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24. Februar 2016

Rezension und Ankündigung: "Die Cavendish-Villa" von Cecily von Hundt

Hallo ihr Lieben!

Heute habe ich eine Rezension zum neuen Roman von Cecily von Hundt für euch. Als kleine Vorankündigung: Ich hatte das Glück ihr ein paar Fragen stellen zu dürfen, die morgen hier erscheinen werden.Ich wünsche euch ganz viel Spaß!

Eure Julia



Titel: Die Cavendish-Villa
Autor: Cecily von Hundt
Verlag: MIDNIGHT Ullstein
Preis: 4,99€ (ebook)
Seiten: 209


Durch Zufall bin ich auf den interessanten Roman „Die Cavendish-Villa“ von Cecily von Hundt gestoßen. Der Klappentext sagte mir sofort zu und auch der geringe Seitenumfang bot seinen Reiz. Also stürzte ich mich mitten in die Geschichte des merkwürdigen Dorfes im alten England und begab mich mit Kommissar Eisenhout auf die Suche nach der Wahrheit. Doch die Wahrheit bringt auch seine dunklen Seiten mit sich und davon gibt es in „Die Cavendish-Villa“ eine ganze Menge. Ein Roman, der durch eine gewisse Tiefe besticht, der aber so kurzweilig ist, dass man sich von vielen Handlungssträngen mehr gewünscht hätte.


Klappentext


Haddenford – ein behüteter englischer Ort, so meint man. Doch ein Ereignis überschattet die Geschichte des Dorfes: In den Zwanzigerjahren kamen bei einem Brand unzählige Bewohner ums Leben, der Fall wurde nie aufgeklärt. Als Jahrzehnte später neue Indizien auftauchen, nimmt sich Kommissar Mortimer Eisenhout dem Fall an – die Spuren führen ihn die Cavendish-Villa zu den Schwestern Alice und Florence, die damals alleine mit ihrem kleinen Bruder in dem Haus lebten. Ihre Mutter war eine Außenseiterin im Dorf, sie wohnte in der Irrenanstalt – weil sie beschuldigt wurde auf einem Fest ihre eigenen Gäste vergiftet zu haben. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Brand? Was haben die Cavendish-Schwestern damit zu tun?

Meinung


Der Roman wird von einer gewissen Düsternis bestimmt. Wir befinden uns in einem winzigen englischen Dorf, in dem seit Generationen die gleichen Familien leben. Jeder kennt jeden und jeder kennt auch jeden der verstorbenen Verwandten. Man bleibt unter sich. Und genau das war auch der große Fehler der Familie Cavendish: Der attraktive und reiche Geschäftsmann nahm sich eine Frau von Außerorts. Ein junges und wunderschönes Mädchen, mit dem er eine Familie gründete. Doch die Probleme mit der Dorfgemeinschaft waren vorprogrammiert und die gesamte Familie musste ihn am eigenen Leib erfahren. Die Ereignisse der Vergangenheit tragen seine Wurzeln bis in die Gegenwart, in der wir versuchen die Ereignisse zu verknüpfen.
Die Geschichte wird keinesfalls so gradlinig erzählt, wie ich es gerade begonnen habe. Der Leser folgt zwei Perspektiven. Den Kommissar Mortimer Eisenhout, der kurz vor der Pensionierung steht, erreichen neue Beweise zum großen Brand des Dorfes in den 20er Jahren. Er ist gezwungen den Fall neu aufzurollen – und das, wo er nur noch knapp 200 Tage zu arbeiten hat. Doch viele Möglichkeiten bleiben ihm nicht. Das Dorf ist klein und somit auch der Kreis der Verdächtigen. War der Brand, bei dem unglaublich viele Frauen aus dem Dorf umkamen, etwa kein Unfall? 
Neben dieser Perspektive wird zumeist im Wechsel ein Abschnitt aus dem Tagebuch von einer der Cavendish-Schwestern erzählt. Die jüngere der beiden Schwestern, Florence, ist ein betrübtes Mädchen. Über diese Art der Erzählung, in der Gegenwart und Vergangenheit verknüpft werden, erfährt der Leser allmählich den Ablauf der damaligen Ereignisse. Florence ist die tragische Figur des Romans. Sie scheint keine wirkliche Kindheit gehabt zu haben, da das Dorf die Familie zutiefst verabscheute. Nachdem ihre Mutter den Giftanschlag ausgeführt hatte und dabei ihr Vater starb, steht sie mit ihrer kränkelnden Schwester und ihrem behinderten Bruder alleine da. Zwei Mädchen gegen ein ganzes Dorf. Die Melancholie von Florence ist schnell greifbar. In ihrem Tagebuch werden Gespräche wie etwa das Folgende geschildert:
„Ich rieche den Herbst“, sagt sie. „Riechst du ihn auch?“ „Unsinn.“ „Doch, ganz sicher. Er liegt in der Luft. Es riecht nach Tod.“ (3%)

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Themen Familie und Vergänglichkeit eine große Rolle im Buch spielen. Hinzu kommt das große Monster der Vergangenheit. Mortimer ist gezwungen sich mit diesem auseinderzusetzen. Auch seine eigene Familie scheint nicht ganz schuldlos zu sein und er kommt zu Gedanken wie:
„Gibt es so etwas wie eine Kollektivschuld? Eine vererbbare Schuld, die du mit in deine Wiege gelegt bekommst, zusammen mit den niedlichen, flauschigen Kuscheltieren, den guten Wünschen und einem Ring aus getriebenem Silber?“ (44%)

Ein interessanter Gedanke wie mir scheint. Während Mortimer versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen und auch noch einen weiteren Mord aufklären muss, beschäftigt ihn seine eigene Familiengeschichte ganz gewaltig. Wie hier schon erkennbar ist, ist der Schreibstil von Cecily von Hundt in Teilen sehr tiefgründig, manchmal sogar schwierig. Manche Stellen musste ich mir markieren, da sie doch sehr ungewöhnlich und dennoch schön sind. Die Cavendish-Frauen haben eine besondere Liebe zur Pflanzenwelt. Ein letztes Zitat zur Vollständigkeit daher noch (, der einem Vergleich einer Pflanze angelehnt ist):
„Ein rasches Aufflammen, ein Überschuss an süßem Duft und leichte Farben, die hier und da pastellene Farbkleckse in die Landschaft malen, und dann das ebenso schnelle Sterben und Vergehen. Es erinnert mich immer an unsere eigene Vergänglichkeit, den kurzen Höhepunkt, den unser Erdenleben hat […]“ (13%)
Dieses Zitat war für mich sehr ästhetisch und weitreichend. Der künstlerische Sinn kommt durch und dieser Stil passt gut zur Geschichte. Allerdings muss ich sagen, dass mir das Buch wirklich zu kurz war. Die Kapitel sind ebenfalls extrem kurz. Man bekommt eine Szene aus Mortimers Handeln geschildert und danach folgt ein Teil aus Florence Tagebuch. Problematisch am Tagebuch fand ich, dass es einfach keinen Tagebuch-Charakter hat. Die Gedanken von Florence werden zwar deutlich, allerdings ist es einfach nur eine Erzählung aus der Vergangenheit von Florence selbst. Niemand würde in seinem Tagebuch Unterhaltungen mit genauem Wortlaut festhalten. Jedenfalls kann ich mir das nicht vorstellen. Das fand ich wirklich schade. Natürlich sind die Szenen trotzdem authentisch, allerdings entsprechen sie einfach keinem Tagebuch. Normalerweise bin ich ein Fan von solchen Perspektivwechseln und auch von kurzen Kapiteln, aber hier kommt beides sehr ins Extreme. Die Kapitel sind so kurz, dass sie manchmal nur ein Gespräch einfangen. In den Perspektivwechseln fiel es mir manchmal schwer zwischen den verschiedenen Charakteren zu unterscheiden. Obwohl es im Buch ja eigentlich nicht allzu viele von ihnen gibt, haben mich die Namen mit „Mr. oder Mrs“ doch ganz schön verwirrt. Besonders wenn von der folgenden Generation mit gleichem Namen die Rede war. Denken sollte der Leser zwischendurch also auf alle Fälle!
Allerdings ist „Die Cavendish-Villa“ ansonsten eher eine nette Lektüre zum Entspannen. Das Ende war spannend, dennoch war dieses Spannungsmoment auch zu kurz. Ich hätte mir gewünscht, dass einfach weiter ausgeholt worden wäre. Man hätte das Buch sicher auch um 50 Seiten verlängern können. In diesem Roman passiert nichts Herausragendes, aber ich empfand ihn dennoch als lesenswert. Leider war ich zum Teil verwirrt und nahm das Geschehen als etwas unspektakulär wahr, aber der Familiengedanke in der Handlung gefiel mir sehr gut:
„Wenn ich die Geschichte von Florence Cavendish lese, wird mir klar, dass sie ihre Familie über alles geliebt hat und mit all ihrer Kraft verteidigen würde. Und wer würde das nicht?“ (9%)
Mortimer hat das Tagebuch von Florence natürlich auch gelesen und befragt sich später auch dazu. Die Wahrheit kommt ans Licht. Der Umgang mit ihr ist allerdings sehr interessant.

Fazit


Alles in allem finde ich den Roman authentisch, zum Teil sehr lebensnah und auch tragisch. Dennoch bin ich der Meinung, dass man mit dieser wundervollen Idee noch mehr hätte anfangen können. Der Hass der Dorfbewohner kommt wunderbar herüber, ein paar Schnörkel mehr in der Handlung hätten aber gut getan. Die Zielgruppe sind sicher verträumte Frauen, die gern kleine Geheimnisse lüften. Für mich war die Aufklärung nicht so dramatisch, wie man es aus der Inhaltsangabe erwarten würde. Ich habe das Buch gern gelesen und vergebe daher 3,5 Spitzenschuhe. Bei „Die Cavendish-Villa“ handelt es sich um einen Roman, dessen Geschichte die 20er Jahre tatsächlich so geschrieben haben könnten. In dem Buch steckt eine Menge Wahrheit, die auch auf heute übertragbar ist. Dafür steckt wenig Aufregendes darin, wer allerdings an Familiendramatik und einem Hauch historischem interessiert ist, sollte zu dieser Lektüre greifen.



18. Februar 2016

Rezension: "Essenz der Götter I" von Martina Riemer


Titel: Essenz der Götter I
Autor: Martina Riemer
Verlag: Impress
Preis: 3,99€ (ebook)
Seiten: 430


Ich bin ein Fan der griechischen und römischen Göttersagen. Das lässt sich auch nicht allzu schwer an meinem Bücherregal erkennen.  Schon als ich von „Essenz der Götter“ hörte, wollte ich es lesen, auch weil mir der Stil von Martina Riemer gut gefällt. Nun, nachdem ich es endlich geschafft habe, bin ich ein wenig zwiegespalten. Die Idee ist zwar nicht neu, dennoch ist ihre Umsetzung gut gelungen und das Geschehen ist sehr tough und cool. Die Charaktere sind sehr stark und haben mir gut gefallen. Allerdings ist der Anfang einfach nur komisch und so fiel es mir etwas schwer ins Buch zu kommen. Für mich bildet „Essenz der Götter“ einen gelungenen Auftakt, der aber im finalen Teil gern noch getoppt werden darf!

Klappentext


Loreen hat nach dem Tod ihrer Eltern alles verloren. Sie wird aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen, von ihrem Freund getrennt und in ein Waisenhaus gesteckt. Seitdem lässt das rebellische Mädchen mit den violetten Haaren niemanden mehr an sich heran. Bis sie Menschen begegnet, die so anders sind, wie sie selbst sich schon immer gefühlt hat. Zu ihnen gehört auch der geheimnisvolle und schweigsame Krieger Slash. Von ihm erfährt sie, dass sie direkt von den Göttern abstammt und eine besondere Gabe hat, welche für einen seit Jahrtausenden geführten Krieg gebraucht wird. Zuerst versucht sie, vor ihrer Bestimmung zu fliehen, doch dann erkennt Loreen, dass sie sich ihrem Schicksal stellen muss. Es könnte nur mittlerweile zu spät dafür sein…

Meinung


Grundsätzlich bin ich von diesem Buch wirklich überzeugt. Dennoch gibt es den ein oder anderen Punkt, den ich kritisieren muss. Und damit sich auch meine Rezension steigert, beginne ich mal gleich mit meiner Kritik.
Ich hatte Probleme ins Buch zu finden. Zu Beginn wird Loreen als Teenager dargestellt, der einfach alles verloren hat und im Waisenhaus auf seine Zukunft wartet. Toll dargestellt wird hier ihre unglaubliche Traurigkeit und wie sie versucht sie mit Musik zu überwinden. Allerdings ist die Handlung zu diesem Zeitpunkt ein wenig verwirrend. Loreen hat einen Freund, zu dem sie einfach nur zurück möchte. Aber dann tauchen Slash, Sky und Pure auf – drei Nachfahren von griechischen Göttern. Sie haben den Auftrag Loreen zu sich – den Divinius - zu holen und ihr sozusagen beizubringen, was sie ist: nämlich ebenfalls eine direkte Nachfahrin einer göttlichen Linie. Das bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass all diese Nachfahren besondere Fähigkeiten haben. Jeder hat eine andere „Essenz der Götter“ in sich und ist somit kein normaler Mensch. Diese Idee gefiel mir übrigens sehr gut. Ich kenne einige Darstellungen mit den antiken Göttern, aber die Divinius waren doch noch einmal anders. Aber zurück zum Anfang. Loreen ist naiv und nervig. Sie nimmt diese neue (und schon überraschende, oder rechnet man jeden Tag damit, dass man was Besonderes ist?!) Nachricht ziemlich gelassen auf. Sie hat schon immer damit gerechnet, dass sie nicht ganz normal ist. Dass Loreen das Geschehen so selbstverständlich hinnimmt, gefiel mir gar nicht. Aber leider ging es ähnlich weiter. Da ich nicht zu viel verraten möchte, sei nur erwähnt, dass die Geschichte erst 3 Jahre nach der Begegnung im Waisenhaus beginnt. Ab diesem Zeitpunkt fiel es mir auch leichter in die Handlung zu finden. Es sei aber noch erwähnt, dass ich gern mehr über Jamie, Loreens Freund, erfahren hätte. Auch wenn sein Schicksal angedeutet wird, kam mir das Ganze zu plötzlich. Im Allgemeinen muss ich sagen, dass vieles verdammt schnell geht in diesem Roman. Das muss ja gar nicht schlimm sein, ließ mich aber vor allem zu Beginn stutzen. 
Nachdem ich dann diesen merkwürdigen Anfang überwunden habe, wurde das Buch immer besser! Loreen hat sich in den vergangenen Jahren wirklich weiter entwickelt. Daher finde ich es gut, dass sie anfangs eben so naiv dargestellt wird. Allerdings war sie keinesfalls mein Lieblingscharakter! Auf der Insel der Divinius leben viele Nachfahren der Götter. Unter ihnen finden sich wahre Schätze! Die Hauptfiguren Loreen und Slash sind zwar gut gestaltet und die Spannung zwischen ihnen kommt gut herüber, allerdings gefielen mir der quirlige Sky, der arrogante Melo oder die unnahbare Kate sehr viel besser. Diese Charaktere konnte ich sofort ins Herz schließen. Bei Slash, der große Krieger, an den Loreen ihr Herz verliert, ging mir das anders. Ich denke, dass das mit persönlicher Vorliebe zusammenhängt, denn Slash hat einen Bart und Dreadlocks, was ihn für mich schon einmal absolut unattraktiv macht. Aber andererseits ist es endlich mal kein aalglatter Protagonist. Also auch hier ein kleiner Pluspunkt. Dennoch braucht Loreen von mir keine Konkurrenz zu erwarten. Slash ist übrigens von einigen Stimmungsschwankungen geplagt und wie das so ist, benimmt er sich Loreen gegenüber natürlich anfangs ganz und gar nicht nett:
„Allerdings ist dieser Kerl ein riesiges Arschloch und kann grimmiger schauen als das Phantom der Oper – und das hat bekanntlich ein entstelltes Gesicht.“ (18%)
Wie man hier schon bemerkt, ist der Schreibstil von Martina Riemer sehr modern, flüssig und voller Humor. Der Vergleich zum Phantom der Oper hat mir extrem gut gefallen. Allerdings gibt es noch andere Stellen, an denen der Humor durchblitzt. Manchmal grenzen Loreens Gedanken und Kommentare sogar ans Sarkastische, allerdings verzog sich mein Mund doch des Öfteren nach oben:
„ …weil sie so fasziniert von der schimmernden Lotion gewesen war. Frauen und Glitzer. Ein tolles Klischee, das sie hier wieder bedient hat.“
Besonders schön ist außerdem die Detailliebe der Autorin. Es sind oftmals die Kleinigkeiten, die Bücher besonders machen. Was genau ich hier meine, kann ich gar nicht so klar benennen. Beispielsweise hat eine der Ratsmitglieder die Fähigkeiten den Wind zu beherrschen. Zwischendurch spürt Loreen in bestimmten Situationen immer wieder eine kleine Brise. Das ist nicht bedeutend und wird wahrscheinlich auch eher selten bemerkt, allerdings finde ich, dass diese Details die Geschichte in Einklang bringen. Des Weiteren gibt es auch ein paar Lebensweisheiten im Buch zu finden:
„Manchmal zählt wohl nicht die Dauer einer Bekanntschaft, um deren Wert zu messen.“ (14%)
Der Schreibstil ist wirklich eine Mischung aus Humor, Philosophie und verdammt vielen Emotionen. Durch diese emotionalen Charaktere wird das Buch aber lebendiger. Man nimmt den Figuren wirklich ab, dass sie wahre Kämpfer sind.
Die Divinius stehen nämlich in einem lebenslangen Kampf gegen die Titanius. Über diese erfahren wir allerdings nicht viel. Auch deuten sich viele Geheimnisse innerhalb der Divinius an, die aber sicher in Band 2 geklärt werden. So etwa, ob die Führerin des Rates nicht doch ihre eigenen Interessen durchsetzen will.
Interessant sind die Traditionen unter den Divinius, wie etwa die „Bell-Paare“. Es geht vor allem um die Beziehung zwischen Loreen und Slash, aber auch wie Loreen endlich zu sich selbst findet. Hinzu kommen noch kleine Nebenhandlungen und andere Liebeleien, mit denen der Leser mitfiebert.

Fazit


Alles in allem hatte ich sehr viel Spaß mit „Essenz der Götter“. Für mich bildet die Geschichte einen tollen Einstieg und ich freue mich sehr auf Band 2. Allerdings fehlte mir an manchen Stellen der rote Faden. Loreen erlebt zwar eine ganze Menge und befindet sich dauerhaft im Gefühlschaos, aber das große Ganze hat sich mir bis jetzt noch nicht erschlossen. Das klingt jetzt so kritisch, allerdings gibt es im Roman dennoch eine ganze Menge zu entdecken! Lasst euch von den authentischen Charakteren entführen und taucht in eine neue Darstellung der griechischen Götter ab. Mir hat das Buch gefallen, aber da ich von Band 2 noch mehr erwarte und mich der Anfang wirklich verwirrt hat, vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe.
Auf in den Kampf, Divnius!
Aber wer ist eigentlich der wahre Gegner?




17. Februar 2016

Rezension: "Wie Möwen im Wind" von Nicola Vollkommer


Titel: Wie Möwen im Wind
Autor: Nicola Vollkommer
Verlag: SCM Hänssler
Preis: 14,95€
Seiten: 288


Der Titel „Wie Möwen im Wind“ lässt die Gedanken bereits zu Träumen ausholen. Dazu das Cover mit der jungen Frau, dessen Haare im Wind fliegen. Das alles vermittelt einen Eindruck von Freiheit. Eine Freiheit, die im 18. Jahrhundert nicht jeder hatte. Nicola Vollkommer beschreibt das Leben eines jungen Mädchens, dem es nicht immer leicht gemacht wurde und das trotzdem seinen Platz in der Welt sucht, sich dabei blenden lässt und ein furchtbares Geheimnis lüftet.

Inhalt


Lord Greenwold braucht einen männlichen Erben. Doch seine unfähige Frau gebärt ihm erneut ein Mädchen. Das kleine Neugeborene wird prompt an eine Amme gegeben, bei der die kleine Charlotte aufwächst. Charlottes Ersatzmutter Maggie ist ein herzlicher Mensch und kümmert sich liebevoll um das ungewollte Kind. Doch zur Familie Greenwold gehört Charlotte noch immer und als ihr Vater in ihr eine neue Spielfigur für seine machtgierigen Spiele entdeckt, wird Charlottes Zukunft neu bestimmt. Sie wird zur Familie zurückgeholt um später ihren Zweck zu erfüllen: einen Mann heiraten, den Lord Greenwold aussucht und der das Erbe antreten kann. Charlotte muss sich von nun an in einer Welt zurechtfinden, in der sie ungewollt ist. Halt geben ihr dabei ihr Stiefbruder Jake und die Hausangestellte Franny. Kann Charlotte eines Tages ihre Freiheit erlangen? Oder muss sie den vorbestimmten Mann heiraten? Und welches Geheimnis birgt der verrottete Turm auf dem Anwesen? Der Leser begleitet Charlottes Leben mit all ihren Höhen und Tiefen. Doch das schlimmste Tief wartet noch auf sie…unter dem geheimnisvollen Turm.

Meinung


Der Roman bietet eine schöne Geschichte mit facettenreichen Figuren. Der Schreibstil ist flüssig und viele Beschreibungen von Charlotte beinhalten sehr poetische Aspekte. Leider konnte mich das Buch nicht absolut fesseln. Auch wenn die Handlung sich stetig entwickelt, schweifte sie mir manchmal zu sehr ab. Der Turm steht von Anfang an im Zentrum und man wartet und wartet und wartet, dass er sein Geheimnis endlich enthüllt. Dies passiert allerdings erst kurz vor Schluss. Mich hat dieser Punkt sehr überrascht und er ist auch durchaus positiv zu benennen, denn das Geheimnis des Turms habe ich nicht erwartet. Das Ende ist mit Abstand der spannendste Teil des Buches, wobei es auch zwischendurch immer wieder spannende Nebenhandlungen gibt. So hat mir das Verhältnis zwischen Charlottes Eltern oder Frannys Sicht auf die Liebe gut gefallen. 
Für mich war außerdem der stärkste Charakter der Stallmeister Jake. Er ist sehr bodenständig, liebevoll und höflich. Maggie hat ihn wunderbar erzogen und er trägt meiner Meinung nach die Handlung. Weniger gut gefallen hat mir Charlotte. Ich habe mich leider nie in sie hineinversetzen können und finde, dass sie oftmals unglaublich naiv, aber gleichzeitig sehr stark ist. Dies widerspricht sich ein wenig, wie ich finde.

Fazit




Dennoch habe ich das Buch gern gelesen und konnte mich im Cornwall des 18. Jahrhunderts wiederfinden. Die Handlung bietet viele verschiedene Stränge, die alle etwas Entdeckenswertes haben.  Die Thematik gefällt mir gut, nur gefiel mir die Protagonistin einfach nicht. Außerdem geht am Ende dann doch alles sehr schnell, was vorher sehr viel Zeit in Anspruch nahm.  Von mir gibt es 3 von möglichen 5 Spitzenschuhen.



9. Februar 2016

Rezension (2014): "Warte auf mich" von Philipp Anderen und Miriam Bach


Titel: Warte auf mich
Autoren: Philipp Andersen & Miriam Bach
Verlag: Pendo
Preis: 16,99€
Seiten: 320


Subjektive Inhaltsangabe und subjektive Meinung


Als ich im Buchladen den Roman „Warte auf mich“ in einem riesigen Haufen von Büchern entdeckt hatte, war ich davon überzeugt eine schöne Liebesgeschichte in den Händen zu halten. Das schöne Cover und ein erster Blick ins Buch hatten es geschafft, so dass ich mich kurz darauf an der Kasse wieder fand. Die Kritiken für dieses Buch waren sehr gut und naja…ich freute mich darauf es zu lesen.  Wenn ich mir nun im Nachhinein Kritiken ansehe, kann ich sie einfach nicht nachvollziehen. So leid es mir tut, aber dieses Buch ist grausam!
Der Roman ist von zwei Autoren geschrieben, wahrscheinlich unter Pseudonymen, die ihre „eigene“ Geschichte erzählen. Aus der Widmung geht hervor, dass die Autoren ihre eigenen Charaktere in die Fiktion überließen und schauten, was dabei herauskam. Die Kapitel sind immer im Wechsel verfasst. Aus der Perspektive der Frau (Sie-Sicht) und aus der Perspektive des Mannes (Ich-Erzähler).
Ganz ehrlich: Was für eine wundervolle Idee!! Ich liebe den Gedanken, eine Liebesgeschichte in einer Art Briefroman zu lesen, die einem einen besonderen Einblick in die Figuren gewährt. Außerdem beginnt der Roman mit einem Kapitel bei einem Verleger, der ein Manuskript vorliegen hat: und zwar genau den Roman, den man selbst gerade in der Hand hält. Dies ist eine ganz großartige Idee und macht Lust auf mehr. Aber, Hallo?! Das Thema?! Um nun einen Einblick in meine Figur zu geben, werde ich kurz die Handlung schildern.

Philipp Andersen und Miriam Bach sind Autoren, die sich flüchtig kennen. Auf einem Verlagsjubiläum treffen sie sich und beginnen zu flirten. Miriam ist 39 Jahre alt und geschieden, Philipp ist 17 Jahre älter – sprich 56 – und VERHEIRATET. Die beiden empfinden von Anfang an etwas Besonderes füreinander und landen im selben Hotelzimmer. Sie schlafen nicht miteinander, allerdings so etwas in der Art. (Bereits hier begeht Philipp meiner Ansicht nach Betrug. Aber okay…ist ja noch nicht viel passiert.) Ab jetzt plätschert die Handlung so dahin. Die beiden leben in der modernen Welt und was ich dem Roman zusprechen muss, ist dass er sehr realistisch ist. Soziale Netzwerke wie Skype, Facebook oder Whatsapp spielen eine große Rolle für die Kommunikation der beiden. Da sie aber an den anderen Enden von Deutschland leben, ist das Treffen etwas  komplizierter. Wie auch immer, irgendwann klappt`s halt und obwohl sie ja gar nichts miteinander anfangen wollten (jaja….) passiert`s eben doch. Achtung SPOILER, könnte aber lustig werden ;)! (leere Zeilen einfach markieren) Zusammenfassend: Sie lieben sich ja sooo sehr. Und sie können einfach nichts dagegen tun. Aber er ist ja verheiratet und liebt seine Frau genauso dolle, obwohl sein „Mirchen“ (wenn ich diesen Namen noch einmal lese werde ich verrückt) ja sein „Süßkind“ ist (kein viel besserer Kosename, wenn man mich fragt), ohne dass er nicht leben kann. Achja…Philipp hat auch schon eine Tochter und beichtet seine zweite große Liebe natürlich nicht. Über gefühlte 300 Seiten geht es dann darum, ob sie sich trennen sollen, oder nicht und irgendwie tun sie`s dann schließlich nicht und bla bla bla….Kurz vor Ende gibt’s dann nochmal den absoluten Schocker, denn Miriam würde gern schwanger werden. Ja, super Idee, wenn der Kerl verheiratet ist.
Naja. Das Ende ist nicht ganz so schlimm, wie es hätte sein können, aber trotzdem einfach nur doof.
Wie oft habe ich das Buch in der Hand gehabt und einfach nur den Kopf geschüttelt. Wie kann man so eine tolle Idee nur so in den Sand setzen? Und da dürfen gern ganz viele Stimmen zu dem Buch sagen:  „Berührende Liebesgeschichte aus dem realen Leben…“ Was viele Leute als tiefgründig und emotional betitelt haben, empfinde ich als langweilig und oberflächlich.

Am meisten habe ich mich aber an dem Thema Ehebruch aufgehalten. In meiner Familie gibt es leider einen solchen Hintergrund und dass Philipp im Alter meines Vaters ist, machte es nicht besser. Dieses ständige Hin und Her ließ mich das Buch teilweise zuschlagen und ich konnte mich einfach nicht damit abfinden, dass die beiden Menschen sich wie verliebte Teenager verhalten.
Bei den Schreibern handelt es sich sicher um zwei gute Autoren. Das Buch lässt sich gut lesen. "Ihr" Stil gefiel mir sehr viel besser, denn "er" schreib oft irgendwie…schleimig?! Loben muss man auch die ständigen Wechsel der Perspektiven und die kurzen Kapitel, was mir immer gut gefällt. Außerdem darf ich noch einmal die Idee hinter diesem Roman loben. Aber ich kann ihn beim besten Willen nicht empfehlen! Die Charaktere sind gut und tiefgreifend, aber man fragt sich doch: Was sind das für Menschen, die mit Betrug überhaupt kein Problem haben und sich einfach nicht entscheiden wollen? Wie kann man so einen Roman verfassen? 

Fazit


Sicher, es ist bestimmt nah an der Realität, aber absolut nichts für mich. Auch wenn Gefühle in diesem Buch wohl die wichtigste Rolle spielen. Ohne jemanden beleidigen zu wollen…vielleicht ist dieses Buch besser für die älteren Generationen geeignet, die mit den Härten des Lebens schon oft zu kämpfen hatten.

Dank der tollen Idee und dem furchtbaren Thema, habe ich mich für 2 von 5 Spitzenschuhen entschieden. Das Buch lässt sich schnell lesen, aber ich habe einfach eine Abneigung entwickelt, die wirklich stark mit dem Thema Betrug zu tun hatten!



7. Februar 2016

Rezension: "Night School - Und Gewissheit wirst du haben" von C. J. Daugherty


Titel: Night School. Und Gewissheit wirst du haben
Autor: C.J. Daugherty
Verlag: Oetinger
Preis: 18,99€
Seiten: 416

Auf den letzten Teil einer Reihe freut man sich immer ganz besonders und so auch bei der Night-School-Reihe. Das Finale „Und Gewissheit wirst du haben“ steht seinen Vorgängern erneut in nichts nach und bildet einen passenden Abschluss zur Reihe.

Inhalt (ACHTUNG SPOILER DER VORTEILE)


Carter ist in Nathaniels Gewalt und Cimmeria tut alles, um ihn zurückzuholen. Doch Allie ist am Verzweifeln. Gerade jetzt, wo die Zukunft der Schule auf dem Spiel steht, bräuchte sie Carter am Allermeisten. Nathaniel stellt ein Ultimatum. Nur wenn Isabelle, Allie und all ihre Leute Cimmeria aufgeben, wird Carter überleben. Und die Zeit läuft ab. Können die Freunde Nathaniel gemeinsam aufhalten? Kann Allie ihr Gefühlschaos ein für alle Mal klären? Und können sie Carter retten? Willkommen im Finale der Night School!

Meinung



Meiner Meinung nach ist der letzte Teil einer der besten der Reihe. Allerdings muss ich gestehen, dass „Night School“ keinesfalls zu meinen Lieblingen gehört. Teilweise finde ich die Reihe eher schwach. Gestehen wir es uns doch mal ein: So richtig was passiert in allen Teilen zusammengerechnet ja nicht…Aber mich hat das nie so sehr gestört, denn die Idee hat mir trotzdem gefallen. Leider mag ich Allie als Protagonistin nicht wirklich, denn sie ist egoistisch und naiv. Allerdings habe ich die Reihe dennoch gern gelesen – und das hat auch seine Gründe:
Im fünften Teil geht es rasant los und der Spannungsbogen wird gut aufgebaut. Grundsätzlich muss man sagen, dass einige Kapitel sehr spannend sind. Es gab Stellen an denen Wendungen auftauchen, mit denen ich wirklich nicht gerechnet hatte. Man trifft alle bekannten Gesichter wieder, Charaktere die man lieben und hassen gelernt hat: Isabelle, Rachel, Zoe, Sylvain, Raj aber auch Nathaniel, Christopher und Gabe. Allie muss sich durch das übliche Chaos ihres Lebens schlagen, Verfolgungsjagden überstehen und sich ihren Ängsten stellen.

Viele Dinge werden im letzten Teil geklärt und kommen ans Licht, allerdings nicht alles. Die Reihe behält einige Geheimnisse für sich, was aber nicht schaden kann. Berührt hat mich in diesem Band Sylvain. Hätte ich nicht erwartet, denn eigentlich konnte ich ihn nie leiden. Die meisten Charaktere bleiben sich allerdings treu.
Die Kapitel sind angemessen lang und der Schreibstil flüssig. Ein kleines Manko ist für mich allerdings das Ende. Für mich ist das Buch 40 Seiten vor Ende auf seinem Höhepunkt, danach flaut es ab. Es hätte auch wirklich besser durchdacht sein können, denn es wirkt ein wenig naiv. Allerdings habe ich bereits erwähnt, dass das für mich auf die gesamte Reihe zutrifft. Man kann also sagen, dass sich die Autorin eigentlich treu geblieben ist. Wer weiß…vielleicht werden wir Cimmeria ja auch noch einmal betreten.

Fazit




Von mir gibt es auf alle Fälle vier Spitzenschuhe, auch wenn meine Rezi vielleicht nicht ganz danach klingt. Ich habe meine Lieblinge in der Reihe, denen ich gern gefolgt bin. Der Stil ist gut und man fliegt geradezu durchs Buch. Es gibt spannende Momente und ein paar Überraschungen – wenn auch nicht zu viele. Das Ende passt gut zur Reihe und bildet für mich auch den Höhepunkt von „Night School“. Das Motto der Bände hat sich gut durch die Reihe gezogen und jedes Buch passt zum Satz. Und weil er so schön ist, möchte ich auch damit abschließen. „Du darfst keinem trauen der den Zweifel sät. Denn Wahrheit musst du suchen, um der Hoffnung willen und Gewissheit wirst du haben.“ Gewissheit habe ich nun auch und dafür gibt’s nochmal  4 Spitzenschuhe für das mysteriöse Internat mit all seinen Rätseln.



6. Februar 2016

Rezension (2014): "Göttlich - Verloren" von Josephine Angelini"


Titel: Göttlich. Verloren
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€ (Hardcover)
Seiten: 512

Klappentext

Helen muss die Hölle gleich zweifach durchstehen: Nachts schlägt sie sich durch die Unterwelt, noch schlimmer quält sie tags, dass Lucas und sie sich unmöglich lieben dürfen. In der Unterwelt trifft Helen auf Orion. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, das ausgerechnet Orion und Lucas zum Zusammenhalten zwingt: Die vier Häuser Scion werden vereint und ein neuer Trojanischer Krieg scheint unausweichlich! 

 Meinung


Nachdem ich mir eine Zwangspause von einem Tag auferlegt hatte, um den ersten Teil der Göttlich-Trilogie zu verarbeiten, griff ich zum Zweiten: „Göttlich – verloren“. Der etwas deprimierende Titel machte mir Angst. Ich hoffte inständig, dass sich die Handlung noch mit meinen Vorstellungen vereinbaren ließ. Aber es hat funktioniert. „Göttlich – verloren“ ist ein toller Nachfolgeroman, der den Leser noch tiefer in Helens Scion-Welt entführt. Ich fand ihn zwar weniger fesselnd als „Göttlich – verdammt“, aber immer noch absolut toll! 
Der Plot ist weiterführend und doch irgendwie ziemlich neu und anders. Ein neuer Charakter taucht auf der Bildfläche auf und wird zu einem wichtigen Teil von Helens Leben. „Göttlich – verloren“ handelt vor allem von Helens Mission in der Unterwelt, in der sie nicht nur viel über das Leben lernt, sondern auch eine Menge über sich selbst und ihre Stärken. Die Protagonistin entwickelt sich und auch auf die anderen liebevollen Charaktere aus Band 1 müssen wir nicht verzichten. Allerdings kommt nun ein weiterer – offenbar ziemlich heißer - Kerl hinzu: Orion. Die Liebe zwischen Helen und Lucas ist ein Hauptgrund, warum ich diese Buchreihe jetzt schon liebe. Aber Orion macht die Sache noch etwas komplizierter als sie ohnehin schon ist. Mit ihm zusammen steigt Helen in die Unterwelt hinab. Irgendwie schafft Josephine Angelini es allerdings, dass man trotz Lucas-Befürworterei, Orion mag. Es ist nicht so ein Hass- und Eifersuchtskram wie bei der Bis(s)- Reihe (okay…ab und zu tut Eifersucht doch ganz gut ;) ), sondern reifer. Ebenso wie beim ersten Teil, muss man sich in diesem Buch verlieren, damit man die Handlung genießen kann. Somit verfällt man auch immer weiter in die griechische Mythologie. Angelini hat es wunderbar hinbekommen, den Leser für diesen Geschichtsmythos zu begeistern. „Göttlich – verloren“ ist, wie der Titel schon erahnen lässt, düsterer als sein Vorgänger. Erste Verluste müssen hingenommen werden, was das eigene Mitfühlen nur steigert. Des Weiteren taucht der ein oder andere Gott persönlich auf. Die Beschreibungen der Götter sind anfangs etwas merkwürdig, aber kann man Göttern denn gerecht werden? Jedenfalls tragen sie die Handlung wirklich weiter.
Die Autorin wendet im zweiten Teil ab und zu einen anderen Stil an. Wir dürfen Teile eines Kapitels nun auch aus Sicht anderer Personen erleben, die im ersten Teil ihren Blickwinkel so noch nicht offenbaren konnten (freut euch auf Lucas Gedanken, Mädels ;) ). 

Fazit


Alles in allem: Wieder traumhaft! Die Göttlich-Trilogie kann mich absolut fesseln und verdient alle Aufmerksamkeit. Sicher ist dieser zweite Teil nicht für jeden etwas, aber noch einmal: traut euch in dieses Buch einzutauchen und es wird sich lohnen! Das Ende des Buches lässt eigentlich nur eine Forderung offen, die sobald wie möglich erfüllt werden muss (handlungsbedingt): Her mit Band drei, bitte! 5 von 5 Spitzenschuhen J


 

5. Februar 2016

Kurzrezension (2014): "Chroniken eines Pizzalieferanten" von Tinka Wallenka


Titel: Chroniken eines Pizzalieferanten
Autor: Tinka Wallenka
Verlag: Titus Verlag
Preis: 5,90€
Seiten: 51


Eine kleine, lustige Sammlung über ein so normales und doch interessantes Thema: das sind „Die Chroniken eines Pizzalieferanten“.  Dieses kurze Buch ist eine nette Geschichte, die aus kleinen Anekdoten zusammengehalten wird und den Leser einen Tag versüßen kann. Durch die Kürze von 51 Seiten, ist das Abenteuer allerdings schnell vorbei.
Wir haben es hier nicht mit einem weltbewegenden Roman zu tun. Das Genre des kleinen Büchleins lautet „Erzählung“, was den Anspruch nicht allzu hoch steigen lassen sollte. Mir hat dieses Buch gefallen, es fehlte aber ein wenig Tiefgang. 

Inhalt


Micha ist ein ganz normaler Typ, der leider nur auf der Warteliste seiner Uni steht. Damit er diese Zeit überbrücken kann, braucht er ganz dringend einen Job. Nach langem Suchen, findet er ihn dann auch: er wird Pizzalieferant. Micha steigt schnell in die Szene ein und erlebt viele lustige Geschichten. Sein innerer Schweinehund Edgar, der hier eher ein äußerer Schweinehund ist, begleitet ihn dabei immer. Gemeinsam kommen sie hinter die Tücken des Lieferservices und treffen nebenbei noch auf das ganz große Glück.

Meinung


Die Erzählung hat eigentlich alles, was man braucht: einen Helden, das Mädchen, den Gegenspieler und den Quotencharakter in Form von Edgar. Die kleinen Geschichten, die ein Lieferheld so durchleben muss, sind sehr amüsant. Der Leser findet sich oftmals beim Schmunzeln wieder und ab und zu fragt man sich auch: „Hey, ist das mit meiner Pizza auch schon mal passiert?“ Tinka Wallenka führt uns ein Thema vor, über das man normalerweise wenig nachdenkt, dabei scheint es ganz amüsant zu sein.
Leider ist die Story dennoch etwas dünn. Die Charaktere haben eine Menge Potenzial und man hätte die Geschichte sehr gut ausbauen können. Die Idee des Schweinehundes, der irgendwann eher als Freund fungiert, finde ich gelungen. Ich hätte auch gern einen so liebenswerten Schweinehund, wie Edgar es ist.

Der Schreibstil der Autorin ist teilweise sehr lustig und bilderreich. Durch die kurzen Kapitel kommt er aber nicht immer zum Tragen, was schade ist. 

Fazit


Dennoch kann man mit diesem kurzen Buch einen netten Tag haben, an dem man nicht nur etwas über Freundschaft lernt, sondern auch eine Menge über den Pizzalieferservice. Von mir gibt es 3 Spitzenschuhe.




Edit: Während ich diesen Post vorbereite, brutzelt eine Pizza im Ofen. Achtung, kann Appetit machen :D

4. Februar 2016

Rezension: "Fairest" von Marissa Meyer


Titel: Fairest. The Luna-Chronicles. Levana's Story
Autor: Marissa Meyer
Verlag: Square Fish
Preis: 8,60€
Seiten: 288

In Bezug auf den letzten Teil der Luna-Chroniken hatte ich bisher kein Glück. Und auch wenn es eigentlich unerklärlich ist, ist „Wie Schnee so weiß“ noch immer nicht bei mir eingezogen. Allerdings hat das auch sein Positives: Es gab mir Zeit Levanas Geschichte „Fairest“ zu lesen, was vor dem großen Finale gar nicht so schlecht ist. Denn hier lernt man die böse Königin viel näher kennen und auch wenn es abschreckend ist, da Levana ja als das grundsätzlich Böse stigmatisiert wird, kann man sie durch dieses kleine Büchlein irgendwie verstehen…Ein weitere Highlight aus der Feder von Marissa Meyer!

Inhalt


Die junge Prinzessin Levana steht im Schatten ihrer zerstörerischen Schwester. Channary s Bösartigkeit lässt sie gern an ihrer „Baby-Sister“ aus, aber diese weiß sich nicht zu wehren. Durch Feuer entstellt, flieht sie vor der Wirklichkeit und zeigt sich der Öffentlichkeit nur in reinster Perfektion. Doch das junge Mädchen ist einsam, ohne Eltern, ohne eine Schwester die sie liebt und ganz ohne Freunde. So ist es kein Wunder, dass sie in dem Soldaten Evret mehr sieht. Eine Persönlichkeitsentwicklung nimmt ihren Lauf, die von Zurückweisung und einer imaginären Welt geprägt ist und die genau dort endet, wo die Luna-Chroniken beginnen: Mit einer abgrundtief bösen Königin, die nur das „Beste“ für ihr Volk will!

Meinung


Für mich war „Fairest“ ein sehr interessantes Buch. Ich hatte bereits die Kurzgeschichte von Wolf gelesen und bin für jeden weiteren Einblick in die Welt der Luna-Chroniken dankbar. Daher kam es gerade Recht, dass ich Levanas Geschichte noch vor dem letzten Band gelesen habe. Denn ich glaube, dass man sie Story so viel besser verstehen kann. Es gibt nun einmal immer zwei Seiten und nur weil wir Leser so gut wie immer auf der Seite unserer Protagonisten stehen, heißt das nicht, dass die böse Seite nicht auch ihre Gründe hat. Und das ist das Geniale an „Fairest“. Der Leser hat bereits eine Meinung zu Levana. Man weiß, was aus ihr wird. Und dennoch ist ihr Weg faszinierend. Man kann sie verstehen und man fühlt mit ihr. Natürlich ist es erschreckend, wie sie ihre Taten und ihr Handeln vor sich selbst rechtfertigt, aber kennt man ihre Geschichte, kann man ihre Beweggründe und ihre Denkweise ebenso verstehen. Wir lernen Levana hier einfach aus einer völlig neuen Perspektive kennen. Und letztendlich ist sie nichts als ein armes und zurückgewiesenes Mädchen, das denkt alles für sein Volk zu geben. 
Sehr viel mehr kann ich zu dieser kurzen Geschichte gar nicht sagen. Es ist wirklich unglaublich interessant in diese neue Welt einzutauschen. Natürlich tauchen Figuren auf, die wir bereits kennen: Selene, Winter, Sybil Mira…Allerdings spielt die Geschichte lange vor „Cinder“ und dementsprechend sind diese Charaktere noch nicht die, die sie einmal werden. Evret war für mich sehr besonders. Und eben auch die Sichtweise, wie Levana sich eigentlich ihre ganz eigene Welt aufbaut, die als Rückzugsort fungiert. 
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und muss zugeben, dass ich mich da nicht so ganz zu Hause fühle. Ich brauchte ein paar Seiten um in den Stil hineinzukommen, allerdings ging es danach ganz gut. Ich glaube, dass es schon nicht ganz leicht ist, da Luna einfach eine ganz andere Welt ist und man manche Dinge eben nicht so gut versteht, wenn sie auf Englisch beschreiben werden. Allerdings lässt sich das Buch super verstehen und man kommt gut voran.

Fazit


In Levanas Geschichte geschehen schreckliche Dinge, allerdings nichts, was man von der späteren Levana eben nicht auch erwarten würde. Und doch…ein kleines bisschen Mitgefühl konnte ich mir nicht verkneifen. Dieses Buch ist ein toller Zusatz für alle Luna-Fans! Ich vergebe tolle 4,5 Spitzenschuhe. Einziges Manko ist eigentlich, dass die Geschichte nicht allzu lang ist. Naja..und dass es eben trotzdem um Levena geht. Ihr versteht was ich meine ;) Dennoch landet man als Leser in einem tollen Zwiespalt, der mich persönlich sehr gefiel!



1. Februar 2016

Rezension: "After Passion" von Anna Todd


Titel: After Passion
Autor: Anna Todd
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€
Seiten: 704

Als die „After-Reihe“ (OMG, was für ein furchtbarere Name!) erschienen ist, habe ich einen großen Bogen um die Bücher gemacht. Ich mochte SoG, allerdings ist das nichts, was ich gern in die Welt hinausposaune (von Vorteil, dass ich es jetzt hier erwähne). Mir war die Handlung zu ähnlich und ich hatte keine große Lust die Bücher zu lesen. Eine gute Freundin allerdings war von „After Passion“ so begeistert, dass sie mir das Buch unbedingt leihen musste. Also wollte ich dem Wälzer eine Chance geben. Ich kann durchaus verstehen, dass viele Leser das Buch toll finden, denn die Liebesgeschichte entwickelt eine Sog-Wirkung. Allerdings hat mich bereits im ersten Teil das ständige Hin und Her und On und Off genervt. So süß Tessa und Hardin auch sind, das ist ehrlich zu viel. Und das geht wirklich noch 3 Teile so weiter? 

Inhalt


Tessa ist ein unschuldiges Mädchen, das immer tut was man ihr sagt. Jede Aufgabe im Leben erledigt sie gewissenhaft, sie lernt ständig und versteht sich gut mit ihrer Mutter. Doch dann kommt sie aufs College. Tessas Traum geht in Erfüllung, aber schnell ist klar, dass das Collegeleben gar nicht so ist, wie erwartet. Ihre Mitbewohnerin hat eine Clique, die Tessa eigentlich einschüchtert. Doch bald schon ertappt sie sich dabei, wie sie selbst auf den Studentenpartys auftaucht und sich Stephs Clique annähert. Vor allem der Bad Boy Hardin hat es ihr angetan. Die beiden streiten sich am laufenden Band, dabei findet Tessa Hardin gar nicht so schlimm und auch der tätowierte Rebell scheint Interesse an dem schüchternen College-Girl zu haben. Es entwickelt sich eine ungleiche Liebesgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen.

Meinung


Hinten im Buch sind ein paar Stimmen eingefügt. Jemand schreibt dort, dass After Passion eine Mischung aus Twiligt und Shades of Grey ist. Ich finde, dass dieser Vergleich es eigentlich ganz gut trifft. Im Grunde gefiel mir die Geschichte ja. Wie bei SoG auch, steht die ungleiche Liebesgeschichte im Fokus. Zum Glück ist sie nicht so heftig wie bei Christian und Anna, allerdings ist das Sexleben von Tessa und Hardin auch nicht zu verachten. Die Parallelen der beiden Geschichten sind in jedem Fall vorhanden (Tessa ist natürlich Jungfrau, Hardin hat Albträume…), aber dennoch hat Anna Todd ihre eigene Geschichte geschaffen. Die Liebesgeschichte entwickelt bald ihren ganz eigenen Sog und vor allem der Anfang gefiel mir gut, als die beiden noch nicht zusammen waren. Allerdings gibt es so unglaublich viele Streits zwischen ihnen und es scheint jedes Mal so, als wenn die Welt untergehen würde und ups…zwei Stunden später liegen sich Tessa und Hardin wieder in den Armen. Zwei, drei Mal ist das ja okay, aber bei diesen Zahlen muss man mindestens eine Null dran hängen, um auf die Anzahl der On/Off-Momente zu kommen. Dieses ständige Auf und Ab hat mich abgrundtief genervt! Mein zweiter großer Kritikpunkt ist der inflationäre Gebrauch der Formel „Ich liebe dich“. Natürlich will ich niemanden spoilern, allerdings sagen Tessa und Hardin sich das einfach zu oft! 
Viel zu oft! 
Mindestens 6 Mal am Tag. 
Hm. 
Sollten diese Worte nicht etwas Besonderes sein? 
Scheint wohl jeder eine eigene Meinung zu haben. Mir gefiel das einfach gar nicht. Mein letzter Kritikpunkt ist übrigens, dass Tessa die ersten 200 Seiten über noch einen Freund hat und sich trotzdem voll und ganz darüber bewusst ist, dass sie Hardin will. Betrug geht gar nicht, auch wenn ich Tessa als Protagonistin gut nachvollziehen konnte.
Aber gehen wir mal weg vom Negativen und bleiben bei den Charakteren hängen. Tessa gefiel mir. Auf jeden Fall konnte ich sie oft verstehen, auch wenn sie oft einfach zu naiv ist. Aber mit Hardins vielen Geheimnissen kann man auch nicht so leicht klarkommen.  Hardin ist ein interessanter Charakter, der viel durchmachen musste. Er gefiel mir ebenfalls ganz gut, auch wenn ich ihn in der Realität wirklich nicht kennen wollen würde. Mein Typ ist er auch so gar nicht. Aber mir gefiel die ungewöhnliche Kombination von den beiden gut. Hardin ist zwar etwas übertrieben, aber irgendwie muss man die Geschichte ja auf 700 Seiten bekommen. Die Nebencharaktere finde ich übrigens allesamt gut. Ich hasse Tess Mutter, mag Landon und finde Steph sehr cool. Da hat Anna Todd einen gute Job gemacht. Im Allgemeinen ist ihr Schreibstil sehr flüssig und toll. Er passt zur Geschichte! Die Erotikszenen sind gut gestaltet und man kann das Prickeln zwischen den beiden förmlich spüren. 
Ich weiß, dass meine Rezension vor allem negativ formuliert ist, aber mich hat eben auch eine Menge genervt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich die Geschichte gut fand. Genauso wie den Stil. Mir ging alles ein bisschen zu schnell zwischen den beiden, vor allem zum Ende hin, aber auch das ist wohl Geschmackssache. Das Ende hat mich übrigens wirklich positiv überrascht! Nur deswegen überlege ich tatsächlich zum zweiten Teil zu greifen. Ich befürchte nur, dass dieses Hin und Her nicht aufhören wird. Warum denn 700 Seiten??? Ich versteh es einfach nicht. Hätte man auch 200 Seiten kürzer fassen können.

Fazit


Alles in allem greife ich hier zu 3,5 Spitzenschuhen, was eigentlich ja gar nicht so schlecht ist. Die Story hat auch seine coolen und schönen Seiten, aber auf meiner Contra-Liste stehen eben auch einige Punkte. Sicher ein guter Auftakt, der meinen Geschmack aber nicht so ganz trifft.