28. Dezember 2016

Rezension: "17 - Das erste Buch der Erinnerung" von Rose Snow


Titel: 17 - Das erste Buch der Erinnerung
Autor: Rose Snow
Verlag: Selfpublish
Preis: 9,90€
Seiten: 279

Ein junges Mädchen mit einer besonderen Gabe. Mysteriöse Umstände beim Tod ihrer Mutter. Geheimnisse über Geheimnisse und dazu noch zwei gut aussehende Jungs, die es dem besagten Mädchen angetan haben. Ein bisschen Fantasy, gepaart mit typischen Jugendbuchelementen und schon hat man die tolle Mischung von „17 – Das erste Buch der Erinnerung“ vom Autorenduo Rose Snow. Kein Wunder, dass es mir die Geschichte schon beim Lesen des Klappentextes angetan hat. Liebe, Freundschaft und Fantasy: Das musste ich lesen! Und es hat sich gelohnt. Der erste Teil dieser 
Trilogie ist ein vielversprechender Auftakt, der wenige Wünsche offen lässt.

Klappentext


Seit Jo denken kann, zieht sie mit ihrem Vater von Ort zu Ort, fast, als wären sie auf der Flucht. Als er ihr eröffnet, dass sie nun ausgerechnet im nasskalten Hamburg sesshaft werden sollen, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen.
Bis sie in ihrer neuen Schule zwei gutaussehenden Jungs begegnet, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Adrian, der Jo bewusst auf Distanz hält, und Louis, der sich offensichtlich für sie interessiert. Die zwei Jungs verbindet eine geheimnisvolle Rivalität, die Jo nicht zu deuten weiß - aber noch weniger versteht sie, was gerade mit ihr selbst los ist. Was für Bilder tauchen plötzlich in ihrem Kopf auf? Hat sie Halluzinationen? Oder sind das tatsächlich fremde Erinnerungen, in die sie kurz vor ihrem 17. Geburtstag auf einmal blicken kann?

Meinung


Mich hat dieses Buch vom ersten Augenblick an fasziniert. Denn obwohl es sich bei „17“ um eine Selfpublish-Reihe handelt, habe ich mich sofort in das Cover verliebt. Ich möchte keineswegs Selfbublisher runtermachen. Im Gegenteil, ich finde immer wieder Schätze der weniger bekannten Autoren – und ein solcher ist auch die „Reihe der Erinnerung“. Was ich damit nur sagen wollte, ist dass das Cover ein absoluter Hingucker ist. Mir gefallen die Farben des Mitternachtsblaus und der Schlüssel in der Zahl ist ebenfalls gelungen. Vor dem Lesen war mir nicht klar, dass auch die Gräser am Rand eine Bedeutung haben, im Nachhinein macht es das Buch und seine Gesamtwirkung nur noch schöner.
Aber zum Glück hört das Positive nicht mit dem Äußeren auf, denn auch die Konstruktion der Handlung ist sehr gelungen. Im Grunde geht es um das typische Szenario einer Teenagerin, die eine Gabe entdeckt und sich plötzlich in einer neuen Welt zurecht finden muss. Dieser Plot ist nicht neu, aber dennoch mit der richtigen Prise Innovation immer wieder toll zu lesen. Und Rose Snow baut genau diese Prise ein. Jo ist eine relativ typische Protagonistin. Ich selbst konnte mich mit ihr nicht identifizieren und auch ansonsten tat sie ein paar Dinge, mit denen ich nicht einverstanden war. Dennoch ist sie eine passende Hauptfigur, die in diese Geschichte gehört. Man nimmt ihr die Zerrissenheit aufgrund der vielen Umzüge ab und sie ist ein mehr als nur authentischer Teenager. Das ist im Allgemeinen ein Punkt, der betont werden muss. Rose Snow kennt sich im Universum der Jugend wirklich aus und baut kleine Elemente gekonnt in das Buch ein. So werden zum Beispiel Serien wie „Pretty little liars“ erwähnt, oder Plattformen wie Whatsapp und Instagram haben gewisse Bedeutungen. Die beiden Autorinnen haben den Geist der Zeit sehr gut eingefangen und für ihr Buch verwendet. Das war absolut top und macht das Ganze sehr authentisch. 
Aber zurück zu Jo. Manchmal handelt sie nicht ganz verständlich, was ich aber unter gegebenen Umständen nachvollziehen kann. Sie allein könnte die Handlung nicht tragen, aber es gibt viele liebeswerte Nebenfiguren. Zu meinen Lieblingen zählten Conny und merkwürdigerweise auch Finn. Conny ist eine tolle Ergänzung zu der gutaussehenden Jo und verdeutlicht eine schöne Seite an Jo. Das Karottenmädchen Conny, wie ich sie gern auch genannt habe, sorgt für ein paar Lacher und eine tolle Freundschaft in diesem Buch. Finn ist der Kotzbrocken des Buches und unglücklicherweise Jos neuer Stiefbruder. Ich finde allerdings, dass er eine schöne Entwicklung durchmacht und anfangs anders wirkte, als er wirklich ist. Er und Jo stehen sich in Puncto „miese Aktionen“ allerdings in nichts nach. Das sind auch die Kleinigkeiten, die ich kritisieren möchte. Ein paar Dinge, die lustig sein sollten, kamen bei mir nicht so an. Vieles kann man auch hinterfragen, auch wenn es typische Jugendaktionen sind, wie beispielsweise einen Joint zu rauchen. Ich möchte diese Dinge auch nicht überbewerten, aber es hat mich gestört, dass mit so vielen Klischees gespielt wurde. Wäre dieser Punkt etwas reduziert worden, hätte das Buch von mir auch die volle Punktzahl bekommen.  Aber ich schweife wieder ab. Es gibt noch weitere erwähnenswerte Charaktere. Jos Vater und seine Freundin Lea zum Beispiel. Viel wichtiger für die Handlung sind aber noch Adrian und Louis. Beide haben offensichtlich Geheimnisse und dennoch fühlt Jo sich gerade zu dem düsteren Adrian hingezogen. Ich habe diese Geschichte sehr gern verfolgt und bin immer noch gespannt, was sich bei diesen drei Charakteren in den Folgeteilen entwickeln wird.
Der Fantasyanteil ist in diesem Buch noch relativ gering. Es geht um Erinnerungen und das finde ich sehr spannend. Mir gefiel Jos Gabe und der Umgang mit ihr. Ich denke, dass Rose Snow hier eine schöne Idee umgesetzt hat, die viel Potenzial für die Folgeteile zu bieten hat. Die Erinnerungen nehmen in den nächsten Teilen sicher noch einen viel größeren Teil ein, worauf ich mich sehr freue. Die Umsetzung ist hier zur Einführung aber sehr gelungen!
Der Stil des Buches ist jugendlich, authentisch, schnell zu lesen und angenehm. Man kommt wunderbar durchs Buch. 
Das Buch endet mit einer Art Cliffhänger und man hat das Gefühl, als wenn die Geschichte jetzt erst richtig losgeht. Ich finde, dass Rose Snow damit alles richtig gemacht hat. Denn auch Tage nach Beenden des Buches, habe ich noch an die letzte Szene gedacht. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Jo und ihrer Gabe weiter gehen wird.


Fazit 



Im Allgemeinen ist „17 – Das erste Buch der Erinnerung“ ein toller Auftakt. Das Buch spielt mit vielen Elementen und führt in eine innovative Idee ein, ohne zu viel zu verraten. Gleichzeitig bleibt es in bekannten Jugendbuch-Sphären. Die Autorinnen haben sich noch sehr viel für die Folgeteile offen gelassen. Die Charaktere sind gelungen, wenn auch sehr klischeebelastet. Der Stil ist flüssig und ebenfalls gelungen. Aufgrund von ein paar Klischees zu viel ziehe ich einen Punkt ab und vergebe vier Spitzenschuhe. Bei !17 - Das erste Buch der Erinnerung" handelt es sich dennoch um ein wirklich schönes und vielversprechendes Buch!



Kommentare:

  1. Hallo Julia ;)

    Eine sehr schöne Rezension zum Buch ;)

    Ich kann dir die Reihe echt ans Herz legen, ist echt eine sehr schöne Trilogie ;) War nämlich Testleserin der Reihe und kann sie uneingeschränkt empfehlen ;) Desweiteren empfehle ich dir auch noch die ganzen anderen Bücher der Autoren und das Buch "Paris, Du und Ich" von Adriana Popescu und "Die Welt um Tian - Feuerwölfe" von Sandra Daum, weil ich denke, das die beiden Bücher dir auch gefallen könnten ;)

    Liebe Grüße
    Rebecca

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Rebecca :)
      Dankeschön! Ich habe das Buch auch wirklich gern gelesen und werde die Reihe auch auf jeden Fall beende. Bin schon kurz davor, mir Band zwei anzuschaffen, aber erst einmal muss ich ein paar Bücher von meinem SuB runterbekommen ;)
      "Paris, du und ich" hatte ich angefragt und leider, leider nicht bekommen. Du hast meinen Geschmack mit deinen Tipps also absolut getroffen! Das Buch bleibt auf meiner Wunschliste. Das letzte Buch kenne ich nicht, aber da du mich sehr gut eingeschätzt hast, werde ich es mir auf jeden Fall ansehen!
      Danke für all die schönen Tipps! :)
      Ganz liebe Grüße,
      Julia

      Löschen