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14. Juli 2025

Rezension [Hörbuch]: "Temple of Swoon" von Jo Segura


Titel: Temple of Swoon
Autorin: Jo Segura
Sprecher: Marie Seith und Tore Herzig
Verlag: Radom House Audio
Preis: 21,95€
Seiten: 416
Dauer: 10h 49m
 

Ich bin ein großer Fan von Archäologie! Nicht umsonst habe ich Geschichte studiert. Helden wie Indiana Jones oder Lara Croft befeuern zusätzlich die Fantasie und erwecken die Sehnsucht nach uralten Artefakten. Was gibt es also Besseres, als ein Abenteuer auf einer geheimnisvollen Expedition, um dem Alltag zu entfliehen? Ganz genau. Und deswegen hat das Hörbuch „Temple of Swoon“ trotz sehr verspieltem Cover sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Die Geschichte der unerfahrenen Archäologin Miri Jacobs versprach spannend und romantisch zugleich zu werden. Eine verborgene Stadt, Bösewichte und die große Liebe werden vom Klappentext angerissen. Aber klappt diese Kombination? Allerdings, denn das Hörbuch hält was es verspricht: ein romantisches Abenteuer, das man allerdings nicht immer hinterfragen sollte.

Dr. Miriam »Miri« Jacobs soll die Expeditionsleitung zur sagenumwobenen Verlorenen Stadt des Mondes übernehmen, weil ihre Mentorin Dr. Corrie Mejía ausfällt – ihre große Chance, sich zu beweisen! Journalist Rafael »Rafa« Monfils begleitet das Team, um die Expedition zu dokumentieren. In Wahrheit will er die Gruppe von der Stadt fernhalten und das Erbe seiner Mutter schützen. Sein Plan: Sie auf den falschen Weg führen. Doch jede falsche Fährte befeuert nur Miris Entschlossenheit. Und ehe er sich versieht, verdreht die eigenwillige Archäologin ihm den Kopf. Noch während sie sich durch den gefährlichen Amazonas schlagen, merken die beiden, dass es noch jemanden gibt, der nach der Stadt des Mondes sucht. Plötzlich sind ihre aufkeimenden Gefühle nicht mehr ihre einzigen Sorgen...

Ich kann mich nur wiederholen: Ich liebe, liebe, liebe Geschichten im Stil von Indiana Jones. Ausgrabungen haben mich schon immer fasziniert und tun dies bis heute. Aber wenn auch noch ein Action-Faktor hinzukommt, bin ich verloren. Deswegen passte das Hörbuch auch so wunderbar in mein Beuteschema. Eines kann ich sofort versprechen: Wer ein solches Abenteuer erwartet, wird nicht enttäuscht! Denn die Autorin Jo Segura hat durchaus Ahnung von dem, was sie beschreibt. Sie schafft es, den Hörer in ein wirklich tolles Setting zu entführen und den Expeditionscharme zu versprühen. Die Archäologie rückt nicht zu sehr in den Hintergrund, sodass das Gesamtkonstrukt authentisch bleibt. Nichtsdestotrotz sollte man es mit der Logik in diesem Buch auf gar keinen Fall zu genau nehmen. Woher zum Beispiel gibt es die Liste an Hinweisen, um den Weg zur Stadt des Mondes zu finden? Wieso taucht in den entscheidenden Momenten immer die richtige Person auf usw. ... Wer aber bereit ist, über solcherlei Dinge hinweg zu sehen, kann mit dem Buch viel Spaß haben.
Im Fokus steht natürlich das Abenteuer. Vielmehr geht es aber natürlich auch um die Entwicklung der Protagonisten – und wie sollte es anders sein: die Liebe. Die Hauptfigur ist Dr. Miriam Jacobs, die bisher eher als Assistentin fungiert und in ihrer Karriere noch nicht allzu viel vorzuweisen hat. Aber sie hat Leidenschaft, Entschlossenheit und vor allem Mut. Ich mochte Miri wirklich sehr. Des Weiteren finde ich, dass sie eine schöne Entwicklung durchmacht. Es ist logisch, dass sie sich oft unterschätzt. Dass letztendlich dann alles so wunderbar aufgeht, würde ich wieder unter den Punkt „Logik und darüber hinweg sehen“ packen. Der zweite Protagonist ist Rafa, ein extrem attraktiver Journalist, der Miri eigentlich sabotieren will. Dass zwischen den beiden etwas entsteht, ist kein Geheimnis. Die zwei sind eigentlich ziemlich niedlich miteinander und die Liebe zu ihrer Arbeit verbindet sie. Mich hat hier lediglich gestört, dass beide von Anfang an eine Schwäche füreinander hatten. Aber das ist in dem Genre ja generell so. Die prickelnden Szenen hätten für mich persönlich nicht sein müssen, halten sich aber sogar in Grenzen, sodass es nicht Überhandnimmt. Etwas plump oder eben vorhersehbar ist die Liebesgeschichte aber eben doch.
Die Handlung hingegen hat durchaus einen Plottwist auf Lager, mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Die Geschichte ist zu keiner Zeit langweilig, sondern sogar sehr unterhaltsam. Insgesamt ist es eine tolle Mischung. Die Charaktere reifen, die Expedition nimmt Fahrt auf, die Gefühle steigern sich und das Abenteuer und die Konkurrenz tauchen plötzlich auf. Der rote Faden ist super umgesetzt und die Geschichte ist schlüssig. Hinzu kommen das tolle Setting des Amazonas und die schönen Beschreibungen der Vegetation. Etwas gewundert habe ich mich manchmal über manche Ortswechsel. Als die Bösewichte beispielsweise auftauchen, lassen sie die Expeditionsmitglieder einfach wieder gehen. Hä? Aber okay. Und woher kommt eigentlich die Unterkunft, wo Miri und Co. Quartier beziehen…mitten im Dschungel...naja. Ich sag ja: Man muss nicht alles hinterfragen.
Die Kapitel sind im Wechsel der Perspektiven von Miri und Rafa geschrieben. Beide Figuren haben auch ihren eigenen Sprecher. Das empfand ich beim Hören als angenehm. Beide Stimmen passen gut zu den Charakteren. Für mich war Marie Sophie Seith noch etwas authentischer als Tore Herzig. Aber das mag an der Identifikation liegen. Insgesamt lesen beide sehr gut, flüssig und vor allem humorvoll. Denn Humor ist eine Sache, mit dem dieses Hörbuch glänzt. Ich würde es deswegen durchaus auch als Rom-Com durchgehen lassen.


Insgesamt hat „Temple of Swoon“ mich wirklich überzeugt und vor allem unterhalten. Das Thema der Expedition war für mich von Anfang an der entscheidende Faktor und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Figuren sind sehr gelungen, die Sprecher machen ihren Job gut und der Themenmix überzeugt. Es gibt Action, Abenteuer, Liebe und Humor. Nur durch manche Logiklücken oder Dinge, die man vielleicht nicht ganz hinterfragen sollte, ziehe ich einen Stern ab und vergebe wunderbare vier Sterne für die Geschichte.




22. August 2021

Rezension [Hörbuch]: Star Wars - "The Mandalorian" von Joe Schreiber

 

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Titel: The Mandalorian - Junior Novel
Autor: Joe Schreiber
Sprecher: Sascha Rotermund
Verlag: Der Hörverlag
Seiten: 208
Dauer: 5h 30min
Preis: 9,99€

Star Wars ist und bleibt ein Klassiker. Und sicher, es hat seine Vor- und Nachteile, dass die Marke an Disney verkauft wurde. Ein Nachteil scheint natürlich zu sein, dass alle Handlungsaspekte ausgeschlachtet werden und jeder x-beliebige Charakter eine eigene Reihe, Serie oder einen Film bekommt. Aber ein offensichtlicher Vorteil ist eben auch, dass alle Handlungsaspekte ausgeschlachtet werden, verdammt! Denn wie großartig ist es denn bitte, dass Fans noch mehr aus der weit, weit entfernten Galaxis bekommen und auf immer wieder neue Abenteuer gehen können?! Ich gehöre definitiv zu der Riege, für die dieser Verkauf zu Disney ein Vorteil ist und ich freue mich über alle Prequels, Sequels und weitere Miniserien!
Genauso habe ich mich über die Geschichte des Mandalorians gefreut, die als Serie bei Disney + erschienen ist. Leider habe ich sie nie gesehen, da ich das Format nicht besitze. ABER (,auch das ein Vorteil des großen Kommerzes): Zum Glück gibt es auch andere Formate, wie zum Beispiel das Hörspiel „The Mandalorian – Junior Novel“ aus dem Hörverlag. Und das durfte natürlich sofort bei mir einziehen!


Die erste Star Wars-Live-Action-Serie folgt einem Kopfgeldjäger und Einzelkämpfer vom Planeten Mandalore. Dieser kämpft sich nach dem Fall des Galaktischen Imperiums durch die äußeren Bereiche der Galaxis: zwar weit weg vom Einfluss der Neuen Republik, aber ständig bemüht, seine kostbare Fracht »The Child« aka »Baby Yoda« zu beschützen.

Lange bevor irgendetwas über die Geschichte der Serie „The Mandalorian“ bekannt wurde, hat man bereits überall die Figur des „Baby-Yoda“ gesehen. Und ich dachte damals schon „Oh mein Gott, ist der süß! Muss ich haben!“ Aber sich Fan-Merch anzuschaffen, über das man gar nichts weiß, ist dann doch eher unseriös. Deswegen habe ich gewartet, bis ich den kleinen Racker kennenlernen durfte. Und da ich, wie bereits erwähnt, die Serie nicht sehen kann, griff ich zum für Kinder eingespielten Hörbuch „The Mandalorian“. Prinzipiell finde ich es einfach toll, dass die Star Wars Geschichten zumeist auch als Hörbuch erscheinen. Auch deswegen bin ich ein so großer Fan des Hörverlags. Wobei ich hier schon eine kleine Einschränkung in Bezug auf „The Mandalorian“ vornehmen muss: so richtig überschaubar ist die Geschichte zunächst nicht und des Weiteren würde ich sie dank vieler Todesfälle auch nicht als kindgerecht beschreiben.
Ist man aber kein Kind und kennt sich halbwegs im Star Wars Universum aus, wird man dieses Hörbuch genießen und die Charaktere ins Herz schließen! So erging es mir zumindest. Vor allem die beiden Hauptfiguren, also den Mandalorian und „das Kind“ sind so tolle Charaktere! Als Team sind die beiden einfach unschlagbar, denn sie ergänzen sich sehr gut. Auf der einen Seite ist der kühle und berechnende Auftragskiller und auf der anderen Seite das unbedarfte und unschuldige Kind, das alle Verfolgungsjagden als großen Spaß ansieht und immer fröhlich vor sich hinbrabbelt, wenn es wieder einmal gerettet werden musste. Diese Kombination sorgt für den richtigen Mix aus Ernsthaftigkeit und Spaß. Ich musste beim Hören wirklich so oft lächeln, wenn „das Kind“ wieder etwas Niedliches gemacht hat. Und dass „das Kind“ der heimliche Held der Geschichte ist, ist ja völlig offensichtlich. Allein wegen dieser Figur würde ich die Serie dann doch noch sehr gern sehen. Denn wenn dieser Charakter schon als Hörbuchversion so sehr überzeugen kann, wie muss das Ganze dann auf der Leinwand sein?! Aber genug vom Liebling der Geschichte.
Auch der eigentliche Protagonist und Namensgeber ist einen genaueren Blick wert. Denn eigentlich erzählt das Hörbuch ja seine Geschichte. Der Mandalorianer, der aufgrund seiner Fertigkeiten einen sehr guten Ruf in der Kopfgeldjäger-Gilde hat, bekommt zu Beginn einen Auftrag. Alles scheint normal. Doch dann rettet er das erwähnte Kind und sein Herz wird weich. Der Mandalorianer ist ein prinzipientreuer Artgenosse, der niemals den Überblick verliert oder ratlos wäre. Doch „das Kind“ erweckt seinen Beschützerinstinkt und so macht er es zu seiner obersten Priorität das Geschöpf zu schützen. Letztendlich besteht das ganze Hörbuch aus kleinen Episoden, was die beiden alles gemeinsam auf der Flucht vor den Auftraggebern erleben. Und daran merkt man auch, dass man die Buchversion einer Serie hört. Denn manchmal kommen einem die Abschnitte wie Episoden einer Serie vor. Deswegen empfand ich es manchmal etwas aneinandergereiht, doch glücklicherweise werden viele zuvor erzählten Handlungsstränge am Ende wieder aufgenommen. Die einzelnen Geschichten sind alle wirklich spannend und aufregend und man kommt in der Galaxis viel herum. Doch aufgrund der Fülle der kleinen Geschichten, begegnen einem auch viele neue Charaktere und Wesen. Und all diese auseinanderzuhalten, war gar nicht so leicht! Ich zumindest verlor irgendwann den Überblick. Im Gedächtnis blieb mir aber die toughe Cara Dune und der eigenartige, aber auch so liebenswerte Kuiil. Beide Charaktere haben mir äußerst gut gefallen, ebenso wie viele weitere Nebenfiguren. Aber wie gesagt: Im Hörbuch fehlt ein wenig die Zeit, sie alle kennenzulernen. Auch hier ist das Format der Serie sicher passender. Trotzdem machen diese Figuren das Hörbuch sehr abwechslungsreich und die Geschichte vielseitig und spannend.
Aber trotz der spannenden Aspekte brauchen wir uns nichts vormachen: das Hörbuch ist brutal. Es ist nicht so, als wenn alle paar Minuten jemand stirbt und ich glaube auch kaum, dass Kinder große Albträume bekommen, wenn sie diese Geschichte hören. Aber es sterben wirklich einige Charaktere. Und das sind nicht immer namenlose Sturmtruppler. Denn der Mandalorianer ist nun einmal Kopfgeldjäger und ein sehr guter dazu. Er weiß genau, wie man Feinde eliminiert. Und wenn er feststellt, dass es sich bei jemandem um  einen Feind handelt, dann wird auch der Abzug betätigt. Ich habe vor allem am Ende, beim furiosen (Staffel-)Finale mitgelitten und für meine Lieblingscharaktere die Daumen gedrückt. Umsonst? Wer weiß. Das müsst ihr schon selbst herausfinden.
Kommen wir abschließend zu den besonderen Faktoren des Hörbuchs. Der Sprecher Sascha Rotermund macht seine Sache gut. Ich empfand seine Stimme als sehr angenehm. Er liest die rasanten Passagen auch sehr gut und macht das Geschehen dadurch noch spannender. Mit einer Dauer von ungefähr fünfeinhalb Stunden hat das Hörbuch eine angenehme Länge. Allerdings wurde im Vergleich zur Serie sicher auch einiges eingespart, was eben zu dem schon angesprochenen Figurenchaos führen kann. Die Beschreibungen der einzelnen Planeten und Settings ist gelungen und man kann sich als Star Wars Fan sofort zurechtfinden. Vergleichen kann man das Hörbuch mit der Serie sicher nicht. Für wahre Fans der Serie ist das Hörbuch sicher eine schöne Ergänzung und ich könnte mir vorstellen, dass man es dann noch besser findet, weil man schließlich auch Gesichter zu den Figuren im Kopf hat. So richtige Vorteile hat das Hörbuch der Serie gegenüber wahrscheinlich, abgesehen von der Länge, nicht.

Für mich war „The Mandalorian“ ein wirklich tolles und actiongeladenes Hörbuch, das mir wieder neue Aspekte des Star Wars Universums näher gebracht hat. Ich habe wundervolle neue Charaktere kennengelernt und vor allem die Begegnung mit „dem Kind“ will ich keinesfalls missen. Aber auch die anderen Figuren sind einfach toll, ebenso wie die abwechslungsreiche Geschichte! Allerdings hat das Hörbuch viele Schießereien zu bieten und ist nicht immer leicht zu überblicken, da der Episodencharakter deutlich durchkommt. Mir ging alles manchmal etwas zu schnell, weshalb ich einen kleinen Abzug vornehme. So bleiben trotzdem noch vier von fünf Sternen über, denn alles in allem ist „The Mandalorian“ ein super Hörbuch, das ich gern empfehle. Und natürlich will ich nun erst recht die Serie sehen...Mist. Plan von Disney wieder aufgegangen...




17. August 2021

Rezension: "Federn über London - Überleben" von Sabine Schulter

 


Titel: Federn über London - Überleben
Autor: Sabine Schulter
Verlag: selfpublished
Preis: 4,99€
Seiten: 370

Hat man einmal das Universum von „Federn über London“ betreten, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass man diese Reihe bis zum Ende verfolgt. Und genau das war endlich möglich! Denn nun ist auch der vierte Band „Überleben“ aus der Feder von Sabine Schulter erschienen und schon vor dem Lesen war klar: Es läuft alles auf einen wahnsinnigen Showdown hinaus. Und dieser hat es in sich! Ob Clear, Ease und Co. das ‚Überleben‘ Londons sichern können? Diese Frage steht im Zentrum und wird mithilfe eines überaus spannenden Buches beantwortet!

Auf der Suche nach dem zweiten Stabfragment werden Clear und ihre Freunde in eine unbekannte Finsternis gezogen. Dort erwartet sie etwas, das weder zur Unter- noch zur Oberwelt gehört und von ihnen weit mehr fordert als der Wächter Bee.
Das Gelingen der ganzen Mission liegt bald nicht mehr nur in den Händen der Engel. Auch Lasallas muss seine Macht in die Waagschale werfen, genauso wie die Übersinnlichen. Sie wissen, wenn sie scheitern, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das dunkle Nichts London zerstört.

Ich möchte mich nicht unnötig wiederholen und Unbekanntes erklären, denn ich gehe davon aus, dass viele von euch sich bereits mit Londons Todesengeln auskennen. Wie großartig ich das gesamte Konzept, die Innovation und auch die Umsetzung finde, möchte ich aber natürlich noch einmal gern betonen ;) Clear und das Team der Londoner Todesengel haben einen schweren Kampf zu schlagen, denn sie müssen sich in „Überleben“ dem Dunklen Nichts entgegenstellen – und das kann tödlich enden. Um überhaupt eine Waffe zu haben, suchen Londons Engel und viele Übersinnliche einen dreigeteilten Stab, der mit Magie gefüllt ist. Band zwei endet unglaublich gemein kurz vor der Bergung des zweiten Teils. Und dann puff…Buch zu Ende. Wie ich gern betone, hat die Autorin Sabine Schulter durchaus ein glückliches Händchen für Cliffhänger und dieses lebt sie in „Federn über London“ in jedem einzelnen Teil aus. Doch ich will nicht jammern, denn endlich hatte ich ja den vierten und abschließenden Band in Händen, sodass auch ich mich dem finalen Abenteuer stellen konnte. Und dieses beginnt glücklicherweise wieder genau an der Stelle, an der Band drei endet.
Der Leser wird schnell wieder in die Geschehnisse gezogen und kann sich gut orientieren. „Überleben“ beginnt rasant und spannend und hat gleich zu Beginn eine ganze Menge Action parat. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es passt insgesamt zur Geschichte. Ease, Clear, Lance und Damion müssen ein erstes Abenteuer meistern und viel Kraft lassen, bevor es überhaupt erst so richtig losgehen kann. Und auf dieser Reise zum wortwörtlichen Ende geschehen noch viele weitere, spannende Dinge. Neue Charaktere tauchen auf, es ergeben sich Komplikationen und man erfährt endlich viele Dinge, die bisher ungesagt blieben. Beispielsweise wurde mir persönlich endlich klar, ob ich Damion vertrauen kann, da man einen wichtigen Teil seiner Geschichte endlich erfährt. Vor allem in Bezug auf den Gefallenen ergeben sich viele neue Blickwinkel, weshalb ich den ehemaligen Schutzengel dann doch in mein Herz geschlossen habe. Dort befindet er sich nun in guter Gesellschaft mit Clear und Ease. Clear, die eigentliche Protagonistin, bleibt weiterhin ein starker Charakter, der sich vollends der Sache widmet. Clear ist bereit, alles zu geben – auch wenn das ihren Tod bedeuten kann. Man sollte meinen, dass ebendieser bei den „Todesengeln“ sowieso immer präsent ist, doch dieser Band steigert die Intensität. Denn plötzlich sind die Lieblinge der Reihe in Gefahr. Das betrifft natürlich auch Ease, den ruhigen Anführer der Todesengel. Ich muss gestehen, dass ich ihn als Charakter lieber mag als Clear. Und in „Überleben“ hat Ease viele Perspektivanteile, was mir sehr gefiel. Ease und Clear erfahren in diesem Buch noch einmal ein ganz neues Level an Zuneigung und daran lässt die Autorin den Leser oft teilhaben. Das führt zu einigen Liebesbekundungen und meines Erachtens auch Längen im Buch. Gleichzeitig wird dadurch aber auch die Romantik großgeschrieben, was wiederum einen schönen Wechsel zwischen Liebe und Action ergibt. Wie man also merkt, spielen auch weiterhin Emotionen eine Rolle in „Federn über London“ und das bleibt auch bis zum Ende so. Denn das Ende ist heftig. Sabine Schulter baut einen Wendepunkt ein, mit dem ich persönlich nicht gerechnet hätte. Und ich muss zugeben, dass ich Tränen in den Augen hatte. Doch um das Dunkle Nichts zu besiegen und London zu retten, braucht es Opfer. Und diese muss das Team der Engel bringen. Mehr darf ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten.
Ich habe eben schon eine Menge zu den Charakteren gesagt, doch genau da muss ich noch einmal anknüpfen. Neben Clear und Ease sind auch weiterhin die anderen Todesengel mit von der Partie und auch wenn sie nur Nebenfiguren sind, muss ich sagen, dass sie sehr gelungen sind! Ich mag die ruhige Wet, die kühle Tune und auch den sarkastischen Black wahnsinnig gern. Des Weiteren haben auch die beiden Schutzengel Aura und Lance wieder große Handlungsanteile. Im Verlauf der Reihe gefiel mir dies tatsächlich immer besser. Beide Engel übernehmen auch Erzählsparts des Buches, was mich erstmals überhaupt nicht mehr gestört hat. Ehrlich gesagt fand ich es sogar richtig gut! Besonders Aura ist in „Überleben“ richtig gewachsen und mauserte sich am Ende zu einem meiner Lieblingscharaktere. Doch auch sie wird es nicht schaffen, dem wahren Helden den Rang abzulaufen: dem Vellas Zerus. Der blaue Drache ist einfach goldig und übernimmt einen so schönen Part in diesem Buch. Bei viele Actionszenen habe ich einfach nur gedacht: Bitte lass Zerus nichts passieren! Doch auch der süße Vellas, der Clear auf Schritt und Tritt (und sogar in die Unterwelt) begleitet, muss Opfer bringen. Da heißt es dann für den Leser: Zähne zusammenbeißen.
Wie ich bereits erwähnte, gibt es auch neue Charaktere – und davon sogar ganz schön viele. Am wichtigsten ist wohl der Vampir Vaan, der mir wirklich gut gefiel. Aber auch Inkor, das Werwolfrudel, Kitsune, Rain oder diverse Schattenwesen wussten zu überzeugen. Alles in allem tauchen in „Überleben“ wirklich viele neue Figuren auf. Das war an der ein oder anderen Stelle etwas too much, insgesamt macht es die Handlung aber umso faszinierender.
Das Setting des Buches ist wieder sehr abwechslungsreich. Die Engel leben zwar in der Academie, doch ihre Mission führt sie auch in die verschiedenen Ringe der Unterwelt, in Vororte Londons und natürlich auch in zentrale Sehenswürdigkeiten dieser schönen Stadt. Ich konnte mir immer gut vorstellen, wie die Engel sich in der britischen Metropole durchkämpfen!
Die Handlung ist insgesamt sehr spannend und sehr gut durchdacht. Einige Fäden, die Sabine Schulter in den Bänden zuvor ausgelegt hat, führen endlich wieder zusammen und man kann seine Lücken füllen. Auch gibt es kleine Nebenhandlungen, die den Leser lächeln lassen (Wet).
Bleibt nur noch zu sagen, dass der Schreibstil dem Aufbau in nichts nachsteht. Die Autorin schreibt flüssig und spannend. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Perspektivwechsel sind meines Erachtens immer sinnvoll eingesetzt.

Ich bin ein wenig traurig, dass ich die Welt der Schutz- und Todesengel Londons mit „Überleben“ verlassen muss, aber vor allem bin ich froh, diese Geschichte kennengelernt zu haben! Sabine Schulter hat mit der Reihe einfach eine tolle Welt erschaffen und allein wegen der bezaubernden Vellas sollte man ebendiese lesen!
Wie ich erwartet hatte, war „Überleben“ der würdige Abschluss, den „Federn über London“ verdient hat. Die Geschichte bleibt spannend, der Leser kann viel Neues entdecken und sich definitiv auf einen spannenden, aber auch emotionalen Showdown freuen. Ich habe das Lesen sehr genossen! Und deswegen vergebe ich die verdienten fünf Sterne!
Achso…wer aber glaubt, dass wirklich alle Fragen beantwortet werden, der wird leider enttäuscht. Mich würde zum Beispiel noch immer interessieren, ob Inkor den von den Engeln versprochenen weiteren Käse erhalten hat ;)




2. August 2019

Rezension: "Origin" von Dan Brwon




Titel: Origin
Autor: Dan Brown
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 12,00€
Seiten: 672



Dan Browns Werke sind moderne Klassiker. Millionen von Menschen haben die Weltbestseller rund um den Harvard Professor Robert Langdon verschlungen, denn sie sind spannend, interessant und auch immer ein kleines bisschen provokant. Und dennoch hat man das Gefühl, etwas zu lernen, wenn man dem Symbologen durch die Weltgeschichte folgt. 

Als vor zwei Jahren „Origin“ herauskam waren die Meinungen verschieden. Viele sagten, es sei das schwächste Dan Brown-Buch, das bisher erschienen ist und deswegen nahm ich zunächst Abstand. Nun endlich stellte ich mich aber dem Abenteuer, das vor allem in Spanien spielt und ich habe es nicht bereut. Spannung, kontroverse Debatten und viel Erstaunen legen in diesem Buch und deswegen fügt es sich nahtlos in Langdons Abenteuer!




Die Wege zur Erlösung sind zahlreich.

Verzeihen ist nicht der einzige.
Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner "bahnbrechenden Entdeckung", das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.
Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekanntmachung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.



Obwohl die Langdon-Bücher immer sehr umfangreich sind, kann man die Bücher schnell lesen, so auch „Origin“. Wenn man Zeit hat und sich auf das Buch einlässt, dann lässt es den Leser nicht mehr los. Man möchte weiter lesen, denn der Sog des Geheimnisses ist stark. Hinzu kommt der gute und sehr flüssige Stil des Autors. Dan Brown ist ein Meister seiner Klasse. Er hat ein gutes Gespür für den Zeitgeist und aktuelle Themen, die die Menschheit umtreibt. Auch deshalb haben seine Bücher so viel Erfolg. „Origin“ vereint thematisch die moderne Welt und die alten Religionen. Ein Widerspruch? Wer weiß. Genau das ist auch zentrale Frage des Buches. Der Aufbau von Origin ist wie immer atemberaubend. Brown gibt dem Leser immer nur so viele Informationen, wie dieser unbedingt benötigt und vieles klärt sich natürlich erst am Ende. Dadurch ist Spannung garantiert und diese wird auch durch den ständigen Perspektivwechsel unterstützt. In „Origin“ gibt es neben Robert Langdon eine weitere Protagonisten, Amber Vidal, die Verlobte des spanischen Thronfolgers. Natürlich ist sie wunderschön und gleichzeitig gebildet und fügt sich so ganz wunderbar in die Reihe der „Langdon-Girls“. Neben den beiden gibt es zahlreiche weitere Figuren und anfangs läuft man Gefahr, den Überblick zu verlieren. Doch durch Browns guten Aufbau geschieht dies eben nicht. Durch die zahlreichen Figuren schafft der Autor lediglich die großer Perspektivvielfalt und so sind die folgenden Kapitel immer aus der Sicht einer anderen Figur geschrieben. Die Schauplätze sind außerdem sehr vielfältig. Die Geschichte spielt zum größten Teil in Spanien: Bilbao, Madrid und Barcelona. Aber auch Dubai und Budapest sind Handlungsort, wenn auch nur als Nebenschauplätze. Spanien ist ein sehr reizvolles und kulturreiches Land, was in diesem Buch sehr gut rüberkommt. War man bereits in einer der drei Städte, erkennt man die Detailtreue von Brown und fühlt sich beinahe schon als kleiner Teil der Geschichte.
Worum genau es in der Geschichte geht, will ich gar nicht so genau sagen. Nur so viel: Robert Langdons alter Student Edmont Kirsch, Technologiespezialist und Futurologe, hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die die Welt verändern wird, so wie wir sie kennen. Diese Entdeckung will er in einer Präsentation verkünden, die die ganze Welt sehen kann – live oder über Streaming. Doch das soll verhindert werden und das wird es auf äußerst brutale Weise auch. Damit die Welt jedoch trotzdem das Geheimnis lüften kann, macht Landon sich mit Vidal auf, die Präsentation noch zu starten. Diese ist aber natürlich verschlüsselt gespeichert und es müssen Codes geknackt werden, um an sie heran zu kommen. Dabei haben die beiden eine entscheidende und sympathische Hilfe: Winston. Wer das aber ist, wird an dieser Stelle nicht verraten. Es geht also um Themen wie Technologie und Mord, Religion und Freundschaft und das alles im Setting von Kunsthistorie und Symbolforschung. Ein klassischer Langdon eben. Kleine Kritikpunkte habe ich allerdings, auch wenn diese kaum in die Wertung miteingehen. Insgesamt zieht sich das Buch immer mal wieder. Es hätte mindestens 50 Seiten dünner sein können, wenn der Autor das gewollt hätte. Diese Längen sind nicht weiter schlimm, lassen den Leser aber manchmal tief durchatmen. Problematisch ist lediglich, dass auf den letzten 10 Seiten dann eine ganze Menge noch herauskommt, wofür man sich hätte mehr Zeit nehmen können. Hier wurde nicht optimal gewichtet und dennoch ist die Kürze des Endes natürlich ein stilistisches Mittel. So oder so hat man nach Beenden des Buches ein Redebedürfnis – und das heißt doch, dass das Buch etwas mit dem Leser gemacht hat!


Meines Erachtens ist die viele Kritik an diesem Buch nicht gerechtfertigt, denn „Origin“ ist ein typischer und verdienter Robert Langdon-Fall. Das Buch ist spannend und nervenaufreibend. Es ist modern und dennoch klassisch, wie sein Protagonist auch. Dan Browns toller Stil macht den Rest, so dass man das Buch verschlingen kann. Spanien als Schauplatz ist sehr gut gewählt und die Verstrickungen zwischen den einzelnen Figuren sind sehr gelungen. Mich hat das Buch trotz seiner Längen absolut überzeugt, weshalb ich 5 Sterne vergebe. Ich hoffe wirklich, dass es nicht das letzte Langdon-Buch war!





2. Juli 2019

Rezension [Hörbuch]: "Star Wars Episode VIII - Die letzten Jedi"



Titel: Star Wars Episode VIII - Die letzten Jedi
Autor: Michael Kogge
Sprecher: Alexander Doering
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Seiten: 216
Dauer: 5h 12 Min

"Einmal Star Wars-Fan – immer Star Wars-Fan". So lautet zumindest meine Devise! Denn wie froh war ich, als bekannt wurde, dass es neue Episoden geben würde. Und obwohl die neuen Episoden sich natürlich von den alten unterscheiden, gefallen sie mir auf ihre ganz eigene Art. Ich persönlich bin jedenfalls sehr froh, dass die Geschichte der Galaxis noch nicht auserzählt wurde. Und weil ich von Leia und Co. einfach nicht genug bekomme, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, nach jedem Star Wars-Film auch das dazugehörige Hörbuch anzuschaffen.
Bei Episode VIII „Die letzten Jedi“ war es nicht anders. Und so begab ich mich erneut auf die Reise durchs Universum zu Rey, Kylo Ren und Luke. Anfangs war ich ziemlich skeptisch, doch letztendlich konnte mich auch dieses Hörbuch überzeugen und sogar zu Tränen rühren!


Rey hat es endlich geschafft, Luke Skywalker aufzuspüren, den letzten Jedi-Ritter, der jahrelang spurlos verschwunden war. Widerwillig erklärt er sich bereit, die junge Frau auszubilden, ist aber schon bald erschüttert von der ungewöhnlichen Stärke der Macht in ihr. Währenddessen muss sich der Widerstand von General Leia Organa der Angriffe der Ersten Ordnung erwehren. Snoke und sein gnadenloser Vollstrecker Kylo Ren scheinen den Widerstandskämpfern überlegen zu sein.

Vorweg: Mir hat der Film zu dieser Episode gut gefallen und das ist für das Hörbuch sicher nicht unwichtig! 
Meines Erachtens fügen sich nämlich auch die neuen Episoden nahtlos in die Reihe der alten ein. Dennoch sollte man sich beim Hören der Hörbücher bewusst sein, dass es eben die Bücher zu den Filmen sind. Es handelt sich nicht um ein Hörspiel, das etwa den gesamten Film lediglich nachstellt. Es sind gesprochene Bücher. Und dass diese nicht großartig von den Filmen abweichen, muss klar sein. In gewisser Weise versteckt sich hier auch meine einzige Kritik. Ich habe auch die Hörbücher der Episoden I-VI gehört und in diesen wurden dem Hörer noch mehr Zusatzinformationen geliefert. Man bekam ein Gespür für das Innenleben der Figuren und hatte das Gefühl die Geschichte nun viel besser verstehen zu können. Das fehlt mit bei den neueren Hörbüchern ein wenig. Tatsächlich trifft diese Tatsache nämlich auch auf „Episode VII“ und „Han Solo – A Star Wars Story“ zu. In allen drei Hörbüchern gibt es haufenweise Spannung und Action, überzeugende Sprecher und viel Spaß – doch allzu viel Neues bekommt der Hörer nicht. Und so eben auch in Episode VIII. Das Innenleben von vielen Figuren wird dennoch klarer. Besonders deutlich wurde das bei Rose. Ich finde die kecke Asiatin im Film wirklich niedlich. Doch ihre Stärke wurde mir erst durch das Hörbuch bewusst, ebenso wie die ihrer im Film namenlosen Schwester - doch hier bekommt sie endlich einen Namen. Und hach…die Geschichte von Finn und Rose ist im Hörbuch wirklich so viel schöner, als im Film! Das ist nicht leicht vorstellbar, aber die Emotionen sind auf diesem Hörbuch wirklich immens. Auch Reys Geschichte sehe ich nun klarer! Denn auch wenn nicht viel Neues kommt – in Bezug auf sie trifft das nicht zu. Mir ist ein biografisches Detail erst nun bewusst geworden und ich denke, es kann für die nächste Episode sehr wichtig werden. Man darf also geteilter Meinung sein: Einerseits hält sich das Hörbuch eben ganz genau an den Film. Es gibt keine Zusatzszenen, keine unbekannten Handlungsstränge und so weiß man eben, was passieren wird. Andererseits bekommt man liebevolles Detailwissen, das Innenleben der Figuren und ein Verständnis für die Charaktere. Wem das zu wenig ist, sollte nicht zu diesem Hörbuch greifen.
Mir war es keinesfalls zu wenig. Im Gegenteil. Ich freue mich immer wieder, wenn die liebenswerten Figuren ihre Auftritte haben, wenn BB8 die Galaxie rettet oder C3PO seine Zweifel bezüglich jeder Mission äußert. Auch das Wiedersehen mit Luke hat mir wahnsinnig gut gefallen! Seine Figur finde ich im Film tatsächlich ziemlich blass, doch er war es, der am Ende des Hörbuchs meine Emotionen steuerte und mich zum Weinen brachte! 
Zur Geschichte muss ich wahrscheinlich nicht allzu viel sagen. Das Geschehen des Films wird nacherzählt und das gelingt gut. Die Handlung ist spannend und vielseitig. Es gibt ruhige und actiongeladenen Szenen und natürlich das spektakuläre Finale! Auch für Lacher sorgt dieses Hörbuch, sodass der Humor nicht zu kurz bleibt.
Fehlen noch ein paar Worte zum Sprecher. Alexander Doering spricht im Film die Figur Poe Dameron. Und leider muss ich zugeben, dass er mir als Sprecher anfangs überhaupt nicht gefallen hat. Er las abgehackt und wenig überzeugend, mir fehlte das Gefühl. Doch mit der Zeit änderte sich dies! Alexander Doering fand immer mehr Gefallen am Lesen – zumindest macht es den Eindruck. Er fühlt mit den Figuren und gibt sich bei den Stimmen der Droiden oder von Meister Yoda sehr viel Mühe, was auch belohnt wird. Am Ende konnte er mich absolut fesseln und ich habe seiner Stimme gern gelauscht! Insgesamt ist sie sehr angenehm und hat eine schöne Färbung. Daher verzeihe ich die Anfangsprobleme und komme zu dem Schluss, dass er ein passender Vorleser ist.


Insgesamt hat mit dieses kurzweilige Hörbuch, das übrigens nur etwas länger als fünf Stunden lang ist, wieder wirklich gut gefallen! Die Geschichte ist spannend, es kommen neue Details hinzu und der Sprecher ist überzeugend. Jeder, der nicht genug von Star Wars bekommen kann, wird an „Episode VIII – Die letzten Jedi“ seine Freude haben. Ich hatte sie auf jeden Fall und vergebe deswegen vier von fünf Sternen.




7. Oktober 2018

Rezension: "Die Grimm Chroniken - Der Gesang der Sirenen" von Maya Shepherd



Titel: Die Grimm-Chroniken - Der Gesang der Sirenen
Autor: Maya Shepherd
Verlag: Sternensand Verlag
Preis: 8,95€
Seiten: 142


Bei Buchreihen mit mehreren Teilen wird es immer schwieriger, eine Rezension zu schreiben – sollte man meinen. Aber wie bei so vielem, entsprechen „Die Grimm-Chroniken“ nicht dem üblichen Schema. Maya Shepherd ist eine clevere und begabte Autorin, die eine tolle Entwicklung hinter sich hat! Und mit den „Grimm-Chroniken“ hat sie ein aktuelles Gespür bewiesen. Auch das ist sicher ein Grund für den Erfolg der kurzweiligen Folgen, von denen jeden Monat eine erscheint. Sie ziehen den Leser in tiefe Märchenwelten, verknüpfen die verschiedensten Märchen zu einem großen Ganzen und lassen den Leser immer voller Erwartung zurück. So auch bei der vierten Folge „Der Gesang der Sirenen“. Das Lesen hat mir sehr viel Freude bereitet und doch bin ich danach noch verwirrter, als zuvor. Da hilft wohl nur eines: Der nächste Teil!

Dort zwischen der Gischt entdeckte ich ein bleiches weibliches Gesicht. Die Sirene hatte leuchtende Augen, so grün wie Algen. Ihr Haar war rot wie Blut. Es floss in sanften Wellen über ihren Körper, der nackt war, soweit ich es erkennen konnte. 

Sie war eine Schönheit und es fiel mir leicht, zu verstehen, warum Männer ihr und ihrem Gesang verfielen. Doch wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass sie spitze Zähne in ihrem Mund trug. Zähne, die zum Töten gemacht waren. An ihrem Hals hatte sie Kiemen wie ein Fisch. Sicher war ihr Körper kalt wie der Tod.

Die Sirenen waren seelenlos, deshalb vermochten sie nicht mehr, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Sie hatten geliebt und waren so bitter enttäuscht worden. Das Leben hatte für sie nur Leid übrig gehabt und nun waren sie in ewiger Rachsucht gefangen.


Ich habe selten einen nichtssagenderen Klappentext gelesen… Oder findet ihr ihn gelungen? Aber gut, lassen wir ihn einmal beiseite. Denn obwohl ich den Klappentext absolut missraten finde, bin ich ein großer Fan der Grimm-Chroniken und somit auch von dieser Folge. „Der Gesang der Sirenen“ ist, wie die drei Vorgänger auch, wahnsinnig kurzweilig und sehr unterhaltsam. Maya Shepherd hat es wirklich geschafft, den Sog einer TV-Serie zu erschaffen. Man taucht in eine neue Welt ab und könnte direkt die nächste Folge durchsuchten – wenn sie denn schon verfügbar wäre. Ich hatte bisher nur Teil vier zur Verfügung und konnte daher noch nicht weiterlesen, doch auch das wird nicht mehr lange dauern. Denn die Geschichte hat durchaus Suchtpotenzial. Und das, obwohl ich den Grund kaum benennen kann. Das, was man noch in Folge eins zu lesen bekam, hat sich bereits stark entwickelt und verändert. Die Geschichte nimmt innerhalb von drei Zeitzonen ihren Lauf und ich bin jetzt schon darauf gespannt, wenn alle Handlungsstränge zusammenlaufen. Diese Stränge sind zahlreich und relativ unabhängig. Und sie haben sehr unterschiedliche Längen. Die Sirenen, die im Klappentext und im Titel eine so große Rolle spielen, sind tatsächlich nur sehr kurz Teil der Handlung. Natürlich, die Szene ist wichtig – aber eben kurz. Das gleiche trifft generell auf die Handlungsszene zwischen Mary und Dorian zu. Ich dachte wirklich, dass man mehr über die weitere Reise der beiden erfährt, doch dieser Handlungsstrang ließ mich sehr unbefriedigt zurück. Viel besser gelingt die Fortsetzung in der Gegenwart und in der Zeit des „schlafenden Todes“. Maggy sorgt für viele tolle Momente, was die Wichtigkeit dieser tollen Figur unterstreicht. Insgesamt habe ich um sie durch diese Folge eine neue Vermutung, der ich in den nächsten Folgen auf den Grund gehen werde. Ich habe mich außerdem über die etwas größere Rolle ihres Bruders Joe gefreut. Man darf gespannt sein, ob auch seine Figur noch an Wichtigkeit gewinnt. Es würde mich wundern, wenn nicht. Auch Wills Geschichte nimmt Formen an. Ungeklärt bleibt noch immer die Frage, wie aus dem wunderschönen Mädchen Margery, die böse Königin werden konnte. Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Maya Shepherd ein und denselben Charakter so vollkommen verschieden darstellen kann. Doch das macht das Besondere der Reihe aus und hält die Spannung aufrecht. 
Insgesamt wirft diese Folge viel mehr Fragen auf, als sie klärt! Und das führt natürlich dazu, dass man weiter lesen möchte. Die Handlung wird aber auch immer verworrener und komplizierter. Ich bin wirklich gespannt, wann die ersten Aufklärungen beginnen. Ich habe nach dem Lesen jeder Folge, was übrigens nie länger als einen Tag dauern kann, das Bedürfnis, weiter zu lesen und mehr zu erfahren. Die Figuren sind gelungen und viele Geheimnisse in die Handlung eingebaut. Außerdem ist der Schreibstil sehr angenehm. Die Autorin schreibt flüssig und baut viele Bilder ein. Durch die Kommentare am Ende jeder Folge, wird dem Leser noch einmal klar, dass nicht alles in der Geschichte erfunden ist, was das Buch umso spannender macht. Außerdem schreibt Maya Shepherd wirklich schön und auch metaphorisch, was unter anderem das folgende Zitat zeigt:

„Man sollte nie die Kraft eines einzelnen Wortes unterschätzen. Es mag alleine schwach erscheinen, so unbedeutend, dass man es nicht einmal wahrnimmt. Wenn man Wörter jedoch miteinander verbindet, Satz für Satz, wachsen sie zu etwas Machtvollem heran. Etwas, das stärker ist, als jede Waffe der Welt.“ (S. 28)
Als Buchliebhaber muss man dieses Zitat wohl lieben, denn bei mir hat es wirklich Eindruck hinterlassen. Eindruck hinterlässt übrigens auch die Aufmachung des Buches. Ich liebe die kleinen Details an den Seitenzahlen, die Zeichnungen vor den Kapiteln und die Cover. Genauso sollten Mädchengeschichten aussehen und damit macht der Sternensand Verlag alles richtig! 
Die Handlung von „Der Gesang der Sirenen“ ist manchmal nichtssagend, manchmal furios und super spannend. Vor allem das Finale ist sehr gut gelungen. Insgesamt fühle ich mich aber jedes Mal wieder nichtswissend. Die Grimmchroniken sind wie ein Universum: Ich kenne nur einen Teil der Erde, aber da ist eben noch viel mehr. Und auf dieses Mehr freue ich mich sehr.


Zu wenig! Wie jedes Mal muss ich betonen, dass die Folge der Grimm Chroniken einfach zu kurzweilig ist. „Der Gesang der Sirenen“ ist spannend und unterhaltsam, aber eben wahnsinnig kurzweilig. Die Charaktere machen tolle Entwicklungen durch, aber es gibt so viele verschiedene Handlungsfäden, dass man erstmal den Überblick behalten muss. Ich hatte viel Spaß mit dieser Folge und freue mich auf die nächste! Da mich winzige Teile gestört haben, vergebe ich 4,5 Spitzenschuhe.