3. Juni 2018

Rezension: "Luca & Allegra - Küsse keine Capulet" von Stefanie Hasse



Titel: Luca & Allegra - Küsse keine Capulte
Autor: Srefanie Hasse
Verlag: Impress
Preis: 3,99€
Seiten: 227


Der erste Teil der „Luca & Allegra“-Reihe von Stefanie Hasse konnte mich nur teilweise überzeugen. Mir fehlte innerhalb der Handlung eine Menge, vieles war sprunghaft und unlogisch. Aber das Ende war fantastisch und hat mich beeindruckt! Ich war gespannt, wie die Autorin überhaupt einen Bogen zum nächsten Teil schlagen wollte – und war absolut enttäuscht. „Luca & Allegra – Küsse keine Capulet“ steht seinem Vorgänger in allen negativen Kritikpunkten in nichts nach und steigert sie sogar noch. Die Handlung ist gekünstelt, unlogisch und wenig mitreißend. Es entsteht keinerlei Bindung zwischen den Figuren und dem Leser. Am Ende wollte ich einfach nur noch durch das Buch kommen und muss leider sagen: Ich fand es schlecht.

Heimliche Küsse, hastig geschriebene Liebesbriefchen und herzerweichende Balkonserenaden kennt Allegra höchstens aus Shakespeares Dramen, aber in der Realität ist ihr so etwas noch nie passiert. Schon merkwürdig, wenn man tagein tagaus in einem italienischen Restaurant bedient, von unzähligen Männern angesprochen wird und sich trotzdem niemals verliebt hat. Erst als ein attraktiver Neuer den Aushilfsjob im Restaurant annimmt und auch noch ihre Liebe zu »Romeo und Julia« teilt, beginnt sich eine Erinnerung in ihr zu regen, an Gefühle, die sie doch niemals hatte, und an einen Mann, den sie doch niemals kannte. Einen Mann mit eisblauen Augen, mit dem sie einst ein magisches Schicksal verband…

Als „Luca & Allegra“ herauskam, wollte ich die „Romeo und Julia“-Adaption unbedingt lesen! Ich hatte hohe Erwartungen an Teil eins und las ihn leider nicht so gern, wie ich gehofft hatte. Mir hat eine ganze Menge gefehlt, vor allem aber die Liebe zwischen den Figuren. Ja, Luca und Allegra lieben sich. Aber das geht ziemlich schnell und meiner Meinung nach ohne dass sie sich richtig kennen. Aber gut, das habe ich akzeptiert, denn bei Romeo und Julia war das nicht anders. Und trotzdem stimmt vieles an der Mischung von Shakespeare und den römischen Göttern nicht. Denn Stefanie Hasse baut in ihre Geschichte Mythologie ein. Aber im zweiten Teil habe ich mich zunehmend gefragt, ob sie sich das richtig überlegt hat. „Der Fluch der Venus“ ist eine interessante Sache, die für mich aber irgendwie nicht zu 100% in die Geschichte von Luca und Allegra passte. Des Weiteren vermischt sie manchmal die griechischen und römischen Götternamen untereinander, was inkonsequent und verwirrend ist. Natürlich handelt es sich in beiden Mythologien um beinahe die gleiche Person, doch in meinen Augen hätte man hier konsequent nur eine Richtung durchziehen müssen.
Aber von vorn: Das Ende von „Liebe keinen Montague“ ist fesselnd, spannend und richtig gut! Ich war gespannt, wie diese letzte Szene aufgelöst werden kann. Und von der Auflösung war ich mehr als enttäuscht. Innerhalb einer Seite wird im Prolog quasi alles zunichte gemacht, was mit dem tollen Ende des ersten Teils aufgebaut wurde. Ich dachte nur: „Das soll jetzt die Wende gewesen sein?“. Und selbst wenn man diese akzeptiert hat, hat man bei „Küsse keine Capulet“ beinahe eine Wiederholung der ersten Geschichte vor sich, die nur noch sehr viel weniger Spritzigkeit in sich hat. Um es ehrlich zu sagen: Der zweite Teil ist langweilig und eigentlich auch unnötig. Man kennt die Protagonistin Allegra bereits. Und ich hatte schon im ersten Teil meine Probleme mit ihr, da sich meines Erachtens zu viele Stereotypen in ihr vereint. Diesmal fand ich sie nur noch naiv und kindisch. Und Luca? Keine Ahnung. Denn effektiv spielt er auf nur wenigen Seiten mit. Ich habe die Geschichte deswegen wirklich nicht verstanden. Luca muss Allegra zurückerobern, die ihre gesamte gemeinsame Geschichte vergessen hat. Das klappt nicht, also muss Allegra ihren Geliebten aus der Unterwelt zurückholen. Okay. Klingt komisch? Kam mir auch so vor. Die Story hat weder Hand noch Fuß. Ich glaube, dass Stefanie Hasse ihre Charaktere einfach noch nicht loslassen wollte und die Geschichte deswegen unnötig in die Länge gezogen hat. Der zweite Teil des Buches, der in der Unterwelt spielt, war deutlich besser, als der erste. Aber mir gefielen beide nicht. Wenig Spannung, noch weniger Logik und für mich auch keine Identifikation mit den Figuren. Die Liebe, ja die Liebe. Sie ist natürlich das Leitmotiv, aber wer auf Romantik hofft, der wird enttäuscht werden. 
Und das allerschlimmste war das Ende. Abrupt. Übertrieben. Verwirrend. Innerhalb weniger Sätze wird plötzlich alles aufgelöst und dann haben wir wieder Friede-Freude-Eierkuchen. Wirklich… „Luca & Allegra“ haben diesen zweiten Teil nicht nötig gehabt. Mir brachte das Buch wahnsinnig wenig und davon vor allem Spaß. 
Der Schreibstil von Stefanie Hasse ist gut. Allerdings manchmal etwas unnatürlich. Das merkte ich erst, als ich die Danksagung las, denn da ist das Geschriebene natürlich viel gelöster. Der Stil ist dennoch gut und nicht kritikwürdig. Anders, als die Geschichte.


Wer von „Liebe keinen Montague“ absolut begeistert war und noch mehr von den Charakteren lesen will, der ist bei „Küsse keine Capulet“ genau richtig. Wem den Vorgänger aber nicht so gut gefiel, der kann dieses Buch gleich links liegen lassen. Die Handlung ist schwach und langweilig. Logiklücken tauchen einige auf und fehlen tut dafür die Sympathie zu den Figuren. Der Stil ist gut, doch das ändert nichts an der schlechten Gesamtleistung. Mich hat das Buch absolut enttäuscht, weshalb ich zwei Spitzenschuhe vergebe.



Kommentare:

  1. Hey Julia,
    huch, ich hätte nach der Rezension gedacht, dass das nur ein Spitzenschuh wird. Aber Respekt, dass du es zu Ende gelesen hast, obwohl es dir nicht gefallen hat. Ich drück dir die Daumen, dass dein nächstes Buch wieder wundervoll wird und du diesen Missgriff schnell vergessen kannst.

    Gruß Isbel

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    1. Danke, liebe Isbel! :)
      Ja, ich war zwischendurch auch kurz davor, aber das Ende hat es dann rausgerissen :'D

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  2. Hallo Liebes,

    vielen Dank für deine ehrliche Rezension!
    Ich habe den ersten Band damals direkt gelesen, als er raus kam und war sehr enttäusch davon. Anscheinend war es gut, dass ich den Abschlussband nicht mehr gelesen habe.

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Liebe Charleen!
      Entschuldige bitte die späte Antwort..hier auf dem Blog gab es ein paar technische Probleme, die leider erst jetzt gelöst werden konnten :(
      Ja, da hast du auf jeden Fall alles richtig gemacht! Der zweite Teil lohnt sich kein Stück! Echt schade, weil ich die Bücher von Steffi ganz gerne lese!
      Ganz liebe Grüße,
      Julia

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