. Aber das machte die
Geschichte für mich nicht weniger hörenswert. Ich habe mit den Figuren
mitgefiebert, mitgelitten und mich mitgefreut. Insgesamt habe ich das Buch
einfach sehr gern gehört.
Dazu trug auch die angenehme Stimme von Ann-Kathrin Hinz bei, die sehr gut zu
Stella passt. Ein wirklich gutes Match! Auch der jugendliche Stil von Ali Novak
macht das Buch so frisch, wie es eben ist. Ihre Beschreibungen passen super ins
Setting und lassen junge (oder in meinem Fall ältere) Mädchen von
Rockstarherzen träumen.
„Ich und die Heartbreakers“ ist ein schönes Hörbuch mit
einer süßen Liebesgeschichte, einem sehr ernsten Thema und dem großen Setting „Freundschaft“.
Lediglich die Tatsache, dass vieles in der Geschichte ziemlich unwahrscheinlich
ist, hält mich von der Höchstwertung ab. Denn insgesamt konnte ich bei diesem
Hörbuch super abschalten und habe mich immer auf das Hören gefreut. Deswegen
vergebe ich 4,5 Sterne und spreche meine Empfehlung für heiße Sommertage aus.