18. Mai 2018

Rezension: "Schwanenfeuer" von Regina Meißner



Titel: Schwanenfeuer - Der Fluch der sechs Prinzessinnen
Autor: Regina Meißner
Verlag: Sternensand
Preis: 12,95€
Seiten: 354

Ich bin ein großer Fan von Regina Meißner und all den fantastischen Geschichten, die sie sich ausdenken kann. Außerdem bin ich ein wahrer Fan von der „Schwanenprinzessin“ und deshalb konnte ich mich vor Begeisterung kaum halten, als die Autorin eine Märchenadaption zu eben dieser Prinzessin herausbrachte. „Schwanenfeuer – Der Fluch der sechs Prinzessinnen“ musste sofort in meinem Regal landen, denn dieses traumhafte Cover und die liebevoll gestaltete Ausgabe konnte ich mir nicht entgehen lassen. Mit hohen Erwartungen begann ich „Schwanenfeuer“ – und merkte nach kurzer Zeit, dass die Erwartungen vielleicht etwas zu hoch waren. Bei „Schwanenfeuer“ bekommt man eine schöne Märchengeschichte, die als Reise zu einem bestimmten Ort erzählt wird. Ich bin kein großer Fan von solchen „Reise-/Roadtripgeschichten“ und hatte deswegen so meine Probleme. Die Geschichte ist schön, keine Frage. Aber das gewisse Etwas hat mir leider gefehlt. Trotzdem freue ich mich sehr auf den nächsten Teil, der schon in meinem Regal wartet.

Am Tag ein Schwan, in der Nacht ein Mensch, gefangen an einem einsamen See mitten im Wald. Das ist das Schicksal der verwunschenen Prinzessin Estelle. Es erscheint ihr aussichtslos, den Fluch zu brechen. Der Sinn der rätselhaften Worte auf einem geheimnisvollen Pergament, das der einzige Schlüssel ist, bleibt ihr verborgen. Erst als der junge Jäger Ayden am Schwanensee auftaucht, erhält sie neue Hoffnung. Womöglich gelingt es mit seiner Hilfe, das Rätsel zu lösen und den Weg zu beschreiten, der Estelles Dasein als Schwanenprinzessin beenden könnte? Doch was wird dann aus ihren Schwestern, die ebenfalls von einem Fluch befallen zu sein scheinen?

Der Klappentext schildert die Geschichte von „Schwanenfeuer“ absolut getreu wieder und deswegen frage ich mich auch ein bisschen, was ich mir von der Geschichte erwartet habe. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch und mich und unter anderen Umständen wäre ich von der Geschichte begeistert. Wer weiß.
Beginnen wir beim Positiven. Der Schreibstil von Regina Meißner ist sehr schön, manchmal geheimnisvoll und immer sehr passend zu einem Märchen. An den richtigen Stellen spiegelt sich Naivität wieder, dann das Träumerische oder Romantische. Es gibt aber auch die berühmten Stellen, in denen das Böse die Oberhand gewinnt. Zu jeder Zeit ist der Stil sehrt fließend und gut gewählt. Auch ist das Setting wirklich toll. Der Schwanensee, an dem die verzauberte Prinzessin lebt, gefiel mir sehr gut. Und das Märchenland ist ebenfalls gut gewählt, mit seinen Weltwundern. Die Welt von Estelle und Ayden gefiel mir, allerdings ist die Reise der beiden nicht ganz meins gewesen. Die beiden Protagonisten sind der Autorin recht gut gelungen, obwohl ich Ayden deutlich lieber mochte als Estelle. Manchmal war sie mir ein bisschen zu klischeehaft. Grundsätzlich ist sie eine starke und pflichtbewusste Prinzessin, die mir manchmal zu naiv und schüchtern war. Ihre generelle Entwicklung ist super, der Weg dorthin war aber manchmal steinig. Ayden hingegen hat das Herz von Anfang an am richtigen Fleck. Seine Entwicklung ist die kleinere, doch er ist schon sehr früh ein wirklich toller Kerl. Er steht für seine Werte ein und ist wirklich ein Ehrenmann. An ihn muss man als Prinzessin wohl sein Herz verlieren. Die Liebesgeschichte zwischen beiden ist offensichtlich und war mir trotzdem ein klein bisschen zu oberflächlich bis zum Ende. Am Ende gefiel sie mir wirklich gut und die Botschaft der wahren Liebe wird absolut deutlich. Die restlichen Figuren kommen etwas kurz und sind angesehen von Estelles Stiefmutter nicht von großer Bedeutung für die Geschichte. Die Schwestern der Prinzessin bekommen schließlich noch ihre eigenen Geschichten. Die Gestaltung der Stiefmutter mochte ich.
Richtig schön sind auch die drei Zeichnungen von „Mellis Art“, die Einzug ins Buch gefunden haben. Ich konnte mir Estelle, Ayden und die böse Stiefmutter wirklich toll anhand der Bilder vorstellen. Insgesamt ist das Buch großartig gestaltet und somit ein wahrer Schatz fürs Regal.
Ein paar Dinge gefielen mir allerdings nicht so sehr an dem Buch. Mir persönlich war die Reise ein wenig zu lang und das Rätsel hätte noch etwas präsenter sein können. Manchmal gab es Szenen, die ich nicht einzuordnen wusste und die mir sehr sprunghaft vorkamen, wie etwa Estelles Sturz und anschließendes Verschwinden. An manchen Stellen konnte ich Estelle nicht ganz nachvollziehen, was schade war. Und ich hatte kleine Probleme mit dem Ende. Wieso, kann ich natürlich nicht sagen. Ich hätte eine andere Lösung aber schöner gefunden. Insgesamt fehlte mir manchmal ein bisschen die Spannung und ein paar Handlungselemente passten in meinen Augen nicht ganz zur Geschichte.
Trotz allem habe ich das Buch gern gelesen und konnte mich in Meißners Welt verlieren. Die Grundidee der Tetralogie finde ich wirklich toll und ich werde dieser Reihe auch erhalten bleiben. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte der Schwanenprinzessin aber noch ein wenig mehr Potenzial gehabt, das nicht voll ausgeschöpft wurde. Die Geschichten von Estelles Schwestern erwarte ich allerdings mit Vorfreude und Spannung!


„Schwanenfeuer – Der Fluch der sechs Prinzessinnen“ ist eine schöne Märchenadaption eines Märchens, das nicht alle Welt in- und auswendig kennt. Mir persönlich gefiel die Protagonistin Estelle nicht so sehr, dafür aber ihr Gegenstück Ayden umso mehr. Die Grundidee der Geschichte ist toll, dennoch war mir die Umsetzung manchmal etwas zu sprunghaft und nicht immer nachvollziehbar. Die Welt, die Regina Meißner erschaffen hat, gefällt mir wirklich gut und auch ihr Schreibstil ist klasse. An der ein oder anderen Stelle stockte ich in der Geschichte allerdings. Ich glaube, dass die „sechs Prinzessinnen“ noch viel unausgeschöpftes Potenzial haben und freue mich daher zunächst auf „Blütenzauber“. Für „Schwanenfeuer“ vergebe ich 3,5 Spitzenschuhe.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (Link einfügen) und in der Datenschutzerklärung von Google.