17. September 2019

Rezension [Hörbuch]: "Elefanten vergessen nicht" von Agatha Christie



Titel: Elefanten vergessen nicht
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Martin Maria Schwarz
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Seiten: 208
Dauer: 5h 51min


Sammelleidenschaften sind etwas schönes. Vor allem, wenn sie Agatha-Christie-Hörbücher betreffen. Meine persönliche Sammlung umfasst inzwischen einige Hörbücher der Grand Dame der Kriminalgeschichten und deswegen durfte das neu erschienene Hörbuch „Elefanten vergessen nicht“ natürlich nicht fehlen. Der Klappentext wirbt mit der Frage „War es Mord oder Selbstmord?“, was direkt meine Aufmerksamkeit erregte. Doch es wird noch besser: Denn hier ermittelt nicht nur Hercule Poirot, sondern auch seine Freundin Ariadne Oliver. Gemeinsam sorgen die beiden für die perfekte Chemie in diesem Hörbuch, das nicht nur spannend, sondern auch sehr humorvoll ist: Absolute Empfehlung!

Hercule Poirot wird von seiner Bekannten Ariadne Oliver um Rat in einem längst vergangenen Fall hinzugezogen. Die Eltern ihrer Patentochter Celia wurden vor zehn Jahren tot in einer Höhle aufgefunden und man wußte nicht ob sie ermordet wurden oder Selbstmord begangen haben. Celia will endlich die Wahrheit wissen. Die beiden Privatdetektive befragen alte Bekannte der Familie, denn Elefanten vergessen nichts. Und natürlich ist es Hercule Poirot, der schließlich alle Fäden verbindet und den Fall lösen kann.

Es gibt so viele Faktoren, die für das Hören der alten Krimi-Geschichten von Agatha Christie sprechen. Ich liebe die Bücher der Britin sehr und freue mich immer, wenn ich gemeinsam mit Hercule Poirot oder Miss Marple ermitteln darf. Allerdings habe ich inzwischen eine wahre Passion zu den dazugehörigen Hörbüchern entwickelt. Die Geschichten sind einfach immer spannend, sie sind charmant (, auch weil sie in einer völlig anderen Zeit spielen), sie sind vielseitig und man kann in ihnen versinken. Letzteres gelingt mit dem Medium des Hörbuchs besonders gut, denn gute Sprecher machen die Christie-Hörbüchern mit ihren akkuraten Betonungen und Sprechweisen zu kleinen Schätzen. 
So ist es auch bei „Elefanten vergessen nicht“. Doch hier kommen noch ein paar clevere Kleinigkeiten hinzu. Allein der Titel ist eine Erwähnung wert, denn er ist einfach perfekt. Der Satz fällt im Hörbuch selbst wirklich oft, doch er passt auch wie die Faust aufs Auge. „Die Elefanten“ sind all die alten Damen, die selbst im Kontext der Geschichte bereits alt sind und immer viel getratscht haben. Deswegen wissen sie auch über viele Dinge Bescheid. Und so ergibt sich ein ungewöhnlicher Detektivfall, der beinahe nur durch Indizien gelöst werden kann. Das Puzzle der vielen Befragungen und Informationen zu lösen, obliegt natürlich nur einem: Hercule Poirot. Doch er bekommt Unterstützung in diesem Fall und zwar von niemand geringerem als von der Krimiautorin Ariadne Oliver. Ich kenne Miss Oliver aus anderen Poirot-Fällen und ich muss sagen, dass sie ein sehr wohltuender Charakter für die Poirot-Geschichten ist. Sie mischt den Laden auf und bringt eine neue Perspektive. Ich mag ihre direkte und etwas freche Art. Sie lässt sich von niemandem etwas sagen und ist gleichzeitig erschreckend ehrlich. Ich finde Miss Oliver wirklich erfrischend, denn sie ist so selbstsicher, dass sie auch einen Hercule Poirot mal kritisiert. Gleichzeitig harmonieren beide Detektive einfach gut. Die Mischung der aufgeweckten Autorin und des etwas antiquierten Belgiers ist phänomenal. 
Im Hörbuch teilen beide sich mit ihren Befragungen auf und finden unabhängig voneinander viele wichtige Dinge heraus. Miss Oliver hat einen gewissen Bezug zu dem Fall, der weit in der Vergangenheit liegt. Poirot wird lediglich um Hilfe gebeten. Die Ermittlungen sind beinahe unaufregend und drehen sich vor allem am Anfang im Kreis. Der Fall liegt beinahe 20 Jahre zurück, was die Ermittlungen erschwert. Doch aufgrund dessen kommen die wichtigen Fakten auch alle erst nach und nach ans Licht, sodass es durchweg spannend bleibt. Besonders erwähnenswert ist an diesen Stellen der spitzfindige Humor, der das ganze Hörbuch begleitet. Sei es Poirot, Miss Oliver oder einer der befragten Elefanten – viele Gespräche sind mit einer humorvollen Note untermauert. So hat man als Zuhörer wirklich eine Menge Spaß. Der Humor ergibt sich zum Teil aber auch durch den Sprecher. Martin Maria Schwarz liest „Elefanten vergessen nicht“ wirklich gut. Auch seine Stimme für Poirot hat mir gut gefallen und dass, obwohl ebendiese so schwer ist. Poirots französischer Akzent kann als Hörer schnell sehr anstrengend sein, doch Schwarz bekommt es wirklich gut hin und man hört seiner tiefen Stimme gern zu. 
Insgesamt ist die Geschichte, die sich hinter den vielen Verhören versteckt eine sehr interessante. Kurz vor Ende war ich mir der Lösung des Falles sicher und leider konnte man mich auch nicht in die Irre führen. Trotzdem finde ich die Geschichte rundum gelungen. Es gibt viel Platz für die menschlichen Abgründe, gleichzeitig aber auch ein paar nette Nebenschauplätze, die von der Lösung des Falles profitieren. Ein großer Nachteil des Hörbuchs ist allerdings seine Kurzweiligkeit: Mit beinahe sechs Stunden handelt es sich um ein kurzes Hörvergnügen, doch dadurch gibt es auch keine unnötigen Längen und man kann der Geschichte einfach folgen und in ihr versinken.


Ich kann „Elefanten vergessen nicht“ uneingeschränkt empfehlen. Mir haben der Aufbau des Falles, aber auch die viele Verhöre der alten „Elefanten“ wirklich gut gefallen. Des Weiteren ergeben die beiden Detektive eine tolle Mischung, sodass für jeden Hörer etwas dabei ist. Spannung ist definitiv garantiert und diese wird in ein sehr charmantes Umfeld eingebettet. Ich werde diesen Fall jedenfalls nicht so schnell vergessen  - vielleicht, bis ich selbst ein Elefant bin. Von mir gibt es die volle Punktzahl, da ich beim Hören mehr als nur Spaß hatte.




28. August 2019

Rezension: "Die Greifenreiterin - Gefangenschaft" von Sabine Schulter



Titel: Die Greifenreiterin - Gefangenschaft
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Selfpublished
Seiten: 385
Preis: 4,99€


Ich mache selten Ausflüge ins Genre der High-Fantasy. Doch als ich erfuhr, dass eine meiner Lieblingsautorinnen sich wieder diesem Themenbereich zuwandte, musste ich das Buch sofort lesen. Sabine Schulters neue Fantasy-Trilogie handelt von einem ganz besonderen Gespann: Die junge und temperamentvolle Rayna hat nämlich eine spezielle Verbindung zu einem außergewöhnlichen Wesen – sie ist eine Greifenreiterin. Rayna und ihr Greif Ferril sind noch sehr jung, doch sie spielen eine wichtige Rolle in den Entwicklungen rund um das atemberaubende Teharis. Freundschaft, Krieg, Kampf aber auch Liebe warten auf den Leser.
Willkommen in einer wunderschönen und detailreich ausgearbeiteten Fantasywelt, in der liebevolle Freundschaften und Verbindungen genauso wichtig sind, wie der Zusammenhalt der faszinierendsten Völker – willkommen in der Welt von Rayna und Ferril.




Gleich bei ihrer ersten Mission als vollwertige Reiterin fällt Rayna mit ihrem Greifen Ferril in die Hände der Nanjok, einem unbarmherzigen Volk des Nordens. Was dieses weit im Süden zu schaffen hat, weiß Rayna nicht – genauso wenig wie Hyron, der ebenfalls gefangen gehalten wird, wenn auch nicht durch Ketten. All ihr Denken ist auf Flucht ausgerichtet. Doch was beide nicht einmal erahnen, ist, dass ihr Treffen und ihr gemeinsamer Überlebenskampf bei den Nanjok erst der Anfang von etwas viel Größerem bedeutet.



Sabine Schulters Bücher sprühen vor Detailreichtum immer geradezu über. Die Autorin hat ein Händchen für fantastisch ausgearbeitete Figuren, Völker und ja - Welten. Gerade deswegen fühlt sie sich im Fantasybereich sicher auch so zu Hause. Mit „Die Greifenreiterin – Gefangenschaft“ begibt sie sich wieder in den High-Fantasy-Bereich und dort beweist sie ihr Können bis aufs Äußerste. Für mich machen High-Fantasy-Bücher vor allem der interessante Weltentwurf und innovative Völker oder Stämme aus – immer nur Elben, Zwerge oder Trolle sind nun einmal langweilig. 
Schon wenn man das Buch aufschlägt, bemerkt man die Liebe zum Detail und jeder Fantasy-Fan fühlt sich schon auf den ersten Seiten zu Hause. Denn dort findet sich eine tolle Übersichtskarte, sodass jeder Leser erst einmal in der Betrachtung Teharis versinkt. Die Welt von Rayna ist nicht die größte, doch sie ist abwechslungsreich und die Karte bietet vor allem Orientierung. Aber nicht nur das: Nach dem intensiven Betrachten möchte man einfach nur in diese neue und unbekannte Welt abtauchen. Und dank eines grandiosen Prologs gelingt das sofort. 
Wir lernen Rayna im Alter von fünf Jahren kennen, während sie einen der wichtigsten Augenblicke ihres Lebens durchlebt. Rayna ist Teil des Himmelsvolkes, welches sich durch seine Verbindung zu Greifen auszeichnet. Doch nicht jeder aus dem Himmelsvolk darf diese besondere Bindung mit einem Greifen eingehen – nur die wenigsten werden erwählt. Da das Buch nun aber „die Greifenreiterin“ heißt, ist der Ausgang des Prologs relativ klar. Doch glaubt mir, das Kapitel überrascht dennoch und am Ende hatte ich beinahe Tränen in den Augen. 
Rayna wird von Ferril erwählt, ein Greifenweibchen. Die Verbindung zwischen beiden ist für den Leser sofort spürbar und sie trägt ihn durchs Buch. Immer wieder ist es schön, wie tief diese Bindung ist und das, obwohl einer der beiden Teile gar nicht sprechen kann. Dennoch schafft die Autorin es, den Greifen charakterstark zu zeichnen und so schleicht er sich sofort ins Herz der Leser. Ferril ist ein so wunderschönes Geschöpf, dass sie das eigentliche Highlight des Buches ist.
Doch auch ihre Reiterin steht dem schönen Wesen in nichts nach. Rayna ist eine tolle Protagonistin. Sie ist starrsinnig und stark. Ranya hat ihren ganz eigenen Kopf und kennt dennoch ihren Platz in der Welt – und der ist an Ferrils Seite. Die beiden halten zusammen und meistern auch die schlimmsten Situationen. Mir hat Raynas Stärke sehr imponiert, doch auch ihre Schwächen werden gut aufgegriffen. Denn kann der Falsche nicht gerade diese besondere Verbindung zu Ferril auch ausnutzen?
Neben dem Himmelsvolk spielen noch die Shealif und die Nanjok eine große Rolle. Während die einen ein sehr sensibles Naturvolk sind, kommt der Stamm aus dem Norden sehr brutal und derb daher. Wie der Klappentext schon verrät, werden Rayna und Ferril von den Nanjok gefangen genommen. Dort begegnet Rayna den anderen Hauptcharakteren des Buches. Das ist vor allem Hyron. Er ist der beste Fährtenleser des Landes und wird von den Nanjok festgehalten. Er hilft ihnen, in den Süden zu gelangen, denn diese halten seine zarte Schwester Satella gefangen. Doch was wollen die Nanjkok im Süden? Dort lebt das magiebegabte Volk der Tenga. Wollen die starken Nanjok sich etwas Magie aneignen? Und wenn ja, was haben sie damit vor?
All diese Fragen bleiben im Buch unbeantwortet – schließlich haben wir es mit einer Trilogie zu tun.
Der erste Teil widmet sich vor allem der Beziehung zwischen Rayna und Ferril und ihrem ersten Abenteuer, das gehörig schiefgeht. Den größten Teil der Geschichte sind die beiden gefangen (, wie man dank des Titels erahnen kann). Diese Gefangenschaft zieht sich durchaus ein wenig. Zwischenzeitlich wartete ich darauf, dass ein klares Ziel des ersten Teils auftaucht, doch dem war nicht so. Vielmehr wird sich Zeit genommen, um die Welt auszuarbeiten, den Leser tiefer in Teharis Zauber zu ziehen und die Beziehungen unter den Figuren zu vertiefen. An dieser Stelle sei bemerkt, dass auch Raynas Bruder Karim eine große Rolle spielt, welchen ich wirklich toll fand.
Obwohl das Buch also zwischendurch auch sein Tempo verliert, bleibt es zu jeder Zeit schön und auf gewisse Weise spannend. Einige der Kapitel bieten gerade von letzterem eine ganze Menge! Vor allem ab der zweiten Hälfte nimmt das Buch Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Die letzten Kapitel eröffnen völlig neue Möglichkeiten und verraten einen Hauch der weiteren möglichen Geschehnisse. Am Ende des Buches denkt man sich auf jeden Fall: „Wieso geht es jetzt nicht weiter?!“ Damit hat die Autorin also alles richtig gemacht, denn der Leser bleibt auch Tage später in Gedanken noch in Tehrais bei Rayna und Ferril.
Besonders gut hat mir wirklich die Welt gefallen, sowie die Bindung zwischen Ferril und Rayna. Auch Hyron ist ein toller Charakter und ich bin gespannt, wie sich die Beziehung zwischen der Reiterin und dem Shealif noch entwickelt. Denn angedeutet wird an dieser Stelle bereits ein wenig. Zwischenzeitlich passierte nach meinem Geschmack zu wenig, doch ab der Hälfte ist das Buch sehr spannend. 
Der Schreibstil ist fließend und regt zu vielen bunten Vorstellungen an. Man sieht die Felder und Wälder Teharis vor seinem inneren Auge und kann es sich dank der Karte noch besser vorstellen.


Ich habe „Die Greifenreiterin – Gefangenschaft“ gern gelesen, denn die Verbindung zwischen der Reiterin und ihrem Greifen ist etwas ganz besonderes. Rayna ist eine junge und sehr charakterstarke Frau, die die Handlung immerzu trägt. Gemeinsam mit ihr und Ferril taucht man gern in die Geschichte ein und drückt beiden die Daumen. Ob sie das Geheimnis um die Reise der Nanjok lüften können? Um das zu erfahren, müssen wir wohl bis Ende des Jahres warten. Ich vergebe für den Auftakt der Reihe gute 4 Sterne und freue mich auf die weiteren Abenteuer.




10. August 2019

Rezension [Hörbuch]: "Das Geheimnis der vier Briefe" von Sophie Hannah



Titel: Das Geheimnis der vier Briefe - ein neuer Fall für Hercule Poirot
Autor: Sophie Hannah
Sprecher: Wanja Mues
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 16,00 €
Seiten: 368
Dauer: 10h 55m


Es gibt viele großartige Autoren, die das Zeitliche bereits segnen mussten und die Buchwelt trauert um sie. Im Falle der Gand Dame der Kriminalgeschichte ist es natürlich nicht anders: Agatha Christie hat Figuren geschaffen, die in die Literaturwelt eingingen und das Leben vieler Menschen geprägt haben. Wie traurig ist es aber, dass genau diese Charaktere keine neuen Geschichten erleben können, denn die Federführende kann natürlich keine mehr erschaffen?! Ich persönlich liebe die Bücher von Agatha Christie und habe eine große Vorliebe für den belgischen Detektiv Hercule Poirot. Doch dem Umstand, dass Poirot nicht mehr ermitteln kann, muss ich mich nun einmal unterordnen. Oder nicht? Dank mutiger Pioniere muss das tatsächlich niemand. Denn die Autorin Sophie Hannah hat sich daran versucht Christies Stil und Figuren zu kopieren und ein neues Abenteuer zu schaffen. Meine Hoffnungen waren dem „(Das )Geheimnis der vier Briefe“ gegenüber sehr groß und deswegen besorgte ich mir das Hörbuch. Doch tatsächlich bleibt trotz guter Unterhaltung auch eine skeptische Note zurück.

Wer ist Barnabas Pandy und wurde er wirklich ermordet? Diese Frage stellt sich der berühmte Privatdetektiv Hercule Poirot, nachdem er Besuch von einer ihm vollkommen unbekannten und aufgebrachten Dame erhalten hat. Sie hat ihm einen Brief unter die Nase gehalten: Darin wird sie von Poirot des Mordes an besagtem Herrn Pandy bezichtigt. Und es soll nicht bei dieser einen mysteriösen Begegnung bleiben. Wenig später wird Poirot von einem ihm ebenfalls unbekannten Herrn mit dem gleichen Brief aufgesucht. Wie viele dieser Briefe sind noch im Umlauf? Wer hat sie geschrieben und mit welcher Absicht? Und kann Poirot diesen Fall aufklären, ohne Menschen in Gefahr zu bringen?

Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Hörbuch gefreut. Bereits in der Vergangenheit habe ich einige Christie-Romane in diesem Format gehört und das funktioniert zumeist recht gut. Ein Problem, das vom Medium Hörbuch abhängt, wird allerdings durch den Charakter Hercule Poirot schnell deutlich: Der Belgier hat einen starken französischen Akzent und damit muss der Sprecher zurechtkommen. Bevor ich also etwas zur Geschichte selbst sage, möchte ich zunächst auf die Vor- und Nachteile des Hörbuchs selbst eingehen. 
Der Sprecher ist Wanja Mues, welcher mir nicht unbekannt war. Er hat eine angenehme Stimme und einen wirklich guten Stil. Er verleiht jeder Figur eine andere Note und zum Teil ist das sehr aufwendig. Den alten Buttler Kingsbury hat er beispielsweise grandios gesprochen, ebenso wie den konservativen Stanley Strang. Allerdings ist Poirot selbst wirklich schwer zu sprechen. Mues hat sich dafür entschieden ihn authentisch darzustellen und so ist der französische Akzent allgegenwärtig. Problematisch wird das aber in diesem Fall, weil Poirot die absolute Hauptfigur ist. Das ist, wie Christie-Fans wissen, nicht immer der Fall. Oft hält der Belgier sich auch im Hintergrund. Hier allerdings ist er der Handelnde, wenn auch nicht Erzählende und deshalb hat er große Redeanteile. Ich fand es irgendwann sehr anstrengend dem Akzent zu lauschen und ich bin mir sicher, Mues muss es ähnlich gegangen sein. Generell spricht er Poirot absolut gekonnt, doch es war mir auf Dauer einfach zu viel. 
„Zu viel“ ist aber generell ein gutes Stichwort. Sophie Hannah hat ein anerkennenswertes Unterfangen gewagt: einen neuen Poirot-Fall zu erschaffen. Allein dafür bin ich ihr sehr dankbar. Und dieses Unterfangen gelingt an vielen Stellen tatsächlich sehr gut! Man muss aber festhalten, dass man die große Agatha Christie eben nicht einfach kopieren kann. Vielleicht ist das auch gar nicht das, was erreicht werden sollte. Denn ich glaube schon, dass Hannah wusste, dass das nicht gelingen kann. Betrachtet man das Hörbuch also unter diesem Aspekt, bleibt der Eindruck ein positiver. Alle, die aber einen Original-Christie erwarten, werden enttäuscht sein. Denn Sophie Hannah hat neben den klassischen Handlungselementen schon ihre eigenen miteingebracht. So fand ich persönlich die obligatorische Aufklärung am Ende im Kreise aller Verdächtigen einfach viel zu lang und ausufernd! Dass es diese klassische Aufklärung gab, finde ich allerdings toll. Aber die Umsetzung war leider nicht gut. Festhalten tut die Autorin auch an anderen Elementen, wie zum Beispiel dem Niederschreiben der Geschichte von jemand anderes. In diesem Fall wird die Geschichte von einem befreundeten Inspektor bei Scotland Yard verfasst. Wer aber auf Japp hofft, wird enttäuscht. Der gute Mann heißt Edward Catchpool und war mir völlig unbekannt. Dennoch ist er eine wirklich gelungene Figur, die gut mit Poirot harmoniert. Das kann man insgesamt zum Figurenensemble sagen. Die Autorin hat wirklich alles aus ihrer Trickkiste herausgeholt und großartige Figuren erschaffen. Problematisch ist einzig die Fülle ebenjener. Denn man verliert doch ziemlich schnell den Überblick, wer denn jetzt wer war. Das ist bei den Hauptfiguren nicht der Fall, die Nebenfiguren konnte ich irgendwann nicht mehr überschauen. Im Booklet findet sich allerdings eine Übersicht der Personen, was helfen kann.
Loben möchte ich durchaus auch den Aufbau der Geschichte und vor allem deren Lösung. Die Schlüsse, die Poirot durch seine kleinen grauen Zellen schließt, sind Christie-würdig. Manchmal handelt Poirot aber schon anders, als ich es erwartet hätte, was sicher an Hannahs Note liegt.
Das Hörbuch schafft es allerdings nicht, unnötige Längen zu vermeiden, was schade ist. Man bekommt Teile des Falles nur sehr bruchstückhaft mit und die Geschichte schweift oft zu anderen Schauplätzen. Lange Zeit weiß man eigentlich gar nicht, wo die Geschichte hin soll. Es gibt vier Briefe, die Poirot angeblich geschrieben haben soll – was er natürlich nicht hat – und mit denen er konfrontiert wird. Alle handeln vom Mord an Barnabas Pandy, doch dieser wurde gar nicht ermordet. Poirots Interesse ist auf jeden Fall geweckt und so entwickelt sich ein doch recht interessanter Fall, der wie gesagt, lang im Dunkeln tappt. Diese Längen haben mich wirklich gestört. So ergab sich auch, dass die Aufklärung eben so umfangreich sein musste, denn sie liegt keinesfalls auf der Hand. Dennoch ist die Mischung aus neuen und alten Elementen durchaus gelungen, wenn eben manchmal auch etwas störend.


Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen. Die Handlung selbst ist interessant und weckt das Interesse des Hörers. Vieles hält sich an die Vorlage, was wirklich toll ist. Poirot denkt, wie man ihn kennt, es gibt eine tolle Auflösung und einen undurchsichtigen Fall. Aber Abwandlungen gibt es natürlich und diese ziehen sich oft unnötig in die Länge. Obwohl mir der Aufbau, die Figuren und der Fall generell gut gefallen haben, störte ich mich an einigen anderen Dingen, wie etwa den großen Redeanteilen von Poirot.. Deswegen vergebe ich 3,5 Sterne und spreche den Hinweis an alle alteingesessenen Fans aus, die Erwartungen nicht zu hoch zu stecken. Sophie Hannah hat eine schöne Geschichte geschaffen, die an alte Klasse erinnert, aber eben nicht an sie heran kommt.



2. August 2019

Rezension: "Origin" von Dan Brwon




Titel: Origin
Autor: Dan Brown
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 12,00€
Seiten: 672



Dan Browns Werke sind moderne Klassiker. Millionen von Menschen haben die Weltbestseller rund um den Harvard Professor Robert Langdon verschlungen, denn sie sind spannend, interessant und auch immer ein kleines bisschen provokant. Und dennoch hat man das Gefühl, etwas zu lernen, wenn man dem Symbologen durch die Weltgeschichte folgt. 

Als vor zwei Jahren „Origin“ herauskam waren die Meinungen verschieden. Viele sagten, es sei das schwächste Dan Brown-Buch, das bisher erschienen ist und deswegen nahm ich zunächst Abstand. Nun endlich stellte ich mich aber dem Abenteuer, das vor allem in Spanien spielt und ich habe es nicht bereut. Spannung, kontroverse Debatten und viel Erstaunen legen in diesem Buch und deswegen fügt es sich nahtlos in Langdons Abenteuer!




Die Wege zur Erlösung sind zahlreich.

Verzeihen ist nicht der einzige.
Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner "bahnbrechenden Entdeckung", das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.
Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekanntmachung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.



Obwohl die Langdon-Bücher immer sehr umfangreich sind, kann man die Bücher schnell lesen, so auch „Origin“. Wenn man Zeit hat und sich auf das Buch einlässt, dann lässt es den Leser nicht mehr los. Man möchte weiter lesen, denn der Sog des Geheimnisses ist stark. Hinzu kommt der gute und sehr flüssige Stil des Autors. Dan Brown ist ein Meister seiner Klasse. Er hat ein gutes Gespür für den Zeitgeist und aktuelle Themen, die die Menschheit umtreibt. Auch deshalb haben seine Bücher so viel Erfolg. „Origin“ vereint thematisch die moderne Welt und die alten Religionen. Ein Widerspruch? Wer weiß. Genau das ist auch zentrale Frage des Buches. Der Aufbau von Origin ist wie immer atemberaubend. Brown gibt dem Leser immer nur so viele Informationen, wie dieser unbedingt benötigt und vieles klärt sich natürlich erst am Ende. Dadurch ist Spannung garantiert und diese wird auch durch den ständigen Perspektivwechsel unterstützt. In „Origin“ gibt es neben Robert Langdon eine weitere Protagonisten, Amber Vidal, die Verlobte des spanischen Thronfolgers. Natürlich ist sie wunderschön und gleichzeitig gebildet und fügt sich so ganz wunderbar in die Reihe der „Langdon-Girls“. Neben den beiden gibt es zahlreiche weitere Figuren und anfangs läuft man Gefahr, den Überblick zu verlieren. Doch durch Browns guten Aufbau geschieht dies eben nicht. Durch die zahlreichen Figuren schafft der Autor lediglich die großer Perspektivvielfalt und so sind die folgenden Kapitel immer aus der Sicht einer anderen Figur geschrieben. Die Schauplätze sind außerdem sehr vielfältig. Die Geschichte spielt zum größten Teil in Spanien: Bilbao, Madrid und Barcelona. Aber auch Dubai und Budapest sind Handlungsort, wenn auch nur als Nebenschauplätze. Spanien ist ein sehr reizvolles und kulturreiches Land, was in diesem Buch sehr gut rüberkommt. War man bereits in einer der drei Städte, erkennt man die Detailtreue von Brown und fühlt sich beinahe schon als kleiner Teil der Geschichte.
Worum genau es in der Geschichte geht, will ich gar nicht so genau sagen. Nur so viel: Robert Langdons alter Student Edmont Kirsch, Technologiespezialist und Futurologe, hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die die Welt verändern wird, so wie wir sie kennen. Diese Entdeckung will er in einer Präsentation verkünden, die die ganze Welt sehen kann – live oder über Streaming. Doch das soll verhindert werden und das wird es auf äußerst brutale Weise auch. Damit die Welt jedoch trotzdem das Geheimnis lüften kann, macht Landon sich mit Vidal auf, die Präsentation noch zu starten. Diese ist aber natürlich verschlüsselt gespeichert und es müssen Codes geknackt werden, um an sie heran zu kommen. Dabei haben die beiden eine entscheidende und sympathische Hilfe: Winston. Wer das aber ist, wird an dieser Stelle nicht verraten. Es geht also um Themen wie Technologie und Mord, Religion und Freundschaft und das alles im Setting von Kunsthistorie und Symbolforschung. Ein klassischer Langdon eben. Kleine Kritikpunkte habe ich allerdings, auch wenn diese kaum in die Wertung miteingehen. Insgesamt zieht sich das Buch immer mal wieder. Es hätte mindestens 50 Seiten dünner sein können, wenn der Autor das gewollt hätte. Diese Längen sind nicht weiter schlimm, lassen den Leser aber manchmal tief durchatmen. Problematisch ist lediglich, dass auf den letzten 10 Seiten dann eine ganze Menge noch herauskommt, wofür man sich hätte mehr Zeit nehmen können. Hier wurde nicht optimal gewichtet und dennoch ist die Kürze des Endes natürlich ein stilistisches Mittel. So oder so hat man nach Beenden des Buches ein Redebedürfnis – und das heißt doch, dass das Buch etwas mit dem Leser gemacht hat!


Meines Erachtens ist die viele Kritik an diesem Buch nicht gerechtfertigt, denn „Origin“ ist ein typischer und verdienter Robert Langdon-Fall. Das Buch ist spannend und nervenaufreibend. Es ist modern und dennoch klassisch, wie sein Protagonist auch. Dan Browns toller Stil macht den Rest, so dass man das Buch verschlingen kann. Spanien als Schauplatz ist sehr gut gewählt und die Verstrickungen zwischen den einzelnen Figuren sind sehr gelungen. Mich hat das Buch trotz seiner Längen absolut überzeugt, weshalb ich 5 Sterne vergebe. Ich hoffe wirklich, dass es nicht das letzte Langdon-Buch war!





29. Juli 2019

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #38

Hallo ihr Lieben!


Es ist Sommer! Und nachdem ich nun aus meinem Urlaub zurückgekehrt bin, habe ich endlich ein wenig Zeit über. Sicher, das ändert sich wieder schnell. Aber ich möchte doch in den nächsten Tagen mal ein paar Beiträge schreiben und genau damit fange ich doch jetzt mal an ;)
Wie schon vor einigen Wochen angekündigt, folgt als erstes der Beitrag aus meiner Lieblingskategorie, nämlich das SuB-Interview. Im letzten Monat hat Karli schon bekannt gegeben, dass er sich im Juli mit Verspätung melden muss - da ich, wie gesagt, im Urlaub war. Der Kleine hat sich damit einigermaßen zufrieden gegeben, schließlich hatte er die Hoffnung, dass ich im Urlaub viel lesen würde. Dann wollen wir also mal sehen, ob diese Rechnung aufgegangen ist. Bereit, Karli? Na, dann los!



Und wie jeden Monat - egal, ob mit Verspätung oder nicht - hier der Hinweis auf den schönen Blog der lieben Anna, die diese Aktion ins Leben gerufen hat! Vielen Dank dafür!


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Halli Hallo, ihr lieben Buchmenschen und SuBs da draußen! Es freut mich, dass ich mich im Juli nun doch noch melden darf. Wie ich schon angekündigt hatte, musste ich nämlich bis heute warten, bis meine gnädige Besitzerin sich mal erbarmte und diesen Beitrag abgetippt hat. Ohne sie bleibe ich leider relativ machtlos - traurig, aber wahr. Aber nun gut, kommen wir doch mal zum Kern der Sache.
Wie Julia schon sagte, habe ich mich mit dieser (doch ziemlich langen) Verspätung zufrieden gegeben unter der Bedingung, dass dann ganz viel gelesen wird und ich ein wenig abnehmen kann. Julia will derzeit übrigens auch abnehmen, ich finde ja, das sollten wir zusammen machen. Ich bin noch dabei, ihr diesen Plan etwas näher zu bringen..Jaja, zurück zum Thema. Ach, das ist aber auch schlimm hier, nicht mal abschweifen darf man :P
Also: Ist meine Rechnung aufgegangen? Ha! Die wenigsten haben es wohl geglaubt und Julia vielleicht am allerwenigsten. Aber in meiner Liste hat sich doch einiges getan! Im letzten Monat  - jaja...die 9 Tage Verspätung sind jetzt als Bonus miteingegangen, schon klar...zählt aber trotzdem :P - war ich 143 Bücher groß. Das ist schon eine furchtbare Zahl. Und deswegen übergehen wir das und kommen direkt zum Erfreulichen. Heute bin ich...Trommelwirbel...134 Bücher groß!!! Jaaaa! Man kann es beinahe nicht fassen! Aber ich bin tatsächlich um 9 Bücher geschrumpft :) Das finde ich ziemlich, ziemlich toll! Ihr auch? Ein solcher Fortschritt hat schon lange auf sich warten lassen. Aber nun habe ich Julia den Kopf mit meinen Seiten getätschelt, denn ich bin wirklich stolz auf sie :)


2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Ich könnte nun den letzten Satz der vorigen Frage einfach kopieren und er würde meine Gefühle durchaus ausdrücken: Ich bin sehr zufrieden! Es ist wirklich eine Weile her, seit ich an den 130 Büchern kratzte. Aus reiner Neugier habe ich Julia mal damit beauftragt nachzusehen, wann ich das letzte Mal kleiner als 134 Bücher war. Letztes Jahr im Juli war ich knapp drüber mit 135, aber kleiner als 134 war ich - Achtung! - das letzte Mal im Dezember 2017! Puh!! Ich kann mir das kaum vorstellen, daher: Ich wiederhole es gern, ich bin mit der Pflege endlich mal zufrieden, da diese Zahl wirklich ein Fortschritt ist. Nun muss ich nur noch gegen die Wunschlisten zum Geburtstag und zu Weihnachten ankämpfen und es besteht wieder Hoffnung für mich :)
Nun aber zur eigentlichen Frage. Bei meinem aktuellen Stand ist es naheliegend, dass nicht viele Neuzugänge bei mir eingetrudelt sind. Und so ist es auch. Die  einzigen "neuen" Bücher sind die folgenden:


 


Wie ihr sehen könnt, handelt es sich um zwei Hörbücher und ein Printexemplar. Ich freue mich, verkünden zu können, dass zwei dieser drei Bücher schon nicht mehr auf meinem Stapel ruhen. Genau, sie sind bereits gelesen, bzw. gehört worden.
Fangen wir mal beim Print an, denn dazu gibt es eine kleine Story. Wie ihr ja wisst, ist Julia im Referendariat und hat natürlich auch Fachseminare. Eines von Julias Fächern ist Deutsch, was ja irgendwie naheliegend ist. Julias Fachleitung ist eine ziemlich coole Frau, sie hat dem Seminar allerdings eine Hausaufgabe mit in die Ferien gegeben: "Gehen Sie in eine Buchhandlung und schauen Sie sich um. Informieren Sie sich ein wenig und kaufen Sie ein Buch, das nicht älter als zwei Jahre alt ist. Dieses Buch sollen Sie lesen. Einfach mal wieder etwas für sich selbst lesen - das ist die Aufgabe."
Julia hat diese Aufgabe ziemlich gern bewältigt und hat auch ein wenig geschmunzelt. Denn natürlich hat ihre Fachleitung diese Aufgabe in der Annahme gestellt, dass die Referendare in ihrer Freizeit nicht mehr lesen, oder es nicht schaffen, Freizeitlektüre zu lesen und immer nur Schulkram lesen. Das trifft zu einem großen Teil ja auch auf Julia zu - wir alle können diese Entwicklung seit Monaten verfolgen, schließlich schafft sie kaum Bücher, geschweige denn Rezensionen. Aber ihre Lust am Lesen oder den neusten Stand, was neue Bücher angeht, hat Julia nicht verloren. Eigentlich hätte sie nicht einmal in eine Buchhandlung gehen müssen, denn ich beherberge noch immer einige Bücher, die nicht älter als 2 Jahre sind und die UNGELESEN sind. Aber Julia wollte nicht schummeln, ging also in die kleine Buchhandlung des Ortes und sah sich um. Tatsächlich war die Bedingung der 2 Jahre etwas schwieriger, denn viele Bücher waren schon älter. Letztendlich fiel ihre Wahl aber eben auf "Invisible". Ausschlaggebend war ein kleines bisschen der Name auf dem Cover - Ursula Poznanski. Julia hat die Autorin bereits getroffen und hat "Aquila" geliebt, daher konnte ein Krimi in Zusammenarbeit doch sicher nur gut sein. "Invisible" lässt sich toll lesen und ist durchaus spannend. Zwischendurch hat es aber seine Längen und am Ende hatte Julia auch ein wenig zu meckern. Deswegen kam sie nur auf 3,5 Sterne. Aber hey, Aufgabe erledigt und dabei noch Spaß gehabt :)
"Invisible" hat Julia zum Teil im Auto gelesen, als sie mit ihrem Freund einen Roadtrip durch Italien gemacht hat. Während dieser Autofahrten haben die beiden aber auch ein Hörbuch gehört, nämlich "Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel". Max und Julia sind große Fans von Rick Riordan, weshalb die Wahl der beiden genau die richtige war. Das Hörbuch war wahnsinnig lustig und unterhaltsam, fünf Sterne also.
Noch nicht gehört wurde "Schlafe für immer". Das Hörbuch hat eigentlich Max geschenkt bekommen, aber ich bin mal so nett und gebe auch Max ungelesenen Büchern eine Heimat. Und sind wir ehrlich, Julia wird es sowieso zuerst hören...


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ein Buch verlassen, das schon relativ lange bei mir ist - allerdings nur zum Teil ungelesen war. Da ich gerade von Max' Büchern sprach, kann ich hier nahtlos anschließen. Im Dezember 2017 war "Origin" von Dan Brown nämlich ein Weihnachtsgeschenk von Julia an Max. Dieser hat es dann auch ganz schnell gelesen, aber natürlich musste auch Julia die spannende Geschichte um Robert Langdon noch lesen. Das hat sie nun endlich anderthalb Jahre später nachgeholt. Im Urlaub wurde "Origin" nämlich gelesen. Julia hat ja immer ein wenig Angst vor dicken Büchern und deswegen bin ich besonders stolz auf sie, dass sie diesen 670-Seiten Schinken nun beendet hat. Das hat sich übrigens auch gelohnt, denn das Buch ist sehr spannend und toll zu lesen. Daumen hoch also auch hier! Eine Rezension? Na, wir wollen ja nicht gleich übertreiben...


4. Lieber Karli, du weißt vermutlich, welche Frage jetzt kommt :) Vor einem Jahr fragte ich nach deinen drei ältesten SuB-Leichen: Sind sie immer noch ungelesen oder haben sie es mittlerweile in die Reihe der Gelesenen geschafft?

Oh nein, oh nein, oh nein...Das kann doch nicht sein! Das ist doch noch kein Jahr her, dass ihr mir diese Frage gestellt habt! Wirklich jetzt? Ach, das war schon letztes Jahr so sau peinlich. Wie sehr wünsche ich mir doch grade den Affensmiley, der sein Gesicht versteckt :/
Nun gut. Julia und ich waren so tapfer und haben uns durch die Beiträge gescrollt. Im letzten Jahr sind wir beide vor Schande im Boden versunken, denn die drei SuB-Leichen 2018 waren identisch mit denen von 2017. Das wollte Julia auf keinen Fall auf sich beruhen lassen.
Und ich darf verkünden, dass immerhin eines der drei Bücher in diesem Jahr gelesen wurde! Ist doch schon mal was ;) :D "Es soll Liebe sein " von Kate Saunders hat Julia direkt im Anschlussmonat letztes Jahr gelesen. Allerdings sind "Anna Karenina" und "Die Eismalerin" noch immer bei mir auf dem Stapel. Das nächstälteste Buch ist dann wohl "Das Gold von Malawi". Ich bezweifel aber, dass selbst wenn ich Julia damit beauftrage, eines der drei Bücher zu lesen, sie das tun wird. Aber gut. Ich versuche es mal: Also Julia, bitte lies im nächsten Monat mindestens eines dieser Bücher! Schließlich hast du noch zwei Wochen Sommerferien :P :D


 


Ja...kleines Fazit: Peinlich, aber was soll ich tun. Wie die Besitzerin, so der SuB ;) :D

Aber ich kann diese Frage auch noch ein kleines bisschen positiv beenden. Denn im letzten Monat habe ich ja drei sommerliche Bücher vorgestellt und Julia den Auftrag gegeben, eines dieser Bücher zu lesen. und das hat sie :) "Heliopolis" von Stefanie Hasse ist nicht mehr bei mir auf dem Stapel, denn es wurde gelesen. Leider war es nicht so gut, wie Julia erhofft hatte, aber es war ganz nett ;)
Vielleicht wird das ja im nächsten Monat besser. "Anna Karenina" wäre ja nicht weltberühmt, wenn es schlecht wäre :P Viel Spaß also, Julia ;)


Und das war dann auch mein Satz zum Montag ;) Ich bin nämlich leider schon wieder am Ende. Aber es war schön, denn dieses Mal konnte ich so richtig nette Sachen sagen, die ich sonst nicht unbedingt zu Julia sage. Ich kann ganz offensichtlich auch ein lieber SuB sein. Aber wisst ihr was? So ganz unter uns, ich glaub Julia mag mich so, wie ich bin - und das ist nun mal ein bisschen meckerig. Mal abwarten, ob sie eines der Bücher lesen wird. Immerhin bin ich schon mal deutlich kleiner und schicke Stoßgebete an den SuB-Himmel, dass das so bleibt ;)
Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche. Und dass ich so verspätet war hat natürlich auch sein Gutes: Ich darf schon in drei Wochen wieder schreiben :) Bis dahin also,

alles Liebe,
euer Karli

Und auch ich darf noch ein Schlusswort hinzufügen: Ich mag meinen SuB ganz genauso, wie er ist ;) Aber das viele Lob nehme ich sehr gern an :) Ich hoffe, ich kann Karlis hohen Ansprüchen auch weiterhin gerecht werden! Die SuB-Aufgabe hat es allerdings ganz schön in sich. Abwarten ;)

Wie sieht es bei euch aus? Haben eure SuB-Leichen sich verändert? Wie groß sind eure SuBs so?


Liebst,
eure Julia

2. Juli 2019

Rezension [Hörbuch]: "Star Wars Episode VIII - Die letzten Jedi"



Titel: Star Wars Episode VIII - Die letzten Jedi
Autor: Michael Kogge
Sprecher: Alexander Doering
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 9,99€
Seiten: 216
Dauer: 5h 12 Min

"Einmal Star Wars-Fan – immer Star Wars-Fan". So lautet zumindest meine Devise! Denn wie froh war ich, als bekannt wurde, dass es neue Episoden geben würde. Und obwohl die neuen Episoden sich natürlich von den alten unterscheiden, gefallen sie mir auf ihre ganz eigene Art. Ich persönlich bin jedenfalls sehr froh, dass die Geschichte der Galaxis noch nicht auserzählt wurde. Und weil ich von Leia und Co. einfach nicht genug bekomme, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, nach jedem Star Wars-Film auch das dazugehörige Hörbuch anzuschaffen.
Bei Episode VIII „Die letzten Jedi“ war es nicht anders. Und so begab ich mich erneut auf die Reise durchs Universum zu Rey, Kylo Ren und Luke. Anfangs war ich ziemlich skeptisch, doch letztendlich konnte mich auch dieses Hörbuch überzeugen und sogar zu Tränen rühren!


Rey hat es endlich geschafft, Luke Skywalker aufzuspüren, den letzten Jedi-Ritter, der jahrelang spurlos verschwunden war. Widerwillig erklärt er sich bereit, die junge Frau auszubilden, ist aber schon bald erschüttert von der ungewöhnlichen Stärke der Macht in ihr. Währenddessen muss sich der Widerstand von General Leia Organa der Angriffe der Ersten Ordnung erwehren. Snoke und sein gnadenloser Vollstrecker Kylo Ren scheinen den Widerstandskämpfern überlegen zu sein.

Vorweg: Mir hat der Film zu dieser Episode gut gefallen und das ist für das Hörbuch sicher nicht unwichtig! 
Meines Erachtens fügen sich nämlich auch die neuen Episoden nahtlos in die Reihe der alten ein. Dennoch sollte man sich beim Hören der Hörbücher bewusst sein, dass es eben die Bücher zu den Filmen sind. Es handelt sich nicht um ein Hörspiel, das etwa den gesamten Film lediglich nachstellt. Es sind gesprochene Bücher. Und dass diese nicht großartig von den Filmen abweichen, muss klar sein. In gewisser Weise versteckt sich hier auch meine einzige Kritik. Ich habe auch die Hörbücher der Episoden I-VI gehört und in diesen wurden dem Hörer noch mehr Zusatzinformationen geliefert. Man bekam ein Gespür für das Innenleben der Figuren und hatte das Gefühl die Geschichte nun viel besser verstehen zu können. Das fehlt mit bei den neueren Hörbüchern ein wenig. Tatsächlich trifft diese Tatsache nämlich auch auf „Episode VII“ und „Han Solo – A Star Wars Story“ zu. In allen drei Hörbüchern gibt es haufenweise Spannung und Action, überzeugende Sprecher und viel Spaß – doch allzu viel Neues bekommt der Hörer nicht. Und so eben auch in Episode VIII. Das Innenleben von vielen Figuren wird dennoch klarer. Besonders deutlich wurde das bei Rose. Ich finde die kecke Asiatin im Film wirklich niedlich. Doch ihre Stärke wurde mir erst durch das Hörbuch bewusst, ebenso wie die ihrer im Film namenlosen Schwester - doch hier bekommt sie endlich einen Namen. Und hach…die Geschichte von Finn und Rose ist im Hörbuch wirklich so viel schöner, als im Film! Das ist nicht leicht vorstellbar, aber die Emotionen sind auf diesem Hörbuch wirklich immens. Auch Reys Geschichte sehe ich nun klarer! Denn auch wenn nicht viel Neues kommt – in Bezug auf sie trifft das nicht zu. Mir ist ein biografisches Detail erst nun bewusst geworden und ich denke, es kann für die nächste Episode sehr wichtig werden. Man darf also geteilter Meinung sein: Einerseits hält sich das Hörbuch eben ganz genau an den Film. Es gibt keine Zusatzszenen, keine unbekannten Handlungsstränge und so weiß man eben, was passieren wird. Andererseits bekommt man liebevolles Detailwissen, das Innenleben der Figuren und ein Verständnis für die Charaktere. Wem das zu wenig ist, sollte nicht zu diesem Hörbuch greifen.
Mir war es keinesfalls zu wenig. Im Gegenteil. Ich freue mich immer wieder, wenn die liebenswerten Figuren ihre Auftritte haben, wenn BB8 die Galaxie rettet oder C3PO seine Zweifel bezüglich jeder Mission äußert. Auch das Wiedersehen mit Luke hat mir wahnsinnig gut gefallen! Seine Figur finde ich im Film tatsächlich ziemlich blass, doch er war es, der am Ende des Hörbuchs meine Emotionen steuerte und mich zum Weinen brachte! 
Zur Geschichte muss ich wahrscheinlich nicht allzu viel sagen. Das Geschehen des Films wird nacherzählt und das gelingt gut. Die Handlung ist spannend und vielseitig. Es gibt ruhige und actiongeladenen Szenen und natürlich das spektakuläre Finale! Auch für Lacher sorgt dieses Hörbuch, sodass der Humor nicht zu kurz bleibt.
Fehlen noch ein paar Worte zum Sprecher. Alexander Doering spricht im Film die Figur Poe Dameron. Und leider muss ich zugeben, dass er mir als Sprecher anfangs überhaupt nicht gefallen hat. Er las abgehackt und wenig überzeugend, mir fehlte das Gefühl. Doch mit der Zeit änderte sich dies! Alexander Doering fand immer mehr Gefallen am Lesen – zumindest macht es den Eindruck. Er fühlt mit den Figuren und gibt sich bei den Stimmen der Droiden oder von Meister Yoda sehr viel Mühe, was auch belohnt wird. Am Ende konnte er mich absolut fesseln und ich habe seiner Stimme gern gelauscht! Insgesamt ist sie sehr angenehm und hat eine schöne Färbung. Daher verzeihe ich die Anfangsprobleme und komme zu dem Schluss, dass er ein passender Vorleser ist.


Insgesamt hat mit dieses kurzweilige Hörbuch, das übrigens nur etwas länger als fünf Stunden lang ist, wieder wirklich gut gefallen! Die Geschichte ist spannend, es kommen neue Details hinzu und der Sprecher ist überzeugend. Jeder, der nicht genug von Star Wars bekommen kann, wird an „Episode VIII – Die letzten Jedi“ seine Freude haben. Ich hatte sie auf jeden Fall und vergebe deswegen vier von fünf Sternen.