31. Mai 2018

Rezension: "HoN - Geweckt" von P. C. Cast & Kristin Cast



Titel: Hopuse of Night - Geweckt
Autor: P. C. Cast & Kristin Cast
Verlag: Fischer
Preis: 16,95€
Seiten: 432


Das letzte „House of Night“-Buch endete spannend und ich freute mich, dass die Geschichte wieder an Fahrt aufgenommen hatte. Also griff ich nach „Verbrannt“ zu „Geweckt“, dem achten Teil der Reihe. Zoe ist aus der Anderwelt zurück und nun kann der Kampf gegen Neferet richtig losgehen. Doch auch bei diesem Buch ist am Anfang irgendwie die Luft raus. Erst zur Mitte des Romans wird es wieder spannend. Allerdings kann „Geweckt“ nicht mit einem so tollen Finale aufwarten, wie der Vorgängerband. Und so ist das Finale zwar gut, das Buch insgesamt aber eher langatmig.

Neferet, die Hohepriesterin des House of Night in Tulsa, hat Rache geschworen an Zoey. Dabei ist der unsterbliche Kalona nur eine der Waffen, die sie einsetzen will. Doch Zoey hat Zuflucht bei Königin Sgiach auf der Isle of Skye vor der Küste Schottlands gefunden. Dort müssen sie und ihr Krieger Stark erst einmal wieder zu Kräften kommen. Außerdem möchte Sgiach sie zu ihrer Nachfolgerin ernennen. Warum soll sie also wieder nach Tulsa und zum House of Night zurückkehren? Nach dem Tod von Heath ist sowieso nichts mehr so wie früher. Und auch die Beziehung zu Stark könnte nicht mehr das sein, was sie einmal war.

Der Klappentext ist nicht optimal, aber trotzdem spiegelt er meinen ersten Kritikpunkt gut wieder. Zoe und Stark sind eine relativ lange Zeit bei Sgiach und ihrem Krieger in Schottland. In „Erweckt“ gefielen mir das Setting der Insel gut und auch all die neuen Erkenntnisse, die mit der Königin einher kamen. Aber in „Geweckt“ war dieses Setting irgendwie fehl am Platz. Zoe druckst herum, weiß nicht genau, was sie will. Soll sie zurück nach Tulsa? Soll sie einfach ein bisschen Spaß mit Stark haben? Sie will keine Verantwortung mehr übernehmen, was durchaus verständlich ist. Aber diese Findungsphase war mir deutlich zu lang und zu unbestimmt. Es gab keine Zielführung für Zoes Geschichte und das hat mich gestört. Deshalb griff ich anfangs wirklich nicht gern zum Buch. Auch Stevie Rae konnte die Geschichte dann nicht retten. Zwar mag ich diesen quirligen Charakter sehr, aber auch sie ist inzwischen in so viele Geheimnisse verstrickt, dass man beinahe den Überblick verliert. Ich mag ihre Beziehung zu Rephaim sehr und diese hält das Buch auch am Leben. In „Geweckt“ nehmen die verschiedenen Erzählperspektiven noch zu. Und ob sich die Autoinnen damit einen Gefallen getan haben, weiß ich nicht. Mich persönlich haben die Kapitel von Kalona oder Neferet überhaupt nicht bannen können. Natürlich ist es immer toll, die Gefühle des Bösewichts zu erfahren, aber hier fand ich es schon zu viel. Zoe ist jedenfalls nicht mehr die Haupterzählerin und irgendwie verliert die Geschichte dadurch manchmal ihren Fokus.
Insgesamt ist das Buch sehr kurzweilig und spielt auch an nur wenigen Tagen. Das ist bei jedem HoN-Buch der Fall und wenn ich schätzen müsste, sind zwischen Band 1 und 8 erst um die vier Monate vergangen. Aber wer weiß. So richtig wird das nie aufgelöst. Es passiert nicht sehr viel, aber trotzdem kommt man, wenn man sich die Lesezeit nimmt, gut durchs Buch. Der Stil der Autorinnen ist weiterhin flüssig, jugendsprachlich und manchmal auch etwas düster. Die Entwicklung der Charaktere ist durchaus gelungen, obwohl einige wichtige stark in den Hintergrund treten. Außerdem werden die Autorinnen radikaler und lassen in diesem Buch einen weiteren wichtigen Charakter sterben. Das machte mich wahnsinnig traurig, sorgte aber andererseits für einen guten Spannungsbogen. So kam Entwicklung in die Geschichte, die manchmal eben doch stagniert.
Die Charaktere sind in Ordnung und so zahlreich, dass jeder bestimmt einen Liebling gefunden hat. Meiner war noch nie Zoey. Auch Stark kann ich nicht viel abgewinnen. Mir gefällt Stevie Rae ganz gut und am besten tatsächlich Aphrodite. Der blonde Mensch scheint immer arrogant, ist aber mächtig und selbstbewusst und meiner Meinung nach ziemlich witzig. 
Insgesamt kam das Buch nicht so recht in Schwung. Anfangs plätschert die Geschichte so vor sich hin. Neferet kommt zurück und jeder verzeiht ihr unverzeihliche Sachen. Jemand stirbt. Alle trauern. Alle wollen kämpfen. Ein Teil kämpft. Es gibt ein paar Erkenntnisse und Ende. So richtig vorangebracht wurde wenig und deswegen hatte ich nicht ganz so viel Spaß mit dem Buch. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell man durch die HoN-Bücher kommt und wie anders die Geschichte trotz weniger Wendungen seit Band eins geworden ist. Es gibt lediglich vier weitere Bücher der Reihe und ich bin gespannt, wo uns das noch hinführen wird.


„Geweckt“ ist eines der schwächeren Bücher von House of Night, wobei man sagen muss, dass die Geschichte durchaus gereift ist. Wo es anfangs noch um Liebesdreiecke und Freundschaftsbetrug und Schule ging, geht es wirklich um Kamp & Krieg und das Retten einer ganzen Generation. Das Thema hat sich verändert, ebenso das Setting und der Kreis der Bösewichte hat sich erweitert. Das Buch hat tolle Momente, war mir insgesamt aber zu lang gezogen. Es ist vielfältig und bietet viele verschiedene Charaktere. Zwischendurch wird es sehr emotional, doch manchmal besteht auch die Gefahr, dass alles etwas too much und too strange wird. Ich vergebe 3 von 5 Spitzenschuhen und lasse mich mal überraschen, was das HoN noch mit uns vorhat.




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