9. Februar 2016

Rezension (2014): "Warte auf mich" von Philipp Anderen und Miriam Bach


Titel: Warte auf mich
Autoren: Philipp Andersen & Miriam Bach
Verlag: Pendo
Preis: 16,99€
Seiten: 320


Subjektive Inhaltsangabe und subjektive Meinung


Als ich im Buchladen den Roman „Warte auf mich“ in einem riesigen Haufen von Büchern entdeckt hatte, war ich davon überzeugt eine schöne Liebesgeschichte in den Händen zu halten. Das schöne Cover und ein erster Blick ins Buch hatten es geschafft, so dass ich mich kurz darauf an der Kasse wieder fand. Die Kritiken für dieses Buch waren sehr gut und naja…ich freute mich darauf es zu lesen.  Wenn ich mir nun im Nachhinein Kritiken ansehe, kann ich sie einfach nicht nachvollziehen. So leid es mir tut, aber dieses Buch ist grausam!
Der Roman ist von zwei Autoren geschrieben, wahrscheinlich unter Pseudonymen, die ihre „eigene“ Geschichte erzählen. Aus der Widmung geht hervor, dass die Autoren ihre eigenen Charaktere in die Fiktion überließen und schauten, was dabei herauskam. Die Kapitel sind immer im Wechsel verfasst. Aus der Perspektive der Frau (Sie-Sicht) und aus der Perspektive des Mannes (Ich-Erzähler).
Ganz ehrlich: Was für eine wundervolle Idee!! Ich liebe den Gedanken, eine Liebesgeschichte in einer Art Briefroman zu lesen, die einem einen besonderen Einblick in die Figuren gewährt. Außerdem beginnt der Roman mit einem Kapitel bei einem Verleger, der ein Manuskript vorliegen hat: und zwar genau den Roman, den man selbst gerade in der Hand hält. Dies ist eine ganz großartige Idee und macht Lust auf mehr. Aber, Hallo?! Das Thema?! Um nun einen Einblick in meine Figur zu geben, werde ich kurz die Handlung schildern.

Philipp Andersen und Miriam Bach sind Autoren, die sich flüchtig kennen. Auf einem Verlagsjubiläum treffen sie sich und beginnen zu flirten. Miriam ist 39 Jahre alt und geschieden, Philipp ist 17 Jahre älter – sprich 56 – und VERHEIRATET. Die beiden empfinden von Anfang an etwas Besonderes füreinander und landen im selben Hotelzimmer. Sie schlafen nicht miteinander, allerdings so etwas in der Art. (Bereits hier begeht Philipp meiner Ansicht nach Betrug. Aber okay…ist ja noch nicht viel passiert.) Ab jetzt plätschert die Handlung so dahin. Die beiden leben in der modernen Welt und was ich dem Roman zusprechen muss, ist dass er sehr realistisch ist. Soziale Netzwerke wie Skype, Facebook oder Whatsapp spielen eine große Rolle für die Kommunikation der beiden. Da sie aber an den anderen Enden von Deutschland leben, ist das Treffen etwas  komplizierter. Wie auch immer, irgendwann klappt`s halt und obwohl sie ja gar nichts miteinander anfangen wollten (jaja….) passiert`s eben doch. Achtung SPOILER, könnte aber lustig werden ;)! (leere Zeilen einfach markieren) Zusammenfassend: Sie lieben sich ja sooo sehr. Und sie können einfach nichts dagegen tun. Aber er ist ja verheiratet und liebt seine Frau genauso dolle, obwohl sein „Mirchen“ (wenn ich diesen Namen noch einmal lese werde ich verrückt) ja sein „Süßkind“ ist (kein viel besserer Kosename, wenn man mich fragt), ohne dass er nicht leben kann. Achja…Philipp hat auch schon eine Tochter und beichtet seine zweite große Liebe natürlich nicht. Über gefühlte 300 Seiten geht es dann darum, ob sie sich trennen sollen, oder nicht und irgendwie tun sie`s dann schließlich nicht und bla bla bla….Kurz vor Ende gibt’s dann nochmal den absoluten Schocker, denn Miriam würde gern schwanger werden. Ja, super Idee, wenn der Kerl verheiratet ist.
Naja. Das Ende ist nicht ganz so schlimm, wie es hätte sein können, aber trotzdem einfach nur doof.
Wie oft habe ich das Buch in der Hand gehabt und einfach nur den Kopf geschüttelt. Wie kann man so eine tolle Idee nur so in den Sand setzen? Und da dürfen gern ganz viele Stimmen zu dem Buch sagen:  „Berührende Liebesgeschichte aus dem realen Leben…“ Was viele Leute als tiefgründig und emotional betitelt haben, empfinde ich als langweilig und oberflächlich.

Am meisten habe ich mich aber an dem Thema Ehebruch aufgehalten. In meiner Familie gibt es leider einen solchen Hintergrund und dass Philipp im Alter meines Vaters ist, machte es nicht besser. Dieses ständige Hin und Her ließ mich das Buch teilweise zuschlagen und ich konnte mich einfach nicht damit abfinden, dass die beiden Menschen sich wie verliebte Teenager verhalten.
Bei den Schreibern handelt es sich sicher um zwei gute Autoren. Das Buch lässt sich gut lesen. "Ihr" Stil gefiel mir sehr viel besser, denn "er" schreib oft irgendwie…schleimig?! Loben muss man auch die ständigen Wechsel der Perspektiven und die kurzen Kapitel, was mir immer gut gefällt. Außerdem darf ich noch einmal die Idee hinter diesem Roman loben. Aber ich kann ihn beim besten Willen nicht empfehlen! Die Charaktere sind gut und tiefgreifend, aber man fragt sich doch: Was sind das für Menschen, die mit Betrug überhaupt kein Problem haben und sich einfach nicht entscheiden wollen? Wie kann man so einen Roman verfassen? 

Fazit


Sicher, es ist bestimmt nah an der Realität, aber absolut nichts für mich. Auch wenn Gefühle in diesem Buch wohl die wichtigste Rolle spielen. Ohne jemanden beleidigen zu wollen…vielleicht ist dieses Buch besser für die älteren Generationen geeignet, die mit den Härten des Lebens schon oft zu kämpfen hatten.

Dank der tollen Idee und dem furchtbaren Thema, habe ich mich für 2 von 5 Spitzenschuhen entschieden. Das Buch lässt sich schnell lesen, aber ich habe einfach eine Abneigung entwickelt, die wirklich stark mit dem Thema Betrug zu tun hatten!



7. Februar 2016

Rezension: "Night School - Und Gewissheit wirst du haben" von C. J. Daugherty


Titel: Night School. Und Gewissheit wirst du haben
Autor: C.J. Daugherty
Verlag: Oetinger
Preis: 18,99€
Seiten: 416

Auf den letzten Teil einer Reihe freut man sich immer ganz besonders und so auch bei der Night-School-Reihe. Das Finale „Und Gewissheit wirst du haben“ steht seinen Vorgängern erneut in nichts nach und bildet einen passenden Abschluss zur Reihe.

Inhalt (ACHTUNG SPOILER DER VORTEILE)


Carter ist in Nathaniels Gewalt und Cimmeria tut alles, um ihn zurückzuholen. Doch Allie ist am Verzweifeln. Gerade jetzt, wo die Zukunft der Schule auf dem Spiel steht, bräuchte sie Carter am Allermeisten. Nathaniel stellt ein Ultimatum. Nur wenn Isabelle, Allie und all ihre Leute Cimmeria aufgeben, wird Carter überleben. Und die Zeit läuft ab. Können die Freunde Nathaniel gemeinsam aufhalten? Kann Allie ihr Gefühlschaos ein für alle Mal klären? Und können sie Carter retten? Willkommen im Finale der Night School!

Meinung



Meiner Meinung nach ist der letzte Teil einer der besten der Reihe. Allerdings muss ich gestehen, dass „Night School“ keinesfalls zu meinen Lieblingen gehört. Teilweise finde ich die Reihe eher schwach. Gestehen wir es uns doch mal ein: So richtig was passiert in allen Teilen zusammengerechnet ja nicht…Aber mich hat das nie so sehr gestört, denn die Idee hat mir trotzdem gefallen. Leider mag ich Allie als Protagonistin nicht wirklich, denn sie ist egoistisch und naiv. Allerdings habe ich die Reihe dennoch gern gelesen – und das hat auch seine Gründe:
Im fünften Teil geht es rasant los und der Spannungsbogen wird gut aufgebaut. Grundsätzlich muss man sagen, dass einige Kapitel sehr spannend sind. Es gab Stellen an denen Wendungen auftauchen, mit denen ich wirklich nicht gerechnet hatte. Man trifft alle bekannten Gesichter wieder, Charaktere die man lieben und hassen gelernt hat: Isabelle, Rachel, Zoe, Sylvain, Raj aber auch Nathaniel, Christopher und Gabe. Allie muss sich durch das übliche Chaos ihres Lebens schlagen, Verfolgungsjagden überstehen und sich ihren Ängsten stellen.

Viele Dinge werden im letzten Teil geklärt und kommen ans Licht, allerdings nicht alles. Die Reihe behält einige Geheimnisse für sich, was aber nicht schaden kann. Berührt hat mich in diesem Band Sylvain. Hätte ich nicht erwartet, denn eigentlich konnte ich ihn nie leiden. Die meisten Charaktere bleiben sich allerdings treu.
Die Kapitel sind angemessen lang und der Schreibstil flüssig. Ein kleines Manko ist für mich allerdings das Ende. Für mich ist das Buch 40 Seiten vor Ende auf seinem Höhepunkt, danach flaut es ab. Es hätte auch wirklich besser durchdacht sein können, denn es wirkt ein wenig naiv. Allerdings habe ich bereits erwähnt, dass das für mich auf die gesamte Reihe zutrifft. Man kann also sagen, dass sich die Autorin eigentlich treu geblieben ist. Wer weiß…vielleicht werden wir Cimmeria ja auch noch einmal betreten.

Fazit




Von mir gibt es auf alle Fälle vier Spitzenschuhe, auch wenn meine Rezi vielleicht nicht ganz danach klingt. Ich habe meine Lieblinge in der Reihe, denen ich gern gefolgt bin. Der Stil ist gut und man fliegt geradezu durchs Buch. Es gibt spannende Momente und ein paar Überraschungen – wenn auch nicht zu viele. Das Ende passt gut zur Reihe und bildet für mich auch den Höhepunkt von „Night School“. Das Motto der Bände hat sich gut durch die Reihe gezogen und jedes Buch passt zum Satz. Und weil er so schön ist, möchte ich auch damit abschließen. „Du darfst keinem trauen der den Zweifel sät. Denn Wahrheit musst du suchen, um der Hoffnung willen und Gewissheit wirst du haben.“ Gewissheit habe ich nun auch und dafür gibt’s nochmal  4 Spitzenschuhe für das mysteriöse Internat mit all seinen Rätseln.



6. Februar 2016

Rezension (2014): "Göttlich - Verloren" von Josephine Angelini"


Titel: Göttlich. Verloren
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€ (Hardcover)
Seiten: 512

Klappentext

Helen muss die Hölle gleich zweifach durchstehen: Nachts schlägt sie sich durch die Unterwelt, noch schlimmer quält sie tags, dass Lucas und sie sich unmöglich lieben dürfen. In der Unterwelt trifft Helen auf Orion. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, das ausgerechnet Orion und Lucas zum Zusammenhalten zwingt: Die vier Häuser Scion werden vereint und ein neuer Trojanischer Krieg scheint unausweichlich! 

 Meinung


Nachdem ich mir eine Zwangspause von einem Tag auferlegt hatte, um den ersten Teil der Göttlich-Trilogie zu verarbeiten, griff ich zum Zweiten: „Göttlich – verloren“. Der etwas deprimierende Titel machte mir Angst. Ich hoffte inständig, dass sich die Handlung noch mit meinen Vorstellungen vereinbaren ließ. Aber es hat funktioniert. „Göttlich – verloren“ ist ein toller Nachfolgeroman, der den Leser noch tiefer in Helens Scion-Welt entführt. Ich fand ihn zwar weniger fesselnd als „Göttlich – verdammt“, aber immer noch absolut toll! 
Der Plot ist weiterführend und doch irgendwie ziemlich neu und anders. Ein neuer Charakter taucht auf der Bildfläche auf und wird zu einem wichtigen Teil von Helens Leben. „Göttlich – verloren“ handelt vor allem von Helens Mission in der Unterwelt, in der sie nicht nur viel über das Leben lernt, sondern auch eine Menge über sich selbst und ihre Stärken. Die Protagonistin entwickelt sich und auch auf die anderen liebevollen Charaktere aus Band 1 müssen wir nicht verzichten. Allerdings kommt nun ein weiterer – offenbar ziemlich heißer - Kerl hinzu: Orion. Die Liebe zwischen Helen und Lucas ist ein Hauptgrund, warum ich diese Buchreihe jetzt schon liebe. Aber Orion macht die Sache noch etwas komplizierter als sie ohnehin schon ist. Mit ihm zusammen steigt Helen in die Unterwelt hinab. Irgendwie schafft Josephine Angelini es allerdings, dass man trotz Lucas-Befürworterei, Orion mag. Es ist nicht so ein Hass- und Eifersuchtskram wie bei der Bis(s)- Reihe (okay…ab und zu tut Eifersucht doch ganz gut ;) ), sondern reifer. Ebenso wie beim ersten Teil, muss man sich in diesem Buch verlieren, damit man die Handlung genießen kann. Somit verfällt man auch immer weiter in die griechische Mythologie. Angelini hat es wunderbar hinbekommen, den Leser für diesen Geschichtsmythos zu begeistern. „Göttlich – verloren“ ist, wie der Titel schon erahnen lässt, düsterer als sein Vorgänger. Erste Verluste müssen hingenommen werden, was das eigene Mitfühlen nur steigert. Des Weiteren taucht der ein oder andere Gott persönlich auf. Die Beschreibungen der Götter sind anfangs etwas merkwürdig, aber kann man Göttern denn gerecht werden? Jedenfalls tragen sie die Handlung wirklich weiter.
Die Autorin wendet im zweiten Teil ab und zu einen anderen Stil an. Wir dürfen Teile eines Kapitels nun auch aus Sicht anderer Personen erleben, die im ersten Teil ihren Blickwinkel so noch nicht offenbaren konnten (freut euch auf Lucas Gedanken, Mädels ;) ). 

Fazit


Alles in allem: Wieder traumhaft! Die Göttlich-Trilogie kann mich absolut fesseln und verdient alle Aufmerksamkeit. Sicher ist dieser zweite Teil nicht für jeden etwas, aber noch einmal: traut euch in dieses Buch einzutauchen und es wird sich lohnen! Das Ende des Buches lässt eigentlich nur eine Forderung offen, die sobald wie möglich erfüllt werden muss (handlungsbedingt): Her mit Band drei, bitte! 5 von 5 Spitzenschuhen J


 

5. Februar 2016

Kurzrezension (2014): "Chroniken eines Pizzalieferanten" von Tinka Wallenka


Titel: Chroniken eines Pizzalieferanten
Autor: Tinka Wallenka
Verlag: Titus Verlag
Preis: 5,90€
Seiten: 51


Eine kleine, lustige Sammlung über ein so normales und doch interessantes Thema: das sind „Die Chroniken eines Pizzalieferanten“.  Dieses kurze Buch ist eine nette Geschichte, die aus kleinen Anekdoten zusammengehalten wird und den Leser einen Tag versüßen kann. Durch die Kürze von 51 Seiten, ist das Abenteuer allerdings schnell vorbei.
Wir haben es hier nicht mit einem weltbewegenden Roman zu tun. Das Genre des kleinen Büchleins lautet „Erzählung“, was den Anspruch nicht allzu hoch steigen lassen sollte. Mir hat dieses Buch gefallen, es fehlte aber ein wenig Tiefgang. 

Inhalt


Micha ist ein ganz normaler Typ, der leider nur auf der Warteliste seiner Uni steht. Damit er diese Zeit überbrücken kann, braucht er ganz dringend einen Job. Nach langem Suchen, findet er ihn dann auch: er wird Pizzalieferant. Micha steigt schnell in die Szene ein und erlebt viele lustige Geschichten. Sein innerer Schweinehund Edgar, der hier eher ein äußerer Schweinehund ist, begleitet ihn dabei immer. Gemeinsam kommen sie hinter die Tücken des Lieferservices und treffen nebenbei noch auf das ganz große Glück.

Meinung


Die Erzählung hat eigentlich alles, was man braucht: einen Helden, das Mädchen, den Gegenspieler und den Quotencharakter in Form von Edgar. Die kleinen Geschichten, die ein Lieferheld so durchleben muss, sind sehr amüsant. Der Leser findet sich oftmals beim Schmunzeln wieder und ab und zu fragt man sich auch: „Hey, ist das mit meiner Pizza auch schon mal passiert?“ Tinka Wallenka führt uns ein Thema vor, über das man normalerweise wenig nachdenkt, dabei scheint es ganz amüsant zu sein.
Leider ist die Story dennoch etwas dünn. Die Charaktere haben eine Menge Potenzial und man hätte die Geschichte sehr gut ausbauen können. Die Idee des Schweinehundes, der irgendwann eher als Freund fungiert, finde ich gelungen. Ich hätte auch gern einen so liebenswerten Schweinehund, wie Edgar es ist.

Der Schreibstil der Autorin ist teilweise sehr lustig und bilderreich. Durch die kurzen Kapitel kommt er aber nicht immer zum Tragen, was schade ist. 

Fazit


Dennoch kann man mit diesem kurzen Buch einen netten Tag haben, an dem man nicht nur etwas über Freundschaft lernt, sondern auch eine Menge über den Pizzalieferservice. Von mir gibt es 3 Spitzenschuhe.




Edit: Während ich diesen Post vorbereite, brutzelt eine Pizza im Ofen. Achtung, kann Appetit machen :D

4. Februar 2016

Rezension: "Fairest" von Marissa Meyer


Titel: Fairest. The Luna-Chronicles. Levana's Story
Autor: Marissa Meyer
Verlag: Square Fish
Preis: 8,60€
Seiten: 288

In Bezug auf den letzten Teil der Luna-Chroniken hatte ich bisher kein Glück. Und auch wenn es eigentlich unerklärlich ist, ist „Wie Schnee so weiß“ noch immer nicht bei mir eingezogen. Allerdings hat das auch sein Positives: Es gab mir Zeit Levanas Geschichte „Fairest“ zu lesen, was vor dem großen Finale gar nicht so schlecht ist. Denn hier lernt man die böse Königin viel näher kennen und auch wenn es abschreckend ist, da Levana ja als das grundsätzlich Böse stigmatisiert wird, kann man sie durch dieses kleine Büchlein irgendwie verstehen…Ein weitere Highlight aus der Feder von Marissa Meyer!

Inhalt


Die junge Prinzessin Levana steht im Schatten ihrer zerstörerischen Schwester. Channary s Bösartigkeit lässt sie gern an ihrer „Baby-Sister“ aus, aber diese weiß sich nicht zu wehren. Durch Feuer entstellt, flieht sie vor der Wirklichkeit und zeigt sich der Öffentlichkeit nur in reinster Perfektion. Doch das junge Mädchen ist einsam, ohne Eltern, ohne eine Schwester die sie liebt und ganz ohne Freunde. So ist es kein Wunder, dass sie in dem Soldaten Evret mehr sieht. Eine Persönlichkeitsentwicklung nimmt ihren Lauf, die von Zurückweisung und einer imaginären Welt geprägt ist und die genau dort endet, wo die Luna-Chroniken beginnen: Mit einer abgrundtief bösen Königin, die nur das „Beste“ für ihr Volk will!

Meinung


Für mich war „Fairest“ ein sehr interessantes Buch. Ich hatte bereits die Kurzgeschichte von Wolf gelesen und bin für jeden weiteren Einblick in die Welt der Luna-Chroniken dankbar. Daher kam es gerade Recht, dass ich Levanas Geschichte noch vor dem letzten Band gelesen habe. Denn ich glaube, dass man sie Story so viel besser verstehen kann. Es gibt nun einmal immer zwei Seiten und nur weil wir Leser so gut wie immer auf der Seite unserer Protagonisten stehen, heißt das nicht, dass die böse Seite nicht auch ihre Gründe hat. Und das ist das Geniale an „Fairest“. Der Leser hat bereits eine Meinung zu Levana. Man weiß, was aus ihr wird. Und dennoch ist ihr Weg faszinierend. Man kann sie verstehen und man fühlt mit ihr. Natürlich ist es erschreckend, wie sie ihre Taten und ihr Handeln vor sich selbst rechtfertigt, aber kennt man ihre Geschichte, kann man ihre Beweggründe und ihre Denkweise ebenso verstehen. Wir lernen Levana hier einfach aus einer völlig neuen Perspektive kennen. Und letztendlich ist sie nichts als ein armes und zurückgewiesenes Mädchen, das denkt alles für sein Volk zu geben. 
Sehr viel mehr kann ich zu dieser kurzen Geschichte gar nicht sagen. Es ist wirklich unglaublich interessant in diese neue Welt einzutauschen. Natürlich tauchen Figuren auf, die wir bereits kennen: Selene, Winter, Sybil Mira…Allerdings spielt die Geschichte lange vor „Cinder“ und dementsprechend sind diese Charaktere noch nicht die, die sie einmal werden. Evret war für mich sehr besonders. Und eben auch die Sichtweise, wie Levana sich eigentlich ihre ganz eigene Welt aufbaut, die als Rückzugsort fungiert. 
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und muss zugeben, dass ich mich da nicht so ganz zu Hause fühle. Ich brauchte ein paar Seiten um in den Stil hineinzukommen, allerdings ging es danach ganz gut. Ich glaube, dass es schon nicht ganz leicht ist, da Luna einfach eine ganz andere Welt ist und man manche Dinge eben nicht so gut versteht, wenn sie auf Englisch beschreiben werden. Allerdings lässt sich das Buch super verstehen und man kommt gut voran.

Fazit


In Levanas Geschichte geschehen schreckliche Dinge, allerdings nichts, was man von der späteren Levana eben nicht auch erwarten würde. Und doch…ein kleines bisschen Mitgefühl konnte ich mir nicht verkneifen. Dieses Buch ist ein toller Zusatz für alle Luna-Fans! Ich vergebe tolle 4,5 Spitzenschuhe. Einziges Manko ist eigentlich, dass die Geschichte nicht allzu lang ist. Naja..und dass es eben trotzdem um Levena geht. Ihr versteht was ich meine ;) Dennoch landet man als Leser in einem tollen Zwiespalt, der mich persönlich sehr gefiel!



2. Februar 2016

Monatsrückblick: Januar

Hallo ihr lieben Gleichgesinnten :)


Ach mann...wieso vergeht die Zeit eigentlich so schnell? Der komplette Januar ist schon wieder herum und dabei hat 2016 doch erst gestern angefangen. Im Moment habe ich leider recht viel mit der Uni zu tun. Bekanntlich ist Ende Januar ja der Beginn der Prüfungsphase und das schlägt sich auch ein wenig in meiner Lese-Statistik wieder. Im Allgemeinen kann man sagen, dass dieser Monat der der "ausgeliehenen Bücher" war. Vier meiner 8 Bücher gehören nämlich gar nicht mir.




Insgesamt habe ich 8 Bücher geschafft. Nicht grandios, aber okay ;)



Der will doch nur spielen - Meg Cabot (471 Seiten)

Opal. Schattenglanz - Jennifer L. Armentrout (464 Seiten) [Sammelpost]

Kanak Sprak - Feridun Zaimoglu (144 Seiten) [Sammelpost]

Jenseits der blauen Grenze - Dorit Linde (304 Seiten) [Rezension]

Atemschaukel - Herta Müller (384 Seiten) [Sammelpost]

Das Juwel. Die Gabe - Amy Ewing (448 Seiten) [Rezension]

Mörderische Unschuld - Rikje Bettig (485 Seiten) [Rezension]

After Passion - Anna Todd (672 Seiten)


Seiten gesamt: 3372

Von der Seitenanzahl her war das sogar ein überragender Monat. Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob diese ganzen Internetangaben auch wirklich den Seiten in meinen Büchern hier entsprechen. Kennt ihr das vielleicht? Na egal. War trotzdem gut ;)
Mein Highlight in diesem Monat ist ehrlich gesagt etwas schwer. Schon wieder ein durchwachsener Monat, der aber einen Trend zum Positiven hat. Beeindruckt hat mich "Jenseits der blauen Grenze" und überrascht war ich auch von "Mörderische Unschuld". Letzteres hat mir besonders aufgrund der Charaktere und des Regeionalbezugs so gut gefallen. Der Roman von Dorit Linde ist einfach nur bewegend und toll. "Opal" hat mich glücklicherweise auch nicht enttäuscht. Aber bisher hat mich die Reihe trotzdem noch nicht endgültig vom Hocker gehauen. Ich werde jetzt bald "Origin" in Angriff nehmen ;) Mittelmäßig war "Das Juwel". Es hat super unterhalten, hatte aber in der Konstellation der Liebesgeschichte deutliche Schwächen. "Atemschaukel" ist einfach nur beeindruckend. Es gehört nicht zu meinen Lieblingen in diesem Monat, allerdings ist es literarisch einfach nur gut. Aber wie das so ist. Weltliteratur muss nicht unbedingt die beste Lektüre zum Abschalten sein ;) 

"Der will doch nur spielen" war interessant und aufgrund des Schreibstils etwas anderes. Der ganze Roman ist in Form von Emails, Anrufbeantworter-Ansagen oder Notizen verfasst. Dennoch gefiel er mir nur so mittelmäßig. Die Rezension folgt in Kürze. Meine Flops sind auf alle Fälle "Kanak Sprak" und "After Passion". Ersteres musste ich für ein Referat lesen und fand es ganz schrecklich. Aus germanistischer Perspektive vielleicht innovativ, aus privater eher zäh. Und Anna Todds Roman...hm...eine Freundin lieh ihn mir und sagte ich müsse ihn unbedingt lesen. Ich hatte ehrlich mehr erwartet. Also...ich fand das Buch nicht schlecht, aber mich hat dieses ständige On/Off-Gehabe doch ziemlich genervt. In meiner Rezension werde ich noch etwas näher darauf eingehen ;) Der Roman ließ sich zwar schnell und gut lesen und zieht einen auch in seinen Bann, aber naja...vielleicht wisst ihr ja, was ich meine.


Für mich war es dennoch ein erfolgreicher Start ins Jahr. Ich hoffe nur, dass ich im Februar mehr Zeit für die Bücher habe, denen ich wirklich sehnlichst entgegen sehne. Immerhin hab ich ab Mitte des Monats Semesterferien und dann auch alle Prüfungen hinter mir. Drückt mir die Daumen, dass meine Herta Müller-Prüfung erfolgreich ablaufen wird ;)

Wie war eure Januar so? Habt ihr geschafft, was ihr euch vorgenommen habt?

Eure Julia

1. Februar 2016

Rezension: "After Passion" von Anna Todd


Titel: After Passion
Autor: Anna Todd
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€
Seiten: 704

Als die „After-Reihe“ (OMG, was für ein furchtbarere Name!) erschienen ist, habe ich einen großen Bogen um die Bücher gemacht. Ich mochte SoG, allerdings ist das nichts, was ich gern in die Welt hinausposaune (von Vorteil, dass ich es jetzt hier erwähne). Mir war die Handlung zu ähnlich und ich hatte keine große Lust die Bücher zu lesen. Eine gute Freundin allerdings war von „After Passion“ so begeistert, dass sie mir das Buch unbedingt leihen musste. Also wollte ich dem Wälzer eine Chance geben. Ich kann durchaus verstehen, dass viele Leser das Buch toll finden, denn die Liebesgeschichte entwickelt eine Sog-Wirkung. Allerdings hat mich bereits im ersten Teil das ständige Hin und Her und On und Off genervt. So süß Tessa und Hardin auch sind, das ist ehrlich zu viel. Und das geht wirklich noch 3 Teile so weiter? 

Inhalt


Tessa ist ein unschuldiges Mädchen, das immer tut was man ihr sagt. Jede Aufgabe im Leben erledigt sie gewissenhaft, sie lernt ständig und versteht sich gut mit ihrer Mutter. Doch dann kommt sie aufs College. Tessas Traum geht in Erfüllung, aber schnell ist klar, dass das Collegeleben gar nicht so ist, wie erwartet. Ihre Mitbewohnerin hat eine Clique, die Tessa eigentlich einschüchtert. Doch bald schon ertappt sie sich dabei, wie sie selbst auf den Studentenpartys auftaucht und sich Stephs Clique annähert. Vor allem der Bad Boy Hardin hat es ihr angetan. Die beiden streiten sich am laufenden Band, dabei findet Tessa Hardin gar nicht so schlimm und auch der tätowierte Rebell scheint Interesse an dem schüchternen College-Girl zu haben. Es entwickelt sich eine ungleiche Liebesgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen.

Meinung


Hinten im Buch sind ein paar Stimmen eingefügt. Jemand schreibt dort, dass After Passion eine Mischung aus Twiligt und Shades of Grey ist. Ich finde, dass dieser Vergleich es eigentlich ganz gut trifft. Im Grunde gefiel mir die Geschichte ja. Wie bei SoG auch, steht die ungleiche Liebesgeschichte im Fokus. Zum Glück ist sie nicht so heftig wie bei Christian und Anna, allerdings ist das Sexleben von Tessa und Hardin auch nicht zu verachten. Die Parallelen der beiden Geschichten sind in jedem Fall vorhanden (Tessa ist natürlich Jungfrau, Hardin hat Albträume…), aber dennoch hat Anna Todd ihre eigene Geschichte geschaffen. Die Liebesgeschichte entwickelt bald ihren ganz eigenen Sog und vor allem der Anfang gefiel mir gut, als die beiden noch nicht zusammen waren. Allerdings gibt es so unglaublich viele Streits zwischen ihnen und es scheint jedes Mal so, als wenn die Welt untergehen würde und ups…zwei Stunden später liegen sich Tessa und Hardin wieder in den Armen. Zwei, drei Mal ist das ja okay, aber bei diesen Zahlen muss man mindestens eine Null dran hängen, um auf die Anzahl der On/Off-Momente zu kommen. Dieses ständige Auf und Ab hat mich abgrundtief genervt! Mein zweiter großer Kritikpunkt ist der inflationäre Gebrauch der Formel „Ich liebe dich“. Natürlich will ich niemanden spoilern, allerdings sagen Tessa und Hardin sich das einfach zu oft! 
Viel zu oft! 
Mindestens 6 Mal am Tag. 
Hm. 
Sollten diese Worte nicht etwas Besonderes sein? 
Scheint wohl jeder eine eigene Meinung zu haben. Mir gefiel das einfach gar nicht. Mein letzter Kritikpunkt ist übrigens, dass Tessa die ersten 200 Seiten über noch einen Freund hat und sich trotzdem voll und ganz darüber bewusst ist, dass sie Hardin will. Betrug geht gar nicht, auch wenn ich Tessa als Protagonistin gut nachvollziehen konnte.
Aber gehen wir mal weg vom Negativen und bleiben bei den Charakteren hängen. Tessa gefiel mir. Auf jeden Fall konnte ich sie oft verstehen, auch wenn sie oft einfach zu naiv ist. Aber mit Hardins vielen Geheimnissen kann man auch nicht so leicht klarkommen.  Hardin ist ein interessanter Charakter, der viel durchmachen musste. Er gefiel mir ebenfalls ganz gut, auch wenn ich ihn in der Realität wirklich nicht kennen wollen würde. Mein Typ ist er auch so gar nicht. Aber mir gefiel die ungewöhnliche Kombination von den beiden gut. Hardin ist zwar etwas übertrieben, aber irgendwie muss man die Geschichte ja auf 700 Seiten bekommen. Die Nebencharaktere finde ich übrigens allesamt gut. Ich hasse Tess Mutter, mag Landon und finde Steph sehr cool. Da hat Anna Todd einen gute Job gemacht. Im Allgemeinen ist ihr Schreibstil sehr flüssig und toll. Er passt zur Geschichte! Die Erotikszenen sind gut gestaltet und man kann das Prickeln zwischen den beiden förmlich spüren. 
Ich weiß, dass meine Rezension vor allem negativ formuliert ist, aber mich hat eben auch eine Menge genervt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich die Geschichte gut fand. Genauso wie den Stil. Mir ging alles ein bisschen zu schnell zwischen den beiden, vor allem zum Ende hin, aber auch das ist wohl Geschmackssache. Das Ende hat mich übrigens wirklich positiv überrascht! Nur deswegen überlege ich tatsächlich zum zweiten Teil zu greifen. Ich befürchte nur, dass dieses Hin und Her nicht aufhören wird. Warum denn 700 Seiten??? Ich versteh es einfach nicht. Hätte man auch 200 Seiten kürzer fassen können.

Fazit


Alles in allem greife ich hier zu 3,5 Spitzenschuhen, was eigentlich ja gar nicht so schlecht ist. Die Story hat auch seine coolen und schönen Seiten, aber auf meiner Contra-Liste stehen eben auch einige Punkte. Sicher ein guter Auftakt, der meinen Geschmack aber nicht so ganz trifft.