4. Juli 2016

Rezension: "Plötzlich Fee: Frühlingsnacht" von Julie Kagawa


Titel: Plötzlich Fee - Frühlingsnacht
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne
Preis: 16,99€
Seiten: 512

„Plötzlich Fee“ – was für ein merkwürdiger Titel. Aber gerade wegen des Titels hat die Reihe mich angezogen und ich gab ihr eine Chance. Ein Fan wurde ich leider nie, doch der dritte Band gefiel mir gut. Nun griff ich zum Reihenabschluss „Frühlingsnacht“. Das Buch hinterlässt den gleichen Eindurck wie die gesamte Reihe: Ganz nett, aber kein Muss.

Inhalt


Ash, der ehemalige Prinz vom Winterhof, hat seiner Geliebten die Treue geschworen. Doch Meghan ist die Königin des Eisernen Reiches geworden und in diesem kann er keinen Tag überleben. Es gibt nur einen Weg um mit seiner Herzensdame zusammen sein zu können: Er muss ein Mensch werden. Und so beginnt eine lange und beschwerliche Reise, auf der er aber von seinen Freunden begleitet wird. Der kluge Kater Grimalkin führt die kleine Truppe an, der natürlich auch der schelmische Puck angehört. Doch die drei bleiben nicht allein. Die mysteriöse Seherin und der Große Böse Wolf sind ebenfalls mit von der Partie und bereit dieses Abenteuer zu bestehen. Schafft Ash es bis ans Ende der Welt um eine Seele zu erringen und so zu Meghan zurückkehren zu können?

Meinung


Ich liebe die Cover der Plötzlich Fee-Reihe! Sie sind so wunderschön detailliert und verträumt, dass das Nimmernie noch viel glaubhafter wird. Der vierte Teil ist komplett in Pink- und Rosatönen gehalten und für mich das schönste Cover der Reihe. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, auch weil ich wusste, dass es diesmal nicht aus der Perspektive von Meghan, sondern aus der von Ash verfasst ist. Ash blieb bisher immer relativ kalt, wenn auch absolut ideal. Das machte die Sache sehr interessant. Allerdings kann ich die Illustratoren nicht verstehen, dass sie ausgerechnet diesem Buch mit einem männlichen Protagonisten den weiblichsten Charakter verleihen. Also, ich bitte euch: Ash und Pink? Auch wenn das eine absolute Nebensächlichkeit ist, so hat sie mich doch gestört. 
Grundsätzlich ist die Geschichte sehr interessant und auch ein wenig isoliert vom Rest der Reihe. Unsere bekannten Helden, mit Ausnahme von Meghan, begeben sich auf eine neue Reise. Man kann den vierten Teil als Zugabe bezeichnen, der für die wahren Fans geschrieben wurde. Zu denen zähle ich leider nicht, dennoch gefiel mir der Gedanke, dass eine kleine Gruppe sich bis ans Ende des Nimmernie begeben muss, damit zwei Liebende zusammen sein können. Mit Meghan wurde ich nie ganz warm, weshalb ich die Konstellation gelungen fand. Dennoch fehlt die Eisenre Königin natürlich. Lediglich im Epilog taucht sie auf, der wiederum ist wirklich schön geworden! Ich finde es relativ mutig von Julie Kagawa den Erzählstil im letzten Band zu wechseln, aber für mich ist das ein Pluspunkt.
Auch die Reise selbst ist spannend. Puck und Grimalkin waren schon immer meine Lieblinge der Reihe und in diesem Buch nehmen sie einen großen Teil ein. Mir wurde noch einmal bewusst, wie unglaublich klug und arrogant Grimalkin ist. Dieses Mal bekommt er noch einen Gegenspieler zugewiesen, denn die Berühmtheit des „Großen Bösen Wolfes“ schließt sich der Gruppe an. Er will in dieser Geschichte eine Rolle spielen, um die Legende zu bleiben, die er ist. Ich bin eher der Hunde- als der Katzentyp, weshalb ich den Wolf von Anfang an in mein Herz schloss. Er spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch und ich war dankbar für sein Auftauchen. Des Weiteren bietet er Grimalkin gern die Stirn, was relativ amüsant ist. 
Die Beziehung zwischen Puck und Ash wird noch verdeutlicht und man erfährt viel über ihre Vergangenheit. Auch, weil die Seherin auf den Plan tritt. Mir gefiel diese Wendung anfangs gar nicht, doch zum Ende hin macht sie Sinn. Ihr Charakter ist für mich dennoch völlig unsympathisch, auch wenn ich ihre Art verstehen kann. 
Eigentlich finde ich auch die Handlung gelungen. Die kleine Gruppe muss viele Risiken und Prüfungen auf sich nehmen um das Ende des Nimmernie zu erreichen. Dort muss Ash dann den Heldenparcours überstehen, der voller Gefahren steckt. So steigert die Autorin mit jeder neuen Gefahr zwar die Spannung, aber in gewisser Weise wird es auch nur eine Aneinanderreihung von Abenteuern. Der Heldenparcours war interessanter, da Ash vorgeführt wird, wie es wäre ein Mensch zu sein. Doch um das zu erklären wurde sehr weit ausgeholt und ich konnte die Zukunftsvisionen nicht richtig einordnen. Sie führen sehr weit von der Handlung weg. Außerdem bleibt der unnahbare Prinz trotz seiner Perspektive noch immer unnahbar. Das gefiel mir gar nicht. Er schwankt zu sehr hin und her, ist zu edel. Für mich zog sich die Handlung zu sehr hin, Ash war nicht präsent genug und die gesamte Sympathie wird auf den Rücken der Nebenfiguren ausgetragen. Mit dem Stil kam ich gut zurecht, dennoch ist er mir irgendwie zu kindisch. Wieder einmal musste ich mich fragen, ob ich für die Reihe nicht eigentlich zu alt bin. 
Hinten im Buch gibt es noch ein paar Extras, wie ein Interview mit der Autorin oder ein Leitfaden für das Nimmernie. Beides war sehr amüsant und auch im Buch selbst kann man manchmal schmunzeln.

Fazit




Obwohl ich die Idee der Handlung und viele Nebenfiguren wirklich großartig fand, gefiel mir die Umsetzung nicht immer. Ash schwankt oft hin und her und wird natürlich von der Seherin beeinflusst. Er bleibt trotz der persönlichen Perspektive sehr unnahbar. Das Abenteuer ist im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch (voller unbekannter Wesen und rätselhaften Prüfungen), doch die Autorin baute viele Schwenker ein, sonst kommt sie ja nicht auf 500 Seiten. Als Happy-End Buch gefiel mir der Reihenabschluss gut und auch der Fokus auf dem Menschlichen ist gelungen, doch so richtig nötig war die Geschichte leider nicht. Das Happy-End war außerdem von Anfang an zu durchschaubar. Ich vergebe 3,5 von 5 Spitzenschuhen.



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