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30. September 2017

Review: "Kingsman - The Golden Circle"


  
Titel:Kingsman - The Golden Circle

Regie: Matthew Vaughn

Länge: 141 Minuten

FSK: 16

Produktionsland: Großbritannien, USA

Erscheinungsjahr: 2017




Ich liebe Kinofilme, die unerwartet gut sind. Einer von dieser Sorte war vor zwei Jahren „Kingsman“, über den ich gestaunt, gelacht und mich gefreut habe. Ein bisschen britischer Witz, ein bisschen James-Bond Verschnitt und eine ziemlich gute Besetzung machten diesen Film zu einem Abenteuer. Deswegen freute ich mich sehr auf den zweiten Teil „The Golden Circle“. Die tolle Chemie der Figuren, coole Sprüche und eine würdige Geheimagentenhandlung habe ich erwartet. Und all das bekam ich. „Kingsman: The Golden Circle“ ist wirklich auf ganzer Linie das, was ich mir vorgestellt habe. Mit einer Ausnahme: Es sterben deutlich zu viele Menschen.


Nachwuchsspion Gary "Eggsy" Unwin (Taron Egerton) und sein Kollege Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die skrupellose Poppy (Julianne Moore) zerstört das Hauptquartier ihrer Geheimorganisation Kingsman und hält die ganze Welt als Geisel. Doch glücklicherweise machen sie die Entdeckung, dass es noch eine weitere Spionageagentur wie die ihre gibt, die parallel in den USA gegründet wurde. Also verbünden sie sich mit der von Agent Champagne (Jeff Bridges) geleiteten Organisation Statesman, um Poppy das Handwerk zu legen und einmal mehr die Welt zu retten. Dafür müssen die britischen Spione mit ihren amerikanischen Kollegen Agent Tequila (Channing Tatum) und Agent Whiskey (Pedro Pascal) zusammenarbeiten und ihr ganzes Können aufbringen, aber zum Glück hat Eggsy ja schon jede Menge Erfahrung darin, die Welt zu retten...

Vorweg: Ich finde Taron Egerton einfach klasse als Eggsy! Im ersten Teil zeichnete er sich durch seine Colness aus und es war toll zu beobachten, dass er eigentlich in seiner Freizeit genau dieser coole Typ geblieben ist. Und gleichzeitig ist er ein waschechter Gentleman – wie es sich für einen Kingsman gehört. Seine schauspielerische Leistung hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Ich liebe außerdem das Handlungsgerüst des Films. Die Idee dieser Organisation war schon im ersten Teil klasse und daher zieht es sich auch durch den zweiten Teil. Dieser zeichnet sich durch einen unglaublichen Bösewicht aus, der selbst Samuel L. Jackson aus Teil eins noch toppt – sowohl im Charakter der Figur, als auch seiner Besetzung. Julianne Moore spielt die wahnsinnige Poppy, eine Drogenhändlerin, die keinerlei Empathievermögen besitzt und einfach nur grausam ist. Als ihre Figur eingeführt wird, musste ich tatsächlich wegschauen. Nicht, weil sie so grausam aussieht – das kann man Julianne Moore wirklich nicht vorwerfen – sondern, weil ihre Figur Sachen abzieht, die keinem gesunden Menschenverstand entspringen können. Das einzige Stichwort, das ich hier gebe ist „Fleischwolf“. Den Rest überlasse ich eurer Fantasie.
Den üblen Bösewicht haben wir also. Und auch die Guten sind schnell gefunden. Aber die Guten werden dezimiert. Ich konnte es nicht glauben, als Poppy die gesamten Kingsman auslöschte und wartete immer auf die Nachricht „April, April! Wir sind gar nicht tot“, aber die kam nicht. Bis auf Eggsy sterben sie alle und somit sind die Kingsman nicht mehr als ein Agent und das Computergenie. Das zu verkraften war ganz schön schlimm. Auch die „Statesman“, zu denen Merlin und Eggsy sich auf den Weg machen, können diese Familie nicht ersetzen. Allerdings sind die Satesman schon ein ziemlich lustiger Haufen. Ich hätte mir gewünscht, dass Channing Tatums Rolle doch etwas größer gewesen wäre. Sein Agenten-Ich hat wirklich Potenzial. Auch kommt der Humor des Films bei der Einführung der Statesman wunderbar zum Tragen. Insgesamt hätte der Film ruhig etwas mehr Humor haben dürfen, aber das war schon okay so. 
Der Film ist kein sinnloser Actionstreifen. Es gibt viel fürs Herz und man wird auch zum Mitdenken animiert. Dennoch waren die Actionszenen absolut überzeugend! Es gibt einige von ihnen, aber diese Kampfszenen sind wahnsinnig cool! Der Film ist kein 3D-Film, was ich gut fand. Auch so sind die Kämpfe rasant genug und können locker mit James Bond mithalten.
Auch die Kulisse ist gigantisch. Anfangs befinden wir uns in London und sehen eine Verfolgungsjagd mit an, dann sind wir mal in Schweden, in Kentucky, in Italien in den Bergen und letztendlich in Kambotscha. Das Auge hat wirklich viel zu tun und vor allem zu genießen.
Die Figuren wachsen einem sehr ans Herz und die Besetzung ist wieder wahnsinnig gut. Jeder Kingsman-Fan freut sich sicher über die Rückkehr von Colin Firth und so auch ich. Aber auch Mark String macht einen sehr guten Job – er rührte mich sogar zu Tränen. Wahnsinnig toll fand ich, dass Eggsy in einer Beziehung lebt. Gallahead ist also doch kein zweiter James Bond ;) Außerdem machen Julianne Moore, oder auch Halle Berry ebenfalls einen tollen Job. Für das Cast ziehe ich wirklich meinen Hut.
Kommen wir zum Punkt, der mit nicht gefiel: WARUM STERBEN DENN ALLE???? Das war schon echt richtig krass. Aber ich bin gespannt, ob es einen nächsten Teil geben wird, in dem vielleicht Channing Tatum ein Kingsman wird. Könnte durchaus sein.
Achja, ich habe noch nicht viel zur Handlung gesagt. Die ist natürlich auch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen, denn ich glaube kaum, dass so viele Menschen Drogen nehmen. Aber vielleicht überschätze ich da unsere Gesellschaft. Das Thema hat durchaus ernste Untertöne und das gefiel mir. Andererseits hat sie etwas urkomisch Britisches und auch das fand ich toll, auch wenn es heißt, dass man es nicht so ernst nehmen kann. Aber die Amerikaner nehmen nicht nur die Briten, sondern auch sich selbst auf den Arm.
Der Film ist übrigens extrem lang, mit fast zweieinhalb Stunden. Man merkt zwar, dass man lange im Kino sitzt, aber so lang kam es mir absolut nicht vor! Das Ende ist nebenbei bemerkt ebenfalls überspitzt, aber ich fand es klasse!




Für mich war „Kingsman – The Golden Circle“ ein toller Kinofilm, den ich mir auch später gern wieder ansehen werde. Die Schauspieler machen ihre Sache toll, was bei dem hochbezahlten Cast auch kein Wunder ist. Die Handlung ist durchdacht und absurd genug, um den Stoff für dieses Actionabenteuer zu liefern. Man wird großartig unterhalten. Action und Humor wechseln sich ab und zwischendurch gibt es auch etwas fürs Herz. Der einzige Nachteil ist wirklich, dass man sich von vielen Charakteren verabschieden muss. Aber dafür tauchen auch neue und tolle Figuren auf. Ich hatte jedenfalls einen tollen Abend mit Eggsy und Co. und vergebe 4,5 Sterne


22. August 2017

Review: "Bullyparade - Der Film"


          Titel: Bullyparade - Der Film

          Regie: Michael Herbig

          Länge: 100 Minuten

          FSK: 6

          Produktionsland: Deutschland

          Erscheinungsjahr: 2017




Zu Highlights meiner Fernseh-Kindheit/Jugend muss ich auf jeden Fall die Filme von Michael Bully Herbig zählen. Wie oft musste ich über den „Schuh des Manitu“ lachen oder amüsierte mich über die Szenen in „(T)Raumschiff Surprise“.  Es gab eine Zeit, da fand ich nichts lustiger. Und deswegen war meine Freude riesig, als ich den Trailer zu „Die Bullyparade – Der Film“ sah. Ich freute mich auf einen Kinofilm, in dem sich meine Lachmuskeln kaum entspannen könnten. Also ging ich mit meinen Freunden ins Kino, obwohl ich schon im Vorfeld Kritik mitbekam. Und man muss durchaus sagen: Der Film ist ganz nett und hat gute, aber auch schwache Witze. Er ist nicht so großartig, wie ich gehofft hatte. Aber amüsant ist er dennoch!


Zwei Zwickauer reisen zurück in die Zone. Häuptling Winnetou wünscht sich einen Stammhalter. Das Kaiserpaar Sissi und Franz bezieht eine mysteriöse Immobilie. Lutz und Löffler mischen die Börse auf. Ein Planet voller schöner Frauen bringt Captain Kork, Mr. Spuck und Schrotty in große Verlegenheit. Und das alles in einem einzigen Film!


Man hat es bei „Die Bullyparade – Der Film“ nicht mit einem klassischen Kinofilm zu tun. Eigentlich handelt es sich um vier kleinere Filme, die im Sketchstil gedreht sind. Es gibt eine kleine Vorgeschichte und dann folgen in chronologischer Reihenfolge vier Minifilme. Drei von den vier Settings sind mit Winnetou & Old Shatterhand, Lissi und ihrem Kaiser und der Crew der S. S. Hasselhoff (also die gleiche Crew wie auf dem Traumschiff) bekannt. Die letzte Geschichte ist neu, allerdings auch die kürzeste der vier. Sie ist diejenige, die ein wenig lieblos daher kommt und an „Wolf of Wallstreet“ angelehnt ist.
Die vier Teile sind in sich abgeschlossen und zeigen episodenhafte Ausschnitte. Meiner Meinung nach beginnt der Film stark, als Winnetou und Old Shatterhand am Indianerrat teilnehmen. Der Dialog ist einfach urkomisch und sehr intelligent. Insgesamt muss man sagen, dass viele Witze und Sketche sicher erst beim zweiten oder dritten Gucken so richtig zum Tragen kommen würden. Denn es steckt eben sehr viel Ironie und Intelligenz hinter einigen Szenen. Aber die nimmt man bei der Flut an Witzen nicht unbedingt wahr. Oft wartet man auf den einen Hammerwitz, der dann aber ausbleibt. Vielmehr reihen sich viele kleine Witze aneinander, die den Zuschauer vor allem schmunzeln lassen. Der große Lacher bleibt die Ausnahme. 
Die Geschichte im Wilden Westen gefiel mir gut. Darauf folgt der Kurzfilm über Lissi und Franz. Ich finde Michael Bully Herbig und Christian Tramnitz in diesen Rollen so herrlich! Aber inhaltlich war dieser Teil des Films doch etwas schwächer. Zumindest hatte ich den Eindruck, als hätte man daraus mehr machen können. Sarkasmus ist allerdings eine ganze Menge in diesem Stück, vor allem am Ende. Die dritte Geschichte um Lutz und Löffler war für mich dann die schwächste. Irgendwie passte sie nicht richtig ins Konzept. Und obwohl auch hier lustige Szenen zu finden sind, war ich froh, als uns der Film dann ins All führte. Der letzte Kurzfilm war meiner Meinung nach der beste, auch weil er am detailliertesten ausgearbeitet ist. Die drei Hauptdarsteller haben hier ihre Paraderollen gefunden und hier musste der Kinosaal doch öfter mal laut loslachen.
Toll sind übrigens die winzigen Gastauftritte von berühmten deutschen Schauspielern und anderen Promis. Lena Meyer Landrut und Lena Gercke hatte ich anfangs gar nicht erkannt, Elias Mbarek oder Matthias Schweighöfer hingegen erkennt man sofort. All diese Auftritte sorgen für kleine Aha-Effekte.
Bully, Tramnitz und Kavanian machen ihre Sache toll und sind alle drei tolle Mimen in ihren Rollen! Sie sind vielseitig und wirklich lustig. Für mich sind alle drei wahre Entertainer.
Man muss bedenken, dass man es mit einem deutschen Comedyfilm zu tun hat und eben nicht mit Hollywood. Diesen Wechsel empfand ich aber als sehr erfrischend. Die Kulissen sind genauso, wie sie sein sollten – parodistisch, aber mit Niveau. Dennoch sollte man im Hinterkopf haben, dass 1,5 Stunden mit dem gleichen Humor eben auch anstrengend sein können und vielleicht deswegen gerade die Mitte des Filmes nicht so lustig erscheint. Für mich steckt viel Herz und Witz im Film, aber manchmal schüttelt man auch über schwächere Witze den Kopf. Alles in allem beweist der Film aber viel Intelligenz – zumindest auf den zweiten Blick.




Ich hatte mir von „Die Bullyparade – Der Film“ ein wenig mehr erwartet, komme aber nach ein paar Tagen zu dem Schluss, dass er sehr unterhaltsam ist. Er kann es keinesfalls mit den beiden Vorgängern aufnehmen, amüsiert den Zuschauer aber durchaus. Viele Witze sind intelligent und bringen zum Lachen. Andere sind etwas schwächer. So oder so vergeht der Film sehr schnell. Aber macht ja nicht den Fehler und verlasst dann den Kinosaal. Denn das allerlustigste sind in jedem Fall die Outtakes! Ich vergebe 3,5 Sterne für Bully und seine Crew.

2. August 2017

Review: "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"


Titel: Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Regie: Luc Besson

Länge: 138 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: Frankreich

Erscheinungsjahr: 2017




„Valerian“ wird als aktueller Blockbuster gepriesen und beworben – doch so gut soll er nicht sein. Mein Bruder und ich wollten uns selbst ein Bild von dem Film machen, der zwar für seine Effekte gelobt, aber für seine Handlung verspottet wird. Also ab ins Kino. Und man muss sagen: „Valerian – Stadt der tausend Planeten“ biete wirklich gute 3D-Unterhaltung und ist nett anzuschauen – in die Tiefe geht der Film aber nicht. Einige Fehlbesetzungen lassen den Zuschauer außerdem den Kopf schütteln. Hätte man in der Hauptrolle jemand glaubwürdigeres gewählt, wäre meine Meinung vielleicht eine andere.




Im 28. Jahrhundert sorgen der Spezialagent Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) für Recht und Ordnung in der Galaxis. Gerade haben sie ein wertvolles kleines Alien sichergestellt (einen Transmulator, der Gegenstände kopiert), da führt der Weg der ungleichen Gesetzeshüter in die gigantische Weltraum-Metropole Alpha, wo unzählige verschiedene Spezies friedlich zusammenleben. Die Bewohner haben ihr Wissen vereint und nutzen es zum Vorteil für alle. Doch auf der riesigen Weltraumstation stimmt etwas nicht. Kommandant Arun Filitt (Clive Owen) glaubt, dass sie von einem Virus zerfressen wird – Valerian und Laureline sollen herausfinden, was los ist. Als Laureline dann auf Alpha vom verrückten Diktator Boulan Bathor III (Roman Blomme) gekidnappt wird, führt die Spur für Valerian ins Rotlichtviertel Paradise Alley. Dort begegnet er der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna), die bei der Befreiung seiner Kollegin eine große Hilfe sein könnte…



Der größte Kritikpunkt an diesem Film war für mich von Anfang an die Besetzung der Rolle Valerian mit Dane DeHaan. Selten habe ich einen bubihafteren Superagenten gesehen. Ich konnte ihm diese Rolle einfach keine Sekunde lang abnehmen, was sehr schade war. Aber wirklich: Der Mann ist vielleicht ganz nett, weil er so normal aussieht, aber dann kann man ihm doch nicht eine Rolle eines Mannes geben, der an jedem Finger 10 Frauen hat, ein Draufgänger und Macho ist. Egal wie süß oder nett er auch gespielt hat – Dane DeHaan passt leider gar nicht in diesen Film. Es ist nicht mal seine Schauspielerei, sondern diese Unauthentizität. Die weibliche Hauptrolle Laureline ist mit Cara Delevingne auch nicht unbedingt ideal besetzt, aber bei ihr macht das weniger. Das schöne Liebchen, das eher eine Nebenrolle spielt, nimmt man ihr wunderbar ab. Außerdem ist das Model natürlich etwas fürs Auge und oft zeigen ihre Outfits auch durchaus die Vorzüge der jungen Frau. Gegen sie als Laureline hatte ich nichts, wenn man mal davon absieht, dass sie zu gut aussieht. Die Chemie zwischen Valerian und Laureline konnte mich nicht ganz überzeugen, die Geschichte zwischen ihnen passt aber zum Film. Dass Valerian aber schon sehr früh vom Heiraten spricht, nervte mich dann schon. Die Nebenfiguren sind gut besetzt, diese spielen aber auch quasi keine Rolle. Insgesamt sind die animierten Figuren sehr viel interessanter als die menschlichen. So zum Beispiel der süße Transmulator oder die drei komischen Vögel. Schauspielerisch ist dieser Film keine Glanzleistung. Auch Rihannas Auftritt macht die Sache nicht unbedingt besser. Ihr Varieté-Auftritt ist klasse. Ansonsten musste die Gute aber auch nicht viel tun.
Kommen wir von den Schauspielern mal zu Handlung. Die ist ganz ok. Von Spannung kann man nicht unbedingt reden, denn es wird ungefähr sieben Mal stark angedeutet, wenn nicht sogar offensichtlich gezeigt, wer der Bösewicht im Film ist. So kann dann auch wirklich jeder Kinozuschauer folgen. Immerhin. Manchmal ist die Handlung durch die verschiedenen Welten dann doch verwirrend. Das Zwischengeplänkel von Valerian und Laureline sorgt durchaus für Schmunzler. Man kann sich von der Geschichte gut berieseln lassen und es ist nicht die andauernde Ballerei wie beispielsweise bei den Avengers. Dennoch fehlt ein wenig der Biss in der Geschichte. Gelangweilt habe ich mich allerdings nie und die Zeit kam mir nicht so lang vor, wie sie eigentlich war. Daher hat der Film schon etwas richtig gemacht.
Nachdem ich nun eher mittelmäßige Sachen angerissen habe, komme ich mal zum grandiosen Teil des Ganzen: die Effekte. Mein Bruder sagte nach dem Film zu mir: „Hallo Greenscreen“. Und er hatte natürlich Recht mit dem, was er meinte. Denn viel können die Schauspieler nicht vor richtigen Kulissen gedreht haben. Der Greenscreen war sicher ständiger Begleiter. Das heißt aber auch, dass der Film quasi für 3D gemacht wurde und deswegen in jeder Minute etwas passiert, was für das Auge interessant ist. Die Schauplätze sind bildgewaltig, farbenprächtig und somit sehenswert. Die Bilder sind wirklich aufregend und das 3D lohnt sich sehr. Ohne 3D sollte man den Film besser nicht gucken, denn erst durch die Effekte wird er zu guter Unterhaltung.




Als „Blockbuster“ kann man das Weltraumabenteuer „Valerian“ nicht unbedingt bezeichnen. Der Film ist von der Handlung her ganz ok, wenn man sich berieseln lassen möchte. Die schauspielerische Leistung reicht leider nicht aus, was aber schon mit der Besetzung beginnt. Wirklich toll sind aber die Bilder, die 3D Effekte und die farbenprächtigen Kulissen. Es ist kein sinnloser Ballerei-Film, aber eben auch nichts Tiefgreifendes. Der Film hat mich dennoch gut unterhalten, weshalb ich im 3,5 Sterne gebe. Ich hatte einen amüsanten Kino-Abend. Und wenn ich ein Mann wäre, hätte Delevingne mich sicher noch mehr überzeugt.

29. März 2017

Review: "Die Schöne und das Biest"

Titel: Die Schöne und das Biest

Regie: Bill Condon

Länge: 130 Minuten

FSK: 6

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2017



„Märchen schreibt die Zeit, in des Dichters Kleid…“

Hach, was habe ich den Disneyfilm samt seiner wunderschönen Lieder immer geliebt. „Die Schöne und das Biest“ ist ein absolutes Meisterwerk und hat eine wunderschöne Moral. Als bekannt wurde, dass der Zeichentrickfilm nun wirklich verfilmt werden sollte, war meine Freude groß. Als dann auch noch Emma Watson für die Rolle der Belle zusagte, waren nicht nur die Sozialen Medien Feuer und Flamme, sondern auch viele Fans – wie ich. Nun habe ich mit langer Wartezeit endlich den Film im Kino sehen können und ich bin absolut begeistert. Er hält was er verspricht, es gibt keine Experimente, sondern einfach eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten. Für Märchenfans ist dieser Film ein absoluter Muss. Einfach zum Verlieben.


Darum geht's:



Belle (Emma Watson) ist eine ebenso kluge wie anmutige junge Frau, die gemeinsam mit ihrem etwas verschrobenen Vater Maurice (Kevin Kline) ein ruhiges und recht zufriedenes Leben in dem kleinen Dorf Villeneuve lebt. Ihr beschaulicher Alltag wird nur durch den selbstverliebten Schönling Gaston (Luke Evans) gestört, der Belle regelmäßig den Hof macht und sich auch durch ihre Ablehnung nicht abschrecken lässt. Da gerät Belles Vater während einer Reise in die Fänge des Biestes (Dan Stevens), das in einem verwunschenen Schloss in der Nähe des Dorfes wohnt. Das Biest war einst ein selbstsüchtiger Prinz, der dazu verflucht wurde, als hässliches Ungeheuer zu leben, bis er jemanden dazu bringen kann, ihn trotz seines abschreckenden Äußeren wahrlich zu lieben. Doch davon ahnt Belle noch nichts, als sie sich selbstlos anstatt ihres Vaters in die Gefangenschaft des Biestes begibt. Erst langsam freundet sie sich mit den ebenfalls verzauberten Bediensteten (u.a. Ian McKellen, Ewan McGregor, Emma Thompson) im Schloss an und beginnt zu ahnen, dass hinter der abscheulichen Fassade des Biestes noch mehr steckt.

Meine Meinung




Es ist komisch in einen Film zu gehen, von dem man die gesamte Handlung eigentlich kennt. Mehr noch, man kennt sogar die Kulisse, die Atmosphäre, die Charaktere. Und dennoch ist der Film völlig neu. Meine Erwartungen waren nicht gering und in den ersten Minuten musste ich mich wirklich an diese Neuverfilmung gewöhnen, aber als ich erst einmal reingekommen war, war alles wunderbar. Ich habe richtig gestrahlt, als die ersten Klänge des Liedes „Unsere Stadt“ erklangen und ich war mir nicht sicher, ob das Lied nun beginnen würde. Aber JA! Es wird gesungen und zwar sehr viel. Einige der Lieder aus dem Musical haben es ebenfalls in den Film geschafft, man könnte den Film also durchaus in die Kategorie „Musicalfilm“ setzen. Die Lieder verleihen dem Film noch ein Stück mehr seiner märchenhaften Atmosphäre. Das erste Lied, das die Geschichte einleitet, ist einfach nur toll. Es ist schnell, lustig und man weiß gar nicht wo man hinsehen soll. Allerdings haben die Macher auch einen großen Fehler gemacht. Die Kameraeinstellung geht vor allem zu Beginn oft auf die Nahaufnahme. Man sieht, wie Belle singt – und leider sind ihre Lippenbewegungen im Original so völlig anders, als es im Deutschen nötig wäre. Ich persönlich hasse es, wenn die Lippenbewegungen nicht zum Gesagten passen – leider war genau dies im ersten Lied der Fall. Danach allerdings gar nicht mehr und das tröstete mich. 
Jeder, der den Disneyfilm gesehen hat, kennt das Konzept dieses Films. „Die Schöne und das Biest“ hält sich beinahe szenengetreu an das Original. Es gibt kleine Ergänzungen, die aber sehr sinnvoll sind. So kommt etwa die Geschichte von Belles Mutter ans Tageslicht und auch um die Zauberin wurde einiges ergänzt. Doch jede Erneuerung fügt sich wunderbar in die Geschichte. Man hat das Gefühl, als wenn der Disneyfilm diese Dinge einfach weglassen musste, denn sie ergeben einen durchdachten Sinn. 
Großartig sind die Bilder. Die Eindrücke. Die Atmosphäre. Als Belle ins Schloss kommt, ist das Setting atemberaubend. Alles sieht so aus wie bei Disney, doch durch die Realität ist alles noch pompöser, noch skurriler. Ich habe mich sofort in das Schloss und seine Bewohner verliebt. Die verzauberten Bediensteten sind eine Klasse für sich. Lumière und von Unruh sind das tolle Doppel, das immer für einen Witz gut ist. Doch dieser Faktor ist keinesfalls auf die beiden eingeschränkt. Oh nein. Der ganze Film ist von einem herzerwärmenden Humor geprägt. Ich habe so viel gelacht – und auch wirklich laut. Der Witz ist unserem heutigen Humor angepasst und hat mir unglaublich gut gefallen. Man darf lachen, aber man darf auch weinen. Ich glaube, ich habe ungefähr ein Viertel des Films über geweint. Das begann bei der berühmten Ballsaalszene und hielt über das gesamte Ende an. Es war so traurig und so schön. Und nun ja, ich bin eben nah am Wasser gebaut. Jedenfalls habe ich selten so viel im Kino geweint.
Kommen wir noch zu den Charakteren. Ich musste mich auf der Leinwand an Emma Watson gewöhnen. Doch sie passt toll zu der Rolle. Ihre Darstellung ist märchenhaft und dennoch ist sie manchmal etwas übermoralisch – wie es im Märchen aber ja sein soll. Das Biest fand ich ebenso toll. Die Macher haben es wirklich gut animiert, wie auch die anderen Bediensteten. Alle Gegenstände sind so detailgenau konstruiert, dass sie wirklich zum Leben erwachen. Ich habe den Film in 3D gesehen. Es gab schöne Szenen, in denen sich das auch gelohnt hat. Einmal musste ich richtig zusammenzucken. Ein Highlight war noch Luke Evans als Gaston. Dieser schmierige und arrogante Mistkerl gehört in dieses Märchen. Seine Sprüche bringen das Publikum zum Lachen und dennoch ist der der grausamste Charakter von allen – eben der klassische Bösewicht. Mir hat seine Verkörperung sehr gut gefallen.

Also...


Was kann ich mehr sagen, als dass der Film ein Märchen ist. Die Kulisse ist beeindruckend, man darf zwei Stunden lang in eine andere, aber zauberhafte Welt eintauchen. Gewaltige Bilder, eine moralische Geschichte, die Liebe und wunderbare Lieder. Die Schauspieler überzeugen in diesen Rollen und konnten mich emotional absolut mitnehmen. Ich habe gelacht, ich habe geweint, aber vor allem habe ich geträumt. Ich vergebe volle 5 Sterne für diesen jungen Prinzen, der zu lieben erst lernen muss. Ich freue mich bereits darauf, wenn Lumière in meinem Wohnzimmer Gast sein wird und ich den Film auf DVD besitze. 

30. Dezember 2016

Review: "Rogue One: A Star Wars Story"



       Titel: Rogue One - Star Wars Story

          Regie: Gareth Edwards

          Länge: 134 Minuten

          FSK: 12

          Produktionsland: Vereinigte Staaten

          Erscheinungsjahr: 2016




Ich bin bekennender Star Wars-Fan und kann sogar behaupten, dass zumindest die jüngeren Filme absolut in meiner Generation liegen. „Episode 1“ habe ich im Kino gesehen und seitdem keinen Star Wars-Film mehr bei Filmstart verpasst. Da mich auch „Episode 7“ im letzten Jahr überzeugen konnte, war klar, dass ich „Rogue One – A Star Wars Story“ ebenfalls sehen musste. Ich hörte, dass der Film nicht in der Manier der anderen Filme gedreht sein soll, dass er eben anders ist. Und das bewahrheitet sich. „Rogue One“ ist düsterer, brutaler und der Krieg spielt eine größere Rolle. Aber wie könnte es anders sein? Was musste schließlich zwischen Episode 3 und 4 alles passieren, damit sich die Galaxis so sehr ändert? Genau das. Düsternis und Krieg. Und dennoch konnten die Macher einen sehr gelungenen Film auf die Leinwand bringen, der mich absolut überzeugen konnte und sich wunderbar ins Star Wars-Universum fügt.

Darum geht's:


Schwere Körperverletzung, Besitz gestohlener Güter, Fälschung imperialer Dokumente – Jyn Erso (Felicity Jones) hat eine Reihe Schandtaten in ihrem Lebenslauf, als sie von den Rebellen angeheuert wird. Andererseits: Der Kampf gegen das Imperium wird nicht mit Samthandschuhen gewonnen, das wissen die Widerstandskämpfer um Mon Mothma (Genevieve O'Reilly). Und vor allem war Jyns Vater Galen Erso (Mads Mikkelsen) maßgeblich daran beteiligt, die neue Superwaffe des Imperiums zu bauen, weswegen sein Insiderwissen und Jyns Verbindung zu ihm wertvoll sind. Insofern ist die junge Frau, die sich seit ihrem 15. Lebensjahr allein durchschlägt, genau die Richtige für ein Team, das Galen finden und eine Himmelfahrtsmission ausführen soll: Das Imperium will den Todesstern testen und die Rebellen wollen wissen, wie man ihn zerstört. Mit dem Agenten Captain Cassian Andor (Diego Luna) und dem umprogrammierten Ex-Imperiumsdroiden K-2SO (Alan Tudyk) zieht Jyn los. Der imperiale Militärdirektor Krennic (Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen…

(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/218395.html)

Meine Meinung


Es hat ein klein wenig gedauert, bis ich die gesamte Handlung durchschaut habe. Aber da ich meinen Bruder mit im Kino hatte und er noch sehr viel mehr über Star Wars weiß als ich, war das kein Problem. Ich fand den Film einfach faszinierend. Ich stehe auf Action und rasante Spannung. Düsternis macht mir im Kino nichts aus, schließlich ist man durch die heutigen Blockbuster einiges gewohnt. Am allerbesten gefiel mir einfach, wie sehr sich dieser Film in die Pause zwischen den Episoden fügt. Der Film spielt unmittelbar vor Episode 4. Und wenn ich sage „unmittelbar“, dann meine ich das auch. Er erklärt vieles, was man sich bisher denken musste. Man kann sagen, dass der ganze Film auf einem kleinen Satz aus Episode 4 aufbaut, nämlich: „Einem kleinen Trupp von Rebellen ist es gelungen die Pläne des Todessterns zu erbeuten“. Bumm. Film fertig. Denn der Film zeigt, wie ein – zugegeben – nicht ganz so kleiner Trupp von Rebellen die Pläne erbeutet. Das Schöne: Man weiß vorher, dass es ihnen gelingt. Das Schlimme: Man weiß, dass die Rebellen danach keine Rolle mehr spielen. Um diese beiden Umstände zu klären, muss man kein Genie sein. Man weiß also zuvor, was einen erwartet und dementsprechend ist der Film keine nette Beschäftigung für zwischendurch. Er ist tragisch, traurig und dennoch hoffnungsvoll. Der Titel des folgenden Films „Eine neue Hoffnung“ hätte nicht besser gewählt sein können.
„Rogue One“ ist ein bisschen kompliziert. Man muss durch viele Geschichten hindurchblicken, ehe man das große Ganze durchschaut. Aber der Film ist sinnvoll und ich konnte ihn voll und ganz genießen. Es gibt einfach tolle Charaktere und auch die Besetzung ist gut. Ich finde Felicity Jones einfach toll. Und das, obwohl ich sie aus dem Film „Powder Girl“ kenne – eine ganz andere Liga. Sie ist eine wahre Rebellin, auch wenn ihr Charakter nicht der stärkste unter den Star Wars-Figuren ist. Der Droide K2 hatte die typisch witzige Rolle. Und Cassian gefiel mir ebenfalls sehr gut. Mein Liebling war der chinesische Kämpfer Chirut Imre. Ob er ein Jedi ist, kann ich nicht sagen, doch er glaubt an die Macht. Es verwunderte mich nicht, dass nur wenige an die Macht in diesem Film glauben. Eigentlich glaubt man nur an Waffen und eine andere Macht. Der Film ist brutal und das Szenario düster. Vieles wird zerstört, es gibt viele Actionszene und Schießereien. Aber es gibt auch viel Moral und manchmal sogar Humor. Das gesamte Team „Rogue One“ besteht aus tollen Charakteren, die für ihre Hoffnung kämpfen, obwohl sie wissen, dass sie kaum eine Chance haben. 
Großartig waren Auftritte der Nebenfiguren. Als das erste Mal Darth Vader auf der Leinwand auftaucht, dachte ich nur ein Wort: episch. Es gefiel mir wirklich gut. Die Darstellung war absolut authentisch. Und auch, dass Rollen wie die von Leia, ihrem Stiefvater und dem fiesen Commander aus Episode 4 auftauchen, macht den Film toll! Ich finde, dass er ein großes Ganzes geschlossen hat und er gefiel mir sehr viel besser, als ich dachte. Die Kulisse ist einfach atemberaubend, aber das macht die Star Wars Filme aus. Man kann eine Vielfalt an Handlungsorten zeigen, da die Geschichte auf verschiedenen Planeten spielt. Das 3D des Films hat sich gelohnt, was absolut positiv ist. Mir hat außerdem die Dolby Atmosphäre gefallen, da gerade bei Raumschiffszenen der Ton wichtig sein kann.

Also...



„Rogue One: A Star Wars Story“ ist zwar ein anderer, aber sehr authentischer Star Wars-Film. Die Schauspieler passend gut in ihre Rollen und die Handlung ist für mich absolut logisch, wenn auch komplex. Für mich war der Film eine tolle Erklärung für bisher nur gedachte Handlungszusammenhänge. Ich habe tatsächlich jede Minute genossen und am Ende bitter geweint. Die letzten Szenen des Films machen einfach Lust sofort mit Episode 4 weiterzumachen. Von mir bekommt Rogue One 4,5 Sterne, die sch in die Galaxie einfügen.



11. November 2016

Review: "Doctor Strange"


        Titel: Doctor Strange

          Regie: Scott Derrickson

          Länge: 115 Minuten

          FSK: 12

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016





Benedict Cumberbatch ist immer einen Film wert. In seiner Rolle als Sherlock Holmes wird er verehrt und auch sonst hat er noch nie eine schlechte Figur gemacht. Als ich zum ersten Mal den Trailer von "Dr. Strange" sah, musste ich kurz blinzeln. Denn dass Cumberbatch in die Rolle eines Marvel-Helden stürzen würde, hatte ich nicht erwartet. Also musste der Film allein deswegen gesehen werden. Und auch wer große Erwartungen an den Schauspieler hat, wird nicht enttäuscht! Ich persönlich empfand "Dr. Strange" manchmal als etwas kompliziert, aber es ist auf jeden Fall ein sehenswerter Film.

Darum geht's...


Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein arroganter, aber auch unglaublich talentierter Neurochirurg. Nach einem schweren Autounfall kann er seiner Tätigkeit trotz mehrerer Operationen und Therapien nicht mehr nachgehen. In seiner Verzweiflung wendet er sich schließlich von der Schulmedizin ab und reist nach Tibet, wo er bei der Einsiedlerin The Ancient One (Tilda Swinton) und ihrer Glaubensgemeinschaft lernt, sein verletztes Ego hinten anzustellen und in die Geheimnisse einer verborgenen mystischen Welt voller alternativer Dimensionen eingeführt wird. So entwickelt sich Doctor Strange nach und nach zu einem der mächtigsten Magier der Welt. Doch schon bald muss er seine neugewonnenen mystischen Kräfte nutzen, um die Welt vor einer Bedrohung aus einer anderen Dimension zu beschützen.
(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/130533.html#)

Meine Meinung


Zu Benedict Cumberbatch habe ich eingangs genug gesagt. Der Mann ist ein begnadeter Schauspieler, der auch hier eine gute Figur macht. Er spielt den arroganten Arzt überzeugend und setzt seine Veränderung großartig um. Meines Erachtens ist er eine bedeutende Säule, die diesen Film trägt. Eine weitere sind sicher die Effekte und somit die Aufmachung des Films. Man sollte dieses Abenteuer in 3D erleben, ansonsten ärgert man sich nur. Durch das Thema der Magie entstehen Szenen, die den Zuschauer verzaubern können. Man bekommt viele Bilder geboten, wenn es um die anderen Dimensionen geht. Somit ist der Film immer abwechslungsreich, aber auch ein bisschen konfus. Mich verwirrte die ein oder andere Handlung. Dennoch saß ich oft mit offenem Mund im Kinosaal, weil solch unglaubliche Dinge passieren.
Der Film ist klasse aufgebaut. Mir gefielen die ersten Minuten, in denen man Dr. Strange als praktizierenden Arzt kennenlernt richtig gut. Ich glaube Cumberbatch wäre auch in einer Arztserie wirklich toll. Hach…. Hier lernt man auch bereits Dr. Palmer kennen, eine Freundin von Strange. Oder feste Freundin? Was zwischen den beiden war/ist bleibt anfangs unklar. Dennoch spielte Rachel Adams Figur für mich eine große Rolle. Ich mag diese Schauspielerin sowieso sehr gern und meiner Meinung nach passte sie gut an Stranges Seite. Nachdem der Abschnitt als Arzt abgeschlossen ist, wendet Strange sich deprimierenden Methoden zu. Erst danach kommt er nach Tibet. Der Schauplatz ist sehr schön und die Gemeinschaft war ebenfalls gut umgesetzt. Im Allgemeinen glänzt der Film durch seine Bildgewalt. Die verschiedenen Dimensionen bieten viele Möglichkeiten zur Umsetzung. Die Geschichte ist zwar etwas wirr, aber im Großen und Ganzen logisch. Strange (er selbst würde Wert darauf legen, dass das „Dr.“ vor dem Namen genannt wird) muss gegen einen ehemaligen Magieschüler kämpfen, der sich inzwischen der dunklen Dimension zugewandt hat (nein, wir sind nicht bei Star Wars). Der Kampf zwischen beiden Fraktionen ist gut gelungen und actionreich. Besonders cool fand ich den Mantel von Strange und die witzigen Szenen im Film. Vor allem am Ende kann man im Kino durchaus lachen, denn Strange glänzt mit Witz und Genie. Wie sollte es auch anders sein.
Die Nebenrollen sind ebenfalls interessant. Die Älteste gefiel mir nicht so gut, doch auch ihre Intention wird irgendwann deutlich. Wong war ein toller Typ, aber mein Herz eroberte Mordo. Der beständige Freund bildet einen Ruhepool im Film.
Die Handlung ist gelungen und actiongeladen. Dennoch ist „Dr. Strange“ ein etwas anderer Marvel-Film, in dem nicht nur das Mittel Action genutzt wird. Der Film schlägt auch ruhigere Töne an, was mir gut gefiel. Was mich ein bisschen gestört hat, ist der Umstand, dass Strange angeblich zu einem der mächtigsten Magier überhaupt wird. Das stimmt zwar, aber so deutlich kommt das gar nicht vor und man erfährt es auch erst sehr spät. Das gefiel mir nicht. Ansonsten habe ich an dem Film nicht viel zu meckern. Ich wurde absolut unterhalten und vom Hauptdarsteller verzaubert.


Also…



„Dr. Strange“ ist kein typischer Marvel Film. Es wird nicht pausenlos gekämpft oder zerstört. Im Zentrum steht die Entwicklung eines einzelnen Mannes, der nicht nur einen Teil von sich selbst durch die Magie neu entdeckt. Der Film hat durch seine wechselnde Bildgewalt viel zu bieten und bleibt abwechslungsreich. Benedict Cumberbatch brilliert erneut, doch auch die anderen Schauspieler meistern ihre Rolle gut. Ich persönlich freue mich sehr auf das nächste Auftauchen des Doktors, das in der Zusatzszene angesprochen wurde. Für seinen ersten Solo-Film vergebe ich vier Sterne.

6. Oktober 2016

Review: "Die glorreichen Sieben"

          



          Titel: Die glorreichen Sieben

          Regisseur: Antoine Fuqua

          Länge: 133 Minuten

          FSK: 16

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016


Ich bin ein Fan von Puzzlen. Meine Mutter ist ein Fan von Western. So war es nicht verwunderlich, dass ich vor Jahren von ihr ein Puzzle geschenkt bekam, auf dem „Die glorreichen Sieben“ abgebildet waren. Ich hatte absolut keine Ahnung, wer das sein sollte. Meine Mutter erklärte mir die Story des Films von 1960 in groben Zügen, aber mal ehrlich: Teile kann ich auch ohne Story-Zusammenhang zusammensetzen. Das Puzzle war schnell gelegt und erst Jahre später sollte ich mich wieder daran erinnern. Nämlich als ich den Trailer zur Neuverfilmung von „Die glorreichen Sieben“ mit Denzel Washington und Chris Pratt sah. Mal im Ernst: Ein Western mit solchen Helden? Den musste ich sehen! Und ich wurde nicht enttäuscht.

Darum geht's:


Angst, Schrecken, Tod – der fiese Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) herrscht mit eiserner Kontrolle über die Stadt Rose Creek. Weil sie seine Drangsalierungen nicht länger ertragen können, engagieren die Einwohner in ihrer Verzweiflung sieben Männer mit fragwürdigen Geschäftsfeldern: den Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington), den Spieler Josh Farraday (Chris Pratt), den Gesetzlosen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), den Fährtenleser Jack Horne (Vincent D'Onofrio), den Scharfschützen Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), den Krieger Red Harvest (Martin Sensmeier) und den Auftragskiller Billy Rocks (Byung-Hun Lee). Die sieben Herren sollen Bogue ausschalten. Doch noch während sie die Stadt auf eine Schlacht einschwören, finden die Söldner heraus, dass für sie weit mehr als nur Geld auf dem Spiel steht…

(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/207874.html)

Meine Meinung


Die Beschreibung klingt jetzt nicht so cool (und die ganzen Namen der Schauspieler stören auch). Allerdings ist die Geschichte schnell erzählt und man kann verschiedene Werte bemerken. Natürlich geht es um Gerechtigkeit. Aber auch Rache, Ehre und Freundschaft. Schon die erste Szene, in der Denzel Washington als Sam Chisolm auftaucht, ließ mich grinsen. Ein schwarzer Cowboy reitet durch die Prärie auf ein kleines Dorf zu und heizt im Saloon ordentlich ein. Dieser Film hat sehr viel vom klassischen Western, aber wurde natürlich mit Special Effects der heutigen Zeit aufgebrezelt. Wie ich sagte, die Story ist simpel. Eine Reihe (un)ehrenwerter und gaunerhafter Männer will ein Dorf verteidigen und steht für dieses ein, da es Ungerechtigkeit erfahren hat. Anfangs geht es dabei um Geld, doch später steht dies nicht mehr im Vordergrund. Die Männer sind sich dessen bewusst, dass nicht alle überleben werden. Und das ist ein Fakt, den man als unwissender Zuschauer vielleicht nicht erwartet. Man kennt von heutigen Actionfilmen zumeist ein Happy-End. Oder wenn dies nicht eintritt, muss man zumeist keinem Protagonisten hinterher trauern. Anders hier. Durch meine Oma wusste ich, dass die glorreichen Sieben am Ende eben nicht mehr zu siebt sind. Doch in der abschließenden Schlacht um Rose Creek, fiebert man deshalb umso mehr mit und hofft, dass es nicht den jeweiligen Liebling trifft. 
Der Film braucht eine Weile, um sich aufzubauen. Anfangs sucht Sam sich die Glorreichen zusammen. Denn sie sind anfangs keinesfalls ein Team – doch zu diesem werden sie. In dieser bunten Mischung ist eigentlich für jeden etwas dabei. Meine Lieblinge waren Goodnight, Billy und Farraday. Chris Pratt hat eine wirklich tolle Rolle, die ihm wie auf den Leib geschneidert ist. Ein bisschen ironisch, ein bisschen ernst und am Ende absolut heldenhaft. Ich mag die Filme mit ihm immer sehr gern, da er vielen Handlungen Witz verleiht. Und so auch hier. Der Film glänzt mit Humor, auch wenn er nicht allzu oft vorkommt. Ein paar Sprüche musste ich mir einfach merken und jeder der den Film sieht, wird an der Stelle lachen, wenn Farraday feststellt, dass alles „soweit, so gut“ ist. 
Es gibt kleine Nebenhandlungen, die vor allem die Beziehungen der Figuren untereinander thematisieren. So kommt über Goodnight noch etwas heraus und auch Sams Vergangenheit kommt ans Licht. Vor allem handelt der Film aber davon, wie die sieben Männer sich formieren und ein wehrloses Dorf zu Kämpfern machen. Alles läuft auf einen großen Showdown hinaus, der es in sich hat. Die Kampfszenen sind nicht zu lang und nicht zu kurz. Manche empfinden die Handlung zuvor vielleicht als zu lang, mir gefiel dieser Abschnitt mit mehr Tiefgang allerdings sehr gut - die Frage wie viel Tiefgang in diesem Abenteuerfilm steckt, ist allerdings berechtigt. Als dann aber die „Schlacht“ folgt, halten wohl mehrere Menschen im Kino den Atem an. So gut wie jeder Schuss der Glorreichen ist ein Treffer und man kann immer nur beobachten, wie ein weiterer Mann vom Pferd fällt. Im Allgemeinen würde ich gern wissen, wie viele Menschen in diesem Film sterben. Sagen wir so: Es sind unglaublich viele. Da müssen die Macher ordentlich Statisten bezahlt haben…Und das bei der Gagen der Stars…
Nichtsdestotrotz ist der Kampf genau eins: glorreich. Es werden harte Geschütze aufgefahren und bis zum Tode gekämpft. Die Männer beweisen Mut und Ehre, genauso wie Cleverness und Strategie.
 Die Bildgewalt am Ende ist beeindruckend. Mir persönlich war es auch nicht zu viel. Die letzte halbe Stunde macht den Actionteil des Films aus. Die Kulisse empfand ich als großartig. Die amerikanische Steppe ist faszinierend und ich ertappte mich mehr als einmal dabei, wie ich darüber nachdachte, dass die Menschen mal so gelebt haben. Lange ist’s her… Denzel Washington spielt ebenso überzeugend und  ist ein wunderbarer Ruhepol in der Mitte der Männer. Die schauspielerische Leistung gefiel mir bei eigentlich jedem Charakter. Umso mehr trauere ich den Gefallenen hinterher. Erwähnenswert ist noch die Rolle der verwitweten jungen Frau Emma Cullen. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob Jennifer Lawrence in diesem Film mitspielt. Die Ähnlichkeit der Damen ist verblüffend. Auch sie passte wunderbar in die Geschichte, da sie ein gewisser Gegenentwurf zu den starken Männern ist und dennoch bereit ist, alles was sie hat zu geben.

Also...




Mir hat „Die glorreichen Sieben“ sehr gut gefallen. Der Film bietet großartige Unterhaltung mit einer gut abgewogenen Dosis Witz und Humor. Die Figuren sind authentisch, auch wenn von manchen von ihnen etwas wenig herauskommt. Der Zuschauer muss die verschiedensten Emotionen durchmachen, um am Ende Stolz und Trauer in sich selbst zu finden. Die Mischung aus klassischem Western und modernem Actionfilm gefiel mir prächtig und deshalb vergebe ich glorreiche 4,5 Sterne. 

29. August 2016

Review: "Suicis Squad"





          Titel: Suicid Squad

          Regisseur: David Ayer

          Länge: 123 Minuten.

          FSK: 16

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016






Es ist eine sehr lange Zeit her, als ich das erste Mal von Suicid Squad“ las. Ein Film mit allen Bösewichten der DC Comics, die für die gute Sache kämpfen sollen. Selten kam mir eine Idee so cool vor. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Doch der Film von David Ayer hat mich nicht enttäuscht. Auch wenn man ein paar Dinge ausblenden muss, um ihn richtig zu genießen, war Suicid Squad für mich ein Blockbuster vom Feinsten, der großartige Unterhaltung bot.

Darum geht's:


Gift gegen Gift, Feuer gegen Feuer? Das zumindest scheint der Gedanke der amerikanischen Geheimagentin Amanda Waller (Viola Davis) zu sein, als sie einen heiklen Entschluss fasst: Um einer geheimnisvollen und unbesiegbar erscheinenden Bedrohung endgültig das Handwerk zu legen, gebraucht es mehr als nur hochgerüstete Soldaten auf einem Himmelfahrtskommando. Man braucht ganz einfach die gemeingefährlichsten Fieslinge, die derzeit im Gefängnis vor sich hin schmoren, denn die haben offenbar nichts mehr zu verlieren. Doch die illustre Truppe, zu der Knalltüten wie die exzentrische Harley Quinn (Margot Robbie), Deadshot (Will Smith), Rick Flag (Joel Kinnaman) und Captain Boomerang (Jai Courtney) gehören, merkt schnell, dass sie im Zweifelsfall einfach nur entbehrliches Kanonenfutter und Sündenbock sein soll. Da stellt sich ihnen unweigerlich die Frage, ob sie überhaupt noch den Auftrag ausführen sollen, was ihren sicheren Tod bedeuten würde, oder ob sie sich lieber selbst retten…

(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/144185.html)

Meine Meinung


Im Grunde muss man sich einer Sache beim Gucken des Films bewusst sein: Wir haben es hier mit Bösewichten zu tun. Da die Wenigstens allerdings einen Film mit lauter angsteinflößeneden Psychopaten sehen wollen, die sie bis in ihre Träume verfolgen würden, verwendet der Regisseur das Prinzip der Antihelden. Schon Jack Sparrow konnte sich als Antiheld in unsere Herzen spielen, warum sollte es also der Suicid Squad nicht gelingen? Tatsächlich gibt es dafür keinen Grund und deshalb tun sie auch genau das. Denn schnell wird dem Zuschauer klar, dass man mit den schrägen Typen sympathisiert. Und das ist für das Konzept sehr wichtig. Leider muss man so natürlich ausblenden, dass all die auftauchenden Figuren richtig miese Mörder, Diebe und Psychopaten sind. Man ist schockiert, wir schnell man dies vergisst. Zwischenzeitlich werden die dunklen Seiten der Protagonisten immer wieder deutlich, doch sie bleiben Randaspekte. 
Hat man sich diesem Konzept aber untergeordnet, kann man den Film genießen. Es dauert eine relativ lange Zeit, bis die Hintergrundgeschichten der Figuren erzählt sind. Anfangs entsteht dadurch der Eindruck, als wenn der Film aus vielen einzelnen Stories besteht. Sie werden allerdings relativ schnell zusammengeführt und immer mal wieder aufgegriffen. Die Einführungen der Figuren sind wichtig und gelingen gut. Vor allem Harley Quinn, die Freundin des berüchtigten Jokers und Deadshoot, der familienliebende Auftragskiller, stehen hier im Mittelpunkt. Deadshoot, der von Will Smith verkörpert wird, ist so etwas wie der Teamleader. Er leitet die Kommunikation zwischen seiner Squad und dem Militärteam, dem sie unterstehen. Ich empfand ihn als glaubwürdig, wenn auch nicht als den stärksten Charakter. In unglaublicher Erinnerung bleibt Harley Quinn. Man kann schon sagen, dass sie allen anderen die Show stiehlt. Ihre Geschichte war besonders interessant und strange. Ihr Humor trägt den Film und das knappe Outfit sorgt für mehr als einen Hingucker. Ihre Rolle wird leider ein wenig sexualisiert, allerdings muss ich zugeben, dass selbst ich dieser Frau andauernd auf den Hintern starren musste. Die Macher haben ihr Ziel also in jedem Fall erreicht. Im Vergleich zu diesen beiden Figuren bleiben die restlichen doch etwas farblos. Jeder hat zwar seine Besonderheiten, doch bei ihrer Einführung wird sich nicht so viel Mühe gegeben. Vor allem Diablo, der tätowierte Feuerteufel, überrascht am Ende. Mir gefiel auch der Krokodil-Typ (, dessen Name ich vergessen habe) und die Samurai-Kämpferin. Eigentlich kann man jeder Figur etwas abgewinnen. Ein bisschen deplatziert erschien mir manchmal allerdings der Joker, der von Jared Leto verkörpert wird. Er hat eine völlig andere Art den allerschlimmsten Bösewicht darzustellen, als es Heath Ledger tat und natürlich bleibt letzterer unerreicht. Leto macht das Ganze etwas verrückter und wilder. Wenn ich mich richtig erinnere, ist dies den Comics getreuer als die Version des verstorbenen Heath Ledger, aber dadurch ist die Umgewöhnung auch schwer. Als König und Königin harmonieren der Joker und Harley allerdings gut. Auch wenn ich nicht verstehe, was sie an ihm findet. Aber okay…Der größte Bösewicht unter allen ist eigentlich Amanda Walles, die für die Regierung arbeitet. Sie ist eiskalt und könnte eigentlich auch ein Mitglied der Squad sein.

Die Handlung selbst empfand ich als nicht so aufregend. Sie ist relativ simpel. Vielmehr geht es um die Figuren, als um deren Auftrag. Allerdings mussten die Macher natürlich jetzt einen richtig schlimmen Gegner hervorzaubern, damit diese Einheit gerechtfertigt ist. Und was kommt da besser als eine waschechte Hexe? Richtig gehört. Ich habe mich tatsächlich gefragt, wie man jemanden besiegen soll, der unbesiegbar ist. Dieses ganze Gegner-Szenario gefiel mir dementsprechend leider nicht so gut, aber das ist eine Sache die man bei den ganzen Helden-Filmen schon seit geraumer Zeit beobachten kann. Immer schlimmer, immer härter. Da fällt eine Steigerung von Mal zu Mal schwerer. Ob Cara Delevigne die beste Besetzung war, frage ich mich immer noch. Ein Archäologin, die von einem Dämon befallen wird, muss natürlich wunderschön sein. Ist bei den meisten Archäologen so. Klar. Mein Fehler.
Zwischenzeitlich ist das bildgewaltige Spektakel super lustig. Aber genau das soll es ja auch sein. Etwas misslungen fand ich auch das Ende, wobei es absolut sinnvoll ist. Ich persönlich habe jedenfalls große Lust auf eine Fortsetzung. Wer weiß…vielleicht werden die Bösen ja doch irgendwann gut. Wobei…ist nichtgerade das Böse so faszinierend?

Also...


Ein furioser Film mit vielen Stars und großer Bildgewalt. Das 3D kann man sich sparen, denn die Action geht auch so nicht verloren. „Suicid Squad“ bietet tolle Unterhaltung und zeigt eine ganze andere Seite von den Bösewichten der DC Comics. Ich habe den Film sehr gern gesehen, denn die Unterhaltung ist absolut grandios. Ein paar Dinge sind nicht so glanzvoll über die Bühne gegangen, weshalb es „nur“ 4 von 5 Sternen sind, doch meine Erwartungen wurden dennoch erfüllt.

2. Juli 2016

Review: "X-Men - Apocalypse"


Titel: X-Men - Apocalypse

Regisseur: Bryan Singer

Länge: 144 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2016




Ich musste es googeln. Aktuell gibt es 9 (!) X-Men Filme, von denen der letzte derzeit noch im Kino läuft. Vor Wochen wollte ich ihn mir anschauen, da ich ein Fan der X-Men bin. Wie das aber so ist, schafft man es erst auf den letzten Drücker. „X-Men: Apocalypse“ hatte einen zerstörerischen und übertriebenen Trailer, der einem ein wenig die Lust auf den Film nahm. Diesem Actiontrailer entspricht der wirkliche Film aber nur in Teilen, denn er glänzt mit mehr Ruhe, als man erwarten würde. Ein guter Actionfilm für einen amüsanten Abend. Voraussetzung: Man sollte die X-Men schon kennen, sonst wird’s kompliziert.

Darum geht's:


Die Welt hat sich verändert, Mutanten werden in der Gesellschaft nun weitestgehend akzeptiert. Doch ein legendärer Bösewicht schickt sich an, Menschen wie Mutanten zu unterjochen: der einst als Gott verehrte Apocalypse (Oscar Isaac), der älteste und mächtigste Mutant der Welt. Er ist unsterblich und unbesiegbar, weil er die Kräfte vieler unterschiedlicher Mutanten vereint – und er ist bei seinem Erwachen nach Tausenden von Jahren gar nicht glücklich darüber, wie sich die Welt entwickelt hat. Zur Verwirklichung seines Plans einer neuen Weltordnung bringt Apocalypse mächtige Mutanten unter seine Kontrolle: Magneto (Michael Fassbender), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Angel (Ben Hardy). Es ist an Raven (Jennifer Lawrence) und Prof. X (James McAvoy), ein Team junger Mutanten anzuführen, das sich Apocalypse in den Weg stellt…


Meine Meinung


Ich hatte bahnbrechende Action erwartet. Unnötiges Rumgeballer und zu viel Gewalt, wie es bei Marvel ja des Öfteren der Fall ist. Überrascht war ich, dass im neuen X-Men Film auch die leiseren Töne eine Rolle spielen. Man fragt sich doch oftmals, was noch alles kommen soll, da die Macher die Geschichte doch schon völlig ausgeschöpft haben. Handlungen und Wendungen erscheinen einem unlogisch und irreführend. Anders aber bei „X-Men: Apocalypse“. Der Film fügt sich samt seiner Handlung wunderbar in die Geschichte um die X-Men ein und erklärt meiner Meinung nach sogar einiges. Er verknüpft die drei alten Klassikerfilme mit den neuen Versionen, die seit 2011 gedreht wurden. Selbst Wolverine hat wieder eine kleine Gastrolle, die ebenfalls erklärend wirkt. Alles in allem vereint der Film verschiedenen Geschichten und macht den Kontext wieder stringent. Herrlich anzusehen sind dabei die altbekannten Figuren samt ihrer glänzenden schauspielerischen Leistung. Der Bösewicht Apocalypse ist hier für mich der blasseste geblieben. Doch Jennifer Lawrences Figur Raven  ist stärker und ehrlicher zu sich selbst geworden und sie wird von der Oscarpreisträgerin überzeugend gemimt. Mein Favorit Charles Xavier sorgt sogar für den ein oder anderen unerwarteten Lacher („Das war eigentlich mein Lieblingsbaum.“). James McAvoy bleibt seiner Umsetzung treu und spielt den rechtschaffenden Professor ebenso gut wie bisher. Michael Fassbender, der unumstrittene Star des Films, zeigt neue Facetten seiner Figur Magneto. Sein Schicksal war für mich das tragischste. Ich litt mit ihm. Die neuen/alten Figuren gefielen mir in ihrer Umsetzung ebenfalls sehr gut. Egal ob das Gene oder Scott waren – ihre Geschichte beginnt von neuem und man darf gespannt sein.
Der Film hat ein klares Ziel und verfolgt dieses auch mit actiongeladenen Szenen. Dennoch braucht er eine Menge Zeit, um erneut in den Kosmos einzuführen. Vor allem die erste Stunde zieht sich ein wenig dahin. Marvel benötigt diese Zeit jedoch oft und zumeist lohnt sich dies auch. Ich fand die finale Lösung gar nicht schlecht. Allerdings wird natürlich wieder ein Großteil unserer Welt zerstört. Das empfinde ich immer als ein bisschen unnötig, aber was will man machen, wenn wieder irgendwelche supermächtigen Bösewichte die Welt übernehmen wollen?! Etwas unpassend fand ich die Zerstörung des Vernichtungslagers (heute Gedenkstädte!) Auschwitz. Da hätte man ein wenig mehr Respekt haben können, auch wenn die Szene so gar nicht gemeint war. Es ist ja immer nett, dass man sieht, wie alles zerstört wird, aber der Aufbau dann ja keine Rolle mehr spielt. Aber egal.
Besonders beeindruckt hat mich übrigens die Vorschau, die einer Tunnelfahrt durch die Zeit gleicht. Hier hat sich die 3D-Brille bereits bezahlt gemacht und auf meinem Gesicht breitete sich leichtes Staunen aufgrund der Effekte auf. Die ersten Szenen waren sowieso sehr beeindruckend, was die Kulisse betrifft. Mit zunehmender Zeit wird das Setting dann etwas dunkler, aber immer noch beeindruckend.

Also...


Mir gefiel an diesem Film sehr viel und es fühlte sich ein wenig so an, als wenn man von alten Freunden etwas Neues hört. So soll es ja auch sein. Die Schauspieler sind überzeugend und die Handlung sehr schlüssig. Es ist immer ein bisschen schade, wenn ein anfangs übermächtiger Gegner doch relativ simpel besiegt werden kann, doch ich hatte es mir sogar noch schlimmer vorgestellt. Lediglich die Länge des Films ist etwas kritisch. Viele Handlungsstränge ziehen sich in die Länge und von der erwarteten Action gibt es dann doch nicht so viel. Ich hatte dennoch einen unterhaltsamen Abend, den ich mit 3,5 Sternen belohne.