24. Februar 2017

Rezension: "Die rote Königin" von Victoria Aveyard

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Titel: Die Farben des Blutes - Die rote Königin
Autor: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Preis: 19,99€
Seiten: 512

„Die rote Königin“ ist ein Buch, das mich lange verfolgte. Auf diversen Blogs schwärmte man von dieser mitreißenden Geschichte und so wanderte sie auf meine Wunschliste. Manche sollen dieses Buch sogar an einem Tag gelesen haben und durch solche Aussagen stiegen meine Erwartungen. Leider habe ich das Buch in einer Zeit gelesen, in der ich selbst nicht viel zum Lesen kam, denn ansonsten hätte ich es sicher auch viel schneller geschafft. Denn ich muss bestätigen, dass der Hype gerechtfertigt ist. „Die rote Königin“ ist ein tolles Buch, das den Leser voll in seinen Bann zieht, mitfiebern und mitleiden lässt. Victoria Aveyard hat eine großartige Welt erschaffen, in der eine spannende Geschichte spielt. Chapeau!

Klappentext


Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …

Meinung


Es schüchtert mich tatsächlich ein, wenn ein Buch so viele positive, ja gar überragende Bewertungen bekommt. Mit was für einer Geschichte kann man es schaffen, eine so breite Masse zu erreichen? Die Antwort scheint nach dem Lesen simpel: mit dieser. Victoria Aveyard hat das geschafft, was viele Autoren nur versuchen können. Sie hat eine innovative Welt erschaffen und in diese eine spannende Geschichte eingebettet. Es gibt viele Bücher, die uns mitreißen und im Gedächtnis bleiben. Meistens werden diese verfilmt. Ich bin gespannt, ob wir eines Tages auch Mare über die Kinoleinwände huschen sehen dürfen, denn das Potenzial hat die Geschichte auf jeden Fall.
Die Autorin hat sich eigentlich einen sehr alten Streit ausgesucht: das Streben nach Gleichheit – eine Revolution als Folge. Die Struktur des Buches ist im Grunde simpel, aber hinzu kommen die Besonderheiten dieser Welt. Außerdem heißt "simpel" nie schlecht. Macht und Herrschaft sind auch in unserer Welt allgegenwärtige Themen und daher finde ich die Thematik sogar höchst aktuell. Die Fähigkeiten der Silbernen haben mich sehr beeindruckt. Wie die gesamte Herrschaftsstruktur an sich. Die Königin ist eine sehr interessante Figur und die beiden Prinzen machen sicher viele Mädchen schwach. Ich finde es sehr interessant, wie die Autorin es schafft, die Gefühle der Leser zu erreichen. Man befindet sich nicht in einer Liebesgeschichte, man befindet sich nicht in einem einzigen Abenteuer. Das Buch handelt nicht nur von einer Revolution oder einem reifenden Mädchen. Nein, das Buch hat alles. Mal ist es Liebesgeschichte, dann Fantasy und zwischenzeitlich Gesellschaftskritik. Nichts davon steht die ganze Zeit im Fokus, aber es rückt immer wieder hinein. Mich konnten die romantischen Szenen absolut für sich gewinnen und mit diesen hängen natürlich die beiden Prinzen Cal und Maven zusammen, womit wir bei den Charakteren wären. Diese sind überaus gut gelungen. Die Protagonistin Mare ist gut getroffen. Sie hat etwas Starkes und Rebellisches, ist aber trotzdem alles andere als perfekt. Sie lässt sich täuschen – genauso wie der Leser. Doch in dieser Welt, ist es auch nicht einfach zu wissen, wem man trauen und vertrauen kann. Cal ist ein himmlischer Prinz. Mir gefiel sein erstes Vorkommen großartig und in dieser Szene musste ich bereits an eine Verfilmung denken. Aveyard hat auch einen Hauch Witz eingebaut, der zwar selten, aber dennoch regelmäßig vorkommt. In dieser Szene ist er jedenfalls vorhanden. Cal war mein Liebling, denn er ist eine starke Persönlichkeit – aber auch er hat seine Schwächen. Sein Bruder Maven ist ebenso interessant. Der Junge, der immer im Schatten steht, in dem Mare aber schnell einen Freund findet. Die Kombination dieser drei Figuren ist wirklich gut und man weiß nie genau, für welchen Prinzen das eigene Herz schlagen soll. Hinzu kommen viele Nebenfiguren, die der Handlung die richtige Würze geben. Ich mochte Mares Familie sehr. Kilorn fand ich nicht so toll, Lucas hingegen schon. In „Die rote Königin“ gibt es einfach eine tolle Mischung. Die Themen sind klasse, die Figuren wunderbar gelungen und der Stil flüssig. Es ist keine heitere Geschichte, sondern auch verlustreich. Dieser Punkt gefiel mir aber gut, da er eine Revolution einfach realistischer macht. Das Ende ist ein wahres Highlight. Es geht actionreich und spannend zu. Ich konnte das Buch kaum aus meiner Hand legen. Gleichzeitig kommt eine so drastische Wende ans Licht, dass der Leser es gar nicht wahrhaben will. Auf jeden Fall ist es einfach sehr gut gemacht!

Fazit




Ich kann nur Positives über dieses Buch sagen und ich liebe das Gefühl, den Drang zu haben, weiterlesen zu müssen. Dieses Gefühl gab mir diese Geschichte und ich bin überaus gespannt, wie dieses Ende, das voller Wendungen war, weiter geht. Tolle Figuren, eine tolle Handlungsmischung und ein toller Stil. Ich wiederhole mich: Das Buch ist toll. Ich vergebe fünf Spitzenschuhe, die in einer Revolution wohl unbrauchbar, in einer Rezension aber überaus brauchbar sind. 


22. Februar 2017

Mein SuB kommt zu Wort #10

Hallo ihr meine lieben Leser :)


Heute steht wieder das Interview mit meinem geliebten SuB-Schatz Karli an. Er steht bereits in den Startlöchern und er hat wirklich viele Beschwerden im Gepäck. Ich weiß gar nicht, ob ich mir das wirklich anhören soll, aber so ist es nun einmal Tradition und er hat ja auch das Recht auf freie Meinungsäußerung. Also mein kleiner, lieber Karli...bitte sei gnädig zu mir ;)



Auch ein herzliches Hallo von mir. Julia hat mich schon ganz richtig angekündigt. Denn ich bin aufgebracht. Ich leide. Und zwar sehr. Aber ich bin ein guter SuB, daher will ich nicht allzu viel meckern. Mal gucken, ob ich meinen Vorsatz halten kann ;)


1. Karli, wie groß bist du aktuell?

Oh bitte, können wir diese Frage nicht einfach überspringen?! >.< Julia ist aktuell nicht so fleißig am Lesen. Sie hat aber auch eine gute Entschuldigung, das muss selbst ich zugeben. Im Moment muss sie den Praxisteil ihrer Masterarbeit durchführen und da bleibt eben nicht viel Zeit für Bücher, wenn man den ganzen Tag im Klassenraum sitzt. Diese Situation ist allerdings sehr doof für mich, denn ich wachse und wachse und werde wohl nie wieder schrumpfen.
Im letzten Monat war ich 117 Bücher groß. Nun bin ich bei 122 Büchern. Es ist traurig, aber ich kann einfach nichts machen :( Die Zahl ist monströs, aber ich hoffe wirklich sehr, dass Julia sich bei den Neuzugängen jetzt mal langsam zurückhält :P




2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.


Tja...schöner wäre es, wenn ich mal aufzählen könnte, was mich so verlässt und nicht, was zu mir kommt. Aber da wäre die Liste im Moment auch kurz. Drei Schätze, die ich euch noch nicht gezeigt habe und die auch noch immer bei mir sind, wären diese drei:



Alle drei hat Julia mir wieder vom Mängelwaren-Tisch mitgebracht, aber das macht nichts. Ich beherberge diese Schätze trotzdem gern. Mal gucken, wie lange sie bei mir bleiben...Zumindest der 11. Teil der House of night-Reihe wird wohl erst einmal eingelagert. Schließlich hat Julia die Reihe noch nicht einmal begonnen. Aber Hauptsache, wir kaufen Teil 11...jaja...sehr schlau Julia...;)



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Als letztes hat mich ebenfalls ein Mängelexemplar verlassen, das im Einkauf davor mitgenommen wurde. Es war also noch nicht sehr lange bei mir. Hierbei handelt es sich übrigens auch um ein Buch aus der "Young Sherlock Holmes" Reihe. Als letztes verließ mich "Eiskalter Tod" und das Buch wurde auch bereits rezensiert. Die Geschichte war ganz gut und zur Rezi kommt ihr hier.



Lieber Karli, heute richtet sich die Frage an deine Eitelkeit: Besitzt du ganz besonders hübsche Bücher in deinen Weiten oder gar Raritäten mit Sammelwert?

Hm, also ich würde mich ja jetzt nicht als eitel bezeichnen. Aber nun gut...ich habe tatsächlich ein paar sehr schöne Bücher bei mir, die ich hege und pflege. Da wäre die gesamte "Everflame" - Reihe und das wunderschöne Buch "Galgenmädchen". Alle vier sind bisher ungelesen, aber ich glaube nicht, dass sie ewig bei mir bleiben werden. Ansonsten liebe ich natürlich jedes Buch gleich doll...das ist ja auch meine Pflicht als SuB ;) Eines mit Sammelwert habe ich aber nicht in meinen Weiten. Wert muss ja nicht immer etwas mit Geld zu tun haben, sondern kann auch vom persönlichen Wert für den Besitzer kommen ;) Und für mich haben sie alle ganz viel Wert :)



So, ich denke das ist ein ganz versöhnlicher Abschluss. Ich habe mich mit dem Meckern auch sehr zurückgehalten. Aber ich hoffe dennoch, dass Julia mich nicht länger so vernachlässigt. Bitte, bitte, bitte! Das war's von mir, habt einen schönen kommenden Monat und bis zum nächsten Mal!

Euer Karli




Er hat ja Recht...er hat ja Recht. Was soll ich machen, im Moment brauche ich ewig für ein Buch. Aber wenn mein Praxisteil durch ist, werde ich wieder mehr Zeit haben. Ich hoffe also, dass mein kleines Kerlchen im März wieder fröhlichere Töne anstimmen kann ;)


Wie sieht es bei euch im Moment aus? Kommt ihr auch kaum zum Lesen?

Eure Julia



20. Februar 2017

Rezension: "Young Sherlock Holmes - Eiskalter Tod" von Andrew Lane


Titel: Young Sherlock Holmes - Eiskalter Tod
Autor: Andrew Lane
Verlag: Fischer Taschenbuch
Preis: 9,99€
Seiten: 352


Schon oft bin ich im Buchladen an der „Young Sherlock Holmes“- Reihe vorbei gegangen. Immer mal ein kleiner Flirt, aber zum Kauf hatte es bisher nicht gereicht. Doch dann kam der Tag, an dem ich an einem Mängelexemplar nicht vorbeigehen konnte. Obwohl es sich um den dritten Teil „Eiskalter Tod“ handelte, dachte ich mir, steige ich mal in die Reihe ein. Es war eine interessante Reise in die mögliche Vergangenheit der großartigen Figur Sherlock Holmes, die sich zwischenzeitlich aber auch in die Länge zog.

Klappentext


London, 1868 – Der junge Sherlock Holmes ist einer hinterhältigen Verschwörung auf der Spur. Sein Bruder Mycroft steht unter Mordverdacht und die Beweislage scheint eindeutig: Mycroft wurde mit der Leiche in einem verschlossenen Raum gefunden, ein blutiges Messer in der Hand. Nur Sherlock glaubt an die Unschuld seines Bruders. Doch kann er sie auch beweisen ... und Mycroft vor dem Galgen bewahren?

Meinung


Ich habe einfach eine Vorliebe für den britischen Detektiv, der eigentlich in jeder Lage mit seinem Genie glänzen kann. Kein Wunder also, dass ich auch der Reihe von Andrew Lane eine Chance gebe. Meine Erwartungen waren nicht unbedingt gering und deshalb fiel mir der Einstieg ins Buch auch schwer. Da ich die beiden Vorgänger nicht kenne, wusste ich nicht bei allem, was erwähnt wird, Bescheid. Aber sonderlich problematisch war das nicht. Ich hatte zwar erwartet, dass die Abenteuer noch einen Tick eigenständiger dastehen, aber man findet auch ohne Vorwissen in die Geschichte. Tatsächlich dauert es ein wenig, bis sie beginnt. Und dann hat man das Gefühl, als wenn der Großteil vor Mitte des Buches schon erzählt sei. Das ist natürlich nicht der Fall, aber der angekündigte Mord, der Mycroft Holmes in die Schuhe geschoben werden soll, ist relativ schnell geklärt. Es gefiel mir nicht so gut, dass dadurch der Fokus der Geschichte unklar wird. Was passiert denn dann noch? Es beginnt eine weitere Reise, die die Protagonisten sogar nach Russland führt und die Geschichte entwickelt sich weiter. Dennoch war nicht jede Entwicklung für den Leser nachvollziehbar und arg verkompliziert. Was ich allerdings sagen muss, ist dass die letzten 50 Seiten mit viel Spannung aufwarten. Am Ende habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Art des Aufklärens. Zwar gefiel es mir nicht, dass der erste Mord so schnell aufgeklärt wurde, andererseits gefiel mir die Methode. Sherlock verbringt die erste Hälfte des Buches mit Mr. Crowe, eine Art Hauslehrer und gleichermaßen Spion. Er bringt Sherlock von Anfang an sehr viel im Wesen der Deduktion bei und hier kann man den Schliff zur späteren Persönlichkeit von Holmes erkennen. Der Autor streut gekonnt kleine Details ein, wie Sherlock Holmes bestimmte Sachen gelernt haben könnte. Ich finde die Vorstellung des jungen Sherlocks sogar ziemlich gelungen. Man musste ihn quasi ein bisschen zu seinem Glück zwingen und ermutigen, bevor er zu dem Genie wird, das er später ist. Das hatte ich so nicht erwartet, macht die Geschichte aber realer. Mir gefielen die Lehrstunden sehr gut und Crowe und Sherlock waren in der ersten Hälfte des Buches ein tolles Team. Mycroft ist ein spezieller Charakter, bei dem man sich nie sicher sein kann, ob man ihn nun mag oder nicht. Auch Sherlock ist sich in dieser Frage später ja nie ganz sicher. Er ist es, der im zweiten Teil eine große Rolle spielt. Die Beziehung unter den Brüder ist interessant. Vor allem wird deutlich, wie kindlich Sherlock zu dieser Zeit noch ist. Die Verlagerung des Handlungsorts gefiel mir gut, denn selten bewege ich mich im russischen Raum. Warum die beiden allerdings nach Moskau fuhren, konnte ich nicht ganz verstehen. Die Gründe waren schon sehr inszeniert und ein wenig unglaubwürdig. Nichtsdestotrotz ist die endgültige Auflösung wirklich gelungen und das Buch hat ein packendes Finale.
Gestört hat mich aber auch noch etwas – der ausholende Stil. Es gibt einige Kapitel, die von Fluchten oder ähnlichem handeln und die in der gegebenen Länge absolut unnötig sind. Ungewöhnlich oft muss Sherlock irgendwelchen Situationen entkommen und die Beschreibung dieser Vorhaben war mir einfach zu lang und auch zu langweilig. Ansonsten ist der Stil des Autors gut, wenn auch nicht mein persönlicher Fall. Die Geschichte wird authentisch erzählt und historisch passt sich das meiste an. Die erwähnten Längen verlangsamen allerdings das Lesevergnügen.

Fazit




Meine hohen Erwartungen an den jungen Sherlock wurden nicht gänzlich erfüllt, aber ich bin dennoch zufrieden. Die Figuren selbst sind sehr authentisch und bereiten dem Leser Freude. Der Prozess des Erlernens der Deduktion war für mich sehr spannend und vom Autoren gut eingefangen. Lediglich die Erzähllängen sind nicht von Nöten. Sherlock Holmes glänzt allerdings wieder als Held in einer Geschichte, auch wenn er hier noch nicht so perfekt und arrogant ist, wie er später sein wird. Anfangs kam ich schwer ins Buch, aber besonders das Ende konnte mich packen und so vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe.



18. Februar 2017

Blogtour: The Meoldy of Eden - Blutwächter! [Tag 1]

Hallo ihr Lieben!


Es ist mir eine wahre Freude euch zum Auftakt der Blogtour zu "Meoldy of Eden - Blutwächter" von Sabine Schulter bei mir begrüßen zu dürfen! Endlich geht es los und wie ihr wisst, habe ich auf diesen Tag hingefiebert. Gemeinsam mit der Autorin haben wir Blogger uns tolle Themen und Beiträge ausgedacht, mit denen wir euch in den kommenden Tagen unterhalten wollen. Viele spannende Infos zum ersten und zweiten Teil der Vampir-Reihe aus dem Dark Diamonds Verlag warten auf euch und am Ende könnt ihr mit ein bisschen Glück natürlich auch etwas gewinnen!


Hier zuerst einmal die Tourdaten:







Wie es sich gehört, gibt es beim ersten Beitrag eine Einführung für euch. Wir wollen euch ja nicht völlig unvorbereitet auf diese Geschichte loslassen.


Man glaubt ja eigentlich, dass man über Vampire schon alles gelesen hat. Die vielen verschiedenen, aber durchaus erfolgreichen Vampir-Buchreihen, kann man nicht einmal mit Hilfe von 10 Fingern abzählen. Die Autorin Sabine Schulter hat sich lange Zeit davor gedrückt, die geheimnisvollen Wesen in ihre Bücher aufzunehmen. Und nur durch einen glücklichen Zufall und viel Überredungskunst, wagte Sabine sich an das Thema. Zu unserem Glück! Denn diese Vampire sind etwas Besonderes und gehören in eine so wunderbare Geschichte, wie es "Melody of Eden" ist!


Ihr mögt es nicht, dass Vampire überaus schön sind? Dass sie vielleicht glitzern? Dass sie unsterblich sind? Dass sie nur mit Hilfe von bestimmten Dingen, wie etwa Knoblauch, besiegt werden können?

Das ist gut! Denn die Vampire von MoE sind anders. Zuerst einmal gibt es verschiedene Arten von Vampiren. "Die Guten gegen die Bösen" trifft es zwar nicht ganz, aber dennoch läuft alles auf diesen jahrhundertealten Krieg hinaus. Meoldy ist ein Mensch, der von Vampiren fasziniert ist - obwohl sie nicht sicher weiß, dass diese existieren. Schnell findet sie heraus, dass es die gruseligen Wesen, die im Untergrund leben, durchaus gibt. Sie dürsten nach ihrem Blut und hätten dieses auch fast bekommen. Hätte nicht ein Polizist der sogenannten "Nachtpolizei" eingegriffen...Eden. Hier ist wohl der Klappentext des ersten Teils angebracht:





Es beginnt ein Buch voller Spannung, Emotionen und innovativen Wendungen. Solltet ihr das Buch noch nicht kennen, kommen hier nun die Eckdaten, ebenso wie meine Rezension:





Eckdaten:

     Titel: Meoldy of Eden - Blutgefährten
 
     Autor: Sabine Schulter 
     Reihe? Ja
     Verlag: Dark Diamonds 
     Kaufen? Hier! 
     Seiten: 358 
     Preis: 4,99€





Meine Rezension

Vampirgeschichten hat man schon viele gelesen. Man muss auch zugeben, dass viele dieser Geschichten wirklich gut sind. Vampire sind einfach faszinierend. Dennoch ist es schwer den Mythos der Vampire mit innovativen Ideen zu paaren – doch genau das ist Sabine Schulter mit ihrem Roman „Melody of Eden – Blutgefährten“ gelungen. Ein toller Fantasyroman, in dem man Action, Liebe und Freundschaft findet. Eine gelungene Mischung für einen gelungenen Auftakt!

Klappentext


Vampire – Mythos oder Wahrheit? Diese Frage stellt sich auch die 23-jährige Melody, als sie gemeinsam mit ihrer Freundin die unterirdischen Gänge ihrer Heimatstadt erforscht. Schon immer hat sie sich gefragt, ob es diese Wesen der Nacht tatsächlich gibt. Es wird gemunkelt, dass die Regierung ihre Existenz zu vertuschen versucht, und Melody würde nur zu gerne herausfinden, warum. Als sie plötzlich von einer unheimlichen Kreatur in die Tiefe gerissen und von einem unglaublich anziehenden Mann gerettet wird, ist ihr Wissensdurst nicht mehr zu stillen. Doch schon bald schon muss Melody herausfinden, dass es Wesen gibt, die man besser nicht auf sich aufmerksam macht …

Meinung


Ich war von der ersten Seite an in der Geschichte, denn vor allem der Anfang ist einfach richtig gelungen! Man befindet sich sofort in Melodys Welt und versteht ihre Faszination von Vampiren. Die Autorin wählt einen rasanten Einstieg, der viel Spannung und auch gleich ein wenig Herzklopfen beinhaltet. Der Klappentext ist sozusagen eine Zusammenfassung des ersten Kapitels. Und dieses Kapitel ist klasse! Zu behaupten, dass es danach bergab gehen würde, wäre eine Lüge. Das Buch ist einfach fesselnd, vor allem wenn man sich auf die von Sabine Schulter erschaffenen Vampire einlässt. Denn es gibt zwei verschiedene Sorten. "Die Guten und die Bösen" wäre leicht vereinfacht, aber im Großen und Ganzen trifft es zu. Melody wird von einem Vampir vor einem Vampir gerettet – schon allein dieses Szenario ist irgendwie cool. Die Protagonistin ist eine junge und unabhängige Frau. Sie ist lebenslustig und fröhlich. Und vor allem ist sie von Vampiren fasziniert. Mir gefiel Melody. Allerdings ist Eden der sehr viel tiefgehendere Charakter. Nebenbei: Den Titel des Buches finde ich einfach toll! Aber bei diesen beiden Namen konnte die Autorin wohl auch nicht anderes…Zurück zu Eden. Eden arbeitet bei der Nachtpolizei und ist – Überraschung – einer der Guten. Doch er ist verschlossen. Seiner Miene ist nie etwas anzusehen und dennoch verfällt Melody sofort in eine Schwäche für ihn. Die Beziehung der beiden hat was. Sie entsteht erst langsam und muss reifen. Aber vor allem wird ihr Verhältnis mehr als einmal auf die Probe gestellt. Nachdem Melody immer tiefer in die Welt der Vampire gerät, gerät sie in den Fokus des Anführers der Wilden und somit dem Bösewicht des Buches – Rufus. Rufus und Eden verbindet eine lange Geschichte, weshalb es kein Wunder ist, dass der Vampir es auf sie abgesehen hat. Doch hier hat Eden noch ein Wörtchen mitzureden…
Die Geschichte ist spannend und dennoch hat sie viele ruhige Noten. Es geht vor allem um die Einführung in die Welt der Vampire im ersten Teil dieser Trilogie. Das Buch ist in zwei Abschnitte aufgeteilt, wobei der erste Teil aus Melodys Sicht erzählt wird. Der zweite Teil beinhaltet Passagen aus Melodys und auch Edens Sicht. Die Geschichte reift und entwickelt sich. Es gibt wieder einmal tolle Nebencharaktere im Buch. Allen voran die 10-jährige Ivy. Sie ist das Kücken unter den Vampiren und so ein niedliches Wesen. Ich verfiel ihr jedenfalls total und mir gefiel die Komponente, dass ein Kind eine Rolle spielt. Über Rich konnte ich tatsächlich manchmal schmunzeln und den großen bärtigen Scott konnte ich mir richtig gut vorstellen. Scarlett allerdings verabscheue ich. Auch viele weitere Figuren sind unglaublich interessant und geheimnisvoll. Ich bin sehr dankbar, dass es weitere Bücher der Reihe geben wird, denn es gibt zu viele Personen, von denen ich einfach noch zu wenig weiß. Ich hoffe, dass Kardia noch eine Rolle spielen wird und natürlich bleibt Rufus ebenfalls interessant. Insgesamt muss man sagen geht es um den uralten Kampf "Gut gegen Böse" in abgewandter Form.  Sabine Schulter glänzt mit innovativen Ideen, die sie in ihrem Fantasyuniversum etabliert. Das Buch hat einfach eine ganze Menge. Es geht um Freundschaft und Familie, um Feindschaft und Hass und natürlich um Liebe. Melodys und Edens Geschichte wird erzählt und mich konnten die beiden absolut überzeugen. Es ist ein guter Wechsel zwischen spannenden Szenen und ruhigeren Seiten. Der Stil der Autorin ist flüssig und angenehm. Durch den Perspektivwechsel bekommt der Leser ein sehr gutes Gefühl für Eden. Und natürlich endet Band eins mit einem Rätsel. Ich bin auf den Nachfolger sehr gespannt und bin sicher, dass Melody und Eden noch viel überstehen müssen.

Fazit




Wir haben es hier nicht nur mit einem schönen Titelbild und einem interessanten Namen zu tun. „Melody of Eden – Blutgefährten“ beinhaltet eine tolle Idee und deren Umsetzung in Bezug auf Vampire. Gepaart mit Themen wie Freundschaft, Familie und Missverstehen holt Sabine Schulter zu einem tollen Fantasyabenteuer aus. Die Liebesgeschichte ist authentisch und nicht abgedroschen und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Für mich kann das nur eines heißen: 5 von 5 Spitzenschuhen für Melody und Eden, die nur zusammen „The Melody of Eden“ sein können. 




So viel zu Teil eins...


Aber diese wunderbare Blogtour wird ja nicht zu "Blutgefährten", sondern zu "Blutwächter" veranstaltet. Und das ist natürlich der zweite Band der Reihe. Achtung, wer den ersten Teil nicht kennt, sollte jetzt wirklich nicht weiterlesen, da die folgenden Passagen mit Sicherheit ein paar SPOILER beinhalten:

Melody ist nun Mitglied der Nachtpolizei und Eden und sie sind endlich ein Paar - zumindest wissen ihre engsten Freunde das. Aber Rufus macht gefährliche Jagd auf Meoldy und scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, Eden alles zu nehmen, was er hat...

Schaut euch den Klappentext an:


 **Eine Liebe, so weitreichend wie der Horizont**

Allmählich beginnt Mel, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, und es dank Eden sogar zu genießen. Aber noch immer sorgt ihr Widersacher Rufus mit seinen perfiden Plänen für großes Chaos. Die Vampire beschließen, ihn ein für alle Mal zu stoppen, und verbünden sich mit den Einheiten der anderen Bezirke. Dass daraufhin ausgerechnet die gutaussehenden und manipulativen Vampirzwillinge des Mittelbezirks ein Auge auf Mel werfen, passt Eden gar nicht. Er muss lernen, endlich zu seinen Gefühlen für Mel zu stehen, und das am besten so bald wie möglich. Denn wenn Rufus erst mal mit seiner Vampirarmee aufwartet, könnte es dafür bereits zu spät sein…

Und wieder sind die erste Worte, die mir dabei einfallen Spannung und Emotionen. Ich bin sehr gespannt, wie die Autorin die Geschichte weitergestrickt hat und freue mich auf alle Komponenten der Geschichte. Es wird sicher rasant werden, wenn Rufus nicht siegen soll und gleichzeitig gibt es mit Sicherheit auch Herzklopfen aufgrund der reifenden Liebesgeschichte...Hach...

Wie sieht es bei euch aus? Freut ihr euch auch auf den zweiten Teil von MoE oder habe ich euch vielleicht Lust auf das erste Buch gemacht?

Aber nun zum Gewinnspiel, denn das darf natürlich nicht fehlen! So läuft's:

Insgesamt gibt es drei Gewinne/Gewinnpakete - einen ersten, zweiten und dritten Platz. Am Ende der Woche werden die Gewinner ausgelost. Das Gewinnspiel läuft bis zum 05.03. Innerhalb der Blogtour-Woche könnt ihr Lose sammeln und so eure Gesamtchancen erhöhen. Am Ende jedes Beitrags findet ihr eine Gewinnspielfrage, die ihr im jeweiligen Post beantworten könnt. Beantwortet ihr alle Fragen, habt ihr also gleich 7 Lose und somit eine größere Chance, dass euer Name am Ende gezogen wird. Alles klar?


Und das sind die Gewinne:

1. Platz


Hier könnt ihr euch eines der beiden Bücher aussuchen: "Melody of Eden" Teil eins oder zwei als Ebook!


2. Platz


Ein Goodiepack mit tollen Postkarten, Lesezeichen und Stickern. Außerdem ein filigranes Lesezeichen von MoE und ein zum Buch passendes Armband.


3. Platz


Ein weiteres Goodiepack mit Lesezeichen, Postkarten und Stickern. Auch hier findet ihr ein filigranes Lesezeichen von MoE und außerdem eine Fledermauskette.


Um ein Los zu sammeln, müsst ihr folgende Frage beantworten. Etwas Leichtes zum Einstieg:



Wie alt ist die Protagonistin Melody?




Teilnahmebedingungen
  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, ansonsten benötigen wir eine Einverständniserklärung deiner Eltern.
  • Deine Adresse wird nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.
  • Da der Versand deines Gewinnes durch die Autorin erfolgt, wird deine Adresse an sie weitergegeben (anschließend aber – siehe oben – gelöscht).
  • Der Versand erfolgt nur nach Deutschland, Schweiz und Österreich.
  • Falls dein Gewinn auf dem Postweg verloren gehen sollte, übernehmen wir keine Haftung dafür.
  • Die GewinnerInnen erklären sich einverstanden, dass ihr Name im Rahmen der Blogtour öffentlich genannt werden darf.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Je öfter ihr unsere Fragen beantwortet, umso mehr Lose könnt ihr sammeln und habt dann höhere Chancen.
  • Das Gewinnspiel endet am 05.02. um 23.59 Uhr


Ich bedanke mich bei euch für euren Besuch und hoffe, dass ihr fleisig die Gewinnspielfrage beantwortet :)

Morgen geht es bei Tatii, dem Bücherfuchs, weiter. Ich hoffe ihr bleibt uns erhalten!


Eure Julia

12. Februar 2017

Rezension: "Eleanor" von Jason Gurley


Titel: Eleanor
Autor: Jason Gurley
Verlag: Heyne
Preis: 14,99€
Seiten: 416

Ich bin auf das Buch „Eleanor“ aufmerksam geworden, als ich einen Blick in den Klappentext warf. Eine Mischung aus Fantasy und Realität erwartet den Leser. Dazu kommt ein ominöses Geheimnis, das mich sehr neugierig machte. Ein völlig subjektiver Grund, warum ich zu diesem Buch griff, ist der Titel. Ich liebe den Namen „Eléna“ und „Eleanor“ ist im Englischen nicht so weit weg davon…also: Lesen. Anfangs musste ich sehr mit der brutalen Geschichte kämpfen. Dann nimmt das Buch an Fahrt auf und wird spannender. Man taucht tiefer in Jason Gurleys erschaffene Welt ein und findet langsam die Logik. Nichtsdestotrotz ist diese nicht immer leicht zu finden. Der Leser ist schnell verwirrt, denn im Buch herrscht das reinste Chaos. Erst nach gut 300 Seiten gewinnt man an Durchblick und das ist wirklich anstrengend. „Eleanor“ ist wirklich auf eine gewisse Weise ein besonderes Buch. Man kann schnell erfassen, dass Gurley fast 15 Jahre an dieser Geschichte geschrieben hat. Denn sie ist komplex, kompliziert, nicht wirklich greifbar und hat dennoch ihre ganz eigene Logik. Ich finde das Buch faszinierend, aber man muss es mit sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit lesen, damit man den Zauber dahinter verstehen kann – und das zu schaffen ist ein Kunststück für sich.

Klappentext


Das Leben der jungen Eleanor gerät völlig aus den Fugen, als ihre Zwillingsschwester Esme bei einem Autounfall stirbt: Der Vater verlässt die Familie, die Mutter ergibt sich dem Alkohol. Eines Tages tritt Eleanor in der Schule durch die Tür der Cafeteria und befindet sich plötzlich zu einer völlig anderen Zeit an einem völlig anderen Ort. Im Laufe der Jahre fällt Eleanor immer öfter aus der Zeit und kommt schließlich einem magischen Geheimnis auf die Spur – einem Geheimnis, das mit dem Tod ihrer Schwester zu tun hat …

Meinung


„Eleanor“ ist ein tragisches Buch. Dieser Punkt muss gleich zu Beginn klargestellt werden. Ich zum Beispiel hatte das nicht so heftig erwartet und war daher von den Geschehnissen erschlagen. Hinzu kommt der komplizierte Aufbau des Buches. Als wenn diese traurige und brutale Tragödie nicht genug ist, muss der Leser erst einmal vieles begreifen, um sich zurecht zu finden. 
Im Grunde ist das Buch in einen Prolog, vier verschiedene Teile und einen abschließenden Epilog geteilt. Der Pro- wie auch Epilog befassen sich ebenfalls mit einer Eleanor, allerdings nicht der Protagonistin. Hier begegnet dem Leser die Großmutter der späteren Eleanor, die spurlos verschwindet. Dass sie eine zentrale Bedeutung für die Geschichte hat, ist schnell klar. Genauso tragisch, wie die Geschichte beginnt, geht sie weiter. Dem Leser wird die Familie um die Zwillinge herum vorgestellt, der schreckliche Autounfall wird beschrieben und spätestens hier hat sich das Gesicht jedes Lesers zu einer traurigen Grimasse verzogen. Die Themen in diesem Buch haben mich auf den ersten 100 Seiten beinahe erschlagen. Jason Gurley konfrontiert den Leser mit Themen, die er im Alltag normalerweise meiden würde. Für mich persönlich war die Alkoholsucht von Eleanors Mutter der schlimmste Punkt. Durch diese geballte Themenwahl fühlte ich mich mit dem Buch unwohl. Ich war konfrontiert mit zu viel brutaler Realität, der ich doch eigentlich durch das Lesen entrinnen will. Aber gut, man muss sich auf das Buch einlassen. Und das ist gar nicht so einfach.
Denn es ist nicht so, als wenn die junge Eleanor, die wir nach dem Unfall, bei dem sie sechs ist, mit 14 Jahren kennenlernen, die einzige Erzählerin wäre. Sie nimmt den größten Teil ein. Aber dann wäre das noch die mysteriöse Mea, die körperlos im Nichts schwebt. Als wäre das nicht verwirrend genug, kommt noch „Die Hüterin“ hinzu – und die ist so richtig merkwürdig. Ich wusste lange Zeit nicht, was ich mit ihr, ihrem Schatten und der komischen Welt, in der sie lebt, anfangen soll. Denn die Hüterin hat nicht viel Reales an sich und dennoch werden ihre Passagen immer wichtiger und größer. Für mich war sie lange Zeit ein wahres Rätsel und ich habe ihre Passagen auch wirklich nicht gern gelesen. Am Ende komme noch Paul, Agnes, Geraldine und Jack als Erzähler hinzu.
Vielleicht kennt ihr das: Man braucht einige Tage und schafft nur wenig in einem Buch. Dann kommt ein Tag, an dem man viel, viel Zeit hat und an dem man den größten Teil des gesamten Buches liest. So war es bei mir. Lange turnte ich bei den ersten 150 Seiten herum. Die folgenden 200 las ich dann an einem Abend. Vielleicht liegt es daran, dass ich finde, dass die Geschichte an Fahrt aufnimmt und spannender wird. Man wird ziemlich viel allein gelassen, aber dadurch ist der Aha-Effekt am Ende auch sehr groß. Eigentlich hat Jason Gurley das Buch sehr schlau geschrieben, aber man braucht so viel Durchhaltevermögen, um ihm das auch anzuerkennen. Sein Stil ist zum Teil sehr kompliziert, was aber an der dazugehörigen Perspektive liegt. Manchmal kommen auch sehr schöne Sätze zum Vorschein. Eleanor konnte man immer gut folgen und das Buch ist gut geschrieben. Auch ist Eleanor ein sympathischer Charakter. Sie tut dem Leser natürlich unglaublich leid – wie könnte es auch anders sein. Ihr Leben ist nichts, das man anstrebt. Für mich war in diesem Zusammenhang Jack eine sehr wichtige Figur. Seine Liebe zu Eleanor wird besonders am Ende so deutlich sichtbar, dass man den beiden die Daumen drückt. Eleanors Vater Paul ist interessanter und sehr realistischer Charakter. Agnes, ihre Mutter, ist wohl ein Damoklesschwert. Sie ist der Bösewicht des Buches und dennoch kann man sie nur in Teilen hassen. Die Situation, die Gurley zeichnet, ist einfach nur brutal und nicht leicht zu verarbeiten. Die Fantasygeschichte, die er aufmacht ist interessant und innovativ umgesetzt. Es erscheint einem nicht wirklich unlogisch und zusätzlich lässt sich so wenig von gängiger Fantasy entdecken. Man hat das Gefühl, als wenn das Genre Fantasy kaum vorhanden wäre und dennoch wäre das Buch ohne den Fantasyaspekt gar nicht existent. Das Thema Zeit ist allgegenwärtig und gut eingefangen - das hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt gibt es viele Aspekte, die ich in meiner Rezension nicht benennen kann, die aber gelungen sind.

Fazit




Ich bin sehr zwiegespalten, was das Buch betrifft, denn am Ende gefiel es mir ganz gut! Eleanor ist eine gute und starke Protagonistin und sie macht den Leser neugierig. Die Geschichte ist interessant. Aber gleichzeitig baut der Autor so viele tragische Themen ein, dass einem die Freude am Lesen genommen wird. Die interessante Geschichte wird wirr und man kann ihr nur schwer folgen. Ich finde, dass Gurley einen sehr authentischen Kreis und eine ebenso realistische Geschichte geschrieben hat und dennoch musste ich so sehr mit ihr kämpfen. Man kann „Eleanor“ als ein tolles Buch bezeichnen, in das man aber etwas investieren muss, damit es dazu wird. Will man sich einfach nur berieseln lassen, ist man hier absolut falsch. Und man darf nicht zimperlich sein, was die Themen betrifft. Leider treffen nicht alle diese Punkte auf mich zu, weshalb ich bei 3,5 Spitzenschuhen bin. Es gibt tolle Passagen und das Buch ist unglaublich durchdacht, aber es ist auch einfach ein bisschen zu kompliziert.





Vielen Dank an den Heyne-Verlag für das schöne Rezensionsexemplar!


9. Februar 2017

Rezension [Hörbuch]: "P.S. I still love you" von Jenny Han


Titel: P.S. I still love you
Autor: Jenny Han
Vorleser: Leonie Lander
Verlag: cbj audio
Preis: 18,99€
Seiten: 336
Laufzeit: 7 h 40 min.


Selten habe ich es erlebt, dass mich ein Buch ohne große Spannung und Action einfach nur mit seinem Charme und seinen leisen Tönen gefangen nehmen konnte. Die zuckersüße Geschichte von „To all the boys I’ve loves before“ hat dies aber geschafft. Ich bin in diesem Hörbuch versunken, das mit der Zeit einfach immer besser wurde. Ich habe mit Lara Jean mitgelitten und ihr in ihren Liebesangelegenheiten alle Daumen gedrückt, die ich habe. Das Hören war der reinste Genuss und meine Vorfreude auf „P.S. I still love you“ war unermesslich. Als ich das Hörbuch endlich hatte, landete die erste CD schnell in der Anlage. Und wieder drang die Stimme von Leonie Lander aus den Lautsprechern und entführte mich zurück in das so normale und doch besondere Leben von Lara Jean. Die Geschichte hat sich gewandelt und ist erwachsender geworden. Für mich war der zweite Teil einen kleinen Tick schwächer als der erste, aber das Buch hat mich wieder mitgerissen. Und nun sitze ich hier und frage mich wirklich, wie eine so leichte, liebenswerte und so einfache Geschichte es schaffen kann, sich so in meinem Kopf festzusetzen.

Klappentext


Die 16-jährige Lara Jean hält ihre Gefühle gerne unter Verschluss, doch dem Charme des gut aussehenden Peter kann sie schließlich nicht widerstehen: Die beiden werden bei der Skifreizeit der Schule ein Paar. Dass sie bei einem Kuss im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Doch dass sich ausgerechnet jetzt ihr ehemaliger Schwarm John wieder meldet, macht die Liebeswirren perfekt! Kann man eigentlich in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein?

Meinung


Der Klappentext hatte mir im Vorhinein Angst gemacht. Wie sehr hatte ich mich in die Liebesgeschichte zwischen Peter und Lara Jean verliebt. Und dann das?! Ein zweiter Junge und sie weiß nicht, ob sie auch in ihn verliebt ist?! Das war ein Schock für mich. Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekochte wird.
Das Hörbuch beginnt unmittelbar nach dem ersten Teil. Und das gefiel mir sehr gut. Denn als Lara Jean am Ende des ersten Buches zum Stift greift und einen Brief an Peter schreibt, musste ich so schnell wie möglich wissen, was in diesem Brief stehen würde. Und genau so beginnt das Buch: mit dem Brief. Er ist ganz in der Manier von Lara Jean verfasst und man kommt direkt wieder im Geschehen an. Der unmittelbare Einstieg passt gut und erreicht genau das, was er soll. Als Leser fiebert man daraufhin, dass sie Peter den Brief gibt und die Geschichte endlich weitergeht. Und zum Glück tut sie das irgendwann auch.
Einen Teil des Hörbuchs hörte ich mit meinem Freund im Auto. Erst als er über mich zu lachen begann, begriff ich, dass ich meinen Unmut über das Geschehen laut geäußert hatte. Danach ertappte ich mich noch einige Male, wie ich Lara Jeans Handeln kommentierte, etwa mit: „Im Ernst, Mädchen?“, oder „Was tust du denn? – ja, die Geschichte hat mich wohl wieder mitgerissen. Dabei bleibt die Atmosphäre des Buches gleich: normal, unschuldig, süß und nicht sonderlich ereignisreich. Und dennoch geht es ums Erwachsenwerden, um Freundschaft, Liebe und Familie. Für mich ist die Geschichte noch immer so besonders, wie nach dem ersten Teil. Die Handlung erweitert sich natürlich. Lara Jean kommt noch immer nicht von der Beziehung zwischen Peter und Genevieve los und das steht wiederum ihrer Beziehung zu Peter im Weg. Außerdem taucht dieses Knutsch-Video im Whirlpool auf und Lara Jean steht plötzlich im Mittelpunkt der gesamten Schule. Ein völlig neues Gefühl für die unscheinbare und unschuldige Lara Jean. Es ist interessant, wie sie damit umgeht, aber es ist nicht der spannendste Teil des Buches. Zauberhaft fand ich die ganze Zeit über Peter. Er versucht sie zu beschützen und ist ein toller Freund. Natürlich hat er auch seine Schwächen und worum sollte es in diesem Buch gehen, wenn die beiden nicht auch Probleme hätten?! Ein großes habe ich bereits genannt: Genevieve. Doch dann kommt das zweite hinzu: John Ambrose McClaren (entschuldigt, wenn ich es falsch schreibe, aber ich habe ja das Hörbuch gehört). John ist ein alter Schwarm von Lara Jean und auch er beginnt sich in das Herz des Lesers zu schleichen. Hach…meins ist ja nun einmal schon mit Peter besetzt, aber dieser John, der hat auch durchaus Chancen gehabt. Er ist quasi der männliche Gegenpart zu Lara Jean und ist für sie da, als Peter es nicht ist. Schlecht für Peter… John handelt wunderbar und es wird schnell deutlich, dass auch er noch Gefühle für Lara Jean hat. Der Leser befindet sich spätestens jetzt in einem Zwiespalt und wartet darauf, wie dieses Chaos ausgehen wird…Für wen entscheidet sich Lara-Jean?
In diesem Buch spielt die Arbeit von Lara Jean im Altersheim eine Rolle. Dadurch kommt ein neuer Handlungsort hinzu. Ich mochte die Kapitel die dort spielen nicht so sehr, doch letztendlich haben auch sie eine besondere Bedeutung und vermitteln das Gefühl von Reife und Erfahrung. Die 40er Jahre Party ist ein kleines Highlight im Buch. Ebenso besonders ist das Spiel „Assassins“, das die alte Clique spielt und das eine größere Rolle im Buch einnimmt. Mir hat dieses Spiel gut gefallen, da es der Geschichte ein wenig Spannung verleiht. Auch spielt Lara Jeans Familie natürlich wieder eine Rolle. Das harmonische Familienleben ist wirklich schön, doch so ein klein bisschen utopisch würde ich es auch nennen. Ich mag die Szenen in der Familie trotzdem sehr.
Dadurch, dass Leonie Lander auch das zweite Buch liest, fühlt man sich sofort wieder wohl. Für mich hat Lara Jean inzwischen die Stimme von Lander, wenn ich im Kopf an sie denke. Sie liest das naive und niedliche Mädchen authentisch und bringt ihre Geschichte gut herüber. Im ersten Teil hatte ich mit der Vorleserin anfangs Probleme, doch diese sind völlig ausradiert.



Fazit


Im Grunde ist das Buch ein toller und zauberhafter zweiter Teil. Die Handlung wird weitergewebt und bleibt sich absolut treu. Man folgt einem Mädchen, das sich in einer wichtigen Phase im Leben befindet. Die erste Liebe, Liebeskummer, Öffentlichkeit, Skandale…Lara Jean bleibt vor nichts verschont – und das ist auch gut so. Ich möchte von ihr und dem bezaubernden Peter unbedingt noch mehr hören und habe daher gar kein Problem damit, dass es einen dritten Teil geben wird. „P.S. I still love you“ konnte mich wieder fesseln und für sich einnehmen. Die Faszination war in Teil eins noch ein bisschen größer, aber dennoch bleibe ich bei der Höchstwertung. Und ich hoffe, dass es nicht allzu lange dauert, bis Lara Jean ihre Formel unter den letzten Brief schreiben wird: Always and forever, Lara Jean.





Vielen Dank an den cbj audio-Verlag für das zauberhafte Rezensionsexemplar!


7. Februar 2017

Rezension: "Colours and Dreams" von Kirsten Greco


Titel: Colours and Dreams
Autor: Kirsten Greco
Verlag: Dark Diamonds
Preis: 4,99€
Seiten: 311


Das Buch "Colours and Dreams" blieb mir durch seinen Klappentext im Kopf und da ich es nicht vergessen konnte, las ich es. Denn auch ich habe eine Großmutter, die ich verehre und liebe und ohne die ich mir mein Leben nicht vorstellen kann. Also gab es sofort eine Gemeinsamkeit zwischen der Protagonistin Emily und mir und so starteten wir gemeinsam ins Abenteuer. Das Buch ist ein interessanter und auch tiefgreifender Roadtrip mit viel Gefühl. Es gibt auch eine kleine Spannungskomponente, aber von der hatte ich mir mehr erhofft. Das Buch hat eine gute Geschichte und diese wird wunderbar erzählt. Mir hat leider etwas gefehlt, um es zu einem Highlight werden zu lassen.

Klappentext


Seit der Trennung von ihrem Freund lebt die ausgebildete Krankenschwester Emily wieder in ihrem Elternhaus in New Jersey. Ihr einziger Trost ist ihre Großmutter, mit der sie ein außergewöhnliches Geheimnis teilt: Beide können in die Zukunft blicken, auch wenn Emily sie nicht immer zu deuten weiß. Als ihre Großmutter stirbt, bricht für Emily die Welt zusammen, doch dann erhält sie eine rätselhafte Hinterlassenschaft: ein Fotoalbum, das sie bis ins familiäre Ferienhaus nach Florida und weiter zum Künstleratelier »Colours & Dreams« führt. Dort begegnet sie nicht nur dem faszinierenden Kunstlehrer Declan, sondern stößt auch auf eine mysteriöse Spur – in ihre eigene Zukunft! Eine Schnitzeljagd der ganz besonderen Art beginnt…


Meinung


Positiv aufgefallen ist zuallererst einmal die Idee des Buches. Die Autorin hat sich wirklich viele Gedanken gemacht und ein schönes Handlungskonzept entworfen.  Die Protagonistin Emily macht einen Roadtrip, bei dem sie Adressen abklappert, die ihre Großmutter ihr hinterlassen hat. Sie weiß nicht, was am Ende der Reise auf sie wartet, doch es wird ein Geheimnis gelüftet werden. Der Roadtrip ist eine Art Trauertherapie, was mir sehr logisch erscheint. Die Idee hinter dem Fotoalbum gefällt mir unglaublich gut. Die Beziehung zwischen Emily und ihrer Großmutter Stella wird schnell deutlich und der Leser ist bei ihrem Tod sehr ergriffen. Kirsten Greco schafft es, mit den Gefühlen des Lesers zu spielen und vor allem das Thema Trauer hat sie für mich gut eingefangen. 
Es geht aber auch noch um viele anderen Gefühle. So findet Emily beispielsweise sehr schnell ihren Traummann Declan. Ich mochte diesen Charakter gern, allerdings konnte er mich nicht so richtig berühren. Er ist ein netter Typ, obwohl seine Schwächen aufgezeigt werden. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist zwar schön, aber gerade hier fehlte mir etwas. Ich bin leider kein Fan davon, wenn die Paare sich nach wenigen Stunden vergöttern und wissen, dass es die große Liebe ist. Geschmackssache.
Zusammen sind die beiden auf den Spuren von Stella unterwegs und die Dynamik, die so im Buch entsteht, ist klasse. Man weiß ungefähr, was kommt, aber gleichzeitig gibt es auch die Kapitel aus der Sicht des Gegenspielers. Denn obwohl man das Geheimnis selbst nicht kennt, gibt es genügend Andeutungen und hinzu kommt der Bösewicht. Emily wird schon schnell von einem mysteriösen Typen verfolgt. Um was und wen genau es sich dabei handelt, kommt erst spät raus. So sorgt die Autorin für Spannung und Action im Buch und baut eine neue Komponente neben der Traure und der Liebe auf. Die Mischung ist auch sehr gelungen. Allerdings ging mir die rasante Szene deutlich zu schnell zu Ende. Ich hätte es besser gefunden, wenn das Zusammentreffen zwischen Emily und ihrem Gegenspieler später stattgefunden hätte, oder eben nicht noch so viel danach gekommen wäre.
Das eigentliche Thema des Buches ist das Träumen in die Zukunft. Diese Idee ist wirklich cool und innovativ. Zwar reizte mich nichts daran, diese Fähigkeit zu besitzen, aber hiermit werden neue Tore aufgemacht, die in andere Welten führen.
Der Stil der Autorin ist flüssig und emotional. Es wundert mich ein wenig, denn eigentlich habe ich nicht viel zu meckern. Die Protagonisten sind gelungen, wenn auch keine Figuren zur Identifikation. Es gibt tolle Nebenfiguren und die Handlung hat innovative Stellen und ist gut konstruiert. Aber irgendwie konnte die Geschichte mich dennoch nicht packen. Vieles konnte vorhergesehen werden, oftmals plätschert das Buch auch nur vor sich hin. Nichtsdestotrotz ist es eine wirklich schöne Lektüre, an die ich eventuell zu hohe Erwartungen hatte.

Fazit




Träume, Gefühle und Familie gepaart mit Spannung, Action und Geheimnissen. So lässt sich die Handlung von „Colours and Dreams“ gut zusammenfassen. Kirsten Greco fügt viele verschiedene Komponenten aneinander und baut daraus ein gelungenes Buch. Viele der Charaktere sind liebenswert und der Roadtrip ist etwas, das man sonst nicht immer in einem Buch bekommt. Mir gefiel das Thema der Trauer wirklich gut und auf der letzten Seite musste ich mit Tränchen kämpfen. Dennoch gefiel mir der Spannungsteil nicht so gut. Auch packte mich die Liebesgeschichte nicht so sehr. Das Buch ist eine schöne und entspannende Lektüre, für die ich 3,5 Spitzenschuhe vergebe.