17. Februar 2016

Rezension: "Wie Möwen im Wind" von Nicola Vollkommer


Titel: Wie Möwen im Wind
Autor: Nicola Vollkommer
Verlag: SCM Hänssler
Preis: 14,95€
Seiten: 288


Der Titel „Wie Möwen im Wind“ lässt die Gedanken bereits zu Träumen ausholen. Dazu das Cover mit der jungen Frau, dessen Haare im Wind fliegen. Das alles vermittelt einen Eindruck von Freiheit. Eine Freiheit, die im 18. Jahrhundert nicht jeder hatte. Nicola Vollkommer beschreibt das Leben eines jungen Mädchens, dem es nicht immer leicht gemacht wurde und das trotzdem seinen Platz in der Welt sucht, sich dabei blenden lässt und ein furchtbares Geheimnis lüftet.

Inhalt


Lord Greenwold braucht einen männlichen Erben. Doch seine unfähige Frau gebärt ihm erneut ein Mädchen. Das kleine Neugeborene wird prompt an eine Amme gegeben, bei der die kleine Charlotte aufwächst. Charlottes Ersatzmutter Maggie ist ein herzlicher Mensch und kümmert sich liebevoll um das ungewollte Kind. Doch zur Familie Greenwold gehört Charlotte noch immer und als ihr Vater in ihr eine neue Spielfigur für seine machtgierigen Spiele entdeckt, wird Charlottes Zukunft neu bestimmt. Sie wird zur Familie zurückgeholt um später ihren Zweck zu erfüllen: einen Mann heiraten, den Lord Greenwold aussucht und der das Erbe antreten kann. Charlotte muss sich von nun an in einer Welt zurechtfinden, in der sie ungewollt ist. Halt geben ihr dabei ihr Stiefbruder Jake und die Hausangestellte Franny. Kann Charlotte eines Tages ihre Freiheit erlangen? Oder muss sie den vorbestimmten Mann heiraten? Und welches Geheimnis birgt der verrottete Turm auf dem Anwesen? Der Leser begleitet Charlottes Leben mit all ihren Höhen und Tiefen. Doch das schlimmste Tief wartet noch auf sie…unter dem geheimnisvollen Turm.

Meinung


Der Roman bietet eine schöne Geschichte mit facettenreichen Figuren. Der Schreibstil ist flüssig und viele Beschreibungen von Charlotte beinhalten sehr poetische Aspekte. Leider konnte mich das Buch nicht absolut fesseln. Auch wenn die Handlung sich stetig entwickelt, schweifte sie mir manchmal zu sehr ab. Der Turm steht von Anfang an im Zentrum und man wartet und wartet und wartet, dass er sein Geheimnis endlich enthüllt. Dies passiert allerdings erst kurz vor Schluss. Mich hat dieser Punkt sehr überrascht und er ist auch durchaus positiv zu benennen, denn das Geheimnis des Turms habe ich nicht erwartet. Das Ende ist mit Abstand der spannendste Teil des Buches, wobei es auch zwischendurch immer wieder spannende Nebenhandlungen gibt. So hat mir das Verhältnis zwischen Charlottes Eltern oder Frannys Sicht auf die Liebe gut gefallen. 
Für mich war außerdem der stärkste Charakter der Stallmeister Jake. Er ist sehr bodenständig, liebevoll und höflich. Maggie hat ihn wunderbar erzogen und er trägt meiner Meinung nach die Handlung. Weniger gut gefallen hat mir Charlotte. Ich habe mich leider nie in sie hineinversetzen können und finde, dass sie oftmals unglaublich naiv, aber gleichzeitig sehr stark ist. Dies widerspricht sich ein wenig, wie ich finde.

Fazit




Dennoch habe ich das Buch gern gelesen und konnte mich im Cornwall des 18. Jahrhunderts wiederfinden. Die Handlung bietet viele verschiedene Stränge, die alle etwas Entdeckenswertes haben.  Die Thematik gefällt mir gut, nur gefiel mir die Protagonistin einfach nicht. Außerdem geht am Ende dann doch alles sehr schnell, was vorher sehr viel Zeit in Anspruch nahm.  Von mir gibt es 3 von möglichen 5 Spitzenschuhen.



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