24. Februar 2017

Rezension: "Die rote Königin" von Victoria Aveyard

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Titel: Die Farben des Blutes - Die rote Königin
Autor: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Preis: 19,99€
Seiten: 512

„Die rote Königin“ ist ein Buch, das mich lange verfolgte. Auf diversen Blogs schwärmte man von dieser mitreißenden Geschichte und so wanderte sie auf meine Wunschliste. Manche sollen dieses Buch sogar an einem Tag gelesen haben und durch solche Aussagen stiegen meine Erwartungen. Leider habe ich das Buch in einer Zeit gelesen, in der ich selbst nicht viel zum Lesen kam, denn ansonsten hätte ich es sicher auch viel schneller geschafft. Denn ich muss bestätigen, dass der Hype gerechtfertigt ist. „Die rote Königin“ ist ein tolles Buch, das den Leser voll in seinen Bann zieht, mitfiebern und mitleiden lässt. Victoria Aveyard hat eine großartige Welt erschaffen, in der eine spannende Geschichte spielt. Chapeau!

Klappentext


Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …

Meinung


Es schüchtert mich tatsächlich ein, wenn ein Buch so viele positive, ja gar überragende Bewertungen bekommt. Mit was für einer Geschichte kann man es schaffen, eine so breite Masse zu erreichen? Die Antwort scheint nach dem Lesen simpel: mit dieser. Victoria Aveyard hat das geschafft, was viele Autoren nur versuchen können. Sie hat eine innovative Welt erschaffen und in diese eine spannende Geschichte eingebettet. Es gibt viele Bücher, die uns mitreißen und im Gedächtnis bleiben. Meistens werden diese verfilmt. Ich bin gespannt, ob wir eines Tages auch Mare über die Kinoleinwände huschen sehen dürfen, denn das Potenzial hat die Geschichte auf jeden Fall.
Die Autorin hat sich eigentlich einen sehr alten Streit ausgesucht: das Streben nach Gleichheit – eine Revolution als Folge. Die Struktur des Buches ist im Grunde simpel, aber hinzu kommen die Besonderheiten dieser Welt. Außerdem heißt "simpel" nie schlecht. Macht und Herrschaft sind auch in unserer Welt allgegenwärtige Themen und daher finde ich die Thematik sogar höchst aktuell. Die Fähigkeiten der Silbernen haben mich sehr beeindruckt. Wie die gesamte Herrschaftsstruktur an sich. Die Königin ist eine sehr interessante Figur und die beiden Prinzen machen sicher viele Mädchen schwach. Ich finde es sehr interessant, wie die Autorin es schafft, die Gefühle der Leser zu erreichen. Man befindet sich nicht in einer Liebesgeschichte, man befindet sich nicht in einem einzigen Abenteuer. Das Buch handelt nicht nur von einer Revolution oder einem reifenden Mädchen. Nein, das Buch hat alles. Mal ist es Liebesgeschichte, dann Fantasy und zwischenzeitlich Gesellschaftskritik. Nichts davon steht die ganze Zeit im Fokus, aber es rückt immer wieder hinein. Mich konnten die romantischen Szenen absolut für sich gewinnen und mit diesen hängen natürlich die beiden Prinzen Cal und Maven zusammen, womit wir bei den Charakteren wären. Diese sind überaus gut gelungen. Die Protagonistin Mare ist gut getroffen. Sie hat etwas Starkes und Rebellisches, ist aber trotzdem alles andere als perfekt. Sie lässt sich täuschen – genauso wie der Leser. Doch in dieser Welt, ist es auch nicht einfach zu wissen, wem man trauen und vertrauen kann. Cal ist ein himmlischer Prinz. Mir gefiel sein erstes Vorkommen großartig und in dieser Szene musste ich bereits an eine Verfilmung denken. Aveyard hat auch einen Hauch Witz eingebaut, der zwar selten, aber dennoch regelmäßig vorkommt. In dieser Szene ist er jedenfalls vorhanden. Cal war mein Liebling, denn er ist eine starke Persönlichkeit – aber auch er hat seine Schwächen. Sein Bruder Maven ist ebenso interessant. Der Junge, der immer im Schatten steht, in dem Mare aber schnell einen Freund findet. Die Kombination dieser drei Figuren ist wirklich gut und man weiß nie genau, für welchen Prinzen das eigene Herz schlagen soll. Hinzu kommen viele Nebenfiguren, die der Handlung die richtige Würze geben. Ich mochte Mares Familie sehr. Kilorn fand ich nicht so toll, Lucas hingegen schon. In „Die rote Königin“ gibt es einfach eine tolle Mischung. Die Themen sind klasse, die Figuren wunderbar gelungen und der Stil flüssig. Es ist keine heitere Geschichte, sondern auch verlustreich. Dieser Punkt gefiel mir aber gut, da er eine Revolution einfach realistischer macht. Das Ende ist ein wahres Highlight. Es geht actionreich und spannend zu. Ich konnte das Buch kaum aus meiner Hand legen. Gleichzeitig kommt eine so drastische Wende ans Licht, dass der Leser es gar nicht wahrhaben will. Auf jeden Fall ist es einfach sehr gut gemacht!

Fazit




Ich kann nur Positives über dieses Buch sagen und ich liebe das Gefühl, den Drang zu haben, weiterlesen zu müssen. Dieses Gefühl gab mir diese Geschichte und ich bin überaus gespannt, wie dieses Ende, das voller Wendungen war, weiter geht. Tolle Figuren, eine tolle Handlungsmischung und ein toller Stil. Ich wiederhole mich: Das Buch ist toll. Ich vergebe fünf Spitzenschuhe, die in einer Revolution wohl unbrauchbar, in einer Rezension aber überaus brauchbar sind. 


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