Posts mit dem Label Ebook werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ebook werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

11. Mai 2017

Rezension: "Regie führt nur die Liebe" von Emma Wagner


Titel: Regie führt nur die Liebe (Klappe, Action und Liebe)
Autor: Emma Wagner
Verlag: Selfpublished
Preis: 0,99€
Seiten: 422

Auf einer Buchmesse habe ich Emma Wagner kennengelernt. Vorher hatte ich schon Einiges über ihre Bücher gehört, weshalb es mich auch zur Lesung von „Regie führt nur die Liebe“ führte. Die Autorin ist der reinste Wirbelwind. Quirlig, lustig und aufgedreht. Was sie tut, das tut sie mit Leidenschaft. Und genau diese Passion lässt sich auch in ihren Büchern finden – Liebesromane mit Humor. „Regie führt nur die Liebe“ war mein erstes Buch von Emma Wagner und es hat mir gut gefallen. Es ist wirklich lustig und niedlich, aber manchmal sind die Ereignisse zu konstruiert – es kommt so schlimm, wie es eben nur sein kann. Das gefiel mir nicht so gut, aber dennoch eine unterhaltsame, humorvolle und solide Liebesgeschichte über eine sympathische und völlig chaotische Protagonistin.

Klappentext


Laura liebt Bollywood-Filme, glaubt an das Schicksal und wartet auf die große Liebe.
Ihr Leben verläuft eigentlich in geordneten Bahnen, nur der intrigante Kollege Kai macht ihr das Leben schwer. 
Doch dann rettet sie einen gutaussehenden Fremden vor dem Ertrinken, und schlagartig ist alles anders. Der Mann ist nämlich kein anderer als der berühmte amerikanische Schauspieler Logan White, dem die Frauenwelt zu Füßen liegt.
Sie und Logan – eine Verbindung, so ewig und schicksalhaft wie aus einem Film, da ist sich Laura sicher. Nur Logans sexy Manager Alex entpuppt sich als Ekelpaket. 
Doch damit nicht genug: Ganz nebenbei muss Laura sich auch noch um ihren heimwehkranken Mitbewohner James und um ihre beste Freundin Moni kümmern, die sie in ihrer Wohnung vor den Vermietern versteckt. Klar, dass sich Lauras Leben schon bald nicht mehr an das Drehbuch hält …

Meinung



Bei vielen Büchern kommt es immer darauf an, was man sucht. Sucht man eine Liebesgeschichte mit Herz und Humor, kann man mit sicherer Hand zu den Geschichten von Emma Wagner greifen. Nervt einen aber ein ständiges Liebeschaos und die kleinen Probleme des Lebens, dann sind diese Bücher nichts für euch. Bei mir ist sowas oft stimmungsabhängig. Bin ich eher genervt, kann mir das Buch auch nicht helfen. Scheint aber die Sonne und alles ist toll – dann kann ich mich in solchen Geschichten verlieren.
Dieses Mal traf beides zu. Ich kam mit dem Buch nicht so schnell voran, wie ich es mir gewünscht hätte. Und das Buch war einfach nicht spannend genug, als dass ich immer unebdingt hätte weiter lesen wollen. Man kann sich ungefähr vorstellen, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Und wenn nicht die ganze Geschichte, dann zumindest Teile von ihr. Denn es gab auch durchaus Handlungsaspekte, die mich überrascht haben. Vor allem, was die Männerfrage betrifft, war ich mir zwischenzeitlich wirklich nicht sicher, wer das Rennen macht. Also kommen wir doch mal zu den Charakteren.
Im Mittelpunkt stehen Laura und ihr reines Chaosleben. Sie ist Lehrerin, weshalb ich mich toll mit ihr identifizieren konnte. Sie muss um ihren Job fürchten, was ziemlich realistisch ist und hat dabei noch den fiesesten Konkurrenten den man sich vorstellen kann. Kai war für mich eine Figur, die wirklich übertrieben dargestellt wurde. Ich kann mir zumindest keinen solchen Lehrer vorstellen – aber als Hassfigur ist er zu gebrauchen. Die Schulsituationen fand ich übrigens authentisch und auch das war nicht unbedingt zu erwarten. Laura macht aber natürlich noch mehr aus, als nur ihr Beruf. Ihre Abhängigkeit von Bollywoodfilmen und Shah Ruh Khan fand ich relativ nervig. Aber ich kann mit Bollywood auch nicht sehr viel anfangen. Andererseits machen solche Macken Laura auch sympathisch. Ich mochte sie wirklich, aber all die Dinge, die ihr im Laufe des Buches unterkommen, waren mir zu konstruiert. Da wäre zum einen Logan, der tolle Schauspieler. Aber so toll ist er wohl doch nicht. Alex, sein Manager dagegen ist gar nicht so schlimm, wie es den Anschein hat und natürlich ist da Anziehungskraft zwischen den beiden. Hui. Und zu guter Letzt wäre da noch James, Lauras Mitbewohner. Ein Physiker, der immer mal wieder in seine Muttersprache verfällt. Er ist süß, witzig und charmant und wohl der Nebenheld des Buches. Moni fand ich nervig und die Vermieter von Laura hätte ich gern zum Teufel geschickt. Insgesamt ergibt sich aber eine bunte Truppe, die man in der Realität wohl niemals anfinden würde. In einem spritzigen Roman wie diesem, macht sie sich aber sehr gut. 
Natürlich hat das Buch ein Happy End. Nichts anderes hatte ich erwartet. Das kam dann auch ein bisschen zu heftig, aber der Weg dahin ist eben auch steinig.
Positiv sind einige Dinge. Mir gefiel die Kulisse sehr gut. Heidelberg hat einfach Charme und passt toll zur Geschichte. Außerdem mochte ich Lauras Art zu denken und der Schreibstil von Emma Wagner ist ebenfalls toll. Er ist sehr fließend und bildreich. Eigentlich passiert ständig irgendetwas - wie aufregend, das liegt im Auge des Betrachters. Der Stil ist außerdem lustig und entspannend. Die Themen haben mir auch gefallen. Das Filmedrehen, die Probleme einer Lehrerin und dazu die Liebe – das ist eine Menge Stoff, den Emma Wagner aber gut verarbeitet.

Fazit




„Regie führt nur die Liebe“ (oder „Klappe, Action und Liebe“ – wie die Neuauflage heißt) ist ein lockerleichter und spritziger Liebesroman, der an der einen oder anderen Stelle arg konstruiert ist. Dennoch kann man ihn genießen, da Emma Wagner vor allem auf Herz und Humor Wert legt. Das ist ihr mit diesem Buch auch gelungen, weshalb ich 4 Spitzenschuhe vergebe. Und Action!



14. Januar 2017

Rezension: "Plötzlich kopflos" von Maria Föderl


Titel: Plötzlich kopflos
Autor: Maria Föderl
Verlag: Selfpublish
Preis: 0,99€ (kindle)
Seiten: 306

Auf der Frankfurter Buchmesse bekam ich ein Goodie-Paket, zusammengestellt  von verschiedenen Selfpublishern, geschenkt. Darin befanden sich unter anderem sehr schöne Lesezeichen der Autorin Maria Föderl. Die Cover waren überzeugend und so warf ich einen Blick in den Klappentext von „Plötzlich kopflos“. Das Cover ist ein wahrer Blickfang: der Eiffelturm im Hintergrund, die dezenten Farben in Türkistönen – man hatte mich am Haken. Der Inhalt klang vielversprechend, auch wenn ich selten Ausflüge ins Erotik-Genre mache. Da das Buch aber für nur 0,99€ angeboten wird, wollte ich es mir nicht entgehen lassen. Wer weiß, vielleicht entdecke ich ja eine tolle Reihe?! Leider wurden meine Erwartungen schnell im Keim erstickt, denn dieses Buch hat viele Schwachpunkte. Ich gebe Selfpublishern wirklich gern eine Chance, da sie es verdient haben, doch „Plötzlich kopflos“ konnte mich wirklich nicht überzeugen.

Klappentext


Seit sie die Nachfolge ihres Vaters in einer weltweit anerkannten Modefirma angetreten hat, führt Yamina Sanchez, alias Sophia de Soriano, ein Doppelleben. Um das Versprechen ihren Eltern gegenüber zu halten, verbirgt sie ihr Gesicht hinter einer Maske und versucht den Mann zu finden, der sie als Person und nicht ihres Geldes wegen liebt. Die knallharte Geschäftsfrau setzt alles daran, ihr wahres Ich vor der Öffentlichkeit zu schützen, bis sie Lucien begegnet, der ihr ein unmoralisches Angebot unterbreitet und damit die sorgfältig aufgebaute Fassade ins Wanken bringt.

Meinung


Wie ich bereits sagte, gefällt mir der Klappentext. Er lässt die Protagonistin in einem guten Licht erstrahlen. Ich rechnete mit einer Frau, die geschäftlich weiß, was sie will, privat aber eher schüchtern ist. Tja, weit gefehlt. Yamina ist einfach nur unausstehlich. Ich kann wirklich nicht im Ansatz nachvollziehen, wie man diese Person mögen kann. Sie ist arrogant und größenwahnsinnig. Zugegeben, das weiß sie auch. Zumindest sagt sie es selbst des Öfteren: 
„Ich bin und bleibe nun mal ein Kontrollfreak und ein herrschsüchtiges Miststück.“ (54%) 
Sicher, das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen. Und ja, ich weiß auch, dass das die Protagonistin eigentlich sympathisch machen sollte, indem sie ihre Schwächen selbst kennt, aber das geht hier echt zu weit. Yamina führt die Presse seit Jahren an der Nase herum. Jede ihre Mitarbeiterinnen (und sie hat weit über 1000) muss sich jeden Tag in den Farben kleiden, die sie trägt und auch die gleiche Frisur und Haarfarbe haben. Jede kommt mit einer Maske in die Firma, damit Yamina ein ruhiges Leben führen kann. WTF??? Wie kann man als einzelner Mensch so viele Menschen kontrollieren wollen und das auch noch positiv bewerten? Ich konnte über diese Person nur den Kopf schütteln. Schlimmer wurde es noch, als klar war, dass jeder andere sie vergöttert. Sie ist so ziemlich das Tollste, was man im Leben haben kann. Das sehen Männer, aber auch Frauen und vor allem berühmte Designer so. Es hat mich unglaublich genervt, dass sie für jeden so unwiderstehlich ist. Im Grunde ist sie einfach nur verwöhnt und unsympathisch. Dabei scheint sie toll auszusehen und mit Geld um sich zu werfen und eigentlich ja sehr intelligent zu sein. Aber hey..sie hat auch eine Vorliebe für teure Sportwagen und alles was schnell ist und eigentlich liebt sie das Luxusleben auch – aber sich der Öffentlichkeit zeigen, das geht ja nicht.
Ihr merkt schon, mit der Hauptfigur hatte ich so meine Probleme. Kann man aber ausblenden, dass sie einfach furchtbare Eigenschaften besitzt, kann man die Geschichte vielleicht mögen. Für mich war es einfach zu viel Drama, zu viele Dinge, die bei Weitem nicht logisch sind. Stichwort Drama: Yamina fällt nicht nur einem Mordanschlag zum Opfer, sie wird auch noch entführt. Ähm…ja. Stichwort unlogisch: Es gibt da ja auch noch Lucien. Der gute Herr, der das unmoralische Angebot parat hat, das natürlich daraus besteht, dass die beiden eine Affäre haben. Er ist einer der reichsten Männer der Welt, lernt Yamina aber unter ihrem Pseudonym kennen und weiß lange Zeit nicht wer sie ist. Die beiden haben unglaublichen Sex. Das alles würde ich noch nicht einmal unter dem Punkt „unlogisch“ bewerten. Unlogisch empfand ich die plötzliche Liebe, die auf Seiten von Lucien sofort besteht. Er weiß, dass Sophia/Yamina die Frau fürs Leben ist. Er mietet für einen Abend sogar den Eiffelturm und macht ihr eine unglaubliche Liebeserklärung. Außerdem richtet er eine Party im Stile von Versailles aus. Ach ja...vom Times Square will ich gar nicht reden. Der Mann macht einfach Dinge, die ich nicht einmal mit dem Deckmantel der Liebe gutheißen kann. Er ist ebenso verschwenderisch und arrogant wie Yamina. Sie passen gut zusammen. Mit Romantik hatte das dann auch wenig zu tun. Die Liebesgeständnisse waren mir zu schnulzig und zu wenig dosiert. Es ist ein dauerndes On und Off zwischen den beiden, so dass die Handlung kaum voran kommt. Die Eckpfeiler der Handlung sind außerdem wenig erwähnenswert. 
Kommen wir zu meinem letzten argen Kritikpunkt: die Rechtschreibung. Ich sehe normalerweise über viele Fehler hinweg. So etwas passiert auch den Besten. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade meine Masterarbeit im Bereich „Rechtschreibung“ schreibe und ich somit für das Thema mehr als sensibilisiert bin. Aber in „Plötzlich kopflos“ gibt es einfach zu viele Fehler. Das sind vor allem Kommas und Großschreibung. 
„Schon setzt auch schon wieder mein Letztes bisschen klarer Verstand aus und ich bin nur noch Wachs in seinen Händen.“ (53%) 
Zweimal in einem Satz das gleiche Wort ist bereits unschön, aber die Großschreibung bei „letztes Bisschen“ noch dazu, war für mich als Germanistin schwer zu ertragen. Es gibt noch weitere solcher Fehler. Ich will das Buch gar nicht schlecht machen,  aber ich denke, dass solche Punkte in einer Rezension einfach erwähnt werden müssen. Der Stil ist im Allgemeinen sehr modern und leicht zu lesen. Es gibt viele zeitgenössische Bezüge und aktuelles Vokabular. Abgesehen von den Rechtschreibfehlern, stolpert man auch nicht durchs Buch. Es werden sehr viele Lieder erwähnt, was mir gefiel. Vor allem scheint die Autorin/Protagonistin einen ähnlichen Musikgeschmack zu haben, wie ich. 
Kommen wir also vielleicht mal zum Positiven. Der Roman spielt in einer völlig anderen Welt. Wer also gern in eine neue Dimension und eine luxuriöse Atmosphäre eintauchen will, ist hier richtig. Prunk und Luxus spielen eine sehr große Rolle, was ja auch zur Modeindustrie passt. Ich denk zwar, dass die Situation sehr verherrlicht dargestellt wurde, aber zum Träumen regen diese Szenen auf jeden Fall an. Die Sexszenen regten mich hingegen nicht so an. Ich lese aus diesem Bereich aber einfach zu wenig, um das beurteilen zu können. Ich denke, dass der Umfang in Ordnung war und gestört haben die Szenen auch nicht. Was mich allerdings störte war „EGO“. Natürlich habe auch ich „Shades of Grey“ gelesen und schon damals fand ich ‚die innere Göttin‘ völlig deplatziert. Dass Maria Föderl sich ebenfalls eine solche innere Figur einfallen lassen musste, fand ich überhaupt nicht gut. Ich weiß nicht, ob ich eine komische Frau in dieser Beziehung bin, aber ich habe kein 'in mir lebendes Wesen', das immer nur auf Sex giert, und mit dem ich kommuniziere… Etwas schade sind im Allgemeinen die Parallelen zu SoG. Yaminas beste Freundin Pia bekommt zum Beispiel auch den Luxus-Millionär ihrer Träume. Hach, ist das alles schön. 

Fazit


Das Buch hat seine guten und schlechten Seiten. Für mich war das Buch einfach schwach, für viele andere aber ist es großartig! Es gibt viele begeisterte Rezensionen, aber aus meiner Sicht, kann ich dem nicht zustimmen. Die Atmosphäre ist ganz nett, mir aber viel zu abgehoben. Yamina betont immer, dass Geld ihr nichts bedeutet, dabei könnte sie in ihrem Leben nie wieder ohne auskommen – da bin ich mir sicher. Sie ist als Protagonistin eine Katastrophe, da sie einfach nur unsympathisch, größenwahnsinnig und verschwenderisch ist. Lucien ist in Ordnung, erscheint aber schon fast charakterlos. Die Sexszenen sind größtenteils gelungen. Der Stil ist ebenfalls okay, die Rechtschreibung sollte aber überarbeitet werden. Mich hat „Plötzlich kopflos“ wirklich enttäuscht. Dabei hatte ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch. Der Preis sagt eigentlich nichts über die Qualität eines Buches aus und da er so niedrig ist, bereue ich es auch nicht, mir das Buch gekauft zu haben. Trotzdem kann ich nicht mehr als 2,5 Spitzenschuhe vergeben.



7. März 2016

Rezension: "Rock'n'Love" von Teresa Sporrer


Titel: Rock'n'Love
Autor: Teresa Sporrer
Verlag: Impress
Preis: 3,99€ (kindle Edition)
Seiten: 229

An vielen Ecken begegneten mir bereits die vielversprechenden Bücher über Rockstars und ihr Liebesleben von Teresa Sporrer, doch leider kam ich nie dazu eines zu lesen. Nun erschien gerade eine Art Vorgeschichte mit dem Titel „Rock’n’Love“, die ich mir einfach nicht entgehen lassen konnte. Schließlich wollte ich endlich herausfinden, ob die anderen Rockstar-Bände vielleicht etwas für mich seien: Und ich wurde nicht enttäuscht! „Rock’n'Love“ ist eine wunderbare und niedliche Liebesgeschichte für Zwischendurch, die von den Themen Musik, Vorurteile und Liebe handelt. Zum Träumen schön.

Inhalt


Emily geht auf eine teure Privatschule, gehört allerdings nie richtig dazu. Sie lebt bei ihrem Vater und damit die beiden über die Runden kommen, versucht sie noch ein wenig nebenher zu verdienen. Dies tut sie allerdings mit ihrer größten Leidenschaft: Der Musik. Heimlich spielt sie in einer Band, die viele Auftritte in kleinen Clubs hat. Doch nicht einmal ihre gesamte Band weiß, dass sie noch eine 17-jährige Schülerin ist. Nicht auszumalen, was passieren würde, wenn jemand aus ihrer Schule davon erfahren würde. Also verstellt sich Emily und wird auf der Bühne zur düsteren „Amelie“ mit Piercings und Taylor-Momsen-Make-up. Ihr Plan geht auf. Bis ausgerechnet der reiche Sean Nixon, DER Mädchenschwarm der Schule, im Publikum steht und Emily unverhohlen anstarrt. Er erkennt sie. Doch wie kann Emily verhindern, dass ihr Geheimnis herauskommt? Und kann sie dem Charme von Sean widerstehen, den sie wegen seiner Vergangenheit und seines Rufes einfach nur verabscheut?
Es beginnt eine wunderbare Liebesgeschichte über zwei Menschen, die nicht das sind, was ihnen der Ruf des jeweils anderen vorgaukelt.

Meinung


Ich bin in dieser sympathischen Liebesgeschichte voll auf meine Kosten gekommen. Das Thema von „reich und arm“ gefiel mir schon immer gut, auch wenn hier nicht unbedingt „berühmt und normal“ im Fokus steht. Emily und Sean sind ganz normale Schüler des Abschlussjahrgangs. Seans Familie ist eine der reichsten der Stadt und somit kommen die beiden aus völlig unterschiedlichen Welten. Aber ist es nicht gerade das, was den Stoff vieler guter Liebesgeschichten ausmacht?! So auch hier.
Beide Figuren sind liebevoll gestaltet und ich mochte sie auf Anhieb. Emily spielt eine Maskerade und man begreift recht schnell, dass es so nicht weiter gehen kann. Sean ist der typische Mädchenschwarm: Gutaussehend und eingebildet. Er macht viel Party, hat hohle Freundinnen und sein Weg ist quasi vorbestimmt. Dem gegenüber steht die unauffällige Emily, die die Kids ihrer Schule meidet und einfach nur einen guten Abschluss vor Augen hat. Sie hält nichts von den Allüren ihrer Mitschüler, allerdings ist auch sie gegen männliche Charmeattacken nicht immun. Das Weltbild von Emily ist von einer Menge Vorurteilen, Klischees und Gerüchten geprägt. Das überträgt sich auch auf Sean. Nachdem er herausgefunden hat, wer sie ist, bekommt er sie nicht mehr aus dem Kopf und so schlägt er ihr vor ihre Band zu sponsoren. Dies ist natürlich ein Vorschlag, den Emily nicht ablehnen kann, da sie jeden Cent gebrauchen kann. Die beiden spielen ein Spiel. Sie machen kleine Wetten und wollen auf gar keinen Fall zugeben, dass beide ihre Meinung über den jeweils anderen ändern.
"Ich wusste, dass er mich in dieser Sache nicht belog. Was, wenn auch die anderen Gerüchte über ihn nicht der Wahrheit entsprachen? Das meiste, was ich über ihn wusste, beruhte auf dummen Gerüchten. Gerüchte waren nun einmal Gerüchte. Es konnte leicht sein, dass nur ein Teil dieser Erzählungen der Wahrheit entsprach. Wer bist du bloß Sean Nixon?" (24%)
Sean hat eine recht bekannte Vergangenheit. Doch was Emily nicht weiß, ist dass er einfach nur sehr verletzt wurde. Der starke Sean Nixon hat auch eine ganz weiche Seite. Und so bauen sich die Themen des Romans auf. Es geht um Vertrauen und um junge Liebe. Diese kann aber nur zu Stande kommen, wenn beide ehrlich zueinander sind. Ob sie das wohl schaffen?
Im Fokus stehen in diesem Buch Sean und Emily. Die Autorin verzichtet zwar nicht völlig auf Nebenfiguren – nein, es gibt sogar sehr sympathische – allerdings spielen sie kaum eine Rolle. Emily hat kaum Freunde, bis auf wenige Ausnahmen. Die Nebenfiguren gefielen mir allerdings sehr gut und sie runden die Handlung ab. Auch die Schauplätze von „Rock’n’Love“ sind gut gewählt. Ob das nun die Privatschule im Herzen Wiens ist oder das Rockfestival in Linz, Sean und Emily geben überall ein gutes Paar ab. Der Stil von Teresa Sporrer ist ebenfalls sehr schön und fließend. Das Buch ist meiner Meinung nach toll aufgebaut. Zu Beginn jedes Kapitels steht ein Songtextauszug, der gut zum Kapitelinhalt und der Geschichte von Sean und Emily passt. Es wird sehr detailliert erzählt, wie sich zwei Menschen ineinander verlieben, sie im normalen Leben nicht einmal ein Wort miteinander wechseln. Das geschieht auch oft auf sehr lustige Weise. Emily und Sean haben einen tollen Humor, allerdings auch einen sehr ähnlichen.
"Da die ersten Besucher – dieses Mal waren unter ihnen sogar halbwegs normal aussehende Leute – in den Club strömten, beschloss ich auch schon mal reinzugehen, um mir eine halbwegs gute Sicht auf Emily oder Amelie, wie ihr „kreativer“ Künstlername lautete, zu bekommen." (21%)
Mir gefielen Seans frechen Kommentare sogar noch besser als Emilys Sarkasmus. Das Buch wird mittels Perpektivwechseln erzählt. So bekommt der Leser einen schönen Eindruck von der Gefühlswelt beider Protagonisten. Hier gibt es bei mir den einzigen kleinen Kritikpunkt: Der Stil der beiden unterscheidet sich nicht wirklich. Man konnte sie aufgrund der Themen zwar auseinander halten, hier hätte ich mir aber ein paar mehr Eigenheiten gewünscht. Im Allgemeinen ist die Handlung natürlich von Stereotypen bestimmt und ich will nicht nach dem Realitätsfaktor fragen. Aber mal im Ernst…ich fand‘s großartig! Für mich gab es nicht sehr viele Überraschungen in der Handlung, aber sie ist einfach zum Dahinträumen. Die kleinen Wetten und bissigen Dialoge geben der Geschichte ihren Pep und der Leser will immer schneller wissen, wie es mit diesen beiden liebenswerten Figuren weiter geht.

Fazit


Ich wurde von Teresa Sporrer in eine neue Welt entführt, in der mich ein tolles Liebespaar bis zur letzten Seite unterhalten hat. Die Aufmachung des Buches ist mehr als gelungen, die Themen sind zwar nicht neu aber unterhaltsam. Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit dem gewissen Extra. Ich vergebe musikalische 4 Spitzenschuhe und werde mich der Rockstar-Reihe in Zukunft sicher widmen.


25. Februar 2016

Autorenvorstellung und Interview: Cecily von Hundt

Hallo ihr lieben Lesesüchtigen!


Heute möchte ich euch eine Autorin vorstellen, die ich durch Zufall kennen lernen durfte. Die Rede ist von Cecily von Hundt. Cecily hat Bibliothekswesen studiert und in Berlin einen eigenen Buchladen eröffnet. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und einem Hund zusammen und schreibt ihre Geschichten und Bücher, die schon in verschiedenen Verlagen veröffentlicht wurden..
Aber das sind nur die groben Eckdaten, die ihr auch auf ihrer Website nachlesen könnt ;) Bis hierher habe ich euch wohl nichts Weltbewegendes mitgeteilt, allerdings hatte ich die Chance mit ihr über ihre bisherigen Veröffentlichungen und die Unterschiede zwischen einem Print- und einem Ebook-Verlag sprechen zu können. Interessiert euch, wie die Verlage arbeiten? Oder habt ihr schon von ihrem neuen Roman "Die Cavendish-Villa" gehört? Meine Rezension zu dem Familiendrama/Krimi findet ihr übrigens hier. Vielleicht erfahrt ihr durch das kleine Interview mit Cecily ja noch ein paar neue Details...wie ich.
(Foto: http://wasmitbuechern.de/wp-content/uploads/2015/01/Foto.jpg)


Viel Spaß!


1. Du hast schon in verschiedenen Genres und auch verschiedenen Verlagen geschrieben. Was ist denn dein Lieblingsgenre geworden, in dem du dich gern noch weiter austobst?

Krimi ist nach wie vor mein Lieblingsgenre, aber ich kombinierte es am liebsten mit Familiengeschichten, ich finde einfach, dass die Familie als Mikrokosmos so viel interessanten, spannenden Stoff bietet. Und gerade das nach außen heile Familienleben als das zu entlarven was es oft ist, nämlich ein Zusammenspiel unterschiedlichster Charaktere, mit Spannungen, Konflikten, unausgesprochenen und offen ausgetragenen Konflikten ist ein endloses Thema, bei dem sich glaube ich, jeder Leser irgendwo angesprochen fühlt.

2. Was liest du privat am liebsten? Gibt es Geschichten, die dich inspirieren?

Ich selbst lese auch das am liebsten was ich selbst "fabriziere". Krimis und Familiengeschichten. Eines meiner Lieblingsbücher ist "Das fünfte Kind" von Doris Lessing.
Eine düstere Geschichte, in der die Ankunft des fünften Kindes das bis dahin harmonische Familienleben völlig zerreißt. Der Junge der auf die Welt kommt, unterscheidet sich total von den anderen Familienmitgliedern, er ist ein Fremdkörper durch seine grobschlächtige, brutale Art und Lessing beschreibt detailliert wie die Mutter verzweifelt versucht für diesen Sonderling Liebe zu empfinden und ihn in das Familienleben zu integrieren. Am Ende scheitern alle an dieser Aufgabe, jeder auf seine Weise.So etwas fasziniert mich, wir sind alle eingebunden in gesellschaftliche Normen, versuchen ihnen zu entsprechen und so zu funktionieren "wie es sich gehört" und sind besonders geprägt von unserer Kindheit, wir schleppen sie durch unser gesamtes Leben mit, ob wir wollen oder nicht.

3. Du sagtest mir vor einer Weile, dass es zwischen Print- und Ebook-Verlagen viele Unterschiede gibt. Welche wären das so?

Den Unterschied zwischen Print-und Ebookverlagen empfinde ich als enorm. Im Printgeschäft laufen die Arbeitsprozesse meistens sehr, sehr langsam ab. Der erfolgsversprechendste Weg: Manuskript-Literaturagentur-Verlag- kann sich gut und gerne über andertalb Jahre hinziehen. Das ist mental für jeden Autor eine wahre Ochsentour, vor allem weil man bis zur Verlagsunterzeichnung nicht weiß, ob es schlussendlich zum gedruckten Buch kommt. Das ist wirklich sehr anstrengend und mitunter unfassbar frustrierend, vor allem da selbst eine gute
Agentur nicht unbedingt zum Vertragsabschluss führt, das habe ich auch auch schon erlebt. Gott sei Dank habe ich mit Herrn Wagner, dem Inhaber des Südwestbuch Verlages, bei dem im Herbst mein neuer Thriller "Knochenkalt" herauskommt, einen sehr unkomplizierten und schnell arbeitenden Ansprechpartner und Verlag (übrigens auch ohne Agentur, wie, außer meinem ersten Buch, alle meine Bücher!) gefunden.
Im Ebookbusiness geht es, meiner Erfahrung nach, ganz anders. Bei meinem ersten ebook beim MIDNIGHT Ullstein Verlag lagen zwischen Manuskripteinreichung und Herausgabe des Buches nur ein paar Wochen, das war wirklich eine Wohltat. Auch die Vermarktung läuft beim Ebookverlag über die neuen Medien ganz anders. Rezensionen und Informationen jeglicher Art über das Buch laufen fix über z.B. facebook, twitter, instagram etc, das feedback ist viel schneller und als Autor hat man eine ganz andere Beziehung zu den Lesern, schneller, persönlicher. Der klare Nachteil ist natürlich, dass man nicht das gedruckte Buch in der Hand halten kann und das spielt für mich als Autor ebenfalls eine große Rolle. Summa summarum kann man sagen: beides hat Vor-und Nachteile, viel schneller läuft alles im Ebookbereich.

4. Veröffentlichst du lieber in einem ebook- als einem Printverlag?

Ich habe keine Präferenz, ich freue mich wie Bolle über jede Veröffentlichung, beides macht großen Spaß und hat seinen eigenen Charme!

5. Du sagst, dass du ein ungeduldiger Mensch bist. Schlägt sich das auch auf deine Arbeit nieder? Was tust du, wenn du beim Schreiben mal nicht weiter kommst?

Ja, leider schlägt sich meine Ungeduld manchmal auch auf meine Arbeit wieder. Kurze und sehr kurze Texte zu schreiben liegt mir sehr, aber Kurzgeschichten zu veröffentlichen ist sehr, sehr schwer, sie werden einfach nicht so gerne gekauft. Ich muss meine Texte eigentlich immer verlängern und das macht mich wahnsinnig, weil ich eigentlich ab einem bestimmten Punkt der Meinung bin: "So jetzt passt es", und das tut es natürlich nicht, also muss ich mich zwingen auszuarbeiten und das fällt mir sehr schwer. Wenn ich gar nicht weiterkomme, lege ich den Text beiseite und mache etwas ganz anderes, mit den Kindern spielen, mit den Hunden spazieren gehen oder einen Kuchen backen, dann ist der Kopf wieder frei.

6. Du hast für viele von uns Bloggern einen Traumberuf. Du bist nicht nur Autorin, sondern auch Buchhändlerin. Spielen Bücher für dich in deinem Leben die tragende Rolle? Oder sind sie doch eher ein nettes Hobby, das glücklicherweise dein Beruf geworden ist?

Bücher haben mich mein Leben lang begleitet. Ich habe immer viel und immer viele Bücherdurcheinander gelesen. Lustigerweise macht meine Tochter das genauso, ich habe meine Leidenschaft offensichtlich an sie vererbt, was mich sehr freut! Ich liebe Bücher nicht nur der Geschichten wegen, sondern ich mag sie als Kunstwerk an sich. Ich gucke mir auch gerne schöne Bilderbücher an, Bildbände sowieso aber genauso schön gemachte Comics oder Kochbücher, Reiseführer, alles... Ich liebe es wie sie duften, wie sie sich anfühlen, ich kann mich darin total verlieren und da ich ein eher unruhiger Geist bin, ist das für mich wie eine Art innere Zuflucht, ich habe auch eine sehr nostalgische Ader die ich beim Lesen hemmungslos ausleben kann. Außerdem habe ich die Tendenz mich schnell zu langweilen, dann entfliehe ich einfach in eine andere Welt, das möchte ich niemals missen. Das gelingt übrigens auch gut beim Schreiben. New York z.B. fasziniert mich total und wenn Hinreisen gerade mühsam oder beschwerlich ist, dann schreibe oder lese ich mich eben dorthin. Phantastisch.

7. Was hast du für die Zukunft so geplant? Gibt es bereits neue Projekte von dir? 

Mein neustes Buch ist, wie gesagt, schon abgeschlossen, ein Thriller der in Berlin spielt, "Knochenkalt", der im Herbst im Südwestbuch Verlag erscheint, ist die Geschichte von einer jungen Journalistin, die einem Verbrechen auf die Spur kommt. Im Kopf habe ich jetzt wieder etwas Neues, es wird wohl um eine gut situierte Frau mittleren Alters gehen aber weiter bin ich noch nicht. Ich denke gerade daran herum und bin selbst gespannt wohin es mich führt. Diesmal werde ich mein Ideengerüst mit der Agentin zusammen basteln, die mir bei meinem ersten Roman geholfen hat, Sabine van Dedem, eine tolle Lektorin, der ich voll und ganz vertraue, mal sehen wo die Reise hin geht ich freue mich schon darauf!


Vielen, lieben Dank, Cecily!


Was sagt ihr?

Ich zumindest finde, dass Cecily von Hundt bei der Beantwortung meiner paar Fragen ehrliche Worte benutzt hat. Da ich selbst noch keine Bücher veröffentlicht habe, empfand ich es als interessant, wie die Publikation so läuft.
Wie seht ihr das? Lest ihr auch gerne Krimis, in denen die Familiendramatik zur Geltung kommt?
Wie immer freue ich mich über jegliche Rückmeldung von euch ;)

Eure Julia