30. November 2019

Rezension: "Die Greifenreiterin - Hoffnung" von Sabine Schulter




Titel: Die Greifenreiterin - Hoffnung 
Autor: Sabine Schulter  
Verlag: Selfpublished
Preis: 12,99€ (TB) 
Seiten: 267

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr man sich in völlig fiktive Figuren, ja sogar völlig fiktive Lebewesen im Generellen verlieben kann! Denn genauso erging es mir mit dem Greifenweibchen Ferril, das natürlich eine der Hauptfiguren in Sabine Schulters „Die Greifenreiterin“ ist. Nachdem ich den ersten Band „Gefangenschaft“ gelesen hatte, ließen Ferril und seine Reiterin Rayna mich nicht mehr los. Und obwohl ich durchaus Kritik am ersten Teil hatte, wartete ich sehnsüchtig auf Band zwei. Mit dem zweiten Band „Hoffnung“ entführt uns die Autorin nicht nur erneut in die wundervolle und fantastische Welt von Ferril und Rayna, sondern schafft es auch, den Spannungsbogen zu steigern. Hut ab, denn so ist das Resultat in meinen Augen stärker, als der Auftaktband!

Nachdem die Zea-Anführerin Ti´ha sie um Hilfe gebeten hat, kehren Rayna und Hyron zu den Himmelsschwertern zurück. Dort angekommen, können sie ihre Anführer davon überzeugen, dass es für ganz Teharis von Nutzen ist, wenn Zemzee aufgehalten wird. Doch als Rayna in den Süden zurückkehrt, muss sie feststellen, dass alles nicht so einfach ist wie gedacht und Zemzee Dinge in der Hinterhand hält, die alle Kräfteverhältnisse durcheinanderwirbeln. Die Einzigen, die ihm etwas entgegensetzen können, sind die Tenga – das magiebegabte Volk, das sich bisher strikt von allen anderen fernhielt.

Als Leser kommt man bereits auf der ersten Seite wieder in Raynas und Ferrils Welt an. Es ist, als wäre man nie weg gewesen, da Band zwei unmittelbar nach dem ersten Band wieder einsetzt. Dennoch schafft Sabine Schulter es, die Ereignisse des ersten Bandes gut in die ersten Kapitel zu verweben, sodass man sofort wieder in der Geschichte ist. Und das ist gut, denn es geht auch direkt los. Man kann einen klaren Aufbau des Buches erkennen, der definitiv eine steigende Spannungskurve aufweist. Rayna und Hyron sind anfangs beim Volk der Shealif und so bekommt man einen umfassenden Einblick in die Vielfältigkeit Teharis‘. Das Volk der Shealif, aber auch das Himmelsvolk werden noch einmal ganz neu vorgestellt, was sehr viel Spaß macht. Doch nachdem die Situation klar ist, wird das Buch erst so richtig rasant. Denn die Reise beginnt und der Auftrag lautet Zemzee aufzuhalten. Doch das ist gar nicht so einfach, ist der Anführer des Nordvolkes doch viel stärker, als zunächst angenommen! Schnell ist klar: Nur die Tenga können noch helfen. Doch gerade dieses Volk hat es in „Hoffnung“ am schwersten. Die Einführung bis zur Haupthandlung gefiel mir im Großen und Ganzen sehr gut. Hier gehe ich später allerdings noch auf eine Einschränkung ein. Der Hauptteil der Handlung spielt auf einer Mission zum Tempel der Tenga. Diese Mission ist wirklich gut umgesetzt und es macht so viel Spaß den Protagonisten unter die Erde zum Heiligtum der Tenga zu folgen. Das magiebegabte Volk ist einzigartig und so ist es auch mit dieser Mission, mit dem Schauplatz und mit den Figuren. Rayna und Ferril machen sich gemeinsam mit Karim und Tack, Hyron und einem Vertreter der Tenga auf die Reise. Dieser kleine Trupp ist durch seine Mischung mehr als gelungen, sodass man mit ihnen lachen, weinen, aber auch jedes Abenteuer bestehen kann. Und von denen warten viele auf die Greifenreiter und ihre Gefährten. Die Handlung war wirklich spannend und vor allem zum Ende hin flogen die Seiten nur so dahin. 
Die Figuren tun ihr Übriges. Über Rayna und Ferril brauche ich glaube ich nicht allzu viel sagen. Die starke und eigensinnige Protagonistin bleibt ihrer Linie treu, was mir gut gefiel. Ihr Greif Ferril ist einfach einzigartig und einer der Gründe, warum man sich in die Geschichte verlieben muss. Und wenn nicht wegen Ferril, dann wegen Karim, Raynas Bruder. Mir hat es sehr gut gefallen, dass er eine größere Rolle als in Band eins bekommen hat und so erobert der beschützerinstinktgeleitete große Bruder sofort jedes Herz im Sturm. Und für den ein oder anderen Witz sorgt er obendrein. Die Chemie zwischen Rayna und Karim ist einfach grandios und auch Hyron passt gut in diese Truppe. Über den Shealif erfährt man in „Hoffnung“ noch deutlich mehr, als noch in „Gefangenschaft“. Sein Charakter wird greifbarer und seine Liebe zu Rayna immer offensichtlicher. Hiermit wäre ich aber bei meinem Kritikpunkt angelangt. Im ersten Teil des Buches geht es genau darum: die Liebe. Mir ging das Ganze etwas zu schnell und die Gefühle waren auch zu plötzlich so intensiv. Hier hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, auch wenn die Liebesgeschichte an sich ganz wunderbar ist! 
Diese (kleine) Kritik bleibt aber sehr einsam, denn insgesamt ist das Buch wahnsinnig toll. Das liegt natürlich auch am Schreibstil der Autorin. Gerade im Fantasygenre muss mit Bildern und Details gearbeitet werden und darauf versteht Sabine Schulter sich absolut. Man liest das Buch sehr schnell, kann sich alles vorstellen und fühlt sich als Teil der Handlung. 
Ein paar Worte noch zum Ende: Ich hasse Cliffhanger. Und oh Mann…das hier ist sowas von einer. Nie hätte ich gedacht, dass die Geschichte an solch einem Punkt enden könnte. Ich habe geschrien und war mehr als schockiert. Denn das Ende ist so gemein. Man MUSS einfach wissen, was nun passiert! Obwohl ich Sabine Schulter für dieses Ende wirklich ein klein wenig hasse, ziehe ich auch meinen Hut vor ihr, denn so hat sie es definitiv geschafft, meine Neugierde auf Band drei zu schüren. Ich brauche dieses Buch – und zwar schnell!


„Die Greifenreiterin – Hoffnung“ ist eine tolle Fantasygeschichte, die nicht nur mit gelungenen Protagonisten (egal ob menschlich oder tierisch) aufwartet, sondern die auch in ein zauberhaftes Setting gelegt wurde. Die Geschichte hat alles, was sie braucht: Freundschaft, Liebe, Abenteuer und das ganz gewisse Etwas. Ich freue mich sehr auf den dritten Teil und verbleibe bis dahin mit 4,5 Sternen und natürlich in der „Hoffnung“, dass Band drei ganz bald erscheint.


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