21. März 2020

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #44

Hallo ihr Lieben!



Wo ist eigentlich die Normalität geblieben? 
Es gibt glaube ich wirklich niemanden, der die Auswirkungen der Corona-Krise nicht spürt und mein Mitgefühl ist bei allen, die in ihrer Gesundheit oder Existenz bedroht sind. Die Lage ist schlimm. Sehr sogar. Deswegen natürlich auch von mir der Appell: Bleibt zu Hause.
Obwohl ich sehr viel zu dieser Krise zu sagen hätte (: heirate ich im Mai überhaupt?), möchte ich meinen Blog doch lieber zur Besinnung nutzen. Denn er ist definitiv ein Mittel, um auf andere Gedanken zu kommen. Ein solches Mittel sind natürlich unsere schönen Bücher :)
Und deswegen bekommt natürlich mein geliebter SuB wie eh und je seine Bühne. Doch auch Karli merkt, dass es ungewöhnliche Zeiten sind: Wir sind nur einen Tag zu spät. Hui...da muss schon wirklich was passiert sein :'D Also: Viel Spaß beim SuB-Interview!




Und weil sie jedes Lob verdient: Schaut bei der lieben Anna vorbei, die sich im diese wundervolle Aktion kümmert und sie hegt und pflegt. Danke, Anna!


1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Hallo liebe Welt da draußen! Wie geht es euch? Ich hoffe, ihr seid alle gesund und verhaltet euch vernünftig. Wir SuBs gehen ja definitiv mit einem guten Beispiel voran, denn ich verlasse das Haus wahrlich selten. Und auch jetzt sitze ich wieder brav im Arbeitszimmer und freue mich sehr darüber, dass ich nahezu pünktlich zu euch schreiben darf :) Und ja...wenn das der Fall ist, spricht viel dafür, dass wir keine normalen Umstände haben. Aber als Lehrerin hat Julia derzeit tatsächlich etwas mehr Zeit als sonst. Die Schüler sind mit Aufgaben versorgt und die Hochzeitsvorbereitungen leider halbwegs auf Eis gelegt. Das tut mir auch so schrecklich leid. Max und Julia wissen leider gar nicht, wie es weiterlaufen wird und warten erst einmal ab. Drückt den beiden die Daumen, dass sich die Lage beruhigt und geheiratet werden darf...
Nun aber zurück zum Wichtigen: mir. Wir starten das Interview natürlich mit der berühmt berüchtigten Frage nach meinem aktuellen Stand. Im letzten Monat (naja, beinahe diesen Monat, denn das letzte Interview erschien auch noch im März) war ich 133 Bücher groß. Das war ganz gut für unsere Verhältnisse. Man könnte meinen, dass Julia nun auch mehr Zeit zum Lesen hat, aber so richtig genutzt hat sie die bisher nicht. Deswegen kein so großer Fortschritt, wie ich ihn mir erhofft hatte, aber immerhin: Mein aktueller Stand beträgt nämlich 132 Bücher. Yeah, eins weniger! Wenn wir so weiter machen und keine neuen Bücher anschaffen, sind wir am Ende des Jahres bei 125  Exemplaren... >.<


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Ich musste jetzt grad einen intensiven Blick auf meine Liste werfen, um herauszufinden, ob es überhaupt neue Bücher in der Zwischenzeit gab, die angeschafft wurden. Und ja, tatsächlich. Seit Anfang März durften hier zwei neue Bücher einziehen. Dabei handelt es sich, wie sonst auch so oft, um ein Hörbuch, aber auch um ein Rezensionsexemplar:



Herauszufinden, welches der beiden das Hörbuch ist, ist wohl nicht ganz so schwer. Julia hört derzeit "Tschick" von Wolfgang Herrndorf. Nachdem sie nämlich vor ein paar Tagen "Mulan" beendet hat, muss beim Puzzlen einer anderen Geschichte zugehört werden. Und tatsächlich ist das auch ein kleines Stück Arbeit, auch wenn es sich gar nicht danach anfühlt. Denn Julia ist auf der Suche nach einer passenden Lektüre für ihren E-Kurs im Jahrgang 8 (Deutsch) und hat dafür eben "Tschick" ins Auge gefasst. Dass sie es sich aber anschaffte, war eher zufällig. Beim Gang durch einen 1€-Shop entdeckte meine Besitzerin Hörbücher. Unglaublich, denn sie kosteten tatsächlich auch alle nur einen einzigen Euro! Und da musste Julia "Tschick" mitnehmen. Etwas teurer wäre noch "Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe" gewesen. Und obwohl das eines von Julias Lieblingsbüchern ist, hat sie hier nicht investiert. Komisch eigentlich...
Aber "Tschick" ist bei uns gelandet und derzeit sieht es tatsächlich so aus, als würde Julia das Buch im Unterricht behandeln. Abwarten..wir haben schließlich erst ein Drittel gehört..
Und dann muss ich euch natürlich noch das schöne Rezensionsexemplar vorstellen, das mich erreicht hat. Ich sage jetzt ganz egoistisch einfach mal mich. Denn solange Julia es noch nicht angefangen hat, gehört es ja wohl mir, oder? Aber ich will jetzt keine Debatte über Herrschaftsansprüche vom Zaun brechen..also...das schöne Ebook trägt den Namen "Im Bann des roten Königs" und ist der zweite Teil einer Fantasy-Trilogie. Julia hat voller Begeisterung den ersten Teil im letzten Monat gelesen und hat sich sehr gefreut, als die Autorin Janis Nebel auch das zweite Buch als Rezensionsexemplar bereitstellte. Nun wollen wir ganz bald sehen, wie es mit der jungen Merle weiter geht, deren Welt sich ebenso auf den Kopf gestellt hat, wie unsere aktuelle..



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Als letztes hat mich das eben schon angesprochene Hörbuch "Mulan" zum gleichnamigen Kinofilm verlassen. Es handelte sich um ein Rezensionsexemplar aus dem "Hörverlag" und deswegen - oh Wunder - gibt es tatsächlich auch schon eine Rezension dazu. Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich hier mal eine Verlinkung setzen kann. Aber das kann ich. Und die Rezi hat sogar endlich mal wieder ein eigenes Foto bekommen. Julia war ja ganz schön faul geworden, was das betraf. Aber ich sehe Hoffnung. Und ich kann verraten, dass Julia sich vorgenommen hat, wieder mehr Bilder zu machen. So schwer ist das ja auch nicht. Aber ich schweife schon wieder ab...
Das Hörbuch hat Julia gut gefallen. Der neue und der Disney-Film scheinen sich doch deutlich voneinander zu unterscheiden, aber herausfinden können Julia und ich das erst, wenn die Kinos wieder geöffnet haben. Und das kann wohl noch dauern. Das Hörbuch war allerdings ein guter Ersatz, der Spaß gemacht hat :)



4. Lieber Karli, der Februar war so kurz, da sollte man auf doppelte Buchstaben achten ;) Deswegen: präsentiere uns Bücher, die einen Doppelbuchstaben im Titel tragen.


Oh nein...das kann doch nicht sein. Julia? JULIA!!! Du hast mir im letzten Interview die falsche vierte Frage gestellt O.o Ich glaub's nicht. Tja...also eigentlich hätte hier nun die Frage zu den Thrillern und Krimis hingehört, die ich bereits im letzten Monat beantwortet hab. Tja. Sowas passiert, wenn man seinen SuB immer so nachlässig behandelt und dann hat man schon März, wenn noch die Februarfrage aktuell ist. Ts...ich muss mich erst einmal beruhigen und dann hole ich die Frage des Februars nach.
Übrigens: Julia hat natürlich keinen der vorgestellten Krimis gelesen. Hätte uns sicher auch gewundert. Ich bin wahrlich enttäuscht...
Nun gut. Jetzt habe ich genug gejammert. Immerhin habe ich ja noch eine Frage, die ich nachholen kann ;) Also los:
Ich habe drei Bücher herausgesucht, damit die Chance größer ist, dass Julia eines davon im nächsten Monat gelesen haben wird. Tatsächlich stehen die Chancen gut. Warum, erzähle ich euch gleich. 


Eine nette Auswahl, oder? Wirklich schade, dass ich sie euch nicht schon im Februar zeigen konnte :P Aber dann verändern wir die Regeln eben ein wenig. Aktuell herrscht ja sowieso Ausnahmezustand ;)
Meine erste Auswahl war sofort "Seelen" von Stephenie Meyer. Eine Freundin hat Julia das Buch geschenkt und gesagt, dass es unglaublich gut sein solle. Und nun hat besagte Freundin Julia das Versprechen abgenommen, "Seelen" möglichst bald zu lesen. Nach dem eben vorgestellten Rezensionsexemplar steht es auch nun tatsächlich auf der "To-read-Liste", aber mal abwarten, ob das vor April was wird. Die beiden E's sind auf jeden Fall passend zur Aufgabe. Und dann noch zwei weitere Appettitanreger für meine verpeilte Besitzerin. Das englische Buch "Heartless" ist ebenfalls von einer Meyer, diesmal allerdings Marissa. Julia hat das Buch vor zwei Jahren aus London mitgebracht und seitdem nicht angerührt. Wird also Zeit! Denn im letzten Monat hat Julia sogar ein englisches Buch gelesen, also kann sie da doch gleich weiter machen, was meint ihr?
Und zu guter letzte ein schöner Roman aus dem Diogenes Verlag: "Leinsee", ebenfalls zwei E's. Das Buch hat Julia bisher noch nicht so richtig betrachtet, aber der Klappentext verspricht eine ganze Menge, weshalb ich es einfach mal in die Runde werfe ;)


Und das war dann auch schon meine letzte Tat in diesem schönen März-Interview. Da wir ja auch Abstand voneinander halten müssen, sollte ich das mit dem Werfen sowieso lassen ;) Aber was ich nicht lasse, ist das Interview und ich verspreche, mich auch im nächsten Monat zu melden. dann hoffentlich mit der richtigen Monatsfrage und wenn es geht, auch mit einer Verkleinerung meines aktuellen Standes.
Es sind merkwürdige Zeiten, ihr Lieben! Lasst uns sie gemeinsam überstehen, indem wir alles in unserer Macht stehende tun, damit der Virus sich verlangsamt ausbreitet. Bleibt zu Hause und lest Bücher! Eure SuBs werden es euch danken :) Doch ich bin mir sicher, die Buchbranche ist da sehr verlässlich und weiß, was zu tun ist! In diesem Sinne: 

Bleibt gesund und alles Liebe,
euer Karli


Ich hätte keine passenderen Schlussworte finden können, als mein lieber SuB Karli. An dieser Stelle aber von mir natürlich noch eine Entschuldigung für das Vertauschen der Fragen. Das tut mir sehr leid, Karli. Aber schön, dass du dann die andere Frage genommen hast ;)
Ihr Lieben, ich wünsche euch alles Gute für diese Zeit und hoffe, dass wir über die vielen Plattformen im Austausch bleiben.

Liebst,
eure Julia

Was haben eure SuBs so berichtet? Sind sie auch in einer Krise oder profitieren sie sogar ein bisschen? Was baut euch derzeit auf? :)

19. März 2020

Rezension [Hörbuch]: "Mulan"



Titel: Mulan
Autor: Claudia Armor (Übersetzerin)
Sprecher: Anja Stadlober
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Seiten: 296
Dauer: 5h 10m


Ich hatte das Glück, in einer Zeit groß zu werden, in der Disney noch Zeichentrickfilme produzierte und so wahre Legenden schuf. Meine Erinnerungen an den Kinobesuch von „Mulan“ sind noch sehr präsent. Denn ich habe den Film so sehr geliebt! Diese starke, schöne, junge Frau, die mit Mushu und Kriki an ihrer Seite eine ganze Armee besiegt. Das Hörspiel hörte ich als Kind rauf und runter, die Lieder kann ich noch heute fehlerlos mitsingen. Und dann die Nachricht: „Mulan“ kommt als neuer Blockbuster heraus. Was das für eine hörbuchliebende Bloggerin heißt? HER MIT DEM HÖRBUCH. Und so ließ ich mich von der bezaubernden Stimme von Anja Stadlober in das ferne China entführen und verfolgte dort eine doch ganz andere Mulan, als zunächst erwartet. Denn die Zeichentrickversion und die Kinoheldin unterscheiden sich in manchen Belangen stark voneinander…

Die actiongeladenen Neuinszenierung von Disneys Animationsklassiker »Mulan« ist die Geschichte einer jungen, furchtlosen Frau, die aus Liebe zu ihrer Familie und ihrer Heimat alles riskiert und sich auf eine abenteuerliche Reise macht. Durch zahlreiche harte Prüfungen lernt sie auf ihre innere Stärke zu vertrauen und entdeckt ihr wahres Potenzial. So wächst Mulan am Ende ihres aufregenden Wegs zur tapfersten und mutigsten Kriegerin heran.

Mulan war eine meiner Kindheitsheldinnen. Ich hatte alles: vom Hörspiel bis zur Brotdose. Für mich ist der Zeichentrickfilm sehr wertvoll, da er viele wichtige Werte vermittelt und auf starke Frauen setzt. Ein Punkt, der heute genauso wichtig ist, wie vor 20 Jahren. Doch natürlich muss eine Realverfilmung anders aussehen, als ein „heile-Welt-Disneyklassiker“. Daher war ich sehr gespannt auf die „neue“ Mulan. Normalerweise wäre ich nach dem Hören eines Hörbuchs, das passend zu einem Film erschien, erst einmal ins Kino gegangen. Das ist derzeit nicht möglich, da der Filmstart verschoben wurde. Doch natürlich hat sich meine Neugier auf den Film durch das Hören extrem gesteigert. Denn…ich kann mir vorstellen, dass der Film der Hammer sein muss. Doch nicht jeder Actionfilm funktioniert auch mit schlichten Worten…
Was ich damit meine ist sicher schnell ersichtlich. Sieht der Mensch rasante Bilder, actiongeladen Kämpfe und extravagante Kulissen, ist das Auge gefesselt und der Zuschauer wird optimal unterhalten. Doch wie funktioniert das, wenn dieses Bild fehlt und stattdessen die Vorstellungskraft gefragt ist? Die Antwort lautet: immer noch gut. Doch gleichzeitig wird hier eine Schwäche des Hörbuchs ersichtlich. In der Geschichte spielt der Krieg eine große Rolle, viele Kämpfe werden ausgefochten. Und anhand der Beschreibungen im Hörbuch kann man sich vorstellen, wie rasant der Film tatsächlich sein muss. Doch die Beschreibung vieler Kriegsszenen ist es nicht, was ein Hörbuch ausmacht, weshalb ich es als übermächtig empfand. Für mich hätte man hier durchaus ein wenig kürzen können. Mulan bewegt sich immer "so schnell, dass man es beinahe nicht mehr sehen kann", was irgendwann dann auch langweilig wird.
Von einer Schwäche aber auch zu großen Stärken des Hörbuchs: Die Protagonistin, ihre Werte und die Authentizität! Denn was im Zeichentrickfilm natürlich kindgerecht und humorvoll dargestellt wird, funktioniert so nicht 20 Jahre später in Hollywood. Deswegen hat man sich dazu entschieden, die Geschichte realer zu gestalten. Und diese Authentizität ist absolut gelungen! Man kann sich während des Hörens wirklich vorstellen, dass es ganz genauso war. Schluss mit Verherrlichung, her mit realen Handlungsverläufen. Und gleichzeitig leidet die Handlung nicht unter diesem Realismus (, hier gibt es noch eine Ergänzung, dazu aber später). Und im Mittelpunkt dieser Handlung steht natürlich Mulan. Mulan ist eine herausragende Protagonistin. Sie ist ein Vorbild und das nicht nur hinsichtlich ihrer Kampfkünste. Vielmehr vertraut sie auf wichtige Werte: Treue, familiäre Liebe, Stärke und Aufrichtigkeit. Mulan braucht eine Weile, bis sie an sich selbst glaubt. Sie wächst zu einer reifen Persönlichkeit heran, die nicht nur mutig, sondern letztendlich auch aufrichtig ist. Sie zeigt, wozu eine Frau in der Lage sein kann – Hut ab. Mulan ist mehr als eine starke Protagonistin, sie ist ehrenhaft, wenn ich das so sagen darf. Und damit ist sie eine perfekte Hauptfigur für einen Disneyspielfilm. Selbst, wenn dieser vor Actionszenen nur so strotzt.
Die Handlung ist im Vergleich zum Zeichentrickfilm übrigens durchaus anders. Die kaiserliche Armee kämpft nicht gegen die Hunnen, Mulan verliebt sich nicht in ihren Ausbilder, es gibt keinen kleinen Drachen oder eine Grille und Mulan ist nicht mal Einzelkind. Der grobe Rahmen jedoch bleibt der gleiche: China wird von einem mächtigen Feind bedroht (gute Bösewichte, nebenbei bemerkt), Mulan will ihren Vater retten und begibt sich zur Ausbildung in die kaiserliche Armee. Dort findet sie Freunde und ihre wahre Stärke und steht letztlich dem Feind im Kampf gegenüber. Auch die Ahnen haben Mulan in dieser Version mit einem Helfer bedacht, den ich vergöttert habe: den Phönix. Der anfangs gerupfte Vogel sorgt für einige lustige Momente und ist gleichzeitig eine Art Maskottchen, das der Handlung wirklich gut tut. Die Handlung selbst war mir manchmal etwas zu monoton, was aber glaube ich an den vielen Kampfbeschreibungen liegt, die ich anfangs erläuterte. Was mir aber richtig gut gefallen hat, ist die Emotionalität der Geschichte. Ich hatte des Öfteren Tränen in den Augen, da die Autoren so wahre Worte gefunden haben. Mulan hat sich alles selbst verdient und das wird in dieser Geschichte sehr deutlich. Die Handlung watet also durchaus mit der ein oder anderen Überraschung auf und belässt dennoch alles im bekannten Rahmen, was mir gut gefiel. Eine Neuerung ist allerdings ein Hauch von Magie. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Doch in der Welt der neuen Mulan gibt es Hexen und magische Kräfte, die durchaus einen Teil der Handlung ausmachen. 
Wer auf eine Liebesgeschichte in all dem Kampfgetümmel hofft, wird nicht völlig enttäuscht. Zwar verliebt Mulan sich nicht in den Ausbilder, dafür gibt es aber doch jemand anderes. Und ohne zu viel zu verraten, finde ich, haben die Macher des Buches und des Filmes dieses kleine Liebesintermezzo sehr schlau und authentisch gelöst. Was das heißt? Das müsst ihr selbst herausfinden.
Zuletzt sei die tolle Leistung der Sprecherin Anja Stadlober erwähnt. Sie liest sehr ruhig und passend zum Charakter von Mulan. Ihre Stimme kennt eigentlich jeder aus diversen Synchronisationen und nicht umsonst hat diese Frau so viele Aufträge: Ihre Stimme ist fabelhaft. Und deswegen macht sie aus diesem Hörbuch auch ein wirklich gutes.


Ich habe mich gern gemeinsam mit Mulan in den Kampf um China gestürzt und sie bei ihrer unglaublichen Entwicklung begleitet. Das Hörbuch zum neuen Film ist gleichzeitig klassisch und innovativ und entspricht dem heutigen Zeitgeist mit der herausragenden weiblichen Protagonistin. Des Weiteren besitzt die Handlung genug Details fürs Herz, sodass jeder Hörer zufrieden sein muss. Lediglich die manchmal vorkommende Monotonie hat mich etwas gestört, da an diesen Stellen deutlich wird, dass es sich eben doch primär um einen Film handelt. Die Authentizität und die tolle Sprecherin machen einiges wieder wett und deswegen vergebe ich gute vier Sterne für diese weibliche Vorbildrolle. Ich freue mich, wenn ich Mulans Geschichte auch im Kino sehen kann…20 Jahre nachdem ich das schon einmal getan habe.




9. März 2020

Rezension: "Die Gabe des roten Königs" von Janis Nebel


Titel: Die Gabe des roten Königs
Autor: Janis Nebel
Verlag: selfpublished
Preis: 3,99€
Seiten: 360



Ich mache des Öfteren Ausflüge in das Genre der Fantasybücher. Dabei wechsle ich gern zwischen High-Fantasy oder Romantasy-Geschichten. Viele Fantasygeschichten sind mir persönlich aber zu ähnlich. Denn das Setting ist immer mittelalterlich und der Protagonist immer unerfahren. Gleichzeitig hängt von diesem aber natürlich das Wohl der ganzen Welt ab. 
Es ist also gar nicht so einfach, Geschichten zu finden, die innovativ sind und den Leser überraschen.
Doch um genau eine solche handelt es sich bei „Die Gabe des roten Königs“ von Janis Nebel. Ich bin mit recht wenigen Erwartungen in den Reihenauftakt der Selfpublisherin gegangen, doch dann wurde ich überrollt. Denn was recht „normal“ für eine Fantasygeschichte beginnt, wird immer besser und lässt den Leser letztendlich beeindruckt zurück. Habt ihr also Lust auf klassische Fantasyelemente mit innovativen und eigenen Ansätzen, dann seid ihr bei dieser Geschichte genau richtig.


Die siebzehnjährige Merle lebt im Reich des gefürchteten Roten Königs auf einem abgelegenen Hof mitten im Moor. Ihre Mutter ist stumm und gilt als geisteskrank. Als Merle zu verstehen beginnt, warum sich ihre Eltern dort verstecken, ist sie entsetzt und läuft davon.
Ihr Ziel ist die ferne Hauptstadt des Roten Königs, in der ihr Kindheitsfreund Skip zu Hause ist. Doch ihre Gefühle für ihn werden immer verwirrender. Und unterwegs begegnet ihr auch noch ein geheimnisvoller Fremder, in dessen Gegenwart seltsame Dinge geschehen.


Schon der Klappentext lässt die „klassischen Fantasyelemente“ vermuten, von denen ich im Einleitungstext sprach. Fakt ist, auch hier ist das Setting mittelalterlich und die Protagonistin jung und unerfahren. Doch gleichzeitig hat die Autorin ganz eigene Ideen und somit wurde aus „Die Gabe des roten Königs“ ein abwechslungsreicher Roman voller neuer Ideen.
Beginnen wir bei den Charakteren. Davon gibt es tatsächlich gar nicht so viele. Alles dreht sich natürlich um Merle. Anfangs hatte ich so meine Probleme mit der Protagonistin. Sie wirkt zu Beginn sehr desorientiert. Merle weiß nicht, was sie will. Doch wie soll sie das auch, wenn ihre Eltern sich seit vielen Jahren schon verstecken und sie gar nicht wusste, weshalb. Merle reift innerhalb der Geschichte und entwickelt sich vor allem zu einer starken und weiblichen Protagonistin. Zu Beginn der Geschichte ist man sich sicher, Merle wäre viel lieber ein Junge, der unauffällig sein Leben lebt. Doch am Ende ist Merle das absolute Gegenteil: selbstbewusst und auch deutlich femininer als am Anfang. Ihre größte Schwäche ist das ganze Buch über ihre Naivität. Doch ich mochte, dass sie sie nicht abgelegt hat. Denn aus dieser resultiert auch ihre zweite Schwäche: das Mitgefühl und das Verantwortungsbewusstsein für andere. Und nur weil sie beide Schwächen hat, wird die Geschichte so gut, wie sie ist. Merle ist recht selbstlos, was mir gut gefiel. Insgesamt hat Janis Nebel mit ihr eine vorbildhafte Protagonistin geschaffen, der ich sehr gern durch ihre Geschichte gefolgt bin.
Und genau diese hat es in sich. Auch binnen der Geschichte sind die klassischen Elemente zu finden. Merle verlässt ihre Heimat und begibt sich in die Hauptstadt des Reiches. Auf dem Weg dorthin begegnen ihr neue Menschen, unter anderem der verschlossenen Kenai. Etwas ist seltsam an ihm, doch gleichzeitig fühlt Merle sich zu ihm hingezogen. Die Faszination, die von diesem Charakter ausging, übertrug sich auch auf mich. Ich wollte mehr über Kenai wissen. Er war mir sofort sympathisch und ich verstand gar nicht, warum Merle weiterhin zu Skip in die Stadt wollte. Kenai sorgt dafür, dass Merle die Stadt tatsächlich erreicht, obwohl auf dem Weg Gefahren lauern. Und ab dann entwickelt die Geschichte sich anders, als man vielleicht erwartet. Denn Janis Nebel entschied sich für innovative Storyelemente. Merle lebt sich langsam in der Stadt ein, doch dann kommt natürlich der rasante Wendepunkt. 
Rebellenkämpfe, eine aufkeimende Liebe, Rache, Hass und eine ungewöhnliche magische Gabe, über die auch nach 300 Seiten noch viele Unklarheiten bleiben, sind nur einige Aspekte der Geschichte. Es geht Schlag auf Schlag. Und auch, wenn man einige Wendungen vorausahnen kann, schafft die Autorin es doch immer wieder, den Leser zu überraschen. Ich persönlich habe mit dem Ende absolut nicht gerechnet. Vieles verlief nun einmal „klassisch“, deswegen war ich total gefesselt, als neue Wege eingeschlagen wurden. Das Ende des ersten Teils (, es handelt sich um eine Trilogie) ist rasant und absolut gelungen. Ein furioses Finale, das Opfer kostet und das den Leser innehalten lässt. Haben alle Protagonisten überlebt? Und wie geht es weiter? Fragen, die man wohl nur beantworten kann, wenn man zum zweiten Teil greift.
Eine Figur, die für die Geschichte wichtig ist, habe ich bisher nahezu außer Acht gelassen: Skip. Merle ist seit langer Zeit mit ihm befreundet und so langsam entwickeln sich auch ihre Gefühle. Ich mochte den jungen Kämpfer. Anfangs war ich skeptisch, denn mein Herz wurde ja zuvor von Kenai erobert, doch auch Skip ist ein herzensguter Charakter, auf dessen Entwicklung ich sehr gespannt bin.
Die Figurenchemie ist der Autorin wirklich gelungen und man merk als Leser, dass alles noch im Aufbau ist und auch die Charaktere selbst sich erst einmal festigen müssen.
Auch der Aufbau der Geschichte ist wirklich gelungen. Es gibt immer wieder neue Elemente, die mich packen konnten. Erwähnt werden sollte noch der große Anatgonist der Geschichte: der rote König. Wie schrecklich er wirklich ist, wird in diesem Teil noch ein wenig ausgespart, doch er macht auch neugierig. 
Irgendwann beschlich mich die Laune, immer weiter lesen zu wollen. Ich war tief in der Geschichte und da die Längen der Kapitel sehr angenehm sind, blättert man einfach immer weiter. Dieses Gefühl entsteht nur, wenn innerhalb eines Buches viel richtig gemacht wurde. Und natürlich wird dieses Gefühl auch durch einen wirklich guten Schreibstil begünstigt. Und den hat „Die Gabe des roten Königs“ auf jeden Fall. Hier ist nichts gekünstelt oder stockend. Der Stil der Autorin ist fließend und sehr bildreich. Sie arbeitet viel mit Vergleichen, was mir gut gefiel. Des Weiteren ist das ganze Buch fehlerfrei, was eigentlich selbstverständlich ist, doch ich betone das, da es die Professionalität der Selfpublisherin unterstreicht.


Was bleibt mir noch zu sagen? Greift man zu „Die Gabe des roten Königs“, erwartet den Leser eine Geschichte voller großartiger Fantasyelemente. Die Geschichte hat eine anfangs unreife und dann immer weiter erstarkende Protagonistin, die sich selbst neu kennenlernen muss und auf ihrem Weg viele Geheimnisse lüftet. Es gibt tolle Charaktere und eine detailreich ausgebaute Welt, die den Leser neugierig macht. Neugierig ist man definitiv auch darauf, wie es weitergehen wird. Und da mir das Gesamtpaket einfach nur gute gefallen und mich die Geschichte gleichzeitig überrascht hat, vergebe ich fünf von fünf Sternen. Ich persönlich bin sehr gespannt, wie es mit Merle, Kenai und Skip weitergehen wird!




4. März 2020

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #43

Hallo ihr Lieben!

Wie ihr wisst, herrscht auf diesem Blog eine ganz eigene Zeitstruktur, weshalb ich mich für meine extreme Verspätung beim SuB-Interview schon gar nicht mehr entschuldige ;) (Okay, nur eine kleine Entschuldigung: Ich war/ bin krank...Nein, kein Corona...) Karli hat inzwischen gelernt, damit zu leben und das ist ja die Hauptsache. Trotzdem will ich euch die Gedanken meines SuBs natürlich nicht vorenthalten und da Karli bereits in den Startlöchern steht, geht es jetzt auch direkt los ;)



An diese Stelle sei natürlich die liebe Anna von Annas Bücherstapel nicht zu vergessen, die diese Aktion seit vielen Jahren begleitet! Schaut bei ihr vorbei :) Und nun viel Spaß!


1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Hallo, liebe buchliebenden Menschen *.* Hach, ist das schön, wieder zu euch sprechen zu dürfen! Ich weiß, die Community ist derzeit eher ein bisschen depri, da die LBM abgesagt wurde. Mich stimmt das auch sehr traurig :( Aber immerhin haben wir die Chance, auch so untereinander vernetzt zu sein. Die LBM ersetzt das zwar nicht, aber für mich als SuB ist es natürlich ein Trost.
Und endlich darf ich wieder das Wort ergreifen. Ich fange inzwischen ja auch immer erst so ab dem 27. eines Monats an, langsam zu hüsteln und Julia auf das Interview hinzuweisen. Das klappt mal mehr, mal weniger. In diesem Monat war es tatsächlich eine Erkältung, die Julia vier Tage ans Sofa fesselte und sie zwang, keinerlei Bildschirme zu betrachten. Üble Sache...und deswegen konnte ich auch nicht interviewt werden.
Aber hier bin ich nun und ich bringe auch die brandneuen Zahlen mit ;) Im letzten Monat betrug mein Stand 137 Bücher. Puh, das war schon 'ne Nummer. Umso fröhlicher bin ich, dass ich euch verkünden kann, dass ich kleiner geworden bin. Oh ja ;) Mein aktueller Stand beträgt nämlich 133 Bücher! Yeah...also schon ein paar weniger! Darunter war zwar auch eine Novelle, aber hey...sie war gelistet, also zählt auch sie als Buch ;)



2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Da ich deutlich kleiner geworden bin, bin ich mit der aktuellen Pflege durchaus zufrieden. Julia liest zwar bei weitem nicht mehr so viel, wie zu ihren besten Zeiten, aber immerhin liest sie. Es kommt ganz auf die Woche an, wie viel sie schafft (...meistens nicht so viel...hust...). Jetzt, wo sie krank war, hat sie immerhin ein bisschen gelesen. 
Neue Bücher gibt es bei mir eigentlich kaum. Die drei neusten (, die ich euch noch nicht gezeigt habe), sind wohl diese hier:




Zu zweien dieser drei Exemplare sind sogar schon die Rezensionen erschienen. Hui...Das sagt schon eine ganze Menge aus...Und das letzte wird derzeit gehört ;) 
Kürzlich einziehen durfte "Die Greifenreiterin - Verheerung" von Sabine Schulter. Bei diesem Fantasy-Band handelte es sich um ein Vorabexemplar, das Julia zum Release rezensiert hat. Es hat ihr gut gefallen, wie Rayna immer selbständiger wird und nun warten wir ganz gespannt auf das Finale.
Ebenfalls bereits verlassen hat mich die schöne Hörbuchedition von "Cinderella" und "Die Schöne und das Biest" aus dem Hörverlag. Die beiden Disney-Klassiker wurde in einer wunderschönen Doppelbox neu aufgelegt und Julia war absolut begeistert! Ich persönlich bin ja auch ein kleiner Märchen-Narr, weshalb ich da ganz ihrer Meinung bin *.*
Noch so halb auf meinem Stapel ist unser neustes Buch, nämlich "Mulan". Hierbei handelt es sich um das Hörbuch zum Kinofilm, das gleichnamige Buch ist im Ravensburger Verlag erschienen. Bisher hat Julia ungefähr ein Viertel gehört und es gefällt ihr gut. Es ist allerdings schon anders, als der Disney-Film. Ich hoffe doch, dass Julia es nach dem Hören auch noch ins Kino schafft, damit sie mir erzählen kann, ob der Film und das Hörbuch genau übereinstimmen :) 
Ihr seht also: Die Pflege läuft ganz gut!



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Mich hat erst vorgestern ein Buch verlassen, nämlich "Die Gabe des roten Königs" von Janis Nebel. Ich habe es euch im letzten Monat als einen der Neuzugänge vorgestellt. Leider hat Julia ein bisschen gebraucht, bis sie zum Lesen des Rezensionsexemplars kam und die Rezension ist auch noch nicht geschrieben, aber ich kann schon verraten, dass Julia von dieser Fantasy-Geschichte wirklich mehr als positiv überrascht war. Es war ein spannendes und gut durchdachtes Buch, das einfach Spaß macht. Zitat Julia.
Kurz davor hat mich übrigens die besagte Novelle verlassen, von der ich sprach. Julia hat nämlich "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann gelesen. Der Klassiker schlummerte schon ewig auf ihrem Reader und nun war es an der Zeit, ihn zu erlösen. Ein wenig ratlos hat diese Erzählung Julia allerdings schon zurück gelassen...Kennt einer von euch das Werk?



4. Lieber Karli, es ist an der Zeit, mal ein bisschen Spannung in deinen Stapel zu bringen. Zeig uns also diesen Monat Thriller und Krimis aus deinen Weiten, beziehungsweise jene Bücher, in denen sicher jemand umgebracht wird.

Puh...meine Besitzerin gehört ja zu der doch recht kleinen Gemeinschaft derjenigen, die nicht so gerne Krimis lesen. Also...nicht, dass wir keine Krimis und Thriller mögen. Ganz im Gegenteil. Aber dieser ganze Fitzek-Trend ist doch etwas an uns vorbei gegangen. Dennoch habe ich natürlich ein paar Bücher auf dem Stapel, auf die die Bezeichnung zutrifft. Nämlich diese:



Jaa...ich weiß. Das ist jetzt nicht so die klassische Auswahl, die man vielleicht erwartet. Aber wie gesagt: keine Krimi-Fraktion hier. In einem James-Bond-Buch stirbt auf jeden Fall immer jemand. Deshalb passt "Der Mann mit dem goldenen Colt" hier auf jeden Fall rein. Auch wenn das jetzt kein klassischer Krimi, sondern eher ein Agentenroman ist (by the way: Ist das ein Buchgenre?). Aber der gute 007 bringt ganz sicher mehr als nur einen Bösewicht zur Strecke ;)
Dann ein Klassiker, der durchaus als  Krimi gelten kann: "Der Name der Rose" von Umberto Eco. Hier geht ein Mönch unter die Detektive...Also auch: Krimi.
Und dann noch ein Thriller: "Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken" wird sogar auf der Titelseite als ein solcher bezeichnet. Ob in diesem Buch wirklich jemand stirbt, das kann ich natürlich nicht sagen und es würde dem Ganzen ja auch die Spannung nehmen ;) Ich finde aber schon, dass er auch in diese Liste darf.


Nun gut, das Ende dieses Interviews war vielleicht nicht ganz so erfolgreich, wie viele andere. Meine Souveränität war jedenfalls nicht so überragend, wie sonst ;) Aber hey...auch ein SuB hat mal seine kleinen Schwächen. 
Und meine größte kommt nun: Mich von euch zu verabschieden. Ich hasse es wirklich, diesen letzen Absatz zu diktieren. Wenn ich einmal im Redefluss bin...naja...aber "wat mutt, dat mutt", wie man hier im Norden durchaus mal sagt ;)
Es hat mir wieder sehr viel Spaß mit euch gemacht! Ich hoffe, ihr habt eine schöne Zeit und werdet nicht auch krank! 

Bis zum nächsten Mal,
euer Karli


Jaja...der liebe Karli. Er ist von der Erkältung immerhin verschont geblieben. Und er weiß mich immer gut mit Büchern zu versorgen ;) Gestern, an meinem letzten "Bett-hüte-Tag" habe ich so viel gelesen, wie lange nicht mehr. 130 Seiten in einem neuen Buch. Und jetzt das Beste: ein englisches Buch! Wuhu! Karli wird euch nächsten Monat sicher ausgiebig davon erzählen ;)


Was ist mit euch? Was haben eure SuBs so zu erzählen gehabt? Gehört ihr in die Krimi-Liebhaber-Kategorie? Und seid ihr auch traurig wegen der LBM?



Habt einen schönen Abend, ihr Lieben!

Liebst, 
Eure Julia

29. Februar 2020

Rezension: "Die Greifenreiterin - Verheerung" von Sabine Schulter



Titel: Die Greifenreiterin - Verheerung 
Autor: Sabine Schulter 
Verlag: selfpublished 
Preis: 3,99€ 
Seiten: 296

Sabine Schulter hat mich mit ihren Geschichten noch nie enttäuscht. Ein jede entführte mich in eine neue und geheimnisvolle Welt. Ob diese nun voller fantastischer oder doch eher romantischer Elemente war, kam ganz auf die Geschichte an. Kann also ihre neue Buchreihe, die sich um die junge Reiterin Rayna und ihren Greif Ferril dreht, welche sich allen Gefahren stellen, die ihr geliebtes Land bedrohen, mich überhaupt enttäuschen? Natürlich nicht!
Und auch, wenn „Die Greifenreiterin – Verheerung“ nicht der stärkste der bisher erschienenen Bände dieser Reihe ist, so ist er doch sehr unterhaltsam und wichtig für die Entwicklung der Gesamtgeschichte. Denn das große Finale – der Kampf um Teharis und somit gegen die Nanjok – steht noch aus. Und „Verheerung“ läutet dieses Finale mit ein wenig Ruhe ein, weiß den Leser aber dennoch zu überzeugen.


Zemzee und seine Männer nähern sich immer weiter dem Klan der Himmelsschwerter und solange er im Besitz der Elementsteine ist, scheint er unaufhaltsam. Was soll man schließlich Wind, Wasser, Feuer und Erde entgegenstellen?
Der einzig mögliche Ausweg ist das Artefakt, das die Tenga schmieden wollen. Dazu benötigen sie die Kristalle, die Rayna mit ihren Freunden aus den Tiefen der Tempel geborgen hat. Allerdings drehen sich Raynas Gedanken nach der Attacke auf Karim ausschließlich um ihren Bruder. Ob sie es schaffen, rechtzeitig zu den Himmelsschwertern zurückzukehren, bevor Zemzee über den Klan herfällt, ist daher ungewiss …


Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei diesem dritten Teil der Reihe nicht um seinen stärksten. Das liegt daran, dass die Spannung in der Geschichte zwischenzeitlich stark variiert. Es gibt Phasen, in denen ist die Spannung so enorm, dass dem Leser der Mund offen stehen bleiben muss! Das ist vor allem zu Beginn und im Mittelteil der Fall. Besonders das Ende war dann aber ein bisschen zu ruhig. Dort hätte ich mir mehr Action gewünscht. Doch dafür rechne ich ab der ersten Seite von Band vier mit genau dieser: Spannung.
Ich bin diesbezüglich mehr als optimistisch, denn die ersten Kapitel von „Verheerung“ sind einfach nur atemberaubend! Ich erwähnte in meiner Rezension zu Band zwei einen furchtbar fiesen Cliffhanger, an dem Band drei natürlich ansetzen muss. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, bis nicht geklärt war, was nun geschehen ist. Mein Herz zerriss beinahe und ich war den Tränen nah, so emotional packte mich das Geschehen. Selten war ein Start in ein Buch so gut! Als ich dann endlich aufatmen konnte, beruhigten sich auch meine Gefühle. Und auch die Geschichte ging es nun ein wenig ruhiger an. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass Rayna nach dem ersten Schock bereit ist, sich den Ereignissen zu stellen und ihren Platz einzunehmen. Gemeinsam mit Hyron rüstet sie sich für die Schlacht und für das Schmieden des Artefakts. Letzteres war ebenfalls sehr spannend. Es ist immer wieder faszinierend, wie gut die Autorin die fantastische Elemente beschreiben kann und den Leser so in ihren Bann zieht. Ich finde das Volk der Tenga sehr interessant und dass dieses auch in „Verheerung“ eine große Rolle spielt, gefällt mir gut! Man lernt neue Charaktere kennen und die Völker halten stärker zusammen, als je zuvor. Das tun sie auch, als die Nanjok dann tatsächlich bei den Himmelsschwertern eintreffen. In diesem Aufeinandertreffen liegt der Höhepunkt des Buches. Ein wenig früh, das muss man schon zugeben. Denn der Rest der Geschichte handelt vor allem von der Beziehung der Völker untereinander, von Hyron und Rayna und den weiteren Entwicklungen. Erst auf den letzten Seiten nimmt die Spannung wieder abrupt zu – und dann ist es zu Ende. Insgesamt bereitet die Geschichte gut auf ein spannendes Finale vor, hat aber leider die typischen Längen eines „Zwischenspiels“, wie es in Mehrteilern immer mal wieder der Fall ist. Dennoch ist „Verheerung“ keinesfalls unnötig. Das Ausbilden der zwischenmenschlichen Beziehungen im zweiten Teil des Buches ist ebenfalls interessant, wer aber auf Action steht, wird hier wahrscheinlich ein wenig enttäuscht.
Was mir an der Geschichte aber sehr gefiel, sind die Rollenbilder. Man kennt es, dass Protagonisten oft die Anführer, die Besonderen sind. Rayna, Hyron und Ferril sind natürlich etwas Besonderes. Doch Sabine Schulter lässt sie inzwischen nicht mehr eigenmächtig handeln. Die drei unterstehen verschiedenen Anführern und setzen nicht ihren eigenen Kopf durch. Sie handeln im Sinne des Allgemeinwohls und die Entscheidungen ihrer Anführer machen sie nicht in jedem Fall glücklich. Mir hat gefallen, wie Sabine Schulter diese „Machtlosigkeit“ darstellt und zeigt, dass auch die wichtigen Einzelpersonen, von anderen abhängen. Das klingt jetzt so negativ, aber ich finde, das macht die Charaktere sehr reif. Denn natürlich hinterfragen sie die Entscheidungen. Doch sie rebellieren nicht. Sie denken weiter. Und das unterscheidet die Geschichte von so vielen Romantasy-Geschichten, dessen Protagonisten eben deutlich jünger sind. Diese Reife lässt sich im gesamten Buch finden und taucht in den Interaktionen untereinander immer wieder auf. So gefällt mir das Verhalten von Rayna und Hyron untereinander als Paar sehr gut. Ebenso wie die Bruder-Schwester-Beziehung von Rayna und Karim. Auch die anderen Nebenfiguren haben mir gut gefallen. 
Zum Schreibstil von Sabine Schulter muss ich nicht viel sagen. Er ist fließend, fantasievoll und sehr bildlich. Als Deutschlehrerin muss ich auch erwähnen, dass es keine grammatischen Fehler oder merkwürdige Formulierungen gibt, die bei Selfpublishern doch des Öfteren auftauchen. Man kann das Buch dank seines guten Schreibstils wirklich gut lesen.


Ich finde die Geschichte rund um Rayna und Ferril wirklich toll und habe mich unglaublich auf „Verheerung“ gefreut. Gleich zu Beginn bekam ich genau das, was ich wollte. Und auch, wenn die Spannung zwischenzeitlich ordentlich nachließ, hat mich das Buch nicht enttäuscht. Die Entwicklung der Geschichte geht voran und verspricht einen famosen vierten Teil. Für Band drei vergebe ich vier von fünf Sternen und blicke mit Vorfreude auf den vierten Band, der einen etwas beängstigenden Titel trägt: „Rache“. Wer sich wohl an wem rächen wird?!



23. Februar 2020

Rezension [Hörbuch]: "Disney Prinzessinnen ("Cinderella" & "Die Schöne und das Biest")


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Titel: Disney Prinzessinnen: Die Schöne und das Biest & Cinderella
Sprecherinnen: Gabrielle Pietermann &Friederike Walke
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Dauer: 3h 43m


Welches Mädchen, das in etwa in den frühen Neunzigerjahren geboren wurde, war nicht völlig vernarrt in die damaligen Disney-Prinzessinnen? Ich war es definitiv! Meine Heldinnen waren Belle, Mulan, Meg, Esmeralda oder Arielle. Und weil ich tief in meinem Herzen noch immer ein Prinzessinnen-Fan bin, schaue ich nicht nur wahnsinnig gern die Filme von damals – ich höre die Prinzessinnen-Geschichten auch sehr gern als Hörbücher und -spiele.
Der Hörverlag brachte vor einer Weile bereits eine Doppel-CD zu „Arielle“ und „Rapunzel“ heraus, die ich wahnsinnig toll fand. Und nun folgte die nächste Doppel-CD mit den Geschichten von „Cinderella“ und „Die Schöne und das Biest“. Keine Frage – ein Muss!
Und das nicht für Prinzessinnen-Fans – denn diese beiden Geschichten sind etwas für Jung und Alt.



Ella lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Stiefmutter und deren Töchtern – und wird von allen dreien nur schikaniert. Als der Königshof alle jungen Frauen des Landes zu einem großen Ball für den Prinzen einlädt, macht sich Ella gegen alle Hindernisse und mit Hilfe einer guten Fee auf, um ihr Leben ein für alle Mal zu ändern …
Belle lebt mit ihrem Vater ein ruhiges Leben in einem kleinen Dorf, bis dieser in die Fänge eines Ungeheuers gerät. Mutig, wie Belle ist, tauscht sie die eigene Freiheit gegen das Leben ihres Vaters: Belle wird Gefangene im verwunschenen Schloss. Mit der Zeit lernt sie hinter die abscheuliche Fassade des Biests zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit.


Wer kennt die Geschichten nicht?! Unter den älteren Zuhörern wird es wohl kaum jemanden geben, der nicht von Anfang an weiß, ob Cinderella am Ende durch ihren Schuhe gefunden oder Belle das Biest durch ihre Liebe erlösen kann. Doch selbst wenn man die Geschichten in- uns auswendig kennt, sind diese vier CDs ein absoluter Genuss. Und wie großartig müssen die Geschichten erst sein, wenn man eben noch nicht weiß, wie sie ausgehen? Ich kam nicht umhin, mir genau diese Frage zu stellen. Als ich beide Geschichten hörte und zutiefst genoss, stellte ich mir vor, wie ich sie später meinen Kindern geben würde und sie diese beiden Geschichten zum Einschlafen anmachen würden. Bei diesem Gedanken lächelte ich. Denn mit dieser CD-Box kann man auch bei Kindern absolut nichts falsch machen. 
Zu den Handlungen der beiden Geschichten muss ich nur wenig sagen. Die Hörbücher halten sich an ihre Filmvorlagen, bieten zudem aber einige innere Monologe oder Gedankenfetzen, sodass man einen tiefen Einblick in die Charaktere bekommt. Cinderella führt ein grauenvolles Leben voller Arbeit und möchte nichts lieber, als auf dem Ball zu tanzen. Belle hingegen beweist ihre Vaterliebe, indem sie seine Rolle im Verlies des Biests einnimmt und im Schloss Dinge erlebt, mit denen sie niemals gerechnet hat – unter anderem, sich zu verlieben.
Ich kann kaum sagen, welche der beiden Geschichten mir besser gefallen hat. Beide sind einfach klasse! Denn auch, wenn man beide kennt, bekommt der Hörer hier etwas völlig neues Präsentiert. Und das, weil die beiden Vorleserinnen einen so atemberaubenden Job machen! 
„Cinderella“ wird von Friederike Walke, die ganz besonders Wert auf die verschiedenen Stimmlagen legt. Sie interpretiert vor allem die Tiere absolut großartig! Die Mäuse sind piepsig, die gute Fee sehr robust und der König ein kleiner Besserwisser. Manchmal wird es schrill (die Stiefschwestern), manchmal träumerisch (Cinderella selbst). Hat man die Lautsprecher zu laut eingestellt, zuckt man manchmal zusammen, da Walke so voller übersprudelnder Emotionen liest. Aber das sollte euch nicht zurück schrecken lassen. Denn durch ihre Stimme wird die Geschichte unglaublich lebendig und man hat so viele Bilder im Kopf. Ich war nach den ersten beiden CDs absolut geflasht.
Doch meines Erachtens konnte diese Box sich sogar noch steigern.
Denn „Die Schöne und das Biest“ wird von einer sehr berühmten Synchronsprecherin gelesen – Gabrielle Pietermann. Vielleicht sagt vielen der Name nichts, doch hört ihr ihre Stimme, kennt ihr diese garantiert. Unter anderem spricht Pietermann die Hermine aus Harry Potter. Ihre Stimme ist dementsprechend sehr angenehm und weich. Gleichzeitig kann sie unglaublich gut Spannung aufbauen und es gefiel mir sehr, wie wertend sie einige Passagen las (zumeist über Gaston). Diese Geschichte ist etwas kurzweiliger, als jene von Cinderella. Doch auch ihr wird unglaublich viel Leben eingehaucht. Ob das nun der mit Akzent sprechende Lumiere ist, oder das garstige Biest, das immer wieder in Rage gerät. Die Stimmen sind sehr betont und gekonnt umgesetzt und nehmen den Hörer so völlig gefangen.
Wer sich übrigens fragt, ob auch die berühmten Lieder Teil der Hörbücher sind, muss leider enttäuscht werden. Die Sprecherinnen konzentrieren sich voll und ganz auf die märchenhafte Umsetzung beider Geschichten. Und wisst ihr was…sie machen es so gut, dass gar nicht auffällt, dass in diesen Disney-Geschichten niemand singt.


Ich kann diese CD-Box aus tiefstem Herzen empfehlen. Ganz egal, wie alt man ist: Mit der Interpretation beider – absolut herausragender – Sprecherinnen erwachen sowohl „Cinderella“, als auch „Die Schöne und das Biest“ zu ganz neuem Leben. Spannend, romantisch, emotional und sehr humorvoll sind nur einige Attribute, mit denen ich diese CD-Box beschreiben möchte. Ich kann nichts anderes tun, als fünf Sterne zu vergeben – und auf den Tag zu warten, die Geschichten mit meinen eigenen Kindern erneut zu hören.