14. Juli 2016

Rezension: "Die Hüterin der Welten" von Sabine Schulter


Titel: Die Hüterin der Welten
Autor: Sabine Schulter
Verlag: Books an demand
Preis: 16,99€
Seiten: 548

Eine starke Protagonistin. Ein verlockendes Cover. Eine fantastische Geschichte. Das sind nur drei Attribute, die „Die Hüterin der Welten“ von Sabine Schulter zu einem tollen Buch machen. Jeder, der sich im Fantasybereich zu Hause fühlt und sich gern in andere Welten träumt, ist hier genau richtig: Neue Welten, neue Wesen, neue Werte – doch genauso neue Feinde und Gefahren. Begebt euch mit der selbstbewussten Néle in ein Abenteuer und seht, ob die Welt wie wir sie kennen, gerettet werden kann. Es lohnt sich!

Inhalt


In Néles Leben wendet sich das Blatt nicht gerade zum Guten. Ihr Freund hat sie betrogen und sie hat ihn auf frischer Tat ertappt. Da gibt es nur eines: Raus aus der Stadt und zwar so schnell wie möglich. Doch als Néle auf dem Weg zu ihrer Schwester ist, geschehen merkwürdige Dinge und plötzlich findet sie sich in einer Welt wieder, die sie einfach nicht erkennt. Was sie nicht weiß: Die Weltenuhr ist beschädigt. Dank ihr befindet sich zwischen den einzelnen Welten ein Schleier, doch dieser droht zu verschwinden. Was gäbe es für ein Chaos, wenn die Welten frei zugänglich wären und fremde Krieger einfallen würden? Die Hüter der Welt Loreen haben es sich zur Aufgabe gemacht dies zu verhindern. Doch nur einer hat die Fähigkeiten ihnen dabei zu helfen - Néle. Wird sie sich in einer neuen Welt zurechtfinden und ihr Schicksal als Hüterin der Welten annehmen?

Meinung


Die Handlung des Romans zusammenzufassen ist nicht leicht. Die Autorin hat sich im fiktiven Bereich hier mal so richtig ausgetobt. Es gibt alles, was das Fantaysherz begehrt: Ein Abenteuer, fremde Wesen und ein bisschen Magie. Manchmal fühlt man sich, als wenn man bei Herr der Ringe wäre und im nächsten Moment ist man wieder in einem Szene- Nachtclub. Die Vielseitigkeit der Kulissen ist ein schönes Detail von „Die Hüterin der Welten“. Dennoch spielt die Handlung zum größten Teil in Loreen, eine Welt die in etwa unserem Mittelalter entspricht, allerdings eine andere Atmosphäre aufbaut. Hier gibt es noch nicht viel Technologie, dafür stehen aber andere Werte wie Freundschaft und Treue sehr viel mehr im Vordergrund. Im Allgemeinen sind dies Themen, die das Buch beherrschen. Im Fokus steht ganz klar die Protagonistin Néle. Sie ist eine starke und unabhängige Frau und findet sich auch in ihrer eigenen Welt wunderbar zurecht. Innerhalb der Geschichte macht sie einen glaubwürdigen Wandel durch und entwickelt sich als Charakter. Das hat mir gut gefallen. Zwar hat sie vor allem positive Eigenschaften, doch ich würde sie nicht als überperfekt bezeichnen. Sie glänzt durch ihre Stärke und ihre Bereitschaft zu helfen. Dennoch bleibt sie sich selbst und in gewisser Weise auch ihrem Lebensstil treu. Damit haben die anderen Bewohner von Loreen ein wenig zu kämpfen. Schnell bildet sich der Kern der Figuren heraus. Da hätten wir die Hauptmänner Mathey und Liam, den Gelehrten Meister Aurellos und die Zofe Sarina. Néles Aufgabe im Buch ist es, die Weltenuhr zu reparieren. Sie trägt nämlich einen Splitter dieser Uhr in sich und muss die übrigen drei finden, um die Weltenuhr wieder zu vervollständigen. Diese Aufgabe ist nicht leicht und ihr sozusagen zugefallen. Mit Hilfe des Splitters hat sie ungekannte Fähigkeiten erhalten, die ihr bei ihrer Aufgabe helfen. Doch nicht nur die Fähigkeiten Weltentore zu öffnen helfen ihr – nein, vor allem sind dies ihre Freunde. Allen voran Mathey, der ruhige und ernste Krieger, Er ist pflichtbewusst und gewissenhaft und wirkt dadurch auf Néle seine ganz eigene Anziehungsraft aus. Die erblühende Liebesgeschichte der beiden gefiel mir gut und als Paar haben sie mich überzeugt. Doch denkt nicht, dass es für die beiden leicht ist zueinander zu finden. Natürlich nicht. Mit viel Witz ergänzt Liam die Geschichte. Auch er ist Hauptmann und ebenso wie Mathey Schüler von Meister Aurellos, welcher das meiste Wissen und ein wenig Magie besitzt. Liam ist frech und unverblümt und ein kleines Highlight unter den Figuren. Bleibt noch die sanfte und liebe Zofe Sarina, die anfangs nur als Dienerin fungiert und sich mehr und mehr zur Freundin mausert. Ebenfalls interessant sind die anderen Hüter. Ob dies die Krieger aus Fey oder die Amazonenstämme sind. Es gibt viel zu entdecken. 
Am besten gefallen haben mir die High-Fantasy-Elemente, wie etwa die Drokate oder Néles Kätzchen Aeriss. Von solchen Szenen hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht. Die Handlung ist alles in allem spannend, beinhaltet aber auch einige Längen. Man muss sich auf die Geschichte einlassen und dann kann ich euch versprechen, dass sie euch auch Tage nach dem Beenden des Buches nicht loslässt. Dennoch will ich die Längen nicht verschweigen, denn zwischenzeitlich plätschert die Handlung auch nur langsam vor sich hin. 
Der Schreibstil von Sabine Schulter ist reif und fantasievoll. Wenn man ältere Bücher von ihr kennt, fällt einem die Entwicklung sehr auf. Das Buch lässt sich leicht und gut lesen. Einige Beschreibungen waren mir zu viel, dennoch gefällt mir der Fokus auf den Figuren, den sie hier setzt. 
Erwähnenswert scheint mir noch das Ende. Obwohl ich nicht immer befriedigt war, musste ich am Ende ein paar Tränchen verdrücken. Das Buch ist emotional, manchmal ein wenig zu sehr, doch mit dem Ende konnte die Autorin mich auf jeden Fall überzeugen.

Fazit




„Die Hüterin der Welten“ ist ein tolles Buch, das an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig mehr Potenzial gehabt hätte. Es ist nicht einfach eine Fantasygeschichte zum Weglesen, sondern eine zum Einleben. Man fühlt mit den Figuren und erlebt neue Welten. Alle geschilderten Abenteuer macht man quasi selbst mit und so bleibt das Buch eine ganz eigene Erfahrung. Es gibt vielseitige Charaktere und interessante Handlungsorte, dominiert von einer sehr gelungenen Protagonistin. Da das Buch allerdings ein paar Längen hat, vergebe ich insgesamt 4 Spitzenschuhe, die die Hüterin von nun an ebenfalls hüten muss. 



7. Juli 2016

Rezension [Klassiker]: "Agnes Grey" von Anne Bronte


Titel: Agnes Grey
Autor: Anne Bronte
Verlag: dtv
Preis: 9,90€
Seiten: 320

Ich lese gern aus verschiedenen Genres. Und so kommt es auch vor, dass mir ein Klassiker in die Hände fällt. Durch Klassiker findet man sich in einem anderen Zeitalter, in einer anderen Weltansicht wieder. Man erlebt die Geschichten von Menschen, die mit anderen Problemen zu kämpfen hatten, als es heute der Fall ist. In ein solches Zeitalter wurde ich durch den Roman der wohl unbekanntesten Bronte-Schwester, Anne Bronte, entführt. „Agnes Grey“ ist ihr erster veröffentlichter Roman aus dem Jahr 1847 und erzählt die Geschichte der jungen Gouvernante Agnes. Ein schön geschilderter Roman mit lehrreichen Zwischenstellen, jedoch auch einigen langatmigen Passagen, die heute weniger hilfreich sind.

Inhalt


Agnes Grey ist als Pfarrerstochter in bescheidenen, aber glücklichen Verhältnissen aufgewachsen. Ihrer Schwester Mary und ihr hat es nie an etwas gefehlt, obwohl ihr Vater sich ständig um das Geld sorgte. Agnes ist in gewisser Weise verwöhnt und möchte dennoch ihren Teil beitragen. So entschließt sie, sich als Gouvernante zu beweisen. Doch ihre Vorstellungen, auf liebe und brave Kinder aufzupassen und deren Vertraute zu sein, werden bitter enttäuscht. Bald schon stellt Agnes fest, dass sie neben der Entbehrung ihre Familie zu verlassen, noch ganz andere Hürden im Leben meistern muss. Verzogene Schützlinge, arrogante Familien und Spott anderer Angestellter lassen die schüchterne Agnes zurückschrecken. Wird sie ihr Glück im Leben dennoch finden?

Meinung


„Agnes Grey“ ist ein schöner Klassiker. Das möchte ich gleich zu Beginn betonen. Allerdings kommt er an die Berühmtheiten aus dem 19. Jahrhundert, in dem sich Namen wie Jane Austen oder die ihrer Schwestern Emily und Charlotte Bronte tummeln, nicht heran. Anne Bronte hat einen schönen Stil zu erzählen. Er ist sehr klassisch und lehrreich und damit der Zeit völlig angemessen. Dennoch ist er nicht schwer zu lesen, wenn man sich den geschilderten Themen anpasst. Im Grunde erzählt der Roman die Geschichte der Gouvernante Agnes, die auf eigenen Beinen stehen möchte, das jedoch auch nur um ihre Familie zu unterstützen. Wir haben es hier keinesfalls mit einer emanzipatorischen Geschichte zu tun.  Heute wird vermutet, dass Anne selbst die Vorlage dieses Romans war und zum Teil ihre eigenen Erlebnisse schildert. Neben zahlreichen biographischen Parallelen passt dies auch zur Art des Erzählens, da die Autorin und ihre Protagonistin den Leser immer wieder darauf aufmerksam machen, dass dieses Buch dem Leser helfen soll mit ähnlichen Erfahrungen zurecht zu kommen. Der Roman liest sich trotz manchmal mangelnder Handlung sehr gut. Einen großen Teil nimmt das christliche Weltbild von Agnes ein. Mir gefiel das allerdings sehr gut, weil es einem doch sehr deutlich vor Augen hält, wie sehr sich unsere Welt verändert hat. Die Vorstellung an einem recht einsamen Ort in der Natur zu leben und seinen Lebtag mit Lesen oder Spazierengehen zu verbringen, finde ich sehr faszinierend. Und diese Faszination springt aus den Seiten auf den Leser über.
Agnes berichtet über ihre Stellung als Gouvernante, die alles andere als gut ist. Sie dient im Buch zwei Familien, von denen eine schlimmer ist als die andere. Zum Teil ist der Leser selbst unglaublich verärgert über die Dreistigkeit der Kinder, andererseits stelle ich mir das sehr authentisch vor. Schrecklich fand ich die geschilderten Grausamkeiten mancher Kinder, die Spaß daran haben unschuldige Tiere zu quälen und sich so den Tag zu vertreiben.

Agnes ist eine sehr ruhige und rechtschaffende Person. Ich empfand sie als schüchtern und nah am Wasser gebaut. Allerdings ist sie sehr pflichtbewusst und dadurch auch wieder liebeswert. Sie lernt sich zurückzuhalten, was ihrer Stellung als Gouvernante nur förderlich ist. Im Allgemeinen macht sie einen Wandel durch. Richtig sympathisch war sie mir dennoch nicht. Beinahe täglich bricht die arme Agnes in Tränen aus, da ihr Leben wenig Glück bereithält. Erst zum Ende hin erfährt sie ein wenig Hoffnung, indem sie sich in den Hilfspfarrer Mr. Weston verliebt. Dieser wiederum ist ein so nüchterner Charakter, dass es schwer ist zu erkennen, ob ein Happy End in Sicht ist.
Die anderen Figuren sind nicht besonders tiefgreifend, aber gut beschrieben. Am interessantesten ist wohl noch die junge Miss Murray, dessen Sinn im Leben eher fraglich ist.
Die Kapitel sind eher lang als kurz und haben unglaublich nichtssagende Überschriften, was jedoch typisch für die Zeit ist. Die Ausgabe aus dem dtv-Verlag ist wunderschön und man fühlt sich Agnes gleich ein wenig näher, indem man sich vorstellt, mit diesem Büchlein in der Hand über die Felder von Horton Lodge zu wandern. Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch wohl absolut dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts entspricht und ich mich gern in dieses entführen ließ. Die Handlung hat keine besondere Spannung zu bieten, wie etwa die Geschichte von „Jane Eyre“, aber sie fließt wie ein stetiger Fluss nett anzusehen dahin  und kommt letztendlich doch ans Ziel.

Fazit




„Agnes Grey“ ist eine schöne Geschichte, in der es vor allem um eine persönliche Geschichte aus einem bestimmten Berufsstand geht. Agnes hat mit kleinen Intrigen und verzogenen Mädchen zu kämpfen, mit Ungerechtigkeiten und der dreisten Gesellschaft. Dennoch lernt sie sich zu behaupten und kann auf eine harmonische Liebe hoffen. Ich vergebe 3,5 Sterne für einen süßen Klassiker in einer bezaubernden Ausgabe.





PS: Leider habe ich mit den zwei Punkten über dem e beim Namen der Autorin einige Probleme gehabt und konnte sie nicht einfügen. Das tut mir sehr leid!

5. Juli 2016

Mein Monatsrückblick: Juni

Ihr Lieben,

es ist wieder ein Monat rum. Man glaubt es kaum. Eigentlich befinden wir uns mitten im Sommer, allerdings ist das Wetter bei uns im Norden zumindest nicht wirklich sommerlich, sondern eher durchwachsen. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren. Der Juni war ein ganz guter Monat. Jedenfalls kann ich mich nicht beschweren. Aus privater Sicht wird alles langsam besser und der Stress lässt nun im Juli ein wenig nach. Im Juni hatte ich noch eine große Meisterschaft (, okay...im Juli kommt die nächste :D ) und meine letzte Uni-Prüfung. Beides ist aber überstanden und das auch erfolgreich. Von der Meisterschaft wird es demnächst noch ein Video hier geben, falls es jemanden interessiert, was bei Hip Hop Meisterschaften so passiert ;)

Nun aber zum buchigen Teil dieses Monatsrückblicks:



Insgesamt habe ich 9 Bücher und ein Hörbuch geschafft.


Origin: Schattenfunke - Jennifer L. Armentrout (448 Seiten) [Rezension]

Der kleine Prinz - Antoine de Saint Exépury (96 Seiten) [Rezension]

Nora: Ein Puppenheim - Henrik Ibsen (100 Seiten) [Rezension]

Fangirl - Rainbow Rowell (445 Seiten) [Rezension]

Inspector Swanson: Der Magische Zirkel - Robert C. Marley (250 Seiten) [Rezension]

Das Funkeln zwischen den Zeilen - Anna Davis (368 Seiten) [Rezension]

Sommer hinter Dornen - Regina Meißner (79 Seiten) [Rezension]

James Bond 007: Goldfinger - Ian Fleming (400 Seiten)  [Rezension]

Intrige (Hörbuch) - Robert Harris (625 Seiten) [Rezension]

Plötzlich Fee: Frühlingsnacht - Julie Kagawa (512 Seiten) [Rezension]


Seiten gesamt: 3323



Die Erwartungen an mich selbst sind glaube ich immer ein bisschen zu hoch. Ich dachte wirklich, dass ich jetzt im Sommer vielleicht noch eine Schippe drauflegen kann, aber das war mir nicht vergönnt. Wobei 10 Bücher schon wirklich richtig gut sind. Zumal viele der Bücher wirklich klasse waren. Mein absolutes und immerwährendes Highlight war auf jeden Fall der Klassiker "Der kleine Prinz". Falls es unter euch noch jemanden gibt, der das Buch bis jetzt auch noch nicht gelesen hatte, dann solltet ihr diesen Umstand ändern. Das Buch ist so bezaubernd und voller Fantasie, wie ich es selten erlebt habe. 
Ebenfalls grandios ist "Fangirl", mein einziges englisches Buch in diesem Monat (haha...als wenn es jemals mehr als eins im Monat wäre...). Es ist voller Witz und so lebendig, dass es ebenfalls nur zu empfehlen ist!
Mein absoluter und unangefochtener Flop war "Intrige" von Robert Harris, welches ich als Hörbuch hörte. Ein spannendes historisches Szenario, das unnötig verkompliziert und relativ leblos erzählt wird. Auch "Das Funkeln zwischen den Zeilen" war nicht berauschend, aber ganz nett. Etwas enttäuscht hat mich der letzte Teil der Plötzlich Fee-Reihe, aber dennoch war er ein schöner Abschluss. Ebenfalls so ein Mittelding war "Origin", allerdings hoffe ich da ebenfalls auf einen guten Reihenabschuss (, der immerhin schon bei mir zu Hause liegt).
Auf Abenteuerjagd begab ich mich wieder zusammen mit James Bond, dessen Bücher ich in letzter Zeit schmerzlich vernachlässigt hatte. "Goldfinger" hat etwas Episches und ist sehr zu empfehlen! Großartig war ebenfalls "Sommer hinter Dornen", eine niedliche Novelle für Zwischendurch. Ich kann sie nur jedem Märchenfan ans Herz legen. Überzeugen konnte mich auch das klassische Drama "Nora - Ein Puppenheim" von Henrik Ibsen. In der Literatur gilt es als DAS Emanzipationsdrama und das kann ich nur bestätigen. Bis zum Ende hin war es relativ lahm, aber dann war ich beeindruckt. Ich habe es übrigens für die Uni gelesen und mir mit meinem Kurs dazu eine Theaterinszenierung angesehen. Die war einfach nur grausam. Meiner Meinung nach völlig falsch interpretiert. Eine Grundthese, die wirklich nicht zu belegen war, so nach dem Motto: "Wir können sowieso nichts ändern...böse, böse Gesellschaft"... Aber okay...Modernes Theater und so.
Und last but not least wäre da noch "Der Magische Zirkel". Das war ein toller viktorianischer Krimi, den man wunderbar weglesen konnte. Kein Highlight, aber solide.


Insgesamt bin ich mit meinem Juni sehr zufrieden. Und ich hoffe wirklich, dass ab jetzt die entspannteste und schönste Phase des Jahres beginnen kann. Mein Semester geht heute in die letzte Woche und dann warten noch ein paar Kurztrips. Ich werde mit meinem Freund ein paar Tage nach Weimar fahren, werde die Deutsche Meisterschaft in Mannheim tanzen und zum Profi-Tennisturnier nach Hamburg fahren, wo ich hoffentlich ein paar tolle Matches sehen werde. Ich hoffe doch, dass zwischendurch auch ein paar tolle Lesestunden auf mich warten :)


Wie war euer Lesemonat so? Was gab es für Highlights und Flops? Vielleicht etwas dabei, was ich mir nicht entgehen lassen darf? :)

Eure Julia



4. Juli 2016

Rezension: "Plötzlich Fee: Frühlingsnacht" von Julie Kagawa


Titel: Plötzlich Fee - Frühlingsnacht
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne
Preis: 16,99€
Seiten: 512

„Plötzlich Fee“ – was für ein merkwürdiger Titel. Aber gerade wegen des Titels hat die Reihe mich angezogen und ich gab ihr eine Chance. Ein Fan wurde ich leider nie, doch der dritte Band gefiel mir gut. Nun griff ich zum Reihenabschluss „Frühlingsnacht“. Das Buch hinterlässt den gleichen Eindurck wie die gesamte Reihe: Ganz nett, aber kein Muss.

Inhalt


Ash, der ehemalige Prinz vom Winterhof, hat seiner Geliebten die Treue geschworen. Doch Meghan ist die Königin des Eisernen Reiches geworden und in diesem kann er keinen Tag überleben. Es gibt nur einen Weg um mit seiner Herzensdame zusammen sein zu können: Er muss ein Mensch werden. Und so beginnt eine lange und beschwerliche Reise, auf der er aber von seinen Freunden begleitet wird. Der kluge Kater Grimalkin führt die kleine Truppe an, der natürlich auch der schelmische Puck angehört. Doch die drei bleiben nicht allein. Die mysteriöse Seherin und der Große Böse Wolf sind ebenfalls mit von der Partie und bereit dieses Abenteuer zu bestehen. Schafft Ash es bis ans Ende der Welt um eine Seele zu erringen und so zu Meghan zurückkehren zu können?

Meinung


Ich liebe die Cover der Plötzlich Fee-Reihe! Sie sind so wunderschön detailliert und verträumt, dass das Nimmernie noch viel glaubhafter wird. Der vierte Teil ist komplett in Pink- und Rosatönen gehalten und für mich das schönste Cover der Reihe. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, auch weil ich wusste, dass es diesmal nicht aus der Perspektive von Meghan, sondern aus der von Ash verfasst ist. Ash blieb bisher immer relativ kalt, wenn auch absolut ideal. Das machte die Sache sehr interessant. Allerdings kann ich die Illustratoren nicht verstehen, dass sie ausgerechnet diesem Buch mit einem männlichen Protagonisten den weiblichsten Charakter verleihen. Also, ich bitte euch: Ash und Pink? Auch wenn das eine absolute Nebensächlichkeit ist, so hat sie mich doch gestört. 
Grundsätzlich ist die Geschichte sehr interessant und auch ein wenig isoliert vom Rest der Reihe. Unsere bekannten Helden, mit Ausnahme von Meghan, begeben sich auf eine neue Reise. Man kann den vierten Teil als Zugabe bezeichnen, der für die wahren Fans geschrieben wurde. Zu denen zähle ich leider nicht, dennoch gefiel mir der Gedanke, dass eine kleine Gruppe sich bis ans Ende des Nimmernie begeben muss, damit zwei Liebende zusammen sein können. Mit Meghan wurde ich nie ganz warm, weshalb ich die Konstellation gelungen fand. Dennoch fehlt die Eisenre Königin natürlich. Lediglich im Epilog taucht sie auf, der wiederum ist wirklich schön geworden! Ich finde es relativ mutig von Julie Kagawa den Erzählstil im letzten Band zu wechseln, aber für mich ist das ein Pluspunkt.
Auch die Reise selbst ist spannend. Puck und Grimalkin waren schon immer meine Lieblinge der Reihe und in diesem Buch nehmen sie einen großen Teil ein. Mir wurde noch einmal bewusst, wie unglaublich klug und arrogant Grimalkin ist. Dieses Mal bekommt er noch einen Gegenspieler zugewiesen, denn die Berühmtheit des „Großen Bösen Wolfes“ schließt sich der Gruppe an. Er will in dieser Geschichte eine Rolle spielen, um die Legende zu bleiben, die er ist. Ich bin eher der Hunde- als der Katzentyp, weshalb ich den Wolf von Anfang an in mein Herz schloss. Er spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch und ich war dankbar für sein Auftauchen. Des Weiteren bietet er Grimalkin gern die Stirn, was relativ amüsant ist. 
Die Beziehung zwischen Puck und Ash wird noch verdeutlicht und man erfährt viel über ihre Vergangenheit. Auch, weil die Seherin auf den Plan tritt. Mir gefiel diese Wendung anfangs gar nicht, doch zum Ende hin macht sie Sinn. Ihr Charakter ist für mich dennoch völlig unsympathisch, auch wenn ich ihre Art verstehen kann. 
Eigentlich finde ich auch die Handlung gelungen. Die kleine Gruppe muss viele Risiken und Prüfungen auf sich nehmen um das Ende des Nimmernie zu erreichen. Dort muss Ash dann den Heldenparcours überstehen, der voller Gefahren steckt. So steigert die Autorin mit jeder neuen Gefahr zwar die Spannung, aber in gewisser Weise wird es auch nur eine Aneinanderreihung von Abenteuern. Der Heldenparcours war interessanter, da Ash vorgeführt wird, wie es wäre ein Mensch zu sein. Doch um das zu erklären wurde sehr weit ausgeholt und ich konnte die Zukunftsvisionen nicht richtig einordnen. Sie führen sehr weit von der Handlung weg. Außerdem bleibt der unnahbare Prinz trotz seiner Perspektive noch immer unnahbar. Das gefiel mir gar nicht. Er schwankt zu sehr hin und her, ist zu edel. Für mich zog sich die Handlung zu sehr hin, Ash war nicht präsent genug und die gesamte Sympathie wird auf den Rücken der Nebenfiguren ausgetragen. Mit dem Stil kam ich gut zurecht, dennoch ist er mir irgendwie zu kindisch. Wieder einmal musste ich mich fragen, ob ich für die Reihe nicht eigentlich zu alt bin. 
Hinten im Buch gibt es noch ein paar Extras, wie ein Interview mit der Autorin oder ein Leitfaden für das Nimmernie. Beides war sehr amüsant und auch im Buch selbst kann man manchmal schmunzeln.

Fazit




Obwohl ich die Idee der Handlung und viele Nebenfiguren wirklich großartig fand, gefiel mir die Umsetzung nicht immer. Ash schwankt oft hin und her und wird natürlich von der Seherin beeinflusst. Er bleibt trotz der persönlichen Perspektive sehr unnahbar. Das Abenteuer ist im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch (voller unbekannter Wesen und rätselhaften Prüfungen), doch die Autorin baute viele Schwenker ein, sonst kommt sie ja nicht auf 500 Seiten. Als Happy-End Buch gefiel mir der Reihenabschluss gut und auch der Fokus auf dem Menschlichen ist gelungen, doch so richtig nötig war die Geschichte leider nicht. Das Happy-End war außerdem von Anfang an zu durchschaubar. Ich vergebe 3,5 von 5 Spitzenschuhen.



3. Juli 2016

Meine Neuzugänge: Juni


Hallo ihr Lieben :)


Heute melde ich mich mit einem relativ kurzen Post. In der Kürze liegt die Würze und die Kürze hat einen Grund: Meine Neuzugänge. Der Juni war für mich ein Monat der Entbehrungen. Am 28.6 hatte ich die letzte und richtig große mündliche Prüfung in meiner Uni-Laufbahn. (Argh! Wieso bin ich denn schon bitte fast mit dem Studium durch???) Bis zu diesem Tag habe ich mir ein Bücher-Kauf-Verbot auferlegt. Das hat so semi-klasse funktioniert. Meine Absicht war es vor allem meine zwei Buchgutscheine, die ich hier zu Hause habe, nicht anzurühren. Immerhin das habe ich geschafft. Bei der Bücheraktion von Thalia konnte ich aber mal wieder nicht dran vorbei laufen, ohne dass ich drei Taschenbücher mitnahm. Jedes Mal denke ich mir bei der Aktion, dass ich nur drei Bücher mitnehme, wenn ich auch wirklich drei Bücher finde, die ich unbedingt haben möchte. Meistens finde ich dann zwei, die in diese Kategorie fallen und das dritte wird ein "Wird-schon-gut-sein"-Kauf. Vielleicht kennt ihr das ja.




Das ausschlaggebende Buch für meinen Dreierkauf war "Touchdown ins Glück" von Poppy J. Anderson. Ich habe den ersten Teil im Regal stehen und nachdem ich Teil zwei in diesem Haufen entdeckte, war für mich klar, dass er mit musste. Ich freue mich schon sehr auf diese locker-leichte Lektüre, denn mit Teil eins habe ich wundervolle Erfahrungen gemacht. Ebenfalls zur Kategorie "WILL ICH HABEN" gehört "Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald. Da hat das Klassikerblut wieder durchgeschlagen. Das Buch ist sehr viel dünner, als ich erwartet habe und ich hoffe, dass ich bald zum Lesen komme. Das Ergänzungsbuch wurde dann "Ein letzter Brief von dir" von Juliet Ashton. Ich kenne es von Lovelybooks und glaube, dass es durchweg positiv ankam. Also auf ins Abenteuer.

Und dann sind da noch die kleine Novelle "Sommer hinter Dornen" von Regina Meißner, das ich bereits im Zuge einer Leserunde gelesen habe. Es war wirklich süß und sehr schön, also nur zu empfehlen, wenn ihr Märchenadaptionen mit Tempo mögt :) Vom Dryas-Verlag bekam ich noch das neue Abenteuer von Inspector Swanson, "Der Magische Zirkel", zur Verfügung gestellt, welches ich ebenfalls an einem Tag weglas. Ein gelungener viktorianischer Krimi, der mich mehr überzeugen konnte als sein Vorgänger.
Insgesamt sind also 5 neue Schätze bei mir eingezogen, von denen immerhin zwei bereits gelesen wurde. Karli, mein SuB, wird sich freuen, dass er nicht vernachlässigt wird. Fünf ist eine ganz annehmbare Zahl, wenn auch viel zu viel, wenn ich bedenke, dass ich ja Kaufverbot hatte. Der nächste Monat wird allerdings weitaus schlimmer werden, da bin ich mir sicher. Ich werde mich nämlich gleich auf mein Fahrrad schwingen und mindestens einen der Büchergutscheine vernichten. Whoop whoop!



Was ist im letzten Monat bei euch so eingezogen? Kennt ihr eines meiner neuen Büche rund könnt etwas empfehlen? :)

Eure Julia

2. Juli 2016

Review: "X-Men - Apocalypse"


Titel: X-Men - Apocalypse

Regisseur: Bryan Singer

Länge: 144 Minuten

FSK: 12

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2016




Ich musste es googeln. Aktuell gibt es 9 (!) X-Men Filme, von denen der letzte derzeit noch im Kino läuft. Vor Wochen wollte ich ihn mir anschauen, da ich ein Fan der X-Men bin. Wie das aber so ist, schafft man es erst auf den letzten Drücker. „X-Men: Apocalypse“ hatte einen zerstörerischen und übertriebenen Trailer, der einem ein wenig die Lust auf den Film nahm. Diesem Actiontrailer entspricht der wirkliche Film aber nur in Teilen, denn er glänzt mit mehr Ruhe, als man erwarten würde. Ein guter Actionfilm für einen amüsanten Abend. Voraussetzung: Man sollte die X-Men schon kennen, sonst wird’s kompliziert.

Darum geht's:


Die Welt hat sich verändert, Mutanten werden in der Gesellschaft nun weitestgehend akzeptiert. Doch ein legendärer Bösewicht schickt sich an, Menschen wie Mutanten zu unterjochen: der einst als Gott verehrte Apocalypse (Oscar Isaac), der älteste und mächtigste Mutant der Welt. Er ist unsterblich und unbesiegbar, weil er die Kräfte vieler unterschiedlicher Mutanten vereint – und er ist bei seinem Erwachen nach Tausenden von Jahren gar nicht glücklich darüber, wie sich die Welt entwickelt hat. Zur Verwirklichung seines Plans einer neuen Weltordnung bringt Apocalypse mächtige Mutanten unter seine Kontrolle: Magneto (Michael Fassbender), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Angel (Ben Hardy). Es ist an Raven (Jennifer Lawrence) und Prof. X (James McAvoy), ein Team junger Mutanten anzuführen, das sich Apocalypse in den Weg stellt…


Meine Meinung


Ich hatte bahnbrechende Action erwartet. Unnötiges Rumgeballer und zu viel Gewalt, wie es bei Marvel ja des Öfteren der Fall ist. Überrascht war ich, dass im neuen X-Men Film auch die leiseren Töne eine Rolle spielen. Man fragt sich doch oftmals, was noch alles kommen soll, da die Macher die Geschichte doch schon völlig ausgeschöpft haben. Handlungen und Wendungen erscheinen einem unlogisch und irreführend. Anders aber bei „X-Men: Apocalypse“. Der Film fügt sich samt seiner Handlung wunderbar in die Geschichte um die X-Men ein und erklärt meiner Meinung nach sogar einiges. Er verknüpft die drei alten Klassikerfilme mit den neuen Versionen, die seit 2011 gedreht wurden. Selbst Wolverine hat wieder eine kleine Gastrolle, die ebenfalls erklärend wirkt. Alles in allem vereint der Film verschiedenen Geschichten und macht den Kontext wieder stringent. Herrlich anzusehen sind dabei die altbekannten Figuren samt ihrer glänzenden schauspielerischen Leistung. Der Bösewicht Apocalypse ist hier für mich der blasseste geblieben. Doch Jennifer Lawrences Figur Raven  ist stärker und ehrlicher zu sich selbst geworden und sie wird von der Oscarpreisträgerin überzeugend gemimt. Mein Favorit Charles Xavier sorgt sogar für den ein oder anderen unerwarteten Lacher („Das war eigentlich mein Lieblingsbaum.“). James McAvoy bleibt seiner Umsetzung treu und spielt den rechtschaffenden Professor ebenso gut wie bisher. Michael Fassbender, der unumstrittene Star des Films, zeigt neue Facetten seiner Figur Magneto. Sein Schicksal war für mich das tragischste. Ich litt mit ihm. Die neuen/alten Figuren gefielen mir in ihrer Umsetzung ebenfalls sehr gut. Egal ob das Gene oder Scott waren – ihre Geschichte beginnt von neuem und man darf gespannt sein.
Der Film hat ein klares Ziel und verfolgt dieses auch mit actiongeladenen Szenen. Dennoch braucht er eine Menge Zeit, um erneut in den Kosmos einzuführen. Vor allem die erste Stunde zieht sich ein wenig dahin. Marvel benötigt diese Zeit jedoch oft und zumeist lohnt sich dies auch. Ich fand die finale Lösung gar nicht schlecht. Allerdings wird natürlich wieder ein Großteil unserer Welt zerstört. Das empfinde ich immer als ein bisschen unnötig, aber was will man machen, wenn wieder irgendwelche supermächtigen Bösewichte die Welt übernehmen wollen?! Etwas unpassend fand ich die Zerstörung des Vernichtungslagers (heute Gedenkstädte!) Auschwitz. Da hätte man ein wenig mehr Respekt haben können, auch wenn die Szene so gar nicht gemeint war. Es ist ja immer nett, dass man sieht, wie alles zerstört wird, aber der Aufbau dann ja keine Rolle mehr spielt. Aber egal.
Besonders beeindruckt hat mich übrigens die Vorschau, die einer Tunnelfahrt durch die Zeit gleicht. Hier hat sich die 3D-Brille bereits bezahlt gemacht und auf meinem Gesicht breitete sich leichtes Staunen aufgrund der Effekte auf. Die ersten Szenen waren sowieso sehr beeindruckend, was die Kulisse betrifft. Mit zunehmender Zeit wird das Setting dann etwas dunkler, aber immer noch beeindruckend.

Also...


Mir gefiel an diesem Film sehr viel und es fühlte sich ein wenig so an, als wenn man von alten Freunden etwas Neues hört. So soll es ja auch sein. Die Schauspieler sind überzeugend und die Handlung sehr schlüssig. Es ist immer ein bisschen schade, wenn ein anfangs übermächtiger Gegner doch relativ simpel besiegt werden kann, doch ich hatte es mir sogar noch schlimmer vorgestellt. Lediglich die Länge des Films ist etwas kritisch. Viele Handlungsstränge ziehen sich in die Länge und von der erwarteten Action gibt es dann doch nicht so viel. Ich hatte dennoch einen unterhaltsamen Abend, den ich mit 3,5 Sternen belohne.

1. Juli 2016

Rezension: "Goldfinger" von Ian Fleming


Titel: James Bond 007 - Goldfinger
Autor: Ian Fleming
Verlag: Cross Cult
Preis: 12,80€
Seiten: 400

Wenn es um James Bond geht, kommt einem schnell die typische Titelmusik in den Kopf. Will man sich aber an einen bestimmten Bond-Song erinnern, platziert sich in meinem  Kopf immer das Lied „Gooooldfingeeer…dadaaaam“. Ich gebe zu: besonders gut lautmalerisch habe ich das grade nicht umgesetzt. Aber der Song ist wohl einer der berühmtesten und auch grandiosesten Bond-Songs, die es je gab. Auch der Film selbst ist ein Muss unter den Klassikern. Gert Fröbe, der gute alte deutsche Bösewicht in einer Paraderolle, das berühmte Töten, indem man das Mädchen mit Goldfarbe übersprüht, der Einbruchversuch in Fort Knox: Ein episches Bond-Abenteuer. Aber genug vom Film. Was hat das Buch zu bieten? Die Antwort? Absolut genauso viel!

Klappentext


Auric Goldfinger: grausam, schlau, frustrierend vorsichtig. Er betrügt beim Canasta und ist ein Gauner im großen Stil, der auch im alltäglichen Leben ständig krumme Dinger dreht. Er ist die Art von Mann, die James Bond hasst. Daher ist es ein Glück für Bond, dass er im Auftrag der Bank von England und des MI5 herausfinden soll, was der reichste Mann des Landes mit seinem unrechtmäßig erworbenen Vermögen vorhat – und in welcher Verbindung er zu SMERSCH steht, dem gefürchteten sowjetischen Korps, das Jagd auf Spione macht. Doch sobald er sich erst einmal in der Organisation dieses gefährlichen Verbrechers befindet, wird 007 klar, dass Goldfingers Pläne grandioser – und tödlicher – sind, als man sich je hätte vorstellen können. Er plant nicht nur den größten Goldraub in der Geschichte, sondern auch Massenmord …

Meinung


Mal wieder entführte mich Ian Fleming in die Welt des britischen Geheimagenten James Bond. Ich bin ein Fan der Bücher, auch weil der Cross-Cult-Verlag so wunderschöne Ausgaben gestaltet hat. Doch ich liebe die Reihe nicht, weil sie sich im Regal schön macht. Es ist noch sehr viel mehr. Eigentlich könnte ich viele Sätze aus meinen alten Bond-Rezensionen kopieren und einfügen. Doch so weit will ich mal nicht gehen. In diesem Abenteuer ist 007 wieder voll im Einsatz. Der etwas arrogante und nicht immer politisch-korrekt-agierende Lebemann  Bond, zeichnet sich durch bekannte Charakteristika aus. Immer in bisschen überheblich, rauchend, trinkend, selbstbewusst, unglaublich effizient und frauenliebend wandelt er durch die Weltgeschichte. Doch dieses Mal hat er einen mehr als ebenbürtigen Gegner: Auric Goldfinger. Es hat mich tatsächlich überrascht, wie genau sich der spätere Film an das Buch hält. Das Buch ist beinahe eine exakte Vorlage. Natürlich gibt es kleine Unterschiede, doch die Rahmenbedingungen stimmen. Bond lernt Goldfinger bei einem Kartenbetrugsfall kennen und löst diesen. Doch die Begegnung soll nicht die einzige gewesen sein. Wie Goldfinger selbst so schön bemerkt:
„Mr. Bond, es gibt ein Sprichwort in Chicago: ‚Ein Mal ist Zufall, zwei Mal ist Fügung und beim dritten Mal ist es Feindeinwirkung.‘ “ (S .6)
Und in diese drei Teile ist auch das Buch geteilt. Zufall, Fügung, Feindeinwirkung. Erwähnenswert ist hierbei für mich der zweite Teil, die Fügung. In diesem Abschnitt findet das Golfspiel zwischen Bond und Goldfinger statt. Niemals habe ich es erlebt, dass ein Autor ein Golfspiel über etwa 35 Seiten beschreibt und das Ganze episch wird. Ich habe nicht viel Ahnung von Golf und dennoch versteht es Fleming einfach unwichtige oder uninteressante Dinge ganz besonders zu machen. Ich denke, dass ist grundsätzlich eine Eigenschaft seines Stils. Er ist herb und manchmal auch derb, dadurch etwas maskulin. Aber er entführt den Leser in eine andere Zeit. Fleming fängt für mich das Zeitgeschehen der 50er und 60er Jahre immer wieder neu und authentisch ein, so dass jedes Buch seinen eigenen Charme hat. Hier geht der Charme vom vielen Gold und den interessanten Charakteren aus. Oddjob ist genauso kurios wie im Film und auch Miss Pussy Gallore ist überaus interessant. Nebenbei bemerkt ist sie lesbisch – aber wer wäre James Bond, wenn ihn das stören würde? So ziemlich niemand bleibt farblos. Die Handlung ist intelligent gestaltet und in einem gewissen Maße größenwahnsinnig. Aber gerade das macht die Geschichte um Goldfinger so besonders. Der vom Gold besessene Bösewicht, der im Buch auch noch Kontakte zur sowjetischen Organisation SMERSCH hat, mit der James Bond noch die ein oder andere Rechnung offen hat.

Fazit



„Goldfinger“ hat alles, was die Bond-Bücher ausmacht! Ein toller Stil, eine gelungene Handlung und fein ausgearbeitete Charaktere. Im Zentrum steht wie immer unser Liebling 007, der das Abenteuer waghalsig in Angriff nimmt. Er muss viele Prüfungen bestehen und letztendlich geht es wieder darum, dass er im Alleingang einen Teil der Welt retten muss. Fleming verwendet viel Feingefühl und Schliff für diese Geschichte und für mich war es ein wunderbarer Lesegenuss. Viereinhalb von 5 Spitzenschuhen.