3. Oktober 2016

Rezension: "Selection - Die Krone" von Kiera Cass


Titel: Selection - Die Krone
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer Sauerländer
Preis: 16,99€
Seiten: 352

Das Finale von „Selection“ (Klappe die Zweite) wurde groß angekündigt. Ich war so etwas wie ein Fan der ersten Stunde und so fieberte ich, wie wohl jedes Mädchen mit Prinzessinnenträumen, Eadlyns Entscheidung entgegen. „Die Kronprinzessin“ hatte mich absolut positiv überrascht und gefiel mir wahnsinnig gut. Und so waren meine Erwartungen an „Die Krone“ hoch. Wie wird der spannende Cliffhänger verarbeitet? Entsteht eine Liebesgeschichte, die unter die Haut geht? Und wie entwickelt sich die Lage in der Bevölkerung? Fragen über Fragen, die nicht alle beantwortet werden konnten. Dennoch ist der fünfte Teil der Selection-Reihe ein würdiger Abschluss für eine märchenhafte Geschichte, an die ich immer mit einem Lächeln zurückdenken werde.

Inhalt


Eadlyn ist mitten im Casting, als ihre Mutter einen Herzinfarkt erleidet und ihr Bruder nach Frankreich abreist. Nie hat sie sich so allein und machtlos gefühlt – ausgerechnet sie, die doch so viel Macht besitzt. Sie muss mitansehen, wie ihr Vater leidet, als die Lage ihrer Mutter unklar ist und übernimmt vorläufig die Regierungsgeschäfte. Doch nicht jeder ist von der Jungregentin begeistert. Eadlyn lässt sich täuschen. Gedachte Freunde werden zu Feinden. Und so wird sie gezwungen das Casting zu beschleunigen. Denn obwohl die Prinzessin nie heiraten wollte, ist ihr Herz für mehr als nur einen jungen Mann offen. Doch wer soll an ihrer Seite regieren? Der liebenswerte Henry, der kaum Englisch spricht? Der begabte und süße Kyle, den Eadlyn schon ihre Kindheit über kennt? Oder kann einer der anderen Kandidaten ihr Herz gewinnen? Wie ihre Entscheidung auch ausfällt: Am Ende gibt es ein neues Herrscherpaar von Illea.

Meinung


Ich werde nicht müde bestimmte Punkte bezüglich der Selection-Reihe immer wieder zu betonen. Ja, sie ist monarchiverherrlichend. Dies trifft allerdings vor allem auf die ersten drei Teile zu.  In den Büchern über Eadlyn hat sich die politische Lage bereits etwas entspannt und erneuert. Dennoch bleibt sie Prinzessin. Die junge Dame ist aber durchaus politisch begabt und bestens auf ihre Rolle als Herrscherin vorbereitet. Betonen will ich auch, dass Teil vier und fünf auch eigenständig betrachtet werden können. Natürlich geht es um die gleiche „Familie“ und das Umfeld bleibt gleich, allerdings ist die Perspektive eine völlig andere, was den Büchern den besonderen Schliff verleiht. Nur weil man gegen eine bestimmte Staatsform ist, sollte man das Buch nicht gleich boykottieren. Für mich ist Selection ein modernes Märchen, das mein kleines, pinkes Mädchenherz höher schlagen lässt. 
Der Stil von Kiera Cass ist wie immer simpel und dadurch schnell lesbar. Als Fan fliegt man natürlich durchs Buch. Auch, da man schon lange wissen möchte, wie es ausgeht. Als erstes fällt die Veränderung von Eadlyn auf. Ich persönlich mochte sie auch schon in Teil vier gern. Ich konnte ihr Verhalten immer nachvollziehen. Allerdings ist sie innerhalb des Castings so viel reifer und auch fröhlicher geworden. Sie hat selbst eine neue Seite an sich kennengelernt und auch das Volk entdeckt dies langsam. Dennoch ist sie noch unerfahren, als sie kurz davor ist, die Krone zu übernehmen. Und das wird ausgenutzt. Ich fand Eadlyn sehr stark und bewunderte sie immer mehr. Natürlich ist es nicht immer nachvollziehbar, dass jeder Bewerber sie gern heiraten würde. Kann ein Mädchen so toll sein? Allerdings hat Cass ein sehr interessantes Detail eingearbeitet, weshalb einer meiner Favoriten aus dem Casting ausscheidet. Mir gefiel es wirklich gut, dass dies thematisiert wird. Es verdeutlicht, dass Illea menschenfreundlicher geworden ist. Leider veränderte sich dadurch auch der Verlauf des Castings – denn so hatte ich das nicht erwartet. Ich hatte meinen Favoriten. Und ich musste mitansehen, wie sich die Handlung in eine völlig andere Richtung wendet. Viele sagen, dass das Buch gar nicht anders enden konnte. Ich selbst finde allerdings, dass im Casting ordentlich Spannung steckt und erst sehr spät klar wird, wie es enden wird. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich wie ein Schlosshund geheult habe – mehrfach. Einerseits weil es so traurig und ehrlich, aber andererseits auch schön und perfekt war. Da ich nicht spoilern möchte, muss ich mich an dieser Stelle unterbrechen. Nur so viel: Das Buch ist emotional und so ist auch der Umgang von Eadlyn mit ihren Bewerbern. Die Charaktere sind in meinen Augen sehr gut gelungen. 
Die gewohnte Umgebung sorgt dafür, dass ich mich als Leser von Anfang an sehr wohl gefühlt habe. Die „Berichte“, in denen auch die Bewerber interviewt werden, gehören schon zum Inventar und ich möchte nicht darauf verzichten. In „Die Krone“ werden auch viele soziale Beziehungen beleuchtet und das Thema der Verantwortung steht mehr im Fokus. Es gefiel mir sehr gut, dass Josie mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und sie sich entwickeln kann. Und atemberaubend bleibt das Verhältnis von America und Maxon und ihren Kindern. Ich liebe diese Familie. Der Cliffhänger wurde gut gelöst und der Verlauf des Castings ist spannend. Das Volk wird ebenfalls miteinbezogen, obwohl dies sehr viel kritischer hätte geschehen können. Ein wenig enttäuscht bin ich allerdings von der Liebesgeschichte. Ich schreibe zwar, dass ich mehrfach geweint habe, allerdings kam die große Liebe für mich etwas zu plötzlich. Ich hätte mir diesbezüglich mehr Gänsehautmomente gewünscht. Dennoch ist vor allem das Ende so wundervoll und ehrlich formuliert, dass ich mit Eadlyns Entscheidung absolut einverstanden war.

Fazit




„Die Krone“ ist wieder einmal ein wunderschönes Buch – und das nicht nur, weil das Cover erneut wundervoll ist. In Teil vier und fünf stehen die Ideale der Familie und Verantwortung im Vordergrund, was mir gut gefällt. Eadlyn ist vor allem in diesem Buch eine tolle Protagonistin, die reift und die ich immer mehr bewunderte. Auch wenn ich ihr Casting nicht so perfekt fand, wie das ihrer Eltern, folgte ich den Entwicklungen mit Spannung und freudiger Erwartung. Am Ende steht das, was zu einem Märchen gehört: Ein Happy End. Und deshalb vergebe ich zauberhafte vier Spitzenschuhe, mit denen ich auf Eadlyns Hochzeit tanzen werde.



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