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1. August 2023

Rezension [Hörbuch]: "Arielle die Meerjungfrau"


Titel: Arielle die Meerjungfrau
Sprecherin: Rieke Werner
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Dauer: 3h 33m
 

Schon als kleines Mädchen habe ich Arielle geliebt. Ich weiß nicht, wie oft ich den Disneyfilm, die dazugehörige Serie oder sogar den zweiten Teil mit ihrer Tochter Melody gesehen habe. Die rothaarige Prinzessin steht sogar heute noch als Funko bei mir im Bücherregal. Die Liebe zu dieser Figur besteht also schon lange. Daher war es absolut klar, dass ich auch die neue Realverfilmung von Disney sehen muss. Als ich aber sah, dass es ein dazugehöriges Hörbuch gibt, wusste ich, dass ich dieses unbedingt zuerst hören muss. Denn das Medium des Hörbuchs hat definitiv auch Vorteile gegenüber dem Film. Aber konnte „Arielle die Meerjungfrau“ diese auch ausspielen? Oh ja! Mit diesem Hörbuch bekommt man nämlich die wundervoll magische Welt der kleinen Meerjungfrau und gleichzeitig alle Emotionen und versteckten Gedanken, die vielleicht im Film nicht ganz klar sind. Absolute Hörempfehlung!

Die Meerjungfrau Arielle lebt mit ihrer Familie in einem Meeresreich, das von ihrem Vater, König Triton, regiert wird. Sie singt gerne und sehnt sich heimlich nach dem Leben auf der Wasseroberfläche. Immer wieder bricht das junge Mädchen mit der schönen Stimme die Regeln und nähert sich der Welt der Menschen. Arielle ist fasziniert von den Menschen, ihren Sitten und Gebräuchen, und dem Menschenprinzen Eric. Und auch Eric bekommt die schöne Stimme des Mädchens nicht aus dem Kopf, die er aus dem Meer hörte. Arielle geht einen Pakt mit einer bösen Meerhexe ein, um das Leben an Land kennenzulernen, der sie aber letztlich in Lebensgefahr bringt.

Die Geschichte von Arielle ist ja bekannt. Trotzdem war ich gespannt, ob es Änderungen gegeben hat. Das Original ist schließlich das Märchen von Hans Christian Andersen und das ist bekanntlich in vielen Aspekten ganz anders als das, was Disney später aus der kleinen Meerjungfrau machte. Aber Fans können hier aufatmen: Bis auf kleine Änderungen ist die Geschichte dieselbe wie im Zeichentrickfilm. Diese Änderungen betreffen ein paar Charaktere, wie zum Beispiel Erics Mutter oder dass der Koch Louis keine Rolle spielt. Auch die Handlung ist in kleinen Teilen anders, vielleicht etwas „realistischer“. Skuttle zum Beispiel ist eine weibliche Möwe (, was ich wirklich gut finde, denn es gibt einfach zu viele männliche Charaktere in Disneyfilmen!) und Fabius spielt natürlich keine so große Rolle. Das Handlungsgerüst ist und bleibt aber das gleiche: Arielle verliebt sich in einen Menschen und möchte selbst ein Mensch sein. Die böse Meerhexe Ursula hilft ihr bei diesem Vorhaben und hat ihre ganz eigenen Hintergedanken. Zur Geschichte selbst brauche ich also nichts weiter sagen. Mir gefielen diese winzigen Änderungen wirklich sehr und irgendwie waren sie auch nötig, damit der Film eigenständig ist. Die Geschichte ist total unterhaltsam und sehr humorvoll. Ich konnte mir beim Hören gut vorstellen, wie die Szenen im Film wohl aussehen. Sebastian ist auch in dieser Version ein sehr lustiger Charakter, der mir sehr gut gefiel. Auch der sensible Eric ist wirklich interessant. Und mir gefiel auch diese neue Version von Arielle selbst. Sie ist natürlich naiv – das muss sie für die Geschichte auch sein – aber sie ist selbständiger als früher. Insgesamt ist die Handlung sehr kurzweilig und entführt in die wundervolle (Unterwasser-)Welt. Ich habe mich allerdings gefragt, ob es im Film Lieder gibt. Diese sind im Hörbuch nämlich nicht, obwohl angedeutet wird, dass es sie geben könnte. Das tut dem Unterhaltungsfaktor aber keinen Abbruch.
Das allerbeste an diesem Hörbuch aber ist die Sprecherin. Ich habe gelesen, dass Rieke Werner auch die Synchronstimme von Arielle ist. Das finde ich wirklich wundervoll, denn ich kann mir keine bessere Stimme für die Meerprinzessin vorstellen. Werner liest die Geschichte hervorragend und sorgt dafür, dass man sich als Hörer sofort fallen lässt. Sie interpretiert die Geschichte einfach toll und hat eine sehr schöne Stimme. Auch dank ihr hatte ich das Gefühl, die Charaktere richtig gut zu kennen. Denn dies ist der große Vorteil des Hörbuchs: Der Hörer bekommt einen Einblick in das Innenleben der Figuren. Denn  - wie in einem Buch auch – die Autorin beschreibt natürlich die Gefühle der Hauptpersonen. Man weiß genau und kann nachempfinden, wann Arielle nervös ist oder an sich zweifelt. Man weiß, dass Eric unzufrieden ist und fühlt mit ihm. All das kann sicher auch durch schauspielerische Leistungen zu erkennen sein, aber im Hörbuch werden die Emotionen ganz deutlich. Und das war wirklich schön.
Ein paar Sätze möchte ich noch zur bekannten Debatte fallen lassen. Ich will den Film auf jeden Fall sehen! Und das auch, obwohl ich mit der rothaarigen, weißen Arielle aufgewachsen bin. Ich bin mir nämlich sicher, dass auch eine farbige Arielle ganz zauberhaft sein wird. Ich finde es toll, dass Disney hier eine Offenheit an den Tag legt, die längst überfällig ist.

Das Hörbuch „Arielle die Meerjungfrau“ hält genau, was es verspricht. Es ist kurzweilig, sehr unterhaltsam und wirklich humorvoll. Man verliert sich sehr schnell in dieser Welt, die allen Disneyfans bekannt und trotzdem hier wieder ganz neu ist. Ich kann die Geschichte nur empfehlen und vergebe volle fünf Sterne für diese schöne und emotionale Interpretation mit einer überragenden Sprecherin.


28. März 2023

Rezension [Hörbuch]: Disney Twisted Tales - Collection


Titel: Disney - Twisted Tales (Collection)
Autor: Jen Calonita, Liz Braswell, Elizabeth Lim
Sprecher: Heidi Honert u.a.
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 19,99€
Dauer: 48h 47min

 

Ich bin ein großer Disney-Fan. Meine Sammlung an Filmen, aber vor allem auch Fanartikeln ist riesig. Hinzu kommt meine große Hörbuch-Liebe, sodass ich um die Hörbuchsammlung „Disney – Twisted Tales“ keinen Bogen machen konnte. Sie besteht aus fünf Geschichten von insgesamt drei Autorinnen, die sich alle zur Aufgabe gemacht haben, ursprüngliche Disney-Geschichten umzuschreiben. Es geht düsterer und brutaler einher, doch irgendwie bleibt immer der Kern der Klassiker erhalten. Zugrunde gelegt ist immer die Frage "Was wäre wenn...?" Diese Phrase bietet nicht nur innovative Ideen, sondern auch eine Menge Spannung.
Ich habe natürlich eine Weile gebraucht, um alle fünf Geschichten zu hören. Und dann fragte ich mich auch noch, wie ich eine Sammelrezension schreiben soll, wenn es doch eigentlich fünf Werke zu bewerten gibt. Verzeiht mir deshalb, dass ich im Folgenden zu jedem einzelnen Hörbuch eine Mini-Rezension schreibe. Insgesamt kann ich aber eines sagen: Diese düstere Sammlung der etwas anderen Klassiker lohnt sich definitiv!

Was wäre, wenn … ? Die neue Reihe »Disney – Twisted Tales« gibt bekannten Klassikern eine völlig neue Wendung! Fünf Titel aus der »Twisted Tales«-Reihe als mp3-CDs im Schmuckschuber mit Goldfolie und Spot-Lack, perfekt zum Verschenken und zum Sammeln.

Enthält:

»Spieglein, Spieglein« Was wäre, wenn die böse Königin den Prinzen vergiftet hätte?

»Die Schöne und ihr Geheimnis« Was wäre, wenn Belles Mutter das Biest verflucht hätte?

»Elsas Suche« Was wäre, wenn Elsa und Anna sich nie kennengelernt hätten?

»Dunkle Schatten« Was wäre, wenn Mulan in die Unterwelt hätte reisen müssen?

»Wie ein unendlicher Traum« Was wäre, wenn Dornröschen niemals mehr erwacht wäre?



Das erste Buch der Sammlung ist „Elsas Suche“ von Jen Calonita. Auf dieses Buch habe ich mich tatsächlich am wenigsten gefreut. Woran genau das liegt, kann ich gar nicht sagen. Als Einstieg in die Twisted Tales war es aber doch sehr schön. Die Handlung ist definitiv die „freundlichste“ unter diesen fünf Büchern. Annas und Elsas umgedichtete Geschichte ist nicht so düster wie die anderen Hörbücher. Es geht vor allem um zwei Protagonistinnen und diese Geschwisterliebe steht eben auch im Fokus. Die Geschichte gefiel mir insgesamt ganz gut. Sie hat viele Elemente, die sich an den Film halten und erzählt eben eine Alternative, landet aber am Ende doch beim gleichen Ergebnis. Kristoff und Sven finde ich in dieser Version ebenfalls sehr schön. Kritisieren muss ich allerdings die Sprecherin Heidi Honert. Grundsätzlich liest sie gut und flüssig, gibt sich aber meiner Meinung nach zu viel Mühe, die einzelnen Figuren unterschiedlich zu lesen. Das schadet vor allem Olaf, dessen Stimme unglaublich quietschig und dadurch nervig wird. Ich konnte wirklich kaum hinhören, wenn Olaf sprach. Ich verstehe zwar die Absicht dahinter, für mich persönlich war es aber zu viel des Guten.

Die zweite Geschichte, der ich mich widmete, war „Spieglein, Spieglein“, die ebenfalls von Jen Calonita verfasst wurde. Man merkt schon, dass beide Bücher von der gleichen Autorin sind, denn sie hat natürlich die gleiche Herangehensweise, die Klassiker umzuschreiben. Auch hier ist die Handlung wirklich sehr alternativ. Sie beginnt ganz anders und endet aber dann genauso, wie man es kennt. Jedenfalls so ziemlich. Im Vergleich zu „Elsas Fluch“ ist die Geschichte von Schneewittchen aber deutlich düsterer. Es wird aber ebenfalls über zwei Figuren berichtet, deren Perspektive der Hörer auch einnimmt. Einmal ist das die Prinzessin Schneewittchen, die allerdings nur „Schnee“ genannt wird (fand ich nicht gut, muss ich sagen) und dann ihre Tante, die böse Königin. Es war wirklich interessant, mehr über die böse Königin zu erfahren, die im Original ja nicht einmal einen Namen hat. Hier heißt sie Ingrid und ist die Schwester der eigentlichen Königin. Der Handlungsstrang hat mir durchaus gefallen und dieses Hörbuch ist auch kurzweilig. Ich fand Schnee als Protagonistin aber etwas schwach. Die Sprecherin Anja Gräfenstein macht ihre Sache recht gut. Auch sie versucht die Charaktere verschieden zu lesen. Das gelingt ihr aber besser als Heidi Honert. Hier werden vor allem die Zwerge stimmvariabel. Für mich war dieses Buch das kurzweiligste, was definitiv für den flüssigen Handlungslauf spricht. Thematisch konnte es mich aber nicht ganz catchen und vor allem die fehlende Sympathie sorgte dafür, dass ich dieses Hörbuch als das schwächste der Reihe einschätze.

Mit „Wie ein unendlicher Traum“ ging es dann erstmals an eine Geschichte einer anderen Autorin, nämlich Liz Braswell. Und jetzt wurde es richtig düster. Die Geschichte von Dornröschen ist anders aufgebaut, als die Geschichten von Jen Calonita. Hier setzt die Geschichte quasi an einem Punkt des Originals ein und schreibt sie dann um. Bis dahin ist aber alles passiert, wie auch im Film. Dornröschen wacht allerdings nicht auf, sondern befindet sich in einer Traumwelt, aus der sie ausbrechen muss. Es war anfangs nicht ganz leicht, die Handlung zu verstehen. Wer jetzt Gut und Böse ist, war ebenfalls unklar. Irgendwann macht die Handlung aber doch eine Wendung Richtung roter Faden und „Rose“ begibt sich auf die Suche nach dem Ausweg aus ihrem unendlichen Traum. An ihrer Seite steht dabei der Prinz Philip. Beide werden von Maleficents Schergen verfolgt und immer wieder aufzuhalten versucht. Interessant hierbei ist der Charakter der Prinzessin. Denn Rose schwankt immer wieder in ihrer Sichtweise und kritisiert eine ganze Menge, vor allem ihre eigene Geschichte, bzw. den Disney-Film. Anfangs ist man etwas überrascht ob der harten Worte. Und trotzdem gefiel mir das ganz gut, denn irgendwo hat sie ja Recht. Welche Eltern geben ihr Kind für 16 Jahre in die Obhut von Feen, lernen sie dann erst an ihrem Geburtstag kennen und am nächsten Tag soll die Tochter einen Wildfremden heiraten? Schon ein bisschen skurril. Und was bringen ihr eigentlich Gaben wie Schönheit oder eine Singstimme? Tja. Schon etwas oberflächlich das Original, was meint ihr?! Ich fand diesen Ansatz überaus interessant und auch durchaus berechtigt. Es nimmt der Geschichte aber natürlich ihren Märchencharakter und das Romantische. Des Weiteren ist die Geschichte doch ziemlich, ziemlich lang. Sie erscheint manchmal wirklich „unendlich“, weil es immer wieder Hindernisse auf Roses Reise gibt. Nicht jedes kleine Abenteuer ist dabei spannend. Die Sprecherin Sandrine Mittelstädt passt allerdings gut zur Geschichte und transportiert die schaurige Atmosphäre. Für seichte Gemüter ist diese Handlung übrigens nichts. Hier geht es wirklich blutig her!

Das schönste der fünf Hörbücher war für mich „Dunkle Schatten“ von Elisabeth Lim. Die Autorin hat einen ganz anderen Ansatz für die Geschichte von Mulan gewählt, als die anderen beiden. Und zwar steigt sie zu einem Zeitpunkt in den Film ein und füllt einfach eine mögliche Lücke. Mulan ist bereits in der Armee des Kaisers und gerade tobt die finale Schlacht am schneebedeckten Pass. Alle wissen, dass Mulan die Armee der Hunnen aufhält, indem sie mit einer Kanone eine Lawine auslöst. Shang wird dabei aber verletzt. Wie durch ein Wunder überlebt er – auch im Film. Doch in diesem Buch ist das nicht so selbstverständlich. Eigentlich soll Shang nämlich an dieser Stelle sterben. Doch Mulan begibt sich mit seinem Beschützer in die Unterwelt, um ihn aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Wie schon bei „Wie ein unendlicher Traum“ handelt es sich hier um eine Art Abenteuer-Roadtrip. Denn Mulan, Shang und sein Beschützer Shishi müssen einen Weg aus der Unterwelt finden und dabei viele Gefahren meistern. Aber diese Reise ist wirklich spannend und abwechslungsreich. Außerdem sind die Charaktere sehr authentisch und liebenswert. Mulan bleibt ihrem Charakter treu und die Geschichte bietet viel Abwechslung. Dieses Hörbuch kann ich wirklich ohne Einschränkung empfehlen. Auch die Sprecherin Anja Stadtlober glänzt und ist für mich genau die richtige Wahl.

Das letzte der fünf Hörbücher befasst sich mit der Geschichte „Die Schöne und das Biest“ und heißt nun „Die Schöne und ihr Geheimnis“. Verfasst hat sie wieder Liz Braswell, die Ähnlichkeit zu „Wie ein unendlicher Traum“ ist aber nicht wirklich vorhanden. Hier hat die Autorin eine ganz neue Herangehensweise gewählt. Das Setting ist das gleiche, wie im Disney-Klassiker. Belle lebt mit ihrem Vater in einem Dorf und das Biest wurde in seinem Schloss verflucht. Da enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Entstanden ist hier eine Geschichte rund um Magiebegabte und deren Verfolgung. Denn es war Belles Mutter, die den Prinz verwandelt hat. Nun ist es an ihr, den Fluch zu lösen. Was halbwegs ähnlich zur ursprünglichen Story erscheint, ist doch ziemlich anders. Man kommt nicht umhin, an die Verfolgung von Minderheiten in der Realität zu denken, denn die „Charmant“, also die Magiebegabten, werden in dieser Geschichte verfolgt und ermordet. Somit gewinnt die Geschichte nicht nur an Brutalität, sondern auch – trotz Magie – an Realitätssinn. Mir gefiel die Charakterzeichnung hier sehr gut. Das Biest und Belle haben beide ihre Schwächen. Das gleiche gilt für die Nebenfiguren, wie etwa Maurice und seine Freunde. Es gibt recht viele kleine Handlungsstränge, die aber am Ende alle wieder zusammen kommen. Das Ende war für mich ein wenig skurril. Doch wer „Wie ein unendlicher Traum“ bereits kennt, weiß dass die Autorin nicht an Happy Ends gebunden ist. Sie findet eine interessante Lösung, auf die man als Hörer durchaus gespannt sein kann. Die Sprecherin Gabrielle Pietermann liest sehr gut und passend. Auch sie interpretiert einige Charaktere sehr individuell, meines Erachtens passen diese Stimmvarianten aber gut. Das Hörbuch hat mich wunderbar unterhalten!

Abschließend und zusammenfassend kann ich noch sagen, dass die Aufmachung der einzelnen Hörbücher sehr schön ist. Die Cover sind nicht nur aufeinander abgestimmt, sie passen auch super zu den Geschichten. Es wurde vollkommen auf Plastik verzichtet und es gibt schöne goldene Ornamente, die diese Sammlung zu etwas ganz Besonderem machen.

Die „Disney – Twisted Tales“ –Hörbuchsammlung besteht aus fünf recht verschiedenen und wirklich schönen Hörbüchern. Wer ein wahrer Disney-Fan ist, sollte sich diese Sammlung unbedingt genauer ansehen. Doch man sollte eben auch Lust auf düstere Settings und verdrehte Geschichten haben. Dann hat man definitiv seinen Spaß an allen fünf Hörbüchern. Das Hören lohnt sich wirklich und man bekommt eine Menge Stoff mit dem Kauf dieses Sets. Denn jedes Hörbuch geht um die zehn Stunden. Ihr könnt nicht genug von Disney bekommen? Dann seid ihr hier richtig. Meiner Meinung nach sind die Geschichten sehr liebevoll gelesen und vertont worden. Die Cover sind toll und die Handlungen interessant. Natürlich gefiel mir die ein oder andere besser, aber für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Einzeln hätte ich die Hörbücher zwischen drei und fünf Sternen bewertet. Deswegen komme ich hier zum Zwischenergebnis und vergebe für die komplette Sammlung vier Sterne. Trotzdem spreche ich eine klare Empfehlung aus, vor allem, wenn ihr die ursprünglichen Fassungen gern mögt!



12. Januar 2023

Rezension [Hörbuch]: "Die Hogwarts Schulbücher" von J.K.Rowling

 


Titel: Die Hogwarts Schulbücher
Autor: J.K. Rowling
Sprecher: Rufus Beck, Timmo Niesner u.a.
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 38,00€
Dauer: 5h 41m

Meine Generation ist die Potter-Generation. Davon bin ich überzeugt. Es gibt kaum jemanden in meinem Alter, der Harry Potter nicht kennt und vor allem: der ihn nicht mag. Ich selbst bin seit meiner Kindheit ein großer Zauberweltfan. Die Bücher wurden alle mehrfach gelesen, Harry Potter Merch hat es bis in unsere Küche geschafft und natürlich habe ich auch das Theaterstück gesehen. Doch womit ich tatsächlich bisher nicht in Berührung gekommen war, waren die drei berühmten Nebenbände der Reihe, die sogenannten Schulbücher. Nun hat der Hörverlag einen zauberhaften Sammelschuber herausgegeben, der die drei Bücher „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, „Quidditch im Wandel der Zeiten“ und „Die Märchen von Beedle dem Barden“ vertont. Wie konnte ich so lange einen Bogen um die drei Bücher machen? Das ist mir noch immer vollkommen unklar. Doch Fakt ist: Das wurde nun geändert! Lohnt sich ein Blick in die Schulbücher? Definitiv! Doch als Hörbuchausgabe hat das ein oder andere auch so seine Schwächen.

»Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind«,, »Quidditch im Wandel der Zeiten« und »Die Märchen von Beedle dem Barden« – diese Klassiker kennt in der magischen Welt jedes Kind. In Hogwarts werden sie seit Generationen von den Schülern zurate gezogen. Denn woher kommt eigentlich der Name »Quidditch«? Sind Niffler so kuschelig, wie sie aussehen? Und was geschieht noch einmal in dem »Märchen von den drei Brüdern«? Dieser Schuber vereint die unverzichtbaren Begleit-Hörbücher zur »Harry-Potter«-Serie in einer edlen Geschenkausgabe.

Man könnte ganz sicher drei einzelne Rezensionen schreiben, um dem Sammelschuber gerecht zu werden. Doch dann wäre es eben keine Rezension mehr zum Schuber. Deswegen werde ich zu allen drei Büchern ein paar Worte sagen und anschließend das Gesamtkonstrukt bewerten.
Mit dem äußeren Erscheinen fange ich an dieser Stelle an.
Der Hörverlag hat sich wirklich wieder ins Zeug gelegt, um Potterheads glücklich zu machen. Das Cover der Sammelbox ist mit vielen liebevollen Details gestaltet und kommt in Gold-Optik daher. Die Verpackung ist stabil und hat eigentlich alles, was sie braucht. Die Hüllen der einzelnen Hörbücher sind ebenfalls super schön. Alle drei haben wirklich schöne Cover in passenden Farben. Außerdem wurde darauf geachtet, dass sie umweltfreundlich sind. Es lässt sich kein Plastik in den Hüllen finden. Besonders schön fand ich, dass die Booklets nicht lose in der Hülle liegen, sondern wie ein kleines Buch fest integriert sind. Sie beinhalten alle wichtigen Infos zum jeweiligen Hörbuch zur Kapitelübersicht, der Autorin und den Sprechern. Alle drei Hörbücher weisen auch auf die gemeinnützigen Projekte von „Lumos“ und „Comic Relief“ hin. Das geschieht zum einen in schriftlicher Form, vor allem aber auch, indem am Ende jedes Hörbuchs beide Organisationen noch einmal vorgestellt werden. Auch wenn es ein wenig nervig ist, drei Mal erklärt zu bekommen, worum es in diesen Projekten geht, so finde ich den Hinweis doch wirklich schön!

Kommen wir aber nun endlich zum Inhalt. Mein eindeutiger Favorit unter den drei Schulbüchern ist auf jeden Fall „Die Märchen von Beedle dem Barden“. Es ist tatsächlich auch das kürzeste der drei Bücher (, allerdings sind alle nur um die zwei Stunden lang), doch es ist das spannendste. Es beinhaltet fünf Märchen aus der Zaubererwelt und ist unglaublich interessant aufgemacht. Beim Hören befindet man sich immer in einer Parallelwelt, denn es wird immer auf die Illusion geachtet, dass es die Potter-Welt eben wirklich gibt und wir alle nur Muggel sind. Mir gefiel diese Illusion sehr gut. Jedes der fünf Märchen wird von einem anderen Sprecher vorgelesen und alle geben sich unglaubliche Mühe, dem Märchen gerecht zu werden. So gibt es tolle Stimmimitationen und natürlich auch kleine Hintergrundgeräusche. Das ein oder andere Märchen ist tatsächlich brutaler, als ich erwartet hatte (Des Hexers haariges Herz), doch es gibt auch erfrischend schöne (Der Brunnen des wahren Glücks). Man kann sie wunderbar nebenher hören und das ein oder andere ist sicher auch toll für Kinder geeignet! Interessant an der Herangehensweise des Buches ist, dass jedem Märchen Anmerkungen von Albus Dumbledore nachgestellt sind. Alexander Brem, der auch den jungen Dumbledore in den Verfilmungen von Phantastische Tierwesen spricht, kommentiert also jedes der Märchen im Anschluss. Manchmal kann das etwas langatmig werden, doch die Zusatzinfos, die man bekommt, sind wirklich toll. „Die Märchen von Beedle dem Barden“ kann ich wirklich vollauf empfehlen. Es ist eine tolle Hörauszeit aus dem Alltag!

Aber der Schuber besteht ja noch aus zwei weiteren Werken. Leider fallen beide im Vergleich zu „Die Märchen von Beedle dem Barden“ deutlich ab. Das liegt aber auch an dem einfachen Fakt, dass es sich eben um Zauberer-Sachbücher handelt. Ich hatte im Vorhinein erwartet, dass „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ extrem langweilig werden würde, da es sicher eine Art Lexikon sein würde. Da habe ich mich aber geirrt. Denn tatsächlich wäre das mein Platz zwei in dieser Sammlung. Ich liebe einfach die Stimme von Timmo Niesner. Er liest den Newt Scamander wirklich toll und ich habe ihm diese Rolle jede Sekunde abgenommen. Dieses Hörbuch ist zwar tatsächlich zum größten Teil ein alphabetisches Lexikon, allerdings sind zu Anfang viele kleinere Anekdoten und Erklärungen zum Buch aufgeführt, die es doch eher zu einer ganzen Geschichte machen.
Ich selbst finde die Tierwesen super interessant und kenne viele aus dem Handyspiel „Hogwarts Mystery“ sehr gut. Deswegen empfand ich den Lexikonteil ebenfalls als spannend. Für mich war dieses Hörbuch informativ und wirklich schön. Nichtsdestotrotz muss man sich bewusst machen, dass Niesner mehr als eine Stunde eben nur vorliest, welche Tiere es gibt „und wo sie zu finden sind“ – Wortwitz. Die Lesung ist allerdings auch inszeniert, sodass man immer passende Hintergrundgeräusche usw. bekommt. Hier kommt es wohl drauf an, ob man sich für das Thema interessiert. Tut man dies nicht, könnten die zwei Stunden und zehn Minuten etwas langweilig werden. Bei mir kam diese Langeweile aber nicht auf.

Anders als beim letzten der drei Bücher: „Quidditch im Wandel der Zeiten“. Ich mag Quidditch. Wirklich. Aber die Aufzählungen in diesem Hörbuch waren mir persönlich einfach zu viel. Der Hörer bekommt eine komplette Übersicht über die verschiedenen Besenarten, die ganzen Manöver und alle Mannschaften der britischen Liga. Viel merken konnte ich mir davon nicht. Und ich muss auch zugeben, dass es mich nicht wirklich interessiert hat, welcher Besen wann auf den Markt kam. Aber hier kommt eben das persönliche Empfinden zutage. Während die Märchen und das Tierwesenlexikon bei mir punkten konnten, erscheint der Zauberersport in meinen Augen einfach etwas dröge. Allerdings gibt es auch hier viele Zusatzgeräusche und ein paar Anekdoten, die durchaus interessant sind. Als Sprecher wurde hier Rufus Beck gewählt, den sicher alle Potter-Fans kennen. Ich muss sagen, dass ich mich der Begeisterungswelle auch hier nicht anschließen kann. Beck liest gut, das steht außer Zweifel. Ich finde seine imitierten Stimmen aber oft zu überzogen.

Wie wirken diese drei Einzelbücher also als Gesamtwerk? Ziemlich gut, muss ich sagen! Die einzelnen Hörbücher passen toll zusammen und ergänzen jeweils ganz andere Ebenen. Für jeden Potterhead sind diese Geschichten einfach ein Muss. Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem „Phantastische Tierwesen…“ und „Quidditch im Wandel der Zeiten“ als Buch aber besser funktionieren als als Hörbuch. Dann hat das Ganze eben einen größeren Sachbuchcharakter. Auf die Leistungen der einzelnen Sprecher muss ich hier übrigens nicht eingehen. Sie sind alle toll! Die Inszenierung aller drei Bücher ist sehr gelungen.

Der Sammelschuber zu den Hogwarts-Schulbüchern ist ein kleines Liebhaberstück, das ein wahrer Potterhead im Regal stehen haben sollte. Vor allem „Die Märchen von Beedle dem Barden“ sind als Hörbuch wirklich exzellent. Die anderen beiden Bücher bleiben hinter dieser Leistung zurück, sind aber für Interessierte ebenfalls toll. Insgesamt bietet die Sammelbox eine tolle Hörauszeit, die sehr kurzweilig ist und den Hörer in die Welt der Zauberer entführt. Ich kann daher trotz einzelner Schwächen nicht anders, als fünf Sterne zu vergeben.





16. November 2022

Rezension: "Red Riding Huntress" von Sabine Schulter und Regina Meißner


Titel: Red Riding Huntress - Dämmerwald
Autor: Sabine Schulter & Regina Meissner
Verlag: selfpublished
Preis: 14,99€ (TB)
Seiten: 380

Ich bin ein großer Fan von Märchenadaptionen und habe schon viele gelesen, die im Fantasy-Bereich angesiedelt sind. Ein noch größerer Fan bin ich bekanntlich von Sabine Schulter und tatsächlich kenne ich auch Regina Meißner schon sehr lange. Von beiden Autorinnen befinden sich viele Bücher in meinem Regal, was sicher auch ein Grund dafür ist, dass ich auf „Red Riding Huntress“ unglaublich gespannt war. Ein Fusion zweier meiner Lieblingsautorinnen aus dem deutschen Raum, die sich einer Märchenadaption zugewandt haben? Gibt es etwas Vielversprechenderes? Wohl kaum! Und obwohl meine Erwartungen wirklich hoch waren, hat mich die Geschichte der Jägerin Zinnja und des Wolf-Gestaltwandlers Diaz nicht enttäuscht! Lasst euch in eine düstere Fantasy-Welt entführen und begegnet auf dieser Reise nicht nur anderen interessanten Völkern, sondern auch den Themen Liebe und Verlust! Man darf also gespannt sein.

Zinnja ist die bekannteste Monsterjägerin des Landes und berühmt für ihre schnelle und zuverlässige Arbeit. Ungewöhnliche Vorkommnisse und dunkle Kreaturen stehen bei ihr auf der Tagesordnung. Doch dann sucht der rätselhafte Diaz sie auf. Der Gestaltwandler bittet sie um Hilfe im Kampf gegen eine Hexe, das wildeste und unberechenbarste Wesen der Welt. Zinnja lässt sich auf den Auftrag des Wolfes ein, nicht wissend, dass er ihr gesamtes Leben verändern wird.


Zunächst muss ich sagen, dass ich die Taschenbuchausgabe mit Farbschnitt besitze. Allein durch die schöne Aufmachung habe ich wirklich immer mit ganz viel Freude zu dem Buch gegriffen, denn es ist unglaublich schön gemacht. Auch das Cover passt perfekt zur Geschichte. Die Autorinnen, die dieses Buch im Selfpublishing veröffentlicht haben, haben hier wirklich keinen Fehler gemacht.
Und auch die Geschichte selbst ist das schöne Äußere wert! Der Leser folgt den beiden Protagonisten Zinnja und Diaz auf ihrer Reise durch das Land. Die Kapitel sind dabei im Wechsel verfasst und so bekommt man sowohl die Sicht der mutigen Jägerin, als auch die des loyalen Gestaltwandlers mit. Ich habe mich mehrfach gefragt, ob die Autorinnen jeweils eine Figur geschrieben haben. Denn die Perspektiven sind gut zu unterscheiden und trotzdem sehr fließend, sodass ich es wirklich nicht sagen kann. Insgesamt beginnt die Handlung recht schnell. Es dauert nur wenige Kapitel, bis die beiden Hauptfiguren aufeinandertreffen und sich auf den Weg machen. Besonders schön zu beobachten war dabei der Wandel in der Beziehung der beiden. Die Atmosphäre verändert sich mit jedem weiteren kleinen Abenteuer – und davon gibt es eine Menge. Die Mission lautet, das Rudel von Diaz vor einer bösen Hexe zu schützen, die ihnen die Fähigkeiten und das Leben nehmen will. Doch um ein so mächtiges Wesen zu besiegen, braucht man die richtigen Mittel. Diese zu beschaffen, dauert seine Zeit. Eine Zeit, die von den Autorinnen genutzt wurde, damit die beiden Protagonisten sich näher kommen können und sie viele Gefahren bestehen zu lassen. Mir gefielen viele dieser „Zwischenstopps“ sehr gut und dadurch bleibt die Geschichte konstant spannend. Zinnja und Diaz begegnen Feen, Zwergen und anderen (verfluchten) Gestaltwandlern auf ihrer Reise, was wirklich interessant ist. Und auch die schon angedeutete Liebesgeschichte ist sehr schön. Hier geht nichts zu schnell und gleichzeitig ist die Schilderung authentisch, was ich wirklich gut finde. Ich hasse es, wenn sich die Figuren sofort unsterblich verlieben…
Zinnja und Diaz sind zwei sehr starke und auch ein bisschen sture Charaktere. Muss man anfangs vielleicht mit dem sehr treuen Gestaltwandler warm werden, so ist Zinnja eine Figur, mit der man sich leicht identifizieren kann. Sie nimmt das Leben, wie es kommt und kämpft sich tapfer hindurch. Zusammen ergeben die beiden ein tolles Gespann, das sich irgendwann aufeinander verlassen kann.
Und so zieht neben der Spannung eben auch das Thema Liebe in den Roman. Doch wer einen netten Fantasy-Roadtrip inklusive Liebesgeschichte erwartet, der ist hier falsch. Und wer Regina Meißner kennt, weiß auch, dass wichtige Figuren in ihren Geschichten oft tragische Tode erleiden. Muss man sich also auf so etwas gefasst machen? Es gibt definitiv viel Schmerz , Trauer und Verlust in dieser Geschichte und ich habe zwischendurch wirklich sehr stark gelitten. Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven, aber eben auch dadurch umso authentischer. Ich hatte mit dem Ende tatsächlich nicht gerechnet, doch auch hier muss man sagen, bleibt es spannend. Lasst euch also überraschen, ob Zinnja und Diaz die Hexe besiegen können.
Der Schreibstil der Autorinnen ist fließend und gelungen. Ich finde es sehr spannend, dass man durchaus auch am Handlungsaufbau die gemeinsame Arbeit der beiden erkennen kann. Denn man erkennt wirklich vieles aus der fantastischen Welt von Schulter, aber eben auch viel Düsteres, womit ich Meißner eher in Verbindung bringe. Zusammen haben sie wirklich eine tolle Fusion erschaffen, die sich super lesen lässt.

Ihr werdet schon gemerkt haben, dass meine Kritik irgendwie fehlt. Man kann sagen, dass die Geschichte die ein oder andere Länger hat, ich empfand das aber eigentlich nicht so. Für mich ist jedes Abenteuer spannend gewesen und das Buch wusste oft zu überraschen. „Red Riding Huntress“ entführt in eine düstere Fantasy-Welt, in der eine Jägerin und ein Wolf ein beachtliches Team bilden. Themen wie Liebe, Familiensinn und Verlust spielen große Rollen, weshalb das Gesamtkonstrukt eben so gut ist. Ich vergebe deswegen die vollen fünf Sterne. Und obwohl die Protagonisten übrigens Potenzial für eine Reihe hätten, finde ich es super, dass es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt. So muss man immerhin nicht warten, um zu wissen, wie es mit den beiden weitergehen könnte ;)



9. Juni 2020

Rezension: "Royal (Ebox) von Valentina Fast



Titel: Royal  (Alle 6 Bände in einer Ebox)
Autor: Valentina Fast
Verlag: Impress
Preis: 19,99€
Seiten: 1614


Während des Corona-Lockdowns hatte ich eine Menge Zeit. Also puzzelte ich den halben Tag und hörte dabei Hörbücher. Einige Buchhändler nutzen diese Zeit ebenfalls, um Leser durch Rabattaktionen zu gewinnen. Aufgrund einer solchen Rabattaktion stieß ich auf „Royal – Ein Königreich aus Glas“ von Valentina Fast als kostenlosen Hörbuchdownload. Das passte absolut zu meiner Stimmung, also lud ich es herunter.
Dass es sich bei „Royal“ um eine sechsteilige Reihe handelt, habe ich erst viel später bemerkt. Nämlich dann, als ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Tanya und den vier Prinzenkandidaten weitergeht. Das Hörbuch hat mich wirklich überzeugt und das, obwohl die Handlung doch ihre ein oder andere Schwäche hat. Was war also die Lösung für mein Problem? Ach, es ist doch wirklich allzu schön, dass es heutzutage Eboxen gibt. Ich kaufte mir also die komplette „Royal"-Reihe als Ebox und muss gestehen, dass ich die Bücher verschlang. Obwohl es ein ewiges Hin und Her zwischen Tanya und den jungen Männern ist, hat mich die Reihe mitgerissen und begeistert. Und dann kam das Ende der Reihe – und das fand ich einfach nur schlecht.


Im Königreich Viterra, einem durch eine Glaskuppel vom Rest der Welt abgeschirmten Land, findet alle paar Jahrzehnte eine prunkvolle Fernsehshow zur Prinzessinnenwahl statt. Zusammen mit den schönsten Mädchen der Nation soll die siebzehnjährige Tatyana um die Gunst vier junger Männer werben, von denen nur einer der wahre Prinz ist. Sie alle haben royale Eigenschaften und eine geheimnisvolle Vergangenheit, aber wer ist wirklich königlich? Und wie weit wird Tatyana in der Auswahl kommen?

Ich habe noch nie eine Rezension für eine komplette Ebox geschrieben. Die offensichtliche Schwierigkeit ist wohl, die Meinung über sechs Bücher in eine Rezension zu bekommen. Um es ein wenig zu vereinfachen, unterscheide ich im Folgenden nicht zwischen den einzelnen Bänden, sondern spreche über die gesamte Reihe.
Ich hatte einen tollen Start in die Welt von „Royal“. Den ersten Band hörte ich als Hörbuch, was ich wirklich nur empfehlen kann. Die Sprecherin Yara Blümel hat die perfekte Stimmung für das märchenhafte und romantische Setting. Sie verleiht der Geschichte definitiv den richtigen Touch und ich bin überzeugt, dass es auch ihrer liebreizenden Stimme geschuldet ist, dass ich die Reihe weiter verfolgt habe. Aber eigentlich blieb mir auch keine Wahl. Ich las also die fünf Folgebände als Ebook.
Märchenhafte Geschichten und royale Plots haben mich schon immer interessiert. Natürlich hat mich „Royal“ auch sofort an „Selection“ erinnert, aber das fand ich nicht schlimm. Es gibt durchaus Unterschiede, sodass eine eigene Geschichte entsteht. An Valentina Fasts Stelle würde ich diesen Satz wohl nicht mehr hören können. Sich an einem Prinzessinnenwettbewerb zu orientieren ist zwar nicht besonders originell, aber hat auf jeden Fall etwas. Und die Autorin macht eine solide Geschichte daraus.
Insgesamt bin ich aber wahnsinnig zwiegespalten, was die komplette Reihe betrifft. Kommen wir zunächst zu allen positiven Punkten der Reihe.
Ich habe die Bücher wirklich gern und sehr schnell gelesen. Die Seiten flogen oft nur so dahin und ich wurde gut unterhalten. Da die sechs Einzelbände recht wenige Seiten umfassen, habe ich immer wieder das nächste Buch zwischen meinen eigentlichen Leseplan geschoben. Ich konnte nicht anders. Ich war süchtig nach der Auswahl der Prinzessin, wollte wissen, ob es wirklich so offensichtlich sein kann, wie man denkt und was mit den Figuren passiert. Innerhalb eines Bandes wird oft nur eine geringe Zeitspanne betrachtet, sodass man gar nicht merkt, dass man schon bei Band vier ist. Des Weiteren gibt es viele liebenswerte Nebencharaktere in den Büchern. Da wäre zum Beispiel Tanyas Freundin Claire, die zwar ziemlich aufgedreht ist, ihr Herz aber am rechten Fleck hat. Letzteres hat ganz sicher auch ihr Favorit Fernand, der auch schnell mein Favorit wurde. Ich habe ihn mir immer als eine Art lieben Teddybären vorgestellt, der immer für dich da ist. Außerdem wären da noch die Palastangestellten, die ebenfalls alle sehr gelungen sind. Und dann wäre da noch die Handlung selbst. Man mag von einem Prinzessinnenwettbewerb halten, was man will, aber ich fand ihn schon toll. Nicht umsonst sind Fernsehshows wie „der Bachelor“ in unserer TV-Welt so beliebt. Warum nicht also auch im Buch? Ein weiterer positiver Punkt ist außerdem der Schreibstil von Valentina Fast. Sie schreibt sehr genregerecht, flüssig, bildreich und romantisch. Man kann ihrem Stil gut folgen und er passt wunderbar zur Geschichte.
Aber dann sind da auch noch so ein paar mittelgute bis schlechte Dinge an der Reihe.
Als mittelgut würde ich den Fakt einschätzen, dass man sich viele Storyturns als Leser bereits denken kann. Ein richtiges Geheimnis ist es am Ende nicht, wer der Prinz ist, was schon schade ist. Des Weiteren hat mir Tanya als Protagonistin immer schlechter gefallen. Zu Beginn der Geschichte ist sie noch sehr stark und eigensinnig, was ich als positiv bewertet habe. Dann wird aber immer weiter drauf eingegangen, wie besonders und großartig Tanya ist, dass sie sich von allen anderen Kandidatinnen unterscheidet und so viel begabter und beliebter ist, weil sie ja so bescheiden ist. Genau. Mich hat Tanya eigentlich am Ende sehr genervt und auch das Hin und Her, das ihr Herz und somit auch der Leser durchleben, ist auf Dauer sehr anstrengend. Es gibt allerdings mehrere Personen, die mich genervt haben, zum Beispiel auch Phillip oder Charlotte. 
Manche Handlungselemente empfand ich des Weiteren als unlogisch. Dass sich der Mittelpunkt der Geschichte verlagert, finde ich grundsätzlich gut. Geht es zunächst nur um den Wettbewerb, folgt ein Geheimnis um das große Ganze. Das gefiel mir durchaus. Ich finde aber, dass dieses große Ganze nicht sehr glücklich gelöst wurde. Der letzte der sechs Teile hat dann ein sehr merkwürdiges Setting, was mir nicht so gut gefiel.
Mit all diesen Dingen hätte ich aber eigentlich ganz gut leben können, denn ich bin ganz ehrlich: Mich haben die ganzen Handlungsschwächen nicht gestört. Ja, vieles ist unlogisch. Ja, die Protagonistin ist überperfekt und alle vier jungen Männer sind ihr erlegen. Aber die Bücher machen so Spaß! Jedes Mädchen kann hier ihre Prinzessinnenträume ausleben und Abenteuer oder Freundschaft, vielleicht sogar Liebe erleben. 
Aber dann kam das Ende.
Und ich war so enttäuscht. Ich habe mich wirklich veräppelt gefühlt. Da hatte ich über 1500 Seiten und sechs komplette Bücher gelesen, um an diesen Punkt zu kommen? Wirklich jetzt? Natürlich kann ich nicht spoilern, warum genau ich vom Ende der kompletten Reihe so enttäuscht war. Aber lasst mich sagen, dass der finale Kampf seine Opfer kostet. Und diese Opfer erhalten ein zum Teil wirklich unangebrachtes Ende. Ich habe mich wirklich gefragt, warum Valentina Fast diesen Schritt gemacht hat, wo die Reihe doch sonst in jedem kleinen Detail ein „Happy End“ anstrebt. Mir hat diese plötzliche Ernsthaftigkeit die komplette Reihe ein bisschen zerstört und ich habe wirklich eine ganze Weile gebraucht, bis ich darüber hinweggekommen bin.



Aber obwohl es eine Weile gedauert hat, bis ich das Ende der „Royal“-Reihe verarbeitet hatte, blicke ich überwiegend positiv auf die Reihe zurück. Valentina Fast hat sicher nicht jeden Handlungsstrang optimal aufgelöst und dadurch zum Teil überperfekte Szenarien erschaffen. Einige wichtige Figuren sind recht unsympathisch, während die Nebenfiguren schnell mein Herz gewinnen konnten. Und das Ende wird der Geschichte einfach nicht gerecht.
Doch trotz all der Kritik habe ich die Reihe unglaublich gern gelesen und bin immer gern nach Viterra gereist. Die Geschichte hat Charme und auch das gewisse Etwas. Ich kann über viele Dinge hinweg sehen, wenn das Lesevergnügen gegeben ist. Und ich habe „Royal“ sehr gern gelesen. Eine Bewertung fällt für sechs Bücher natürlich schwer. Letztendlich pendeln sich die Einzelteile so zwischen 3 und 4 Sternen ein, weshalb ich für die komplette Ebox 4 Sterne vergebe. Ich höre mal auf meine kleine innere Prinzessin ;)




23. Februar 2020

Rezension [Hörbuch]: "Disney Prinzessinnen ("Cinderella" & "Die Schöne und das Biest")


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Titel: Disney Prinzessinnen: Die Schöne und das Biest & Cinderella
Sprecherinnen: Gabrielle Pietermann &Friederike Walke
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Dauer: 3h 43m


Welches Mädchen, das in etwa in den frühen Neunzigerjahren geboren wurde, war nicht völlig vernarrt in die damaligen Disney-Prinzessinnen? Ich war es definitiv! Meine Heldinnen waren Belle, Mulan, Meg, Esmeralda oder Arielle. Und weil ich tief in meinem Herzen noch immer ein Prinzessinnen-Fan bin, schaue ich nicht nur wahnsinnig gern die Filme von damals – ich höre die Prinzessinnen-Geschichten auch sehr gern als Hörbücher und -spiele.
Der Hörverlag brachte vor einer Weile bereits eine Doppel-CD zu „Arielle“ und „Rapunzel“ heraus, die ich wahnsinnig toll fand. Und nun folgte die nächste Doppel-CD mit den Geschichten von „Cinderella“ und „Die Schöne und das Biest“. Keine Frage – ein Muss!
Und das nicht für Prinzessinnen-Fans – denn diese beiden Geschichten sind etwas für Jung und Alt.



Ella lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Stiefmutter und deren Töchtern – und wird von allen dreien nur schikaniert. Als der Königshof alle jungen Frauen des Landes zu einem großen Ball für den Prinzen einlädt, macht sich Ella gegen alle Hindernisse und mit Hilfe einer guten Fee auf, um ihr Leben ein für alle Mal zu ändern …
Belle lebt mit ihrem Vater ein ruhiges Leben in einem kleinen Dorf, bis dieser in die Fänge eines Ungeheuers gerät. Mutig, wie Belle ist, tauscht sie die eigene Freiheit gegen das Leben ihres Vaters: Belle wird Gefangene im verwunschenen Schloss. Mit der Zeit lernt sie hinter die abscheuliche Fassade des Biests zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit.


Wer kennt die Geschichten nicht?! Unter den älteren Zuhörern wird es wohl kaum jemanden geben, der nicht von Anfang an weiß, ob Cinderella am Ende durch ihren Schuhe gefunden oder Belle das Biest durch ihre Liebe erlösen kann. Doch selbst wenn man die Geschichten in- uns auswendig kennt, sind diese vier CDs ein absoluter Genuss. Und wie großartig müssen die Geschichten erst sein, wenn man eben noch nicht weiß, wie sie ausgehen? Ich kam nicht umhin, mir genau diese Frage zu stellen. Als ich beide Geschichten hörte und zutiefst genoss, stellte ich mir vor, wie ich sie später meinen Kindern geben würde und sie diese beiden Geschichten zum Einschlafen anmachen würden. Bei diesem Gedanken lächelte ich. Denn mit dieser CD-Box kann man auch bei Kindern absolut nichts falsch machen. 
Zu den Handlungen der beiden Geschichten muss ich nur wenig sagen. Die Hörbücher halten sich an ihre Filmvorlagen, bieten zudem aber einige innere Monologe oder Gedankenfetzen, sodass man einen tiefen Einblick in die Charaktere bekommt. Cinderella führt ein grauenvolles Leben voller Arbeit und möchte nichts lieber, als auf dem Ball zu tanzen. Belle hingegen beweist ihre Vaterliebe, indem sie seine Rolle im Verlies des Biests einnimmt und im Schloss Dinge erlebt, mit denen sie niemals gerechnet hat – unter anderem, sich zu verlieben.
Ich kann kaum sagen, welche der beiden Geschichten mir besser gefallen hat. Beide sind einfach klasse! Denn auch, wenn man beide kennt, bekommt der Hörer hier etwas völlig neues Präsentiert. Und das, weil die beiden Vorleserinnen einen so atemberaubenden Job machen! 
„Cinderella“ wird von Friederike Walke, die ganz besonders Wert auf die verschiedenen Stimmlagen legt. Sie interpretiert vor allem die Tiere absolut großartig! Die Mäuse sind piepsig, die gute Fee sehr robust und der König ein kleiner Besserwisser. Manchmal wird es schrill (die Stiefschwestern), manchmal träumerisch (Cinderella selbst). Hat man die Lautsprecher zu laut eingestellt, zuckt man manchmal zusammen, da Walke so voller übersprudelnder Emotionen liest. Aber das sollte euch nicht zurück schrecken lassen. Denn durch ihre Stimme wird die Geschichte unglaublich lebendig und man hat so viele Bilder im Kopf. Ich war nach den ersten beiden CDs absolut geflasht.
Doch meines Erachtens konnte diese Box sich sogar noch steigern.
Denn „Die Schöne und das Biest“ wird von einer sehr berühmten Synchronsprecherin gelesen – Gabrielle Pietermann. Vielleicht sagt vielen der Name nichts, doch hört ihr ihre Stimme, kennt ihr diese garantiert. Unter anderem spricht Pietermann die Hermine aus Harry Potter. Ihre Stimme ist dementsprechend sehr angenehm und weich. Gleichzeitig kann sie unglaublich gut Spannung aufbauen und es gefiel mir sehr, wie wertend sie einige Passagen las (zumeist über Gaston). Diese Geschichte ist etwas kurzweiliger, als jene von Cinderella. Doch auch ihr wird unglaublich viel Leben eingehaucht. Ob das nun der mit Akzent sprechende Lumiere ist, oder das garstige Biest, das immer wieder in Rage gerät. Die Stimmen sind sehr betont und gekonnt umgesetzt und nehmen den Hörer so völlig gefangen.
Wer sich übrigens fragt, ob auch die berühmten Lieder Teil der Hörbücher sind, muss leider enttäuscht werden. Die Sprecherinnen konzentrieren sich voll und ganz auf die märchenhafte Umsetzung beider Geschichten. Und wisst ihr was…sie machen es so gut, dass gar nicht auffällt, dass in diesen Disney-Geschichten niemand singt.


Ich kann diese CD-Box aus tiefstem Herzen empfehlen. Ganz egal, wie alt man ist: Mit der Interpretation beider – absolut herausragender – Sprecherinnen erwachen sowohl „Cinderella“, als auch „Die Schöne und das Biest“ zu ganz neuem Leben. Spannend, romantisch, emotional und sehr humorvoll sind nur einige Attribute, mit denen ich diese CD-Box beschreiben möchte. Ich kann nichts anderes tun, als fünf Sterne zu vergeben – und auf den Tag zu warten, die Geschichten mit meinen eigenen Kindern erneut zu hören.