17. Januar 2020

Autrenspecial: Interview mit Natasha Korsakova


Hallo ihr Lieben!


Und da ist er nun, der Abschluss des kleinen "Autorenspecials" über Natasha Korsakova, die ich euch in den letzten beiden Posts ja bereits vorgestellt habe. Nachdem ihr also nun etwas über die Autorin und Musikerin aus zweiter Hand erfahren habt und nachlesen konntet, wie eine Lesung von und mit ihr so aussieht, kommt heute Natasha selbst zu Wort. 

Es war gar nicht so leicht, den Fragenkatalog zu erstellen, da mich persönlich eine ganze Menge bezüglich Natashas Musik, Leben und Bücher interessiert hat. Ich hoffe, ihr findet die Fragen, welche ein buntes Potpourri aus Musik und Literatur darstellen, genauso interessant, wie ich! 

Solltet ihr selbst noch Fragen haben, gebe ich sie natürlich gern weiter!




1.     Liebe Natasha, ich kenne dich inzwischen etwas besser. Doch viele meiner Leser tun das leider noch nicht. Erzähle uns deswegen kurz etwas über dich.
OK! Kurz gefasst: bin eine internationale Violinsolistin aus einer sehr musikalischen (fünfte Generation) russisch-griechischen Familie. Seit einigen Jahren schreibe ich leidenschaftlich Kriminalromane, die in Italien spielen. Bin verrückt nach Tieren (v.a. Katzen), und habe als Weltenbummlerin trotz riesiger Flugangst unzählige Kilometer im Flugzeug zurückgelegt.

2.     Du bist Violinistin. Welche Violine spielst du?
Meine Violine wurde im Jahr 1870 in Paris von Jean-Baptiste Vuillaume gebaut. Es ist die genaue Kopie der wertvollsten Violine der Welt, der „Messias“ von Antonio Stradivari. Vuillaume selbst war ein genialer Geigenbauer, und er war von Stradivaris Arbeit generell, vor allem aber von der „Messias“ ganz besonders angetan. Außer meinem Instrument befinden sich ca. 30-40 Messias-Kopien auf der Welt.  


3.     Hat man als Musikerin ein besonderes Verhältnis zu seinem Instrument?
Ja, das hat man bestimmt, denn es braucht immer eine gewisse Zeit, bis man sich an das Instrument gewöhnt und es optimal kennengelernt hat. Danach entwickelt sich im besten Fall ein (gegenseitiges) tolles Verhältnis, doch manchmal kommt es leider nicht dazu. Abgesehen von dem Klang, hängt es von vielen Details und Kleinigkeiten ab.  

4.     Hast du einen Lieblingskomponisten für die Violine?
Oft ist es so, dass ich mich in einen Komponisten verliebe, wenn ich sein/ihr Stück gerade lerne bzw. damit auftrete. Spontan kommt mir die herrliche Musik von Henri Vieuxtemps (1820-1881) in den Sinn, der seinerzeit ein großer Violinvirtuose war. Großartig sind auch die Kompositionen von EugeneYsaye, Heinrich Wilhelm Ernst und Henryk Wieniawsky. Die Musik von dem großen Niccolò Paganini bevorzuge ich lieber zu hören, als selber zu spielen.

5.     Gibt es ein Stück, das du selbst besonders gern spielst?
Alle Violinkonzerte von W. A. Mozart, Violinkonzerte von P. Tschaikowsky und L. van Beethoven, alle 3 Sonaten von J. Brahms, die Fantasie von F. Schubert D934, „Die letzte Rose des Sommers“ von H. W. Ernst, Tangos von A. Piazzolla und alle Bearbeitungen von G. Gershwins Musik... Und damit wäre die Liste erst eröffnet J




6.     Wie kam es, dass du dich neben der Musik dem Schreiben zugewandt hast?
Das Schreiben gefiel mir schon in der Schule – Kurzgeschichten, ein paar Gedichte... Wenn ich Violine spiele, so sind die Werke von den verschiedenen Komponisten bereits entstanden, d.h. die Musik ist bereits vorgegeben. Meine Aufgabe ist, sie kreativ und persönlich zu interpretieren. Dagegen  kreiere ich beim Schreiben von Anfang an mein eigenes Werk, das die ganze Fantasie und schöpferische Kraft verlangt. Ich liebe es, Personen zu erfinden, die irgendwann auch mal für den Autoren entscheiden was zu tun ist – faszinierend.

7.     Du hast kürzlich eine Lesungsreise mit deinem neuen Roman „Römisches Finale“ durch Deutschland und Österreich gemacht. Erzähle uns kurz von den Highlights der Tour.
Jede Lesung, jede Buchpräsentation war für mich persönlich ein Highlight. Meine allerersten Lesungen haben im Oktober 2018 stattgefunden, und es fühlt sich immer noch neu und aufregend an. Das Gefühl, auf Lesereise zu gehen und Menschen zu sehen, die an meinen Geschichten und Charakteren interessiert sind, ist unbeschreiblich schön. Außerdem ist es jedes Mal ein wunderbares Erlebnis, die Buchhändler persönlich kennenzulernen.

8.     Deine Lesungen sind etwas ganz Besonderes, da du neben den Buchauszügen, die du liest, auch kurze Stücke passend zur Geschichte spielst. Was macht dir dabei mehr Spaß: Das Lesen oder das Spielen?
Ganz ehrlich: die Mischung aus beidem. Dabei ist es bei weitem nicht immer einfach, unmittelbar nach längerem Lesen bzw. Erzählen ein virtuoses Stück zu spielen. Die unterschiedliche Konzentration und die Finger werden ziemlich schnell kalt... Aber Musik gehört eben zu meinen Krimis, und so soll sie auch bei den Lesungen nicht fehlen. 

9.     Du hast bisher zwei Bücher über Commissario di Bernardo und seine Fälle in Rom geschrieben. Hast du einen Lieblingscharakter aus der Reihe?
Neben dem Commissario Di Bernardo steht mir Roberto Del Pino besonders nahe – natürlich nicht nur, weil wir beide das (gute) Essen schätzen! Ich mag seine freche, aber nicht arrogante Art, und wäre manchmal auch gerne so direkt wie er. Nur bezüglich der Kleidung gehen unsere Geschmäcke auseinander...

10. Wieso gerade Rom als Schauplatz?
Rom hat sich eher zufällig ergeben, u.a. weil ich dort auch Verwandte habe und öfter Konzerte spiele. Wiederum Italien als Schauplatz stand von Anfang an fest: alleine schon wegen der historischen Violinbau-Tradition und der Familie Stradivari in der „Tödlichen Sonate“.

11.  Hast du die Schauplätze aus „Tödliche Sonate“ und „Römisches Finale“ selbst besucht? Beim Lesen hat man nämlich genau diesen Eindruck!
In der Tat habe ich jede Location außer Benevento und San Luca („Römisches Finale“) besucht. Es erleichtert so viel beim Schreiben, wenn man den Lokalkolorit nicht nur aus den Büchern oder von den Bildern kennt, sondern es erleben und auf sich einwirken lassen kann.

12. Würden dich neben dem Krimigenre auch andere Genres interessieren?
Was das Lesen angeht, so mag ich gerne verschiedene Genres: Science-Fiction, historische Romane (vor allem das Mittelalter), Liebesgeschichten, ab und zu eine Biographie. Beim Schreiben fühle ich mich derzeit dennoch am wohlsten bei den Krimis. Aber mal sehen was später kommt.

13.  Zu deinem ersten Buch „Tödliche Sonate“ gibt es ein herausragendes Hörbuch, auf dem du auch ein paar Stücke spielst. War das Hörbuch die Idee des Verlags oder war es dir wichtig, dieses Medium aufgrund der Vielseitigkeit der Geschichte zu verwenden?
An sich war mein Gedanke ursprünglich, eine CD zum Buch aufzunehmen. Viele Musikstücke werden in der Geschichte „aufgeführt“, einige spielen inhaltlich eine wichtige Rolle, und so schien es mir, dass es für die Leser interessant sein könnte, diese Musik tatsächlich nachhören zu können. Doch der Heyne-Verlag hatte eine noch bessere Idee, nämlich im Hörbuch zwischen den gesprochenen Texten die Musikstücke einzubinden. So haben wir es auch gemacht.

14. Du bist in Russland geboren, hast russisch-griechische Wurzeln, einen italienischen Adoptivvater und lebst in der Schweiz. Außerdem sprichst du fünf Sprachen. Kann man sich dein Leben so international vorstellen, wie es sich anhört?
Sogar mehr als das! Ich habe auch viele Jahre in Deutschland verbracht, sowie ein paar Jahre in Amsterdam. Bin eine Europa-Bürgerin und fliege außerdem jährlich ca. 3 mal in die USA. Natürlich hat es sowohl Vor- als auch Nachteile, keine richtige Wurzeln zu haben. Am wichtigsten ist für mich trotz allem ein Zuhause, das ich hier in Tessin zum Glück gefunden habe. Wir wohnen zwar in einer sehr kleinen Stadt, brauchen aber nur eine Dreiviertelstunde Fahrzeit bis nach Mailand, denn ab und zu brauchte ich die rasante Atmosphäre einer Großstadt.

15.  Aufgrund deines Berufes kommst du viel in der Welt herum. Was bedeutet dir das Reisen?
Das Reisen fand ich schon als Kind total spannend; das muss wohl im Blut liegen, u.a. weil meine Eltern beruflich (beide Musiker) oft unterwegs auf der ganzen Welt waren. Ich finde es wichtig, die anderen Länder und verschiedene Kulturen zu erleben und von ihnen zu lernen, mit diversen Menschen Erfahrungen auszutauschen. Gleichzeitig ist es schön, meine Leidenschaft für Fremdsprachen auszuleben.

16.  Gibt es eine Stadt oder ein Land, in der/dem du besonders gern bist?
Ach, es gibt viel zu viele, um sie aufzuzählen! Ich versuch’s deshalb „kurz“: an sich fühle ich mich überall wohl. Deutschland bleibt für mich aufgrund der vielen wunderbaren Jahre, die ich dort verbracht habe, jederzeit ein Zuhause. Ansonsten genieße ich als ausgeprägter Sommermensch die südliche Länder; doch auch im Norden hat es unvergessliche Moment gegeben, wie z. B. die Nordlichter und Geysire in Island. Wien ist für jeden Musiker ein Traum, und mit Rom verbindet mich einfach so vieles. Viel von dem Essen in Taiwan hätte ich glatt mit nach Hause nehmen können. USA, vor allem die Ostküste, ist für mich immer wieder einer Reise wert. Leider hat sich eine längere Reise nach Australien noch nicht ergeben, ein Grönland-Besuch steht auch noch auf der Liste.
Und, last but not least: meine besondere Liebe gehört Apulien, der Heimat meines Adoptivvaters und Commissario di Bernardo J

17.  Darfst du uns etwas über deine anstehenden Projekte verraten?
Im Moment bereite ich mich auf mehrere musikalische Lesungen mit dem „Römischen Finale“ vor, sowie auf eine Konzerttournee in den USA. Es reift außerdem langsam ein neues Buchprojekt – mal sehen wohin es führen wird!

18. Kann man dich in nächster Zeit in Deutschland treffen (auf Buchmessen, Konzerten o.Ä.)?
Im Januar, März und Mai wird es deutschlandweit viele Lesungen geben, Konzerte gibt es in Italien. Auf der Seite von Randomhouse-Verlag wird darüber regelmäßig ein Update gemacht.


Vielen lieben Dank für deine Zeit und die wunderbar kreativen Antworten :)


Na, zu viel versprochen? Findet ihr auch, dass Natashas Leben so surreal und aufregend klingt? Lasst mich euch aber versichern, dass sie ein absolut bodenständiger, zugänglicher und sehr freundlicher Mensch ist! Und Schreiben kann sie auch noch.... :'D

Ich hoffe sehr, dass ich euch durch mein kleines "Special" Natasha, ihre Musik und natürlich vor allem ihre Bücher näher bringen konnte. Solltet ihr noch Anmerkungen oder andere Fragen an Natasha haben, dann sagt gern Bescheid :)

Dann bleibt mir nur "Danke fürs Lesen" zu sagen und euch eine schöne Zeit zu wünschen!

Liebst,
eure Julia

14. Januar 2020

Autorenspecial: Lesungsbericht zu Natasha Korsakovas "Römisches Finale" - Lesung mit Musik

Hallo ihr Lieben!

Und herzlich willkommen zum zweiten Teil meines kurzen Autorenspecials zu Natasha Korsakova. Im letzten Beitrag habe ich euch die Autorin etwas näher gebracht und diese vielseitig talentierte Frau, die sich nicht nur Violinistin, sondern auch noch Autorin nennen darf, vorgestellt.

Heute möchte ich euch mithilfe eines kleinen Erlebnisberichts Einblick in eine ihrer Lesungen geben.

Natasha Korsakova hat im Zuge des Erscheinens ihres zweiten Kriminalromans "Römisches Finale" eine Lesungsreise durch Deutschland und Österreich gemacht.
Im Zuge dieser Reise kam sie auch in den niedlichen und beschaulichen Ort namens Thedinghausen. Wenn ihr von dieser atemberaubenden Weltstadt noch nichts gehört haben solltet, so liegt der Fehler ganz sicher nicht bei euch. Thedinghausen ist ein überschaubarer Ort in Niedersachsen, der allerdings wunderschön ist. 

Wie ihr wisst, komme ich selbst aus Bremen und deswegen war der Lesungsort nur einen Katzensprung entfernt. Wie ich bereits im letzten Beitrag erwähnt hatte, war Natasha so freundlich, Kontakt mit mir aufzunehmen. Und der hielt an. 
Für mich war es eine ganz besondere Erfahrung, mit Natasha zusammenzuarbeiten und es war wahrlich eine Freude. Natürlich gehört es zur Bloggerarbeit dazu, mit Autoren ins Gespräch zu kommen, für sie zu werben und zu lesen und vielleicht auch regelmäßig mit ihnen in Kontakt zu treten. Doch ob man einen wirklichen "Draht" zueinander bekommt, ist oft ungewiss. An dieser Stelle möchte ich aber unbedingt betonen, dass es so viele wunderbare und zugängliche Autoren gibt, die unseren Job als Blogger eben so schön machen. Und eine davon ist definitiv Natasha Kosrakova. Denn zwischen uns gab es von Beginn an keinerlei Berührungsängste und so ging die ein Mail in die nächste über.

Als Natasha mich dann zur Lesung in Thedinghausen einlud, war ich Feuer und Flamme. Ich akquirierte meinen Freund, kaufte zwei Lesungstickets und fuhr gemeinsam mit Max am besagten Tag nach Thedinghausen.

Lasst mich eines vorweg nehmen: Es war der Hammer.


Denn egal, wie unbedeutend Thedinghausen zu sein scheint, so hat dieser Ort doch etwas ganz Besonderes: Ein absolutes Märchenschloss. Und genau dort, im Renaissance-Saal, fand die Lesung statt. Allein den Vorhof des Schlosses Erbhof zu betreten, das weihnachtlich angestrahlt wurde, war ein Erlebnis. Ebenso beeindruckend ging es weiter, nachdem man die Stufen des Schlosses bestiegen hatte und den Renaissance-Saal betrat. Hier wird normalerweise übrigens geheiratet.
Die Location war nicht nur atemberaubend schön, sondern auch noch ausverkauft. Und so freuten Max und ich uns auf einen unterhaltsamen Abend.

Und das wurde er.

Diese Lesung unterschied sich von den meisten Lesungen der Autorin insofern, dass sie nicht selbst las. An ihrer Seite stand für den Abend ein Schauspieler und Kabarettist, der aus der Nähe kam: Pago Balke. Natasha selbst spielte einige Stücke auf ihrer Jean Baptiste Vuillaume "Messias" und moderierte mit vielen humorvollen Anekdoten und Einblicken in das Leben eines Musikers den Abend. 

Sie eröffnete den Abend mit dem Stück "Chaconne" von Tomaso Antonio Vitali und zog damit alle Zuschauer direkt in ihren Bann. Die Akustik des Saals war dabei atemberaubend und das Stück schuf sofort die richtige Atmosphäre für den Einstieg in die Geschichte von "Römisches Finale", da es sich dabei um ein "Beerdigungslied" handelt, das außerordentlich gut zum Prolog des Buches passt. Pago Balke las im Anschluss genau diesen und ab dann entstand eine wunderbare Dynamik zwischen den beiden Künstlern. Balke las verschiedene Abschnitte des Buches gekonnt und akzentuiert, während Natasha Korsakova immer wieder Hintergründe zum Buch, zu Italien, zu ihrer eigenen Geschichte, den gespielten Musikstücken oder  ihren Figuren lieferte. Die Autorin trat dabei quirlig, liebenswürdig und authentisch auf. Max und mein Fazit war schnell klar: Sie ist ein musikalischer Wirbelwind. 

Und das bewies sie immer wieder, nämlich wenn sie ihre Geige zur Hand nahm und die Besucher der Lesung in eine andere Welt entführte. Sie spielte unter anderem "L'Aurore" von von Ysaye, "Largo" von Sebastian Bach und ein selbst bearbeitetes Piazolla-Medley mit eingearbeiteten Themen nach Rachmaninov. Jedes einzelne Stück war fantastisch! Natasha trat dabei so selbstbewusst und virtuos auf, wie man es sich nur wünschen konnte. Als Zuschauer brauchte man kaum hinzusehen, um zu erkennen, dass sie voll und ganz in der Musik aufging und genau dort zu Hause ist. Sah man doch hin, um sich zu überzeugen, so war der Anblick der spielenden Violinistin umso beeindruckender. 

Ich gebe wirklich mein Bestes, um zu beschreiben, welche Atmosphäre diese Lesung heraufbeschwor. Doch es ist schwer zu schildern, war man nicht dabei. Insgesamt war der Abend auf jeden Fall eine Mischung aus Spannung, Humor und Musik, der garantiert jeden Zuschauer beeindruckt hat.

Nach der wundervollen Lesung war der Abend für uns glücklicherweise aber noch nicht vorbei. Denn Natasha hatte uns zu einem kleinen Abschlussumtrunk aller Beteiligten an der Lesung eingeladen und diese Einladung nahmen wir selbstverständlich gern an!
Für mich war es eine tolle Gelegenheit, endlich persönlich mit ihr ins Gespräch zu kommen. All meine Eindrücke aus der digitalen Welt bestätigten sich absolut und meine Bewunderung für sie als Musikerin und Autorin stieg weiter an, sofern das noch möglich war. 
Natasha ist ein freundlicher, aufgeschlossener und talentierter Mensch, der seine Berufung in der Kombination der Musik und Literatur gefunden hat. Man kann mit ihr über Gott und die Welt sprechen oder einfach gemeinsam lachen. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich sie eines Tages wieder treffen werde, bin aber guter Dinge. Als Abschluss des doch schon sehr spät gewordenen Abends, gab es dann noch das obligatorische Foto, über das ich mich natürlich bis heute sehr freue. 

Die Möglichkeit, Natasha live lesen und spielen zu hören besteht übrigens noch!

Sollte euch die Lesung also neugierig gemacht haben, so könnt ihr Natasha in den nächsten zwei Monaten noch in 

Bad Kissingen (17.01), 
Moers (08.03),
Lübbecke (09.03), 

Fulda (11.03),
Marburg (15.03) 
Stuttgart (18.03) 
und Bad Lauterberg (15.05)
sehen.

Normalerweise liest sie die Passagen ihrer Bücher selbst, spielt aber trotzdem eine Reihe von Stücken auf der Violine. Also auch, wenn sie keinen Schauspieler an ihrer Seite haben sollte, so lohnt sich ein Besuch ihrer Lesungen definitiv!
Die Termine findet ihr auch noch einmal hier!



Und schon ist auch der zweite Teil des Autorenspecials geschrieben. Es folgt noch ein Interview mit Natasha, in dem sie sowohl über die Musik, als auch ihre Bücher spricht. Wenn es euch also interessiert, dann schaut unbedingt wieder hier vorbei. 

Liebst,
eure Julia


Die Bilder des Artikels entstammen alle der Instagramseite von Natasha Korsakova, die somit auch die Bildrechte hat. Schaut gern bei ihr vorbei!

10. Januar 2020

Autorenspecial: Autorenvorstellung - Natasha Korsakova

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt es endlich mal wieder einen Einblick in die Welt der Bücher und seiner Erschaffer, ohne dafür lediglich eine Rezension online zu stellen. Denn hier kommt eine kleine Autorenvorstellung, auf die im nächsten Post ein dazugehöriger Lesungsbericht und abschließend zu dieser kurzen Reihe ein Interview folgen soll.
Eine bestimmte Autorin sol hier nämlich im Mittelpunkt stehen. Vor wenigen Monaten kam ich zu der seltenen Ehre, diese Autorin näher kennen lernen zu dürfen - in der digitalen, aber auch der realen Welt!


Um wen geht es also?



Es war im Winter 2018, als ich das Hörbuch "Tödlich Sonate" aus dem Heyne-Verlag in meinen Player zu Hause einlegte und den Stimmen von gleich drei Sprechern lauschte, die mich in eine Welt voller Musik, Intrigen und einem brutalen Mordfall entführten. Und zwischen all den Krimi- und Thrillerlementen kamen immer wieder kurze Violinen-Stücke voller Virtuosität, die den Hörer einfach noch tiefer in die Welt der Musik, samt all ihrer mörderischen Inhalte eintauchen ließen. Ich war absolut begeistert. Nicht nur von dem Mordfall rund um den italienischen Commissario di Bernardo, der in Rom an einem Mord an einer Musikproduzentin arbeitet, sondern auch von der Machart des Hörbuchs und der Geschichte. 

Die Autorin des Krimis ist Natasha Korsakova und wie fasziniert war ich, als das Inlet der Hörbuchs mir verriet, dass es die Autorin selbst ist, die die sieben Stücke auf der Violine, welche auf der CD zu finden sind, spielt?! Mit Begeisterung las ich auch den kurzen Text im Inlet über die sogenannte (Geige) "Messias", ungelöste Geheimnisse aus dem Leben Stradivaris und andere mögliche Verschwörungstheorien in der Welt der klassischen Musik, die Einzug in "Tödliche Sonate" gefunden hatten. Mein Interesse war geweckt und deswegen ließ mich das Hörbuch auch lange nach dem Hören nicht mehr los.
Und so schrieb ich all meine positiven Emotionen in meine Rezension zu "Tödliche Sonate" hinein.  Ich nahm mir vor, die Autorin und die angedeutete Krimi-Reihe rund um di Bernado im Blick zu behalten. Doch man kam mir zuvor.

Denn es war Natasha Korsakova selbst, die mir völlig überraschend eine Email schrieb. 
Der zweite Teil der Reihe um den Commissario erblickte im Oktober 2019 das Licht der Buchwelt und di Bernardo kehrte in "Römisches Finale" zurück in die mörderische Musikerwelt. 
Natürlich musste ich gedanklich zurück nach Rom reisen, di Bernardo begleiten und am Ende genauso begeistert zurückblicken, wie nach Natashas erstem Buch.

Lange Rede, kurzer Sinn: Natasha Korsakova ist einer weiteren Betrachtung wert! Und genau deswegen stelle ich euch die Autorin hier nun kurz vor. 




Natasha Korsakova - Musikerin und Autorin in eins

Das ist allerdings gar nicht so einfach. Denn den Werdegang der Autorin darzustellen, kann in einem komplizierten Mix aus Musik und Literatur enden. Außerdem gibt es zahlreiche Kurzbiografien über sie, die ihr nicht nur bei Randomhouse, sondern auch bei Wikipedia nachlesen könnt.

Warum aber soll es kompliziert sein, sie vorzustellen?

Wie so viele andere Autoren auch, übt Natasha natürlich einen zweiten Beruf aus: Sie ist (wie jetzt wirklich schwer zu erraten ist) Violinistin. Und keine unbekannte dazu. Bis heute konzertiert Natasha weltweit, ob im Solo-Konzert oder in Begleitung berühmter Orchester. Sie hat diverse CDs aufgenommen und viele Musikpreise gewonnen.

Als Tochter zweier berühmter Musiker (Geige und Klavier) war ihr Weg wohl beinahe vorherbestimmt. Die in Russland geborene Natasha Korsakova begann mit fünf Jahren mit dem Violinspiel und entdeckte dementsprechend früh ihre Liebe zur Musik. Sie wurde von ihren Großeltern in Moskau aufgezogen, da ihre Eltern weltweit im Namen der Musik unterwegs waren. Dort begann sie auch ihre klassische Musikausbildung.  Auch sie selbst reiste bald eine Menge, gastierte in den verschiedensten Ländern und blieb schließlich mit 19 Jahren für eine ganze Weile in Deutschland, wo sie sich ihrer weiteren Ausbildung widmete. Unter anderem spielte sie vor dem Papst Benedikt XVI, in vielen TV-Produktionen (ARD, ZDF...) und in den großen Konzerthäusern dieser Welt. 
In diesem Video bekommt ihr einen kleinen Einblick in ihre Fähigkeiten. An ihrer Seite spielt übrigens ihr Lebensgefährte und selbst berühmter Violinist Manrico Padovani. 
Natashas Wurzeln sind schwer zu bestimmen. Sie spricht fünf Sprachen und ist eine Art Weltenbummlerin. Leben tut sie inzwischen in der Schweiz, nach Italien und Deutschland kehrt sie allerdings regelmäßig für Konzerte oder Verwandtschaftsbesuche zurück.

Man könnte nun eine lange Liste anführen, die Natasha Korsakovas Wurzeln, musikalische Preise, wichtigste Konzerte oder CD-Aufnahmen darstellt. Aber das ist in Bezug auf ihren literarischen Weg vielleicht zweitrangig. Mir ist wichtig, euch zu zeigen, wie vielseitig und talentiert diese Frau ist. Dieser winzige Ausschnitt aus ihrem Leben zeigt nämlich eines ganz klar: Natasha Korsakova ist viel herumgekommen und liebt die Musik. 
Kein Wunder also, dass sie ihre ersten Bücher genau in diesem Setting platziert hat. 
Ich persönlich finde gerade die Kombination aus "professioneller Musikerin" einerseits und "Kriminalautorin" andererseits so wahnsinnig spannend. Denn mir kam so etwas noch nicht unter. Man kennt es ja, dass A- und B-Promis aus Film und Fernsehen irgendwann mal ein mehr oder weniger annehmbares Buch schreiben. Aber eine Künstlerin aus dem Bereich der klassischen Musik in der Literaturszene: das war mir neu.
Vielleicht ist mein persönliches Interesse auch dadurch befeuert worden, dass ich selbst etwas für klassische Musik übrig habe. Doch auch, wenn das bei euch nicht der Fall ist, so sind Natashas Bücher ganz sicher auch für euch interessant, solltet ihr gern Krimis lesen.

Kommen wir also zu ihren bisher erschienen Büchern!

Schon als Kind hat Nastaha Korsakova gern Geschichten geschrieben. Erst viele Jahre später, als sie bereits in Deutschland lebte, bewarb sie sich um ein Literaturstipendium, das sie auch bekam. Die Veröffentlichung einer Kurzgeschichte war das Ergebnis. Ihr erster Roman sollte aber noch ein paar Jahre brauchen. Eines war für sie von Anfang an klar: Sie wollte über Dinge schreiben, die sie wirklich gut kennt. Und deswegen musste der Krimi in der Welt der klassischen Musik spielen.
Das Ergebnis war "Tödliche Sonate", was sich mehr als nur sehen lässt.

Worum es geht:
Ein skandalöser Fall erschüttert Rom: Die mächtige und in den Kreisen der klassischen Musik gefürchtete Musikagentin Cornelia Giordano wurde brutal ermordet. Commissario Di Bernardo, erst kürzlich aus Calabrien nach Rom versetzt, muss sich in die Welt der Musikagenten, Opernhäuser und musikalischen Wunderkinder begeben und ermitteln. Es scheint, als sei die Giordano alles andere als beliebt gewesen. Und was hat die „Messias“, Antonio Stradivaris legendäre Violine, mit dem Fall zu tun?

Ich habe dieses Buch wirklich geliebt! Aber überzeugt euch unbedingt selbst!

Zum Glück entschloss die Autorin sich tatsächlich dazu, eine Reihe aus der Geschichte zu machen. Und so arbeitete sie kurz nach Erscheinen des ersten Teils am zweiten Band, der von Comissario di Bernardo und Co. handeln sollte.
"Römisches Finale" erschien im letzten Jahr und knüpft nicht nur vom Niveau her nahtlos an seinen Vorgänger an.

Darum geht es in "Römisches Finale":
Rom. Der weltberühmte Pianist Emile Gallois wird nach einem triumphalen Konzert erschossen aufgefunden. Commissario Di Bernardo, der bereits erfolgreich in der Musikwelt ermittelt hat, wird an den Tatort gerufen. Gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Ispettore Del Pino stößt er schon bald aus einem Sumpf aus Intrigen und Affären. Scheinbar führte Emile Gallois ein wildes Doppelleben, und die Ehe mit seiner Frau war nur noch Fassade. Sie hätte also durchaus ein Motiv gehabt, ihn umzubringen. Als dann jedoch eine zweite Leiche gefunden wird, stellt sich der Fall noch einmal ganz anders und sehr viel komplexer dar …



Seid ihr ein wenig neugierig geworden?


Dann ergeht es euch wie mir. Ich kann euch Natashas Bücher wirklich nur ans Herz legen, denn in beiden spricht aus jeder Zeile ihre Liebe zur Musik. Und wollt ihr diese nebenbei auch noch bewundern, dann lasst euch unbedingt vom Hörbuch zu "Tödliche Sonate" verzaubern! Alternativ kann ich euch nur ihren Youtube-Kanal empfehlen, auf dem ihr einige eingespielte Stücke findet.

So. Damit bin ich schon am Ende des ersten Beitrags der kurzen dreiteiligen Reihe über Natasha auf diesem Blog. Als nächstes folgt ein Bericht zu ihrer Lesung im November zu "Römisches Finale", die ich besuchen durfte. Schließen wird diese kleine Beitragsreihe ein ganz wunderbares Inerview mit Natasha :) Solltet ihr Fragen zu ihr, ihren Büchern oder ihrer Musik haben, lasst es mich wissen!

Ich verbleibe mit den liebsten Grüßen,
eure Julia



Quellen und interessante Seiten:

8. Januar 2020

Rezension: [Hörbuch]: "Ein Mord wird angekündigt" von Agatha Christie


Titel: Ein Mord wird angekündigt
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Gabriele Blum
Verlag: der Hörverlag
Preis: 9,99€
Seiten: 288
Dauer: 5h 11m

Zumeist greife ich zu „Hercule-Poirot-Geschichten“, wenn ich mich Agatha Christie widme. Von Miss Marple kenne ich bisher lediglich die Kurzgeschichten und deshalb habe ich mich über die Neuauflage des Krimis „Ein Mord wird angekündigt“ als Hörbuch sehr gefreut habe. Natürlich musste ich es sofort anschaffen und so wanderten die vier CDs in meine Sammlung: Und ich habe es nicht bereut, denn das Hörbuch ist einfach nur klasse. Die schrullige, alte Jungfer Miss Marple kommt wirklich genau zur rechten Zeit an einen Ort, an dem etwas ganz Skurriles stattgefunden hat – ein Mord mit Ankündigung. Auch, wenn man den ein oder anderen Plottwist vorhersehen kann, kann ich eine absolute Hörempfehlung aussprechen!

"Am Freitag, den 29. Oktober um 18:30 Uhr, findet in Little Padock ein Mord statt. Freunde und Bekannte sind herzlich eingeladen."
So steht es in der Wochenzeitschrift des beschaulichen englischen Dörfchens. Und zur angekündigten Zeit findet sich pünktlich eine Leiche in einem Haus. Zum Glück macht Miss Marple dort gerade Urlaub und kommt sehr bald auf die Spur des Mörders.

Mich machte an dieser Geschichte zuallererst der Klappentext neugierig. Mir war ein solcher Ansatz, einen Mordfall zu schreiben, völlig neu. Denn zuerst gibt es ja gar keinen Mord. Der Hörer begibt sich in das kleine Dorf Chipping Cleghorn in England, das ist, wie alle kleinen Dörfer zur damaligen Zeit waren: voll von gelangweilten, neugierigen und tratschenden Bewohnern. Zunächst begegnet man einer Reihe skurriler Personen in den verschiedensten Kombinationen, die alle die 'Morning Gazette' lesen. Hier den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Doch nach den ersten zehn Minuten ist man als Hörer bereits aufs Äußerste amüsiert. Die schrulligen Bewohner des Dorfes mit all ihren Macken sind einfach nur herzlich und so beginnt die Geschichte sehr humorvoll. Doch so richtig passiert, ist natürlich noch nichts. Außer, dass alle Bewohner des Dorfes die Anzeige in der Zeitung lesen, die einen Mord ankündigt. Niemand weiß so recht, etwas damit anzufangen. Aber was macht man natürlich im immer gleichen Dorf-Alltag, der die Bewohner zutiefst langweilt? Natürlich! Man folgt der Einladung, in der Annahme, es würde sich um ein aufregendes Mörderspiel handeln.
Dass es letztlich wirklich zu einem Mord kommt, kann natürlich niemand wissen. Und gerade damit besticht die Grand Dame der Krimiliteratur mal wieder ihre Leser. 
Es entfaltet sich ein Mordfall mit vielen Irrungen und Wirrungen, vielen neuen Erkenntnissen und einer fabelhaften Auflösung. Die berühmte Detektivin Miss Marple spielt dabei gar nicht mal eine so große Rolle. Erst in der Mitte des Hörbuchs taucht sie auf und hält sich auch dann eher im Hintergrund. Die Ermittlungen leitet ein ihr bekannter Kommissar, Inspector Craddock. Dieser etwas ruppige, aber sehr intelligente Ermittler gefiel mir sehr gut. Er betrachtet den Fall recht nüchtern und bietet dem Hörer keinen Anlass, sich über ihn lustig zu machen, da er seinen Job sehr seriös macht. Dass dieser natürlich nur mit Miss Marple an seiner Seite gelingt, steht außer Frage. Ich mag es an dieser Protagonistin sehr, dass sie so unauffällig ist und durch ihre überragende Beobachtungsgabe zur Lösung der Fälle kommt. Auch hier ist dies der Fall. Nur ihr entgehen gewisse Details nicht und so wird am Ende der Mörder gefasst. Hinzu kommen noch viele verschiedene Familienintrigen, die jedoch ebenfalls alle logisch aufgedeckt werden. Am Ende ist der Hörer absolut auf seine Kosten gekommen.
In der Geschichte spielen viele Personen wichtige Rollen. Um Verwirrungen zu vermeiden, erwähne ich hier kaum jemanden. Im Zentrum steht allerdings die erhabene Letitia Blacklock, in dessen Haus ein völlig Unbekannter erschossen wird, während dort zwölf Personen versammelt sind. Die Figuren sind allesamt interessant und wie bereits erwähnt, vor allem amüsant. Um den Überblick zu behalten, lohnt sich immer ein Blick in das Inlet der CDs, wo man eine Auflistung aller Figuren findet. Durch die vielen Personen wird die Geschichte erst so richtig spannend, da Liebschaften, Streitereien und Intrigen erst durch all sie möglich werden.
Ein herausragender Faktor des Hörbuchs ist auf jeden Fall noch die Erzählerin. Gabriele Blum hat eine sehr ruhige und angenehme Stimme. Ich konnte ihr sehr gut zuhören. Des Weiteren färbt sie viele Charaktere stimmlich unterschiedlich ein, sodass man allein anhand der Stimme viele voneinander unterscheiden kann. Ihr Akzentuierung, Betonung und Darstellung von Spannungsbögen sind phänomenal. Ich ziehe meinen Hut vor ihr als Sprecherin, da sie einen perfektem Job bei diesem Hörbuch macht.
Ein winziger Kritikpunkt zum Ende: Man kann von allein auf den Mörder kommen, denn so schwierig ist das nicht. Welche Hintergründe allerdings zur Tat führten…tja, dafür braucht man definitiv Miss Marple!



Meines Erachtens hat Agatha Christie mit der Umsetzung dieser Geschichte etwas Neues gewagt, das ganz wunderbar funktioniert.  Einen Mord anzukündigen, ihn dann vor vieler Augen geschehen zu lassen und anschließend aufzudecken, ist ein toller Plot für eine tolle Geschichte, wie sie nur mit Miss Marple funktionieren kann. „Ein Mord wird angekündigt“ ist spannend, abwechslungsreich und voller interessanter Figuren. Die fünf Stunden vergingen wie im Flug und am Ende war ich wirklich beeindruckt. Natürlich vergebe ich deswegen fünf von fünf Sternen. Es soll einige Verfilmungen zu dem Buch geben – davon werde ich mir definitiv mal eine zu Gemüte führen…



29. Dezember 2019

Rezension [Hörbuch]: "Die große Hercule Poirot Edition" von Agatha Christie



Titel: Die große Hercule Poirot Edition
Autor: Agatha Christie
Sprecher: Martin Maria Schwarz
Verlag: Der Hörverlag
Preis: 30,00€
Dauer: 13h 17m


Agatha Christie erschuf Legenden. Miss Marple. Hercule Poitot. Ja, und natürlich Christie selbst, die durchaus als Legende angesehen werden kann. Ihre beiden berühmtesten Detektive sind in die Kriminalgeschichte eingegangen und haben viele Millionen Menschen ganz herrlich unterhalten. 
Kein Wunder also, dass beide inzwischen eine „große Hörbuchedition“ haben. Kürzlich gelangte die wunderschöne und hochwertige „Die große Hercule Poirot Edition“ zu mir und ich widmete mich den 12 CDs voller Vorfreude und Genuss. Mein Fazit? Diese schöne Edition ist ein absolutes Muss für jeden Krimifan der alten Schule! Parfait, mon ami!


Hercule Poirot ist in seinem Element: Er klärt einen Juwelenraub auf, überführt einen Mörder auf einem Kostümball und ist einem berühmten und betrügerischen Bankier auf der Spur. Dass er dem Fluch ägyptischer Gottkönige mit seiner nüchternen Logik beikommt, beweist wieder einmal, was die stärkste Waffe des großen Meisterdetektivs ist: seine kleinen grauen Zellen!

Ich habe schon so viele Rezensionen zu Hercule Poirot-Büchern und Hörbüchern geschrieben, dass ich beinahe nicht mehr weiß, was ich Neues sagen kann. Der kleine belgische Detektiv hat es mir seit vielen Jahren angetan. Die meisten seiner Fälle habe ich inzwischen gelesen und viele auch gehört. Natürlich kenne ich auch beinahe alle Kurzgeschichten. Doch etwas zu lesen und zu hören macht immer einen Unterschied. Und so entschied ich: Von Hercule Poirot kann man einfach nie genug haben und deswegen legte ich mir die Hörbuchedition zu. Schon „Die große Miss Marple Edition“ durfte in mein Regal wandern, daher durfte Poirot natürlich nicht fehlen. Nicht, dass der eingebildete Belgier noch eifersüchtig wird…
Und es hat sich gelohnt. Mit der „große(n) Hercule Poirot Edition“ hat man unglaublich viel Freude und einige Stunden besonders guter Unterhaltung. Der Sprecher Martin Maria Schwarz macht seine Sache erneut besonders gut. Ich kannte Schwarz bereits aus anderen Poirot-Hörbüchern und er gefiel mir schon vorher außerordentlich gut. Sich ein Poirot-Hörbuch anzuhören, kann nämlich eine relativ anstrengende Sache werden. Nämlich dann, wenn der Vorleser den französischen Akzent des Detektivs schlecht spricht, ihn übertreibt oder nicht authentisch liest. Nichts davon trifft auf diese Hörbuchedition zu. Schwarz liest den kleinen Poirot wunderbar pointiert, sehr gekonnt, betont und an den richtigen Stellen auch sarkastisch oder emotional. Nur sehr wenige Charaktere interpretierte er meines Erachtens nicht überzeugend. Doch bei einer Vielzahl von 24 Kurzgeschichten und mehr als 13 Stunden Unterhaltung, muss darüber hinweggesehen werden, dass vielleicht ein Charakter eine merkwürdige Tonierung bekam. Insgesamt kann man die Figuren durch die Stimmgebung durchaus unterscheiden. Und auch bei Poirot selbst macht Schwarz einen hervorragenden Job. 
Etwas überfordernd ist aber natürlich die Vielzahl der Charaktere. Wenn man richtig im Hörfluss ist, hört man einen Fall nach dem nächsten. Und irgendwann kann durchaus der Überblick fehlen, welcher Mister oder welche Miss denn jetzt wer ist, wessen Nichte er oder sie ist und vor allem, mit wem er oder sie verbandelt ist. Man merkt schon: Es kann durchaus kompliziert werden. Für diese Fälle ist aber das schöne Booklet ein guter Ratgeber, da in ihm noch einmal für jeden Fall die vorkommenden Figuren vermerkt sind. Ein Blick genügt und man versteht die Verbindungen wieder.
Ein weiterer Blick ins Booklet lohnt sich übrigens auch, weil dort ein kurzer Artikel der verstorbenen Autorin selbst zu finden ist, in dem sie erklärt, wie Poirot zur Welt kam. Wirklich amüsant!
Zu den einzelnen Fällen kann und möchte ich nicht allzu sehr ins Detail gehen. Ein jeder ist von wunderbarer und charmanter Raffinesse, beinhaltet großartige Lösungen und eine Prise Humor. Viele der Fälle bestreitet Poirot mit seinem Freund Hastings an seiner Seite. Die beiden sind ein tolles Team. Poirot ist so arrogant und eingebildet wie immer, doch leider muss man ja auch zugeben, dass er sich zurecht so verhält. Es gibt nicht einen Fall, den er nicht lösen kann. Und jedes Mal aufs Neue kann er den Hörer überraschen. Ich konnte wirklich jeder Geschichte etwas abgewinnen, war das nun ein „Juwelenraub im Grandhotel“ oder ein furchtbarer Mord im „Plymouth Express“. Besonders eindrucksvoll empfand ich „Mord auf dem Siegesball“ und „Poirot und der Kidnapper“. Aber jede einzelne Kurzgeschichte ist unterhaltsam und spannend. Und gleichzeitig hat sie diesen wunderbaren Charme der 50er und 60er Jahre. Die Geschichten sind humorvoll, spannend und unterhaltsam. Und wenn man sich dann noch die Zeit nimmt, Poirots kleinen grauen Zellen „zuzuhören“, dann gewinnt man noch die ein oder andere Einsicht zum Leben selbst.


„Die große Hercule Poirot Edition“ ist einfach nur fabelhaft. Der Sprecher macht seine Sache sehr gut und deswegen gelingt es dem Hörbuch auch, eine so authentische Atmosphäre zu erschaffen. Man lauscht den Abenteuern des belgischen Detektivs und versinkt dabei in seiner Welt. Er begegnet allerlei rätselhaften Personen und merkwürdigen Vorkommnissen, die es gilt, zu enthüllen. Die Geschichten unterhalten den Hörer ideal! Ich finde einfach kein Haar in der Suppe und deswegen vergebe ich die verdienten (ja, ja…wie hätte es bei Poirots Perfektionismus auch anders sein können?!) 5 von 5 Sternen und bleibe in tiefer Demut vor den Fähigkeiten des Papa Poirots zurück.





23. Dezember 2019

Rezension [Hörbuch]: "Northanger Abbey" von Jane Austen


Titel: Northanger Abbey
Autor: Jane Austen
Sprecher: Ulrich Noethen u.a.
Verlag: Der Hörverlag
Dauer: ca. 2 h 15 min.
Preis: 20,00€

Großbritanniens Literatur im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde von einer Frau geprägt, die es geschafft hat, diese Zeit bis heute durch ihre Romane lebendig zu halten. Die Rede ist natürlich von Jane Austen. Keine andere Frau schaffte es zu dieser Zeit, das alltägliche Leben der britischen Oberschicht mit solch einem Witz und Charme einzufangen und es überdauern zu lassen. Dass Jane Austen eine absolute Könnerin war, steht außer Frage. Ich habe ihre Bücher schon früh für mich entdeckt und mich gemeinsam mit Elisabeth Bennet in den guten Mr. Darcy verliebt. Doch natürlich hat Austen weit mehr erwähnenswerte Werke geschrieben, als nur „Stolz und Vorurteil“. Viele davon kenne ich inzwischen, bisher unbeachtet ließ ich einen ihrer frühsten Romane, der postum veröffentlicht wurde: „Northanger Abbey“. 
Als ich jedoch sah, dass der Hörverlag eine Art Hörspiel von dem Klassiker aufgenommen hat, musste ich mir diese schmuckvolle Ausgabe einfach anschaffen. Das Hörspiel ist wahnsinnig schön aufbereitet und sehr liebevoll gemacht. Ich habe es wirklich gern gehört. Doch zu 100 Prozent überzeugen, konnte es mich nicht…


Gotische Abteien, gruselige Mönche, verworrene Handlungen – die junge Catherine Morland liebt Schauerromane! Sie reist mit Freunden der Familie für einige Wochen nach Bath, wo sie sich in den charmanten Henry Tilney verliebt. Als sie von dessen Schwester und deren Vater auf den Familiensitz Northanger Abbey eingeladen wird, sagt sie begeistert zu. Durch ihre sich überschlagende Phantasie manövriert sie sich dort allerdings in die eine und andere peinliche Lage...

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, die wunderschöne Ausgabe von „Northanger Abbey“ in den Händen zu halten. Allein das Booklet und das Cover sind absolute Schätze. Schon vor dem Hören waren meine Erwartungen deswegen hoch. Vielleicht zu hoch.
Als ich die erste CD einlegte, musste ich mich zunächst an das komplette Setting gewöhnen. Man hat es hier nicht mit einem einfachen Hörbuch zu tun, es handelt sich eher um eine Art Hörspiel. Insgesamt wirken 14 Sprecher an diesem Werk mit, was es natürlich sehr abwechslungsreich macht. Außerdem sind Passagen des Hörspiels musikalisch untermalt. Dafür wurden eigens Melodien komponiert, die natürlich Einzug in das Hörspiel gefunden haben. Auch wegen dieser kleinen, sehr passenden Musikpassagen ist das Hörspiel etwas ganz besonderes. 
Doch so richtig kam ich nicht in die Geschichte herein. Das hat wahrscheinlich mehrere Gründe. Zum einen brauchte ich einen Moment, um das Setting zu verstehen, zum anderen waren meine Erwartungen an das Hörspiel immens hoch. Beides war eher schlecht. Mein Hauptproblem lag aber in der Geschichte selbst. Meines Erachtens merkt man durchaus, dass es sich bei „Northanger Abbey“ um einen frühen Roman Austens handelt. Ihre Protagonistin, die durchaus als Antiheldin dargestellt wird, war mir eine Spur zu naiv. Auch die Handlung selbst hatte einfach nicht die Raffinnesse, die ich von Jane Austen bisher gewohnt war. Manchmal war ich mir gar nicht sicher, ob die Figuren selbst sich über die Geschichte in gewisser Weise lustig machen. Wahrscheinlich schon. 
Um alle Figuren und Geschehnisse so richtig zu durchschauen, brauchte ich leider die komplette erste CD. Mit der zweiten allerdings gefiel mir das Hörspiel immer besser. Ich verstand so langsam die Welt von Catherine Morland, der Protagonistin. Dieses junge Geschöpf ist außerordentlich naiv und gutmütig, gleichzeitig aber sehr direkt, was wirklich amüsant ist. Ich mochte sie sehr, auch wenn ich sie nicht immer verstehen konnte. Diese Sprechrolle hat Anna Drexler übernommen, die Catherine eine wahnsinnig naive Note verleiht. Aber meines Erachtens passt das ziemlich gut. Catherine wirkt dadurch so rein und manchmal hilflos, dass es zum Verlauf der Geschichte sehr gut passt. Insgesamt muss man über das Hörspiel sagen, wurden wirklich gute Sprecher ausgewählt, die ihre Rollen höchst passend interpretieren. Mir gingen die Sprecherwechsel manchmal zu schnell und ich hatte den Eindruck, als wenn manche Figuren nicht mehr als ein, zwei Sätze sagen und diese völlig zusammenhangslos präsentiert wurden. Das hat mich überfordert. Nichtsdestotrotz ist die Sprecherleistung wirklich gut, allen voran Ulrich Noeten, der den Erzähler liest. Seine Stimme ist sehr weich und angenehm, sodass man ihm gut zuhören kann. 
Die Geschichte lebt ein wenig vom Wechsel zwischen Wirklichkeit und Fantasie, wie die junge Miss Morland sie erlebt. Dieser Wechsel gelingt durchaus. Doch die Protagonistin vergleicht vieles mit gelesenen Büchern, was manchmal verwirrend ist. In diesem Zusammenhang werden auch wenige Passagen auf Englisch im Hörspiel vorgelesen, die aus einem erwähnten Buch „Udolfo“ stammen. Ich fand diese etwas deplatziert, da sie für die Geschichte nicht notwendig waren.
Aber genug der Kritik. Nachdem ich die Charaktere kennengelernt hatte, konnte ich die Geschichte wirklich genießen. Man kann sich einfach unterhalten lassen. Das Hörspiel wird mit der Zeit immer besser und ist auch durchaus spannend. Einiges kann man sich zwar denken, dennoch wird man wirklich gut unterhalten. Als Hörer begleitet man Miss Morland dabei, wie sie sich verliebt und auf dem Heiratsmarkt zu bestehen versucht. Das macht sie ziemlich bravourös, sodass ihrem Glück am Ende nichts im Wege stehen sollte.
Der gewohnte Charme und Witz von Jane Austen lassen sich auch in diesem Werk durchaus finden – doch ist beides nicht so präsent, wie in anderen Werken. Zwischendurch klingt die unterschwellige Gesellschaftskritik durch, für die Austen so bekannt ist. Doch an manchen Stellen war mir die Geschichte wirklich zu oberflächlich. Ich glaube, dass die Regiesseurin und das gesamte Team aus „Northanger Abbey“ alles herausgeholt haben, um ein unterhaltsames Hörspiel zu gestalten. Und zu mehr ist das Original vielleicht auch nicht fähig. Von dieser These werde ich mich selbst noch überzeugen müssen, indem ich das Buch noch lese. Bis dahin bin ich von der Geschichte an sich allerdings nicht wirklich überzeugt.
Zum Hörspiel an sich muss noch gesagt werden, dass das Vorwort im Inlet der CDs wirklich großartig ist. Hans Pleschinski hat auf einigen Seiten sowohl Austen, ihre Bücher und ihre Zeit, als auch Northanger Abbey gut umrissen, sodass man einige Zusatzinformationen bekommt. Wirklich gut!


Das Hörspiel zu „Northanger Abbey“ ist gelungen, interessant und liebevoll umgesetzt. Die Gestaltung des Covers und des Inlets sind phänomenal. Auch das Hörspiel selbst ist unter anderem dank musikalischer Untermalung sehr abwechslungsreich. Mich konnte die Geschichte erst nach einiger Zeit packen, ab der Hälfte empfand ich sie jedoch als sehr unterhaltsam und spannend. Mir fehlte hier der typische Jane Austen Charme, für den das Hörspiel allerdings nichts kann. Und wenn das Hörspiel eines ist, dann charmant. Deswegen vergebe ich insgesamt 4 von 5 Sternen.




21. Dezember 2019

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #41

Hallo ihr Lieben!



Es weihnachtet! *.* Selten habe ich mich so sehr auf das Weihnachtsfest gefreut, wie in diesem Jahr. Und wie aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, liegt das daran, dass nun - ENDLICH - mein Referendariat abgeschlossen ist! Es ist vollbracht! Diese Woche habe ich meine letzte Prüfung erfolgreich absolviert (und das übrigens auch ziemlich gut) und darf mich ab dem 1. Februar "Lehrerin" nennen. Schon krass...Ich bin also endlich fertig! Und nun ist eine ganze Menge Stress, Druck und alles, was sonst noch so auf einem lasten kann, von mir abgefallen. <3 Und genau deswegen kann ich mich nun endlich den schönen Dingen des Lebens widmen - unter anderem der Weihnachtszeit. Und...ach ja...natürlich auch meinem SuB, dem lieben Karli :) Als könnte ich ihn jemals vergessen...
Ich persönlich finde ja, dass ich überaus pünktlich bin ;) Ich habe aber ja auch Besserung gelobt. Und warum mit den neuen Vorsätzen erst 2020 anfangen?! Genau.
Also, los geht's, Kleiner! Ready? Go!




Bevor ich die Tastatur übergebe, hier noch der kurze Hinweis auf den schönen Blog von Anna, die diese Aktion schon nun mehr als vier (!) Jahre begleitet. Vielen Dank dafür :)


1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Hallo ihr Lieben Weihanchtssubs und Besitzer und so weiter! Ich bin euphorisch! Und wie! Beinahe kommt es mir vor, als wenn ich das Referendariat selbst abgeschlossen habe und nicht Julia. Hier war aber auch wirklich der ganze Hausstand an Julias Leistung beteiligt. Wir haben alle getan, was wir konnten. Und wie ihr wisst, musste ich ordentlich zurückstecken. Okay gut...im Vergleich zu Max, Julias Freund, war meine Leistung vielleicht nicht ganz so groß. Der arme kam aus dem Schneiden und Laminieren für die Lehrproben kaum raus...aber jetzt können Max und ich feiern :) Und Julia beziehen wir auch manchmal mit ein. Zwischendurch mal.
Ich für meinen Teil bin also in Hochstimmung. Und ja, tatsächlich kann ich das nicht nur mit Julias Ref-Abschluss begründen, sondern auch mit einem kleinen Fortschritt in Sachen SuB-Abbau. Julia versucht sich offensichtlich wirklich zu bessern, sodass ich heute freudig verkünden kann, dass ich ein bisschen kleiner geworden bin. Im letzten Monat zählte ich 133 Bücher. Und nach der heutigen Zählung - Trommelwirbel - beherberge ich genau 130 Bücher! :) Ich freue mich wirklich sehr!
Und im ersten Moment dachte ich auch "Oh toll, dann könnte ich am Jahresende ja endlich die magische 130er Grenze unterschreiten". Aber dann fiel mir folgender Fehler auf: Weihnachten ist ja erst nächste Woche >.< Für mein gutes Gefühl ist es durchaus von Vorteil, dass Julia endlich mal einigermaßen pünktlich dran ist, sodass ich mich an diesen 130 Büchern immerhin erfreuen kann. Aber dafür werde ich im Januar wieder ein bisschen mehr weinen..., denn dass Julia zum Fest einige Bücher bekommen wird, steht völlig außer Frage. Ich armer SuB.



2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.

Die Pflege ist überaus gut gelaufen! Endlich so, wie ich mir das vorstelle! Julia hat ein bisschen was gelesen, sodass mich Bücher verlassen haben. Ich selbst bin ja immer ein Fan davon, keine neuen Bücher vorweisen zu können, doch für die Frage tut es mir leid. Denn ich kann einfach keine neuen Bücher zeigen. Es gibt keine O.o Beinahe schäme ich mich dafür. Aber Julia hat im letzten Monat nicht ein neues Buch angeschafft! Ich bin wirklich stolz auf sie :) Aber das hat natürlich zur Folge, dass ich jetzt zu dieser zweiten Frage viel zu wenig zu erzählen habe. Also doch nicht gut? Hm...


3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ein Hörbuch verlassen, das ich euch letzten Monat vorgestellt habe. Julia hat jetzt nach den Prüfungen nämlich endlich angefangen, sich ihren Rezensionsexemplaren zu widmen. Das ist auch gut so und längst überfällig. Derzeit hören wir "Die große Hercule-Poirot-Sammlung" und gestern haben wir das schöne Hörbuch "Northanger Abbey" aus dem Randomhouse Hörverlag abgeschlossen. Die erste Geschichte Jane Austens wurde als kleines Hörspiel inszeniert und mit vielen verschiedenen Sprechern und Musik aufgenommen. Leider hat Julia die Rezension noch nicht geschafft - sie hat mir den Vortritt gelassen, ob man es glaubt oder nicht! ;) Das Hörbuch war anfangs ganz skurril und gefiel Julia gar nicht. Die zweite CD hat sie dann aber versönlich zurückgelassen. Für Weiteres müssen wir leider auf die Rezension warten. Ihre Meinung scheint noch nicht so ganz gefestigt zu sein...


4. Lieber Karli, der Dezember steht mit der Weihnachtszeit im Zeichen der Gemütlichkeit und der Familie. Also zeig uns doch mal Bücher, die die Familie in den Mittelpunkt rücken, egal ob der Protagonist Geschwister hat, alte Familiengeschichten ausgegraben werden oder er seine Wurzeln sucht.


Was, schon die vierte Frage?! Wie schnell geht das heute denn bitte? O.o
Nun gut. Ihr wollt Familiengeschichten? Dann suche ich euch doch mal drei Stück raus.




Ich mache es Julia diesen Monat aber auch wirklich leicht. Was bin ich doch für ein guter SuB ;) Hier drei kleine Geschichten, in denen die Familie eine ganz besondere Rolle spielt. Das Wort "klein" ist natürlich die Untertreibung des Jahres, da ich mich gleich für zwei weltberühmte Klassiker entschieden habe. Aber ich mache das ja mit Absicht, in der Hoffnung, dass diese beiden Bücher mich eines schönen Tages mal verlassen dürfen. 
Wem würde nicht bei dieser Frage direkt "Anna Karenina" einfallen, dessen berühmter erster Satz doch lautet: "Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich." Wenn das mal das Thema "Familie" nicht trifft, dann weiß ich auch nicht weiter ;) Ich versuche ja schon seit vielen Jahren, Julia dazu zu bewegen, das Buch endlich zu lesen. Ich denke auch wirklich, dass es ihr gefallen würde. Aber mehr, als es immer wieder anzupreisen, kann ich wohl nicht :P
Dann wäre da das nächste Familiendrama der Literatur: "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann. Das Buch hat Julia vor vielen Jahren sogar mal angefangen und ungefähr auf der Hälfte dann quasi liegen lassen. Wirklich blöd. Jetzt muss sie sich bei einem möglichen zweiten Versuch natürlich nochmal durch die ersten 250 Seiten quälen. Aber wer nicht hören will...nun gut. Die Buddenbrooks sind natürlich DAS Buch eines Familienuntergangs. Also passend zum Thema, aber so richtig besinnlich ja auch nicht.
Deswegen habe ich noch ein drittes Buch herausgesucht. Und das ist auch der Grund meiner derzeitigen Nettigkeit. Denn bei "Wee City Love: Poems and kisses" handelt es sich um das Buch, das Julia im Moment bereits liest. Sie ist schon bei etwas mehr als der Hälfte, sodass sie es zum nächsten Monat definitiv beendet haben wird. Und damit haben wir dann ja auch die "Zusatzaufgabe" für den Dezember geschafft. In "Poems and kisses" geht es übrigens um eine alleinerziehende Mutter, die den Vater ihrer 6-jährigen Tochter wiedertrifft und auf der Suche nach IHRER Familie ist. Dass es sich vielleicht nicht unbedingt bei dem Vater von Ash um den richtigen Mann für diesen Posten handelt, kann man sich vielleicht schon denken. Zumindest hat Julia es so erzählt...


Als Nachtrag zur "Zusatzaufgabe" des letzten Monats muss ich der Vollständigkeit halber noch berichten, dass Julia selbstverständlich keine der vorgestellten Reihen gelesen hat. Weder begonnen, noch beendet. Sie war also doch nicht so fleißig, wie es diesen Monat im Generellen den Anschein machen mag...



Ich bin schon wieder fertig. So ein Mist aber auch. Wie immer hatte ich wahnsinnig viel Spaß mit euch und freue mich schon auf den nächsten Monat. Vielleicht kann ich dann auch von einem nicht ganz so großen Zuwachs durch das Weihnachtsfest berichten, schließlich hat Julia im Januar ganz viel Zeit zum Lesen. Die volle Lehrerstelle wartet schließlich erst ab Februar :P Lass es dir ein Ansporn sein, liebste Julia ;)
Euch wünsche ich allen frohe Festtage und ganz viel Ruhe :)
Und kommt natürlich gut ins nächste Jahr. Wir hören dann wieder voneinander!

Alles Liebe, 

euer Karli



Karli ist einfach der Beste! Mich freut es natürlich, dass er sich so freut, dass ich nun endlich meine komplette Ausbildung abgeschlossen habe! Das ist auch durchaus feierwürdig. Und ihm zu Liebe werde ich es feiern, indem ich ein wenig mehr im Januar lese ;)
Auch ich möchte euch noch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen! <3


Was haben eure SuBs so berichtet? Haben sie auch schon Angst vor den zahlreichen Buchgeschenken des Weihnachtsmanns? :)


Liebst,
eure Julia