22. Mai 2022

Rezension: "A kingdom stolen" von Sabine Schulter

 


Titel: A kingdom stolen (Mederia 5)
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Impress
Preis:4,99€
Seiten: 390

Ich fühle mich in vielen Welten zu Hause, besonders in den literarischen. Eine dieser erschaffenen Welten ist wohl Mederia. Hier spielt eine Fantasy-Saga, die mich schon vor Jahren in ihren Bann gezogen hat. Jeder, der gern Fantasy liest, wird mich verstehen können. Denn zwischen den Dämonen, Elben, Ignis und Magiern fühlte ich mich schon in den Bänden eins bis drei zu Hause.
Einige Jahre, nachdem aber die Geschichte um Lana erschienen ist, hat die Autorin Sabine Schulter sich dazu entschieden, die Geschichte in die nächste Phase übertreten zu lassen: Generation Nr. 2 ist am Start!
Und obwohl man skeptisch sein mag, was solche Fortsetzungen angeht, hat mich der vierte (oder sollte man sagen erste?) Band der Reihe „A kingdom fears“ schon absolut überzeugt. Aber wie sieht es mit dem Mittelteil „A kingdom stolen“ aus? Tja. Ganz ehrlich? Er ist noch viel besser als der Vorgänger!

Als Wächterin der Shaas sind Arina mächtige göttliche Wesen nur allzu vertraut. Doch die Bedrohung, die beinahe ihre imposante Heimatstadt Hamesta fallen ließ, ist weitaus gefährlicher und droht ganz Mederia in Dunkelheit zu tauchen. Entschlossen, alles für die Rettung der Welt zu tun, ist sie sogar bereit, sich mit dem Prinzen der Dämonen zum Ursprung der Finsternis zu begeben ...

Okay, ich finde den Klappentext ehrlich gesagt nicht so gelungen. Andererseits wüsste ich auch nicht, wie ich den Inhalt eines Folgebandes formulieren sollte, ohne dabei zu viel zu verraten. Aber vielleicht habt ihr ja auch das Gefühl, dass ihr nach dem Lesen des Klappentextes nicht wirklich wisst, worum es geht. Das kann ich ändern.
Nachdem die Wächterin der Shaas Arina im ersten Band eine Reise an der Seite des Dämonenprinzen Nathiel und dem Drachenweibchen Triss erlebt hat, um ihre Heimat Hamestra zu schützen, begibt sich der Reisetrupp (, der noch etwas erweitert wird) nun auf die Suche nach dem Ursprung des dunklen Nichts. Das dunkle Nichts besteht aus dunkler Magie und ist dazu fähig, die Göttlichkeit aus Mederia zu ziehen. Das hätte den Untergang des Landes zur Folge und muss daher natürlich verhindert werden. Die drei werden vom jungen Magier Iljan begleitet. Ihr Weg führt sie in die Tiefen Mederias und vor allem an einen Ort, den niemand erwartet hätte.
Parallel zu dieser Geschichte macht das Buch eine zweite Handlung auf. Diese dreht sich um die Helden der ersten Trilogie: Lana, Gray, Famir, Kimire und so weiter. Solltet ihr vor dieser Reihe zurückschrecken, weil ihr die ersten drei Bände nicht kennt, kann ich euch beruhigen. Die Ereignisse von vor 20 Jahren spielen keine Rolle in „A kingdom Stolen“. Für Liebhaber der Reihe ist es aber grade dieser Erzählstrang, der das Herz höher schlagen lässt. Wer trifft schließlich nicht liebgewonnene Charaktere gern wieder?
Beide Reisetrupps erleben auf ihrer Suche nach dem Ursprung des dunkeln Nichts eine Menge und vieles davon ist gefährlich. Tatsächlich empfand ich es immer so, dass wenn ich gerade die eine Gruppe begleitete, ich lieber bei der anderen gewesen wäre, denn die Kapitelenden sind so gemein! Beide Gruppen müssen gegen unbekannte Gegner bestehen und es kommt zu vielen Kämpfen. Nicht immer überstehen dies alle Charaktere schadlos. Aber diese Kämpfe sorgen vor allem für eines: Spannung. Es ist durchaus ein Talent der Autorin, Kampfszenen gut schildern zu können. Man ist immer mitten im Geschehen und erlebt die Dramatik hautnah.
Durch die beiden Handlungsstränge gibt es natürlich eine Reihe an wichtigen Charaktere. Lana, Gray und Co. sind zwar die Protagonisten des einen Stranges, stehen aber trotzdem ein wenig im Hintergrund der zweiten Generation. Das fand ich persönlich wirklich gut, denn Arina und Nathiel sind irgendwie noch viel spannender. Zwar sind Lana, Gray, Famir und alle weiteren Altbekannten ihrem bekannten Charakter treu geblieben und dem Leser sympathisch, Nathiel und seine Gruppe stellen dies aber in den Schatten. Ich mag den jungen Dämonenprinzen aufgrund seiner loyalen, aber auch schon recht reifen und zielorientierten Art. Er ist niemand, den man ins Wanken bringen kann, denn er weiß sehr genau, was von ihm erwartet wird. Gleichzeitig gefiel es mir aber auch gut, dass er mit seiner Rolle an sich nicht hadert. Man kennt es ja aus unzähligen Büchern, dass gerade die nächste Herrschergeneration einfach nur normal sein will und das eigene Abenteuer erleben will. Aber so ist Nathiel nicht und das ist einfach was Neues. Arina, die Wächterin der Shaas, ist impulsiver und hat ihren eigenen Kopf. Eigentlich habe ich fest mit einer Liebesgeschichte zwischen den beiden gerechnet, aber bisher ist diese noch nicht aufgetaucht. Was das angeht, lässt uns die Autorin nämlich definitiv noch im Unklaren. Ich persönlich habe zwar eine Theorie zur Liebe dieser Protagonisten, aber ob ich richtig liege, werde ich wohl erst in Band drei erfahren. Zu den Figuren lässt sich auf jeden Fall sagen, dass sie mit Liebe ausgearbeitet wurden und keinesfalls oberflächlich sind. Einige Namen sind sich recht ähnlich und gerade durch die beiden Erzählstränge kann man vielleicht durcheinander kommen. Da ist es gut, dass das Buch ein Glossar besitzt, in dem man alle Namen noch einmal nachlesen kann. Übrigens gibt es – wie es sich für eine Fantasy-Reihe gehört – auch eine Karte der Welt am Anfang des Buches. Diese ist total schön und zieht den Leser sofort in ihren Bann, sodass man Lust hat, das Buch gleich zu starten.
Das hatte ich aber sowieso schon, denn Band eins endet ja unglaublich gemein. Die Handlung von Teil zwei setzt glücklicherweise genau dort an, sodass man als Leser wieder gut in die Geschichte kommt. Insgesamt ist die gesamte Handlung von „A kingdom stolen“ sehr spannend und es passiert die ganze Zeit etwas. Das ist meiner Meinung nach in Band eins noch anders gewesen. Und natürlich hat Band zwei ein total tolles Finale, das den Leser schon wieder mit offenem Mund zurück lässt. Am Ende ist wirklich viel passiert und bevor ich die Wendungen alle verarbeitet habe, kommt der gemeine Cliffhanger. Eigentlich sind es sogar zwei: einer fürs Herz und einer für das große Ganze.
Zum Schreibstil von Sabine Schulter kann ich nur immer wieder das gleiche sagen. Ich lese ihre Bücher richtig gern, denn man kann der Geschichte einfach gut folgen. Alles ist flüssig, Dinge werden toll beschrieben und den Charakteren wird Zeit zur Entwicklung gelassen.

Alles in allem war ich total begeistert von „A kingdom stolen“. Es gibt tolle neue Charaktere, spannende Wendungen und viele Actionszenen. Ich freue mich sehr auf das Finale von Nathiel, Arina und Co. und bin noch gespannter, was mit der Liebesgeschichte passieren wird. Insgesamt ist es ein richtig toller Mittelteil und deswegen vergebe ich fünf Sterne.



20. April 2022

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #63

 Hallo ihr Lieben!

Nach einer (erneuten) einmonatigen Pause melden Karli und ich uns zurück. Ich finde das mit diesen SuBs wirklich faszinierend. Durch die schöne Aktion von Melli und Vanessa habe ich meinen SuB Karli wirklich immer auf dem Schirm. Und wenn ich es nicht schaffe, den Post zu schreiben, meldet sich das schlechte Gewissen. Selbst mein Mann weiß, wer Karli ist und auch er weiß ganz genau, dass Karli schnell böse wird, wenn er sein Interview nicht bekommt. Wie konnte es also schon wieder passieren, dass ich es im letzten Monat nicht geschafft habe? Ach, egal, was ich jetzt anführen würde -  es wären ja doch nur Ausreden. Klausurenphase, grundsätzlicher Schulstress, zu viele Freizeittermine...sucht euch was aus. Eine gute Entschuldigung gibt es eben nicht.
Aber in diesem Monat holen Karli und ich die Frage des letzten Monats nach. Und eigentlich ist mein lieber SuB auch gar nicht so, so böse auf mich. Denn gestern sind die Osterferien zu Ende gegangen und mein Mann und ich waren eine Woche in Dänemark. Für Karli bedeutet das übersetzt: Julia hat viel gelesen *.* Und das habe ich tatsächlich. Außerdem habe ich den Urlaub total genossen und konnte abschalten. Die Ostertage danach waren dann ganz schön stressig, weil man so viele Leute gesehen hat. Das kenne ich schon gar nicht mehr. Es war super schön, so viele Termine zu haben, aber ich komme doch tatsächlich langsam in ein Alter, wo ich auch dankbar für ruhige Minuten bin.
Eine solche habe ich gerade. Und deswegen wird sie ohne weitere Umschweife für das SuB-Interview genutzt. Los geht's Karli, du bist dran!


Wie ich eben schon sagte, ist Karli dank Melli und Vanessa total präsent bei mir. Schaut unbedingt auf den Blogs der beiden vorbei.


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Hallo liebe Welt! Ich melde mich auch endlich zurück - und zwar nicht nur aus dem Urlaub, sondern fast schon aus der Versenkung. So. Das bleibt dann auch der einzige Haken Richtung Julia, ich werde mich jetzt für den restlichen Beitrag benehmen. Zumindest werde ich es versuchen ;)
Das letzte Mal haben wir im Februar voneinander gehört. Hach, ist das alles wieder lang her. Seitdem ist bei uns zu Hause aber auch nicht ganz so viel passiert. Das Leben geht so seinen Weg und ich versuche, so gut es geht, Julia in schwereren Zeiten zur Seite zu stehen. Und das, obwohl die Zeiten für mich ja auch schwer sind. Als so großer SuB wie ich, hat man es schließlich auch nicht leicht.
Kommen wir also zum routinierten Ablauf. Im Februar konnte ich eine Abnahme von einem ganzen Buch verkünden, sodass ich 153 Bücher groß war. Nun hat Julia schon vorweg genommen, dass sie im Urlaub war. Dänemarkurlaube nutzt Julia immer, um viel zu lesen. Und deswegen ist eine Abnahme ja auch schon zu erwarten. Sie ist zwar leider nicht so groß, wie ich gehofft hatte, aber es ist in Ordnung. Meine neue Höhe beträgt nämlich 150 Bücher. Ja! Ich drücke ganz doll die Daumen, dass im nächsten Monat die 150 endlich unterschritten wird!


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Im letzten Monat kann ich mich durchaus als "verwöhnt" bezeichnen. Julia hat für ihre Verhältnisse viel gelesen und vor allem auch relativ dicke Bücher geschafft. Da ich aber auch Neuzugänge hatte, ist mein Größenverlust eben nicht ganz so groß, wie ich es gern hätte. Im letzten Monat habe ich folgende Bücher neu bei mir begrüßen dürfen:



Nachdem Julia endlich die Serie "Shadowhunter" auf Netflix beendet hat, hat sie das Fieber plötzlich gepackt. Die ersten drei Bände kannte Julia ja bereits beim Schauen der Serie. Allerdings hatte sie nie so richtig auf dem Schirm, dass die folgenden Bände der "Chroniken der Unterwelt" immer noch von den gleichen Figuren handeln. Und deswegen wollte sie eben nicht weiter lesen. Nun wurde sie aber schwach und sie hat sich den Schuber der Teile vier bis sechs bestellt. Bisher wurde die Reihe von Cassandra Clare noch nicht weiter gelesen, aber ich denke, Band vier ist bald an der Reihe. Fand Julia die Serie übrigens so überragend, dass jetzt die Bücher wieder gelesen werden müssen?! Keineswegs. Und obwohl die Serie irgendwie ziemlich schlecht war, war sie wieder gut. Julias Worte - nicht meine. So etwas scheint meinen SuB-Horizont zu übersteigen.
Im Moment wird unser anderer Neuzugang gelesen. Auch hierbei handelt es sich um eine Reihenfortsetzung, nämlich um Band fünf von sechs. "A kingdom stolen" ist der neuste Mederia-Band aus der Hand von Sabine Schulter. Er erscheint erst im Mai, aber Julia darf ihn vorab lesen. Bisher ist sie ziemlich glücklich und findet ihn sogar besser als den Vorgänger. Allerdings ist sie auch erst bei einem Drittel der Highfantasy-Reihe. Insgesamt bin ich mit der Pflege übrigens zufrieden ;) Ich versprach ja, brav zu sein.


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ebenfalls ein Reihenteil verlassen, sogar ein Reihenabschluss. Julia hat die "Save-Reihe" von Mona Kasten beendet und "Save us" durchgelesen. Leider war sie wahrlich nicht begeistert. Das ist aber leider auch das gesamte Reihenfazit. Während Julia den ersten Teil noch recht gut fand, waren Band zwei und nun leider auch drei relativ schwach. Die ständigen Perspektivwechsel waren nervig und generell gab es eigentlich gar keinen Problemfokus mehr in der Geschichte. Schade. Immerhin war die ganze Reihe nur gelesen, sodass mich tatsächlich auch mal physisch Bücher verlassen haben. ;)
Julias Highlight der gelesenen Bücher aus dem Urlaub war übrigens "Eine Handvoll Worte" von Jojo Moyes. Wäre das das letztgelesene Buch gewesen, hätte ich jetzt schwärmen dürfen.


4. Lieber Karli, der Frühling beginnt. Zeig uns passend dazu Bücher mit Blumen oder Pflanzen auf dem Cover oder im Titel. Welche würdest du deiner Besitzerin empfehlen?

So. Kommen wir nun erst einmal zum Update aus dem Februar. Julia sollte besonders kurze Bücher lesen und ich stellte ihr zwei zur Wahl. Ich bedaure, dass sie "Romeo und Julia auf dem Dorfe" nicht gelesen hat. Ts. Allerdings hat sie die Alternative "Ein unerwarteter Gast" gehört. Eines der beiden Bücher hat mich also verlassen, womit ich die Februar-Aufgabe wohl als abgeschlossen zählen kann. Übrigens hat Julia im Urlaub auch endlich "Madame Bovary" gelesen, welches ich ebenfalls schon des Öfteren bei Frage vier benannt hatte. Von diesem Klassiker war Julia aber ziemlich enttäuscht. Eigentlich schon wieder schade, dass sie das Buch ausgerechnet jetzt gelesen hat. Denn es hätte Blumen auf dem Cover gehabt.
Das leitet mich natürlich zur aktuellen (naja...fast aktuellen) Frage über.

 

Hach, was für eine schöne März-Auswahl! Schon wenn ich diese drei Cover ansehe, bekomme ich furchtbar Lust, sie zu lesen. Ich hoffe, es ergeht Julia genauso! Die Schmuckausgabe von "Stolz und Vorurteil" kann sich wirklich sehen lassen. Und ich weiß, dass Julia immer mal wieder Sehnsucht nach dieser Geschichte hat. Vielleicht wird sie also schon bald gelesen. Bei "Heartless" finde ich, können die Blätter durchaus als "Pflanzen" durchgehen. Julia hat schon seit Jahren nicht mehr auf Englisch gelesen. Es wird also dringend Zeit! Und welches Buch hoffentlich auch bald gelesen wird, hat eine Blume im Titel, nämlich "Snow Rose". Das ist der dritte Teil der Elfen-Reihe von Amy Erin Thyndal. Meine Besitzerin hat die ersten beiden Bücher durchaus mit Freude gelesen, ich denke also, dass sie mit Teil drei nichts verkehrt machen kann. Ich bin immer noch ganz stolz auf meine Auswahl *.*


5. Lieber Karli, in diesem Monat wollen wir die Autorinnen unterstützen. Welche Bücher auf deinem Stapel wurden von Frauen verfasst?

Aber damit ist es ja noch nicht vorbei. Denn ihr wollt ja auch Bücher von Autorinnen sehen! Tatsächlich muss ich sagen, dass die meisten meiner Bücher von Frauen geschrieben wurden. Frauenpower und so! Julia scheint da Wert drauf zu legen. Wer weiß.
Aber hier habe ich mal sehr geringe Ansprüche und nehme wieder das Buch, das Julia bereits gerade liest (ach kommt, irgendwie muss sie die doppelten Aufgaben ja erfüllen; lassen wir ihr diesen Vorsprung):


"A kingdom stolen" wurde von Sabine Schulter geschrieben, eine Autorin mit der Julia eng verbunden ist. Wenn es also darum geht, weibliche Autorinnen zu unterstützen, dann muss Julia das einfach bei ihr machen. Außerdem verbindet Julia eine tiefe Liebe zur Fantasie-Welt Mederia. Ich bin mir also ganz sicher, dass dieses Buch bald gelesen sein wird :)

Und damit bin ich schon wieder am Ende angekommen. Das frustriert mich ja schon immer ein bisschen. Aber immerhin sind wir heute pünktlich, auch wenn ich das selbst kaum fassen kann. Drückt Julia und mir weiterhin die Daumen, dass sich unsere persönliche Lage bald normalisiert. Ich drücke euch alle doll mit meinen ganzen Seiten!

Alles Liebe,
euer Karli


Hätte ich so viele Seiten, würde ich euch natürlich auch drücken. Aber auch ich schicke an euch ganz liebe Grüße und hoffe, dass ihr eine schöne Zeit habt. Was haben eure SuBs so erzählt? 

Habt ihr auch mehr Autorinnen auf dem Stapel oder doch eher die männlichen Vertreter? Und findet ihr, dass es wirklich einen Unterschied macht?

Liebst,
eure Julia

18. April 2022

Rezension [Hörbuch]: "Ein unerwarteter Gast" von Agatha Christie


Titel: Ein unerwarteter Gast
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Hans Eckhardt
Verlag: der Hörverlag
Preis: 7,95€
Dauer:4h 21m


Zur Entspannung gibt es nichts Besseres, als ein Agatha Christie-Hörbuch. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Dabei ist es ganz egal, wer der Ermittler ist. Die Queen of crime hat immer einen ganz eigenen Charme in ihre Bücher gebracht, sodass eigentlich jeder Krimi aus Christies Hand lesens- bzw. hörenswert ist. So langsam wird es aber immer schwieriger, Hörbücher zu finden, die ich noch nicht kenne. Deswegen bin ich auch dem Hörverlag überaus dankbar, der so unglaublich viele Christie-Bücher vertont hat. Mittlerweile bin ich bei den eher unbekannten Fällen angekommen und so stieß ich auch auf „Ein unerwarteter Gast“. Der Klappentext hat mich wirklich beeindruckt, also führte kein Weg an diesem Werk vorbei. Nach dem Hören muss ich aber sagen, dass es sich tatsächlich um eines der schwächeren Hörbücher handelt, sodass „Ein unerwarteter Gast“ zwar durchaus interessant ist, aber Luft nach oben bleibt.

Ein Fremder verunglückt im dichten Nebel mit seinem Wagen und kommt auf der Suche nach Hilfe zu einem Haus, in dem offensichtlich wohl gerade ein Mord geschehen ist. Er überrascht dort eine Frau bei ihrem toten Mann — eine Pistole in der Hand. Ist sie die Mörderin oder spricht nur der Augenschein gegen sie? Versucht sie einen der übrigen Hausbewohner, die alle ein Motiv haben, zu decken? Und welche Rolle spielt der unerwartete Gast bei der Lösung des Falles?

Das Hörbuch geht ca. viereinhalb Stunden und startet durchaus vielversprechend. Die Atmosphäre ist von Anfang an geheimnisvoll und angespannt. Wie der Klappentext schon erwähnt, kommt ein Fremder in ein Haus, in dem offensichtlich gerade ein Mord geschehen ist. Die Frau steht neben ihrem verstorbenen Mann und der „unerwartete Gast“ ruft nicht etwas die Polizei, sondern wird ziemlich schnell Teil der Geschichte. Relativ lange spielt die Geschichte im Salon des Hauses und nur die beiden erwähnten Personen (und die Leiche) sind anwesend. Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass „Ein unerwarteter Gast“ zunächst als Theaterstück konstruiert und später umgearbeitet wurde. Tatsächlich merkt man dies beim Hören. Ich habe mich beispielsweise lange gefragt, ob es sich um ein sogenanntes „Zwei-Mann-Stück“ handelt oder ob noch mehr Personen irgendwann mitspielen. Zunächst hatte ich nämlich den Eindruck, dass dies nicht geschehen würde. Tatsächlich kommen aber nach und nach die weiteren Hausbewohner ‚auf die Bühne‘. Es entwickelt sich eine durchaus spannende Geschichte, die viele Fährten legt und Raum für Spekulation lässt. Ich hatte ziemlich schnell eine Vermutung, wer der Mörder sein müsste. Aber auch mich verwirrten die vielen Fährten, sodass ich mir eine weitere Alternative überlegte. Wie der Fall dann tatsächlich ausgeht, hat mich leider nicht überrascht. Und auch das Ende empfand ich als nicht wirklich befriedigend, aber durchaus nachdenklich. Ich habe zumindest auch lange nach dem Hören immer mal wieder an diese Geschichte gedacht.
Die Figuren sind leider alle relativ farblos, sodass ich mich schon jetzt nicht mehr an ihre Namen erinnere. Im Grunde lässt sich sagen, dass jeder der Beteiligten ein Motiv hatte und das macht die Geschichte definitiv spannend. Auch der Schreibstil ist wirklich gut und der Sprecher Hans Eckardt hat eine angenehme Stimme, die der Geschichte die richtige Atmosphäre einhaucht. Insgesamt ist „Ein unerwarteter Gast“ wirklich kurzweilig und abgesehen vom Anfang passiert wirklich viel. Langeweile kommt zumindest keine auf! Und doch ärgerte mich, dass meine erste Vermutung in Bezug auf des Rätsels Lösung korrekt war.

„Ein unerwarteter Gast“ ist ein netter Zeitvertreib und auch bei mir führte die Geschichte dazu, mich zu entspannen. Allerdings gibt es wirklich bessere Christie-Fälle. Denn trotz vieler gelegter Fährten überrascht das Ende keineswegs. Als Bühnenstück würde mich das Werk sehr interessieren. Als Hörbuch vergebe ich dank Kurzweiligkeit und guten Sprechers dann doch noch vier von fünf Sternen.



11. März 2022

Rezension: "A kingdom fears" von Sabine Schulter

 


Titel: A kingdom fears
Autorin: Sabine Schulter
Verlag: Impress
Preis: 4,99€
Seiten: 378

Mederia. Es ist schon einige Jahre her, dass ich das erste Mal Bekanntschaft mit dieser wundervollen Fantasywelt machte. Und ich war so gern dort. Lana und Gray sind mir als Charaktere damals sehr ans Herz gewachsen, weshalb ich wahnsinnig erfreut war, als ich hörte, dass die Autorin eine Fortsetzung schreibt. Noch einmal zurück nach Mederia? Sich noch einmal in die magische Welt voller Wesen wie Drachen, Dämonen oder Ignis stürzen? Aber sofort! Also begab ich mich zurück nach Mederia, denn dort spielt 20 Jahre nach den ersten drei Bänden „A kingdom fears“. Aber können Fortsetzungen die Erwartungen überhaupt erfüllen? Ich kann euch sagen: Sie können. Denn „A kingdom fears“ ist ein toller Mix aus alter „Tradition“ und Innovation, den ich ohne Zögern empfehlen kann.


Schon seit sie denken kann, lebt Arina in der sagenumwobenen Stadt Hamesta. Als Wächterin der Shaas, setzt sie alles daran, die mächtigen göttlichen Wesen zu beschützen. Auch wenn das bedeutet, die Mauern des geheimen Ortes hinter sich zu lassen und sich einer Welt zu stellen, die nicht nur Irrlichter, Elben und Drachen für sie bereithält, sondern auch Nathiel, den Prinzen der Dämonen ...

Klären wir zunächst einmal die Fakten: Man muss die ersten drei Bände der Reihe nicht kennen, damit man „A kingdom fears“ lesen kann. Grundsätzlich kann man beide Reihen unabhängig voneinander lesen, denn in dieser neuen Reihe gibt es neue Protagonisten. Und damit sind wir schon bei einem Punkt, der mir überaus gut an diesem Auftakt gefiel. Mederia ist quasi in die nächste Generation übergesiedelt, denn eine der Hauptfiguren ist der Prinz der Dämonen Nathiel. Nathiel ist der Sohn von Lana und Grey und somit kein unbeschriebenes Blatt. Gleichzeitig ist er aber trotzdem unbekannt und ein ganz eigener und starker Charakter. Und das gefiel mir wirklich gut. Denn als Kenner der Reihe hat man so seine Vorstellungen und freut sich tatsächlich auch immer, wenn die altbekannten Figuren im Hintergrund auftreten, aber gleichzeitig hat die Autorin eben jungen Figuren die Bühne überlassen, sodass der Weg für Neues frei wird. Natürlich ist es hilfreich, wenn man die Mederia-Reihe bereits kennt. Und trotzdem kann ich mir gut vorstellen, diese Reihe auch losgelöst zu lesen.
Denn tatsächlich stehen die neuen Protagonisten den alten in nichts nach. Da wäre neben Nathiel die meines Erachtens noch interessantere Figur Arina. Arina ist Priesterin und kommt aus einer Stadt, die man nicht verlassen darf. Sie hat eine ganz besondere Bestimmung und ist die Wächterin der Shaas, welche göttliche Wesen sind. Gleich zu Beginn lernt man Arina kennen und ich sympathisierte sofort mit ihr. Arina ist wild und gleichzeitig sehr höflich und aufgeschlossen. Sie kennt die Regeln und genauso ihren eigenen Platz. Doch in ihr lebt auch Abenteuerlust, die ausbrechen will. Als die Shaas von dunkler Magie angegriffen werden, braucht Arinas Volk Hilfe. Die Wächterin ist die Auserwählte, die Hamesta für kurze Zeit verlassen darf. Es hat mir sehr gut gefallen, Mederia durch Arinas Augen noch einmal neu kennenzulernen. Außerdem empfinde ich sie als sehr stark und trotzdem traditionell, was eine tolle Mischung ergibt.
Neben Arina spielt der genannte Kronprinz der Dämonen eine wichtige Rolle. Nathiel ist der männliche Protagonist und lernt in Arina sein „Schicksal“ kennen. Das heißt jetzt nicht, dass er sofort in die verliebt wäre und die Wächterin vergöttert. Oh nein. Bei diesem Volk ist es so, dass jeder Dämon im Alter von fünf Jahren von seinem „Schicksal“ träumt, welches der Mensch ist, der das eigene Leben am meisten verändert. Nathiel hat in Arina diese Person gefunden – ohne dass Arina davon weiß. Tatsächlich kann man auch keinesfalls von einer Liebesgeschichte sprechen, denn diese gibt es hier erst einmal nicht.
Nathiel ist ein bedachter Mann, der durchaus an seinen Vater erinnert. Auf seinen Schultern lastet die künftige Verantwortung eines ganzen Volkes und das wiederum merkt man dem Dämon auf jeden Fall an. Dennoch ist er ein tolles Vorbild, das lediglich eine Schwäche hat: seinen mangelnden Orientierungssinn. Gemeinsam mit dem Drachenweibchen Triss und seiner Cousine Prue begibt Nathiel sich an der Seite von Arina nach Hamesta. Wer nun aber denkt, dass die Geschichte lediglich aus einem Roadtrip besteht, liegt falsch. Zwar wird auch die Reise beschrieben, doch sie ist kein zentrales Element. Tatsächlich gibt es nämlich viele Nebenschauplätze, die im Kapitelwechsel immer wieder aufgegriffen werden – schließlich hat die Autorin eine Vielzahl von Figuren zur Verfügung. In ganz Mederia geht etwas Merkwürdiges vor. Nicht nur der Angriff auf Hamesta ist besorgniserregend, es schwindet auch die Magie im ganzen Land. Um herauszufinden, woran das liegt, bedarf es mehr als nur dem kleinen Reisetrupp rund um Nathiel. Auch Lana, Gray, Famir, Gareth und der Clan der Drachen gehen den Geschehnissen auf die Spur. So entsteht ein spannender Wechsel, den die Autorin meistens kapitelweise vollzieht.
Insgesamt werden viele Perspektiven in die Erzählweise miteinbezogen. Obwohl die Erzählweise immer auf eine Person beschränkt ist, schlüpft man als Leser in mehrere Figuren. So berichtet anfangs vielleicht Arina und danach wechselt die Perspektive in die von Nathiel. Die einzelnen Kapitel wechseln meistens zwischen den beiden Standorten der Reisegruppe von Arina und Nathiel und der Gruppe der bekannten Charaktere. Beide Handlungsstränge sind spannend und bekommen viel Raum. Für mich gab es zwei richtig spannende Stellen im Buch, bei denen ich gemerkt habe, wie sich mein Puls beschleunigte. Eine davon war natürlich das letzte Kapitel, was wirklich gemein ist. Denn es endet extrem abrupt, sodass man eigentlich weiterblättern will. Tja. Da müssen wir dann wohl doch noch warten.
Geprägt ist die Handlung von vielen magischen Eindrücken. Das können neue Völker und Gebräuche sein oder aber die Auswirkungen der dunklen Wesen, mit denen es Mederia nun aufnehmen muss. Gleichzeitig kommt eine sehr familiäre Atmosphäre hinzu, sodass für jeden etwas dabei ist.
Der Schreibstil von Sabine Schulter ist sehr schön. Sie arbeitet mit einer Bildgewalt, die sehr gut ins Genre passt. Mir haben die Beschreibungen der verschiedenen Gegenden gefallen, viel besser aber noch ist das Gespür der Autorin für ihre Figuren.
Zwar finde ich schon, dass die Geschichte an der ein oder anderen Stelle etwas seicht ist und ruhig noch mehr passieren könnte, dennoch finde ich den Spannungsbogen auf jeden Fall gelungen. Er endet definitiv am höchsten Punkt, sodass man einfach weiterlesen wollen muss.


Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, „A kingdom fears“ zu lesen. Ich habe mich sofort wieder heimisch in Mederia gefühlt und mich immer gefreut, wenn die alten Charaktere wieder auftauchten. Dennoch habe ich die neuen Protagonisten noch viel lieber gewonnen als die alten Charaktere. Denn dies ist die Geschichte von Nathiel und Arina, die es wirklich verdient haben, dass man sie auf ihrer Reise begleitet. Die Geschichte ist spannend und auf jeder Seite magisch. Und deswegen vergebe ich fünf Sterne.

28. Februar 2022

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #62

 Hallo ihr Lieben!

Ich weiß. Wir sind zu spät. Und das sogar diesmal wieder viele Tage. Ich habe heute morgen noch überlegt, ob ich den Beitrag des Februars dann ausfallen lasse und im März wieder doppelt schreibe. Aber unvorhergesehenerweise entfallen heute ein paar Unterrichtsstunden bei mir, weshalb ich gerade Zeit habe. Und was wäre ich für eine gemeine SuB-Besitzerin, wenn ich diese nicht auch mal nutzen würde?! Also darf Karli im Februar doch nochmal ran. Yeah!
Was gibt es sonst so Neues bei mir? Die schweren Monate, durch die ich gegangen bin, werden etwas leichter. Zumindest hoffe ich das. Einiges normalisiert sich seit meiner OP wieder, auch wenn ich psychisch noch ganz schön zu kämpfen habe. Aber meine Schmerzen werden weniger und das ist wirklich gut. Angesichts der internationalen Lage ist die Stimmung aber wohl bei jedem ziemlich gedämpft. Als Geschichts- und Politiklehrerin bin ich in diesen Tagen besonders gefordert und ich empfinde diesen Lehrauftrag als sehr kräftezehrend. Er ist wichtig, ohne Frage. Und viele meiner Schüler sind so orientierungslos und fühlen sich bedroht. Ich kann nur wenigen die Angst nehmen, aber ich versuche derzeit noch mehr als sonst, sie zur Urteilsbildung zu erziehen. Hoffen wir, dass es bei einigen auf fruchtbaren Boden stößt.
Kein Mensch kann aber mit ständiger Konfrontation von Krieg und Gewalt gut umgehen, weshalb auch ein Ausgleich notwendig und gerechtfertigt ist. Tja und in unserer Welt bieten eben auch Bücher Ausgleich. Kommen wir also endlich zu meiner persönlichen kleinen Lehr-Pause und somit zu meinem wundervollen SuB Karli. Er steht in den Startlöchern, auch wenn er weiß, wie spät wir dran sind. Aber der Begriff "Zeit" ist ja sowieso relativ ;) Also Karli, los geht's!



Schaut sehr gern auch auf den Blos von Melli und Vanessa vorbei, die die schöne Aktion von Anna übernommen haben und weiterführen. Vielen Dank für eure Mühe!


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Hallo ihr Lieben! Auch meine Gedanken sind in diesen Tagen oft sehr betrübt. Nicht nur, weil Julia relativ wenig liest (, was ja schon Anlass genug ist), sondern aufgrund der politischen Lage. Aber ich nehme die Worte meiner Besitzerin ernst und versuche nun auch einmal eine Pause einzulegen. Deswegen lenken wir uns alle mal ein wenig ab, indem wir an Bücher denken. Und das ist natürlich sowieso meine Paradedisziplin ;)
Bücher. Ja. Davon habe ich immer noch eine ganze Menge auf meinem Stapel. Und einen wirklich großen Unterschied zum Vormonat gibt es leider nicht. Im Januar war ich 154 Bücher groß, was wirklich hervorragend war, bedenkt man den weihnachtlichen Zuwachs. Julia hat im letzten Monat durchaus gelesen und gehört. Aber tatsächlich gab es auch Neuzugänge und deswegen kann ich leider keinen großen Fortschritt verkünden. Ich bin etwas kleiner geworden, ja. Aber nur minimal. So...im Moment bin ich nämlich 153 Bücher groß. Wow, ich weiß. Ein kleiner Schritt für Julia, aber ein großer Schritt im Universum eines SuBs ;)

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Neue Schätze, oh ja. Da gab es erstaunlicherweise sogar drei Stück von und zwar diese hier:



Ich muss zugeben, dass ich ganz verliebt bin. Wie unschwer zu erkennen ist, gab es wieder zwei Agatha Christie-Hörbücher. Manchmal frage ich mich ja übrigens, ob Julia nicht einen reinen Agatha Christie-Blog machen sollte. So oft, wie Werke dieser Frau hier besprochen werden, sollte man zumindest über einen Namenswechsel nachdenken :'D Also, zurück zum Thema. Julia hat zwei Hörbuchdownloads von Randomhouse bekommen und "Kurz vor Mitternacht" sogar bereits gehört. Sie fand das Buch super, Näheres könnt ihr tatsächlich schon in einer Rezension nachlesen.
Auch bei uns eingetrudelt ist "Ein unerwarteter Gast", auch von Agatha Christie. Das Hörbuch wird Julia in den nächsten Tagen anfangen. Und dann wäre da noch das neuste Werk von Sabine Schulter, das diese Woche im Impress-Verlag erscheint. Es handelt sich um einen ersten Teil, der aber mit der Mederia-Trilogie in Verbindung steht. Es geht quasi um die nächste Generation. "A kingdom fears" wird gerade von Julia gelesen und bisher findet sie es toll. 
Das Spannende an diesen Neuzugängen ist übrigens, dass diese drei Bücher etwas verbindet, was auf diesem Blog seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen ist: Es wird zu allen Büchern eine Rezension geben. Unglaublich. Und das auf einem Buchblog. Ich bin schon fast etwas stolz auf Julia. Aber nur fast.

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Mein Stolz wird schon wieder etwas weniger. Denn ich habe mir die Antwort auf Frage drei mit der Antwort auf die zweite Frage quasi schon selbst abgenommen. Denn das letzte Buch, das mich verlassen hat, war "Kurz nach Mitternacht". Es kam erst letzte Woche und ist damit wohl als "Jungspund" auf meinem Stapel zu bezeichnen. Oder um mal ganz philosophisch zu sein: Es kam, sah und siegte. Und dann verließ dieses fünf-Sterne-Werk mich auch schon wieder. Es handelte sich übrigens um eine Rezensionsexemplar.


4. Lieber Karli, passend zum kurzen Monat Februar sollen diesen Monat besonders kurze Bücher gelesen werden. Welche möchtest du deiner Besitzerin empfehlen?

Juhu, kommen wir zum spannenden Teil des Interviews. Ich muss ja zugeben, dass ich die vierte Frage des Vormonats immer am allerliebsten noch einmal kommentiere. Das ist für mich wirklich immer das Highlight. Hat Julia ihre Aufgaben aus dem letzten Monat gemacht? Zur Erinnerung: Es ging um andere Formate als das klassische Buch. Ich habe Julia ein Hörbuch und ein Ebook mit auf den Weg gegeben. Und jetzt ist ein Trommelwirbel wirklich angesagt, denn Julia hat tatsächlich beide Bücher im Januar gelesen. Die Rede ist von "Cruella die Teufelin" und "Snow Crystal - Königin der Elfen". Tatsächlich habe ich einen Fehler im letzten Monat gemacht, denn ich habe Julia eigentlich "Snow Rose" aufgegeben und das ist der dritte Teil der Elfen-Reihe von Erin Amy Thyndal. Das passte also gar nicht, weil Julia ja erst Teil zwei lesen sollte. Das hat sie aber auch gemacht :) Und deswegen bin ich ganz stolz auf sie. Beide Bücher haben Julia übrigens gut gefallen!

Und nun geht es also an besonders kurze Bücher. Hätte Julia nicht im Januar die "Grimm Chroniken" endlich abgeschlossen, hätte ich definitiv eines dieser Bücher vorgeschlagen. Aber gut, das fällt wohl weg. 


Da ich ja ressourcenschonend an die Sache herangehe, schlage ich zunächst einmal "Ein unerwarteter Gast" vor. Das Hörbuch geht nur 261 Minuten, was ich durchaus als "kurz" beschreiben würde. Vor allem, da Julia dabei ja immer puzzelt. Ich war auch kurz davor ein paar der Dramen anzuführen, die Julia als Deutschlehrerin auch immer rumliegen hat. Aber so gemein bin ich jetzt mal nicht. Ich bin nur ein klitzekleines bisschen gemein und deswegen habe ich noch "Romeo und Julia auf dem Dorfe" rausgesucht. Also gut. Doch ein Drama. Aber ein bisschen Niveau muss hier ja auch bewahrt werden. Ich bin sehr gespannt, on Julia sich an dieses Werk wagt!

Ach und das war es schon wieder. Ich freue mich allerdings wirklich sehr, dass wir es im Februar nun doch noch geschafft hatten und ich meine Bühne bekommen habe. Das Schöne ist an dieser Verspätung ja auch, dass es bis zum nächsten SuB-Interview gar nicht mehr so lange dauert ;) Julia muss jetzt zurück in die Schule, ich halte mich also kurz. Ich wünsche euch allen einen schönen März und schicke ganz viel Kraft und Liebe in diese Welt!

Euer Karli


Ich kann mich meinem zuckersüßen SuB tatsächlich nur anschließen. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich ablenken konnte. Allerdings muss ich tatsächlich jetzt zurück zur Arbeit und da wartet die nächste GuP-Stunde auf mich. Juhu. Haltet die Ohren steif, ihr Lieben!

Welche besonders kurzen Bücher haben eure SuBs vorgeschlagen? Habt ihr auch diverse Dramen auf eurem SuB?


Liebst, 
eure Julia


26. Februar 2022

Rezension [Hörbuch]: "Kurz vor Mitternacht" von Agatha Christie


Titel: Kur vor Mitternacht
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Reiner Unglaub
Verlag: der Hörverlag
Seiten: 272
Dauer: 5h 25m
Preis: 7,95€

Agatha Christie ist eine Ikone der Krimi-Klassik. Und trotzdem sind ihre Geschichten auch in der heutigen Zeit überaus präsent und beliebt. Erst letzte Woche schaute ich die Neuverfilmung von „Tod auf dem Nil“ im Kino. Aber obwohl Filme ein wundervolles Medium sind, um in Christies Welt abzutauchen, bevorzuge ich doch definitiv die Bücher. Gibt es aber etwas noch besseres als einen Agatha Christie-Roman? Ja! Die Hörbuchversion von diesem! Für mich sind die Bücher der Autorin durch ihre charmante Ruhe und Ermittlungsart perfekt, um sie zu hören. Und als ich auf das Hörbuch „Kurz vor Mitternacht“ stieß, war mein Interesse sofort geweckt. Zwar kannte ich den Ermittler Superintendant Battle bisher noch nicht, aber einer der Protagonisten des Buches ist ein Tennisprofi. Meine Lieblingsautorin zusammen mit meiner Lieblingssportart? Das kann nur gut werden, dachte ich mir. Und so war es auch! Denn „Kurz vor Mitternacht“ ist ein großartiges Hörbuch!


Alle verbringen den Sommer in Gull's Point: der bekannte Tennisspieler Nevile Strange, seine jetzige Frau Kay und seine ehemalige Frau Audrey, deren Vetter Thomas und Kays alter Freund Ted Latimer und auch Rechtsanwalt Treves kommt zum Dinner. Das Gespräch dreht sich um das Rechtssystem, Mord, unmündige Täter und Gerechtigkeit. Am nächsten Tag ist Anwalt Treves tot, gestorben an einem Herzinfarkt. Oder hat dort jemand nachgeholfen? Auch die Gastgeberin Lady Tressilian hat nicht mehr lange zu leben. Superintendent Battle sieht sich einem so faszinierenden Fall gegenüber, dass er sogar seinen Urlaub vergisst.

Ich liebe den Tennissport. Und tatsächlich habe ich mich schon einmal bemüht, Bücher zu finden, in denen Tennis eine Rolle spielt. Gar nicht mal so einfach, kann ich euch sagen. Als ich im großen Repertoire von Agatha Christie also auf eine Geschichte stieß, in der Tennis zumindest in einer Form vorkommt, konnte ich mein Glück kaum fassen. „Kurz vor Mitternacht“ dreht sich zwar wahrlich nicht um die Sportart und trotzdem war mein Interesse sofort geweckt. Tatsächlich spielt der Tennisprofi Nevile Strange eine sehr wichtige Rolle in „Kurz vor Mitternacht“, steht er doch direkt unter Tatverdacht. Doch dazu gleich mehr.
Beginnen wir beim Allgemeinen. Ich habe das Buch als Download zur Verfügung gestellt bekommen und ich muss sagen, dass es absolut unkompliziert funktionierte. Ich begann sehr schnell mit dem Hören, denn auch durch die kurzen Tracks wird das Hören total erleichtert. Ein Track geht so um die drei bis vier Minuten, sodass man sich selbst oft dabei ertappt, doch noch schnell weiter zu hören. Vielleicht kennt ihr das von Büchern, die besonders kurze Kapitel haben? Mir war dieses Phänomen definitiv bekannt.
Der Sprecher Reiner Unglaub hat mir wirklich gut gefallen, da seine Stimme sehr authentisch zum Charakter von Superintendant Battle passt. Das kann man allerdings auch kritisch sehen. Unglaub hat eine sehr ruhige und tiefe Stimme, die manchmal sogar etwas unbeteiligt oder gleichgültig wirkt. Für mich persönlich passte das wie die Faust aufs Auge zum Ermittler, denn Battle ist nicht unbedingt der ehrgeizige, überambitionierte oder rasante Typ. Er hat eine gewisse Ruhe und strahlt Kompetenz aus. Deswegen empfand ich die Wahl des Sprechers als sehr gelungen, auch wenn er vor allem die Frauenrollen manchmal etwas hysterisch liest. Aber einen Vorwurf kann ich ihm auch nicht daraus machen, denn viele der weiblichen Figuren sind genau das: hysterisch. Kommen wir also zur Geschichte.
„Kurz vor Mitternacht“ hat eine wahnsinnig unterhaltsame und kurzweilige Geschichte. Ich habe sie an wenigen Tagen weggehört, weil ich auch wirklich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Die Story erscheint anfangs etwas diffus, weil die Autorin verschiedene Erzählstränge eröffnet, die auf den ersten Blick nichts mit dem Gesamtgeschehen zu tun haben. Warum begleiten wir Battle zum Beispiel dabei, wie er einen Diebstahl im Internat seiner Tochter aufdeckt oder wieso wird uns jemand vorgestellt, der Selbstmord begehen wollte und scheiterte. Was soll das mit den Todesfällen in Gull’s Point zu tun haben? Nun ja, ihr werdet es beim Hören erfahren. Denn tatsächlich gibt es keine unwichtigen Aussagen in der Geschichte. Aber worum geht es in der Geschichte denn jetzt? Alles in allem ist es ein klassisches Eifersuchtsdrama, das mit Mord endet. Oder nicht? Der berühmte Tennisspieler Nevile Strange besucht wie jedes Jahr seine Tante in ihrem Haus an der Küste gemeinsam mit seiner Frau Kay. Kay ist allerdings erst seit kurzem Nevils Frau. Seine Exfrau Audrey ist noch immer sehr gut mit Neviles Tante befreundet und besucht sie ebenfalls einmal im Jahr für ein paar Wochen. Und in diesem Jahr fallen beide Besuche also zusammen. Kann das gut gehen? Ein attraktiver Mann, der gleich mit zwei Frauen namens Misses Strange vor Ort ist? Nun ja, die Bezeichnung „Krimi“ gibt euch die Antwort: natürlich nicht. Doch es stirbt nicht etwas eine dieser drei Personen, sondern ein alter Freund von Neviles Tante und leider auch genau diese kurz darauf. Superintendant Battle ist eher durch Zufall vor Ort und ermittelt gemeinsam mit seinem Neffen.
Die Art zu ermitteln gefiel mir wirklich gut. Battle ist ein erfahrener und kompetenter Mann. Die Geschichte besteht aus vielen Befragungen und auch Irrungen. Allerdings taucht der Ermittler erst relativ spät in der Geschichte auf, sodass man sich als Hörer schon vorher sein eigenes Bild von den Charakteren machen kann. Das habe ich auch definitiv gemacht und ich hatte so meine Theorie. Das Tolle aber war, dass mich die Lösung des Falls letztlich total überraschen konnte. Darüber freue ich mich tatsächlich immer am meisten bei einem Krimi von Agatha Christie. Hier werden die Spuren ausgelegt und trotzdem ist am Ende dann doch alles ganz anders.
Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und sie sind sehr verschieden. Manchmal hatte ich ein paar Probleme, die männlichen Rollen auseinanderzuhalten, aber das gab sich mit der Zeit. Vor allem die beiden Frauen fand ich sehr interessant. So richtig trauen kann man in dieser Geschichte sowieso niemandem. Es bleibt also Superintendant Battle überlassen, herauszufinden, wer Lady Tressilian kurz vor Mitternacht umbrachte.

Ich kann euch nur empfehlen Battle bei diesem Fall zu begleiten, denn die Wendungen und Fährten der Geschichte sind einfach klasse und sehr unterhaltsam. Die Geschichte ist kurzweilig und nicht zu kompliziert, doch gleichzeitig macht sie viele Handlungsstränge auf, sodass man eben nicht von allein auf die Spur des Mörders kommt. Der Schreibstil ist flüssig und Unglaubs Art zu lesen passt sehr gut zum Werk. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und hatte immer das Bedürfnis, weiter hören zu wollen. Und deswegen vergebe ich die verdienten fünf Sterne. Spiel, Satz und Sieg? Fragt sich nur für wen.





17. Februar 2022

Rezension [Hörbuch]: "Cruella die Teufelin" von Serena Valentino

 


Titel: Cruella die Teufelin
Autorin: Serena Valentino
Sprecherin: Anja Stadlober
Verlag: der Hörverlag
Seiten: 352
Dauer: 6h 48 min.
Preis: 12,00€

Mich haben die „Disney-Villains“ schon eine ganze Weile angelächelt. Das ist als großer Disney-Fan natürlich gar kein Wunder. Und hinter jedem Menschen (oder auch magischem Wesen) steckt natürlich eine Geschichte. Warum also nicht einmal einen genaueren Blick auf jene lenken, die in den großen Märchengeschichten doch immer etwas kurz kommen: die Bösewichte.
Ich wollte dieses Unternehmen wagen und legte mir das Hörbuch „Cruella die Teufelin“ zu. „101 Dalmatiner“ ist einer der Disneyfilme, die ich zwar gern mochte, aber nie übermäßig oft angesehen hatte. Aber die große, drahtige, schwarz-weiße Frau blieb mir schon als Kind im Gedächtnis: faszinierend und zugleich abstoßend. Aber wie wurde Cruella denn eigentlich zu genau dieser Person? Das und vieles mehr erzählt die Geschichte um Cruella, die als Hörbuch absolut phänomenal ist. Eine authentische und logische Geschichte, eine hervorragende Sprecherin und großes Gefühlschaos machen diese Geschichte so hörenswert. Aber Achtung: Es wird natürlich auch traurig!

Selbst die größten Bösewichte kennen wahre Freundschaft, echte Liebe und tiefen Schmerz, wie die Geschichte von Cruella De Vil zeigt. Sie handelt von einer sehr einsamen Kindheit, der Magie luxuriöser Kleidung und dem innigen Wunsch, von der Mutter geliebt zu werden. Als Cruella von der Mutter einen weißen Pelzmantel erhält, um sich von anderen zu unterscheiden, kommt ihr eine teuflische Idee: Was wäre, wenn sie ihrer Mutter einen noch ausgefalleneren Mantel präsentieren könnte? Einen Mantel aus Dalmatinerfell? Ein zerstörerisches Verlangen bricht sich Bahn, das scheinbar durch nichts mehr aufzuhalten ist...

Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen durchaus hoch waren. Von den „Villains“ hat man schließlich schon eine Menge Gutes gehört. Was den Charakter von Cruella anging, war ich allerdings nicht ganz so voreingenommen.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich überrascht war, von diesem wunderbaren und lieben Kind, das man zu Beginn des Hörbuchs kennenlernt. Cruella ist ein sehr einsames Mädchen, das eigentlich nur eine einzige Sache möchte: von seiner Mutter geliebt zu werden. Genau dieser Punkt ist der rote Faden der Geschichte. Letztendlich dreht sich nämlich Cruellas gesamte Existenz um genau dieses Bedürfnis. Es ist so einfach zu analysieren und in der Ausführung dann doch so kompliziert.
Aber fangen wir von vorne an. Cruella ist das einzige Kind einer reichen Familie. Eigentlich fehlt es ihr an nichts. Sie lebt im Luxus, hat viele Bedienstete und darf machen, was sie möchte. Außerdem hat sie einen wundervollen Vater, doch der ist oft nicht zu Hause. Cruella wird umsorgt und viele der Hausangestellten lieben sie. Doch sie sehnt sich als Kind nur nach der Liebe einer einzigen Person. Und diese bringt ihr Werte bei, die alles andere als menschlich und auf jeden Fall hinterfragbar sind. Die Rede ist natürlich von ihrer Mutter. Curellas „Mama“ sieht Bedienstete als „Untermenschen“, legt viel Wert auf gesellschaftlichen Rang und hält nichts von den Freuden der Kindheit, sondern nur von Geld. Cruella will ihr gerecht werden und versucht, genauso zu leben, wie ihre „liebe Mama“ es wollen würde. Doch, wie man sich denken kann, ist Cruellas Mutter selten vor Ort und zeigt ihre „Liebe“ nur, indem sie Cruella Pelzmäntel schenkt… Dieses Detail ist natürlich überaus wichtig für die Entwicklung der jungen Frau. Im Laufe der Geschichte wird Cruella aber nicht nur erwachsener, sondern auch reifer. Als Hörer muss man trotzdem belastbar sein! Zu ihrer Entwicklung trägt auch ihre einzige Freundin Anita bei – ja, Disneyfans wissen genau, welche Anita gemeint ist. Anita ist sehr liebevoll und herzlich und Cruella und sie sind wahre Freundinnen. Sie hilft Cruella, die Dinge zu hinterfragen. Und doch… tut diese es leider viel zu selten. Die Protagonistin der Geschichte hat so viele wunderbare Seiten und man kommt als Hörer nicht umhin, die junge Cruella ins Herz zu schließen. Aber Cruella hat Chancen, so viele Chancen. Sie hätte an vielen Stellen in der Handlung andere Wege gehen können und als Hörer wünscht man sich so sehr, dass sie sich endlich gegenüber ihrer Mutter BEHAUPTET. Und zwar, indem sie sich von ihr abwendet. Doch Cruella wäre keine Bösewichtin bei Disney, wenn sie genau dies schaffen würde.
Um nicht weiter auf die Handlung an sich einzugehen (Privatschule, Hunde, ein Liebhaber, ein Unglück, die Katastrophe), kommen wir doch zur Sprecherin. Anja Stadlober hat eine sehr angenehme Stimme und vielen ist sie sicher auch nicht unbekannt. Sie ist die Synchronstimme von Emma Stone und diese freche Art, die Stadlober in ihr Lesen bringt, passt wirklich überaus gut zu Cruellas jugendlichem Charakter. Ich habe ihr wirklich gern zugehört. Und es war nicht nur die Handlung, sondern eben auch die Stimme, die mich immer wieder dazu animierte, das Hörbuch laut zu kommentieren. Ich trat wirklich manchmal in den Dialog und sagte Dinge wie „genau, weil deine Mutter dich ja auch so sehr liebt…“ Das allein zeigt, wie sehr mich die Handlung bewegt hat.
Und Gefühle sind auch das Stichwort, das dieses Hörbuch „kann“. Die Geschichte ist wirklich bewegend und an vielen Stellen so unglaublich traurig. Es gibt Handlungsstränge, die so wahnsinnig naiv sind, dass ich manchmal kurz davor war, die Geschichte abzubrechen. Aber es gibt eben auch diese tiefe Handlung, Cruellas Entwicklung und obwohl man weiß, wie es endet, ertappt man sich dabei, die Hoffnung nicht aufgeben zu wollen.
Der Autorin Serena Valentino ist vor allem die Charakterzeichnung sehr gut gelungen. Aber auch der Schreibstil an sich hat mir wirklich gut gefallen. Die Aufmachung des Hörbuchs selbst ist hübsch. Leider gibt es kein Booklet oder Ähnliches, das mit ein wenig Zusatzmaterial aufwartet, was ich schade fand. Aber ansonsten ist die CD wirklich schön, schlicht und klassisch gestaltet und macht einen hochwertigen Eindruck.

Wenn man "Cruella die Teufelin" gehört hat, dann hat man wahrscheinlich das Bedürfnis, mit jemandem darüber zu sprechen. Denn man will sich eigentlich über so vieles beschweren. Am liebsten möchte man die Protagonistin aus der Geschichte herausziehen und schütteln. Mir erging es jedenfalls so. Und das zeigt, wie emotional Cruellas Geschichte ist.
Meines Erachtens hat die Autorin eine sehr authentische Vorgeschichte der Bösewichtin Curella de Vil geschrieben. Ich habe sie wirklich gern gehört, weil sie so viele Gefühle wecken kann. Die Charaktere sind gelungen, der Stil sehr schön und die Sprecherin macht einen hervorragenden Job. Wer sich also auf Gefühlschaos ohne Happy End einlassen möchte, ist hier genau richtig. Und deswegen vergebe ich fünf von fünf Sternen. Denn dieses Hörbuch hält wirklich, was es verspricht.