7. April 2016

Rezension: "Die Schicksalsseherin" von Sarah Neumann

 


Ab und zu tauche ich gern in fantastische Welten ab. Ein bisschen Fantasy hat noch niemandem geschadet und als ich von „Die Schicksalsseherin“ hörte, fand ich die Idee total spannend. Ein Buch, in dem Kobolde im Mittelpunkt stehen und um die herum eine ganze bezaubernde Bühne gebaut wurde. Sarah Neumann schafft es mit diesem Roman den Leser in eine völlig neue und wunderbar ausgearbeitete Welt zu entführen, die gespickt ist mit liebenswerten Charakteren und einer großartigen Handlungsidee. Ganz egal in welcher Welt du lebst, sie ist es wert gerettet zu werden…oder etwa nicht? Das Schicksal wird darüber entscheiden.

Inhalt


Das Volk der Kobolde ist für die Glücksproduktion verantwortlich. Sie verteilen das Glück in jeder Anderswelt, damit sich Liebende finden oder Kriege entschieden werden. Myriel ist einer der Kobolde, die sich um die Anderswelten und das Verteilen des Glücks kümmern, doch sie hat eine besondere Fähigkeit. Sie sieht, was das Schicksal bereithält – und das Schicksal lässt sich nicht ändern. Als plötzlich die Glücksproduktion abbricht, befindet sich die Koboldwelt in Aufruhr. Wird das Glück nicht verteilt, drohen die Welten unterzugehen. Million von Lebewesen wären dem Untergang geweiht. Doch nur Myriel erkennt das Schicksal und weiß, dass es jemand verändert. Gemeinsam mit ihrem Freund Seith versucht sie die Kobolde und die Anderswelten zu retten. Doch wie sollen zwei kleine Kobolde all diese Gefahren bestehen?

Meinung


„Die Schicksalsseherin“ ist ein wirklich schöner Fantasy-Roman. Ich denke, dass sich das Ganze so eigentlich ganz gut zusammenfassen lässt. Und das hat einen bestimmten Grund: Man merkt, mit wie viel Liebe und Leidenschaft die Welt von Myriel und Seith erschaffen wurde. Sarah Neumann hat hier eine wunderbare Idee umgesetzt. Was ist, wenn es nicht nur unsere Welt, sondern noch tausend andere geben würde? Eine so fantastisch wie die nächste. Und um all diese Welten müssen sich die Kobolde kümmern. Sie sorgen dafür, dass das Schicksal seinen Lauf nimmt. Doch was, wenn man das Schicksal missachtet und mit dem Glück das macht, was man durchsetzen will?
Mir gefiel diese Idee wirklich gut! Und des Weiteren ist die Welt der Kobolde einfach nur bezaubernd ausgearbeitet. Es gibt so viele liebevolle Details, dass es mir fast die Sprache verschlagen hat. Natürlich kennt man Kobolde aus Fantay-Büchern, allerdings war es für mich das erste Mal, dass diese Wesen im Mittelpunkt standen. Und es gefiel mir klasse, wie diese Welt strukturiert ist. Der Stil der Autorin ist etwas besonders. Mir gefällt er sehr gut, denn er ist flüssig, modern und vor allem verträumt. Dieser träumerische Stil war es, der diese Geschichte so real gemacht hat. Allerdings schreibe ich mit Absicht „besonders“. Das Buch wird im Wechsel der Perspektiven von Myriel und Seith erzählt. Beide Charaktere berichten aus der Ich-Perspektive. Der Stil unterschiedet sich nicht wirklich und manchmal wird es deshalb kompliziert. Denn ein Teil der Handlung wird immer wiederholend aus der Sicht des jeweils anderen erzählt. Das heißt, dass die Geschichte nicht nahtlos in den Kapiteln erzählt wird, sondern, dass man immer einen kleinen Teil auch aus der Perspektive der anderen Figur mitbekommt. Mir gefiel dieser Umstand wirklich gut! Ich finde, dass die Autorin so etwas gewagt hat und der Stil dadurch etwas Anderes geworden ist. Außerdem kann man sich so sehr gut in die Gefühle der Protagonisten hereinfühlen, denn oftmals nehmen Seith und Myriel die Situation völlig anders wahr.
Die Charaktere sind sehr authentisch gestaltet. Myriel ist hier allerdings in bisschen überperfekt, denn sie stellt ein Ideal dar. Sie ist bereit sich und ihr Leben zur Rettung der Welten zu opfern. Ziemlich uneigennützig…. Dennoch ist sie ein lieber Charakter, der aber auch nerven kann. Seith und sie sind ineinander verliebt, allerdings mit anderen Partnern verlobt. Sie gestehen sich ihre Liebe nicht und so verfolgt der Leser immer wieder, wie es um die Gefühle der beiden steht, während sie einfach nicht zueinander finden wollen. Besonders sympathisch finde ich die Nebenfiguren. Der Alchemist und Jimmy waren für mich kleine Highlights, aber auch an Bösewichten und zwielichten Figuren fehlt es in „Die Schicksalsseherin“ nicht. So sind etwa Myriels Vater und ihr Verlobter Olan nicht zu durchschauen. 
Mit dem Ende des Buches hatte ich so nicht gerechnet, da vieles auf einen anderen Ausgang hindeutete. Dennoch mochte ich das Ende.

Fazit




Ihr merkt schon, dass ich mit den Worten „gut“ und „gefallen“ nur so um mich werfe, denn für mich beschreiben sie dieses Buch sehr gut. Ich konnte mich im Stil von Sarah Neumann verlieren und habe die von ihr erschaffene Welt genossen. Die Handlung ist nicht die rasanteste, dennoch war sie mitsamt ihrer Idee völlig neu für mich. Ich habe Bekanntschaft mit dem Schicksal und dem Glück der Kobolde gemacht und freue mich diese Welt zu kennen. Vielleicht hat ja auch mir mal ein kleiner Kobold eine Portion Glück zukommen lassen…wer weiß?! Glück braucht es für meine Bewertung allerdings nicht, denn bei „Die Schicksalsseherin“ handelt es sich um ein solides und träumerisch schönes Fantasy-Werk, das viel Spaß macht und Raum zum Träumen lässt. Vier von fünf Spitzenschuhen gibt es von mir.



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