28. Februar 2019

Rezension: "Dark Age - Bedrohung" von Sabine Schulter



Titel: Dark Age - Bedrohung 
Autor: Sabine Schulter 
Verlag: Dark Diamonds 
Preis: 3,99€ 
Seiten: 298


Ich lese jedes Buch, das aus der Feder von Sabine Schulter stammt. Aus Prinzip. Und weil man bei ihren Geschichten einfach nie etwas falsch machen kann. Sie sind voller liebevoller Details, bewegender Freundschaften und spannenden Abenteuern!
Doch ich muss zugeben, dass ich mich auf das neuste Buch kaum vorbereitet hatte. „Dark Age -Bedrohung“ landete auf meinem Reader und ich begann einfach zu lesen. Ich hatte kaum Erwartungen, abgesehen vom Namen der Autorin. Es würde sicher gut werden. Doch weit gefehlt! Ich wurde von der Geschichte absolut überrollt. Vom ersten Kapitel an war ich fasziniert. Die Handlung und seine Charaktere nahmen mich gefangen und ich wollte einfach nur weiter lesen. Tolle Figuren, ein interessantes dystopisches Setting und eine sehr coole Idee hinter der Handlung machen aus „Dark Age – Bedrohung“ ein unglaublich gutes Buch, das ich nur empfehlen kann!


Die Welt, in der Liz lebt, ist düster und bedrohlich. Seit einst ein magisches Tor geöffnet wurde, gelangen immer wieder Schattenkräfte aus der Verbannung zu den Menschen und trachten ihnen nach dem Leben. Nur die Hauptstadt gilt als einigermaßen sicher. Hier will Liz von vorn anfangen: anderer Job, andere Wohnung, andere Menschen. Doch die erste Begegnung mit dem neuen Nachbarn geht gleich schief. Nick sieht zwar unverschämt gut aus, verhält sich aber abweisend. Trotzdem knistert es nach kurzer Zeit gehörig zwischen ihnen und Liz erfährt, dass Nick seine eigene Rolle im Kampf gegen die Schatten innehat, die sie ebenfalls mitzureißen droht…

Ich muss ein paar Dinge vorweg nehmen. Denn die äußere Aufmachung des Buches wird der Geschichte darin einfach nicht gerecht! Weder das Cover noch der Klappentext sind besonders eindrucksvoll. Die abgebildete Frau mit der Kapuze passt zwar gut zur Geschichte und auch die Farben des Covers sind sehr schön, doch eigentlich hätte die Geschichte noch so viel mehr verdient! Einen Blickfang kann man das Cover wahrlich nicht nennen und deswegen will ich betonen, dass man dem Buch trotzdem unbedingt ein Chance geben sollte! Ich weiß, auch der Klappentext hebt sich nicht wirklich von anderen Romantasy-Büchern ab. Dunkle Welt, sie trifft ihn, er hat etwas Abwehrendes, es knistert trotzdem und so weiter und so fort… Aber meines Erachtens beschreibt das die Geschichte gar nicht so sehr! Klar, die Eckdaten stimmen alle. Liv ist neu in der Hauptstadt und hat dank ihrer besten Freundin Bea einen guten und begehrten Job bekommen. Die erste Begegnung zwischen ihrem Nachbarn und ihr ist unfreundlich, aber zwischen ihnen entsteht bald schon Freundschaft. Und dass daraus mehr werden kann, ist ja bekannt. Doch der Klappentext vergisst all die tollen Details des dystopischen Weltbildes. Die Schatten bedrohen die Menschheit und deswegen patrouillieren die sogenannten Krieger nachts durch die Stadt, um die Menschen zu beschützen. Nick, der männliche Protagonist, ist einer dieser Krieger. An seiner Seite ist seine quirlige Partnerin Maja. Beide besitzen magische Kräfte und nur mit deren Hilfe lassen sich die Schatten besiegen. Krieger können sich mit sogenannten „Quellen“ verbinden, das sind Menschen mit außerordentlich großen magischen Fähigkeiten, die es zu schützen gilt. Zu Beginn der Geschichte verschwindet die mächtigste Quelle des Landes: Noreana. Das merken auch die Schatten, weshalb sie diese Schwäche nutzen wollen. Schnell ist klar: Etwas Großes ist geplant. Und die Schatten scheinen Unterstützung zu haben. Von manchen Menschen. Aber wieso? Und was hat Liv damit zu tun?
Bei „Dark Age“ handelt es sich um eine Dilogie, dessen zweiter Teil im April erscheinen wird. Der erste Teil besteht aus 19 Kapiteln, die alle eine angenehme Länge haben. Die Kapitel werden von einem Er-/Sie-Erzähler erzählt, der mal die Innensicht von Liv und mal die Innensicht von Nick erzählt. So lernt man schnell das Innenleben beider Protagonisten kennen. Ich konnte mich sofort mit beiden identifizieren und sie waren mir auf Anhieb sympathisch. Das ist wahrlich nicht immer so bei Sabine Schulters Büchern. Einige ihrer weiblichen Protagonisten waren mir immer zu perfekt und zu sehr geliebt von anderen. Aber Liv ist anders. Sie ist sehr bodenständig und bescheiden, hat aber auch kleine Macken und wird vor allem nicht von jedem vergöttert. Sie hat eine sehr sympathische Art und trotzdem hängt eine gewisse Einsamkeit an ihr. Ich mochte ihre Herzensgüte sehr und fieberte den Liebesszenen des Buches entgegen. Und um die möglich zu machen, braucht es natürlich einen männlichen Protagonisten. Nick ist ein starker Krieger, interessant an ihm ist allerdings, dass er magisch nur gering begabt ist. Deswegen ist sein Krieger-Status ein niedriger, was ihn selbst ziemlich fuchst. Er ist hilfsbereit und sensibel. Auf der anderen Seite ist er egoistisch und griesgrämig. Er hat etwas Bad-Boy-haftes, ist aber im wahrsten Sinne des Wortes auch der „Junge von nebenan“. Ich fand ihn von Anfang an toll und die erste Begegnung zwischen Liv und Nick ist absolut gelungen. Zwischen den beiden entwickelt sich nur langsam etwas, was mir ebenfalls gefiel. Die Chemie stimmt einfach.
Da wären aber noch mehr tolle Charaktere. Ich muss allerdings betonen, dass es sehr viel weniger sind, als man bei Sabine Schulter vielleicht erwartet. Wir haben es nicht mit einer familienähnlichen großen Clique zu tun. Livs Freundin Bea und ihr Freund Christian spielen nur eine untergeordnete Rolle. Auch die Elitemitglieder, die auftauchen, bleiben eher im Hintergrund. Interessant wird es beim offensichtlichen Gegenspieler, nämlich Livs Chef. Er hat etwas Düsteres an sich, dem Liv sofort misstraut. Aber was hat er wirklich mit den Schatten zu tun? Und auf keinen Fall vergessen darf man bei den Charakteren Maja und Eremos. Maja ist tough, eine wahre Kriegerin, die weiß, was sie will. Sie ist sportlich, treu und liebeswert. Ihre fröhliche und freche Art bereichern das Buch. Die größte Bereicherung aber ist Eremos, mein absoluter Liebling. Bei Eremos handelt es sich um einen Cerberus, aber keiner aus der griechischen Mythologie. Es handelt sich um eine Art Katze mit Löwenmähne und Flügeln, die einfach nur liebenswert ist. Eremos ist eine Art kämpfendes Maskottchen, das diese Geschichte einfach so zuckersüß macht! Ich habe den kleinen „Kater“ geliebt! Das Figurenkonstrukt geht sehr gut auf. Es gibt nicht allzu viele Figuren, doch diese sind allesamt liebevol ausgearbeitet und sehr gelungen!
Fehlen also noch ein paar Worte zur Handlung. Der Start in die Geschichte ist sehr unmittelbar. Das erste Kapitel handelt nämlich nicht von Liv oder Nick. Der Leser landet direkt in einem Kampf zwischen Schatten und einer Quelle und ihrem Krieger. Bei dieser Quelle handelt es sich um die berühmte Noreana, die offenbar fliehen muss. Ein tosender Kampf bricht aus, der tragisch endet. Und nachdem dem Leser der Mund offen steht und er wissen will, wie es weiter geht, lenkt die Autorin zu einem anderen Schauplatz über und die Geschichte von Liv beginnt. Doch natürlich bleibt das erste Kapitel im Hinterkopf und es ist für die sich entwickelnden Ereignisse ziemlich wichtig. Nick und Maja müssen immer wieder gegen Schatten kämpfen und es werden von Tag zu Tag mehr. Etwas Großes scheint zu geschehen, doch als unbedeutende Krieger bekommen die beiden nicht viel mit. Erst, als sich alles zuspitzt, müssen die beiden gegen die Schatten kämpfen. Und am Ende wartet eine große Wende, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte!
Der Spannungsbogen ist absolut gelungen! Er ist nicht immer rasant steigend, aber die Spannung geht nie verloren. Neben den Kriegerelementen wird die Liebesgeschichte nie vergessen und so kann der Leser gleich auf zwei Ebenen mitfiebern. Liv ist durch ihren Chef in die Machenschaften verwickelt und hinzukommt, dass Bea sie warnt, etwas mit Nick anzufangen. Aber warum? Die Geschichte ist nicht durchschaubar und auch wenn der ein oder andere sich seinen Teil denken kann, war ich vollkommen überrascht vom Finale des ersten Teils. Er ist rasant und bricht natürlich an der spannendsten Stelle ab. 
Und deswegen freue ich mich riesig auf den zweiten Teil! „Dark Age – Bedrohung“ hat etwas ganz Normales und dennoch etwas so Innovatives. Die Schatten sind ein tolles dystopisches Element, das sein Potenzial noch keinesfalls erschöpft hat. Das erschaffene Weltbild bietet sicher noch viele Überraschungen, auf die ich mich sehr freue. Neben einer tollen Liebesgeschichte findet man hier auch viel Spannung, Innovation, ja und sogar Diversität. Der Schreibstil ist wirklich toll und lebendig. Ich flog nur so durchs Buch – und an meiner Seite natürlich der kleine Eremos.


Mich hat „Dark Age – Bedrohung“ absolut abgeholt. Ich bin in der spannenden Geschichte versunken, habe mitgelitten in der sich langsam entwickelnden und prickelnden Liebesgeschichte zwischen Nick und Liv und war am Ende absolut überwältigt. Das gesamte Buch gefiel mir von der ersten Seite an. Aber das rasante Finale hat es nochmal doppelt in sich. Habt ihr Lust auf tolle Figuren, eine tolle Geschichte und viele, viele liebevolle Details im Fantasybereich? Dann greift unbedingt zu diesem Buch! Ich vergebe natürlich 5 von 5 Spitzenschuhen!






27. Februar 2019

Rezension: "HoN - Verloren" von P. C. Cast & Kristen Cast



Titel: House of Night - Veloren 
Autor: P. C. Cast & Kristen Cast 
Verlag: Fischer FJB
Preis: 16,99€ 
Seiten: 496

Die „House-of-Night“-Reihe ist für mich Segen und Fluch zugleich. Die meiste Zeit über betrachte ich sie als Fluch. Denn allein die abnormale Länge von 12 Bänden ist mehr als eine Herausforderung. Auch das kindische Geplänkel, die unnötig sexistischen Andeutungen und viele, viele Charaktereigenschaften nerven mich immer wieder. Doch, wieso auch immer: Wenn ich eines der Bücher in der Hand habe, lese ich sie eigentlich ganz gern. Man muss nicht nachdenken und kann sich berieseln lassen. Und auch wenn ich immer wieder den Kopf schütteln muss, sind die Bücher durchaus spannend und voller Entwicklungen. Zwischenzeitlich hätte ich die Reihe beinahe abgebrochen, doch ich bin fast froh, es nicht getan zu haben. Denn Band 10 mit dem Titel „Verloren“ hat mir gut gefallen! Und deswegen geht unsere Hassliebe in die nächste Runde.


Neferet ist nicht mehr länger Hohepriesterin im House of Night in Tulsa. Nachdem sie sich ganz dem Bösen verschrieben hat, muss sie die Schule verlassen. Doch sie geht nicht, ohne eine Schneise der Verwüstung zu hinterlassen. Zoey und ihre Freunde wissen, dass die Schule nur dann weiterbestehen kann, wenn jetzt alle zusammenhalten. Denn Neferet wird mit allen Mitteln ihr Ziel weiter verfolgen: Sie will Zoey töten. Und mit Hilfe von Aurox könnte ihr das auch gelingen. Doch Zoey glaubt, in Aurox ihren Menschenfreund Heath entdeckt zu haben. Kann das sein? Er ist doch Neferets Werkzeug. Oder etwa nicht? Zoeys Grandma scheint ihm zu vertrauen…

Was ich an der Reihe wirklich faszinierend finde, ist die zeitdeckende Erzählweise. Ich habe inzwischen zehn Teile aus der „House-of-Night“-Reihe gelesen. Und seit dem ersten Teil sind nur wenige Monate ins Land gegangen. Die Protagonistin Zoey ist noch nicht einmal ein halbes Jahr lang ein Vampir. Und seitdem hat sie nicht nur viele Menschen verloren, die ihr nahestanden, sondern musste sich auch immer wieder gegen das Böse stellen. 
Es ist absolut absurd, wenn man die Story zu hinterfragen beginnt. Unlogisch. Lächerlich. Ja, all das trifft zu. Und trotzdem wird die Geschichte gerade durch diese zeitdeckende Erzählweise so lebendig. Jedes Buch deckt zumeist nur wenige Tage ab, was schwer nachvollziehbar ist und im heutigen Dschungel der Jugendbücher sicher sehr selten, aber dadurch bleibt man im „Flow“. Man wird zum Teil der Geschichte und kann jederzeit sehr gut zu ihr greifen.  Außerdem knüpft jedes Buch unmittelbar an des Ende des letzten an, was ich wirklich gut finde.Die Bücher sind allesamt sehr umfangreich, doch man merkt kaum, dass man einen 500-Seiten Schinken liest, da sich viele Ereignisse überschlagen.
Zumindest trifft dies auf den zehnten Teil der Reihe zu. Tatsächlich habe ich meinen Tiefpunkt mit der Reihe überwunden und habe seit einigen Bänden wieder Spaß an ihr. Inzwischen freue ich mich sogar auf das Ende – ja, auch weil es dann endlich irgendwann vorbei ist. Aber auch handlungstechnisch ist die Geschichte deutlich stärker geworden! Mit dem Auftauchen der Figur Thanatos verändert sich der Mittelpunkt ein wenig. Das gleiche trifft auf Aurox zu. Die Finsternis ist ein Handlungselement, das erst seit drei Büchern dazu gekommen ist und mich durchaus irritiert hat. Andererseits sind die Seiten dadurch sehr klar und deswegen handelt es sich inzwischen um einen Kampf zwischen Gut und Böse. Beides wird auch durch die beiden Vampirsorten dargestellt, rot und lila. Doch rot zu sein, heißt nicht gleich böse zu sein. 
Auch in Zoeys vertrautem Umfeld verändert sich etwas. Der Bruch der Zwillinge bahnte sich schon im letzten Teil an, doch in „Verloren“ verfestigt sich der Bruch zwischen Erin und Shaunee. Ich finde es sehr schade, dass es diese Einheit nicht weiter gibt, aber es macht die Sache auch interessanter. Ebenso wie der Wandel, den Kalona durchmacht. Zoey selbst ist sich in diesem Buch wie immer sehr treu: naiv, verwirrt, egoistisch und ziemlich beschönigt. Sie weiß wie immer nicht, was sie fühlt – und für wen. Und dennoch ist sie schon reifer geworden. Ich diesem Buch hatte ich tatsächlich nur wenige Kritikpunkte gegenüber der Protagonistin. 
Es gibt inzwischen so viele Figuren, dass man unmöglich zu allen etwas sagen kann. Ich mag noch immer Aphrodite und Darius am liebsten, weiß nicht genau, was ich von Stark halten soll und sympathisiere durchaus mit Stevie Raes frecher Art. Viele Charaktere, wie etwa Kramisha bleiben aber im Hintergrund. Nur Shaylin tritt daraus nun deutlich hervor, was mir sehr gut gefällt! Ihre Gabe ist wirklich interessant und das Mädchen sehr sympathisch. Hier wurde die Clique wirklich sinnvoll erweitert. 
Und wenn ich bei den Charakteren bin, muss ich natürlich etwas zu der Gegenspielerin sagen: Neferet. Man kann sie nicht mögen. Sie ist grausam. Und wie sehr, verdeutlicht sich in diesem Teil. Die Ereignisse spitzen sich wahrlich zu und das führt in „Verloren“ zu einem rasanten Finale, in das Grandma Redbird verwickelt ist. Tatsächlich haben die Autorinnen den Spannungsbogen in diesem Buch gut hinbekommen. Ich habe immer wieder gern zur Geschichte gegriffen. Und ich bin sehr gespannt, was die letzten beiden Teile noch bereithalten.
Zwischendurch ist der Stil der Autorinnen wirklich verstörend. Es ist brutal und sexistisch. An einer Stelle wollte ich wirklich nicht weiterlesen. Auch das gekünstelt Jugendliche mag ich am Schreibstil einfach nicht. Aber wie ich auch sonst in den HoN-Rezis betone, vielleicht bin ich einfach zu alt für die Geschichte. Trotz Kritik muss ich zugeben, dass der Stil sehr fließend ist und man das Buch schnell weglesen kann. Das mag an den vielen Dialogen und der Vielfalt an Charakteren liegen – egal an was: Es beweist, dass an den Büchern doch ein wenig richtig gemacht wurde.


Der Begriff „Hassliebe“ trifft es eigentlich ganz gut. Ich hasse das Vokabular der HoN-Bücher und ich finde viele Handlungsstränge kindisch. Doch tatsächlich reift die gesamte Clique um Zoey herum und auch sie selbst. Die Bedrohung wird in diesem Band sehr greifbar. Gut gegen Böse. Kein Wunder also, dass die vielen (durchaus interessanten) Figuren zusammenhalten und den Kampf gegen Neferet bestreiten. „Verloren“ hat mir gut gefallen, denn es ist ein durchgehend spannendes Buch mit vielen Entwicklungen. Und deswegen vergebe ich vier von fünf Spitzenschuhen.





23. Februar 2019

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #34

Hallo ihr Lieben!


Es ist wieder Zeit für die einzige Rubrik, die ihr derzeit regelmäßig auf diesem Blog findet: "Mein SuB kommt zu Wort"! Mein kleiner Karli hat schon wieder drei Tage Verspätung, was mir viele böse Blicke beschert hat, aber laut eigener Aussage ist das alles noch im Rahmen. Na, dann kann ich ja beruhigt sein ;) Karli freut sich schon, weshalb ich das Vorgeplänkel kurz halten will. Viel verändert hat sich bei mir nicht. Ich bin immer noch im Referendariat. Das Ref ist immer noch stressig und unschön. Inzwischen bin ich seit einer Woche krank und seit zwei Tagen habe ich auch keine Stimme mehr. Also, alles schön, wie immer :D Aber wisst ihr, was mich definitiv aufheitern wird? Karli! Also los, Kleiner!



Oh, warte, doch noch ein kurzer Zwischenstop. Wie immer der Hinweis auf den Blog unserer Schirmherrin Anna. Dank ihr haben Karli und ich so regen Austausch und ich bin mit sicher, dass viele SuBs ihr ähnliche Dinge verdanken.
Hab ich euch eigentlich schon mal erzählt, dass ich aufgrund der Abkürzung "SuB" mein eigenes Schulkürzel auf Arbeitsblättern oft falsch geschrieben habe?! :'D An einer meiner Schulen ist mein Kürzel nämlich Sub. Und tatsächlich habe ich erst vor kurzem bemerkt, dass ich mich andauernd selbst mit "SuB" abgekürzt habe...Tja...Ich identifiziere mich eben sehr mit meinem Karli....Dein Stichwort!


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Auch ein herzliches Hallo von mir :) Zum Glück gibt es das Wochenende! Ansonsten wäre Julia wohl gar nicht mehr zum Tippen des Interviews gekommen. Und ich muss hier auch ein Kompliment loswerden, denn meine liebe Besitzerin hat noch sagenhafte 9 ungeplante Unterrichtstunden für die nächste Woche offen und zieht es trotzdem vor, ihren Abend mit mir zu verbringen. So wünsche ich mir das doch :)
Kommen wir also mal wieder zu den nackten Tatsachen. Ich finde ja diesen Einstieg ins Interview immer sehr gemein. Das ist, wie ins kalte Wasser geworfen zu werden. Man muss sich gleich outen und so. Deswegen rede ich auch immer gern noch ein bisschen vorweg - und mit alten Traditionen soll man ja nicht brechen.
Kommen wir also zunächst mal zu meiner Leistungsbeurteilung gegenüber meiner Besitzerin. In den letzten Wochen hat sich ja doch immer wieder das selbe Bild gezeigt. Julia hat keine Zeit, macht nur Schulkram und vernachlässigt sowohl das Lesen, als auch das Anschaffen neuer Bücher. Letzteres finde ich gar nicht schlimm, allerdings wäre ein Abbau ja nur garantiert, wenn sie in einer kaufarmen Phase auch viel lesen würde. Tja. Aber da verlange ich zu viel. Und mein kleines SuB-Herz leidet auch mit Julia, weshalb ich immer kurz davor bin, eine Party zu feiern, wenn Julia ihre "SuB-Liste" aktualisieren kann, weil ein Buch gelesen wurde.
Das war in der letzten Zeit nicht sehr oft der Fall und deswegen sind meine Zahlen auch keine riesige Erkenntnis. Ich teile sie trotzdem gern mit euch: Im letzten Monat war ich 146 Bücher groß. Und da das der gleiche Stand ist, wie schon im November, Dezember und Januar, darf ich endlich eine Veränderung verkünden! Jiha! Denn nun im (okay, ich zähle den 23. aber verzeiht mir die kleine Schummelei) Februar bin ich sagenhafte 141 Bücher groß! Ist das ein Fortschritt? Oh ja! Fünf Bücher weniger! ich weiß gar nicht, wann die weg gekommen sind. Aber ich finde das super.
Und da später nicht mehr danach gefragt wird, hier auch ein kleines Update: Julia hat das geforderte Buch, das ich im Januar vorgestellt habe (HoN - Teil 10) tatsächlich gelesen! Ich bin stolz auf meine Julia <3


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Dieses Mal kann ich mich wirklich nicht beschweren. Ich meine...ich bin fünf Bücher kleiner, als im letzten Monat! (Heißt das, ich muss jetzt fünf Partys feiern? Ja, oder?!) Deswegen bin ich mit der aktuellen SuB-Pflege sehr zufrieden. Unter anderem bin ich das auch, weil Julia bis auf einen neuen Schatz keine Neuzugänge zu verzeichnen hat. Mein ganzes Gerede scheint also wirklich etwas zu bringen - denn sie hält sich an meine Regeln. Noch nicht so eisern, wie ich gern hätte, aber immerhin.
Ich kann euch also keine drei Bücher zeigen, dafür aber eines. Und das ist sogar erst gestern bei uns angekommen. Streng genommen darf ich es in diesem SuB-Interview also noch gar nicht erwähnen. Des Weiteren handelt es sich um ein Vorabexemplar. Aber egal. Das Cover ist sowieso schon überall ;)



Tada! Bei mir durfte "Dark Age - Bedrohung" von der wunderbaren Sabine Schulter einziehen! Das Buch erscheint kommenden Donnerstag und Julia versucht wirklich, so schnell wie möglich eine Rezension zu veröffentlichen. Gestern Abend hat sie mit dem Buch begonnen, ist allerdings erst bei 15%. Nach dem, was ich so gehört habe, gefällt der Einstieg Julia richtig gut! Der Name Sabine Schulter spricht aber ja sowieso schon für sich. Den Klappentext findet ihr übrigens hier. Nur so viel: Es wartet düstere Fantasy auf euch.
Ich freue mich über diesen Neuzugang tatsächlich sehr. Sie sind derzeit rar (, was ja auch in meinem Sinne ist). Aber das Gefühl, ein neues Buch zu bekommen, das direkt gelesen wird, ist schon ein tolles. Oder was meint ihr?


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Huch, jetzt erwähne ich es ja doch noch. Als letztes Buch hat mich "Verloren", der zehnte Teil der House of Night-Reihe verlassen. Das Buch habe ich im letzten Monat vorgestellt und Julia gebeten, es endlich zu lesen. und das hat sie auch :) Zwar wurde es erst nach dem 20. beendet, aber ich bin ja heute nicht so streng mit den Regeln ;) Wie aber schon seit längerem kann ich euch keinen Rezensionslink da lassen. Und ich gebe auch keine Versprechen, dass die Rezi noch folgt. Ich werde Julia definitiv darum bitten, denn bisher sind auf diesem Blog alle HoN-Teile rezensiert worden. Aber das Unmögliche ermöglichen kann ich eben auch nicht...
Das zuvor beendete Buch hat allerdings eine Rezension, nämlich "Auch Pünktlichkeit kann töten" von Agatha Christie. Wie so oft, handelt es sich dabei um ein Hörbuch (Rezensionsexemplar). Vielleicht sollte Julia einen reinen Hörbuch-Blog machen. So langsam häufen diese Rezis sich hier. Der Hercule-Poirot Fall war jedenfalls super! Und das HoN-Buch war ebenfalls erstaunlich gut. Die üblichen HoN-Kritikpunkte lassen sich aber auch hier finden. Was auch immer Julia damit meint.



4. Lieber Karli, gibt es Bücher, die du erst 2018 gekauft hast und die noch ungelesen sind?


Also...was ist das denn für eine Frage? Natürlich! Mal ganz abgesehen davon, dass meistens nicht ich die Bücher kaufe, sondern Julia sie anschleppt, muss ich die Frage absolut bejahen. Ich schätze, dass ein Großteil meiner Bücher aus 2018 stammt. Wobei, würde ich genauer hinschauen, sind sicher auch einige aus 2017 dabei. Das ist ja das bekannte Phänomen: Der SuB-Besitzer kauft ein Buch in dem Glauben "Das lese ich ganz bald" und dann liegt es mindestens zwei Jahre rum. 
Ich habe mir meine Liste gerade nochmal angesehen...es ist doch kein Großteil aus 2018. Das ist dann doch eher ein Sammelsurium der letzten Jahre.

Hier aber eine kleine Auswahl zu noch ungelesenen Titeln aus 2018:

- Der Fluch der sechs Prinzessinnen: Diamantkäfig
- Die Staubchroniken
- Leinsee
- Heliopolis Teil 1
- Wee City Love
- Schwur des Tigers
- Rückkehr nach Lemberg
...

Insgesamt handelt es sich um mehr als 25 Bücher. Also...ja, da sind noch ein paar aus 2018 über ;) Aber auch hier beginnt bald der Abbau. Ich bin mir nämlich sicher, dass ich euch nächsten Monat erzählen kann, dass ich unter der Grenze der 140 Bücher liege. Und wehe, wenn nicht, Julia.

Ein kleiner Nachtrag übrigens noch. Ich hatte die Fragen im letzten Monat so verstanden, dass ich Julia nun jeden Monat ein Buch "aufgeben" darf, als kleine Hausaufgabe sozusagen. Und da hab ich mir für den März auch schon was überlegt. Ich bin ja ein fleißiger SuB ;) Deswegen will ich hier noch kurz erwähnen, dass ich hoffe, dass Julia im nächsten Monat die "Everflame"-Reihe beendet, indem Teil drei "Verräterliebe" gelesen wird. Das wäre wirklich toll! Danach können wir uns dann endlich dem Ende der House of Night- Reihe widmen. Wird wirklich Zeit...



Puh, schon wieder zu Ende? Das ging wieder mal zu schnell. Eigentlich habe ich viel mehr zu erzählen. Aber gut, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist ;) Deswegen muss ich mich für heute wieder von euch verabschieden. Aber ich grüße noch alle anderen SuBs! Ich hoffe, eure Besitzer/innen passen gut auf eure Größe auf!
Meine ist derzeit auf einem guten Weg. Und auch wenn das Lesen derzeit nicht den höchsten Stellenwert hat, bin ich ein ganz zufriedener SuB. :)

In diesem Sinne,
euer Karli



Und ich bin eine zufriedene Besitzerin, mein kleiner Karli! Ich glaube, Karli wird wirklich langsam erwachsen. Seine Schimpftiraden sind wirklich schon ein bisschen her und das Verständnis überwiegt. Die kleinen bissigen Kommentare kann ich ganz gut ab ;) Wie schön, dass ich auch endlich Hausaufgaben bekomme...immer nur welche aufzugeben, ist auch langweilig. Vielen Dank, Herr SuB! Mal schauen, ob ich mich dem Buch im März widmen kann. Ich werde definitiv mein Bestes geben!

Was sagen eure SuBs? Geben sie euch auch Hausaufgaben? Und habt ihr noch viele Bücher aus 2018?


Liebst,
eure Julia

20. Februar 2019

Rezension [Hörbuch]: "Auch Pünktlichkeit kann töten" von Agatha Christie




Titel: Auch Pünktlichkeit kann töten
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Martin Maria Schwarz
Verlag: der Hörverlag
Preis: 9,99€
Dauer: 2h 58min


Ich bin ein riesiger Hercule Poirot-Fan! Angefangen hat meine Zuneigung, wie bei so vielen, mit „Mord im Orientexpress“. Ich wandte mich den Klassikern wie „Tod auf dem Nil“ und „Tod in den Wolken“ zu und war jedes Mal wieder begeistert. Selbst die englische Serie mit David Suchet in der Hauptrolle begeistert mich bis heute. Kurz: Der belgische Detektiv hat es mir angetan. Doch was ich bisher versäumt hatte, war das Medium des Hörbuchs. Ich habe zahlreiche Bücher und Kurzgeschichten, gefüllt mit den spannenden Fällen, gelesen und viele Filme und Episoden gesehen – doch ich hatte nie eine Geschichte lediglich gehört. Das holte ich nun mit einem mir gänzlich unbekannten Fall nach: „Auch Pünktlichkeit kann töten“ aus der Feder der berühmten Agatha Christie. Der Hörverlag hat 2018 eine neue Auflage herausgebracht und zu genau dieser griff ich. Und was soll ich sagen: Es war genau die richtige Entscheidung!

Sir Gervais ist für zwei Charaktereigenschaften bekannt, für seine Exzentrik und für seine Pünktlichkeit. Er hat Hercule Poirot in einem Brief seine Ermordung angekündigt, kümmere sich aber selbst um seine Sicherheit. Das kann der belgische Meisterdetektiv natürlich nicht auf sich sitzen lassen und fährt auf das Landgut, um mit dem Hausherrn zu sprechen. Doch Sir Gervais erscheint nicht zum Dinner. Für Poirot ist sofort klar: Ein Mörder läuft frei herum!

Beginnen wir beim Äußeren: Es handelt sich um drei CDs, die alle etwa eine Stunde Laufzeit haben. So kommt das Hörbuch auf eine Gesamtlänge von 2:58 Stunden. Tatsächlich handelt es sich um eine vollständige Lesung, was man sich bei dieser Kürze kaum vorstellen kann. Die äußere Aufmachung ist meines Erachtens sehr ansprechend und passt genau zum Inhalt der Geschichte. Das Cover lehnt sich an die „Agatha-Christie-Serie“ aus dem Randomhouse Verlag an und passt somit sehr gut ins Sortiment. Die Farbe Rot dominiert das Cover, was ebenfalls gut passt. Der abgebildete Spiegel spielt in dem Fall eine Schlüsselrolle, ebenso wie eine davonlaufende Frau, weshalb beide Darstellungen sehr gut passen und gleichzeitig nicht zu viel verraten. Das Cover macht neugierig und das kann man dank der Geschichte auch sein. Das beiliegende Booklet ist übrigens sehr kurz und informativ gehalten. Neben den Kurzbiografien von Agatha Christie und dem Hörbuchsprecher Martin Maria Schwarz lässt sich noch eine Personenübersicht finden, die wahrlich hilfreich sein kann.
Denn der Fall ist nicht ganz einfach zu durchblicken. Hinzu kommt, dass der Klappentext die Tatsachen nicht wirklich wiederspiegelt. Denn Sir Gervais schreibt Poirot zwar einen Brief, dieser ist dem Detektiv aber völlig unbekannt. Eine noch größere Anmaßung ist aber, dass Sir Gervais Poirot befiehlt, sich bereit zu halten und zu seinem Gut zu reisen, wenn er es ihm aufträgt. Das ist gar nicht nach dem Geschmack des eitlen Poirot, dennoch reizt ihn etwas an dem Brief. Und das zurecht: Als Poirot zum geforderten Zeitpunkt auf dem Gut ankommt, stellt sich heraus, dass Sir Gervais unpünktlich ist – und das war er seit 20 Jahren nicht. Schnell wird klar: Er ist tot. Die Polizei hält es für Selbstmord, denn dieser ist gut inszeniert. Aber Poirot weiß es besser, schließlich spricht allein die Anwesenheit des belgischen Detektivs gegen einen Selbstmord. Und so beginnt Poirot zu ermitteln. Wie immer mit Feuereifel, Präzision und seinen kleinen grauen Zellen.
Das Konzept des Hörbuchs ist sehr einfach. Nachdem der Hörer in das Setting und die Umstände eingeführt wurde, landet Poirot schnell im Haus der Familie Gervais. Dort tummeln sich verschiedene Charaktere, zehn an der Zahl und hinzu kommt noch der Tote. Als Hörer ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Der Sprecher Martin Maria Schwarz versucht aber jedem Charakter eine andere Stimme zu verleihen, was durchaus gelingt. Nachdem Poirot auf die verschiedenen Personen getroffen ist und herauskam, dass der Hausherr ermordet wurde, ermittelt er gemeinsam mit dem leitenden Polizeibeamten. Hierfür gehen die beiden in einen Raum des Hauses und lassen nach und nach die Personen, die sich im Haus befinden, kommen. Sie werden verhört, Poirot zieht seine Schlüsse, ermittelt noch einmal auf eigene Faust und präsentiert einen Tag später den Täter in versammelter Runde. Also: ein absolut klassischer Poirot.
Das bekannte Konzept kommt hier besonders gut zum Tragen und man kann als Hörer sehr gut folgen. Die Fülle an Figuren macht es dennoch ein wenig kompliziert. Daher ist das Booklet mit der Personenübersicht überaus hilfreich. Nach und nach versteht man allerdings die Beziehungsgeflechte und die Motive vieler Personen. Ich selbst bin zu keinem Zeitpunkt auf des Rätsels Lösung gekommen. Die Auflösung gefiel mir aber überaus gut, denn sie ist clever und logisch. Außerdem gibt es am Ende zusätzlich eine moralische Komponente, die mir gut gefiel.
Die Personenvielfalt ist erstaunlich und sehr abwechslungsreich. Ich will gar nicht jede Figur vorstellen, doch es sei erwähnt, dass die Bandbreite wirklich groß ist. Da wäre die Ehefrau, die dümmlich scheint und sich selbst für die Wiedergeburt der ägyptischen Pharaonin Hatschepsut hält, dann die emanzipierte Adoptivtochter, die scheinbar nicht in Trauer verfällt oder der geldgierige Neffe, der durchaus bereit wäre eben diese reiche Adoptivtochter zu ehelichen. Dann wären da noch zwei ehemalige Männer vom Militär, ein Anwalt, ein junger Captain der Polizei und zwei überaus merkwürdige Frauen. All diese Figuren ergeben ein tolles Ensemble für ein tolles Stück. 
Der Schreibstil von Agatha Christie ist bemerkenswert, sehr mündlich und absolut flüssig. Man fühlt sich sofort wie ein Beteiligter und fühlt sich in der Geschichte wohl. Dazu trägt auch der Sprecher bei. Martin Maria Schwarz hat eine angenehme Stimme, die sehr variantenreich ist. Er gibt den verschiedenen Figuren viele verschiedene, aber charakterstarke Stimmen. Lediglich den Detektiv selbst spricht er etwas merkwürdig. Er betont Poirots französischen Akzent etwas zu stark, was das Zuhören erschwert. Tatsächlich ist das meine einzige Kritik am ganzen Hörbuch. Und deswegen habe ich nochmal überlegt, warum mich der Akzent sonst nie gestört hat. Es mag daran liegen, dass wenn man Episoden und Filme im Fernsehen sieht, man eben auch die Figur dazu sieht und die Stimme deswegen in den Hintergrund gerät. Das geht bei einem Hörbuch natürlich nicht und deswegen komme ich zu dem Schluss, dass der aufgesetzte Akzent trotz erschwertem Zuhören sehr authentisch ist.


Authentisch ist insgesamt ein gutes Stichwort, denn es passt hervorragend zu diesem Hörbuch. „Auch Pünktlichkeit kann töten“ ist eine sehr spannende Geschichte, in der der berühmte Detektiv wieder zu Höchstformen aufläuft. Die Spannung liegt in den Verhören und der Entwicklung verschiedener Figuren, wie Beziehungen. Ich habe Martin Maria Schwarz sehr gern zugehört, denn er bringt die Geschichte toll rüber. Zu kritisieren bleibt lediglich, dass das Hörbuch viel zu kurzweilig ist. Doch andererseits ist genau das toll. Ich vergebe 5 von 5 Spitzenschuhen für das Hörbuch, denn es ist ein wahrer Hörgenuss gewesen, den ich gern empfehle.


 


18. Februar 2019

Rezension: "Die Kane-Chroniken - Die rote Pyramide" von Rick Riordan



Titel: Die Kane-Chroiken - Die rote Pyramide
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Preis: 12,00€
Seiten: 608


Kurz vor Weihnachten wusste ich mal wieder nicht, welches Buch ich beginnen sollte. Ich griff nach ein paar Büchern, blätterte sie durch und warf einen Blick in die Klappentexte. Und da war es ganz eindeutig: „Die Kane Chroniken – Die rote Pyramide“ passte wie die Faust aufs Auge. Denn die Geschichte beginnt einen Tag vor Heiligabend. Mehr Identifikationspotenzial ging nicht und obwohl es sich natürlich nicht um eine Weihnachtsgeschichte handelt, war diese Wahl absolut umwerfend!
Ich halte sehr viel von Rick Riordan, habe seine „Percy Jackson-Reihe“ verschlungen und die „Götter des Olymp-Reihe“ bereits begonnen. Da ich seit meiner Kindheit eine Passion für das Alte Ägypten habe, gehören natürlich auch die „Kane Chroniken“ in mein Regal. Und der erste Band konnte mich absolut überzeugen! Ein weiteres mitreißendes Familien-Abenteuer aus der Feder von Rick Riordan!


Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, findet Sadie. Sie sieht ihren Vater, den berühmten Ägyptologen Dr. Julius Kane, ja ohnehin nur zwei Mal im Jahr - und dann muss er sie und ihren Bruder Carter ausgerechnet ins British Museum schleppen. Aber ihr Vater will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen - er plant nicht weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Typen entführt. Um ihn zu befreien, müssen Sadie und Carter es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen.


Lange Zeit wusste ich gar nicht, dass Riordan sich nicht nur den griechischen und römischen Göttern zugewandt hat. Ehrlich gesagt sind die „Kane Chroniken“ relativ belanglos an mir vorbei gezogen. Ich habe sie erst entdeckt, als ich sie in einem Riordan-Buch im Anhang fand. Und ab da war meine Aufmerksamkeit geweckt. Bereits zwei Mal war ich selbst im Land der Pharaonen und da ich Geschichtslehrerin bin, befasse ich mich immer wieder mit diesem wundervollen historischen Thema. Ich habe eine Vorliebe für dieses geschichtliche Zeitalter, denn es ist so überaus spannend und faszinierend! Und genau das hat wohl auch der berühmte Rick Riordan erkannt.

Jeder, der gern etwas über Ägypten liest und Abenteuerromane mag, ist hier genau richtig. Mir hat „Die rote Pyramide“ sogar besser gefallen, als der Auftakt der „Percy Jackson-Reihe“ und das hat schon einiges zu sagen.
Das Konzept von Rick Riordan ist eigentlich nicht kompliziert. Er sucht sich ein historisches Thema mit mythologischen Zügen, baut in dieses Setting eine kleine Gruppe von Freunden, die im Laufe der Geschichte zu Helden werden und nebenbei auch noch die Welt retten. Der Gedanke ist nicht neu und dennoch schafft der Autor es immer wieder seine Geschichten innovativ und spannend zu gestalten. Sein Stil ist unglaublich gut und anschaulich, weshalb man immer gern zu seinen Geschichten greift. Und auch hier liegt dieses Konzept, samt gutem Stil, zugrunde. Dieses Mal handelt es sich bei den Helden aber nicht um einen Einzelkämpfer, der nach und nach seine Freunde gewinnt. Es geht um zwei Geschwister – Sadie und Carter. Die Geschwister sind getrennt aufgewachsen, die 12-jährige Sadie in London bei ihren Großeltern und Carter bei seinem Vater, der Archäologe ist. Carter ist zwei Jahre älter als Sadie und sein Leben lang unterwegs gewesen. Ein richtiges Zuhause hat er nicht und sein einziger Freund ist sein Dad. Als Sadie 6 Jahre alt war, starb die Mutter der beiden und seitdem sind die Geschwister getrennt. Nur zwei Mal im Jahr kommen Carter und ihr gemeinsamer Vater nach London und verbringen einen Tag mit Sadie, doch die Geschwister sind sich weitesgehend fremd. In der Familie scheint es nicht nur unüberbrückbare Probleme, sondern auch viele Geheimnisse zu geben. Das wird dem Leser schnell klar. Die Großeltern haben ein Problem mit dem Vater. Sie sind misstrauisch und selbst Carter macht sich manchmal Sorgen um seinen Dad, der immer sehr fixiert auf seine Arbeitstasche ist. 
Als die beiden wieder nach London kommen, um Sadie zu besuchen, bringt ihr Dad sie ins British Museum – an Heiligabend. Wieso? Kann man denn nicht einmal normal sein? Diese Fragen stellt sich zumindest Sadie. Doch als im Museum dann durch ein ägyptisches Ritual nicht nur der Rosetta-Stein zerstört wird, sondern auch Sadies und Carters Dad in einem Sarkophag in der Erde verschwindet, ist das Chaos perfekt. Oder? Nein, denn der Chaosgott persönlich taucht auch noch auf und mit ihm die anderen großen Götter. Was hat ihr Vater getan? Egal was, sie müssen ihn retten! Das beschließen die Geschwister schnell und nach und nach erfahren sie, wer sie eigentlich sind und was es mit der roten Pyramide auf sich hat.
Ich will hier nicht zu viel verraten, doch zur Handlung lassen sich ein paar beschreibende Attribute finden: spannend, interessant, atemberaubend. Die Geschichte ist abwechslungsreich, obwohl das Konzept Gut-gegen-Böse zugrunde liegt. Carter und Sadie beginnen mit göttlicher Unterstützung eine Reise in die ägyptische Mythologie, um ihren Vater zu retten. Dabei lernen sie nicht nur Dinge über sich selbst, sondern auch über ihre Familie. Geheime Orden und Zauberer spielen eine große Rolle, die ägyptischen Götter werden selbst zu Protagonisten und mythologische Schauplätze erstehen wieder auf. „Die rote Pyramide“ ist ein einziges langes Abenteuer, das den Leser mitreißt. Es gibt so viele verschiedene Werte, die mich als Leser angesprochen haben. Da wären zum Ersten die Geschwisterliebe und der Zusammenhalt zwischen Sadie und Carter. Die beiden kennen sich zu Beginn nur wenig, doch zwischen ihnen entsteht genau das, was eine Beziehung unter Geschwistern so ausmacht. Ich habe die Liebe auf jeder Seite gespürt und das ist wirklich schön! Eine kleine Liebesgeschichte gibt es übrigens auch, auch wenn man bei dem Alter der Protagonisten vielleicht eher von Schwärmerei sprechen sollte. Natürlich spielt auch der Zusammenhalt einer Familie eine große Rolle, Loyalität und Treue, Freundschaft und Liebe und immer der Zusammenhalt. All das taucht in dieser Geschichte gegen das Böse auf. Aber auch hier muss man sich einer Aussage stellen, die auch im Buch immer angedeutet wird: Das Böse ist Ansichtssache. Können Carter und Sadie das Böse am Ende besiegen?
Die beiden Geschwister sind wirklich tolle Charaktere. Beide erzählen die Geschichte gemeinsam und sie ist in ein relativ authentisches Setting eingebaut. Die beiden machen während der Reise Aufnahmen, in denen sie ihre Geschichte abwechselnd erzählen. Diese Aufnahmen bilden das Buch, eben in schriftlicher Form. Daher hat der Schreibstil etwas sehr Mündliches, was das Buch auch so flüssig macht. Ein Kapitel ist zumeist aus Sadies und danach eines aus Carters Sicht verfasst. Carter ist der deutliche besonnenere der beiden. Er scheint vernünftig und gebildet zu sein, hat aber vor allem in seinem Sozialwesen Nachholbedarf. Sadie hingegen ist frech und rebellisch. Sie musste ohne Mutter und Vater aufwachsen und das lässt sie die Welt spüren. Doch nach und nach taut sie auf und so wird aus ihr eine sehr starke Persönlichkeit, die für ihre Ideale einsteht. Außerdem ist sie ziemlich lustig. Humor ist in Rick Riordans Büchern immer sehr präsent und das ist auch hier der Fall. Zwischendurch musste ich wirklich mehr als nur schmunzeln.
Die beiden werden mit sehr viel konfrontiert, müssen gegen böse Monster kämpfen und akzeptieren, dass sie nicht so normal sind, wie sie immer dachten. Zusammen sind sie ein tolles Team! Und dann gibt es natürlich noch die Nebenfiguren, die ihnen helfen. Zum Beispiel ihr Onkel Amos, der sie in die Geschichte überhaupt erst einführt. Und natürlich die Zauberschülerin Zia, die viel mächtiger ist, als es den Anscheint macht. Seth ist der Bösewicht der Geschichte und er macht seinen Job wirklich gut. Das Gute wird von Horus und Isis verkörpert. Doch wie gut sind die Götter wirklich? Auch andere Götter tauchen auf, wie etwa die Katzengöttin Bastet, die ein wirklich toller Charakter in diesem Buch ist. Insgesamt sind die Figuren sehr vielfältig und für jeden ist etwas dabei. Den Überblick verliert man trotzdem nicht. Man sollte sich auf das gesamte Konzept einfach einlassen und dann kann man sich in der Geschichte verlieren.


So erging es mir zumindest. Ich habe „Die Kane-Chroniken – Die rote Pyramide“ sehr gern gelesen und kann den Beginn der Reihe nur empfehlen. Die Geschichte ist toll aufgebaut und sehr durchdacht. Die ägyptische Mythologie wird toll mit der modernen Welt verwoben und nicht ein Detail erschien mir unsinnig. Natürlich ist nicht alles historisch korrekt, doch die Geschichte hat keine Brüche, sondern ist ein flüssiges Ganzes. Auch der Stil ist wieder sehr gelungen: bildlich, spannend, fließend und vor allem humorvoll. Sadie und Carter sind tolle Charaktere, die im Laufe des Buches große Entwicklungen durchmachen und sich auf viele wahre Werte berufen können.

Hier hat der Leser es mit einer ausnahmslosen spannenden Geschichte zu tun, die tolle Motive hat und sich wunderbar lesen lässt. Ich kann euch nur empfehlen, auch mal eine buchige Reise ins Alte Ägypten zu machen, statt nur nach Griechenland oder Rom. „Die rote Pyramide“ bekommt verdiente fünf Spitzenschuhe und ich freue mich auf die weiteren Teile der Reihe.




2. Februar 2019

Rezension: "Everflame - Tränenpfad" von Josephine Angelini



Titel: Everflame - Tränenpfad
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler
Preis: 19,99€
Seiten: 448

Es ist schon länger als ein Jahr her, dass ich „Everflame – Feuerprobe“ in den Händen hielt. Josephine Angelini hatte mich mit ihrer „Göttlich“-Trilogie absolut begeistert und deswegen wollte ich auch ihre damals noch neue Reihe lesen. Doch der erste Teil von „Everflame“ ließ mich ziemlich resigniert zurück. Die Geschichte begann spannend und wurde dann immer zielloser. Ja, sie hat mich sogar in eine Leseflaute gestürzt. Auch deswegen machte ich lange Zeit einen Bogen um den zweiten Teil. Doch jedes Buch hat seine Chance verdient und so entschloss ich mich endlich zum Lesen von „Tränenpfad“. Dieses Mal wusste ich, was auf mich zukommt und ich war vorbereitet. Insgesamt habe ich „Tränenpfad“ deutlich lieber gelesen als „Feuerprobe“, so richtig packen kann mich die Reihe aber noch immer nicht.

Lily - eine Liebe zwischen zwei Welten. Mit letzter Kraft rettet sich Lily zurück in die wirkliche Welt. An ihrer Seite ist Rowan, dem nicht nur das reale Salem mehr und mehr gefällt. Doch die mächtige Lilian zwingt Lily zur Rückkehr, dorthin, wo die Zerstörung immer größer wird und schließlich auch Rowan und Lily entzweit. Kann Lily sich für die richtige Seite entscheiden?

Mein erstes Problem war offensichtlich: Mir fehlte vollkommen der Überblick. Wer war nochmal Tristan? Welche Krankheit hat Samantha, Lilys Mutter? Wie war noch das Verhältnis zu ihrem Vater? Wer ist Alaric und wer waren nochmal die Wirker? Fragen über Fragen prasselten auf mich ein, was mir das Zurechtkommen erschwerte. So richtig gut werden die Informationen dem Leser auch nicht gegeben. Es gibt Bücher, die in Nebensätzen die vorausgegangene Handlung noch einmal skizzieren, das fehlt hier aber leider. Nun gut, meine eigene Schuld, wenn ich zwischen Band eins und zwei so viel Zeit verstreichen lasse. Nach und nach erinnerte ich mich wieder an Details und irgendwann verstand ich die Geschichte erneut. Schon in Band eins habe ich immer wieder betont, wie komplex der Weltentwurf der Autorin ist. Und das wird hier ganz deutlich. Ein Blick in das Personenverzeichnis am Ende lohnt sich definitiv, wenn man nicht mehr weiß, wer zum Beispiel Dana ist. 
Die Geschichte beginnt in Lilys Zeit, fern von einem Salem, das von Hexen regiert wird. Das gefiel mir gut. Die Geschichte entwickelt sich wieder nur sehr langsam, aber als Leser kennt man sich in der Welt zumindest aus. Der Anfang ist außerdem sehr spannend, da das Buch unmittelbar nach Ende des ersten Teils beginnt. Für Fans also genau der richtige Einstieg. Aber auch ich kam ganz gut in die Geschichte. Das hatte auch mit den neuen Charakteren zu tun. Juliette, Lilys Schwester, ist von Anfang an präsent und sie ist eine wirklich liebenswerte Figur. Hinzu kommen aber noch Breakfast, Una und der alte Tristan. Die drei haben das Buch wirklich um einiges aufregender gemacht. Sie sorgten für Abwechslung und Identifikation. Rowan und Lily bekommen mit ihnen interessante Figuren an die Seite, die das Buch wirklich besser machen. 
Rowan bleibt für mich auch in diesem Buch noch ziemlich unantastbar, aber weiterhin sympathisch. Lily macht endlich die Entwicklung durch, die sich in Band eins schon andeutete. Sie wird reifer und entschlossener. Sie kämpft für ihr Ziel und gleichzeitig beginnt sie, Dinge zu hinterfragen. Der Klappentext deutet es außerdem schon an: Die wird Lilian immer ähnlicher. Da es sich bei beiden um zwei Versionen des gleichen Menschen handelt, ist das kein Wunder. In „Tränenpfad“ kommt der Leser aber endlich dem großen Geheimnis auf die Spur, das Lilian so sehr verändert hat. So grausam die Dinge sind, die sie getan hat – Lily kann sie dank vieler gezeigter Erinnerungen nachvollziehen.
Die Darstellung der Beziehung zwischen Lilian und Lily gefiel mir sehr gut. Und auch die gesamte Episode bezüglich der Wirker ist innovativ und spannend. Josephine Angelini schafft es definitiv die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen, was für diese komplexe Geschichte sehr wichtig ist. Insgesamt würde ich die Handlung als spannender bewerten, aber die Ziellosigkeit aus Band eins bleibt dennoch manchmal bestehen. Da man gar nicht mehr weiß, auf wessen Seite Lily steht und ob es überhaupt noch Seiten gibt, bleibt fraglich, wo die Geschichte hin will. Und das stört mich auch weiterhin. Verbessert hat sich aber definitiv der Schreibstil. Die Autorin scheint in ihrer erschaffenen Welt nun sicherer zu sein und erzählt deswegen deutlich besser. Das Buch ließ sich gut lesen, aber auch hier bin ich weit davon entfernt, es als „Pageturner“ zu bezeichnen. Die Kapitel sind zwischen 30 und 60 Seiten lang, was meines Erachtens den Lesefluss immer beeinträchtigt. Dennoch ist dieser Teil eine deutliche Steigerung!


„Tränenpfad“ hat vieles besser gemacht, als sein Vorgänger. Ist man als Leser wieder in dieser komplizierten Hexenwelt angekommen, findet man sich gut zurecht. Die Handlung ist noch immer ein bisschen ziellos, aber dank toller, neuer Charaktere gewinnt sie dennoch an Spannung. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen bleiben interessant. Des Weiteren gibt es ein paar unvorhergesehene Wendungen und das ein oder andere Geheimnis kommt zu Tage. Der Schreibstil hat sich ebenfalls verbessert und das Ende ist gut gewählt. Ich werde definitiv nicht noch einmal so lange warten, bis ich wieder zu der Reihe greife. Denn obwohl sie mich noch immer nicht packen konnte, kann ich das Buch als Steigerung empfehlen. Deswegen vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe.



31. Januar 2019

Rezension: "Die Grimm-Chroniken - Das Aschemädchen" von Maya Shepherd



Titel: Die Grimm-Chroniken - Das Aschemädchen
Autor: Maya Shepherd
Verlag: Sternensand Verlag
Preis. 8,95€
Seiten: 168


Ich wiederhole mich gern: Die Idee zu „Die Grimm-Chroniken“ ist einfach grandios! Maya Shepherd hat ein tolles Konzept entworfen, das sowohl inhaltlich, als auch marketingtechnisch wirklich raffiniert ist. Ich greife entsetzlich gern zu einem Teil der „Grimm-Chroniken“, denn sie lassen sich einfach so schnell weglesen. Der Gedanke einer Serie passt hier wie die Faust aufs Auge. „Ach, schnell noch eine Folge“ und zack – schon steht man, wie ich, bei Band 7 der Reihe. Und dieser Band lohnt sich!

Der Tod ist nicht das Ende, sondern ein Anfang. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Das waren die letzten Worte ihrer sterbenden Mutter gewesen und Ember glaubte, sie nun verstehen zu können. Ihr jetziges Leben erlosch - es verschlang sie mit Haut und Haaren. Sie musste sterben, um an anderer Stelle aus ihrer Asche wiederauferstehen zu können.

Zuletzt war ich von den „Grimm-Chroniken“ ein wenig enttäuscht. Es gab einen Durchhänger und meine Motivation der Reihe gegenüber ließ etwas nach. Das hatte allerdings mit dem Fokus der letzten beiden Bände zu tun. Denn meine Lieblingsfiguren kamen doch ziemlich kurz, andere tolle Figuren machten grade einen schrecklichen Wandel durch und der Handlungsstrang, den ich am wenigsten mag, war viel zu präsent. Aber so ist das, wenn man eine Reihe liest, die aus vielen, vielen kleinen Handlungen besteht, die sich alle erst nach und nach zusammenfügen.
In „Das Aschemädchen“ aber, lag der Fokus genau bei den Charakteren, von denen ich mir schon lange mehr erwartet hatte. Außerdem widmet sich diese Folge genau diesem Aschemädchen, nämlich der neu hinzugekommenen Figur Ember, was ich sehr gut finde. Ember war in den vorigen beiden Bänden bereits vielversprechend und nun erfährt man ihre Geschichte. Diese gefiel mir wirklich gut und die etwas merkwürdige, verträumte aber sehr sympathische Ember schlich sich in mein Herz. Ihr Kapitel ist wirklich gelungen und ich freue mich auf mehr. 
Auch der Handlungsstrang von Maggie und Joe wird in der siebten Folge wieder aufgenommen – endlich! Beide sind so tolle Figuren und ich habe sie wirklich vermisst! Richtig gut gefiel mir auch, dass Joe ein eigenes Kapitel bekommt. Auch wenn mich der Inhalt sehr traurig stimmte, war es genau richtig, auch mal den etwas neutraleren Jungen näher zu betrachten. Die temperamentvolle Maggie bekommt nun auch endlich ihre große Hauptrolle. Schon lange hatte ich einen Verdacht, was es mit ihrer Figur auf sich hat – mit der Auflösung, die uns in diesem Teil erwartet, habe ich aber nicht gerechnet.
Etwas kurz kommen aber natürlich trotzdem wieder einige Figuren: Margery und Will. Aber gut, man kann bei der Kürze der Bücher auch einfach nicht alles haben. Und deswegen warte ich gern.
Insgesamt ist dieses Buch wirklich unterhaltsam und meines Erachtens viel spannender, als die letzten drei Folgen. Ich bin froh, dass es handlungstechnisch wieder bergauf geht. Die Autorin konnte mich mit ein paar Details und Wendungen wirklich überraschen und ich bleibe absolut gespannt!
Noch kurz zu den Formalia: Das Buch ist wieder wunderschön aufgemacht und ich mag das Cover sehr. Auch wenn Ember eigentlich jünger ist, als die Frau auf dem Cover, stimmen die vermittelten Emotionen. Die kleinen Zeichnungen im Buch und die Extras, wie die Kapitelzeichnungen und das Nachwort der Autorin, sind wieder sehr gelungen. Ich muss allerdings ein wenig am Schreibstil kritisieren. Ich finde ihn manchmal etwas holzig, manchmal umgangssprachlich und nicht so ganz flüssig. Insgesamt passt der Stil zur Stimmung und er hat viel Märchenhaftes. Allerdings könnte er an der ein oder anderen Stelle ausgereifter sein. Das mag ein subjektiver Eindruck sein und viele mögen mir diesbezüglich widersprechen, ich  stolper aber manchmal durch die Geschichte.


„Die Grimm-Chroniken – Das Aschemädchen“ ließ mich sehr überzeugt zurück! Für mich ist es die beste Folge seit Band eins, denn nun nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Es kommen neue, interessante Charaktere und somit auch Märchen dazu und man erfährt mehr über die alten. Die Schauplätze sind super und die Geschichte bleibt spannend. Lediglich der Stil und einer der Handlungsstränge sind nicht ganz meins. Aber alles in allem: wirklich gut! Und deswegen vergebe ich vier von fünf Spitzenschuhen.