6. Oktober 2016

Review: "Die glorreichen Sieben"

          



          Titel: Die glorreichen Sieben

          Regisseur: Antoine Fuqua

          Länge: 133 Minuten

          FSK: 16

          Produktionsland: USA

          Erscheinungsjahr: 2016


Ich bin ein Fan von Puzzlen. Meine Mutter ist ein Fan von Western. So war es nicht verwunderlich, dass ich vor Jahren von ihr ein Puzzle geschenkt bekam, auf dem „Die glorreichen Sieben“ abgebildet waren. Ich hatte absolut keine Ahnung, wer das sein sollte. Meine Mutter erklärte mir die Story des Films von 1960 in groben Zügen, aber mal ehrlich: Teile kann ich auch ohne Story-Zusammenhang zusammensetzen. Das Puzzle war schnell gelegt und erst Jahre später sollte ich mich wieder daran erinnern. Nämlich als ich den Trailer zur Neuverfilmung von „Die glorreichen Sieben“ mit Denzel Washington und Chris Pratt sah. Mal im Ernst: Ein Western mit solchen Helden? Den musste ich sehen! Und ich wurde nicht enttäuscht.

Darum geht's:


Angst, Schrecken, Tod – der fiese Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) herrscht mit eiserner Kontrolle über die Stadt Rose Creek. Weil sie seine Drangsalierungen nicht länger ertragen können, engagieren die Einwohner in ihrer Verzweiflung sieben Männer mit fragwürdigen Geschäftsfeldern: den Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington), den Spieler Josh Farraday (Chris Pratt), den Gesetzlosen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), den Fährtenleser Jack Horne (Vincent D'Onofrio), den Scharfschützen Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), den Krieger Red Harvest (Martin Sensmeier) und den Auftragskiller Billy Rocks (Byung-Hun Lee). Die sieben Herren sollen Bogue ausschalten. Doch noch während sie die Stadt auf eine Schlacht einschwören, finden die Söldner heraus, dass für sie weit mehr als nur Geld auf dem Spiel steht…

(Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/207874.html)

Meine Meinung


Die Beschreibung klingt jetzt nicht so cool (und die ganzen Namen der Schauspieler stören auch). Allerdings ist die Geschichte schnell erzählt und man kann verschiedene Werte bemerken. Natürlich geht es um Gerechtigkeit. Aber auch Rache, Ehre und Freundschaft. Schon die erste Szene, in der Denzel Washington als Sam Chisolm auftaucht, ließ mich grinsen. Ein schwarzer Cowboy reitet durch die Prärie auf ein kleines Dorf zu und heizt im Saloon ordentlich ein. Dieser Film hat sehr viel vom klassischen Western, aber wurde natürlich mit Special Effects der heutigen Zeit aufgebrezelt. Wie ich sagte, die Story ist simpel. Eine Reihe (un)ehrenwerter und gaunerhafter Männer will ein Dorf verteidigen und steht für dieses ein, da es Ungerechtigkeit erfahren hat. Anfangs geht es dabei um Geld, doch später steht dies nicht mehr im Vordergrund. Die Männer sind sich dessen bewusst, dass nicht alle überleben werden. Und das ist ein Fakt, den man als unwissender Zuschauer vielleicht nicht erwartet. Man kennt von heutigen Actionfilmen zumeist ein Happy-End. Oder wenn dies nicht eintritt, muss man zumeist keinem Protagonisten hinterher trauern. Anders hier. Durch meine Oma wusste ich, dass die glorreichen Sieben am Ende eben nicht mehr zu siebt sind. Doch in der abschließenden Schlacht um Rose Creek, fiebert man deshalb umso mehr mit und hofft, dass es nicht den jeweiligen Liebling trifft. 
Der Film braucht eine Weile, um sich aufzubauen. Anfangs sucht Sam sich die Glorreichen zusammen. Denn sie sind anfangs keinesfalls ein Team – doch zu diesem werden sie. In dieser bunten Mischung ist eigentlich für jeden etwas dabei. Meine Lieblinge waren Goodnight, Billy und Farraday. Chris Pratt hat eine wirklich tolle Rolle, die ihm wie auf den Leib geschneidert ist. Ein bisschen ironisch, ein bisschen ernst und am Ende absolut heldenhaft. Ich mag die Filme mit ihm immer sehr gern, da er vielen Handlungen Witz verleiht. Und so auch hier. Der Film glänzt mit Humor, auch wenn er nicht allzu oft vorkommt. Ein paar Sprüche musste ich mir einfach merken und jeder der den Film sieht, wird an der Stelle lachen, wenn Farraday feststellt, dass alles „soweit, so gut“ ist. 
Es gibt kleine Nebenhandlungen, die vor allem die Beziehungen der Figuren untereinander thematisieren. So kommt über Goodnight noch etwas heraus und auch Sams Vergangenheit kommt ans Licht. Vor allem handelt der Film aber davon, wie die sieben Männer sich formieren und ein wehrloses Dorf zu Kämpfern machen. Alles läuft auf einen großen Showdown hinaus, der es in sich hat. Die Kampfszenen sind nicht zu lang und nicht zu kurz. Manche empfinden die Handlung zuvor vielleicht als zu lang, mir gefiel dieser Abschnitt mit mehr Tiefgang allerdings sehr gut - die Frage wie viel Tiefgang in diesem Abenteuerfilm steckt, ist allerdings berechtigt. Als dann aber die „Schlacht“ folgt, halten wohl mehrere Menschen im Kino den Atem an. So gut wie jeder Schuss der Glorreichen ist ein Treffer und man kann immer nur beobachten, wie ein weiterer Mann vom Pferd fällt. Im Allgemeinen würde ich gern wissen, wie viele Menschen in diesem Film sterben. Sagen wir so: Es sind unglaublich viele. Da müssen die Macher ordentlich Statisten bezahlt haben…Und das bei der Gagen der Stars…
Nichtsdestotrotz ist der Kampf genau eins: glorreich. Es werden harte Geschütze aufgefahren und bis zum Tode gekämpft. Die Männer beweisen Mut und Ehre, genauso wie Cleverness und Strategie.
 Die Bildgewalt am Ende ist beeindruckend. Mir persönlich war es auch nicht zu viel. Die letzte halbe Stunde macht den Actionteil des Films aus. Die Kulisse empfand ich als großartig. Die amerikanische Steppe ist faszinierend und ich ertappte mich mehr als einmal dabei, wie ich darüber nachdachte, dass die Menschen mal so gelebt haben. Lange ist’s her… Denzel Washington spielt ebenso überzeugend und  ist ein wunderbarer Ruhepol in der Mitte der Männer. Die schauspielerische Leistung gefiel mir bei eigentlich jedem Charakter. Umso mehr trauere ich den Gefallenen hinterher. Erwähnenswert ist noch die Rolle der verwitweten jungen Frau Emma Cullen. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob Jennifer Lawrence in diesem Film mitspielt. Die Ähnlichkeit der Damen ist verblüffend. Auch sie passte wunderbar in die Geschichte, da sie ein gewisser Gegenentwurf zu den starken Männern ist und dennoch bereit ist, alles was sie hat zu geben.

Also...




Mir hat „Die glorreichen Sieben“ sehr gut gefallen. Der Film bietet großartige Unterhaltung mit einer gut abgewogenen Dosis Witz und Humor. Die Figuren sind authentisch, auch wenn von manchen von ihnen etwas wenig herauskommt. Der Zuschauer muss die verschiedensten Emotionen durchmachen, um am Ende Stolz und Trauer in sich selbst zu finden. Die Mischung aus klassischem Western und modernem Actionfilm gefiel mir prächtig und deshalb vergebe ich glorreiche 4,5 Sterne. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen