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22. November 2024

Rezension [Hörbuch]: "A Touch of Snow" von Tracy Wolff

 




Titel: A Touch of Snow
Autorin: Tracy Wolff
Sprecher: Helene Roth & Alexander Pensel
Verlag: Randomhouse Audio
Dauer: 10h 20m

Die Jahreszeit lädt förmlich dazu ein, sich nicht nur wetterbedingt, sondern auch literarisch in eine Wintergeschichte zu begeben. Deswegen griff ich zu einem Hörbuch, dessen Titel und Cover nach Schnee schreien. „A Touch of Snow“ von Tracy Wolff spielt in einem der kältesten Orte der USA und eines der Hauptthemen ist Snowboard. Doch „kalt“ ist das falsche Wort, um die Handlung zu beschreiben. Zwischen den Hauptfiguren geht heiß her. Die Geschichten hat Aufs und Abs, ließ mich  aufgrund der Häufung verschiedenster Traumata aber etwas sprachlos zurück.


Eine Frau, die ihn eiskalt abblitzen lässt? Absolutes Neuland für Profi-Snowboarder Z Michaels, dem die Frauen sonst reihenweise zu Füßen liegen – die attraktive Barfrau Ophelia scheint immun gegen seinen Charme und Erfolg zu sein. Ophelia selbst kam nach einem schweren persönlichen Verlust nach Utah, um ihr gebrochenes Herz zu heilen. Obwohl sie sich stark zu Z hingezogen fühlt, kann sie einen Bad Boy wie ihn gerade nicht gebrauchen! Doch gelingt es der toughen Kellnerin schnell, hinter Zs coole Fassade zu blicken – und sie bemerkt dabei, dass sich unter seiner äußeren Eisschicht ebenfalls eine traumatische Vergangenheit verbirgt …

Der Einstieg in die Geschichte gelingt sehr gut. Tracy Wolff hat einen angenehmen Schreibstil und mir gefiel das Setting wirklich gut. Ein verschneiter Ort im Norden der USA, ein Resort für Wintersport und mittendrin die wärmeliebende Ophelia. Ich hatte sofort ein Gefühl für den Handlungsort und mochte die weibliche Protagonistin. Ophelia ist humorvoll und selbstsicher. Auch Z ist eine spannende Figur. Er ist Profisnowboarder, der dank einer Erbschaft alles hat, was er zum Leben braucht. Doch das einzige, was er wirklich will, ist Adrenalin. Das bekommt er durch seinen Sport und – natürlich – durch Sex. Kein Wunder also, dass er sein Auge auf die neue Barista im Resort geworfen hat. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, in der es ordentlich knistert. Und das ist untertrieben.
Im Genre New Adult erwartet man inzwischen ja eine ganze Menge Sex. Aber hier hat man davon wirklich viel. Meines Erachtens war das etwas krass. Vor allem, da Z so unglaublich gut im Bett ist, dass Ophelia in einer Nacht zehn (!) Mal kommt. Okay. Realität?
Aber obwohl ich mit beiden Protagonisten durchaus sympathisiert habe, störte mich ein Punkt. Beide haben ein krasses Trauma in der Vergangenheit durchgemacht. Dabei handelt es sich zwar nicht um das gleiche, aber es geht um Verlust. Vor allem Zs Geschichte ist heftig. Natürlich gibt es solche Geschichten auch in der Wirklichkeit. Aber dass eine Vergangenheit, wie die von Z, auf eine, wie die von Ophelia trifft, war mir zu konstruiert. Und als wäre es nicht genug, gibt es einen Cliffhanger, der mal mindestens genauso viel Drama beinhaltet. All diese wirklich heftigen Schicksale waren mir etwas zu krass und vor allem in der Häufigkeit zu extrem. Sie sorgen zwar für einen gewissen Unterhaltungsfaktor, aber eine deprimierende Art von Unterhaltung.
Die Handlung selbst plätschert ein wenig vor sich hin. Im Grunde geht es darum, wie die beiden das Herz des anderen gewinnen und das ist auch sehr schön zu verfolgen. Es geht schnell und es gibt Höhen und Tiefen in ihrer Beziehung. Trotzdem sind die beiden zusammen sehr süß. Nachdem sie sich aber bekommen haben, fehlt irgendwie der rote Faden. Ich war beim Hören eher verwundert, dass die Geschichte „schon“ vorbei war, denn ich nahm an, irgendetwas Großes müsse noch passieren. Man kann aber sagen, dass es eben um die verschiedenen Traumata geht und wie die Protas diese bewältigen.
Gut gefallen haben mir die Nebenfiguren. Zs Freunde Ash, Luke und Cam sind tolle Charaktere, die für Humor in der Geschichte sorgen. Durch sie wird Zusammenhalt symbolisiert, was mir gefiel. Auch das Thema Snowboard fand ich wirklich spannend. Es ist schon verrückt, was manche Leute im Schnee vollbringen können. Meiner Meinung nach hat die Autorin hier einen wirklich guten Job gemacht, denn sie beschreibt die rasanten Fahrten richtig gut und man hat sofort ein authentisches Bild vor Augen.
Die Kapitel sind im Wechsel zwischen Ophelia und Z geschrieben. Für beide gibt es auch einen eigenen Sprecher. Sowohl Helene Roth als auch Alexander Pensel haben sehr schöne Stimmen, die gut zur jeweiligen Figuren passen. Ich mochte es, wie beide gelesen haben.


Insgesamt habe ich mich gern in die verschneite Welt von Ophelia und Z begeben und ihre Geschichte gehört. Sie ist unterhaltsam, beinhaltet viel Liebe aber vor allem auch viele Traumata. Das war mir insgesamt zu krass, weshalb ich drei von fünf Sternen vergebe.






16. August 2024

Rezension [Hörbuch]: "Mile High" von Liz Tomforde


Titel: Mile high
Autorin: Liz Tomforde
Verlag: Randomhouse Audio
Preis: 29,95€
Seiten: 773
Dauer: 17h 15m
 

Der Klappentext von „Mile High“ hat mich sofort gecatcht. Sports-Romance ist einfach mein Genre, muss ich gestehen. Daher zögerte ich nicht lang, als ich von der Geschichte über den Bad Boy -Eishockeyspieler und die freche Flugbegleiterin hörte. Es konnte nur gut werden. Oder? Diese Frage muss ich definitiv mit JA beantworten, denn das Hörbuch hat einen super hohen Wohlfühlfaktor. Obwohl „Mile High“ kleine Schwächen hat, ist die Geschichte zum Zerfließen!


Frauenheld und Badboy Zanders lebt seinen Traum: Er spielt in der National Hockey League für Chicago, reist mit seinem Team durchs Land und nimmt fast jeden Abend eine andere Frau mit ins Bett. Für die neue Saison gibt es erstmals eine feste Crew für den Privatjet und damit eine goldene Regel: Finger weg von den Flugbegleiterinnen! Doch das ist hart: Crewmitglied Stevie ist schlagfertig, anders, ihre Art zieht Zanders an und vor allem ihre Kurven bekommt er nicht mehr aus dem Kopf …
Schon bald kann auch Stevie sich nicht mehr gegen die Anziehung wehren, doch sie weiß, dass sie nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Herz riskiert, wenn sie sich auf Zanders einlässt …

Liz Tomforde hat mit diesem Reihenauftakt definitiv vieles richtig gemacht. „Mile High“ ist ein Buch, bei dem man abschalten und die Story genießen kann. Für mich war es ein absolutes Wohlfühlbuch. Allerdings haben diese Bücher meistens auch Schwächen und natürlich ist das auch hier der Fall. Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und diese geht über 17 Stunden. Das ist eine ganze Menge, weshalb es nicht verwundert, dass die Geschichte ein paar Längen hat. Ich kann sie gar nicht als „unnötig“ bezeichnen, denn die Handlung macht mit all ihren kleinen Nebenschauplätzen schon Sinn. Aber es zieht sich oft eben doch. Hinzu kommt, dass man die Handlung in gewisser Weise voraussehen kann. Mich stört das als Hörerin eigentlich nie, denn ich will ja auch zum Teil, dass es genauso kommt. Trotzdem überrascht „Mile High“ so gut wie nie, was doch etwas schade ist. Mein größter Kritikpunkt ist allerdings, dass am Ende alles etwas zu perfekt ist. Das Happy End war der Autorin scheinbar sehr wichtig, sodass wirklich einfach alles passt. Naja.
Genug der Kritik und hin zu den tollen Sachen dieses Hörbuchs. Zanders und Stevie sind fantastische Protagonisten! Ich habe beide wirklich sehr lieb gewonnen und mochte die Kapitel aus seiner und aus ihrer Perspektive. Außerdem mochte ich die beiden Sprecher Mala Sommer und Alexander Kalff. Sie haben beide ein wundervolles Gefühl für die jeweilige Stimmung ihrer Figur bewiesen und bringen eine ordentliche Portion Frechheit mit hinein. Beide lesen in einem angenehmen Tempo, haben schöne Stimmen und bringen die Emotionen gut rüber. Das hat mir super gefallen.
Und wie gesagt, auch die beiden Protas sind toll. Zanders ist der Eishockeystar und Bad Boy, wie er im Buche steht. Er ist ein Macho mit Herz. Außerdem beweist er durchaus Schwächen, wie beispielsweise Oberflächlichkeit. Aber er arbeitet daran und dieser Prozess kommt auch in der Geschichte rüber. Stevie ist eine tolle und selbstbewusste Frau, die einfach ganz normal ist. Sie hat ein paar Kilos zu viel auf den Hüften und macht daraus kein Geheimnis. Beide Hauptcharaktere sind übrigens PoC, was mir ebenfalls gut gefiel. Liz Tomforde legt viel Wert darauf, andere Figuren zu präsentieren, als in den meisten Büchern. Und das gelingt wunderbar. So arbeitet die Autorin Themen wie Bodyshaming oder Hautfarben ganz nebenbei ein. Weitere Themen sind übrigens Medien, Ausnutzung, Familienprobleme, Freundschaft und auch Hunde. Bei dieser Vielfalt ist es dann wieder nachvollziehbar, dass das Buch eben so dick ist.
Die Handlung ist zwar vorhersehbar, aber sehr schön. Gut gefallen hat mir, dass sie nie unauthentisch ist. Die Charaktere handeln ihrer Mentalität entsprechend, sodass es keine unlogischen Entwicklungen gibt. Die Beziehung, die sich zwischen Stevie und Zanders entfaltet ist tiefgehend und sehr schön. Bei den Sexszenen geht es wirklich heiß her und es gibt einige davon.
Gut gefallen haben mir auch die Nebencharaktere und die damit entstehende Dynamik. Ich mochte Stevies Zwillingsbruder Ryan sehr gern und auch ihre Kollegin Indie ist toll. Die Mannschaftskollegen von Zanders sorgen für Humor und eine Prise Männlichkeit in der Geschichte.
Der Schreibstil von Tomforde ist ebenfalls super. Er ist sehr flüssig und es gibt viele Dialoge. Diese werden von den beiden Sprechern perfekt inszeniert. Außerdem hat die Autorin durchaus ein Händchen für Sprache. Ich fand es einfach toll, dass der erste und letzte Satz des Buches sich quasi gleichen. Das beweist Überblick und schließt den Kreis der Handlung.

Ich konnte bei „Mile High“ super abschalten. Und das, obwohl es so lang ist. Ich mochte die Liebesgeschichte sehr, denn sie ist authentisch. Auch die Nebenhandlungen und die damit verbundenen Charaktere sind gut. Obwohl ich das Ende zu perfekt finde, ist die Geschichte so liebevoll und detailreich ausgearbeitet, dass ich 4,5 Sterne vergebe, die ich gern aufrunde.





22. Juli 2024

Rezension [Hörbuch]: "Belleadair Academy of Athletes - Misfits" von Maren Vivien Haase

 


Titel: Belleadair Academy of Athletes - Misfits
Autorin: Maren Vivien Haase
Verlag: Random House Audio
Preis: 25,95€
Dauer: 12h 12m

Es war eine dieser personalisierten Werbungen, die mich auf die „Belleadair-Academy“-Reihe aufmerksam gemacht hat. Eine Sportelite-Schule? Und dann auch noch Tennis? Her damit! Aber wie das so bei Werbung ist, scrollte ich weiter und vergaß dann irgendwann den Titel. Erst, als nun Band drei „Misfits“ herauskam, erinnerte ich mich wieder. Da aber jeder Reihenteil an sich abgeschlossen ist, dachte ich mir, beginne ich eben mit dem dritten Band. An sich war die Idee vielleicht nicht verkehrt. Aber leider hat mich „Misfits“ als Hörbuch doch über weite Strecken sehr enttäuscht und das lag vor allem an einem Punkt: der Synchronsprecherin.

 

Delphine Fleury galt schon immer als Ausnahmetalent im Turnen. Doch kaum jemand weiß, was sie aufgeben musste, um so stark und grazil zu wirken - und dass alles nur Fassade ist und sie in Wahrheit ihr eigenes Spiegelbild hasst. Covey Jenkins ist seit jeher fasziniert von der Schauspielerei. Für eine Rolle in einer Sportler-Biopic soll er einige Wochen an der Belladaire Academy trainieren, um seine Stunts zu perfektionieren. Delphine soll ihn dabei unterstützen. Schnell merkt Covey, dass es eigentlich Delphine ist, die Hilfe benötigt, um ihrem dunklen Geheimnis zu entfliehen - doch dafür muss er erst das Vertrauen der kühlen Schönheit gewinnen...

Lese ich den Klappentext nun noch einmal, frage ich mich wirklich, warum der Funke nicht überspringen wollte. Sport, Liebesgeschichte und ernste Themen als Mix sprechen mich so sehr an. Doch leider hat „Belleadair Academy – Misfits“ bei mir vor allem einen schwachen Eindruck hinterlassen.
Ich glaube, wir brauchen nicht wirklich über Logik zu sprechen, wenn man sich die Story etwas genauer ansieht. Und das stört mich tatsächlich auch gar nicht. Wenn das Setting schön ist, kann ich schnell vergessen, dass niemals ein Schauspieler an einer solchen Schule trainieren würde, um im Film mehr glänzen zu können. Oder dass die Schüler und Schülerinnen auf einer solchen Schule ja eigentlich die Elite ihrer Sportart sind und somit schon wirkliche Stars sein müssten. Aber das konnte ich in diesem Fall eben nicht vergessen. Denn irgendwie war mir vieles einfach zu unlogisch. Und weil mich die Chemie zwischen den beiden Protagonisten nicht richtig catchen wollte, bemerkte ich diese – in meinen Augen – Logikfehler eben doch. So waren viele Teile der Handlung für mich oberflächlich und viele Plottwists habe ich auch einfach nicht verstanden. Delphine macht sich unglaublich viele Sorgen, überhaupt in der Presse zu landen, und als sie dann aber eine Szene auf dem roten Teppich macht, ist das plötzlich gar kein Skandal in den Medien…Najaaaa….
Aber kommen wir mal zu den Charakteren. Delphine Fleury lebt für ihren Sport. Und sie ist großartig darin. So gut, dass sie auf Weltniveau turnt. Nur mit der Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit hat sie es nicht so. Da musste ich mich dann eben wirklich fragen: Jemand, der zu Weltmeisterschaften fährt, muss doch Interviews geben? Wie kann es sein, dass sie das nicht muss? Kann man sich dem in der realen Welt wirklich entziehen? Aber gut. Auf mich hat Delphine leider nie einen sympathischen Eindruck gemacht. Ich wusste nicht, wofür sie wirklich steht. Anders als das männliche Pendant, Covey. Der großspurige Schauspieler hat eine ganz wundervolle weiche Seite, die auch authentisch dargestellt wird. Ich mochte Covey nach einer Weile wirklich gern und mochte auch die Kapitel aus seiner Sicht viel lieber. Ich konnte verstehen, warum man mit ihm befreundet sein wollte – anders als bei Delphine. Dabei gibt es Menschen, die genau das wollen. Delphine lässt allerdings niemanden an sich heran. Lova und Nika (die beiden Protas der ersten beiden Bände) bemühen sich um Delphine und stehen ihr bei. Warum genau, kann ich leider nicht sagen. Und ehrlich gesagt konnte ich auch beide Mädels nicht wirklich voneinander unterscheiden, so unbedeutend sind ihre Rollen im Gesamtbild. Hat man die beiden Vorgänger gelesen, ist das sicher anders. Ich verband aber mit ihnen eben nichts. Das einzige, was ich wirklich loben muss und was super authentisch geschildert ist, ist Delphine Essstörung und ihr negatives Body-Image. Ich glaube sofort, dass die Elitesportwelt und vor allem Turnerinnen mit diesen Themen Probleme haben. Man empfindet sich selbst als zu dick und will immer dünner werden. Delphine hat ein krankhaftes Verhältnis zu Essen und wird in diesem Aspekt stark von ihrer Mutter beeinflusst. Nebenbei bemerkt ist sie der schlimmste Charakter des ganzen Buches. Da ich selbst Mutter bin, war ich so schockiert über ihr Verhalten, dass ich mich wirklich fragte, ob es solche Mütter gibt. Aber vermutlich ist das leider so. Zurück zur Problematik: Dieser Aspekt des Buches baut sich lange auf und wird immer wieder aufgegriffen. Das fand ich sehr logisch und hat mich auch wirklich bewegt. Ein solches Problem zu lösen, ist sicher alles andere als leicht! Dieser Handlungsstrang gefiel mir also sehr gut.
Auch die eigentliche Liebesgeschichte an sich fand ich nicht schlecht. Sie war vorhersehbar, ja. Aber eben auch ganz nett. Für mich war eben nur Covey derjenige, der sie trug, denn mit Delphine wurde ich einfach nicht warm. Möglicherweise lag das aber auch an einem anderen Punkt, den ich schon angesprochen habe: der Sprecherin.
Das hatte ich wirklich, wirklich noch nie. Ich höre viele Hörbücher und muss die Sprecher meistens loben. Die Verlage sind gut darin, authentische und passende Stimmen auszusuchen, die die Geschichte gut transportieren. Bei dem männlichen Part der Geschichte, der von Nicolás Artajo gesprochen wird, ist das auch gelungen! Er hat eine sehr angenehme Stimme, die toll zu Covey gepasst hat. Ich habe seine Betonung geliebt, denn er verleiht dem Charakter richtig Leben und damit verbundene Sympathie. Und genau das schafft die weibliche Stimme von Tanya Kahana absolut nicht. Schon die allerersten Sätze, als ich mit dem Hören begann, ließen mich absolut sprachlos zurück. Leider hat sich das auch in den nächsten zwölf Stunden nicht geändert. Sie liest VIEL zu langsam, völlig monoton und in manchen Szenen einfach nur stumpf. Letzteres tut sie leider auch bei den Sexszenen, was ihnen leider den gesamten Zauber nimmt. Das Ganze war dadurch ziemlich merkwürdig und gar nicht sexy. Jedes Mal, wenn wieder ein Kapitel aus Delphines Sicht kam, dachte ich, es würde besser werden. Aber das tat es nie. Mir tut es total leid, das so offen zu sagen, aber Kahana ist für mich eine Fehlbesetzung, die das Hörbuch wirklich um ein Vielfaches verschlechtert hat. Ist die Stimme nicht passend, leidet eben das gesamte Buch. Das war hier definitiv der Fall und das ist auch der Grund, warum ich die ganze Zeit über nicht in die Geschichte gefunden habe.

So schön die Idee und das Setting sind, konnte „Belleadair-Academy of Athletes– Misfits“ mich leider gar nicht abholen. Es gibt gute Handlungsstränge und auch einige interessante Charaktere. Die vorhersehbare und oberflächliche Geschichte war mir an vielen Stellen trotzdem zu viel. Am ausschlaggebendsten war aber leider die schlechte Sprecherin, die durch falsches Tempo und fehlende Betonung dafür sorgt, dass die Protagonistin blass und unsympathisch bleibt. Da kann dann auch der tolle männliche Sprecher nicht mehr viel retten. Insgesamt vergebe ich schwache drei Sterne.




16. Januar 2024

Rezension [Hörbuch]: "Check & Mate. Zug um Zur zur Liebe" von Ali Hazelwood

 


Titel: Check & Mate. Zug um Zug zur Liebe
Autorin: Ali Hazelwood
Verlag: der Hörverlag
Preis: 21,95€
Seiten: 416
Dauer: 10h 43m

Ich habe noch nie in meinem Leben Schach gespielt. Trotzdem gehöre ich nicht zu den Menschen, die dieses komplizierte Spiel als langweilig abtun. Und deswegen erregte „Check & Mate. Zug um Zug zur Liebe“ schnell meine Aufmerksamkeit. Ein New Adult-Roman (oder fast schon Romcom?) in einem vorurteilsbehafteten trockenen Setting? Das kann spannend werden. Und das wurde es definitiv! Das Hörbuch zu „Check & Mate“ ist einfach grandios! Für mich ist es ein absolutes Highlight, das ich mir nach dem Hören erstmal als Buch bestellen musste….genau: SO gut ist es!

Mallory Greenleaf hat sich geschworen, nie wieder Schach zu spielen. Denn das Spiel, das sie jahrelang geliebt hat, hat ihr zu viel genommen. Doch als ihre beste Freundin sie überredet, bei einem Wohltätigkeitsturnier einzuspringen, kann Mallory nicht ablehnen. Ein letztes Mal spielt sie – und besiegt versehentlich den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer. Nolan, der Schach auf ein ganz neues Level gehoben hat. Nolan, der dafür bekannt ist, dass er mit Niederlagen nicht gut umgehen kann. Nolan, der wahnsinnig gut aussieht. Mallory tut das Erste, was ihr in den Sinn kommt: Sie läuft weg. Doch Nolan spürt sie auf und lässt nicht locker. Er will unbedingt erneut gegen Mallory spielen. Doch sie kann nicht riskieren, sich noch einmal ins Schachspielen zu verlieben. Und in Nolan schon gar nicht …

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn ich habe einfach alles an diesem Hörbuch geliebt! Gehen wir also von außen nach innen: Das Cover ist total süß und passt perfekt zur Geschichte. Es deutet auf den lockeren und verspielten Ton der Story hin und erregt sofort Aufmerksamkeit. Die Sprecherin Anna Amalie Blomeyer hat eine schöne Stimme, die sie vor allem in ironischen Szenen wunderbar zum Einsatz bringt. Für mich war Blomeyers Stimme einfach Mallory. Durch sie bekommt die Protagonistin noch mehr Persönlichkeit. Des Weiteren variiert sie als Sprecherin sehr schön und hat beispielsweise für Nolan immer die gleiche Betonung, was toll ist. Vielleicht habe ich mich auch aufgrund ihrer Stimme ein wenig in den Schachweltmeister verliebt…Hach..
Kommen wir also zur Geschichte. Der Klappentext umreißt die Handlung sehr gut. Hinzufügen kann ich, dass Mallory es keinesfalls leicht hat. Sie ist die älteste von drei Schwestern, deren Mutter eine schwere körperliche Krankheit hat, sodass eigentlich Mallory dafür sorgt, dass alles seinen Gang geht. Sie übernimmt ungefragt die Verantwortung der Familie und ist bereit, sich für die, die sie liebt, aufzuopfern. Dazu gehört, dass sie das Geld verdient und die Rechnungen bezahlt. Mallory ist eine unglaublich starke und bewundernswerte Protagonistin, zu der ich sofort eine Beziehung hatte. Sie ist lustig und sarkastisch. Sie weiß, was sie will und ist realistisch. Und sie ist leidenschaftlich. Ihre wohl größte Leidenschaft war der Schachsport. Aber erst nach und nach kommt raus, warum sie Schach die Schuld an allem in ihrem Leben gibt, was falsch gelaufen ist. Und mit dem Wort Schach kommen wir zur zweiten Hauptfigur. Nolan Sawyer ist ein Typ mit absolutem Ehemann-Potenzial. Der anfangs düstere und verschlossene Schachweltmeister eroberte mein Herz im Sturm. Er ist direkt, ehrlich und loyal. Doch man lernt Nolan erst nach und nach kennen und ich finde, das hat die Autorin sehr gut gemacht. Denn die ganze Geschichte entwickelt sich Stück für Stück. Ich fand nicht einen einzigen Handlungsstrang langweilig. Denn auch die Nebenfiguren sind quirlig, lustig und liebevoll. Da wäre Mallorys beste Freundin Easten, ohne die Mallory niemals wieder an einem Schachbrett gesessen hätte. Oder auch Emile, der beste Freund von Nolan. Selbst die Antagonisten sind interessant, wie zum Beispiel Malte Koch oder andere sexistische Schachspieler.
Sexismus ist durchaus ein großes Thema des Romans. Ich bewundere sehr, wie Ali Hazelwood es geschafft hat, wichtige gesellschaftliche Themen mehr oder weniger nebensächlich ins dieses Buch einfließen zu lassen. Sexismus ist ein sehr offensichtliches Thema. Aber zum Beispiel auch Sexualität ist ein Thema, das großartig verarbeitet wurde. Versteht mich nicht falsch, es gibt eigentlich keine Sexszenen in „Check & Mate“. Aber Mallory geht sehr offen mit ihrer Sexualität und der sexuellen Orientierung anderer um. Das fand ich ehrlich gesagt einfach cool. All solche „Kleinigkeiten“ führen dazu, dass die Geschichte so rund ist.
Und rund ist sie. Wie ich schon erwähnte, habe ich mich nicht eine Sekunde mit dem Hörbuch gelangweilt. Ganz im Gegenteil. Ich wollte weiterhören. Immer. Ich konnte sogar eine Nacht kaum schlafen, weil ich mich immer gefragt habe, wie Mallory und Nolan sich wiedersehen. Wie das nächste Turnier ausgeht. Ob die beiden endlich gegeneinander spielen. Und. Und. Und. Die Geschichte hat mich einfach völlig in ihren Bann gezogen. Ich war selten so gecatcht von einem Hörbuch. Und die Gründe sind wirklich vielseitig. Tolle Protagonisten haben viele Bücher. Aber in „Check & Mate“ sind neben den großartigen Haupt- und Nebenfiguren auch die Handlungsentwicklung, jede Nebenhandlung, die Beziehungsgeflechte und der Humor einfach großartig. Und hinzu kommt das ungewöhnliche Setting der Schachwelt. Ich habe mich wirklich nie groß für Schach interessiert. Aber erst heute habe ich mich ertappt, wie ich den aktuellen Schachweltmeister googelte und vorher noch wissen wollte, was genau eine Rochade ist. Dieses Buch macht einfach neugierig und fesselt. Ich kann nicht einen einzigen Kritikpunkt finden.

Man weiß, was jetzt kommt. „Check & Mate. Zug um Zug zur Liebe“ ist ein herausragendes Buch, das so viel Spaß macht und das ich wirklich, wirklich liebe! Ich vergöttere die Protagonistin Mallory und habe mich selbst ebenfalls in Nolan Sawyer verliebt. Die Geschichte ist toll aufgebaut, die Figuren sind liebevoll gestaltet und die vielseitigen Themen haben mich begeistert. Ich vergebe fünf Sterne und setze das Buch schon mal auf die Liste meiner Jahreshighlights.



22. Januar 2018

Rezension [Hörbuch]: "Verliebt bis über alle Sterne" von Susan Elisabeth Phillips


Titel: Verliebt bis über alle Sterne
Autor: Susan Elisabeth Phillips
Sprecherin: Rike Schmid
Verlag: Randomhouse Audio
Preis: 14,99€
Seiten: 476
Dauer: 10h 7m


Ich brauchte ein neues Hörbuch. Dringend. Meine Wahl fiel auf „Verliebt bis über alle Sterne“. Ein süßer Titel, ein niedliches Cover und ein guter Klappentext waren die ausschlaggebenden Punkte für meine Wahl. Allerdings habe ich mir nicht allzu viel erwartet. Denn wenn ein Buch „Verliebt bis über alle Sterne“ heißt, wird es sich wohl um eine nette Liebesgeschichte handeln. Aber dieses Buch ist so viel mehr! Es ist eine Liebesgeschichte mit Hochs und Tiefs, mit ernsthaften Thematiken und mit viel Tiefgang. Die Geschichte findet nicht mal eben so statt. Man lässt sie in sein Herz und da bleibt sie auch ganz lange. Die Handlung geht sehr viel länger, als der Klappentext vermuten lässt und das hat mich positiv überrascht. Wir haben nicht die typische „0-8-15 Frau trifft Footballer“-Story, sondern eine gereifte Geschichte über das Leben und wie es einem dazwischen kommen kann. Und das auf die lustigste Art und Weise, die man sich vorstellen kann. Ich liebe dieses Hörbuch! Denn auch die Sprecherin macht es zu etwas ganz Besonderem!

Piper Dove hat einen Traum: Sie will die beste Privatdetektivin Chicagos werden. Ihr erster Job: den früheren Star-Quarterback der Chicago Stars, Cooper Graham, beschatten. Doch dem fällt natürlich auf, dass diese nervige junge Frau ihm ständig folgt – und ist davon überhaupt nicht begeistert.
Also dreht der attraktive Mann den Spieß einfach um und engagiert Piper selbst. Leider nicht als Bodyguard, wie sie gehofft hatte. Aber wie es scheint, schwebt Cooper in Lebensgefahr, und Piper wird ihn beschützen, ob ihm das nun passt oder nicht. Bald muss auch Cooper sich eingestehen, dass ihn die furchtlose Piper nicht ganz kalt lässt …


So niedlich ich den Titel und das Cover auch finde: Es passt nicht zur Geschichte. Denn die Geschichte ist viel ernsthafter, viel dramatischer und auch lustiger, als beides vermuten lässt. Daher gleich meine erste Bitte: Lasst euch nicht vom Äußeren täuschen und gebt dem Hörbuch „Verliebt bis über alle Sterne“ eine echte Chance. Ihr werdet gleich nach den ersten Minuten merken, dass es sich lohnen wird! Denn sofort wird der Leser von der außergewöhnlichen Stimme von Rike Schmid begrüßt. Und sie liest wahnsinnig gut! Schmids Stimme war für mich wirklich unbegreiflich toll! Sie hat eine sehr angenehme Tonlage, sie liest sanft, aber auch so lustig! Zu jeder Zeit habe ich die Geschichte auch dank der Stimme ernst genommen. Es gibt so viele verschiedene Stimmungen im Buch und Rike Schmid hat jede mit Überzeugung rübergebracht. Außerdem fand ich ihre Interpretation von Cooper ebenfalls sehr gelungen. Das Highlight ist aber Piper Dove. Schmids Stimme passt perfekt zu dieser quirligen und einnehmenden Person! Die Harmonie zwischen Story und Sprecherin ist bei diesem Hörbuch wirklich außergewöhnlich! Selten habe ich mich so auf eine Sprecherin gefreut, immer wenn ich das Hörbuch anschaltete.
Hörbücher hängen oft auch am Sprecher. Aber diesen Punkt können wir als absolut gelungen abhaken. Dann kommt die Story. Die ist ebenfalls nicht ganz normal. Ich hatte damit gerechnet, dass Piper eben Cooper beschatten sollte, die beiden sich verlieben und am Ende ein Paar sind. Und auch wenn diese Grundzüge in gewisser Weise zu finden sind, lag ich doch ziemlich falsch. Ja, die Geschichte beginnt, indem Piper Cooper beschattet. Und irgendwann kommt auch die Verliebtheit dazu. Aber dazwischen liegt eine ganze Menge mehr. Und danach auch. Piper wird gefeuert, beginnt aber für Cooper zu arbeiten. Die beiden werden ein Team, denn jemand hat es auf Cooper abgesehen. Gemeinsam bestehen sie die ein oder andere Prüfung. Aber der Umstand, dass eine Beziehung unmöglich ist, bleibt immer präsent. Der Footballstar und die Privatdetektivin? Eher nicht. Wie die Autorin Susan Elisabeth Phillips das am Ende löst ist unbeschreiblich. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass eine Geschichte, in der es auch um Mordversuche und Action geht, so enden könnte. Aber ich fand es perfekt! Die Geschichte biete insgesamt sehr viel Abwechslung und macht einige Wendepunkte durch. Manchmal hat man vielleicht den Eindruck, die Geschichte wird künstlich in die Länge gezogen, aber ehrlich gesagt konnte ich von Cooper und Piper absolut nicht genug bekommen und war so traurig, als das Hörbuch zu Ende war. Pipers naive Art führt zu dem ein oder anderen unnötigen Punkt, aber letztendlich handelt Piper authentisch.
Insgesamt lässt sich das über die Charaktere sagen. Die beiden Protagonisten sind ganz klar Piper und Cooper. Ich fand beide einfach toll. Piper weiß genau, was sie will. Aber ihr werden einige Steine in den Weg gestellt. Sie ist eine sehr kluge und selbstbewusste Frau, sie ist tough und kommt immer irgendwie an ihr Ziel. Für mich war sie authentisch und bewundernswert und dass gerade jemand so starkes in Beziehungsfragen zweifelt, fand ich durchaus realistisch. 
Cooper ist ein Vorzeigemann, der sein Leben dem Profisport gewidmet hat. Auch seine Entwicklung fand ich authentisch und ich glaube als Frau muss man ihn einfach mögen. Zusammen agieren die beiden einfach toll. Sie schaukeln einander hoch, streiten sich und jede Unterhaltung ist so unglaublich lustig! Ich habe viel gelächelt, manchmal sogar gelacht, wenn es bei Piper und Cooper so richtig zur Sache ging. Apropos – das tut es im Buch auch. Diese Szenen gefielen mir sehr gut, obwohl ich das bei Hörbüchern immer heikel finde. Ich finde aber, dass die Autorin eine tolle Mischung geschrieben hat und jedes Frauenherz durch dieses Buch höher schlagen kann.
Die Nebenfiguren haben mir auch sehr gut gefallen, obwohl ich anfangs viele nicht unterscheiden konnte. Im Laufe des Buches lernt man sie aber alle kennen. Der Stil von Susan Elisabeth Phillips ist flüssig, herzlich und humorvoll. Der Humor der Autorin gefiel mir unglaublich gut, denn dadurch wird diese Geschichte so besonders.


„Verliebt bis über alle Sterne“ hält seine Versprechen und geht noch weit darüber hinaus! Die Geschichte ist romantisch und prickelnd, die Gefühle zwischen Cooper und Piper sind echt, aber das Buch ist auch humorvoll. Man hat Spaß mit den Charakteren, hält manchmal die Luft an, wenn die Story spannend und dramatisch wird und man wundert sich über den ein oder anderen Wendepunkt. Das Ende konnte mich absolut überraschen, aber ich fand es einfach nur gelungen. Und das gilt für das gesamte Buch. Eine tolle Autorin hat ein wundervolles Buch geschrieben und dieses wird auch noch von einer herausragenden Sprecherin gelesen. Meine absolute Empfehlung, fünf von fünf Spitzenschuhen!



30. Januar 2016

Review: "Creed - Rocky's Legacy"








Titel: Creed - Rocky's Legacy

Regie: Ryan Coogler

Länge: 133 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2015





Als ich den Trailer von Creed – Rocky’s Legacy gesehen habe, wusste ich, dass der Film gut sein musste. Zwar habe ich alle klassischen Rocky-Filme irgendwann einmal gesehen, allerdings weiß ich nicht mehr viel. Außerdem empfand ich es immer so, als wenn jeder Film schlechter geworden wäre. Der neue Film zur Geschichte von Rocky stoppt diesen Trend nun absolut! Ein unterhaltsamer Film nach klassischem Box-Film-Schema, der mit epischer Musikuntermalung besticht.

Darum geht's


Apollo Creed (Carl Weathers) war für Rocky Balboa (Sylvester Stallone) stets ein harter Gegner. Mehrfach ist er in der Vergangenheit mit der Boxlegende aufeinandergetroffen. Inzwischen ist er allerdings verstorben.
Nun, Jahre später, kommt Rocky mit einem Nachfahren seiner ehemaligen Nemesis und späteren Freundes in Kontakt. Adonis Creed (Michael B. Jordan), Apollos Sohn, sucht den Gegner seines Vaters auf, um sich von ihm trainieren zu lassen. Der junge Boxer hat seinen Erzeuger zwar nie kennengelernt, ist aber ein vielversprechendes Talent und könnte nun einen Mentor vertragen, der ihm den richtigen Weg zeigt.
(Quelle: http://www.moviepilot.de/movies/creed)


Meine Meinung


In der Geschichte von Rocky steckte schon immer eine Menge Potenzial. Kein Wunder also, dass das gleichnamige Musical produziert und zu Recht ein großer Erfolg wurde. Nun lernt man Rocky allerdings aus einer anderen Perspektive kennen. Er ist eine sehr sympathische, aber auch tragische Figur. Von Beginn an fesselte Sylvester Stallone mich mit seiner Darstellung. Als man mir erzählte, dass er für diese Rolle für die Oscars nominiert wurde, wollte ich es gar nicht glauben. Allerdings sage ich auch hier, dass dies vollkommen zu Recht geschah. Er mimt den alten Boxer, der all seine Lieben bereits verloren hat, mit vielen Emotionen und der Zuschauer fühlt sich mit ihm verbunden. Ebenso verbunden ist man aber Creed Junior. Adonis Johnson kämpft für seinen Traum und versucht ohne den großen Namen seines Vaters den Sprung in die Boxszene zu schaffen. Und dies tut er mit genau so viel Aufwand wie damals Rocky. Mich hat der Film und seine Trainingsmethoden sehr fasziniert. Es ist ja bekannt, dass Profisportler sehr viel trainieren müssen, aber ich frage mich doch, ob die gezeigten Leistungen nicht ans Unmenschliche grenzen. Übrigens finde ich, dass Tony Bellew die vollkommen falsche Besetzung für den ungeschlagenen Boxer Ricky Conlan ist. Eben aus den angeführten Gründen: Boxer müssen so unglaublich viel trainieren und definieren ihren Körperbau mit jedem Tag. Tony Bellew macht zum Ende des Films allerdings eine wirklich schlechte Figur – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich empfand ihn als ziemlich schwabbelig und konnte mir kaum vorstellen, dass Donnie und er in der gleichen Gewichtsklasse kämpfen. Aber das nur am Rande. Weitere Fehlbesetzungen gibt es meiner Meinung nach nicht. Sowohl Adonis als auch Bianca haben tolle Darsteller bekommen. Bianca war mir sofort sympathisch, wie eben auch Rocky. Die Nebendarsteller des Films machen wirklich eine gute Sache. Aber natürlich ist auch die Handlung mit Fokus auf Adonis wirklich toll. „Creed“ weist eine sehr ähnliche Struktur zum ersten Rocky Film auf, allerdings gefiel mir das gut. Es ist so, als wenn man das gute Alte mit dem spektakulären Neuem paart und dabei eine großartige Mischung herauskommt. Am besten hat mir das Ende des Films gefallen. Der finale Boxkampf kann sich wirklich sehen lassen und durch die Untermauerung der Musik wird die Szene zu etwas Besonderem. Die Filmmusik sorgt im Allgemeinen für epische Momente und setzt viele Dinge toll in Szene. Der Tiefpunkt der Geschichte bewegt den Zuschauer und zwischenzeitlich befürchtete ich das Schlimmste. Die Krise kam für mich dennoch unerwartet und auch der Aufstieg von Donnie ging mir etwas zu schnell. Allerdings sind dies meine einzigen Kritikpunkte.

Also...


Im Großen und Ganzen habe ich mich von „Creed – Rocky’s Legacy“ sehr gut unterhalten gefühlt. Auch Humor wurde mit eingearbeitet. Der Film bildet eine tolle Mischung aus Drama und Action und hat eine gute Spannungskurve, die sich in einem großartigen Finale entlädt. 
Der Film hat alles, was man von Rocky erwartet. Vielleicht nicht herausragend, aber einfach nur cool. Ich vergebe wunderbare 4 Sterne für einen aufgehenden Stern am Boxhimmel.