2. Juli 2016

Review: "X-Men - Apocalypse"


Titel: X-Men - Apocalypse

Regisseur: Bryan Singer

Länge: 144 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2016




Ich musste es googeln. Aktuell gibt es 9 (!) X-Men Filme, von denen der letzte derzeit noch im Kino läuft. Vor Wochen wollte ich ihn mir anschauen, da ich ein Fan der X-Men bin. Wie das aber so ist, schafft man es erst auf den letzten Drücker. „X-Men: Apocalypse“ hatte einen zerstörerischen und übertriebenen Trailer, der einem ein wenig die Lust auf den Film nahm. Diesem Actiontrailer entspricht der wirkliche Film aber nur in Teilen, denn er glänzt mit mehr Ruhe, als man erwarten würde. Ein guter Actionfilm für einen amüsanten Abend. Voraussetzung: Man sollte die X-Men schon kennen, sonst wird’s kompliziert.

Darum geht's:


Die Welt hat sich verändert, Mutanten werden in der Gesellschaft nun weitestgehend akzeptiert. Doch ein legendärer Bösewicht schickt sich an, Menschen wie Mutanten zu unterjochen: der einst als Gott verehrte Apocalypse (Oscar Isaac), der älteste und mächtigste Mutant der Welt. Er ist unsterblich und unbesiegbar, weil er die Kräfte vieler unterschiedlicher Mutanten vereint – und er ist bei seinem Erwachen nach Tausenden von Jahren gar nicht glücklich darüber, wie sich die Welt entwickelt hat. Zur Verwirklichung seines Plans einer neuen Weltordnung bringt Apocalypse mächtige Mutanten unter seine Kontrolle: Magneto (Michael Fassbender), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Angel (Ben Hardy). Es ist an Raven (Jennifer Lawrence) und Prof. X (James McAvoy), ein Team junger Mutanten anzuführen, das sich Apocalypse in den Weg stellt…


Meine Meinung


Ich hatte bahnbrechende Action erwartet. Unnötiges Rumgeballer und zu viel Gewalt, wie es bei Marvel ja des Öfteren der Fall ist. Überrascht war ich, dass im neuen X-Men Film auch die leiseren Töne eine Rolle spielen. Man fragt sich doch oftmals, was noch alles kommen soll, da die Macher die Geschichte doch schon völlig ausgeschöpft haben. Handlungen und Wendungen erscheinen einem unlogisch und irreführend. Anders aber bei „X-Men: Apocalypse“. Der Film fügt sich samt seiner Handlung wunderbar in die Geschichte um die X-Men ein und erklärt meiner Meinung nach sogar einiges. Er verknüpft die drei alten Klassikerfilme mit den neuen Versionen, die seit 2011 gedreht wurden. Selbst Wolverine hat wieder eine kleine Gastrolle, die ebenfalls erklärend wirkt. Alles in allem vereint der Film verschiedenen Geschichten und macht den Kontext wieder stringent. Herrlich anzusehen sind dabei die altbekannten Figuren samt ihrer glänzenden schauspielerischen Leistung. Der Bösewicht Apocalypse ist hier für mich der blasseste geblieben. Doch Jennifer Lawrences Figur Raven  ist stärker und ehrlicher zu sich selbst geworden und sie wird von der Oscarpreisträgerin überzeugend gemimt. Mein Favorit Charles Xavier sorgt sogar für den ein oder anderen unerwarteten Lacher („Das war eigentlich mein Lieblingsbaum.“). James McAvoy bleibt seiner Umsetzung treu und spielt den rechtschaffenden Professor ebenso gut wie bisher. Michael Fassbender, der unumstrittene Star des Films, zeigt neue Facetten seiner Figur Magneto. Sein Schicksal war für mich das tragischste. Ich litt mit ihm. Die neuen/alten Figuren gefielen mir in ihrer Umsetzung ebenfalls sehr gut. Egal ob das Gene oder Scott waren – ihre Geschichte beginnt von neuem und man darf gespannt sein.
Der Film hat ein klares Ziel und verfolgt dieses auch mit actiongeladenen Szenen. Dennoch braucht er eine Menge Zeit, um erneut in den Kosmos einzuführen. Vor allem die erste Stunde zieht sich ein wenig dahin. Marvel benötigt diese Zeit jedoch oft und zumeist lohnt sich dies auch. Ich fand die finale Lösung gar nicht schlecht. Allerdings wird natürlich wieder ein Großteil unserer Welt zerstört. Das empfinde ich immer als ein bisschen unnötig, aber was will man machen, wenn wieder irgendwelche supermächtigen Bösewichte die Welt übernehmen wollen?! Etwas unpassend fand ich die Zerstörung des Vernichtungslagers (heute Gedenkstädte!) Auschwitz. Da hätte man ein wenig mehr Respekt haben können, auch wenn die Szene so gar nicht gemeint war. Es ist ja immer nett, dass man sieht, wie alles zerstört wird, aber der Aufbau dann ja keine Rolle mehr spielt. Aber egal.
Besonders beeindruckt hat mich übrigens die Vorschau, die einer Tunnelfahrt durch die Zeit gleicht. Hier hat sich die 3D-Brille bereits bezahlt gemacht und auf meinem Gesicht breitete sich leichtes Staunen aufgrund der Effekte auf. Die ersten Szenen waren sowieso sehr beeindruckend, was die Kulisse betrifft. Mit zunehmender Zeit wird das Setting dann etwas dunkler, aber immer noch beeindruckend.

Also...


Mir gefiel an diesem Film sehr viel und es fühlte sich ein wenig so an, als wenn man von alten Freunden etwas Neues hört. So soll es ja auch sein. Die Schauspieler sind überzeugend und die Handlung sehr schlüssig. Es ist immer ein bisschen schade, wenn ein anfangs übermächtiger Gegner doch relativ simpel besiegt werden kann, doch ich hatte es mir sogar noch schlimmer vorgestellt. Lediglich die Länge des Films ist etwas kritisch. Viele Handlungsstränge ziehen sich in die Länge und von der erwarteten Action gibt es dann doch nicht so viel. Ich hatte dennoch einen unterhaltsamen Abend, den ich mit 3,5 Sternen belohne.

Kommentare:

  1. Ich konnte den Film auch erst auf den letzten Drücker sehen, dafür aber in einem angenehm leeren Kino. ;-) Die Effekte fand ich auch toll, auch die Filmmusik bei den Marvel-Filmen finde ich immer sehr beeindruckend.

    Die X-Men-Filme für sich genommen finde ich allesamt toll. Aber so langsam verliere ich den Überblick und kriege die Handlungsstränge nicht mehr so recht zusammen. Durch den letzten Teil wurde ja die Zukunft durch Wolverines Zeitreise komplett verändert, wodurch mehr oder weniger die ersten drei Filme, die ja im Hier und Jetzt spielen, quasi "aufgehoben" wurden. (Z. B. lebt dann ja Jean wieder u.a.) Von daher weiß ich gar nicht, wo ich "Apocalypse" jetzt ansetzen muss. Der Nightcrawler kam ja in den alten Filmen erst als Erwachsener zu den X-Men, in diesem Teil ist er aber bereits als Teenager an der Schule. Da schwirrt einem ja schon ein bisschen der Kopf. ;-)
    Ich bin also gespannt, worum es im nächsten Teil geht.
    Und ja, man wundert sich immer wieder, wie oft eigentlich New York & Co. noch zerstört und wieder aufgebaut werden können. Wobei es ja diesmal v. a. Kairo und Auschwitz erwischt hat. Und Xaviers Schule ist ja auch immer wieder schnell wieder auferbaut. ;-)
    Ich denke mir ja immer bei diesen Zerstörungen, wie viele unschuldige Menschen da jetzt sterben müssen. Da passen die coolen Sprüche von Avengers und X-Men oft eigentlich nicht, aber irgendwie gehört das halt zu den Filmen, dass man auch noch bei Millionen Todesopfern eine romantische Kussszene oder ein lustiges Sprücheklopfen miteinbaut. Aber vielleicht sehe nur ich das so kritisch, man darf die Filme ja auch nicht so ernst nehmen.

    LG, Bianca

    P.S.: Wir waren die Einzigen, die den Abspann ausgesessen haben, es ist ja mittlerweile wirklich bekannt, dass bei Marvel-Filmen immer noch eine Szene ganz zum Schluss kommt. Es wundert mich echt, dass trotzdem immer alle gleich bei der Schlussszene des Hauptfilms aus dem Kino stürmen...

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  2. Hey Bianca :)
    Oh cool, einen wahren Expertenkommentar hier zu haben :) Und du sprichst mir aus der Seele! :D Also das mit dem Abspann ist tatsächlich klar. Meistens ärgert man sich zwar trotzdem, weil die letzte Szene etwas sinnlos war, aber man sollte trotzdem sitzen bleiben.
    Oh ja, verwirrend ist das allerdings! Ich habe den letzten Teil (, also den vor Apocalypse) auch ehrlich nicht so ganz verstanden. Schließlich hebt er ja eigentlich die gesamte Geschichte auf, oder nicht? Dann gibt es ja die "alten" Filme quasi noch nicht? Ich klammer deshalb immer diesen Teil aus, weil er für mich zu wenig Sinn ergab. Deshalb gefiel mir dieser Film eben auch so viel besser, weil er sich viel besser einfügt.
    Ja, dieser Zerstörungswahn von Marvel ist glaube ich nicht mehr aufzuhalten. Wie du schon sagst...immerhin ist es neu Auschwitz oder Kairo zu zerstören, statt New York oder London. Immerhin. Aber ich seh das mit der Moral genauso. Muss man bei Marvel inzwischen leider ausblenden, wobei der letzte Captain America, oder auch Avengers-Film, das ja ein wenig thematisiert hat (zu viele zivile Opfer, die auf eigene Faust riskiert werden).
    Aber wenn man mit den Filmen wirklich Spaß haben möchte, muss man das nun einmal ausblenden. Der Realitätsfaktor ist bei den Filmen ja auch relativ gering ;)
    Danke für deinen tollen Kommentar :)
    Liebste Grüße,
    Julia

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