10. Dezember 2015

Rezension: "Christmaslove - Ein Kuss zu Weihnachten" von Valea Summer




Titel: Christmaslove - Ein Kuss zu Weihnachten
Autor: Valea Summer
Verlag: BookRix
Preis: 0,99€ (kindle Version)
Seiten: 68

Ein wunderschönes, winterliches Cover, gepaart mit einem süßen Weihnachtstitel. Das ist der erste Eindruck der kleinen Winterlektüre: „Christmaslove – Ein Kuss zu Weihnachten“. Eine niedliche kleine Liebesgeschichte, die alles hat, was man sich zu Weihnachten so wünscht. Pünktlich zum Fest geht es um Liebe, Familie und Freunde. Ein kleiner Roman, der nicht auf allen Ebene glänzen kann, den Leser aber auf Weihnachten einstimmt.


Inhalt


Für Cailin wird Weihnachten in diesem Jahr ganz anders als sonst. Denn der Jahrestag des Todes ihrer besten Freundin nähert sich. Ein Jahr schon ist Mary nicht mehr bei ihr. Ein Jahr voller Tiefen und Trauer. Gerade Weihnachten liebte Mary so sehr, sodass es für Cailin umso schwerer wird. Wie soll sie auch glücklich sein, wenn ihre Freundin es nicht mehr sein kann? Doch Cailin hat gute Vorsätze und möchte dieses Jahr endlich zu Weihnachten zurückkehren – zu ihrer Familie. Doch sie sitzt in London fest, denn überall herrscht Schneechaos. Aber wie das es Glück so will, trifft sie im winterlichen London auf Logan, einen ihrer ältesten Freunde. Gemeinsam mit ihm schafft sie es vielleicht doch noch nach Hause nach Schottland. So langsam schleichen sich Gefühle bei den beiden ein. Doch Logan war Marys Verlobter…

Meinung


Man sollte mit dieser kleinen Geschichte, die sich gerade einmal über 68 Seiten erstreckt, nicht zu streng sein. Die Intention der Autorin Valea Summer ist von Anfang an klar: Zu Weihnachten darf es ruhig schön kitschig sein! Und genauso hat sie ihr Buch auch geschrieben. Es gibt ein paar viele Klischees, ein paar viele kitschige Szenen, aber hey: Weihnachten steht vor der Tür, warum also nicht?! Außerdem weiß man schon durch die Inhaltsangabe, was man zu erwarten hat und genau das bekommt man auch. Eben eine niedliche Liebesgeschichte, die vor Klischees eben ein bisschen trieft.
Diese Klischees lassen sich unter anderem in den Charakteren finden. Cailin war für mich ein wenig unnahbar und absolut naiv. Dass sie Schuldgefühle ihrer Freundin gegenüber hat ist klar…aber irgendwann ist’s dann auch gut. Mich konnte sie leider nicht erreichen, manchmal fand ich ihre Handlungen eher nervig. Der Gegenpol in der Geschichte ist Logan, mit dem ich sehr gut klar kam. Ein schöner, maskuliner Charakter, der dem Ritter in weißer Rüstung doch recht nahe kommt. Für mich war er der Träger der Geschichte. Die Nebencharaktere  spielen keine große Rolle, ihr Vorhandensein ist allerdings wichtig. Schließlich geht es bei Weihnachten auch immer um Familie und Freunde und demnach gehören sie natürlich dazu.
Manche stellen im Buch sind durchaus witzig, die meisten zeigen aber Cailins Trauer. Einen großen Teil der Geschichte nimmt auch die weihnachtliche Stimmung ein, was mir persönlich gut gefiel Ich muss sagen, ich vermisse bereits den Schnee, den es in der Geschichte im Überfluss gibt. Die winterliche Großbritannien-Stimmung ist jedenfalls sehr gut gelungen.
Ein paar Probleme hatte ich mit dem Schreibstil, denn ich stolperte über den ein oder anderen Satz. Ein paar Nebensätze sind etwas merkwürdig an Hauptsätze angeknüpft, aber ist wohl Geschmackssache (und passiert mir sicher auch öfters...). 

Fazit


Auch wenn es sich hierbei um eine absolut vorhersehbare, aber niedliche Weihnachtsgeschichte handelt, hat sie doch alles, was man besonders in der Vorweihnachtszeit braucht. Ich mochte den Stil nicht so sehr (,und hätte mir auch eine (erotische) Szene gespart), aber im Großen und Ganzen gefiel mir dieses kleine Büchlein ganz gut! Von mir gibt es 3,5 Spitzenschuhe (, denn ich bin doch ein bisschen strenger, als ich sein sollte).




7. Dezember 2015

Kurzrezension: "Eines Tages, Baby" von Julia Engelmann


Titel: Eines Tages, Baby
Autor: Julia Engelmann
Verlag: Goldmann
Preis: 7,00€
Seiten: 96

Meinung


Poetry Slam ist eine Kultur. Diese Kultur hat sich inzwischen rasant entwickelt und wird – na, endlich! – auch in literarischen Kreisen ernst genommen. Selbst im Deutschunterricht wird Poery Slam im Unterbereich der Lyrik behandelt (und ich muss es als angehende Deutschlehrerin ja wissen ;) ). Zumindest in Bremen. Und aus diesem bezaubernden Bundesland kommt auch Julia Engelmann. 

Ein ganz normales Mädchen, das über Nacht berühmt wurde. In ihrem kleinen Sammelband „Eines Tages, Baby“ sind 14 ihrer Slam Texte enthalten, die allesamt berühren. Ich selbst habe Julia Engelmann einmal live in Bremen bei einem Slam gesehen und vor allem ihre Authentizität machen ihre Performances so gut! Die Texte für sich allein sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache, allerdings lohnt es sich wirklich, sich auch ein paar Videos der besagten Dame anzusehen. Der Rhythmus der Texte ist deutlich und daher für jeden auch einprägsam. 

Fazit


„Eines Tages, Baby“ ist ein schönes kleinen Büchlein zum Abschalten und drin verlieren. Meine Empfehlung: unbedingt in ungestörten Momenten genießen und auch immer nur einen Text zur Zeit. Man kann viel aus dem Buch ziehen, wenn man es nicht als Buch betrachtet, das man schnell durchgelesen haben will. Sondern als das, was es ist: Eine moderne, kleine, lyrische Sammlung. Von mir gibt es 4 von 5 Spitzenschuhen.






Achso…und jeder, der glaubt, dass Poetry Slam den Anspruch haben muss wahre Poesie und Lyrik innezuhaben, der sollte sich mit dem Thema noch einmal gründlich auseinander setzen. Denn Poetry Slam ist Ausdruck der eigenen Meinung in poetischer Form. Und diese Form ist in Julia Engelmanns Texten mehr als vorhanden – genauso wie ihre Meinung.

5. Dezember 2015

Rezension: "Plötzlich Fee - Winternacht" von Julie Kagawa


Titel: Plötzlich Fee - Winternacht
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne
Preis: 8,99€
Seiten: 512

Nachdem mich der erste Teil der „Plötzlich Fee“-Reihe mit ein bisschen Träumerei überzeugt hatte, war ich nun sehr gespannt auf den zweiten Band. Leider hat mich dieser gewaltig enttäuscht und beinahe wären es sogar nur zwei Sterne geworden.

Inhalt


Meghan ist am Winterhof, denn sie muss ihr Versprechen gegenüber Ash halten. Doch der Winterhof beherbergt mehr Feinde, als sie sich vorstellen kann. Außerdem ignoriert Ash sie. Bedeutet sie ihm denn gar nichts mehr? Als das Jahreszeitenzepter gestohlen wird, gerät sofort Meghan unter Verdacht. Doch sie weiß es besser: es waren die eisernen Elfen, die einen neuen König haben. Gemeinsam mit Puck und Ash macht sie sich auf die Suche nach dem Zepter, um einen Krieg zwischen dem Winter- und Sommerhof zu verhindern. Doch können die drei das Zepter aus der richtigen Welt wiederbeschaffen, ohne dass ihnen etwas geschieht?

Meinung


Die Story klingt ja eigentlich gar nicht so schlecht. Allerdings gibt es dann doch extrem starke Parallelen zum ersten Teil. Mir kam es so vor, als wenn auf einmal das wichtige Jahreszeitenzepter auftaucht, damit es wieder einen Grund für die Autorin gibt genau die gleichen Charaktere auf eine ähnliche Reise zu schicken. Hinzu kommt noch, dass manche Dinge der Handlung einfach super absurd sind. Allerdings bin ich vielleicht auch schon zu alt für dieses Buch…man weiß es nicht. Als Meghan jedenfalls aus absolutem Zufall dazu gezwungen ist, auf den Winterball ihrer alten Schule zu gehen, war ich kurz davor das Buch zuzuklappen. Ein paar Gedankengänge der Autorin erscheinen mir einfach etwas unkonsequent, unlogisch und zu sehr gewollt. Das ist ziemlich schade, denn Potenzial hat die Geschichte auf alle Fälle!
Gut gefallen hat mir Leansidhe, ein neuer bedeutender Charakter, der auftaucht. Auch Eisenpferd hat sich in mein Herz geschlichen. Und Grimalkin darf natürlich auch nicht fehlen. Gut ist im Allgemeinen, dass man die Feenwelt etwas detaillierter kennenlernt, mit ihren Bräuchen und Geheimnissen. 
Leider haben die Hauptcharaktere einen Schritt nach hinten gemacht. Dies betrifft nicht Puck, aber Ash und Meghan. Obwohl ich für Ash geschwärmt habe, erscheint er mir im zweiten Teil blass und seinem Charakter nicht ganz treu. Viel schlimmer ist aber Meghans Entwicklung. Sie ist mehr als naiv, berechnend und einfach unlogisch im Denken. Mit ihr kam ich wirklich überhaupt nicht klar. Dass sich allerdings etwas zwischen Puck und Meghan anbahnt, gefällt mir ganz gut. So kommt doch ein bisschen Schwung in die Sache ;)

Fazit




Nur weil die Handlung in meinen Augen einiges Potenzial hat und man das Buch dennoch durch seinen flüssigen Stil gut lesen kann (vor allem aufgrund der Nebencharaktere), vergebe ich 3 Spitzenschuhe. Ich werde die Reihe weiterlesen, fiebere aber keinesfalls dem nächsten Teil entgegen, obwohl das Ende immerhin überraschend kam. Aber hey…bildet euch selbst eine Meinung und lasst mich wissen, ob ich mit meinen 23 Jahren eventuell einfach zu alt für die Feenwelt bin. ;)



4. Dezember 2015

Most read authors: Es wird klassisch!

Auf dem Blog der wunderbaren Tanja habe ich diese schöne Idee gefunden. Man könnte sagen, ich konnte einfach nicht widerstehen, mich an dieser Aktion zu beteiligen:





Es geht um die Autoren, von denen man selbst die meisten Bücher gelesen hat. Bei Goodreads kann man sich nämlich tatsächlich ansehen, von welchem der guten Schreiberlinge man selbst die meisten Bücher im Regal stehen hat. Mich interessierte sofort, wer dabei rauskommen würde und war extrem überrascht. Tanja lässt nur die Autoren zählen, von denen man mindesten 4 Bücher gelesen hat. Ich dachte eigentlich, dass das bei mir doch schon ein paar mehr wären, da es ja unglaublich viele Reihen gibt, aber tatsächlich haben sich da leider nur 9 Autoren eingeschlichen. Dabei teilen sich zwei den ersten Platz. Mein Ergebnis ist im wahrsten Sinne des Wortes: ziemlich klassisch! 

And the winner is...


Agatha Christie & Ian Fleming

Haha...ein bisschen musste ich darüber schon lachen, denn mir fiel erst im Nachhinein auf, wie viele Bücher ich von den beiden tatsächlich hier bei mir habe. (Ich scheine auf tote Autoren abzufahren...) Bei der guten Frau Christie habe ich bei Goodreads ein paar andere Bücher eingetragen, als hier auf dem Bild. Das hängt damit zusammen, dass mir nicht alle gehörten, die ich las und auch, dass ich noch einige hier stehen hab, die ich bis jetzt noch nicht geschafft habe. Aber ich dachte mir fürs Bild reicht diese Repräsentation völlig ;)

Naja, und dass ich ein kleiner James Bond Fan bin, hat wohl jeder bereits gemerkt, der ein paar Minuten hier auf meinem Blog verbracht hat. Da diese Reihe 14 Bücher beinhaltet, ist es ja verständlich, dass er zu meinen Most read authors gehört! Allerdings auch zurecht!

Beide Autoren lege ich gern jedem von euch ans Herz! Klassiker müssen nicht langweilig sein! Neeeeein...nein...nein!


Hier noch ein kleiner Überblick meiner anderen gern gelesenen Autoren. 




Der einfache Grund, weshalb von J.K. Rowling nur fünf angegeben sind ist, dass ich alle mal re-readen wollte und dann doch nur bis zum fünften Band durchgehalten habe :( Schande über mein Haupt! Aber kann man ja noch nachholen ;) C.J. Daugherty lässt sich simpel mit der Night School Reihe erklären, die ich übrigens nicht so toll fand. Der geteilte Platz fünf geht schon in Ordnung. Die Reihe von Kiera Cass finde ich super, Meyer muss einfach auch weiterhin gesuchtet werden und Tolkien und Doyle gehören wieder mal zur Klassikerfraktion, der ich offenbar  ab dem heutigen Tag auch ganz offiziell angehöre! :D


Ganz unten findet ihr noch mein persönliches Highlight: Der gute Hartmann von Aue! :D :D 
Ich kann nicht behaupten, dass er zu meinen Lieblingsautoren gehört. Eher nicht...aber alle Germanistik-Studenten unter uns wissen sicher, dass wir auch um die Mittelalterliteratur nicht herum kommen. Da braucht man nur mal ein Seminar über besagten Dichter haben und schwups...hat man wohl drei Bücher von ihm hier stehen. Sehr bald dürfte sich demnach auch Herta Müller in die ewige Bestenliste eintragen.

Man merkt also: Die Most read authors müssen nicht immer die Lieblingsautoren sein. Bei mir sind es die ersten Plätze aber dennoch :)



Vielleicht möchte sich jemand von euch ja auch noch an dieser schönen Idee mit einem eigenen Post beteiligen. Den Post von Tanja findet ihr hier. 


Habt ihr bei Goodreads auch mal nachgesehen oder wisst ihr eure MRA vielleicht auch so? Wer schleicht sich bei euch so ein? 

Eure Julia


2. Dezember 2015

Rezension: "James Bond - Dr. No" von Ian Fleming


Titel: James Bond - Dr. No
Autor: Ian Fleming
Verlag: Cross & Cult
Preis: 12,80€
Seiten: 280

„007 jagd Dr. No“ – Dieser Film kam 1963 in Deutschland in die Kinos. Der erste Bondfilm, also auch das erste Bondgirl und überhaupt….von allem das erste! Mit diesem Film begann eine noch heute andauernde Reise um den britischen Geheimagenten und ich muss sagen: Bei der Buchvorlage ist es absolut kein Wunder, dass ausgerechnet dieser Roman für Bonds Debüt gewählt wurde!

Inhalt


Bei seiner letzten Mission wurde James Bond tödlich verletzt. Nach langer Kur ist er nun aber bereit für eine neue Mission. Dies sieht sein Chef M nicht so und schickt ihn lediglich nach Jamaika zu einem banalen Fall, oder auch „in den Urlaub“, wie M es nennt. Bond soll eine Routineuntersuchung leiten, denn der englische Zuständige auf Jamaika ist mitsamt seiner Assistentin spurlos verschwunden. 007 glaubt von Anfang an nicht an ein Durchbrennen der beiden und beginnt auf eigene Faust nachzuforschen. Überall auf Jamaika scheint eine chinesische Organisation zu agieren, dessen Drahtzieher ein ominöser Dr. No ist. Ihm gehört eine Insel, die niemand betreten darf.  Aber Bonds Name wäre nicht James Bond, wenn er sich von so etwas würde abschrecken lassen.
Ein spannendes Abenteuer beginnt unter der Sonne von Jamaika mit einem Bösewicht, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Spannend und furios: 007 eben.


Meinung


In meinen Bond-Rezensionen klingt es immer schon durch: Irgendwie gefällt mir der Bursche ja. Auch wenn die Flemings-Romane manchmal etwas zäh sind, überwiegt doch deutlich der Charme der Bücher. In „Dr. No“ wie das Buch einfach nur heißt (hier jagd man eigentlich niemanden…) steigert der Autor das Potenzial seiner Figur. Das Buch schließt direkt an seinen Vorgänger „Liebesgrüße aus Moskau“ an. Bond ist verletzt und muss sich erst einmal erholen. Ich finde das macht die Figur des Agenten doch wieder um einiges menschlicher. Bond ist zu Anfang des Romans ziemlich verärgert über seinen banalen Auftrag, der sich aber ja als gar nicht so banal herausstellt. 
Meiner Meinung nach ist „Dr. No“ das bis jetzt beste Bond Buch. Der Anfang ist sehr rasant und man möchte sofort wissen, wie es weitergeht. Der spätere Film hält sich in manchen Teilen sehr genau an die Buchvorlage, spätestens aber am Ende sind es zwei völlig verschiedene Versionen. 
Alte Bekannte tauchen auf und neue Freundschaften (und Feindschaften) werden geschlossen. Der gute Quirrel, den man bereits in „Leben und Sterben lassen“ kennenlernte spielt wieder eine Rolle. Dazu kommt natürlich die überaus berühmte Honey Rider. Im Buch allerdings ist die später von Ursula Andress dargestellte Figur keinesfalls von Anfang an diese Sexgöttin. Die kleine Honey ist naiv und nun ja…eben etwas anders. Ich bin mir grad gar nicht sicher, ob im Film überhaupt etwas über ihren Werdegang erzählt wird, der erklärt im Roman aber so einiges. Ach ja…vielleicht steckt doch ein wenig Sexgöttin in ihr. Sie steigt nämlich nicht im Bikini aus den Fluten, sondern völlig nackt. Ach Herr Fleming…was soll man da noch sagen?!
Sehr passend finde ich daher auch, wie nüchtern Bond mal wieder über das Auftauchen der jungen Frau urteilt:
„Es war großes Pech, dass sie dieses Mädchen getroffen hatten. Ob es einem nun gefiel oder nicht, im Kampf stellte eine Frau einen Nachteil dar.“ (Seite 152)
Ja, so ein Mist aber auch. Immer diese lästigen Frauen… Die „Liebesgeschichte“, die sich aber zwischen Bond und Honey entwickelt gefiel mir ganz gut. Sehr typisch für Bond, aber eben auch passend. Die übrigen Charaktere sind typisch Fleming: recht kurz gehalten und eher unwichtig, manchmal aber liebenswürdig. Zur Person von Bond muss glaube ich nicht viel gesagt werden. Dieser arrogante Brite weiß einfach, wie man’s macht.
Mein absoluter Liebling ist allerdings der Namensgeber des Romans selbst: Dr. No! Ein absolut gelungener Bösewicht, meiner Meinung nach der beste Bond-Schurke überhaupt. Selten konnte mich eine Figur so erschrecken und dennoch schmunzeln lassen, wie der Deutsch-Chinese. Es ist absolut klassisch: Der Böse ist absolut wahnsinnig und weiß das auch. Es ist wirklich herrlich diesen Größenwahn nachlesen zu dürfen. Hier eine kleine Kostprobe:
„Wahnsinn, mein lieber Mister Bond, ist so unbezahlbar wie Genie. Energieverschwendung, geteilte Aufmerksamkeit, Antriebslosigkeit, fehlendes Durchhaltevermögen – das alles sind Laster der Herdentiere. […] Ich habe diese Laster nicht. Ich bin, wie Sie ganz richtig festgestellt haben, ein Wahnsinniger – ein Wahnsinniger, Mister Bond, dessen Macht im Wahn liegt.“ (Seite 249)
Herrlich…mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Allein diese Szene, in der Dr. No alle seine heimtückischen Pläne offenbart, ist es wert diese Geschichte zu lesen. Aber es gibt noch eine andere tolle Stelle im Roman, die im Film leider nicht übernommen wurde und das ist Dr. Nos Parcours. Hier kann sich Bond mal so richtig beweisen und da der Leser absolut keine Ahnung hat was passiert, ist die Sache doppelt spannend!
Dass Flemings Schreibstil nicht überragend ist, sollte bekannt sein. Einfache Sätze und manchmal zu genaue Beschreibungen sind hier prägend. Wie etwa:
„Der Grund war schlammig, und mit jedem Schritt sanken ihre Füße zentimetertief in den schleimigen Morast. Kleine Fische oder Krebstiere wuselten umher und flohen vor ihren Schritten, und immer wieder mussten sie die Blutegel wegwischen, bevor sie sich festsaugten. Doch ansonsten kamen sie problemlos voran.“ (Seite 148)
Danke Mr. Fleming für diese eindrückliche und die eklige Beschreibung. Na, immerhin kamen sie problemlos voran…Ihr seht schon. Der Stil ist jetzt nicht zum in-die-Höhe-springen, aber eben doch ganz passend.

Fazit



Für mich war „Dr. No“ ein wirklich geniales Buch. Dieser Schurke hat’s mir angetan und auch die Geschichte an sich kann wirklich glänzen. Ich hoffe meine Zitate schrecken euch nicht ab. Ich kann wirklich sehr gut verstehen, warum man dieses Abenteuer für die Filmpremiere ausgewählt hat, da es wirklich alles hat: Spannung, Action, Humor und einen ganz bezaubernden James Bond. Von mir gibt es super 4,5 Sterne. In einer anderen Stimmung hätte ich sicher 5 vergeben, aber ein paar Landschaftszitate zu viel ließen mich davor zurückschrecken. 



Monatsrückblick: November

Mit schnellen Schritten geht es auf Weihnachten zu und das bedeutet, dass der November auch schon wieder vorbei ist. Für mich war es ein recht stressiger Uni-Monat, der seinen Tribut gefordert hat. Zwei Bücher auf meiner Lektüreliste stammen somit aus meinen Seminaren und da ich nicht einsehe, diese Bücher nicht zu zählen, gesellen sie sich zu den anderen im Regal :)

Insgesamt lief der November aber ziemlich gut für meine Verhältnisse. Und so sieht's aus:
(Meine fotografischen Künste sollte ich wirklich noch verbessern!)




 Insgesamt habe ich 8 Bücher geschafft :) Jippieh!


Obsidian. Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout (400 Seiten)

Allein mit dem Feind - Alexandra Stefanie Höll (340 Seiten)

Niederungen - Herta Müller (176 Seiten)

Die dunkle Kammer - Roland Barthes (144 Seiten)

James Bond: Dr. No - Ian Fleming (280 Seiten) [Rezension]

Finding Cinderella - Colleen Hoover (176 Seiten) [Rezension]

Die Flüsse von London - Ben Aaronovitch (480 Seiten) [Rezension]

Plötzlich Fee: Herbstnacht - Julie Kagawa (528 Seiten)

Seiten gesamt: 2524


Okay, okay...ich gebe zu, dass einige dieser Werke nicht mal 200 Seiten haben. Aber wenn mir jemand sagen möchte, dass Werke von Herta Müller oder Roland Barthes nicht als Bücher zählen, dann....egal :D Also...wie man sich wohl vorstellen kann, sind die besagten beiden Bücher, die, welche ich für die Uni lesen musste. Und beide zählen wirklich zu den Flops des Monats! Die helle Kammer war für mich super anstrengend und langweilig. Niemals hätte ich freiwillig zu Barthes  und seinen Gedanken über die Fotografie gegriffen, aber hey...das Buch hat übrigens einen ganzen Stern von mir bekommen. Auch Niederungen war echt hart. Aber über Herta Müller wird es hier demnächst noch etwas geben. Dass Bücher von Literaturnobelpreisträgern eher schwer sind, ist ja bekannt.  Gefloppt hat für mich auch Allein mit dem Feind, was wirklich schade ist, da ich die Autorin eigentlich sehr mag. Auf das Bild konnte es allerdings nur nicht kommen, weil es ebenfalls ein ebook war. Also nicht, dass ich es mit Absicht weggelassen hätte ;)
Insgesamt fällt mir grade auf, dass ich die November-Bücher doch eher schwach bewertet habe. Auch Finding Cinderella und Die Flüsse von London riefen in mir keine wirklichen Begeisterungsstürme hervor. Hoovers Novelle ist zwar niedlich und Aaronovitchs Roman durchaus interessant, bei beiden hat mir aber etwas gefehlt.
Nun aber zu meinem Highlights :) Dr. No ist ein super Bond, für mich der Stärkste bis jetzt. Obsidian hat mich Gott sei Dank nicht enttäuscht und ich bin schon super gespannt auf den zweiten Teil, den ich noch vor Weihnachten lesen möchte. Und letztendlich Plötzlich Fee - Herbstnacht. Dieses Buch hat mich wohl am meisten überrascht, da ich damit rechnete, dass die Story eher mau wäre. Aber dem war nicht so und somit war es für mich schon ein kleines Highlight!


Wie war euer Lesemonat so? Kennt ihr eines der Bücher? Habe ich teilweise vielleicht etwas zu hart bewertet? 

Eure Julia

Rezension (2014): "Rebecca" von Daphne Du Maurier


Titel: Rebecca
Autor: Daphne Du Maurier
Verlag: Fischer
Preis: 7,95€
Seiten: 448

Ein so einfacher Name und ein so spannendes Buch: Rebecca. Dieser tolle Klassiker von Daphne du Maurier hat mich einfach nur umgehauen.
Dieses Buch ist eines der beeindruckendsten, das ich je gelesen habe. Und das heißt schon einiges, vor allem, da auch meine Erwartungen nicht gering waren. In meinem Regal steht bereits der Soundtrack des gleichnamigen Musicals, das in Stuttgart aufgeführt wird. Leider kenne ich nur den Soundtrack, aber schon dieser verrät natürlich viel über die Story. Man kann also sagen ich kannte die Rezeption mal wieder vor dem Original. Aber, wow.... "Rebecca" ist einfach nur beeindruckend! Es beginnt auf der ersten Seite und hört nach der letzten noch lange nicht auf. 

Inhalt


Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die durch ihre überstürzte Heirat mit einem älteren Mann auf das Landgut "Manderley" kommt. Sie liebt ihren Gatten, doch seine vorherige und verstorbene Frau Rebecca ist überall präsent. Die Protagonistin leidet und erfährt erst am Ende die wahre Geschichte über die überall beliebte und dennoch mysteriöse Frau. Denn nicht umsonst zählt der Klassiker "Rebecca" bei manchen Experten zur Schauerliteratur.

Meinung


Obwohl die Handlung gar nicht so spannend ist, verliert das Buch nie seine eigene Spannung. Unglaublich, aber einfach nur gut gemacht. Die Autorin spielt mit einem wunderbaren Sprachstil, der an manchen Stellen so bildhaft ist, dass man fast selbst am Strand in Manderley steht. Das Buch bleibt die ganze Zeit über etwas Besonderes und verliert nie dieses Quäntchen an Geheimnisvollem. Auf den gesamten 448 Seiten erfährt man nicht den Namen der Protagonistin. Es ist immer nur "ich". Schon allein, diesen Stil durchzuhalten und eine authentische Hauptperson zu schaffen, ist bewundernswert.
 Der Roman ist voller Emotionen, die gesamte Palette. Die Charaktere sind so tiefgreifend, dass man sie sich leibhaft vorstellt. Die fiese Mrs. Danvers oder auch der hinterhältige Mr. Favell hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Und nicht zu vergessen natürlich: Rebecca. Eine Frau, die schon vor Beginn der Handlung tot ist und dennoch alles beherrscht.
Da ich hier nicht in endlose Lobeslieder ausbrechen will, muss ich noch ein paar Worte über das Ende verlieren. Durch das Musical wusste ich, wie die Geschichte endet. Doch es passiert so plötzlich und ist so großartig, dass ich das Buch zuklappte und mit offenem Mund zurückblieb. Das Bild der mysteriösen dunklen Frau hat mich kurz darauf verfolgt, denn dieses allerletzte Bild, das Daphne du Maurier mit ihren Worten malt, ist einfach nur genial.

Fazit


Ein großartiger Klassiker, der durch seine Sprache besticht. Ich habe lange kein so faszinierendes und nachdenkliches Buch gelesen. "Rebecca" ist einfach nur zeitlos und wirklich zu empfehlen. Von mir gibt‘s die volle Punktzahl für dieses literarische Schmuckstück.